Christian_P
Aktives Mitglied
Aufgrund einer hiesigen Diskussion habe ich mal versucht, den Artikel von T.Legault zu übersetzten und die Modulationsübertragungsfunktion (MTF, engl. Modulation Transfer Function) ein wenig zu erklären.
What is a MTF-Curve?
Nehmen wir an, wir stellen ein Objekt der Realität durch schwarze und weiße Linien dar, deren Abstand man verändern kann. Im Brennpunkt eines optischen Systems findet sich dieses Linienmuster wieder. Allerdings wird es verändert, in dem Sinn, dass die Kanten unschärfer werden und die Kontraste verwischen. Aus schwarz wird dunkel-grau und aus weiß wird hell-grau.
Nun kann man ein Verhältnis bilden: Die Menge des Kontrasts im Bild (C_i) im Verhältnis zum wirklichen Kontrast (C_p) ist ein gutes Maß für die Fähigkeit eines optischen Systems, Kontraste zu übertragen. C_i / C_p ist ein echter Bruch, d.h. eine Zahl zwischen 0 und 1. Der Idealfall, dass C_i / C_p = 1 ist, tritt praktisch nicht ein, denn das würde bedeuten, dass C_i = C_p ist, für einen gewissen Frequenzbereich.
Die MTF-Kurve stellt nun diese Zahl C_i / C_p auf der Ordinate (Y-Achse) dem oben genannten Linienmuster auf der Abszisse (X-Achse) gegenüber. Die Einteilung auf der X-Achse ist normiert. Das heißt, dass die maximale Ortsfrequenz gleich 1 gesetzt wurde. Die Null im Koordinatenursprung ist dann der Punkt, an dem erste Übertragungsverluste auftreten bzw. gerade beginnen.
Bei einem großen Abstand der Streifen, also bei einer kleinen Ortsfrequenzen kann die Optik den Kontrast noch gut übertragen. Das Verhältnis C_i / C_p ist nahe 1. Das entspricht dem linken Ende der Kurve. Wenn nun der Abstand der Streifen abnimmt, also die Ortsfrequenz sich erhöht, nimmt der Kontrast – der übertragen wird – ab. Das Verhältnis C_i / C_p ist dann zum Beispiel C_i / C_p = 0.5 = 5/10. Das entspricht also dem mittleren Bereich der Kurve. Nur noch die Hälfte des am Objekt vorhandenen Kontrasts dieser Ortsfrequenz wird übertragen, also sichtbar gemacht.
Wenn nun die Linien immer kleiner und kleiner beisammen stehen, kann die Optik diese nicht mehr auflösen. Das Bild ist dann gleichmäßig grau ohne jedes Detail. Es besteht völliger Informationsverlust. Das Auflösungsvermögen der Optik ist erreicht. Das ist das rechte Ende der Kurve. Diese maximale Frequenz ist abhängig von der Wellenlänge Lambda und der Teleskopöffnung D. Die Einheit ist Linien pro Radian.
F_max = D/l
Für ein 250mm Teleskop bei 0.6µm Wellenlänge entspricht dieses Limit zwei Linienpaaren pro Bogensekunde, also eine Linie weiß oder schwarz je 0.25 Bogensekunden. Diese Grenzfrequenz erhöht sich, wenn die Wellenlänge kleiner wird oder wenn die Öffnung der Optik gesteigert wird.
Obwohl astronomische Objekte nicht wie ein Streifenmuster aussehen, gibt die MTF-Kurve einen guten Anhalt für die Leistungsfähigkeit astronomischer Instrumente an Objekten wie Mond oder Planeten. Die Kurve zeigt, wie das Teleskop den Kontrast wiedergeben kann. Aus einer solchen Kurve kann man das Verhalten des Teleskops an Details unterschiedlicher Größe ableiten. Kleinere Frequenzen (linke Seite) entsprechen großen Details und hohe Frequenzen (rechte Seite) entsprechen kleinen Details. Diese Art der Darstellung ermöglicht auch die Simulation verschiedene Abbildungsfehler oder Obstruktionseffekte und vieles mehr.
