Wave und Wavefront

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Stathis

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Eine kleine Klarstellung, da diese Begriffe immer wieder durcheinandergeworfen werden - übrigens auch von den Händlern. siehe z.B. Nachbar Thread Oldham Spiegel (mich würde mal die Meinung der Händler dazu interessieren)

Mit "wave" ist die Wellenlänge des sichtbaren Lichtes gemeint, oft wird es auch schlicht als Lamda bezeichnet. Meist bezieht man es auf grünes Licht von Lamda= 540 nm.

"Wavefront" hingegen gibt an, dass der Fehler bezogen auf die Wellenfront angegeben ist.

Man liest z.B. oft 1/10 wave ptv. das ist gleichbedeutend mit 1/10 Lamda ptv. Hiermit ist aber immer noch nicht gesagt, ob der Fehler auf die Oberfläche (surface) oder an der Wellenfront (Wavefront) gemeint ist. Somit ist die Angabe missverstäntlich.

Alle Klarheiten beseitigt? Wenn nicht, hänge ich mal zur allgemeinen weiteren Verwirrung eine Mail an, die ich leztens den Spiegelschleifkurs Leuten geschickt habe und die vielleicht für andere auch von Interesse ist. Alles dort gesagte bezieht sich auf Parabolspiegel und Messung mit Foucault:


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Die Fehler werden als Abweichung von der idealen Spiegeloberfläche gemessen und in Bruchteilen der Lichtwellenlänge Lambda angegeben. Dabei ist:

Lambda:
Es hat sich eingebürgert, alles auf die Wellenlänge des grünen Lichtes mit 540 nm (Nonometer) anzugeben. Manche Profis bezihen es aber auch auf rotes Laserlicht=620nm, was die Werte natürlich um 15% besser aussehen lässt.

Oberflächenfehler= Surface Error (abgekürzt: SE):
Fehler gemessen auf der Glasoberfläche

Wellenfrontfehler= Wavefront Error (WE):
Fehler den die Wellenfront erleidet. Bei einem Spiegel ist der
Wellenfrontfehler genau doppelt so groß, wie der Oberflächenfehler, da das Licht ja hin und zurück muss (Reflektion). Es ist also Lamba/8 SE= Lamda/4 WE.


Hat man ein Höhenprofil eines Spiegels ermittelt (z.B. die Kurve, die ein Foucault Auswerteprogramm aus den Zonenmessungen berechnet), kann man daran folgende Werte ablesen:

Größter Einzelfehler von Berg zu Tal = Peak to Valley (pv):
Größte Amplitude der Fehlerkurve, also höchster Berg minus tiefstes Tal. Der pv-Wert allein sagt nicht aus wieviel Prozent der Spiegelfläche davon betroffen ist und wie der Rest aussieht. Ein Spiegel mit einer schmalen Zone von Lamda/4 Fehler ist schärfer als einer der z.B. ingesamt um Lamda/4 unterkorrigiert ist.

Gemittelter Fehler= Root Mean Square (RMS)
Das ist die Wurzel der Summe der einzelnen Fehlerquadrate gewichtet nach dem Flächenanteil der Spiegeloberfläche mit dem sie eingehen. Die genaue Formel siehe in meinem Foucault Auswerteprogramm. Der RMS besitzt die größte Aussagekraft, da er ja die Fläche mitberücksichtigt mit der der Fehler eingeht. Eine 2 cm breite Zone von z.B. Lamda/4 Fehler macht in der Mitte des Spiegels weniger aus als eine gleichtbreite Zone mit Lamda/4 Fehler am Rand, da die Fläche dort größer ist. Daher ist der Rand so wichtig, er hat quasi den größeren "Reinhaufaktor"

Strehlwert:
Der Strehl sagt aus, wieviel Prozent des Lichtes in das Beugungsscheibchen fällt verglichen mit einer perfekten Optik. Ein perfekter Spiegel hat also Strehl=1. Bei einem Spiegel kann man den Strehl direkt aus dem RMS berechnen, beide Werte sind also synonym und haben die gleiche Aussagekraft. Es ist näherungsweise: Strehl =1/ EXP ((2*PI*RMS)^2)

Bei einer Genauigkeitsangabe muss also immer dabeigesagt werden, worauf sie bezogen ist. Bei Spiegelschleifern hat sich eingebürgert, die Fehler auf der Wellenfront (WE) anzugeben, da die ankommende Wellenfront letztendlich das Bild erzeugt.


