Wie gut sollte man Jupiter mit 114/900 sehen?

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Wenn ich mir die Bilder anschaue muß ich sagen: Der Spiegel taugt nichts! Dazu kommt noch die nicht optimale Justage und die Sache mit dem OAZ der in den Strahlengang ragt. Wobei diese beiden Punkte kaum mehr ins Gewicht fallen, der Löwenanteil liegt beim Hauptspiegel.

Ich sags mal wie es ist, das ist kein Planetenteleskop!
 
Sven_Wienstein: Ja, das ist der OAZ. Das Teleskop ist ein 114/900 von TS. Ich habe schon überlegt, den OAZ 1 cm zu kürzen, zwei Stege zur Führung stehen zu lassen und den Mittelteil noch 1-1,5 cm zu kürzen. Die Stege werden immer noch Beugungen verursachen, aber im Moment geht soviel Licht wie vom Fangspiegel verloren. Visuell ist es nicht ganz so arg, da ist der OAZ meist weiter aussen. Da würde ein wenig Kürzung schon reichen.

Verkippung ist beim OAZ in der Tat ein Thema. Ich habe schon das Spiel mit Teflonband minimiert, aber die Okularhülsen haben auch alle leicht verschiedene Maße. Eigentlich müßte man eine Ringklemme haben. Speziell mit der Webcam habe ich da Probleme.

Sternenfee123: Nach zwei Stunden Auskühlzeit sah es optisch nur ein wenig besser als bei Deiner Sequenz mit warmem Spiegel aus. Die meiste Zeit war der Rand unruhiger als in der Sequenz mit kaltem Spiegel. Bei den Webcambildern war der helle Punkt manchmal ganz am hellen Ring, nicht in der Mitte. Darum habe ich die halbwegs runden Bilder selektiert, sonst sieht man in der Summe gar nichts mehr.

Ich entnehme dem, dass die Bedingungen hier schlecht sind. Ich wohne am Rand eines Dorfes, habe das Haus im Rücken und schaue über Weiden und Wiesen. In ein paar km Entfernung ist eine Stadt und ein Tagebau. Eigentlich sollte das nicht so schlecht sein, aber ich sah nur letztes Jahr im Sommer zweimal viel ruhigere Luft.

Ich würde im Moment nicht zu viel auf die Form der Ringe geben. Visuell schien sie mir runder zu sein, als sie es im Bild ist. Mir geht es im Moment erstmal um diese Wellen, die anscheinend von den Fangspiegelstreben kommen. Visuell sind sie noch stärker als im Rohbild zu sehen. Ist das normal?

Die Justage schaue ich mir nochmal kritisch an.

Wieso sehe ich in meinem Beitrag eigentlich die BB-Tags statt der Bilder?

Michael
 
Hi Michael,

Wieso sehe ich in meinem Beitrag eigentlich die BB-Tags statt der Bilder?

vermutlich wegen dem Sonderzeichen (~) im Namenszug

Ich entnehme dem, dass die Bedingungen hier schlecht sind. Ich wohne am Rand eines Dorfes, habe das Haus im Rücken und schaue über Weiden und Wiesen. In ein paar km Entfernung ist eine Stadt und ein Tagebau. Eigentlich sollte das nicht so schlecht sein, aber ich sah nur letztes Jahr im Sommer zweimal viel ruhigere Luft.

das Seeing setzt sich aus mehreren Komponenten zusammen. Das "lokale" Seeing (aufgeheizter Asphaltboden, warme Betonplätte, schlecht oder garnicht isolierte (hauptsächlich ältere) Häuser, Abluft aus Tiefgarage, offene Fenster, Türen, aufgeheizte Nachbardächer, Hauskamine) und die Verwirbelungen durch lokale Bebauung/Begrünung, dann die generelle Luftströmung in 1-3 km Höhe (Geländeform wie Hügel, Flußtäler...) und schließlich noch die Luftströmung in großer Höhe (Jetstream).

Massiv Probleme mit dem Seeing kannst haben, wenn Du in der Wirbelschleppe von Windrädern, Funktürmen, Wassertürmen beobachtest. Oder zwischen Wetterfronten. Oder wenn der Jetstream über Dir nen Mäander ausgebildet hat. Geh doch mal ein paar Meter weiter weg vom Haus, falls möglich, oder aufs freie Feld...

