Zusammenhang zwischen Auflösung und Vergrößerung

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Langley1

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Guten Abend,

gibt es einen Zusammenhang zwischen der "Theoretischen Auflösung" einer Optik und der Vergrößerung, mit der ein Objekt betrachtet werden muß, um diese Auflösung auch zu zeigen?

Bespiel:
Für das "Celestron 8" wird eine theoretische Auflösung von 0,57" angegeben. Einen Doppelstern mit einem Abstand der Komponenten von 1,4" müßte demnach leicht zu trennen sein.

1. Welche Vergrößerung wird benötigt, um das theoretische Auflösungsvermögen von 0,57" zuerreichen?

2. Mit welcher Vergrößerung muß ich diesen Doppelstern am C8 beobachten, um ihn einwandfrei trennen zu können?

3.Was wäre die maximal sinnvollste Vergrößerung zur Beobachtung dieses Doppelsterns mit dem C8?

Konkret geht es um die Beobachtung des Doppelsterns "Pi-Aquilae". Trotz zweimaligen Versuchens ist es mir bis jetzt nicht gelungen, "Pi-Aquilae" zu trennen.

Würde mich über eine Erklärung der Theorie, und daraus abgeleitet über eine Erklärung zu meinen Fehlversuchen bei der Beobachtung von "Pi Aquilae", sehr freuen.

Gruß
Peter
 
Hallo Peter,

Du musst eine Vergrößerung wählen, die das gewünschte Objekt soweit nachvergrößert, dass die "allgemeine mittlere" Aflösung des Auges von einer Bogenminute erreicht wird. Das heißt der Doppelstern mit 0,57" muss mit 1'/0,57"=60"/0,57"=105x mindestens vergrößert werden.

Das ganze ist natürlich davon abhängig, ob 1' des Auges für das Objekt reicht (unterschiedliche Helligkeit, etc.) und ob das eigene Auge besser oder schlechter ist.

Clear Skies
Sven
 
Moin Peter!

Du scheinst ja ein echtes Problem mit SCT zu haben: Erst klappt vor Monaten die Trennung von γ Virginis (Porrima) im C14 nicht, und jetzt versagt Dein C8 an π Aqlilae?! - Langsam wird's komisch - zumal Du bei jedem Problem auch mehrere Threads in unterschiedlichen Boards aufmachen mußt...

Erstmal: SCT sind allgemein nicht dafür bekannt, "Doppelstern-Killer" zu sein. Mit so einem C8 an die theoretische Auflösungsgrenze zu gelangen, erfordert nicht nur eine brauchbare Optik - die auch ausgekühlt sein sollte, siehe Dein Problem am C14 - und eine stabile Luft mit möglichst wenig Seeing.

Was Sven Dir da geschrieben hat, sind die Minimalanforderungen von theoretischer Seite. Ob ein Anfänger mit knapp über 100fach einen 1,4"-Doppelstern trennen kann - wo Du ja noch nichtmal weißt, ob Du den richtigen Stern zu fassen hast, siehe Dein Hilferuf im Beobachterbereich - wage ich doch leicht zu bezweifeln. Zur Doppelsternbeobachtung gehört auch eine gewisse Erfahrung, und Du solltest mit dem C8 also mindestens 200fach reindrehen, dann siehst Du die Trennung sicherlich auch. Ansonsten bleibt nur: Versuche Dich an einfacheren Doppelsternen und sammle Erfahrung!

π Aql habe ich vor Jahren mit einem FH 4" f/10 von Bresser bei 200x geknackt. Mit dem TAL-1-Newton (N 110/800) gings damals auch.
 
Das Thema mal algemeinisiert:

Die optimale Vergrösserung ist etwa 1 x Durchmesser von Objektiv in mm (D). Die maximale Vergrösserung eines Fernrohres ist etwa 2 x D (guter Qualität verausgesetzt).
Bei starkeren Vergrösserungen kommen meist keine Details mehr hinzu.

Erklährung
Dass die optimale Vergrösserung etwa 1 x pro mm Durchmesser ist und die maximale etwa 2 x ist reiner Zufall weil wir im metrischen System arbeiten.
Genau genommen ist die optimale Vergrösserung abhängig von der eigenen Trennleistung vom Auge des Beobachters und die ist bei jede Person anders.

Nach Dawes ist die Trennleistung eines Fernrhores 117”/Durchmesser vom Objektiv in mm.
Die mittlere Trennleistung des Auges des Beobachters bei konzentriertes Beobachten ist im Schnitt 1’ (1 Bogenminute). Um eine Trennung in der Abbildung eines Objektives sehen zu können braucht mann also eine Vergrösserung van 60”/117” * den Durchmesser des Objektives ist gleich ~0,5 x D.
Da aber konzentiertes Beobachten viel Energie kostet ist ein Faktor 2 schon eine wesentlich weniger ermüdend. Nun ja, ~0,5 x D x 2 = ~ 1 x D. Dann ist die Austrittspupille des Fernrohres 1 mm. Bei dieser Austrittspupille hat man noch wenig Probleme mit Unsauberheiten in der Tränenflüssigkeit. Diese Unsauberheiten sind z.B. tote Hautzellen.
Wird stärker Vergrössert dann werden die relativ immer grösser und stören immer mehr. Dazu kommt noch die Luftunruhe die auch mit vergrössert wird in immer besser sichtbar wird.