Wie gut muss nun ein Spiegel sein? Dieser Sachverhalt wird recht komplex, wenn man erst mit den Kontrastübertragungsfunktionen (MTF) anfängt und Fangspiegelabschattung, Tubusseing, usw. eingehen, und kann in endlose Diskussionen um "wieviel Strehl braucht der Mensch" ausarten. Die Sache wird aber stark vereinfacht, wenn man weiss, was die einzelnen Zahlen bedeuten.

Richtlinien für einen guten Amateurspiegel:
- Keine mit Foucault sichtbare Rauhigkeit
- Keine Löcher in der Mitte, sonstige sichtbaren Zonen oder abgesunkenen Randbereich (Eine schmale abgesunkene Kante hingegen kann toleriert werden, da man diese später abdecken kann.
- Bei sicherer und reproduzierbarer Zonen Messung sollte der Strehl deulich über dem Rayleigh Kriterium für "Beugungsbegrenzt" =0,81 liegen, anzustreben sind Strehl=0,9 (entspricht RMS= Lambda/20 WF). Anm. Nur dann kann man hoffen, dass z.B. ein Wolfgang Rohr mit seinen genaueren und doppelt gemeinen Messmethoden auch noch was gutes rauskriegt. Große Spiegel (ab 14") dürfen ruhig auch unter 0,9 liegen, da diese auch dann noch mächtig Power machen.
- Alles rotationssymmetrisch, also kein Astigmatismus. Das kann man mit Foucault nicht messen, ist aber, wenn ihr immer schön gedreht habt, nicht zu befürchten. Da haben die Profis mit ihren Maschinen weitaus mehr Probleme

So einen Spiegel kann man getrost in den Himmel halten, er wird besser als viele professionell hergestellten sein. Ich persönlich mache meine Spiegel so gut ich messen kann und korrigiere solange drauf rum, bis die Gefahr, sie wieder zu verschlechtern deutlich höher ist, als die vermeindliche Verbesserung, die ich erreichen will.
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Hallo Stathis,

yo, das ist sehr interessant!

Man liest z.B. oft 1/10 wave ptv. das ist gleichbedeutend mit 1/10 Lamda ptv. Hiermit ist aber immer noch nicht gesagt, ob der Fehler auf die Oberfläche (surface) oder an der Wellenfront (Wavefront) gemeint ist. Somit ist die Angabe missverstäntlich.

Genau. Und es wird ja noch schöner wenn man bedenkt, daß eine Linse, die selbst Lambda/4 ist auch die resultierende Wellenfront um lambda/4 verschlechtert.

Wie bei dir erwähnt ist bei einem (Haupt)-Spiegel, der lambda/4 hat wird die Wellenfront aber um lambda/2 gestört.

Jedoch kommt bei einem 45 Grad Planspiegel noch der cos(45) dazu!

Für alle Kunden wäre es am leichtesten, wenn man den Fehler bezogen auf die Bildebene (also resultierende Wellenfront) angeben würde.




 
Yo. Aber dann gehts weiter mit den Problemen:

Interferogramm mit/ohne Fangspiegel in/ausserhalb des Tubus und mit Laborlagerung vertikal mit Schlinge oder in der original Hauptspiegelfassung. Und: bei Norm-Temperatur 20 Grad Celsius? Welchem Winkel am Himmel?

Am liebsten wäre mir ausserhalb des Labors mit dem kompletten Teleskop. In 20 verschiedenen Winkeln zum Himmel und bei 10 verschiedenen Aussentemperaturen.

Dieses Interferogramm dauert in der Erstellung dann 1 Jahr (bei warmen Wintern auch mal 3 oder 4) und kostet das 100-fache des Teleskops.

Aber ich denke Wolfang würde so ein Auftrag freuen <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/smile.gif" alt="" />
 
Leider sind die Begriffe

selbst auf Certifikaten und bei Optical Design Programmen
nicht ganz sauber getrennt:

Lieber Stathis,

ich bin ja schon froh, wenn man sich dahingehend verstän-
digen kann, daß man im ersten Fall die Messung meint, die
sich auf die Abweichung der Oberfläche bezieht, und im
zweiten Falle die Messung der Wellenfront meint, und deren
Abweichung von der Ideal-Form, und man drittens noch sagt,
bei welcher Wellenlänge des sichtbaren Lichtspektrums man
die Messung gemacht hat, damit man die gleiche "Elle" hat.

Bei ZEMAX, einem nicht ganz unbekannten Programm, wird bei
der Fehlerabweichung Analysis/Calculations/ zuerst die
wavelenght angegeben und danach alle Werte von PV und RMS
mit "wave" bemaßt. Auch bei einer Beschreibung des ZYGO-
Phasenshift-Interferometeres kenne ich die beiden Begriffe
bzw. Bemaßungen von surface und wave (wobei mit wave die
wavefront gemeint ist) und es um die Frage geht, was bedeutet
der Streifenabstand eines Interferogrammes bezogen auf die
Oberfläche oder bezogen auf die Wellenfront.

