Myiauchi 15x60, 22x60 Erfahrungsbericht gesucht

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HansR

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Werte Sternenfreunde !
Nach längerer Abstinenz melde ich mich wieder im Forum.
Hat jemand Erfahrungsberichte zu o.a. Fernglas ? Stärken ? Schwächen ? Ist die Öffnung ausreichend ?
Würde mich freuen, von Euch Meinungen zu lesen. Frank Schäfer - Du hast doch eines, was sagst Du dazu ?

Danke im Voraus und clear skies

Hans
 
Hallo Hans,

schau mal hier:

http://www.maxon.net/~sternkucker/

unter "Ferngläser" findest Du einen schönen Bericht, den ich voll unterschreiben kann. Frank Schäfer wird hier noch etwas beisteuern können, da bin ich sicher <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />

Ich habe zwar "nur" das 20x77, muß aber sagen, daß ich über das gelegentliche Durchschauen durch das 15x60 auf Treffs etc. zu Miyauchi gekommen bin. Das 15x60 ist IMHO der bessere Kauf als das 20x77. Das 15x60 ist nicht nur handlicher und preiswerter, sondern bietet auch die schärfere Abbildung (Tag wie Nacht!).

Nimm es, Du wirst es nicht bereuen.

carpe noctem
Matthias
 
Hi,

habe Dir den Text per PN geschickt... (Christian, hoffe, Du bist einverstanden : - ))

carpe noctem

Matthias
 
Re: Myiauchi 15x60, 22x60 Erfahrungsbericht gesuch

Hallo Hans,

hab das 22x60. Meiner meinung nach und auch nach der anderer Sternfreunde ist das 60er das schärfste und kontrastreichste Miyauchi. Der Flammennebel ist (vor allem in den Alpen) wunderschön mit Strukturen sichtbar und Sternhaufen wie die Plejaden und hatschi sind ein Traum(Für 60mm). Ein leichtes sehr gutes Glas für schnelle aber auch längere Beobachtung mit dem man sich auch mal ein paar größere Galaxien anschauen kann. Aber wie du vielleicht schon im Test von Christian gelesen hast wird beim 22er der Bildrand unscharf, dafür hast du aber 66° Gesichtsfeld(bei 15x sinds 50°). Für mich ist die 22fache unter meinem Himmel die bessere Vergrößerung und ein randunscharfer Weitwinkel ist mir lieber als gar keiner. Trotz meines vorhandenen teleskops ist der kleine Miyauchi mein liebstes beobachtungsgerät geworden.
So jetzt hab ich meinen Senf dazu gegeben.

CS
Oli
 
Hallo Hans,

ich habe momentan nicht viel Zeit und ehrlich gesagt habe ich auch keine Lust, alles nochmal zu schreiben <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />. Für ein paar persönliche Eindrücke zum Mini-Miyauchi kannst Du mal hier und hier gucken. Zu den Okularen des Miyauchi habe ich auch noch einen Link: hier entlang. Bei meiner Okularwahl hat sich etwas geändert. Seit einiger Zeit habe ich ein Paar 15mm Okulare von einem CZJ 8x30 Deltrentis ans Miyauchi adaptiert und meist gucke ich nun bei 20-fach. Das ist ein brauchbarer Kompromiss und erspart mir das Umstöpseln im Dunkeln. Das Miyauchi habe ich auf eine Tele Vue Gabelmontierung gesetzt (hast Du vielleicht schon auf meiner HP gesehen), diese Variante kommt meiner angeborenen Bequemlichkeit nochmal ein gutes Stück entgegen <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" />.

> Ist die Öffnung ausreichend ?

Das ist ja nun echt eine blöde Frage. Ausreichend wofür? Orionnebel? Mond? Uranus? Quasare in hoher Auflösung? Nachbars Gattin? <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/laugh.gif" alt="" /> Das Ding hat 60mm Öffnung, das sind keine 50mm und auch keine 80mm. Logisch. Was man mit einem 60mm Fernglas am Sternhimmel anfangen kann, das weißt Du allein. Ich würde das kleine Miyauchi jederzeit einem chinesischen "High-End Fernglas" um 70 oder 80mm Öffnung vorziehen. Es hat eine wirklich gute Optik und ist so leicht, daß man es locker auf Reisen mitnehmen kann. Außerdem gibt es mit dem Teil einfach keinen plausiblen Grund, nicht beobachten zu gehen.