Wenn das Teleskop ein 100% Gerät ist, braucht ein Beobachter mit einer Augentrennleistung von 0,7’ nur eine Vergrösserung van 0,35 x D um dieselben Gesamttrennleistung zu haben als ein Beobachter von 1,4’ bei einer Vergrösserung von 0,7 x D.
Dass macht es auch so schwer Teleskope visuell zu Vergleichen. Eigenlich geht das nur wenn die Geräte neben ein ander Stehen, gleiche Öffnung, gleiche Brennweite, gleiches Okular (fysisch das selbe, also nicht zwe gleiche Okulare aus einer Serie) und der Beoachter gleich ist.

Der Augenoptiker benutzt den Visus und ist gleich 1'/Augentrennleistung in bogenminuten.
Ein Visus von weniger als 0,32 gilt als "Sehschwach" (Amblyop), zwischen 0,4 und 0,63 als "herabgesetzt", von 0,8 bis 1,6 als "ausreichend bis gut" und von 2 als "überdurchschnittlich".

Gruß,

Harrie
 
Hallo Harrie,

Dein Wissen beeindruckt mich schon sehr. Um das Alles zu verstehen muß ich es nochmal lesen.

Beste Grüße
Peter
 
Hallo Micha,

heute Abend hat es geklappt. Mein C8 hat sich als Doppelstern-Killer, das sind Deine Worte, erwiesen.
Das Seeing war heute nicht besonders und dennoch ist die Trennung von Pi-Aquilae mit 200-und 220-fach gelungen. Zwei sauber getrennte nadelpunktfeine Sternchen konnte ich bewundern.
Das war bei dem heutigen Seeing nicht so einfach und nach dem heute erlebten bleibt Pi-Aquilae ein schwieriger Doppelstern. In der Spezi-Liste von Dr. Strickling ist er auch enthalten.

Beste Grüße
Peter
 
Hallo Peter,

wenn es jetzt mit 200 - 220fach so einfach ging ... was hast denn vorher ... also bei Doppelsternen geht man doch immer mit der Vergrößerung hoch, wenn diese eng stehen ...

Weiterhin viel Erfolg beim knacken weiterer Doppelsterne - kann süchtig machen!

CS,
Stefan
 
Hallo Stefan,

das es vorher nicht funktioniert hat kann zwei Gründe haben:

1. Ich habe wahrscheinlich nicht den richtigen Stern beobachtet.

oder:

2. Das Seeing hat bei den zuvor stattgefundenen Beobachtungen eine Auflösung nicht zugelassen.

Gruß
Peter
 
Hallo Micha,

erkläre mir bitte, wie Du mit dem TAL-1-Newton (N 110/800) eine Vergrößerung von 200x bewerkstelligt hast.
Pi-Aquila erfordert mindestens diese Vergrößerung, mit 220x tut man sich leichter. Laut Literatur ist Pi-Aquila sogar ein Triple-Star. Der dritte Stern soll eine Größe von nur 12.1 haben und wahrscheinlich nur ein optischer Begleiter sein.
Würde mich sehr interessieren zu erfahren, ob jemand den Triple-Stern auflösen konnte.

Gruß
Peter
 
Danke Peter,

Wenn Du es dennoch nicht verstehst (oder andere) schreibe bitte was, dann versuche ich auf einer einfacheren Weise.

Gruß,
Harrie
 
Hallo Harrie,

deine Erklärung war sehr gut und auch gut verständlich :super:

Daß manche Leute es trotzdem nicht verstehen können oder wollen
ist in Internetforen leider oft so, da kann man nichts machen :krank:

Viele Grüße, Karsten

 
Tja, Karsten, das ist der Unterschied zwischen Theorie und Praxis.

Da gibt es Leute, die nachts draussen am Teleskop stehen und sich der Faszination hingeben, was es da alles am Himmel zu sehen gibt. :super:

Und da gibt es Leute, die zur gleichen Zeit am Computer hocken und sich in diversen Foren darüber auslassen, dass in der Theorie Teleskope nicht funktionieren können. Da kann man nichts machen. :krank:

Viele Grüße, Matthias
 
An Karsten und Matthias,

möchte wetten, daß Ihr Schaumeier vor der Beteiligung von Harrie an dieser Diskussion auch nicht gewußt habt, daß es einen "Visus" gibt und was der in der Optik bedeutet.
Eure Einlassungen sind überflüssiges Gelabere.
Informiert bitte darüber, ob und mit welchem Instrument bei welcher Vergrößerung Ihr Pi-Aquilae trennen konntet.
Das ist das Startthema dieser Diskussion.