Die von Ludes genannte Berliner Glashütte, ich hoffe den
Namen richtig wiederzugeben, weist mit einem Certifikat im
Titel des Datenblattes "Surface/Wavefront map" aus, hat bei
den Zahlenwerten immer den Begriff "wave", weil es ja eine
Dezimal-Bruchzahl der jeweiligen Welle ist, in der die
Wellenfront vom Ideal abweicht.

Also verwendet man die Längeneinheit einer bestimmten
Lichtwelle, üblicherweise 632.8 nm HeNe dazu, mit einem

Dezimalbruch darzustellen, um welchen Betrag der Licht-
Welle die Wellenfront gestört ist.

So fein muß die Unterscheidung eigentlich gar nicht sein.
Es langt, wenn man unterscheidet: Meint man die Oberflächen-
Abweichung, oder meint man die Abweichung der Wellenfront,
bzw der Lichtfront, deren Längenabweichung gleichermaßen
mit der gleichen Lichtwellenlänge als Längeneinheit
gemessen wird.

Die Oberflächen-Genauigkeit muß doppelt so gut sein, wie die
der Wellenfront, und nur dann kann man sie miteinander ver-
gleichen.


Alles andere wird dann akademisch. Interessant wird es dann
noch einmal, wenn es um die Interpretation des Fehlers aus
einem Interferogramm geht:

Mißt man einen Kugelspiegel aus dem Krümmungsmittelpunkt
per Interferometer, dann bedeutet ein Streifenabstand auf
die Oberfläche bezogen L/2 wave und auf die Wellenfront
bezogen L wave. Über diesen Sachverhalt habe ich zwei Jahre
lang mit einem Fachmann aus der Praxis diskutiert, weil mir
schon damals der Unterschied auffiel zwischen dem
Feinoptiker, der sich auf die Oberfläche konzentriert und
dem Meßtechniker, den die Wellenfront eines Systems
interessiert.

Und das dürfte der eigentliche Grund für die Sprach-
verwirrung in diesem Bereich sein. Die Händler wissen das
im günstigsten Fall, aber man sollte es ihnen nachsehen,
wenn sie solche technischen Feinheiten weniger parat haben,
wie die Spiegelschleifer und die Meßtechniker.

Noch eine Anmerkung:

Gemessen wird entweder mit einem HeNe-Laser, der hätte in
diesem roten Lichtbereich eine Wellenlänge von 632.8 nm.
Das Certifikat das mit mit dem TMP-Apochromaten vorliegt
weist als Wellenlänge 532 nm aus. Das würde dem grünen
Laser entsprechen, wie ich ihn von der Fa. LeadLight,
Taiwan benutze und wahrscheinlich noch einige andere. Aber
da hab ich mich noch nicht schlau gemacht.

Die Optik-Rechner benutzen gerne einige der Frauenhoferschen
Linien: So die C-Linie bei 656.3 nm, die D-Linie bei 589.3 nm
die e-linie bei 546.1 nm, die F-Linie bei 486.1 nm und die
g-Linie bei 435.8 nm - je nach optischer Verwendung.


Meßtechnische Grüße

Wolfgang Rohr


 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
brotlose akademische Diskussion

Hallo folks,

kenne diese unfruchtbare Fliegenbeinchen- bzw. Erbsen-
zählerei zur Genüge. Es gibt tatsächlich genügend Zeitge-
nossen, die sich damit die Langeweile vertreiben, wenn
kein Stern am Himmel steht.

Bei geschlossenen Systemen mißt man in der Regel nicht die
Komponenten, sondern das komplette System: Also Maksutovws,
SC's, RC's Cassegrains und was es sonst noch gibt.

Beim guten Newton wird in der Regel nur der Hauptspiegel
in Autokollimation vermessen und der Fangspiegel gegen eine
Referenz-Planfläche, also gerade nicht im System. Man hat
nämlich mit der Justage des einen Spiegels schon genug zu
tun und der Koma, die bei fehlerhafter Justage zum Vorschein
kommt. Es gibt die Maksutow-Newtons, die ich als einzige
im kompletten System gemessen habe, weil die vermutete
Meniskus-Linse Einfluß auf das optische System hat. Die
Dinger sind aber "Sch ..." zu messen, weil kein Platz da
ist.

Die Meßtechnik habe ich mir als Hobby rausgesucht. Mich
ernährt sie nicht. Sie finanziert lediglich ein wenig das
Hobby Meßtechnik, und davon wiederum hat die Allgemeinheit
etwas.