> Du hast doch eines, was sagst Du dazu ?

Was ich dazu sage? Ich gebe es nicht mehr her ...

Einen Erfahrungsbericht zu dem Mini-Bino findest Du übrigens im aktuellen VdS-Journal. Aber so wie ich das vermute, bist Du kein VdS-Mitglied <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/confused.gif" alt="" />. Dann machen wir doch gleich mal etwas Werbung <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" />. Die Mitgliedschaft lohnt sich beinahe schon wegen des VdS Journals! Schau Dir mal auf der VdS Homepage die Inhaltsverzeichnisse der letzten Jahre an, soviele Anregungen zur Amateurastronomie findest Du in keiner anderen Zeitschrift. Und so teuer ist die Mitgliedschaft nun wirklich nicht ...

Frank.
 
Hallo Kollegen !

Vorerst vielen Dank für Eure Info´s !

Es ist soweit - gestern habe ich mir das Ding geholt !

Erste Erfahrungen:

Winzig. Schön schillernde Vergütung, sauber verarbeitet, etwas zerbrechlich wirkend, allerdings stabil. Kein Widerspruch, aber im Vergleich zum belederten, Messing-Hertel&Reuss wirkt es fast filigran.

Knackige Bilder bei 15x, etwas weichere, aber immer noch knackige Bilder mit 22x. Leider war es gestern abend zu diesig und der Halbmond hat das Seinige dazugetan.
Daher habe ich mich mit einem oberflächlichen Vergleich zwischen dem Myiauchi, dem Hertel&Reuss 15x60 sowie dem TeleVue Ranger bei 16x (fairerweise) mit 30mm Celestron Ultima Plössl an folgenden Objekten begnügt, um dann beruhigt schlafenzugehen:

Mond:

Miyauchi Kontrastreich, sehr scharf; leichter Farbsaum, kaum störend,
Ranger Ebenfalls kontrastreich und sehr scharf, Farbsaum ebenso, allerdings bei Weitem nicht so bemerkbar wie im Myi
Hertel Weicheres, kontrastärmeres Bild (liegt offenbar an der veralteten Vergütung), Farbsaum weniger evident als im Myi - vielleicht weil eben der Kontrast schwächer ist
1. Wahl: Myi, da binokulares Sehen einfach "steil" ist 2. Wahl: Ranger 3.Wahl Hertel

Jupiter:

Myiauchi Schön- ganz klar die 4 Monde, 2 von ihnen stehen knapp beinander, einfach zu trennen. Einziger Wermutstropfen: man merkt eine Art "Überstrahlung"
- sprich es stehen knapp das Gelbe und ein rötlich/violettes bzw. grünes Scheibchen nebeneinander - der Farbfehler.

Ranger eindeutiger Testsieger, zwar auch ähnliches Phänomen, aber wesentlich weniger ausgeprägt.
Hertel fällt eindeutig ab, selbst die nebeneinanderstehenden Monde lassen sich nicht trennen

1. Wahl: Ranger, 2. Wahl: Myi 3.Wahl Hertel


M13

Myiauchi klar zu erkennen, schönes, transparentes Fleckchhen
Ranger eindeutiger Testsieger
Hertel kommt ebenso gut durch, aber im Myi um einen ziemlichen Tick transparenter
1. Wahl: Ranger 2. Wahl: Myi 3.Wahl Hertel



Schreiner´s Schild (ca. 500m von mir entfernte Werbetafel, kein neues DeepSky-Objekt ;-)), Straßenbeleuchtung

Myiauchi schön und kontrastreich, Rot/Schwarz - Farbunterschied und Schriftgrößenunterschiede sowie Auflösung herrlich
Ranger wiederum eindeutiger Testsieger, aber nicht weit vorne liegend
Hertel der alte Knabe liegt etwas abgeschlagen dahinter, aber schlägt sich wacker. Weniger "Farbsättigung", Kontrast und Schärfe

1. Wahl: Myi, da binokulares Sehen einfach "steil" ist 2. Wahl: Ranger 3.Wahl Hertel


Autos direkt unter Straßenlaterne, ca. 1km entfernt, im Blickfeld rechts oben Straßenlaterne in ca. 50m

