Hallo zusammen,
@Jan:
ich will die Diskussion hier gar nicht weiter stressen, möchte Dich aber doch ganz gerne darauf hinweisen, dass Du in dem von Dir selbst als Grundlage für Deine Argumentation zitierten Artikel über die Hubble-Kamera nachlesen kannst, was dort unter "undersampling" verstanden wird:
es geht überhaupt nicht darum, was in diesem Artikel unter undersampling verstanden wird. Auch das Ausmaß des undersamplings und in diesem Fall das HST sind nicht von Bedeutung.
Ich führte diesen Artikel lediglich an, weil er den Startpunkt für die dither/drizzle-Algorithmen markiert und nur auf die kommt es hier an!
Drizzlen ist eine allgemeine Methode, mit dem sich der Informationsverlust von undersampletem Bildmaterial zumindest z.T. wiederherstellen läßt.
Inzwischen hat sich das Gebiet sehr weiterentwickelt.
Deine oben zitierte Feststellung mit allem, was Du daraus folgerst, ist somit definitiv unzutreffend.
Allein im Blaukanal (450nm) ergibt sich ein Verhältnis von 0,68 (Sensorgrenzfrequenz bzgl. Kante zu höchster vom Scope übertragenen Frequenz) bzw. 0,48 (Sensorgrenzfrequenz bzgl. Diagonale zu höchster vom Scope übertragenen Frequenz). Also liegt definitiv ein undersampling vor und meine Feststellungen bzgl. der Auflösungverbesserung via. drizzling haben Bestand.
Aber Du wirst das sicher anzweifeln ...
Vor diesem Hintergrund erscheint mir unsere hiesige Diskussion über den Bereich f/D > 3*p doch eher ein wenig hilflos.
Mir scheint eher die Diskussion bzgl. des Bereiches f/p < 3*p etwas hilflos.
Bis auf ein paar als "Beweis" herangezogene Pics sehe ich, außer dem von mir erwähnten Einsatz drizzle-ähnlicher und damit auflösungsrekonstruierender Algorithmen, wenig fundiertes Fachwissen und klare Argumentation, die für diesen Bereich sprechen würden.
wenn es auf Hubble geht, dort sind die "Bedingungen" doch recht anständig, warum denn dann nicht auch hier ?
Das Beispiel HST ist für die Auslegung unserer Ankoppelung irrelevant. Es gibt Beschränkungen in der Auslegung und im Betrieb, bedingt durch vielerlei Einflußfaktoren (nicht zuletzt der Weltraumeinsatz, z.B. pointing stability), die aber für unsere Optiken und Cams keinerlei Rolle spielen. Außerdem läßt Du die softwaretechnische Bildaufarbeitung außer acht (siehe unten).
Wichtig an dem Beispiel ist nur, dass eben ein undersampling auf Softwareebene z.T. wieder korrigiert werden kann.
Zitat von Jan_Fremerey:
Zitat von Lotz:
Eine Frage stellt sich mir nur - wie kommst Du zu einem Vergleich mit Hubble?
Hallo Markus,
diesen Vergleich hatte nicht ich, sondern Werner "blueplanet" - ebenso wie Du ein ausgesprochener Vertreter von "6*p" - weiter oben ins Spiel gebracht.
Das stimmt nicht!!! Bitte keine verdrehenden Aussagen!!!
Ich hatte mich auf den Prozeß des drizzlens bezogen und nur darauf hingewiesen, dass es in Rahmen der Wide-Field Planetary Camera 2 erfunden wurde!
Erst Du hast die Diskussion auf das HST bzw. dessen Optik erweitert!!!
Nun zu Deinem Vergleich Deiner Ankopplung mit dem des HST-ASC/HRC:
Ich habe nun lediglich festgestellt, dass das Verhältnis von Kamera- und Spiegelauflösung am HST mit meinem Setup weitestgehend übereinstimmt.
und weiter oben von Dir dazu:
Edit: Bezüglich der Kameraankopplung sind dort für den hochauflösenden HRC-Kanal 0,027 arcsec/Pixel spezifiziert. Das ergibt mit dem Durchmesser des Hubble-Spiegels von 2,4 m praktisch dieselbe Ankopplung, die ich an meinem 0,25 m Spiegel mit der Kameraauflösung von 0,28 arcsec/Pixel habe. In beiden Fällen ergibt sich aus diesen Daten übereinstimmnd f/D ~ 3*p.
Nahezu alle Cam-daten des HST (ASC/HRC, WFPC2, NICMOS, STIS, ...) wurden mit MultiDrizzle(Dither/Drizzle)-Verfahren aufgearbeitet, d.h. u.a. Auflösungsrekonstruktion!
Insofern sprich das von Dir angeführte Bspl. HST(ASC/HRC) genau gegen Dich!
Ein Beispiel daraus:
STRATEGIES FOR IMAGING CERES AND VESTA WITH THE HUBBLE SPACE TELESCOPE, Max J. Mutchler1 et al.,Asteroids, Comets, Meteors (2008) 8284
"Introduction: The Hubble Space Telescope (HST)
was used to conduct high-resolution imaging of Vesta
and Ceres in support of the Dawn mission,..."
"Hubble observations: Imaging of Ceres was conducted
with the ACS High Resolution Channel (HRC)
in 2004 ..."
"Drizzling Ceres: The four ACS/HRC exposures
for each filter were carefully registered using a crosscorrelation
method which utilizes the available surface
features to align the images to within a small fraction
of a pixel. Then they were distortion-corrected, combined,
and cleaned of cosmic rays and detector artifacts
using MultiDrizzle."
"The subsampled data was drizzled to an output scale of 0.015 arcsec/pixel,"
Der Maßstab 0,015"/pixel entspricht dann aber einem Ankoppelfaktor von 5,3!
Im Fall von Vesta 0,0114"/pixel sogar 6,9!
Die am Anfang (von 1990-1997) in Einsatz befindliche FOC (faint object camera) hatte übrigens von haus aus eine Ankopplung von 6,1x (FOC: f/96, 15um-Pixel)!
Vielleicht überdenkst Du Deinen Standpunkt bzgl. der Ankoppelfaktoren doch noch mal?
@Markus:
Dein von Dir abgeleiteter Faktor liegt bei 6,6x.
Der Ankopplungfaktor der DOT-CCDs liegt für den 430,5nm-Kanal ebenfalls bei 6,6x.
Ich bin mit meiner Betrachtung bei n=(6,2 x Pixelgröße in um) gelandet.
Insofern sehe ich schon eine eindeutige und eben auch sinnvoll begründbare Tendenz zu höheren Ankoppelfaktoren, wie ja jetzt sogar indirekt das Beispiel HST zeigt.
Ciao Werner