Mir geht es im Moment erstmal um diese Wellen, die anscheinend von den Fangspiegelstreben kommen. Visuell sind sie noch stärker als im Rohbild zu sehen. Ist das normal?

dazu solltest Du mal ein 10 oder 20 Sekunden Video mit VirtualDub so beschneiden, daß die Darstellung von der Pixelzahl in etwa meinen Beispielen entspricht. Weil beim kleineren Bild weniger Daten übertragen werden, kannst es dann als GIF exportieren und bei nem Bilderhoster deponieren und den Link dazu hier posten. Die haben meist ne Beschränkung auf 5 MB. Das reicht locker für 50 animierte Bilder oder so...

Dann kann ich die "Wellen" sehen und was dazu schreiben...

Das wird scho... :Trost:
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Es gibt hier sehr viele Windräder, drei kann ich vom Garten aus sehen. Sonntag abends standen sie still und ich hatte erheblich ruhigere Luft, aber bei weitem nicht so wie in Deiner dritten Animation. Dennoch war es das erste Mal, dass die Streifen von Jupiter etwas Struktur zeigten und ich manchmal einen zarten dritten Streifen sah, aber keine Pole.

Webspace ist nicht mein Problem. :) Der Videostream schon eher, weil es nicht einfach ist, das Gesichtsfeld der Webcam zu treffen. Höhere Frameraten bekomme ich aber nur, wenn ich die Auflösung reduziere, d.h. noch weniger Gesichtsfeld. Eine 5 Hz Animation wird vermutlich nicht viel bringen.

Ich habe die Wellen hier markiert:

Link zur Grafik: http://www.moria.de/~michael/sterntest/intrafokal-raw-markiert.bmp

Heute fragte ich einen Optiker und der sagt: Was da wie eine Welle aussieht, ist die Interferenz der Beugung des Fangspiegels und der Fangspiegelstrebe. Es verwunderte ihn, dass die Strebe so eine starke Beugung erzeugt. Mich auch. Auf jeden Fall wäre Blech besser als Streben.

Also: Ich gehe demnächst mal vom Haus weg, justiere nochmal, achte auf die Windräder und versuche mehr Bilder zu machen, um ein besseres Summenbild zu bekommen. Außerdem finde ich heraus, um wieviel ich den Okularauszug kürzen kann und überlege mir langfristig eine neue Fangspiegelhalterung.

Vielleicht spreche ich von Saturn, bis das alles erledigt ist. ;)

Michael
 
Hi Michael,

aus eigener Erfahrung weiß ich, daß Du mindestens 3-4 km Abstand zu einem Windrad brauchst. Bist näher dran, kannst Beobachtungen im Hochvergrößerungsbereich (Planeten) total knicken. :smiley60: :smiley55: :mauer:

Hört sich furchtbar an, ist auch so, darum kämpfen wir vom Verein aus auch so massiv gegen Windräder, die uns eventuell vor die Nase gesetzt werden sollen...
 
Sonntag abend wurde es kurz klar, also habe ich einen neuen Sterntest gemacht. Der OAZ ist nun gekürzt und geschwärzt und das Teleskop frisch justiert. Mehr war noch nicht drin. Die Geschwindigkeit der animierten GIFs stimmt nicht ganz, in Wahrheit ist es etwas weniger hektisch. Dazu gibt es Summenbilder von jeweils 32 Bildern.

Sterntest2

So richtig rund sind die Ringe noch nicht, aber die Muster der Fangspiegelstreben wurden kleiner, warum auch immer. Ein wenig ragt der OAZ noch in den Strahlengang. Ansonsten fasst da eine Haltelasche um den Fangspiegel herum.

Mir ist bewusst, dass die Nachführung noch nicht richtig eingestellt ist.

Visuell hat es schon etwas gebracht: Ich sah Jupiter schärfer als vorher und in kurzen Momenten konnte ich Strukturen in den Wolkenbändern erahnen und einen dunklen Rand an den Polen sehen.

Michael
 
Hallo Michael,

sieht wie abgeschnitten durch Tunnelblick aus, näher ran oder reinzoomen mit der Kamera!

