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Diskussionsforen Welches Fernglas ? | Ferngläser
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lestrade Offline
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#1323869 - 11/02/2018 20:15 Re: Welches Fernglas ? [Re: Antares]


Original geschrieben von: Antares

Und deshalb bin ich längst nicht mehr täglich hier und schreibe längst nimmer so viel wie einst.


Hallo Antares,

dass die Lust, eigene Beiträge zu verfassen, unter den von Dir geschilderten Umständen abnehmen kann, kann ich einerseits verstehen, anderseits wird die Freundlichkeit, eine Hilfestellung anzubieten, durch diese Umstände gerade nicht gemindert, sondern erhöht.
Gibt es zu dominant scheinende Stimmen, kann gerade eine unbeirrt in leiserem Tonfall hineingesetzte, und desto reiner an Aspekten des Sachthemas orientierte, die wichtigste Hilfe sein - entsprechende Leser vorausgesetzt (aber über die lässt sich schwer spekulieren).

Da ich sehr stark mehrstimmig musikalisch denke, möchte ich es auch so ausdrücken: Eine Vielstimmigkeit von, wenn nötig auch sehr unabhängigen, Stimmen dürfen wir uns heute weniger denn je vermiesen lassen - gerade auch sonst im Leben. Ich habe nie verstanden, was an den vielgescholtenen "Spaltungen der Gesellschaft" so schlimm sein soll, wenn doch gerade diese allein die zugemuteten Einstimmigkeiten aufheben können, die manchen, vielleicht nicht den wohlgesonnensten, gerade recht sein könnten.

Aus der besten Musik können wir erkennen, dass nicht unbedingt die lautesten Stimmen - in der Neuzeit oft die Oberstimmen - diejenigen sind, die beim wachen Hörer die meiste Aufmerksamkeit erregen! ;-) In einer Musik, die nur forte und fortissimo dröhnt, ist das plötzliche Pianissimo die wieder aufweckende Sensation.

Viele Grüße,
Herbert

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leicam62003 Offline
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#1323875 - 11/02/2018 20:32 zur Klärung [Re: Alena]


Nevi,

nochmal, ich kann deine Anmerkung ja nicht so stehen lassen, denn ich relativierte nicht, sondern:

Zitat:

Antwort auf:
Für mich allerdings ist ein Autofahrer, der die Rettungsgasse nicht dem Regelwerk nach freigibt, gar sie selber nutzt,
kein guter Fahrzeugführer, oder Verkehrsteilnehmer.
Insgesamt betrachtet kann dieser dennoch ein mehr als akzeptables Mitglied einer Lebensgemeinschaft sein. Ebenso wie eine Frau, die nicht gut kochen kann. Sie ist dann keiner gute Köchin, muss deshalb aber keine schlechte Mutter sein!


Wenn du diese Textpassage nicht richtig verstanden haben solltest, wie in deinem Beitragsabschnitt nach zu lesen,

Antwort auf:
Ehrlich gesagt Dominique, wenn ich solche Relativierungen lese, wied Du sie oben am Beispiel der Rettungsgasse vorführst, packt mich das Grausen. Da kämpfen irgendwo ein paar Meter weiter vor Dir auf der Auotbahn vielleicht ein paar Menschen um ihr Leben, aber irgendein selbstbewusster Egoist schert sich einen Deibel drum und blockiert die Rettungskräfte, und Du erzählst dann, macht doch nix, vielleicht ist er ja gut zu seinen Haustieren oder engagiert sich im Umweltschutz und ist somit "insgesamt betrachtet" ein "akzeptables Mitglied der Lebensgemeinschaft". Wenn da vorne also seinetwegen ein paar Leute sterben müssen, macht doch nix, Hauptsache er füttert seinen Wellensittich pünktlich und kommt dafür durch die Rettungsgasse nicht zu spät nach Hause? (Nix gegen Wellensittiche). So ein relativierendes Geschwätz, ein für meine Begriffe, Entschuldigung, ausgesprochen dummes Geschwätz, ich kann es nicht anders nennen, lässt mir einfach nur die Kinnlade runterklappen.


