Bildkreis beim SCT mit Reducer und Flattener

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sindbad

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Gibt es irgendwo eine Übersicht über nutzbare Bildkreise zur Fotografie mit SCTs? Vorhin probierte ich einen Meade 6,3 Reducer / Flattener am C6 aus. Am APS-C kommt es bereits zur heftigen Vignettierung.

Hat jemand das mal am C8 ausprobiert und kann sagen, ob damit APS-C voll ausgeleuchtet wird?

Tom
 
Hallo Tom,

Du kannst das zumindest abschätzen. Der Durchmesser der kleinsten Blende bestimmt das System. Miss mal die freie Öffnung hinten am Teleskop. Diese Öffnung ergibt einen bestimmten Winkel am Himmel, der maximal ausgeleuchtet wird. Egal was Du machst. Wenn Du jetzt den Bildmassstab veränderst, z.B. in dem Du die Brennweite mit 0,63x multiplizierst, bleibt der Winkel am Himmel trotzdem gleich - und der Durchmesser des linearen ausgeleuchteten Bildfeldes hinter dem Reducer verringert sich ebenfalls um den Faktor 0,63. Gilt so natürlich nur, wenn die anderen Abmessungen wie Fokusabstand etc. halbwegs stimmen (wovon man bei Hauptspiegelfokussierung nicht ausgehen kann), und wenn der Reducer einen Durchmesser hat, der nicht ebenfalls vignettiert.

Clear skies

Tassilo
 
Hallo Tom,

auch am 8 Zöller ist die Vignettierung ziemlich heftig.
Außerdem kommt noch Koma hinzu.

VG Cl.-D.
 
Hallo Tom,

hab seit kurzem den Reducer von Celestron am sc 8. Ich bekomme mit der Sony a5000 knapp die Sensorhöhe relativ sauber ausgeleuchtet. Also aps-c sammelt zwar insgesamt Licht, aber ohne Helligkeitsabstufung sind nur so geschätzte 13-14mm um die optische Achse gegeben. Der Rest ist dann Geschmackssache. Wobei das Koma für meinen Geschmack auch darüber hinaus ok ist, Hochglanzposter werden es aber sicher nicht.

CS
Steven
 
Zitat von sindbad:
Gibt es irgendwo eine Übersicht über nutzbare Bildkreise zur Fotografie mit SCTs? Vorhin probierte ich einen Meade 6,3 Reducer / Flattener am C6 aus. Am APS-C kommt es bereits zur heftigen Vignettierung. Hat jemand das mal am C8 ausprobiert und kann sagen, ob damit APS-C voll ausgeleuchtet wird?
Immer wieder dieselben Fragen, siehe Reducer am SC

Wie Tassilo schon gesagt hat, wird das Winkelfeld vom SCT im wesentlichen vom Blendrohrdurchmesser bestimmt. Beim C6/C8/C14 beträgt die freie Öffnung jeweils 26/38/54 mm. Wenn Du einen 0,63x Reducer ohne weitere Verlängerung direkt am SC-Ausgang anschraubst, dann schrumpft der lineare Felddurchmesser beim C6/C8/C14 auf etwa 16/24/34 mm. Die Diagonale vom APS-C Sensor misst 27 mm, da ist dann jedenfalls beim C6 eine starke Abschattung unvermeidlich.

Du kannst den Abschattungseffekt auf dem Sensor etwas reduzieren, indem Du die Kamera nicht direkt am SC-Ausgang, sondern bei größerem Backfokus betreibst. Dadurch vergrößert sich die effektive Brennweite und dem entsprechend (mit und ohne Reducer) auch der lineare Felddurchmesser. Der Winkeldurchmesser des ausgeleuchteten Bildkreises ändert sich dabei nur geringfügig.