Myiauchi Eine Wucht - man kann die Farben und Kontraste "greifen", kaum störendes Streulicht
Ranger Zwar helleres Bild, überhaupt kein Streulicht, dafür habe ich den Eindruck, als ob ein Pupillenreflex stört
Hertel Auch nicht übel, aber - der Myi hat wesentlich mehr Kontrast. Interessant auch, dass sich der betagte Herr
zum Thema Streulicht ziemlich gut, trotz veralteter Vergütung schlägt.
Das Bild wirkt aber irgendwie etwas "dunstig".
1. Wahl: Myi, "steil" ist 2. Wahl: Ranger 3.Wahl Hertel


Resumeé - man hat glaube ich mit dem Myiauchi (und natürlich bei weitem nicht ausgetestet) ein niedliches, preiswertes Fernglas, das, hätte es noch bessere Objektivoptiken (ich habe dann mit 22x tatsächlich mehr Farbe - sprich Farbfehler bemerkt) sicherlich auch mit kurzbrennweitigeren Okularen und etwas mehr Vergrößerung z.B. 60x ein feines Gerätchen wäre, um zumindest einen Hauch von Wolkenbändern am Jupiter und noch etwas mehr Details am Mond zu erkennen. Schade, dass man sowas noch nicht baut (ich kenne zumindest nichts). Und die dumme Frage wegen 60mm zu kleiner Öffnung habe ich mir erlaubt, weil ich lesen wollte, ob das was in den Broschüren bzw. in Werbetexten geschrieben wird, man kompensiere durch die "Gehirnleistung", die geringere Öffnung wettgemacht wird tatsächlich stimmt - also Nein, ein geübter (so bilde ich es mir für mich ein) monokularer Beobachter erkennt den Reiz viel mehr an der Freude des Binosehens, als an mehr Wahrnehmung. Kann aber auch sein, daß mein Gehirn weniger leistet ;-))). Ich habe dann kurz nochmals an M13 beide Geräte - Ranger und Myi verglichen - also der Ranger zeigt schon mehr. liegt m.E. nicht nur an dem Mehr an Öffnung, sondern auch daran, dass ein Zenitspiegel und die sehr gute Optik halt schon was leisten.

Also - verkaufen tu´ ich den Myi sicher nicht so schnell, eher den Hertel, und den nur um 150.-- € ;-)).

Heute morgens habe ich übrigens dann auch noch die Stärken des Myi auch bei der Tagbeobachtung kurz "angerissen" - die 15x Okulare sind schärfer, satter - wie bereits allgemein beschrieben wird. Der Unterschied vom visuellen Eindruck ist so, als ob man durch ein 7x50 oder 10x50 Fernglas vergleichsweise blicken würde.

Ergebnis - ich denke, und das ist mein subjektiver Eindruck - ein Beobachter, der ein leicht handhabbares Fernglas noch dazu mit Winkeleinblick haben möchte, ist mit dem kleinen Myiauchi gut beraten. Ich glaube auch (den Beweis kann ich nicht antreten, da es an Vergleichsmöglichkeit liegt), daß durch die Handlichkeit - und hier habe ich den Proponenten diese Genre´s ja mit dem Hertel&Reuss - die Wahl zwischen einem sog. Großfernglas und dem kleinen Myiu - zumindest bei mir Kontra den Fujinons etc. ausfallen würde. Da liegt der Vorteil eindeutig beim Winzling - und die Optik ist ebenfalls eine sehr gute. Alles selbstverständlich meine persönliche Meinung und keine allgemeingültige Kaufempfehlung.

Clear skies
Hans
 
Hallo Hans,

danke für den schönen Bericht und den Vergleich mit 2 interessanten "Konkurrenten".

Was das Miyauchi betrifft, kann ich alles unterschreiben. Lediglich die Farbsäume am Mond und die Überstrahlungen am Jupiter wundern mich doch.

Im 20x77 kann ich derartiges nicht feststellen. Überhaupt sind die 30x Okulare den 20x (entsprechen den 15x und 22x am kleinen Miyauchi) weit überlegen (GF und Kontrast).
Sollte sich das größere Glas da völlig anders verhalten, obwohl man ihm landläufig gegenüber dem 60 mm schwächere Leistung zubilligt?


Man darf eben auch nie vergessen, daß man hier sehr schnelle Achromaten mit ca. f/4 vor sich hat!

