Saturn jetzt mit Schatten links und unten

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Jan_Fremerey (verstorben)

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Endlich auch hier mal brauchbare Bedingungen kurz vor Mitternacht:

Link zur Grafik: http://www.astro-vr.de/RGB_neu_7_Probelauf_3728-47274g090.png

Nach der Opposition schauen wir erwartungsgemäß etwas von links auf den Planeten, so dass jetzt die andere Kante des Schattens auf dem Ringsystem sichtbar wird, aber offenbar auch ein wenig von unten, so dass der Schatten des A-Rings auf dem Planeten in Erscheinung tritt. Will mal nachprüfen, wie sich das aus den Bahndaten erklären lässt.

Gruß, Jan
 
Zitat von Jan_Fremerey:
... schauen wir erwartungsgemäß etwas von links auf den Planeten, ... aber offenbar auch ein wenig von unten, ...
Offensichtlich schauen wir ja z.Z. im wesentlichen "von oben" auf den Planeten, es sollte deshalb besser heißen: "ein wenig mehr von unten". Was ich eigentlich sagen wollte, ist, dass wir uns mit unserem irdischen Beobachtungsort offenbar z.Z. etwas unterhalb der Umlaufebene des Saturn bewegen, so dass die Beleuchtung von der Sonne aus etwas höher steht als unsere Beobachtungslinie, und wir auf diese Weise den Ringschatten auf dem Planeten zu sehen bekommen. Wir hatten eine ähnliche Situation schon in der vorausgegangenen Saturn-Saison bemerkt. Über die gegenseitige Lage der Umlaufebenen von Erde und Saturn werde ich noch ergänzend berichten.

Gruß, Jan
 
Hi Jan,
schoenes Ergebniss, gefaellt mir wie immer.Einfach Klasse Bilder! und Danke fuer die Erklaerung.Hast du vielleicht die Daten dazu ?

LG Jan
CS
Claude
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo Jan,

sehr schöne Aufnahme. Herzlichen Glückwunsch dazu.
Vielleicht kann ich heute Nacht auch wieder. Das Wetter ist blitz sauber heute in Hamburg.

Gruß Jens
 
Hallo Jan,
ein sehr schönes Foto mit interessanten Schatten.
Hinzu möchte ich folgendes anmerken:
Saturn hat inzwischen einen Phasenwinkel von 3.8° erreicht, deshalb ist links auf dem Ring der Schatten des Planeten zu erkennen. Ende Juli wird der größte Phasenwinkel mit 5.9° erreicht.
Vom Ringplaneten aus gesehen beträgt die Deklination (Neigung) der Erde 17.4° und die der Sonne 18.8°. Da die Sonne zur Zeit eine größer Neigung hat, wirft auch der Ring einen Schatten auf den südlichen Teil des Planeten.
Physische Ephemeriden kann man auf meiner Homepage berechnen:
Physische Ephemeriden Saturn
Ausführlicher, aber etwas schwieriger zu verstehen ist folgende Seite:
Saturn - physische Ephemeriden und Positionen von 5 Satelliten.
Nach dieser Berechnung haben die oben genannten Schatten jeweils eine Breite von 0,5".
 
Hallo miteinander,

vielen Dank für Eure freundlichen Rückmeldungen! - Karl Heinz hat dankenswerterweise mit seinen konkreten Zahlen meine Annahme bestätigt, dass wir uns z.Z. ein wenig unterhalb der Umlaufebene des Saturns bewegen und somit den Ringschatten auf der Planetenkugel wahrnehem können. Zuvor konnte ich nur in Erfahrung bringen, dass die Umlaufebenen von Erde und Saturn um rund 2,5° gegeneinander geneigt sind. Leider konnte ich bislang nicht herausfinden, wann wir zuletzt die Knotenlinie, d.h. die Schnittlinie der beiden Ebenen durchschritten haben. Zu diesem Zeitpunkt befand sich die Erde genau in der Umlaufebene des Saturn, so dass der Schatten am unteren Rand des A-Rings jedenfalls nicht sichtbar sein durfte. Vielleicht kann uns Karl-Heinz an dieser Stelle weiterhelfen?

Dank und Gruß, Jan

P.S.:
Zitat von Buecke:
Nach dieser Berechnung haben die oben genannten Schatten jeweils eine Breite von 0,5".
Damit ist man schon deutlich oberhalb der Nachweisgrenze eines 10" Teleskops für freistehende Linien. Diese Grenze dürfte bei einer Linienbreite von knapp 0,1 arcsec liegen.
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo Jan,
gern möchte ich noch einige Infos geben. Einfach ist es mit einer Erklärung des Schattens auf dem Ringsystem. Dieser verschwindet zur Zeit der Opposition, vorher befindet er sich rechts und danach auf der linken Seite (Norden ist oben).
Dieser Schatten ist also nur vom Phasenwinkel abhängig.

Der Schatten des Ringes auf dem Planeten lässt sicht nicht so einfach beschreiben. Sicherlich wiederholen sich die Verhältnisse nach einem Saturnumlauf wieder.

Die Neigungen von Sonne und Mond (planetozentrische Breite genannt) sind z.B. auch in Ahnerts Astronomischem Jahrbuch aufgelistet. Zum Jahresanfang war die Neigung der Erde größer. Am 23. April waren beide Neigungen gleich. Deshalb waren um die Tage der Opposition (28. April) keine Schatten zu sehen. Erst um den 10. November sind die Neigungen wieder gleich. Bis dahin ist die Neigung der Erde kleiner und an der südlichen Ringkante ist der Ringschatten auf dem Planeten zu beobachten.

Die Neigung der Sonne nimmt gegenwärtig stetig zu und die Neigung der Erde ist veränderlich infolge des Umlaufes der Erde um die Sonne. Vom Saturn aus gesehen kann sich die Erde nur um 6,4° von der Sonne entfernen.

Die Saturnbahn ist gegen die Ekliptik um 2,5° und die Ringebene um 28.1° gegen die Ekliptik geneigt.

Soweit heute, gern können wir die Diskussion dieser Probleme fortsetzten, eventuell auch in einer anderen Kategorie dieses Forums.
 
Zitat von Buecke:
Am 23. April waren beide Neigungen gleich. Deshalb waren um die Tage der Opposition (28. April) keine Schatten zu sehen. Erst um den 10. November sind die Neigungen wieder gleich.
Hallo Karl-Heinz,

das genau war es, was ich wissen wollte: Deine Angaben besagen, dass wir am 23. April die Umlaufebene des Saturn in absteigender Richtung durchquert haben und uns jetzt bis zum 10. November unterhalb derselben bewegen. Innerhalb dieser Periode können wir den Schatten des A-Rings auf dem Planeten sehen. Danach bewegen wir uns wieder oberhalb der Umlaufebene des Saturn, und der Ringschatten verschwindet hinter den Ringen.

Dank und Gruß, Jan
 
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