Jan_Fremerey (verstorben)
Aktives Mitglied
Angeregt durch eine aktuelle, für die gegenwärtigen Sichtbedingungen hierzulande ganz hervorragende Saturnaufnahme von Eberhard habe ich mich nochmal mit einer eigenen Aufnahme vom vergangenen Jahr beschäftigt. Dort hatte ich nämlich eine feine Linie, die mir zunächst auf die Encke-Teilung hinzuweisen schien, am Ende als Artefakt verworfen.
Der Grund für diese Abwertung war insbesondere die Tatsache, dass die Linie nur an einer Seite des Ringsystems sichtbar war. Immerhin stimmte dort die Position recht gut mit der derjenigen in der aktuellen Aufnahme von Eberhard überein. Das hat mich nun veranlasst, auf der Basis des damals gewonnenen Videomaterials nochmal die gegenüberliegenden Ringzonen etwas näher unter die Lupe zu nehmen. Dabei habe ich die Auswertung auf den Bildbereich beschränkt, innerhalb dessen die Encke-Teilung weitestgehend parallel zur Sichtlinie verläuft und damit visuell die größte Breite bietet, nämlich in unmittelbarer Nähe zur visuellen Längsachse des Systems.
Link zur Grafik: http://www.astro-vr.de/conv_Drizzle30_Sat_231533_g4_b3_ap3_p50lumi_rot3.8_4K-45Kg100_Encke-Einsatz.jpg
Im Rahmen der Markierung erscheint die Encke Teilung nun auf beiden Seiten des Systems und offensichtlich in demselben radialen Abstand zur Cassini-Teilung bzw. zum sichtbaren Rand des Ringsystems.
Es sollte klar sein, dass es sich hier nicht um eine „Abbildung“ der Encke-Teilung im landläufigen Sinne handelt, denn dazu reicht das Auflösungsvermögen des 10“ Teleskops, mit welchem die Aufnahme gewonnen wurde, bei weitem nicht aus. Wir sehen hier tatsächlich nur die vom wahren Objekt in der Brennebene des Teleskops angeregte Beugungsfigur, und die ist um ein Vielfaches breiter als eine realistische Abbildung sein dürfte. Immerhin kann die abgebildete Linie aufgrund ihrer Überbreite noch bei f/11 vom Kamera-Raster (3,75 µm) aufgelöst und somit als zuverlässiger „Nachweis“ für die Existenz der Encke-Teilung an der entsprechenden Position gewertet werden.
Bemerkenswert erscheint mir im vorliegenden Fall, dass sich bei 10“ Öffnung auch mit weniger als 3 m Brennweite ein für den Nachweis der Encke-Teilung ausreichender Bildkontrast erzeugen lässt.
Hoffe, die Sache erscheint Euch nicht zu „akademisch“!
Gruß, Jan
Der Grund für diese Abwertung war insbesondere die Tatsache, dass die Linie nur an einer Seite des Ringsystems sichtbar war. Immerhin stimmte dort die Position recht gut mit der derjenigen in der aktuellen Aufnahme von Eberhard überein. Das hat mich nun veranlasst, auf der Basis des damals gewonnenen Videomaterials nochmal die gegenüberliegenden Ringzonen etwas näher unter die Lupe zu nehmen. Dabei habe ich die Auswertung auf den Bildbereich beschränkt, innerhalb dessen die Encke-Teilung weitestgehend parallel zur Sichtlinie verläuft und damit visuell die größte Breite bietet, nämlich in unmittelbarer Nähe zur visuellen Längsachse des Systems.
Link zur Grafik: http://www.astro-vr.de/conv_Drizzle30_Sat_231533_g4_b3_ap3_p50lumi_rot3.8_4K-45Kg100_Encke-Einsatz.jpg
Im Rahmen der Markierung erscheint die Encke Teilung nun auf beiden Seiten des Systems und offensichtlich in demselben radialen Abstand zur Cassini-Teilung bzw. zum sichtbaren Rand des Ringsystems.
Es sollte klar sein, dass es sich hier nicht um eine „Abbildung“ der Encke-Teilung im landläufigen Sinne handelt, denn dazu reicht das Auflösungsvermögen des 10“ Teleskops, mit welchem die Aufnahme gewonnen wurde, bei weitem nicht aus. Wir sehen hier tatsächlich nur die vom wahren Objekt in der Brennebene des Teleskops angeregte Beugungsfigur, und die ist um ein Vielfaches breiter als eine realistische Abbildung sein dürfte. Immerhin kann die abgebildete Linie aufgrund ihrer Überbreite noch bei f/11 vom Kamera-Raster (3,75 µm) aufgelöst und somit als zuverlässiger „Nachweis“ für die Existenz der Encke-Teilung an der entsprechenden Position gewertet werden.
Bemerkenswert erscheint mir im vorliegenden Fall, dass sich bei 10“ Öffnung auch mit weniger als 3 m Brennweite ein für den Nachweis der Encke-Teilung ausreichender Bildkontrast erzeugen lässt.
Hoffe, die Sache erscheint Euch nicht zu „akademisch“!
Gruß, Jan