Viel Spaß noch mit dem Gläsle!

carpe noctem
Matthias

 
Hallo Hans,

das ging aber schnell. Kaum nachgefragt, schon gekauft <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />. Deinen Ranger wird das Miyauchi kaum ersetzen, dafür hat der kleine TV klar das bessere Objektiv. Bei dem Vergleich sollte man nicht vergessen, da stehen sich eine 1:6,8 ED Optik und ein achromatisches Objektiv mit 1:5 gegenüber. Bei letzterem steckt auch noch ein nicht unerheblicher Glasweg zwischen Objektiv und Okular. Das muß ja sichtbare Unterschiede beim Farbfehler geben.

> sprich es stehen knapp das Gelbe und ein rötlich/violettes bzw. grünes Scheibchen nebeneinander - der Farbfehler.

Das verstehe ich nicht ganz. Mein Miyauchi reagiert sehr empfindlich auf die Einstellung des Augenabstandes (der Abstand der beiden Okulare voneinander). Wie bei manch anderem Fernglas zeigen sich "unsymmetrische" Farbfehler, wenn die Augen nicht exakt auf den optischen Achsen des Fernglases liegen. Man merkt das schon bei leichten Kopfbewegungen, dann zeigen sich mehr oder weniger stark ausgeprägte Farbsäume am Mondrand. Hat man den Augenabstand am Fernglas einmal sorgfältig eingestellt und liegen Austritts- und Augenpupillen schön deckungsgleich zueinander, dann sollte es keine "bunten Scheibchen nebeneinander" geben.

> ... das, hätte es noch bessere Objektivoptiken (ich habe dann mit 22x tatsächlich mehr Farbe - sprich Farbfehler bemerkt) sicherlich auch mit kurzbrennweitigeren Okularen und etwas mehr Vergrößerung z.B. 60x ein feines Gerätchen wäre ...

Ja, so ein Miyauchi mit ED Optik würde mir auch gefallen. Wenn es dann noch 1,25" Okulare aufnimmt, würde ich garantiert schwach werden. Ob sich eine ED Optik bei 60mm Öffnung schon lohnt, weiß ich nicht. Ich vermisse sie ehrlich gesagt nicht und bleibt man bei den zwei Vergrößerungen des Herstellers, dann kann man eigentlich sehr gut mit der aktuellen Optik leben. Das nächst größere Brüderchen würde mit zwei 77mm ED Optiken schon Punkte bringen. Die bessere Optik hätte aber auch ihren Preis. Aus meiner Sicht wäre der Bedarf für so ein "Edel-Miyauchi" bestimmt da. Würde der Hersteller so ein Gerät auflegen, dann sollte er aber gleich Nägel mit Köpfen machen. Mit einem normalen 1,25" Okularanschluß hätte man als Nutzer die freie Okularwahl. Man könnte sich gut korrigierte WW Okulare suchen, man könnte Okulare für Brillenträger einstöpseln und man könnte für den Mond Neutralfilter und für Deep-Sky Nebelfilter in die Okulare schrauben. Die hohen Vergrößerungen fehlen mir beim 60mm Miyauchi gar nicht mal so sehr. Was ich vermisse, das sind Weitwinkelokulare mit sehr guter Randkorrektur. Allerdings müsste man für den Einsatz von Pentax XW, Vixen LVW, Radian oder vergleichbaren Okularen den Brennpunkt der Objektive weiter hinter die letzte Prismenfläche legen. Das würde wahrscheinlich größere Prismen erfordern, damit wird das Gerät größer und der Spaß teurer. Einer der Vorteile der Miyauchi Binos ist ja das geringe Gewicht bei kompakten Abmaßen. Ist halt alles nicht so einfach ...

Frank.
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo Kollegen !
Danke für Eure Rückmeldungen.
Und Deinen Tip mit dem Augenabstand werde ich beherzigen, Frank.
Tja, so eine ED-Optik wäre schon ein Hammer. Schade, daß sich die deutschen Hersteller um die Astroszene überhaupt nicht bemühen. Könnte mir gut vorstellen, daß so ein Docterchen, Optolythchen, von Zeiss, Leica und Swarovski garnicht zu reden eine gute Figur machen würden. Letztere können ja ruhig in ihrem Jagd- und Ornithologiesegment bleiben.
Zeiss hatte ja einmal ein 60x375 Objektiv, vom 80C500 ganz zu schweigen. Ein Aspectem bzw. Aspectem Light mit Schrägeinblick und Wechselokularen oder gar ein 8-20x Zoom mit Rasten ;-)). So wie das Vixen. Hat dann bei 8mm ca. 60°.

CS
Hans
 
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