Fröhliche Grüße

Wolfgang Rohr



 
Re: brotlose akademische Diskussion

Hi Wolfgang,

Ein Test pro Einzelkomponente ist bei einfachen System wie ein Newton ja schon mehr als die halbe Miete!

Und wenn der Newton dann in der Praxis unkollimiert und untemperiert auf Asphalt steht dann kann eh niemand mehr helfen... <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />

Bei den komplizierteren Systemen ist ein Einzeltest natürlich kaum aussagekräftig. Gut, daß man die dann komplett unter die Lupe nimmt.

Ein Problem seh ich tatsächlich bei Refraktoren, die mit suboptimalen Linsenfassungen ausgestattet wurden. Zu wenig Spiel für den Fall daß im Winter der Tubus mehr schrumpft als die Linse. So ein Teil kann im Labor natürlich gut abschneiden. Un dann im Winter jämmerlichen Astigmatismus zeigen. Richtig?

Aber die werden ja selbst aus dem Land des ewigen Lächelns immer seltener gesichtet...
 
Hoffen wir, daß der Hersteller

das entsprechend berücksichtig, nämlich die unterschied-
lichen Ausdehnungs-Koeffitienten: SYNTA jedenfalls hatte
soviel Spiel, daß es zumindest in der Richtung kaum
Probleme gab. Bei dem TMP neulich habe ich aber einen
anderen interessanten Effekt erlebt:

Das Objektiv war zu kalt, und in meiner Neugier hab ich es
auf die opt. Bank genommen und mit einem Ronchi-Gitter
auf Öffnungsfehler untersucht. Total überkorrigiert, war
mein erster Eindruck. Gleichzeitig wußte ich, daß das nicht
sein kann - und tatsächlich nach ca. 2 Stunden hatte
ich bei dem 100/800 APO eine wunderbar korrigierte Optik.
Also Temperatur-Effekte gibt es nicht nur bei Spiegeln,
sondern auch bei Linsen-Optiken!

Solange wir durch unsere Telekope auch noch hindurchschauen,
ist die Welt noch einigermaßen in Ordnung, wenn wir uns
in die theoretische Diskussion verlieren, wird's gefährlich.

Grüße an alle

Wolfgang Rohr

 
Re: Was misst ein Interferometer

genau das misst doch ein interferometer. oder bin ich da etwa
falsch informiert?
Ich denke, du bist falsch informiert. Ein Interferometer ist ein Messinstrument wie z.B. ein Lineal. Das sagt noch nicht aus, in welcher Masseinheit man das Ergebnis angibt. Beim Lineal kann es z.B. Zentimeter oder Zoll sein, beim Interferometer z.B. Lamda Wellenfront ODER Lamda Oberfläche - beides ist moglich.

Ich denke aber auch, es ist sinnvoller, bei Astrooptik bei Wellenfront zu bleiben, da da ja das ist, was uns letztendlich interesiiert.
 
Hallo Stathis !

Man liest z.B. oft 1/10 wave ptv. das ist gleichbedeutend mit 1/10 Lamda ptv. Hiermit ist aber immer noch nicht gesagt, ob der Fehler auf die Oberfläche (surface) oder an der Wellenfront (Wavefront) gemeint ist. Somit ist die Angabe missverstäntlich.
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Da hast du wohl sehr Recht.
Auch ich habe schon schmunzelnd Berichte gelesen, Wo ein Händler sogar Wortstark mit der dritten Dezimalstelle beim Strehlwert angegeben hat , aber nicht bemerkte dass er schon um den Faktor 2 daneben war.
Das kam davon weil er zuerst den PtV Wert der Oberfläche angegeben hat ( ist ja um den Faktor 2 der schönere Wert ) und aus dem den RMS Wert rechnete und dann aus ihm den Strehl Wert.
In Wirklichkeit wird der RMS Wert aus der Wellenfront im einfachen Durchgang errechnet und dann aus ihm der Strehlwert.
Ich schreibe bewusst , Wellenfront im einfachen Durchgang, weil es gibt auch den doppelten Durchgang. Das Wort Autokollimation heißt in sich zurückwerfend und das hat man bei der Prüfung aus dem Krümmungsmittelpunkt aus ja auch schon und ist daher auch missverständlich.
Für mich gibt es daher nur die Angaben der Oberfläche im einfachen oder im doppelten Durchgang. Ebenso das Selbe bi der Wellenfront. Nur so kann , Oberfläche, Wellenfront, einfacher Durchgang und doppelter Durchgang, klar auseinander gehalten werden.
Weil zwischen der ersten Angabe und der letzten liegt sogar der Faktor 4.
Das Wort wave alleine ist wie du sagst ja auch überflüssig, weil es ja meistens schon vor der Zahl als L oder Lambda eingesetzt ist und nur für Wellenlänge steht.
In Wirklichkeit müsste das so aussehen . L / 10 wavefront (oder Wellenfront ) im einfachen Durchgang bei Lambda 632,8 nm , oder die Wellenlänge die verwendet wurde.
Die Wellenfront im einfachen Durchgang ist die der Beobachter aus dem Fernrohr bekommt. Daher ist das die richtige Angabe für ein Fernrohr.
Beim Polieren verwendet man wiederum die Flächenangabe lieber, weil dort ist ja das der praktische Bezug dazu. Darüber hatte ich mit dem Wolfgang schon sehr viele interessante Diskusionen weil ich als Hersteller immer auf der Fläche stand und nun umgedacht habe.
Na ja , auch Optiker können noch lernen.