 
Hallo Tassilo,

Zitat von Tassilo:
bleibt der Winkel am Himmel trotzdem gleich ... Gilt so natürlich nur, wenn die anderen Abmessungen wie Fokusabstand etc. halbwegs stimmen (wovon man bei Hauptspiegelfokussierung nicht ausgehen kann), und wenn der Reducer einen Durchmesser hat, der nicht ebenfalls vignettiert.

ja, wobei es diesen beiden Voraussetzungen durchaus in sich haben können... Weil das Thema von euch in verschiedenen Threads immer wieder diskutiert wurde, hat mich das angeregt mit meinem kleinen Vixen VMC auch mal herumzuexperimentieren. (Ok. seine Mangin-Korrektoreinheit ist was anderes als eine Schmidtplatte, aber der katadioptrische Aufbau zumindest prinzipiell vergleichbar) Und da fällt die tatsächliche Winkelvergrößerung bei maximalem Backfocus der Hauptspiegelfokussierung durchaus beachtlich aus. Normalerweise war bei ca 1,6° Feld Schluß, aber mit einem selbstgebastelten Reducer aus einem Fernglasobjektiv komme ich jetzt auf gute 2,5° und das auch noch überraschend randscharf. Fast schon ein Richfielder :-) Ich hatte überlegt, welche realen Feldgrößen rein geometrisch betrachtet in Abhängigkeit von Feldblende und Systembrennweite auftreten sollten. Gemäß

Reales Sehfeld / ° = 2 arctan (Feldblendendurchmesser / 2x Teleskopbrennweite)

waren das mit max. 29mm und f=1035mm die beobachteten 1,6° Mit einem 0,63x Reducer sollten bei f=650mm daraus also gute 2,5° werden. (Und bei einem vernünftig ausgelegten System dürfte der Blendrohrdurchmesser demzufolge geometrisch keine prinzipiell limitierende Rolle spielen). Für das kleine VMC werden vom Hersteller offiziell keine Shapleylinsen angeboten, also hatte ich nach

f neu = (1 - Backfokus/Shapleybrennweite) x f alt

überschlagen, dass Objektive mit 130-160mm Brennweite gehen müssten, wenn sie den freien Durchlass von ca. 36mm nicht unterschreiten und voila, der beachtliche Feldgewinn mit 40er oder 50er Fernglasobjektiven, die ja meist um f/4 haben, macht wirklich Spaß. Ich wundere mich über die gute Randabbildung.

Komisch finde ich, dass manche offiziell teuer angebotenen Reducer ins Filtergewinde der Okularsteckhülsen oder sogar ins Blendrohr eingeschraubt werden sollen, da wird der freie Durchlass ja unweigerlich von der Linsenfassung so weit reduziert, dass der Feldgewinn weitgehend dahin ist und im wesentlichen nur die höhere Lichtstärke bleibt. Als Argument habe ich gefunden, das angeblich die Bildqualität um so besser wäre, ja näher die Shapleylinse an den Sekundärspiegel rückt, und überhaupt müsste die Shapleylinse möglichst speziell für jedes individuelle Teleskopsystem gerechnet werden. Vielleicht ist es Zufall, aber in meinem Fall ist die Bildqualität mit verschiedenen Fernglasobjektiven visuell dermaßen gut, dass das keine Rolle spielt und der maximale Feldgewinn unter voller Ausnutzung des freien Durchlass' am Austritt mit einer genügend überbauenden Shapleylinse so richtig Freude macht. Leider fehlt mir die Ausrüstung um zu testen, wie es damit fotografisch aussieht.

Gruß,
Mathias
 
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Zitat von konfokal:
Normalerweise war bei ca 1,6° Feld Schluß, aber mit einem selbstgebastelten Reducer aus einem Fernglasobjektiv komme ich jetzt auf gute 2,5° und das auch noch überraschend randscharf. Fast schon ein Richfielder :-) Ich hatte überlegt, welche realen Feldgrößen rein geometrisch betrachtet in Abhängigkeit von Feldblende und Systembrennweite auftreten sollten. Gemäß

Reales Sehfeld / ° = 2 arctan (Feldblendendurchmesser / 2x Teleskopbrennweite)

waren das mit max. 29mm und f=1035mm die beobachteten 1,6° Mit einem 0,63x Reducer sollten bei f=650mm daraus also gute 2,5° werden.
Hallo Matthias, klar, solange Du nur Okulare mit kleinem 1,25" Steckdurchmesser verwendest, wirst Du mit einem Reducer vor dem Okular ein größeres Winkelfeld auf die Feldblende abbilden. Stattdessen kannst Du auch gleich ein großes Okular mit einer 2" Steckhülse einsetzen. Aber auch damit stößt Du dann irgendwann an die Feldbegrenzung, die durch die Öffnung vom Blendrohr erzeugt wird.

