Justage des Hauptspiegels eines Maksutovs

Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.

Harald_M

Aktives Mitglied
Hallo zusammen!


Ich bin mir nicht ganz sicher, ob der Hauptspiegel meines Maks richtig justiert ist. Da eine Justierung über Zug-Druckschrauben vorgesehen ist, wäre das auch nicht das Problem.
Die Frage ist nur: Ist mein Hauptspiegel dejustiert?

Ich vermute eine Dejustage aus folgenden Gründen:
-- Wenn ich fokussiere, dann ist kurz vor und hinter dem Fokus das Beugungsbild einmal waagerecht und einmal senkrecht verschoben (minimal).
-- Wenn ich ohne Zenitspiegel und ohne Okular durch den Auszug peile, dann sehe ich in der Mitte eine Reflektion meines Auges, da drumherum einen dicken schwarzen Rand (Blendrohr?). Bis jetzt ist alles ok.
Wenn ich mich nun von der optischen Achse entferne und schräg peile, dann sehe ich auf einer Seite wieder einen runden Spiegel (Fangspiegel?) scheinbar hinter dem schwarzen Rand erscheinen. Das aber nur auf einer Seite, peile ich von der anderen Seite schräg, dann sehe ich nicht diesen runden Spiegel.
Es ist also irgendetwas nicht symmetrisch.

Die Beugungsringe sind rund und konzentrisch, daher vermute ich, daß die Kollimation in Ordnung ist.
Trotzdem könnte ja der Hauptspiegel dejustiert sein, also nicht korrekt zur Geräteachse ausgerichtet sein.

Meine Fragen sind nun:
Ist mein Hauptspiegel dejustiert?
Wie kann ich den Hauptspiegel korrekt justieren?


Genaue Grüße
Harald
 
Hallo Harald

Ähmm.... Du schreibst ja folgendes:

Die Beugungsringe sind rund und konzentrisch, daher vermute ich, daß die Kollimation in Ordnung ist.

Dazu muss ich sagen, daß sich der Begriff Kollimation im allgemeinen auf die Justage des Gesamtsystems bezieht.

Wenn du sagst, dass die Beugungsbilder schön rund und konzentrisch sind, dann sollte die Kollimation/Justage eigentlich voll in Ordnung sein.

Wenn du nämlich danach fragst, wie du dein Gerät justieren kannst, so kann ich leider nur antworten: am besten anhand der Beugungsringe.
Ich selbst hab mit einem C8 ja ein Gerät welches von der Kollimationsproblematik her doch recht ähnlich ist, nur lässt sich hier der Hauptspiegel nicht justieren. Ich habe die Optik bislang immer anhand der Beugungsbilder justiert, bin also ganz weit aus dem Fokus raus und dann wieder langsam rein. Sobald beim Weg zurück zum Fokus der Fangspiegelschatten anfängt zu wandern, wird dieser mittels der Kollimationsschrauben am Fangspiegel wieder in die Mitte gestellt. Dann gehts weiter Richtung Fokus. Wird abermals eine Abweichung sichtbar, wird wieder langsam nachkollimiert, das ganze dann so lange, bis man im Fokus angekommen ist. Anhand der Beugungsringe dann kann man noch ein leichtes Feintuning vornehmen.
Aber wenn bei dir die Beugungsringe schön konzentrisch und rund sind, dann scheint wirklich alles erste Sahne zu sein.
Sach ich mal so.

gruß und clear skies auch noch zum Neumond,
André
 
hallo harald,

Wenn ich fokussiere, dann ist kurz vor und hinter dem Fokus das Beugungsbild einmal waagerecht und einmal senkrecht verschoben (minimal).

das kann koma sein, oder auch leichter astigmatismus, darauf
tippe ich eher.

auf jeden fall nur ohne ein zenitprisma oder- spiegel
kollimieren, die können dir nämlich auch diese fehler
reinbringen.

wenn du nach exaktester kollimation bei hoher vergrößerung
immer noch ein kippen des nichtrunden beugungsbildes
um 90° wahrnimmst, hat deine optik leichten astigmatismus.

c.s. tom
BINOVIEWER
(Member of Albireo)
 
Hallo!


Ich bin mir nun sicher, daß der Hauptspiegel nicht genau ausgerichtet ist.

Wenn ich einen Stern mittig im Visier habe, dann weist der Tubus geringfügig daneben.

Wenn ich von vorne in den Tubus blicke und über den Fangspiegel peile, dann sehe ich auch, daß die Spiegelung unsymmetrisch ist; ich muß also schräg in den Tubus blicken, um den Fangspiegel und dessen Reflektion zur Deckung zu bringen.

Auch die Beugungsringe habe ich gerade an einem hellen Stern bei ca 180x betrachtet.
Die sind kreisund und konzentrisch, aber auf einer Seite sieht man extrafokal einen hellen Strahl von der Mitte nach außen verlaufen. Das sieht aus wie bei einem Moire-Muster.
Intrafokal ist auf der gegenüberliegenden Seite so etwas wie das Inverse dazu.

Im Suiter habe ich kein Bild gefunden, das meinen Beugungsringen ähnelt. Das ist schon mal beruhigend. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />

Allerdings habe ich auch keine Bilder gefunden, die zu einem perfekt justierten HS-FS-Paar bei gleichzeitig schlecht justiertem HS gehören. So umfangreich wollte Suiter sein Buch dann wohl doch nicht machen.

Hat jemand Erfahrung mit der Justage eines Hauptspiegels oder kennt einen Link?
Ich möchte nicht das Teleskop zur Justage wegschicken, "selbst ist der Astronom"!

