magnitudo
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Hallo Leute,
kürzlich kam mir bei der Bildbearbeitung die Idee, man könnte doch vielleicht die Lichtverschmutzung aus den Rohbildern entfernen, wenn man in der Region in der man sein Objekt belichtet hat ein unscharfes Bild mit den selben Aufnahmewerten macht und dieses dann vom scharfen Light abzieht.
Der Grundgedanke war der, das die Lichtverschmutzung eine andere Lichtfarbe im Spektrum hat wie die Objekte im All. Leider wird diese aber in der Kamere auch nur auf die drei Töpfe (RGB) verteilt, wie das Licht unserer Fotoobjekte.
Dennoch müßten aber mindestens die helleren Sterne auf einem recht dunklen Bild verbleiben. Der Durchschnitt der Lichtverschmutzung - welche ja nicht scharf sein muß, weil sie sich ja auf den scharfen Lights durch Luftunruhe und Wind bewegt - gemischt und gepaart mit dem unscharfen Mix aus Sternen, Galaxien, Nebeln etc. sollte ein im gesamten gleich helles Bild wie die scharfen ergeben, allerdings flächig etwas heller als die Lichtverschmutzung. Zusätzlich dürfte die Vignetierung des Teleskops sich, ähnlich wie bei einem Flat, in dem Bild wiederfinden.
So habe ich das vor Weihnachten mit dem Kometen Catalina probiert und es hat auch formell geklappt. Leider habe ich das unscharfe Light gegen halb acht aufgenommen, als Venus schon in der fortgeschrittenen Dämmerung stand und der Bereich um Catalina auch schon reichlich aufgehellt war. In den Vorschaubildern war die zunehmende Helligkeit durch die Dämmerung gut zu sehen. Das Ergebniss war ein schwarzes Bild mit den allermeisten Sternen, die auch im scharfen Rohbild zu sehen waren, ein Kometenkern und sogar ein bißchen Koma um den Kern. Allerdings kaum mehr als ein 1 Bit schwarz/weiß Foto.
In der Nacht zu Freitag habe ich es dann noch mal an dem Kometen versucht. Zwar um Mitternacht herum, also ohne Gefahr einer Dämmerung, leider jedoch Stand Catalina tiefer am Horizont und direkt über der hiesigen lokalen Industrie im Nordosten. Dazu war das zu etwa 95% illuminierte Mondscheibchen nicht arg weit entfernt. Dennoch war der Erfolg schon äußerst vielversprechend für weitere Versuche.
Ich habe 29 Bilder bei Iso 6400 je 30 Sekunden mit meiner Canon 1200D mit UHC-E Clipfilter an meinem 6" f5 Newton belichtet. Danach direkt unscharf gestellt und diesmal vorsichtshalber nur 25 Sekunden bei Iso 6400 belichtet. Allerdings ohne Nachführung und ich habe dabei über RA und DE um ein paar Grad wahllos in der Region umhergeschwenkt wo der Komet stand, ohne jedoch den Kometen im Bildfeld zu haben.
Zunächst habe ich verschiedene Einstellungen bei DSS (Deep Sky Stacker) vorgenommen und die jeweils etwa 90% der 29 Rohbilder gestackt und danach mit PhotoLine bearbeitet.
Das brauchbarste (na ja ...) habe ich anschließend am längsten bearbeitet. Es ist das obere Foto.
Dann habe ich nur 9 Bilder bei 90% Verwendungasrate gestackt weil DSS bei 29 Bildern jeweils abgeschmiert ist. Diesmal aber habe ich das unscharfe Light als Dark angeboten. Das Ergebniss seht ihr im unteren Bild. Dieses brauchte ich nur noch ein wenig mit "Werte und Kurven" nachbearbeiten und anschließend entrauschen (was halt ging). Ich denke, mit einem "Masterdark" aus mehreren solcher Bilder, mehr Rohbildern, bei Neumond und höher stehendem Kometen sollte noch mehr drin sitzen, vielleicht auch der Kometenschweif (!/?)
Das Prinzip scheint ja zu funktionieren. Leider finde ich im Netz keine Dokumentation darüber. Ich wüßte nicht auch vorher schonmal davon gelesen zu haben, bin mir aber sicher, dass ich - bei aller Kreativität im Bereich der Hobbyastronomie - das Rad nicht erfunden habe.
Gibt es diese Art der Bildbearbeitung schon und wenn ja, wie heißt sie? Wo finde Dokumentation darüber?
Gibt´s Cracks die dieses perfektioniert haben?