Das Spiegelbild der Fangspiegelstreben sollte sich decken, liegt Es nebeneinander, erscheint es von der Mitte aus leicht keilförmig breiter im Bild.

Gruß Günter
 
Ok, ich werde beim nächsten Mal soweit defokussieren, wie das winzige Gesichtsfeld der Kamera hergibt. Eine Beschränkung durch den Tubus sollte dann zu sehen sein.

Wie meinst Du das mit dem Spiegelbild der Fangspiegelstreben? Wenn ich von vorne in den Tubus schaue und die Fangspiegelstreben mit ihrem Spiegelbild in Deckung bringe, dann sitzt der Fangspiegel nicht ganz in der Mitte des Spiegels.

Michael
 
Wie ich weiter oben schon sagte, ist das ein billiges Teleskop mit einem schlechten Spiegel. Die Bilder vom Sterntest reichen um das festzustellen. Da kann man umbauen so viel man will, das hilft alles nichts.
 
Billig war's in der Tat, soviel steht fest. Aber ohne korrekte Justierung wird auch ein Teleskop mit besserem Spiegel sicher nicht zeigen, was es kann.

Ich würde gerne erfahren, was Du aus dem Sterntest sehen kannst. Bei einem teuren Teleskop würde ich ungerne erst Jahre später selbst sehen können, dass dessen Spiegel ein Reklamationsgrund gewesen wäre.

Michael
 
Hallo Michael,

die Fangspiegelstreben sollen über den Spiegel hinaus in einer Flucht sein, ( mit einem Lineal überprüfen ) der Hauptspiegel verdoppelt das Abbild der Streben im Sternbild.
Liegt eine Strebe bei 6 - 12 Uhr nicht in der in der Flucht z.B die bei 12 Uhr, siehst Du diese Abweichung im Sternbild auch bei 6 Uhr! Liegt Sie in Richtung 11 Uhr also links verschoben, spiegelt Diese sich bei 6 Uhr in Richtung 5 Uhr also rechts!
Bei 3 - 9 Uhr wäre es bei den Streben entsprechen Verschiebung Richtung 2 + 8 Uhr zu sehen !


Gruß Günter
 
G2_Astro: Ich habe drei Fangspiegelstreben, nicht vier. Bei vier Streben würde ich die Erklärung verstehen. Der Sterntest ergab, dass ich ein kreisrundes Bild bekomme und an allen Stellen vom Tubus über einen cm weit den Finger ins Bild stecken muss, um die Fingerspitze zu sehen.

Am Ende der Fangspiegelstreben scheint etwas im Bild zu fehlen. Ich glaube, das sind die Halteklammern vom Hauptspiegel.

Ich habe den Eindruck, dass der Fangspiegel nicht exakt in der Mitte sitzt. Das sehe ich mir nochmal an, wenn ich Zeit habe. Die Mittenposition habe ich als Einziges noch nie verändert, seit ich das Teleskop habe. Wie würde sich das im Sterntest bemerkbar machen?

Wie wichtig ist es, dass der OAZ exakt senkrecht sitzt? Das habe ich ebenfalls noch nie überprüft.

Die letzte Verbesserung hat mir schon gut gefallen. Noch mal so viel wäre nicht schlecht. :)

Michael
 
Hallo Michael,

also es gibt gewiss Sternfreunde, die beim Sterntest lesen besser sind, als ich. Aber soviel sehe ich doch, dass der Stern da durch Tubusseeing noch ordentlich pumpt. Weiter defokussieren ist unsinnig, das verwischt nur vorhandene Fehler. Der Sterntest ist ja gerade deshalb so empfindlich, weil man den Stern gerade eben unscharf dreht, so dass bei Optikfehlern die geringsten Wellenfrontdeformationen in einem deformierten Beugungsbild deutlich sichtbar werden.

Leider erkennt man ja die Kameraorientierung nicht, aber das Pumpen im Bild lässt mich im Zusammenhang mit der Deformierung intrafokal auf 2 Uhr an Warmluft denken, die am Spiegel aufsteigt und dort nach oben am Tubusrand abfließt.

Natürlich besteht bei all dem die Möglichkeit, dass das Gerät wirklich schlecht ist, aber ein 114/900 sollte leicht in einen viel besseren Auskühlungszustand zu bringen sein - durch Abwarten!