Also es ist jetzt wohl ziemlich klar, daß der HS leicht dejustiert ist. Ich werde den dann mal justieren und dann sehen, ob das Moire aus den Beugungsringen verschwindet.


P.S.: Bisher habe ich immer mit Zenitspiegel beobachtet, weil ich noch keinen Adapter für den Schraubanschluß habe. Vielleicht liegt das Moire ja uch am ZS? Adapter ist bereits geordert (war sogar im Sonderangebot), dann werde ich die Tests auch mal ohne ZS machen.


Rätselnde Grüße
Harald
 
So super Einfach ist das Justieren an beiden Spiegel nicht, aber auch nicht superschwer. Wenn du das Gerät nicht verschicken willst, mußt du es selbst Tun. Geld dafür würde ich nicht ausgeben, ich habe mal gerade die Justage und Reinigungspreise auf der von WeltraumRob vorgschlagenen Seite gesehen, wenn Ihr mir das bezahlt werde ich in Zukunft nichts anderes mehr tun. Kommst du nicht vorran, schicke mir das Gerät her, lege Euro 10 für Rückversand bei und wir erledigen dies kostenlos für dich.

Zur eigentlichen Justage:
Ist der defokusierte Stern unrund, egal wie ,ist der Hauptspiegel dran schuld, mal davon ausgehend es ist nicht der Zenitspiegel. Währe es der Fangspiegel, so währe der aussere Begrenzungsring des defokusierten Sternes Rund aber das zentrale Loch hervorgerufen durch die Abschattung aussermittig.
Nun justiere den Hauptspiegel erst mal so, daß der äussere Begrenzungsring auf beiden Seiten des defokusierten Bildes rund ist, danach Fangspiegel richtig justieren,bis das Loch in der Mitte ist. Wichtig ist , das bei jeder Kontrolle der Stern genau in Bildmitte betrachtet wird und das Teleksop komplett ausgekühlt ist und das Seeing wirklich gut ist.

Wenn der Hauptspiegel perfekt justiert ist und du schaust von hinten axial durch das teleskop muß der Schatten des Fangspiegelblendrohres Symmetrich sein

viel erfolg

 
hallo harald,
genau diese methode habe ich immer als ersten test einer sc-optik und auch maksutov-optik angewendet. das ersetzt keinen sterntest, aber man kann auf anhieb sehen, ob das ding einigermaßen gut zentriert und kollimiert ist.
anschließend noch am stern einstellen und fertig.
übrigens: die preise, die auf der oben genannten homepage ( opto-office)genannt sind, finde ich schlichtweg unverschämt.
dann nimm lieber das angebot von markus ludes an. das ist wenigstens fair.
wolf
 
wenn der hauptspiegel dejustiert ist, also am fangspiegel vorbeizielt, wirst du nie eine saubere kollimation erhalten können. das ist ja das übel der standard-sc´s. wenn du eine gurke erwischst, bei welcher der hauptspiegel schief sitzt, und der ist ja eingeklebt, wirst du immer nur eine bestmögliche kollimation aller möglichen varianten erhalten, nie aber "die" kollimation schlechthin.
das ist ja der vorteil, daß man da bei den neuen maksutovs dort noch einen rettungsanker hat.
ich würde aber immer erstmal mit dem sekundärspiegel anfangen, ehe ich an dem hauptspeigell was verstelle!

wolf
 
Hallo,

der Standard SC hat doch einen sphärischen Hauptspiegel - nicht parabolisch - dann sollte doch ein Vorbeizielen am Fangspiegel eigentlich gar nicht möglich sein!? Oder irre ich mich da?
 
doch, wenn er nicht rotationssymmetrisch auf dem führungsrohr sitzt, welches sich ja auf dem blendrohr bewegt. d.h. wenn, der brennpunkt des spiegels micht mehr die mitte des sekundärspiegels trifft, geht´s in der tat " schief". das kann auch durch ein schief eingesetztes blendrohr in der hauptspiegelzelle passieren.
wolf
 
Hallo Wolf,

ich habe so ein Maksutov, bei dem sich (hoffentlich) direkt oder indirekt der Hauptspiegel verstellen läßt.
Ich habe vor, zuerst den Fangspiegel optimal zu justieren, was aber offensichtlich schon der Fall ist. Danach dann den Hauptspiegel, dann wieder den FS, dann wieder den HS usw. Iterativ nähere ich mich dann der optimalen Kollimation an.

Soweit meine Theorie, mal sehn wie es in der Praxis aussieht.
 
Hallo Markus
Zur eigentlichen Justage:
Ist der defokusierte Stern unrund, egal wie ,ist der Hauptspiegel dran schuld, mal davon ausgehend es ist nicht der Zenitspiegel. Währe es der Fangspiegel, so währe der aussere Begrenzungsring des defokusierten Sternes Rund aber das zentrale Loch hervorgerufen durch die Abschattung aussermittig.
Nun justiere den Hauptspiegel erst mal so, daß der äussere Begrenzungsring auf beiden Seiten des defokusierten Bildes rund ist, danach Fangspiegel richtig justieren,bis das Loch in der Mitte ist. Wichtig ist , das bei jeder Kontrolle der Stern genau in Bildmitte betrachtet wird und das Teleksop komplett ausgekühlt ist und das Seeing wirklich gut ist.

Wenn der Hauptspiegel perfekt justiert ist und du schaust von hinten axial durch das teleskop muß der Schatten des Fangspiegelblendrohres Symmetrich sein
...und nun das ganze nochmal, langsam zum mitschreiben und vor allem für ANFÄNGER und Leute die wegen dem Zustand ihres Teleskops verunsichert sind.

Gruß,
 
Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.
Zurück
Oben