aro
Aktives Mitglied
Hallo zusammen,
diese Woche konnte ich eine Skizze des Kraters Bailly durch meinen 5" MAK machen.
Das Wetter war wieder launisch und die Wolken verschwanden erst gegen 2230. Einige Restwolken quälten mich noch während des Skizzierens, so dass ich zweimal für ein paar Minuten Pause machen musste. So hat sich das totale Entspannungsgefühl beim Zeichnen dieses Mal nicht so richtig eingestellt. Ich bin aber dennoch zufrieden.
Teleskop: Celestron Nexstar 127 SLT mit Amici-Prisma
Okular: TS HR Planetary 7mm
Datum & Zeit: 29.07.2015, 2300-0000 CEST
Ort: heim. Terrase, Region D'dorf
Technik: Kreide-/Kohlestifte auf schwarzem Skizzenkarton
Auf der Skizze erkennt Ihr den aus dem nektarischen Zeitalter stammenden Bailly mit den Nebenkratern A und B im Nordosten sowie C, D und F innerhalb des Kraters. Der weiße "Haken" am nördlichen Kraterrand ist der Nebenkrater Bailly G.
Streng genommen ist Bailly kein Krater sondern ein sogenanntes Einschlagbecken. Der offensichtliche Unterschied ist in erster Linie die Größe. Bailly ist mit 300km Durchmesser schon ein Brummer. Und er hat keinen Zentralberg sondern einen inneren Kraterring, den man auch ein wenig erahnen kann. Auf der Skizze kommt das nicht so klar rüber, aber ich denke, der helle Bereich unterhalb von Bailly G könnte zu diesem Ringgebirge gehören. Ebenso die helle Struktur bei Bailly C.
Man kann sich die Entstehung in etwa so vorstellen wie die Wellenbewegung auf der Wasseroberfläche, wenn ein Tropfen "einschlägt". Bei den kleinen Mondkratern war die Schockwelle beim Einschlag nicht stark genug, nach außen wandern zu können. Da blieb dann ein Zentralberg. Bei den Einschlagbecken reichte sie eben für eine kreisförmige Wellenbewegung nach außen. Hierdurch entstanden ein oder mehrere konzentrische Gebirgsringe.
Am schönsten könnte man das beim Mare Orientale sehen, wenn man denn von der Seite auf den Mond schauen könnte. Von der Erde aus können wir bei günstiger Libration manchmal einen Blick auf den äußeren Ring werfen (die Montes Cordillera). Ansonsten ist Bailly von der Erde aus wohl der beste Kandidat, diese Strukturen mal zu sehen.
Beste Grüße
Achim
diese Woche konnte ich eine Skizze des Kraters Bailly durch meinen 5" MAK machen.
Das Wetter war wieder launisch und die Wolken verschwanden erst gegen 2230. Einige Restwolken quälten mich noch während des Skizzierens, so dass ich zweimal für ein paar Minuten Pause machen musste. So hat sich das totale Entspannungsgefühl beim Zeichnen dieses Mal nicht so richtig eingestellt. Ich bin aber dennoch zufrieden.
Teleskop: Celestron Nexstar 127 SLT mit Amici-Prisma
Okular: TS HR Planetary 7mm
Datum & Zeit: 29.07.2015, 2300-0000 CEST
Ort: heim. Terrase, Region D'dorf
Technik: Kreide-/Kohlestifte auf schwarzem Skizzenkarton
Auf der Skizze erkennt Ihr den aus dem nektarischen Zeitalter stammenden Bailly mit den Nebenkratern A und B im Nordosten sowie C, D und F innerhalb des Kraters. Der weiße "Haken" am nördlichen Kraterrand ist der Nebenkrater Bailly G.
Streng genommen ist Bailly kein Krater sondern ein sogenanntes Einschlagbecken. Der offensichtliche Unterschied ist in erster Linie die Größe. Bailly ist mit 300km Durchmesser schon ein Brummer. Und er hat keinen Zentralberg sondern einen inneren Kraterring, den man auch ein wenig erahnen kann. Auf der Skizze kommt das nicht so klar rüber, aber ich denke, der helle Bereich unterhalb von Bailly G könnte zu diesem Ringgebirge gehören. Ebenso die helle Struktur bei Bailly C.
Man kann sich die Entstehung in etwa so vorstellen wie die Wellenbewegung auf der Wasseroberfläche, wenn ein Tropfen "einschlägt". Bei den kleinen Mondkratern war die Schockwelle beim Einschlag nicht stark genug, nach außen wandern zu können. Da blieb dann ein Zentralberg. Bei den Einschlagbecken reichte sie eben für eine kreisförmige Wellenbewegung nach außen. Hierdurch entstanden ein oder mehrere konzentrische Gebirgsringe.
Am schönsten könnte man das beim Mare Orientale sehen, wenn man denn von der Seite auf den Mond schauen könnte. Von der Erde aus können wir bei günstiger Libration manchmal einen Blick auf den äußeren Ring werfen (die Montes Cordillera). Ansonsten ist Bailly von der Erde aus wohl der beste Kandidat, diese Strukturen mal zu sehen.
Beste Grüße
Achim