VG,
Christian
What is a MTF-Curve?
Nehmen wir an, wir stellen ein Objekt der Realität durch schwarze und weiße Linien dar, deren Abstand man verändern kann. Im Brennpunkt eines optischen Systems findet sich dieses Linienmuster wieder. Allerdings wird es verändert, in dem Sinn, dass die Kanten unschärfer werden und die Kontraste verwischen. Aus schwarz wird dunkel-grau und aus weiß wird hell-grau.
Nun kann man ein Verhältnis bilden: Die Menge des Kontrasts im Bild (C_i) im Verhältnis zum wirklichen Kontrast (C_p) ist ein gutes Maß für die Fähigkeit eines optischen Systems, Kontraste zu übertragen. C_i / C_p ist ein echter Bruch, d.h. eine Zahl zwischen 0 und 1. Der Idealfall, dass C_i / C_p = 1 ist, tritt praktisch nicht ein, denn das würde bedeuten, dass C_i = C_p ist, für einen gewissen Frequenzbereich.
Die MTF-Kurve stellt nun diese Zahl C_i / C_p auf der Ordinate (Y-Achse) dem oben genannten Linienmuster auf der Abszisse (X-Achse) gegenüber. Die Einteilung auf der X-Achse ist normiert. Das heißt, dass die maximale Ortsfrequenz gleich 1 gesetzt wurde. Die Null im Koordinatenursprung ist dann der Punkt, an dem erste Übertragungsverluste auftreten bzw. gerade beginnen.
Bei einem großen Abstand der Streifen, also bei einer kleinen Ortsfrequenzen kann die Optik den Kontrast noch gut übertragen. Das Verhältnis C_i / C_p ist nahe 1. Das entspricht dem linken Ende der Kurve. Wenn nun der Abstand der Streifen abnimmt, also die Ortsfrequenz sich erhöht, nimmt der Kontrast – der übertragen wird – ab. Das Verhältnis C_i / C_p ist dann zum Beispiel C_i / C_p = 0.5 = 5/10. Das entspricht also dem mittleren Bereich der Kurve. Nur noch die Hälfte des am Objekt vorhandenen Kontrasts dieser Ortsfrequenz wird übertragen, also sichtbar gemacht.
Wenn nun die Linien immer kleiner und kleiner beisammen stehen, kann die Optik diese nicht mehr auflösen. Das Bild ist dann gleichmäßig grau ohne jedes Detail. Es besteht völliger Informationsverlust. Das Auflösungsvermögen der Optik ist erreicht. Das ist das rechte Ende der Kurve. Diese maximale Frequenz ist abhängig von der Wellenlänge Lambda und der Teleskopöffnung D. Die Einheit ist Linien pro Radian.
F_max = D/l
Für ein 250mm Teleskop bei 0.6µm Wellenlänge entspricht dieses Limit zwei Linienpaaren pro Bogensekunde, also eine Linie weiß oder schwarz je 0.25 Bogensekunden. Diese Grenzfrequenz erhöht sich, wenn die Wellenlänge kleiner wird oder wenn die Öffnung der Optik gesteigert wird.
Obwohl astronomische Objekte nicht wie ein Streifenmuster aussehen, gibt die MTF-Kurve einen guten Anhalt für die Leistungsfähigkeit astronomischer Instrumente an Objekten wie Mond oder Planeten. Die Kurve zeigt, wie das Teleskop den Kontrast wiedergeben kann. Aus einer solchen Kurve kann man das Verhalten des Teleskops an Details unterschiedlicher Größe ableiten. Kleinere Frequenzen (linke Seite) entsprechen großen Details und hohe Frequenzen (rechte Seite) entsprechen kleinen Details. Diese Art der Darstellung ermöglicht auch die Simulation verschiedene Abbildungsfehler oder Obstruktionseffekte und vieles mehr.
VG,
Christian