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Eine kleine Klarstellung, da diese Begriffe immer wieder durcheinandergeworfen werden - übrigens auch von den Händlern. siehe z.B. Nachbar Thread Oldham Spiegel (mich würde mal die Meinung der Händler dazu interessieren)
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Bis jetzt hat sich keiner gemeldet. ?
Anscheinend gibt es sogar noch Gneralimporteure die mit solchen Angaben nicht umzugehen wissen, weil sie keinen eigenen Prüfstand haben und dem Hersteller daher nicht widersprechen können. Ein Erlebnis hat mir das deutlich gemacht als ein Kunde den Ausreisser mit meinem Protokoll zurück gebracht hat und der Generalimporteur zwei Monate lang auf eine entsprechende Beobungsnacht warten musste um den Fehler zu erkennen.
Dabei war das Protokoll so klar, dass da der Hersteller keinen Wiederspruch gemacht hätte.
Ja so sternklar sind die Nächte
Viele Grüße
Alois
 
Re: Leider sind die Begriffe

Danke Wolfgang für diese Ergänzungen.

Ich will auch nicht die hiesigen Händler angreifen, denn, wie du ja schon schreibst, geht dieses Babylon bereits von den Optikherstellern und Messoptikern aus. Dabei verstehe ich das nicht, die Sache ist doch eingentlich gar nicht schwer. Ein Spiegelschleifamateur weiss doch auch, worauf er seine Messung bezieht, warum schaffen das die Profis nicht? Ist bei einigen schlauen Jungs aus Übersee vielleicht auch ein Stück gezielte Desinformation dabei?

Die Händler geben allerdings oft diese Sprachverwirrung ungefiltert und ohne Rückfrage weiter <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/mad.gif" alt="" /> . Schaut euch mal die Webseiten diverser Händler an, dann wisst ihr, was ich meine. Das ist ja nun wahrlich keine Erbsenzählerei, denn für den Kunden wäre es schon wichtig zu wissen, ob sein Spiegel soundso genau ist, oder nur halb so genau. Geradezu vorbildlich hingegen finde ich die Erläuterungen im ICS Katalog, den ich gerade in Händen halte - alle Definitionen klar und deutlich erklärt. Kompliment an dieser Stelle <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/smile.gif" alt="" />
 
Re: Was misst ein Interferometer

Hallo Stathis !

Habe einen Fehler gemacht.
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Für mich gibt es daher nur die Angaben der Oberfläche im einfachen oder im doppelten Durchgang. Ebenso das Selbe bi der Wellenfront. Nur so kann , Oberfläche, Wellenfront, einfacher Durchgang und doppelter Durchgang, klar auseinander gehalten werden.
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Bei der Oberfläche sind die Werte schon umgerechnet, weil sonst könnte man sie als solches ja nicht angeben
Den einfachen oder den doppelten Durchgang gibt es daher nur bei den Wellenfrontangaben.
Entschuldigung und viele Grüße
Alois
 
Re: Hoffen wir, daß der Hersteller

Das Objektiv war zu kalt, und in meiner Neugier hab ich es
auf die opt. Bank genommen und mit einem Ronchi-Gitter
auf Öffnungsfehler untersucht. Total überkorrigiert, war
mein erster Eindruck.
Hm, soll das heißen, daß man mit dem Gerät Planeten nur bei Zimmertemperatur betrachten sollte? Ich gehe eigentlich davon aus, daß eine Optik zwischen etwa -10° bis + 25° ohne sichtbare Einbußen funktionieren muß ... schließlich stehen Saturn und Jupiter jetzt am Himmel und nicht nur dann, wenn laue Frühlingslüftchen wehen.