Ansonsten würde ich einmal folgendes Vorschlagen: Beobachte mit dem Gerät mal Sterne ausreichender Helligkeit. Dejustiert sollte der Newton dann Koma zeigen und zwar bei jeder Vergrößerung gleich bezüglich des scheinbaren Bilddurchmessers. Das heißt Du könntest ein 26mm Plössl einsetzen und schauen, ob Du Koma siehst. Falls ja, justiere sie über den Hauptspiegel weg indem Du beim Durchschauen Die Justageschrauben so bewegst, dass die Sterne im Bild von der Koma weg laufen. Die Komaschwänzchen zeigen genau dort hin, wo das Bild schlechter wird. Also gehst Du in die entgegengesetzte Richtung. Wenn das Bild im 26mm Okular sauber aussieht, nutze ein Okular mit mehr Vergrößerung und mache entsprechend feinere Korrekturen, wenn noch Koma zu sehen ist. Hilfreich ist auch, zu schauen, ob die Beugungsstrahlen schärfer werden. Mit zunehmender Vergrößerung wird natürlich die Justage entsprechend feiner und es wird nur noch wenig an den Schrauben verändert.
Schließlich gehe auf die höchste Vergrößerung und justiere am gerade eben unscharfen Stern anhand der Beugungsringe. Wenn der erste Beugungsring nicht geschlossen ist, muss noch nachjustiert werden. Außerdem kann man beim Defokussieren einen Effekt sehen, der die Beugungsringe so aussehen lässt, wie ein Tunnel mit einer Kurve. Diese Kurve muss man ganz feinfühlig wegjustieren. Man darf dabei nur ganz wenig defokussieren und braucht viel Vergrößerung, um die Beugungsringe auch zu sehen.

Das Ergebnis wird vermutlich sein, dass Aufgrund eines falsch justierten OAZ und Fangspiegels danach die optische Achse abstrus schief im Tubus liegt, so dass die Abschattung durch den Fangspiegel nicht mittig ist. Das führt dann aber hauptsächlich zu einer ungleichmäßigen Ausleuchtung. Darum kannst Du Dich kümmern, wenn sich nun anhand des Bildes zeigt, dass die Optik mehr kann, als bisher zu sehen war.

Ich befürchte, dass die Webcam zu wenig Effektivbrennweite bekommt, um einen brauchbaren Sterntest abzuliefern. Dafür spricht vor allem auch, dass Du die Halteklammern erkennst (wenn es so ist). Dann ist das Sternabbild schon ziemlich groß und zu weit defokussiert.

Clear Skies
Sven
 
Ich glaube mit euren ganzen Vorschlägen macht ihr den guten Michael völlig verrückt. Justage und Auskühlung sind in so einem kleinen Gerät nun wirklich nicht das Problem, vor allem kein so großes als obs das jetzt rausreißen würde.
Es ist doch allgemein bekannt dass in so einem Newton nur ein Kugelspiegel drin ist. Im Sterntest sollte das Ergebnis intra- und extrafokal möglichst gleich aussehen, ich sehe aber allein schon den Fangspiegel erheblich unterschiedlich in der Größe.
Ich hatte mal einen 114/450 Newton der sah im Sterntest ähnlich aus. Der war nur bis 60-fach gut, darüberhinaus nicht mehr. Als Anfänger merkt man das aber nicht, da die Sterne auch bei 200-fach noch rund aussehen und sich gut scharfstellen lassen. Erst wenn ein besseres (nicht zwangsläufig größeres) Teleskop nebendran steht sieht man den Unterschied. Bei mir wars so, dass mein 8-Zöller bei 80-fach deutlich feinere Details am Mond zeigte wie der kleine bei 90-fach.
Mit dem Teleskop um das es hier geht sind einfach keine großen Sprünge zu machen, je eher man das einsieht desto besser!
 
Da ich den OAZ kürzte und zugleich das Teleskop nochmal justierte, kann ich nicht sagen was den Unterschied machte, aber seitdem sehe ich a) im Sterntest weniger Beugungen der Fangstreben und b) ist Jupiter klarer zu erkennen. Es hat bisher also schon was gebracht. Vielleicht kommt da noch mehr.

