amateur Radioastronomie
Hallo
Ich habe ein Radioteleskop, welches leider zur Zeit in der Garage ist, weil ich ein neue Montierung bauen möchte. Es ist eigentlich ein Radioscanner.
Gebaut aus einer alten TV Sat Anlage, welche ich für 30 Euro bei meinem Nachbarn ersteigert habe *g*. Es gibt einige gute Tutorials im Netz zu diesem Thema.
Z.B
http://privat.eure.de/mora/balkonrt.htm, von dort habe ich auch das Layout für den 8Bit Analog Digital Konverter. Funktioniert einwandfrei.
Mit meiner kleinen 0.8 m Schüssel, lassen sich hervorragend sogenannte Sunburts beobachten. Am Mond habe ich es noch nicht ausprobiert.
Man sieht also, die Radioastronomie ist nicht nur etwas für Elektronik Experten oder Uinversitäten mit einem grösseren Budget. Mit dem kleinen TV Sat RadioTeleskop ist schon der erste Schritt gemacht
in diese sehr interessante Wissenschaft. Jeder kann sich so ein kleines Gerät zusammenbasteln, auch ohne KnowHow. Ich selbst, kenne nur die Elektronik Basics und kann einfache Sachen für Linux
programmieren.
Man sollte sich aber immer bewusst sein, dass Radioastronomie "undankbarer" ist, als z.B visuelle Astronomie. Man wird mit einem RT nie ein Bild sehen. Das höchste der Gefühle ist, wenn die Amplitude
ausschlägt und dann eine Kurve im "virtuellen" XY Koordinatensystem entsteht. Bilder könnte man theoretisch schon machen, dafür bräuchte man aber sehr genaue Montierungen und das sind dann
andere Dimensionen als bei der visuellen Astronomie.
Was man mit einem 5m Schüssel alles boabachten kann ????
Nun gut, der Ansatz ist schon richtig. Genau wie bei der visuellen Astronomie, bestimmt der Spiegeldurchmesser die Auflössungspower des Radioteleskops. Je mehr Durchmesser, desto mehr Power.
Jedoch ist das nur die halbe Miete, wenn überhaupt. Sehr wichtig
ist vorallem, in welchem Frequenzbereich du beobachten möchtest. Ob deine Teleskopschüssel solid oder ein Drahtgeflecht ist. Wie
empfindlich dein LNA (Low Noise Amplifier) ist und dein Empfänger ist.
Es gibt Leute, die stossen mit reinem amateur Equipment, schon in professionelle Radio Astronomie vor.
Z.B Pulsar beobachtung , für welche man vor 35 Jahren, den Nobelpreis bekommen hätte. Jim Van Prooyen hat schon einige Pulsar Signale, mit einer einfachen 3m draht Schüssel und einem amateur Funk Empfäner für 500 Dollar. Er benutze aber eine selbst geschrieben Pulsar
detection Software, ohne die solche Projekte nicht möglich wären. (Die Software gibts gratis im Netz)
Auch M. Carrol ist es gelungen, mit einer billigen Yagi Antenne, Pulsare 9 Pulsare aufzuspühren. Einfach ist es sicher nicht, aber auch nicht umöglich.
Es ist auch wichtig, wo man seine Radioantenne aufgestellt hat, eine Waldlichtung ist optimal. Die Inteferenzen, werden durch die Blätter abgeschirmt, auch der heimische Garten ist geeignet.
Aufjedenfall, sollten so wenig Störrquellen in der Umgebung sein wie möglich. z.B Strassen (Zündkerzen der Autos), Lampen, TV Anlagen etc.
Bei der heutigen "Handygesellschaft" ist das wirklich schwierig. Darum gibt es auch resevierte Frequenzbänder für RA. z.B 408 Mhz, ist eine wichtige Frequenz,
da hier die Pulsare am besten empfangbar sind. Oder 1670 Mhz, ist auch eine sehr wichtige Frequenz für Radioastronomie.
Dieses Band nennt man auch Wasserloch, weil man hier die Emission von Wasserstoff am besten empfangbar ist.
Es gibt auch andere Objekte welche du mit einem 5m Teleskop , bei 1420 Mhz, empfangen könntest (auch ohne elektronische Nachführung)
- Die stärksten Radioquellen am Himmel ..Supernova Überreste , Cassiopeia A, Taurus A
- Radiogalaxien wie Cygnus A und Hercules A
- Mond und Setiprojekte
- Starmapping, dazu brauchst du aber mind. ne Nachführung in eine Richtung.
Man richtet das Teleskop am Polarstern aus und lässt es dann nach einer vollständingen Himmelsdrehung ein kleines bisschen Richtung Horizont verschieben
so kann man ganz einfache Radiokarte des Himmels machen, wenn man die Software dazu hat.
- etc. etc. etc.. (gibt wirklkich ziemlich viele Möglichkeiten)
Noch zum Schluss:
Für den Einstieg, kann ich mein kleines Radioteleskop empfehlen. (siehe obigen Link) oder ein 20 Mhz Teleksop für Jupiter. Das ist wohl
eine der simplesten Konstruktionen, aber sehr interessant für Jupiterbeobachtugen. Dazu braucht man nur einen alten PC, einen alten AM Empfänger,
ein bisschen Koaxialkabel, einen Draht und 2 Bäume oder Stangen. Damit lassen sich schon, die IO Jupiter Ausbrüche empfangen.
Wirklich ziemlich interessant, vorallem wenn man es mit visueller Astronomie koppelt. Ich mächte z.B mit einer einfach Quickcam und meinem Dobson,
Jupitermond-durchläufe mit den Radioausbrüchen bei 20 Mhz vergleichen. (wird mein nächstes Projekt).
Ich hoffe, ich habe nicht zuviel Verwirrung gestifftet. *g*
MFG
KairmF Schweiz