Clear skies, Michael
 
Re: Hoffen wir, daß der Hersteller

Hi Michael,
das ist doch überhaupt nicht erstaunlich.
Wie wird sich denn das Öl eines ölgefügten APOs abkühlen? Doch sicher
weder schlagartig noch schön gleichmäßig. Das ölgefügte APOs länger zum austemperieren
brauchen und sich während dieses Prozesses zickiger aufführen werden als
z.B. ein Frauenhofer mit Luftspalt ist nach einigem Nachdenken doch ziemlich logisch.
Daher würd's mich allerdings auch mal interessieren, wie lange braucht denn dein "dicker" Brummer
bis er richtig in Fahrt kommt? Hast Du altes Adlerauge mal Sterntests während der Abkühlung gemacht?
MfG
Mario
 
Re: Was misst ein Interferometer

hallo stathis,

das verstehe ich aber nicht ganz.
ein interferometer kann doch nicht direkt die oberfläche messen!
es misst doch immer die wellenfront. ob du dann daraus die
abweichung der wellenfront selbst, oder die der oberfläche
errechnest ist eine andere sache, gemessen wird aber immer
das von der oberfläche reflektierte und/oder gebrochene licht,
nicht die fläche selbst. dazu brächte ich ja ein
mikroskop.

korrigiere mich bitte, wenn ich hier falsch liege.

c.s. tom
BINOVIEWER
(Member of Albireo)
 
Re: Was misst ein Interferometer

Natürlich hast du so gesehen recht. Bei allen optischen Messverfahren wird das zurückkommende Licht auf irgendeine Weise analysiert, z.B. auch bei Foucault, Ronchitest oder was auch immer. Ein mechanisches Abtasten der Oberfläche wäre wohl viel zu ungenau.
 
Re: Hoffen wir, daß der Hersteller

Hallo Mario,

ja, das ist die Frage... daß ein Instrument in der Anpassungsphase Zicken macht, ist völlig klar. Der ölgefügte 100/640er APQ braucht Pi x Daumen eine gute halbe Stunde bei winterlichen Temperaturen, der 150/900 LZOS (Gott hab' ihn selig, denn mittlerweile ist er verkauft) mit seinem großen Luftspalt und der kiloschweren Fassung tat's nicht unter einer Stunde - eher etwas mehr... das Problem ist nur, daß man bei dem Gewabere, das sich im Tubus abspielt, gar nicht so recht den eigentlichen Effekt der Temperaturänderung des Objektivs erkennen kann... deswegen denke ich, daß Wolfgang auf seiner optischen Bank das sauberer 'rausklamüsern kann - okay, Wärmeschlieren durch den Übergang "kalte Linsenoberfläche/warme Luft" werden auch da sich bemerkbar machen.

Wolfgangs Aussage klang eber eher danach, als ob das kalte Objektiv konstant überkorrigiert gewesen sei, was sich erst durch das Angleichen an die Umgebungstemperatur gegeben hätte... er wird uns da aber sicher genauer aufklären.

Eines der größten Probleme dieser Apos scheint ohnehin die temperaturkompensierende Fassung zu sein - die Vorgabe ist ja, die Linsen unter allen denkbaren Umständen in exakt definierter Position gegeneinander zu fixieren und ihnen trotzdem Spielraum "zum Atmen" zu geben... irgendwo hab' ich mal die Aussage gelesen, daß die Zeiss'sche APQ-Lösung unter heutigen wirtschaftlichen Bedingungen rationell überhaupt gar nicht mehr zu realisieren wäre... wobei ich schon denke, daß die TMBs das im allgemeinen im Griff haben... die Toleranzen werden aber sehr eng sein, und da kann's schon mal einen Ausreißer geben, denn ich denke nicht, daß die ihre Prüfprotokolle auch noch unter allen möglichen Bedingungen in der Klimakammer fahren...

Clear skies, Michael
 
Re: Hoffen wir, daß der Hersteller

Hallo Wolfgang!

Bezüglich der Temperaturempfindlichkeit von Linsen habe ich vor einigen Jahren ähnliche Erfahrungen gemacht, wir vermaßen interferometrisch einen 80mm f6,2 Apo in Alufassung. Bei der ersten Messung gab's 0,15 Wavefront. Beim Neuaufbau hielt ich die Fassung ein paar Minuten in der Hand, worauf sich die Wavefront auf 0,37 verschlechterte. Nach ca. 30 Minuten hatten wir dann wieder den Ursprungswert. Nachdem 80mm nun wirklich nicht viel Glas ist, kann man sich vorstellen, wie lange es bei größeren Linsen zum Antemperieren braucht.

Gruß
Martin
 
Die Temperatur-Differenz war es!