Ein 114/450 ist was ganz Anderes als ein 114/900, was den Kugelspiegel angeht. Was mit einem 114/900 fotografisch offenbar geht, siehst Du hier:

Jupiter bis an die optische Grenze aufgelöst

Die kürzesten Gradienten sind noch 2-3 Pixel groß, d.h. das ist die Grenze der Optik. Perfekt! Der Franzose hat seinen OAZ auch gekürzt. Auch das war ein Kugelspiegel, 114/900 gibt's nicht als Parabolspiegel.

Was die Auskühlung angeht, gebe ich Dir Recht: Gut eine Stunde muss reichen, und so lange stand das Teleskop vor dem Test draußen. Das Seeing muss andere Gründe haben. Wie steht es eigentlich mit viel Flugverkehr, macht das was?

Die Unterseite der Kamera war bei der Aufnahme parallel zur optische Achse.

Koma kenne ich ehrlich gesagt nur mit manchen Okularen ein wenig am Rand, aber nie in der Bildmitte. Statt dessen haben Sterne bei hoher Vergrößerung drei kleine Spikes, was früher nicht so war. Die Bilder mit den verschobenen Ringen (wie in einem Tunnel) sah ich im Web, so sieht das aber nicht aus.

Die optische Achse ist vermutlich schief, sonst würde ich bei Deckung der Fangspiegelstreben mit ihrem Spiegelbild den Fangspiegel in der Mitte des Hauptspiegels sehen. Ich weiss noch nicht, warum das so ist, denn die Justierung mit Concenter ist ansonsten gut und so gut wie jetzt konnte ich mit dem Teleskop vorher noch nie beobachten. Ich werde aber die Fangspiegelzentrierung und den OAZ-Winkel nachmessen. Auch, wenn die Sicht nicht durch den Tubus begrenzt wird, so müsste der ungleiche Abstand sich im Beugungsbild bemerkbar machen.

Du sprichst den Unterschied zwischen intra- und extrafokalem Sterntest an. Der ist in der Tat groß, obwohl beide Bilder etwa den gleichen Durchmesser haben. Bei Vergleichen im Web sieht das nach einem unterkorrigierten Spiegel aus, was zu erwarten ist.

Mich macht hier keiner verrückt, ich find's interessant. ;) Ich habe gestern im dritten Anlauf endlich den Eskimonebel im lichtverseuchten Himmel gefunden. :)

Michael
 
Hallo Michael,

sag mal, bei meinen beiden 114er Newtons war trotz viel Zeit zwischen den Käufen jeweils ein Vliestuch hinter dem Hauptspiegel in der Spiegelzelle, welches den Tubus "staubdicht" machen sollte.
Kürzlich sah ich einen recht neuen 114/450er, der hatte das nette Tüchlein auch noch drin.

Was dieses Tuch tatsächlich macht, meine ich Deinen Bildern anzusehen.

Es verhindert Luftzirkulation durch den recht langen Tubus und sorgt dafür, dass der kleine, eigentlich schnell auskühlende Spiegel, ständig Probleme mit der Temperaturanpassung hat und dass die Luft im Tubus zwar sthet, aber eben auch mit unterschiedlichen Temperaturen "kocht".

Bei mir flogen diese Fetzen raus und danach ging das mit den beiden Newtons. Beide hatte durchaus ordentliche Qualität für freudvolle Beobachtungen.
Preis/Leistung - TOP!

Gruß
*entfernt*
 
Bei mir sitzt der Hauptspiegel auf einer schaumstoffbeschichteten Plastikplatte, die gleichzeitig die Rückseite des Teleskops bildet. Seitlich gibt es einen Schlitz, je nachdem wie der Hauptspiegel justiert ist. Ich sehe da nirgends ein Vlies.

Michael
 
Hallo Michael,

Schlitz ja, aber ansonsten liest sich das wie .....Warmhaltekanne.
Ich kann mir das im Moment nicht recht vorstellen.
Hier im Link unter anderem ein Bild von einer 6" HS-Zelle die mir im Originalzustand zu geschlossen war
Simple Fehler

Gruß
*entfernt*
 
Eben!

