Reducer an Flatfield Refraktor?

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Soffel

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Hi,
ich habe den Wo Star-71 , der ja per se schon ein korrigiertes flaches Feld hat. Nun frage ich mich, ob es möglich ist, die Brennweite mit einem Reducer auf ca. 0.6x zu reduzieren, ohne dass ich Einbussen im Feld bekomme. Es gibt auf dem Markt schon Korrektoren für Refraktoren mit Feldkorrektur (z. B. von Optec 0.7x, Optec 0.62x oder Televue 0.82x, wobei ich wegen der Reduzierung der Brennweite auf ~200 mm eher zur Optec 0.62x tendieren würde.

Um die Frage allgemeiner zu stellen (da ich hier im Teleskop-Opitk-Forum bin): Macht ein Reducer an einem Faltfield Refraktor Sinn bzw. wie sind die zu erwarteten Qualitätseinbussen?

Natürlich könnte ich auch ein Objektiv mit einer Festbrennweite kaufen...
 
Der Frage würde ich mich anschliessen, in Bezug auf den TS 65Q - für etwas größere Feldaufnahmen mit 300-350mm


Jonas
 
Hi,
hier mal die Antwort von WO auf meine Anfrage:
We don't recommend to use other reducers with WO Star 71 because too much glass in optical system will effect the telescope performance.

Naja, wenn ich da an die Canon Festbrennweite 200mm F/2.8 denke die ja lt. Produktbeschreibung bei amazon eine Objektivkonstruktion von 9 Elementen in 7 Gruppen hat, dann kann ich das mit dem zusätzlichen Glas als alleiniges Totschlagargument nicht gelten lassen....
 
Hallo Stefan,

In den Beschreibungen der Reducer werden ganz andere Zielgeräte genannt, die alle viel längere Brennweiten und Öffnungsverhältnisse haben. Der Optec 0.62x ist selber 100mm lang, hättest du überhaupt genug Platz hinter dem vorhandenen Korrektor deines Willi?

Ich würde nicht erwarten das das geht. Bei den kurzen Brennweiten die du erreichen willst geht wohl nur noch eine genau dafür gerechnete Kombination. Oder halt eine Festbrennweite.


Als wüstes Experiment könnte man mal versuchen, ein 1:2 Makroobjekiv auf die ebene Bildfläche deines Refraktors zu richten. Machen dann die kombinierten Teile jeweils nicht genau das wofür sie gerechnet sind? Macht aber nur Sinn wenn dein Sensor viel kleiner als das gute Feld des Refraktors ist.

Grüße, Martin
 
hallo Stefan,

jedenfalls zu erwarten wäre, dass die Vignette in einem dem Reduktionsfaktor entsprechenden Ausmaß verstärkt wird.

Ich sehe vor allem das Problem, dass der Arbeitsabstand des bereits enthaltenen Flatteners mit dem für den Reducer nötigen Abstand nicht zu vereinbaren ist - abgesehen von dem machanischen Problem den irgendwo im Teleskop unterzubringen. Von der Optik seite erwarte ich Sekundäreffekte, welche die Abbildung drastisch verschlechtern - abgesehen vom Problem das schnelle viellinsige System so genau justiern und Verkippungen rauszubringen. Das könnte ein Otikdesigner ja mal untersuchen.

Deswegen denke ich, dass diese bereits geebneten kurzen Systeme nicht flexibel für weitere Anpassungen sind. Das bleibt Domäne von Teleskopen die keinen Flattener eingebaut haben und vielfältiger anpassbar sind.

Fotoobjektive sind für ganz andere Zwecke gebaut, und man kann sich glücklich schätzen wenn man ein Tele in dieser Brennweite hat welches überhaupt eine brauchbare Sternabbildung am Vollformat Rand hat. Da spreche ich aus leidvoller Erfahrung.

Den kleinen Flatfield Refraktor kann ich wenigstens halbwegs justieren und mit der Tilt Einrichtung die Feldneigung optimieren. Das ist mit einem Fotoobjektiv auch nicht so einfach. Mein 300L werde ich wohl einschicken, statt immer ein Papierl unterzuklemmen.

lg Tommy
 
Hallo Ihr beiden,
Danke für Eure Einschätzung.

Der kleine Willi hat wirklich ein sehr gutes korrigiertes Feld, weshalb ich darauf aufbauen wollte.