Hallo Michael,

das Objektiv kam aus der Kälte eines UPS-Wagens und war dort
wohl richtig temperiert. Als ich es im Laborkeller bei ca.
18 - 20 Grad Celsius auspackte, erwärmten sich die Außen-
flächen der Außenlinsen (s'ist ja ein Dreilinser) und
reagierten in der beschriebenen überkorrigierten Weise.
Am Abend könnte ich mir den Vorgang zunächst umgekehrt vor-
stellen, und erst wenn alle 3 Linsen "durch-temperiert"
sind, wird der APO-Dreilinser seine wahre Qualität erreicht
haben. Wie lange er dazu braucht, wäre noch zu untersuchen.
Damit möchte ich also sagen, daß das Problem der Temperatur-
anpassung für Linsen-Objektive gleichermaßen gilt, und die
sind ja nun überhaupt nicht aus Pyrex oder Sital oder
Zerodur ... sind aus viel ausdehnungs-freudigeren Gläsern.
Die Immersions-Optiken noch gar nicht erwähnt.

AstroOptische Grüße

Wolfgang Rohr

 
Re: Die Temperatur-Differenz war es!

Hallo Wolfgang,

ja, vor allem CaF ist, was die thermischen Eigenschaften angeht, besonders kratzbürstig - wie gesagt, unter ca. 1h Wartezeit tat sich bei meinem Leviathan im Winter nix - zumindest, was Planeten anging.

Clear skies, Michael
 
Was misst ein Interferometer?

Hallo,

Auf diese Frage darf ich etwas ausführlicher eingehen.
Zunächst ganz allgemein: fast immer auf der optischen
Achse, und selten im Feld. Ich untersuche also mit dem
Interferometer in den meisten Fällen den Öffnungsfehler,
also die Frage, ob die Lichtstrahlen aus allen Zonen die
gleiche Schnittweite haben, und zwar fast immer auf der
Achse. So funktioniert auch der Bath-Interferometer und
noch eine Reihe anderer Interferometer.

Aus einem Parallel-Lichtbündel mit Durchmesser von ca.
3 mm (Laser, das dadurch entsteht, weil vor einem ca. 0.01
mm hellen Lichtpunkt eine Optik sitzt, so jedenfalls bei
den Dioden-Lasern) von diesem Ursprungs-Bündel werden
nach dem Teilerwüfel zwei 50% / 50% Bündel, nämlich das
Info-Bündel (1) und das Vergleichs-bündel (2).
Bündel (1) wird von einer Bikonvex-Linse zu einem Licht-
punkt fokussiert und ist der künstliche Stern, dessen nun-
mehr divergentes kegelförmiges Lichtbündel die Optik mit
allen Fehlern erfaßt und durch die Optik zurückreflektiert
wird, z.B. einem Kugelspiegel. Bündel (2) läuft zentrisch
in Bündel (1) zum Spiegel und zurück. Und erst auf dem Rück-
weg wird es von der gleichen Bikonvex-Linse fokussiert und
ist nun das Vergleichbündel. Im gleichen Teilerwürfel werden
nun diese zwei Lichtpunkte wieder zusammengesetzt, räumlich,
und interferieren. Fehler vom Teilerwürfel und der Bikonvex-
Linse kompensieren sich, weil von beiden Bündeln der gleiche
Teilerwürfel, und die gleiche Linse benutzt wird.

Damit findet man in diesen zwei Lichtpunkten eigentlich zwei
Kugelwellen, die je nach räumlicher Fokussierung entweder
als Newton-Ringe reagieren, oder als Streifen, weil die
Kugelwelle exakt zusammenfallen, und die Interferenz-Strei-
fen gerade erscheinen.

Damit untersucht man also nun den Öffnungsfehler bei einem
Kugelspiegel, oder mit entsprechender Hilfsoptik in einem
Null-Test andere Kegelschnitte oder Flächenformen.
Also gegen einen Planspiegel die Parabel, oder durch eine
Kompensations-Linse alle Kegelschnitt-Flächen von der
Ellypse, Parabel bis zur Hyperbel. Oder bei einem SC-System
gegen einen Planspiegel Flächen höherer Ordnung, oder bei
einem Maksutov gegen einen Flat Meniskus-Linsen, Mangin-
Spiegel oder noch andere optische Systeme, solange sie
für die Benutzung auf Unendlich gerechnet worden sind.

