Meine Erfahrungen von klein nach groß
Servus Burki,
ich will dir mal schreiben, wie ich angefangen habe, und wie der weitere Verlauf war:
Vor etwa 25 Jahren hatte ich mal einen etwa 114mm Newton mit azimutaler Montierung. Das war klasse, ich war total begeistert, weil ich damit den Mond, Jupiter und mit Filter vorne drauf auch die Sonne beobachten konnte. Und Sterne noch dazu. Allerdings wusste ich noch gar nichts von Galaxien, Sternhaufen usw., somit war ich mit dem Gerät zufrieden.
Dann schlief das Astrohobby für 24 Jahre, und ist, durch den guten Himmel in Oberbayern, wieder aufgeflammt.
Ich wollte mir dann alsgleich ein Teleskop kaufen, welches nicht zu groß, nicht zu klein, einigermaßen handlich und nicht zu teuer ist. Ich war mir auch noch nicht sicher, was ich denn nun genau beobachten wollte, und das Vorhandensein von DeepSky-Objekten war mir immer noch nicht bewusst...
Daher kaufte ich mir einen Newton 130/650 auf einer SkyView-Montierung bei T-S (schleich, schleich). Damit ließ es sich gut beobachten, kein Vergleich zu der alten Röhre von damals.
Aber als ich nach ein paar Tagen auf der A.S.T. einmal durch andere Röhren schaute, und sah, was man damit so ansehen konnte, war ich mir nicht mehr so sicher, das richtige Gerät gekauft zu haben.
Also: Ab zum Händler, umgetauscht in einen Newton 150/750, dieselbe Montierung. Und siehe da, es gab gleich, durch die größere Öffnung, schon viel mehr zu sehen. Aber immer noch nicht genug, es zeigt bereits einiges an DeepSky-Objekten, aber es lässt sich nicht sehr hoch für Planeten vergrößern, außerdem hatte es dicke Fangspiegelstreben, die den Kontrast am Planeten verschlechterten.
Schlechten Gewissens und mit einem unguten Gefühl, trabte ich erneut zum Händler, und dackelte mit einem Dobson 200/1200 wieder raus. Wow, was für ein großes Teil - war ich stolz! <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" />
Damit ließ es sich dann richtig toll beobachten, und ich hab mir einige Galaxien, Kugelsternhaufen, Planeten, den Mond, die Sonne und vieles mehr angetan. Herrlich.
Damit fühlte ich mich dann inmitten der anderen großen Röhren sehr wohl. Einen kleinen Nachteil hat er aber: Bei hoher Vergrößerung, die man meist bei Objekten in unserm Sonnensystem verwendet, wandert alles ruckzuck aus dem Blickfeld heraus. Da heisst es dann: Nachschubsen, also den Tubus per Hand nachführen. Je nachdem, wie leichtgängig alles ist, klappt das dann mehr oder weniger gut. Mit etwas Übung aber machbar. Inzwischen habe ich mir allerdings ein kurzbrennweitiges Weitwinkelokular zugelegt, welches hoch vergrößert, aber einen größeren Bildausschnitt zeigt. Somit dauert es länger, bis z.B. der Mars durchs Bild gewandert ist, und ich wieder schubsen muss.
Fazit: Tolles Teil, wenn man keine Nachführung braucht!
Inzwischen war es dann so, daß ich noch ein Reiseteleskop haben wollte, welches ich mit in den Urlaub nehmen kann, und welches einfach mal so auf den Balkon getragen werden kann.
Ich probierte es mit einem TS-MAK 102/1400. Mit dem kam ich gar nicht zurecht. Wie immer - Umtausch. Wolfi empfahl mir einen Synta Refraktor 90/910 auf einer Astro-3 Montierung. Der ist zwar schon recht lang, und die Montierung mit Staiv nimmt einiges an Platz im Auto weg, aber es geht noch. Und dieses Teil finde ich klasse! Ich hätte nicht gedacht, was man mit 90mm Öffnung alles zu sehen bekommt.
Wenn ich jetzt zur A.S.T. fahre, habe ich meist sogar beide Geräte dabei, und vergleiche immer wieder die Darstellung im Dobson mit der im Fraunhofer. Und beide faszinieren mich!
Mit dem FH kann ich sogar die Planeten bis etwa 200-fach vergrößern, das sieht wunderbar aus, und mittels der Wellen an der Montierung, lässt es sich auch vernünftig nachführen. Macht also riesigen Spaß!
Es ist auch manchmal so, daß ich bei ungünstigen Sichtverhältnissen, mit dem FH bessere Ergebnisse erziele, als mit dem Dobson.
Übrigens: Das Weitwinkelokular ist auch am Refraktor sehr hilfreich, da das Gesichtsfeld nicht gerade groß ausfällt <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />
Was will ich mit diesem Riesenaufsatz sagen:
Der alte Spruch "Jedes Teleskop hat seinen Himmel" stimmt sicherlich, aber man sollte schon gut überlegen und sich vorher informieren, was man denn mit den einzelnen Geräten erwarten kann. Am besten ist natürlich, bei anderen durchzusehen. Als ich am letzten Samstag auf der A.S.T. war, hat sich ein junger Mann auch alles zeigen und erklären lassen, und er hat beide Geräte ausgiebig "getestet". Das bringt mehr, als 1000 Bücher lesen!
Ich wünsche dir jedenfalls viel Erfolg bei der Suche nach dem richtigen Rohr für dich, und nichts überstürzen! Auch wenn es in den Fingern juckt. Ach ja: Ein 10x60 Fernglas habe ich übrigens auch fast immer dabei, sogar damit macht Astronomie viel Freude! In Südtirol, so auf 1200 Meter Höhe, habe ich mir im Juni den Schützen näher betrachtet, und war überwältigt!!! <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/cool.gif" alt="" />