@Tommy: genau das wollte ich vermeiden: ein 200er (Zoom-)Teleobjektiv kaufen, testen, wieder zurück schicken, usw.

Daher war meine Idee, aufbauend auf dem sehr guten Feld einen Reducer einzusetzen, so dass ich das Durchprobieren von Objektiven vermeiden könnte. Der Markt hat auch nicht wirklich im Astro-Bereich was um die 200 mm Brennweite mit gutem Feld, ohne CAs für APS-C Sensoren, ausser vielleicht der Borg hier: MiniBorg
 
Zitat von tommy_nawratil:
Deswegen denke ich, dass diese bereits geebneten kurzen Systeme nicht flexibel für weitere Anpassungen sind. Das bleibt Domäne von Teleskopen die keinen Flattener eingebaut haben und vielfältiger anpassbar sind.

Unmöglich ist es andererseits aber auch nicht, wie Takahashi mit den Reducern für die FSQ's zeigt. Außer dem logischerweise kleineren nutzbaren Feld sehe ich beim FSQ keine Einbußen mit Reducer.
 
Das ist aber auch ein eigens für den FSQ gerechnetes Teil, das schon bei Konzept des ganzen mit angelegt wurde. Der backfocus vom FSQ106 ist 178mm, der vom Imaging Star aber ca. 75mm.

Einfach irgendwelche wildfremden Optiken zusammenstecken in der Hoffnung dass es schon präzisest passen wird, beim Reduzieren von f/5 auf f/3 ?
- aber hey, wer probierts mit dem Tak Reducer? Für den backfocus von 72mm müsste man ihn am Ende des OAZ Rohres platzieren. Aber hoppla, da er ja die Brennweite verkürzt, muss es doch noch ca. 20mm weiter drin sein. Dort befindet sich aber bereits der originale Bildfeldebner - Kollision. Der CCDT67 hat 85mm, der Optec 0,62x 105mm backfocus, noch schlimmer. Ich fürchte, da wirds echt eng mit den Möglichkeiten. Es ist auch so ein sehr nettes Scope.

lg Tommy
 
Hi Tommy,
genau das wollte ich eben nicht: try and error.

Das ist es! Ich bin super zufrieden mit dem Teil: Einfach Kamera dran und fertig. Keine Gedanken wegen korrektem Abstand und rumhantieren mit irgendwelchen Abstandsringen.

Aber ich sehe schon, dann wird's halt ein Teleobjektiv werden...

Tommy, was kannst Du mir aus Deinen vielzähligen Tests empfehlen. Idealerweise für APS-C (oder besser KB) für Canaon DSLRs. Ich selbst würde das 200er F/2.8 oder das 70-200er F/2.8 in Betracht ziehen. Oder gleich zum 100er F/2.8 Makro.

Vielen Dank nochmals allen!
 
hallo Stefan,

das 100L geht bei f/2.8 Offenblende, man muss sehr penibel fokussieren weil im besten Fokus der Rotkanal leicht unscharf ist. Also so fokussieren, dass die roten Säume um die hellen Sterne gerade weg sind.

Und dann habe ich das neuere Sigma 180mm Macro, das geht auch bei f/2.8 und hier sind die RGB Kanäle gleich scharf.

Viele haben das 200L, aber meist muss man auf f/4 abblenden, und ich hatte trotzdem Probleme mit astigmatisch verformten Sternen im R Kanal.

Das 70-200L f/2.8 kenne ich nicht, aber wenn man sich die Bilder auf Astrobin anschaut, wird man es auch abblenden müssen.

Ich hab keine Lust eine schwere teure Optik zu kaufen, um dann abblenden zu müssen. Wollen wir bei den Fernrohren ja auch nicht, oder?

Objektive sind halt für andere Aufgaben konzipiert als Lichtpünktchen abzulichten - als Astrofotograf ist einem das Bokeh völlig egal, aber man will diese Schleifchen in den Ecken nicht sehen und bearbeiten müssen. Da sind die beiden die ich habe eine gute Möglichkeit. Allerdings habe ich noch fast jedes Objektiv nach dem Antesten tauschen müssen - oder zum Canon Service zum Justieren einschicken - bis ich ein gut zentriertes hatte. Die Streuung ist da leider enorm, Tagfotografie verzeiht offenbar vieles.

lg Tommy
 
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