Hallo Michael, Hallo Günther,

ich weiß nicht, was Coltrane da mitzuteilen hat: Ich seh' doch wie's pumpt und das ist Tubusseeing. Kann ganz gut an dieser Isolationsschicht liegen. Das Forum hat vor Jahren schon über solche Nummern schmerzschreiendes Gelächter durchlitten, als herauskam, dass Meade jahrelang richtig gute Spiegel in ihren Dobsons auf Spanplatte mit Zwischenlage aus Blasenfolie verbaut hat. "Schön", dass es das in Klein auch immer noch gibt und "schön", dass Meade da nur einer unter vielen ist.

Clear Skies
Sven
 
Der Hauptspiegel sieht so ähnlich aus wie hier:

C6

Wo bei dem Teleskop kleine Korkstückchen sind, ist bei mir eine mit Blasenschaum beschichtete Kunststoffplatte, auf der der Spiegel liegt, und die ihn nach hinten schützt.

Ich entnehme dem, dass es wünschenswert wäre, die Platte durch ebensolche Korkstückchen zu ersetzen? Liegen die Spiegel bei Euch offen, auch bei der Lagerung?

*entfernt*GMS: Gute Seite, aber mein OAZ war unten hochglänzend verchromt, nicht nur silber mattiert. ;-)

Michael
 
Hallo Michael,

ich rate dir, mach diese Kunststoffplatte mit dem Blasenschaum weg. Diesen Minispiegel kannst Du ganz locker auf drei korkstücken am Rand lagern.
So ist mein alter 8" Dobs auch ausgestattet und der ist sa.gut, macht inzwischen jemand anderem große Freude.
Was mit nem 8-Zoll Spiegel geht, passt bei einem 4,5-Zöller locker.
Meine Spiegel sind alle hinten offen und ohne Schutz, außer ich baue die Lüfter an. Schutz bietet der Tubusüberstand und wenn Du ein Risiko fürchtest, mach ein Gitter anstatt der Platte davor.
Wenn Du Tageslichtbeobachtungen machst, z.B. Sonne (nur mit geeignetem Objektivschutzfilter, ERBLINDUNGSGEFAHR) musst Du mal Schauen, ob hinten zu viel Streu/Störlicht durchscheint. Das kostet Kontrast, kann aber für den Zweck mit einer Pappabdeckung oder einem Tuch behoben werden.
Überhaupt kannst Du ja sofort testen, ob es was bringt.

Chrom hochglanz ist schick, an der Stelle für den Kontrast sogar todschick. :totlach2:

Gruß
*entfernt*
 
Hallo Michael,

bei der Lagerung muss natürlich mindestens ein Deckel oder eine Duschhaube drüber. Aber gerade wegen der Auskühlung ist mein Aufbau so bestimmt, dass das Teleskop früh soweit montiert ist, dass der Deckel runter kommt.
Natürlich muss man improvisieren, wenn es keinen Deckel gibt. Der Eimer-Trick ist da nicht schlecht. Man sucht also einen passenden Eimer, von dem man den Boden mit genügend Rand als Deckel nutzt. Der Rest wird abgeschnitten. Man muss dann findig sein, welche Sorte Eimer hier passt. Krautsalat... Pudding... Wird sicher interessant: Mit dem Lineal am Kühlregal! Das Bundesamt für Materialprüfung macht eine Reihenuntersuchung über größere Joghurtgebinde...

Clear Skies
Sven
 
So habe ich es gemacht. Unter dem Spiegel war ein Paket aus 2 mm Plastik und etwa 4 mm Schaumstoff, also habe entsprechend dicke Korkscheiben hergestellt und den Spiegel darauf gelagert. Das ging einfacher als gedacht.

Visuell ist das Bild erheblich ruhiger geworden, d.h. ihr hattet recht mit dem Umbau und Jupiter ist besser zu beobachten. :) Hier ist der neue Sterntest:

Sterntest mit freiem Spiegel

Die Justierung war nicht perfekt, aber ich muss ja sowieso nochmal alles zerlegen, um den Tubus mit Veloursfolie zu bekleben.