Hier mal die Bilder:
Link zur Grafik: http://www.magnitudo.de/bilder/2016/01/22/20160122_catalina_03b.jpg
Link zur Grafik: http://www.magnitudo.de/bilder/2016/01/22/20160122_catalina_06c.jpg
Bis dahin
kürzlich kam mir bei der Bildbearbeitung die Idee, man könnte doch vielleicht die Lichtverschmutzung aus den Rohbildern entfernen, wenn man in der Region in der man sein Objekt belichtet hat ein unscharfes Bild mit den selben Aufnahmewerten macht und dieses dann vom scharfen Light abzieht.
Der Grundgedanke war der, das die Lichtverschmutzung eine andere Lichtfarbe im Spektrum hat wie die Objekte im All. Leider wird diese aber in der Kamere auch nur auf die drei Töpfe (RGB) verteilt, wie das Licht unserer Fotoobjekte.
Dennoch müßten aber mindestens die helleren Sterne auf einem recht dunklen Bild verbleiben. Der Durchschnitt der Lichtverschmutzung - welche ja nicht scharf sein muß, weil sie sich ja auf den scharfen Lights durch Luftunruhe und Wind bewegt - gemischt und gepaart mit dem unscharfen Mix aus Sternen, Galaxien, Nebeln etc. sollte ein im gesamten gleich helles Bild wie die scharfen ergeben, allerdings flächig etwas heller als die Lichtverschmutzung. Zusätzlich dürfte die Vignetierung des Teleskops sich, ähnlich wie bei einem Flat, in dem Bild wiederfinden.
So habe ich das vor Weihnachten mit dem Kometen Catalina probiert und es hat auch formell geklappt. Leider habe ich das unscharfe Light gegen halb acht aufgenommen, als Venus schon in der fortgeschrittenen Dämmerung stand und der Bereich um Catalina auch schon reichlich aufgehellt war. In den Vorschaubildern war die zunehmende Helligkeit durch die Dämmerung gut zu sehen. Das Ergebniss war ein schwarzes Bild mit den allermeisten Sternen, die auch im scharfen Rohbild zu sehen waren, ein Kometenkern und sogar ein bißchen Koma um den Kern. Allerdings kaum mehr als ein 1 Bit schwarz/weiß Foto.
In der Nacht zu Freitag habe ich es dann noch mal an dem Kometen versucht. Zwar um Mitternacht herum, also ohne Gefahr einer Dämmerung, leider jedoch Stand Catalina tiefer am Horizont und direkt über der hiesigen lokalen Industrie im Nordosten. Dazu war das zu etwa 95% illuminierte Mondscheibchen nicht arg weit entfernt. Dennoch war der Erfolg schon äußerst vielversprechend für weitere Versuche.
Ich habe 29 Bilder bei Iso 6400 je 30 Sekunden mit meiner Canon 1200D mit UHC-E Clipfilter an meinem 6" f5 Newton belichtet. Danach direkt unscharf gestellt und diesmal vorsichtshalber nur 25 Sekunden bei Iso 6400 belichtet. Allerdings ohne Nachführung und ich habe dabei über RA und DE um ein paar Grad wahllos in der Region umhergeschwenkt wo der Komet stand, ohne jedoch den Kometen im Bildfeld zu haben.
Zunächst habe ich verschiedene Einstellungen bei DSS (Deep Sky Stacker) vorgenommen und die jeweils etwa 90% der 29 Rohbilder gestackt und danach mit PhotoLine bearbeitet.
Das brauchbarste (na ja ...) habe ich anschließend am längsten bearbeitet. Es ist das obere Foto.
Dann habe ich nur 9 Bilder bei 90% Verwendungasrate gestackt weil DSS bei 29 Bildern jeweils abgeschmiert ist. Diesmal aber habe ich das unscharfe Light als Dark angeboten. Das Ergebniss seht ihr im unteren Bild. Dieses brauchte ich nur noch ein wenig mit "Werte und Kurven" nachbearbeiten und anschließend entrauschen (was halt ging). Ich denke, mit einem "Masterdark" aus mehreren solcher Bilder, mehr Rohbildern, bei Neumond und höher stehendem Kometen sollte noch mehr drin sitzen, vielleicht auch der Kometenschweif (!/?)
Das Prinzip scheint ja zu funktionieren. Leider finde ich im Netz keine Dokumentation darüber. Ich wüßte nicht auch vorher schonmal davon gelesen zu haben, bin mir aber sicher, dass ich - bei aller Kreativität im Bereich der Hobbyastronomie - das Rad nicht erfunden habe.
Gibt es diese Art der Bildbearbeitung schon und wenn ja, wie heißt sie? Wo finde Dokumentation darüber?
Gibt´s Cracks die dieses perfektioniert haben?
Hier mal die Bilder:
Link zur Grafik: http://www.magnitudo.de/bilder/2016/01/22/20160122_catalina_03b.jpg
Link zur Grafik: http://www.magnitudo.de/bilder/2016/01/22/20160122_catalina_06c.jpg
Bis dahin