Beste Grüße
Peter
 
Tachchen,

möchte wetten, daß Ihr Schaumeier vor der Beteiligung von Harrie an dieser Diskussion auch nicht gewußt habt, daß es einen "Visus" gibt und was der in der Optik bedeutet.

ooooch nö. Mehrere Leute (Sven, Ich, Kurt, ...) weisen schon
seit Jahren darauf hin daß der der bei gegebener Öffnung
sehr hohe Vergrößerungen braucht einfach nur schlechte Augen hat.

Aber davon hast du wrscheinlich mal wieder nichts mitbekommen.
Ansonsten:
Sinnerfassendes Lesen bildet. Kauf dir doch einfach das Buch
von Harrie (Telescope Optics. Das steht seit mehreren Jahren
immer griffbereit auf meinem Schreibtisch) und lies es.

Informiert bitte darüber, ob und mit welchem Instrument bei welcher Vergrößerung Ihr Pi-Aquilae trennen konntet.
Das ist das Startthema dieser Diskussion.

Ach was? Das Thema des Threads (steht oben drüber) heißt:

Zusammenhang zwischen Auflösung und Vergrößerung

Ich schließe mich Winnie an der da schrieb:

Langsam wird's komisch - zumal Du bei jedem Problem auch mehrere Threads in unterschiedlichen Boards aufmachen mußt...

Und tschüß, Karsten
 
An alle Super-Besserwisser,

verabschiede mich hiermit von Astronomie.de
Die ständige Nörgelei ist unanständig und passt nicht zum schönen Hobby Astronomie.
Würde mich nicht wundern, wenn Ihr es vor lauter Geiferei nicht bis ans Teleskop zum Beobachten schafft.

Habe ein Forum mit diesem Diskussionsklima noch nie zuvor erlebt.

Beste Grüße
Peter
 
Gratulation, lieber KaStern...

...und wieder mal hat Deine gnadenlos liebenswerte Art zum Erfolg geführt :mauer:

Gruß Claus
 
Re: Wieder einen vergrault-super!

Hi Peter,

du bist mit deiner Meinung hier nicht allein, was das Klima anlangt, scheint es hier einen gewisse Korrelation zwischen Klimasündern und der Überanzahl ihrer Beiträge zu geben. Nicht wenige der Poster mit über 5000 Einträgen haben leider noch nicht erkannt, dass es nicht ausreicht Recht zu haben, sondern dieses (manchmal auch nur vermeindliches) Wissen oder auch echtes Besserwissen auch auf eine freundlichere Art rüberzubringen.

CS Mike
 
Re: Wieder einen vergrault-super!

:super:

Besser kann man es kaum beschreiben.

Irgendwann können sich die Spaßbremsen dann untereinander ankeifen.
 
Zitat von Langley:
...erkläre mir bitte, wie Du mit dem TAL-1-Newton (N 110/800) eine Vergrößerung von 200x bewerkstelligt hast....
Das ist mit dem TAL überhaupt kein Problem, Dank guter Spiegel.
Normalerweise bringt am Durchnitts-Newton mehr als 1,5*D nicht mehr viel, TAL macht da aber eine positive Ausnahme.
 
Moin Ralf!

Meinen TAL-1 hatte ich seinerzeit auch mit sehr hoher Vergrößerung am Doppelstern genutzt: bis zur 3fach TAL-Barlow und dem 7 mm Siebert-Okular = 343fach! Die Sterne liefen zwar rasend schnell durchs GF (ich hatte keinen RA-Motor), waren aber noch erstaunlich gut definiert.
 
Moin Micha,
tja - echt schade, daß TAL nix mehr baut/liefert.
Sorry für OT, aber der Thread ist ja eh tot:
Mein erstes "ernsthaftes" Teleskop (nach einem Meade 114/900, einem Skylux und einem ETX-70) war ein Eigenbau aus KG-Rohr mit der TAL/Siberia-Optik 150/1200 von Baader.
An die Definition im Bild und die nadelfeinen Sterne erinnere ich mich noch gerne und genau. Daran muss sich bis heute jeder Newton messen, den ich in die Finger krieg.

Einen TAL 150/750 hab ich noch, der kann das ähnlich gut.
 
Hallo Ralf

TAL baut noch und liefert noch.

Da aber keinerlei nachfrage nach TAL besteht, nimmst keiner mehr auf Lager. Nimmt ein Händler dann nach langer Zeit doch mal wieder ein TAL auf Lager, wills keiner und er muss es zum EK oder manchmal sogar noch darunter verramschen.

In den Neunziger als es noch kein China gab, hatte ich echt gute Muskeln, musste ich da doch pro Woche hunderte Kilo Tal für den Postabholer schleppen
 
Hallo Sven,

mit Deinem Beitrag kann ich endlich was anfangen. Vielen Dank!
Die schlichte Formal die Du da heranziehst war mir nicht bekannt.
Der ausgezeichnete Beitrag von Harrie ergänzt dies hervorragend.

Beste Grüße
Peter
 
Hallo zusammen,
oh mann, wie konnte ich den Thread nur übersehen?! :mauer: Wahrscheinlich wars in dem Board einfach schon zu lange ruhig.

Also, ab hier wird jeder off Topic Beitrag kommetarlos gelöscht!
Bleibt bitte beim Thema!

CS.
Michi

 
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