Der Reducer schrumpft halt den linearen Felddurchmesser. Solange das noch die Feldblende vom Okular oder die Größe vom Sensor abdeckt, vergrößert sich dann das erfasste Winkelfeld. Bei einem bestimmten radialen Abstand von der Achse erreichst Du aber die ultimative Feldbegrenzung durch das Blendrohr, und darüber hinaus hilft dann auch kein Reducer und auch keine noch so goße Feldblende. - Gruß, Peter
 
Mathias,

1. Leuchtet dein kleiner VMC einen APS-C Sensor voll aus oder kommt es zu dunklen Ecken?

2. Kannst du mal ein Foto von deinem Selbstbaureducer am Teleskop posten?

Tom
 
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Hallo Tom,

Gibt es irgendwo eine Übersicht über nutzbare Bildkreise zur Fotografie mit SCTs? Vorhin probierte ich einen Meade 6,3 Reducer / Flattener am C6 aus. Am APS-C kommt es bereits zur heftigen Vignettierung.

das zu 100% ausgeleuchtete Fed ist bei den handelsüblichen SCTs recht klein.
Beim C8 sind es 8mm im Durchmesser die zu 100% ausgeleuchtet werden.
Ab da beginnt der Lichtabfall der aber sehr langsam verläuft.
Bis zu welchem Durchmesser die Ausleuchtung akzeptabel ist ist dann eher eine Frage der persönlichen Anforderrungen und dem was man dann hinterher mit Bildbearbeitung draus macht.
Da der Lichtabfall sehr weich ist ist das eine recht schwammige Sache und schwierig hier dann letztlich mehr oder weniger willkürlich einen konkreten Durchmesser zu nennen.
Ein Reducer verkleinert diesen Durchmesser dann noch um den Reduktionsfaktor.

Grüße Gerd
 
Hallo Tom,

ich habe (noch?) keinen APS-C Sensor, aber gelesen, dass die Ausleuchtung dafür ausreicht - die wie von Gerd erklärt prinzipiell unvermeidliche Vignettierung ist nicht gravierend.

Um den Kontrast des VMC110 zu erhöhen lohnt es sich unbedingt, das Blendrohr mit Velours auzukleiden. Außerdem sollte man die Justage überprüfen, der Sterntest zeigte, dass sie bei meinem Exemplar nur mittelprächtig ausfiel, oberhalb von 130fach wurde das Bild unscharf. Ich habe daraufhin die verklebten Druck-Zug- Kreuzschlitzschrauben gegen stabilere Inbustypen ausgetauscht und neu justiert, jetzt bleibt das Bild bis über die Maximalvergrößerung hinaus scharf, wird dann aber natürlich zunehmend dunkel und kontrastarm. Der kleine sphärische Spiegel scheint eine erstklassige Oberflächengüte zu haben.

Der Reducer für's Visuelle besteht im unteren Teil aus einem Okularprojektionsadapter, der das jeweilige Objektiv und bei Bedarf auch noch ein 2" Filter aufnehmen kann. Die Verlängerung aus T2-Hülsen maximiere ich dann jeweils so, dass durch den größtmöglichen Backfocus auch das größtmögliche Feld erzielt werden kann (gemäß der 2. oben genannten Formel).

Der resultierende hohe Aufbau am Klappspiegel sieht intuitiv alles andere als weitwinklig aus, ermöglicht aber randscharfe 2,6° die z.B bei dem abgebildeten 26mm "Plössl" unter 60° subjektivem Sehwinkel erscheinen. (Dass trotz maximalem Backfocus bei enger Spiegelstellung ein hohe Randschärfe erzielt wird hängt vermutlich damit zusammen, dass die Spiegel sphärisch und nicht parabolisch sind).

Fotografisch reicht es dagegen bei mir für die geringe Diagonale meines kleinen 1" CX-Sensors (Pixelgröße 3,4µm) schon völlig aus, ein kleineres 32er Objektiv zu nehmen, das zufällig genau in eine höhere T2-Verlängerungshülse passt, und diese dann direkt an den hinteren festmontierten T2-Anschluß des Teleskops anzuschrauben.

Gruß
Link zur Grafik: http://i1365.photobucket.com/albums/r746/konfokal/DSC_1000_zpsxawzjcbp.jpg
 
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