Michael
 
Hallo Michael,

es ist kaum nachvollziehbar und Viele denken da gar nicht mehr dran, aber die Hersteller schaffen das. Leistungsvernichtung ab Werk eingebaut und frei Haus. :mauer:

Wenn Du das Ding zerlegst schau in meinem Link "Simple Fehler" nochmal nach der OAZ-Ausrichtung.
Dein Sterntestbild zeigt einen einseitig "angefressenen" HS. Es kann durchaus sein, dass der billige Newton so schief zusammengeschustert ist, dass die optische Achse derart aus der Mitte läuft dass der Strahlenkegel durch den Tubusrand beschnitten wird.

Gruß
*entfernt*
 
Zitat von Sven_Wienstein:
ich weiß nicht, was Coltrane da mitzuteilen hat: Ich seh' doch wie's pumpt und das ist Tubusseeing.
Beim Sterntest sollte von Haus aus mal der Fangspiegel intra- wie extrafokal die selbe Größe haben und sich nicht ums Doppelte unterscheiden wie es auch in den neuen Bildern wieder der Fall ist. Schon allein das verrät den Hauptspiegel als Murks, das müßte doch Jemandem mit deiner Erfahrung bekannt sein. Mit ominösem Tubusseeing, nehmen wir mal an es wäre vorhanden, läßt sich das jedenfalls nicht wegdiskutieren.
Ich sags jetzt zum dritten mal, mit so einem Spiegel wird man am Planeten nicht viel reißen. Natürlich kann man allerhand umbauen und sich dann einbilden irgendwas wäre jetzt besser. Aber letztlich steht man von Anfang an auf verlorenem Posten.
 
Hallo Coltrane,

man sieht den Größenunterschied tatsächlich sehr gut und trotzdem ist Michael noch längst nicht beim Leitungspotenzial seines kleinen 114/900er Kugelspiegels angekommen.
Da geht schon noch was und er macht nicht den Eindruck, dass ihn die Beschäftigung mit den Optimierungen fürchterlich nervt.

Weißt Du was viel schlimmer ist? Richtig gute Spiegel und dann so ein mechanischer Murks. Das sieht man genau so oft.
Er lernt jetzt am einfachen, beinahe unkaputtbaren Beispiel was jeder von uns irgendwann lernen sollte und es macht ihm offensichtlich Spass.

Gruß
*entfernt*
 
coltrane: Du wirst akzeptieren müssen, dass durch die zwei bisherigen Veränderungen (OAZ kürzen und schwärzen, Tubus öffnen und Dämmung unter Spiegel entfernen) eine deutliche visuelle Verbesserung erreicht wurde. Über die Summenbilder der Sterntests mag man diskutieren, aber ich sehe jetzt immer, dass die Wolkenbänder bei Jupiter eine Struktur haben und hin und wieder sehe ich eine Abgrenzung der Pole. Das war vorher unmöglich.

Die Frage war nicht, wie gut man Jupiter an sich sehen kann, sondern mit einem 114/900, was immer einen Kugelspiegel hat. Leider gibt es keine Sterntests in der Klasse im Web.

Ich verstehe nicht, wieso TS diese Telekope nicht gleich mit kürzerem und schwarzem OAZ sowie offenem Hauptspiegel und einem Plastikdeckel dafür verkauft. Das wäre auch nicht spürbar teurer. Der Gewinn ist jedenfalls erheblich.

Michael
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Ich will dir ja garnicht die Freude an deinen Umbauarbeiten nehmen. Aber zu glauben dass das bißchen jetzt gleich einen erheblichen Unterschied macht ist reine Einbildung. Vielleicht hast du zufällig gutes Seeing erwischt, vielleicht hat Jupiter zufällig eine interessantere Seite gezeigt, oder vielleicht hast du einfach nur genauer hingeschaut als vorher. Das alles zusammen mag einen gewissen Unterschied ausmachen, aber viel kann es nicht sein - da übertreibt man auch schnell und redet sich was ein das garnicht ist. Schließlich soll die Mühe nicht umsonst gewesen sein.
Jedenfalls, sämtliche Umbaumaßnahmen zusammen machen nur einen kleinen Bruchteil von dem aus was durch den schlechten Spiegel zunichte gemacht wird. Das bitte ich zur Kenntnis zu nehmen, mehr will ich garnicht. Recht viel mehr als 60 bis 80-fach gibt dein Teleskop einfach nicht her, alles darüber ist aufgeblasene Unschärfe. Nur merkt man das nicht so lange man es nicht besser kennt.

 
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