Nun mißt man beim Interferometer eine Fläche, die Wellenfront-
Fläche und deren Deformation. Damit geht es nicht nur um die
lineare Deformation der mittleren Streifen, sondern ebenso
um das Verhältnis der Streifen zueinander, ähnlich der
Situation, wie wenn man die Streifen wie bei einer Uhr
drehen würde, und damit bei waagrechter Einstellung ein
anderes Ergebnis bekommt, als bei senkrechter Streifen-Ein-
Stellung. Man muß also das Interferogramm wie die Höhen-
linien einer Karte auffassen und kann auf diese Weise ein
3-D-Darstellung davon rechnen.

Darin steckt nun der Grund, warum sich Meßergebnisse, die
mit Foucault oder Caustik gewonnen wurden, widersprechen
können. Während man mit dem Interferometer eine Fläche als
Fläche mißt, mißt man mit dem Foucuault-Test bei der
quantitativen Auswertung eigentlich nur auf einer Linie
durch die optische Mitte mit der Behauptung: Wegen der
Rotations-Symmetrie würde das für jeden Winkel dieser Linie
stimmen. Wenn die Optik Astigmatismus hat, stimmt das nicht,
wenn sie irrgulär ist, erst recht nicht. So können also be-
sonders die PV-wave-Werte besonders stark differieren, weil
beim Interferogramme noch die Streifen-Abstände ins Spiel
kommen, also die Situation quer zu den Streifen. Einiger-
maßen vergleichbar wäre die quantitative Auswertung
Foucault/Interferogramm dann, wenn ich die quantitative
Ermittlung über Foucault mit dem mittleren Interferenz-
Streifen vergleichen würde. Selbst das ist noch kritisch,
weil die Koma die Streifen "S"-förmig verbiegen kann, wie
ich erst gestern wieder bei einem fremden I_Gramm sehen
konnte. Dies muß man herausrechnen, weil es an der exakten
Justierung der Testanordnung liegt, wenn die I_Streifen
durch Koma beeinflußt werden.

Fazit: Ein Interferometer mißt auf der Achse den Öffnungs-
fehler einer ankommenden Wellenfront mit der Längeneinheit,
die dieses Licht im Farb-Spektrum hat. Beim HeNe-Laser
sind das 632.8, bei den Diodenlasern etwas mehr, so 650 nm,
bei grünen Laserdioden angeblich 532 nm und bei anderen
Farben die entsprechenden Werte. Vielleicht haben meine
Auslassungen zur Klärung beigetragen. Ihr werdet mir das
schon erzählen.

astrooptische Grüße

Wolfgang Rohr

 
Was misst ein Interferometer

Hallo Tom,


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das verstehe ich aber nicht ganz. ein interferometer kann
doch nicht direkt die oberfläche messen! es misst doch
immer die wellenfront. ob du dann daraus die abweichung der
wellenfront selbst, oder die der oberfläche errechnest ist
eine andere sache, gemessen wird aber immer das von der
oberfläche reflektierte und/oder gebrochene licht,
nicht die fläche selbst. dazu brächte ich ja ein mikroskop.

==========================================
Natürlich hast Du es nur mit Licht zu tun, wie in der
Astronomie grundsätzlich immer, also ein direktes Abtasten,
was beim Raster-Elektronen-Mikroskop möglich ist, wird es für so
große Flächen noch nicht geben. Dann muß man genau definieren
was man unter Messen überhaupt versteht? Auch
Längenmessungen im Werkzeugbau kann man interferometrisch
lösen, indem man die Amplituden zählt.

Es gibt aber bei Spiegeln die klare Beziehuung
Oberflächengenauigkeit : Wellenfrontgenauigkeit = 2:1
und bei Linsen etwa 1/4 der Wellenfront-Genauigkeit wegen
der Brechung.

Solange man opt. Flächen herstellt, befaßt man sich logischer Weise
mit Glasflächen und will wissen, wo muß ich polieren. Also
ist die Fläche wichtig und ich brauche ein Verfahren, über
die Fläche was sagen zu können, egal wie.

Wenn ich als Benutzer das Gerät untersuche, will ich damit
etwas sehen. Da interessiert mich das Gesamtsystem und was
es leistet, also die Qualität. Da stürze ich mich dann auf
die Wellenfront, die das Bild erzeugt, und die Fläche, oder
die einzelnen Flächen sind mir ziemlich wurscht. Bei einem
Linsen system können die Einzelflächen schreckliche Zonen
haben, aber im System können die wiederum korrigiert sein,
sodaß man nichts mehr davon merkt.

Diese unterschiedlichen Betrachtungs-Weisen gibt es und man
muß sie einfach tolerieren.

Wolfgang Rohr



 
Dann hätte ich aber

Keine Zeit mehr, im Keller fremde Optiken zu vermessen.
Dazu gab es mal einen schönen Bericht aus Österreich.

Herzliche Grüße

Wolfgang Rohr

 
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