nutze die Gelegenheit und denke nochmals darüber nach.
Das ich ein solches im Beispiel aufgeführtes Verhalten eines Fahrzeugführers nicht dulde und auch unseren gesetzlichen Bestimmungen nach verurteilt wissen möchte dürfte selbstredend sein.
Darum ging es in meinen Ausführungen nicht.
Ich behaupte nun nicht, das du dies wusstest und deinen Beitrag diesem Kenntnisstand nach diametral verfasst hast, das Gegenteil aber auch nicht.
Insofern sind deine weiteren Ausführungen bezüglich dessen unterhaltsam, aber seitens ihrer Substanz meines Erachtens leider wertlos.

Meiner Erfahrung nach hat es sich als bewährt erwiesen, an Stelle über Menschen, mit ihnen zu sprechen.

Final also muss ich hier vehement deiner Auslegung meiner Textpassage mit gekoppelter Gesinnung auf das schärfste widersprechen.
_________________________
Gruß Dominique
www.dasfernglas.de

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lestrade Offline
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#1323890 - 11/02/2018 21:53 Re: Welches Fernglas ? [Re: Nevijet]


Hallo Nevi,

eine kurze Reaktion: Ich finde die polemische Begriffsverwendung von "alternative Fakten" und zuletzt von "postmoderne Beliebigkeit" - mit Verlaub - modern totalitär angehaucht und auch rechthaberisch.
Man sollte sich klar machen, dass abgefeimte Floskeln wie "alternative Fakten" im Kampf um die politische Meinungsdominanz von Geheimdiensten mit tausenden Mitarbeitern ersonnen und von kooperierenden Medien distribuiert werden, um Gegner durch schiere Masse plattzuwalzen, die in leicht veränderten Kontexten gerne auch - ihrerseits verschwörerisch - als "Verschwörungstheoretiker" abgekanzelt werden. Von einer Warte der Diskussionskultur aus betrachtet ist das unterste Sohle.

Wo argumentiert wird, herrscht gerade keine "Beliebigkeit" vor, sondern ein Bemühen, das eben auch sich beißende Argumente hervorbringt.
Was ist modern, was postmodern, was multifaktoriell?
Die Moderne sagte autoritär "da ist der Fortschritt" (z.B. Atomkraft), die Postmoderne keineswegs beliebig "da sind verschiedene, vielleicht auch zueinander widersprüchliche FortschrittE". Die Postmoderne denkt/dachte? multifaktoriell, demokratisch.

Klare Himmel,
Herbert



Bearbeitet von lestrade (11/02/2018 22:12)

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Hoshikuzu Offline
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#1324032 - 12/02/2018 23:41 Re: Welches Fernglas ? [Re: Alena]


Hmm... und so abschweifende Diskussionen bloß wegen des Begriffs "Wirkungsgrad"?

Für mich ist ein Wirkungsgrad erstmal ganz allgemein bei technischen Geräten (z.B. Motoren, Heizungsanlagen, Turbinen, Lichtquellen, ...) das Verhältnis von nutzbarer Energie zu eingesetzter Energie. Also quasi Nutzen bezogen auf Aufwand. Für Ferngläser ließen sich da ganz unterschiedliche Wirkungsgrade definieren. Der Nutzen ist für mich die (Detail-)Erkennbarkeit weit entfernter Objekte. Wenn ich als Aufwand die Vergrößerung nehme (unter der Zusatzbedingung Freihandbeobachtung), dann ergibt sich aus den bereits gezeigten Leistungskurven ein sinkender Wirkungsgrad (= Quotient Leistung/Vergrößerung) mit steigender Vergrößerung. Oder etwa nicht? Trotzdem nimmt die absolute Leistung mit steigender Vergrößerung zu. Ein Trabi hat ja auch einen höheren Wirkungsgrad als ein Porsche (Trabi-> 100 km/h : 26 PS = 3,84; Porsche 911-> 230 km/h : 190 PS = 1,21). Aber im Porsche ist man schneller unterwegs.

Den oben vorgeschlagenen Erkennbarkeitstest hat bei mir natürlich auch ein ZOMZ 20x60 deutlich gegen ein KOMZ 6x24 gewonnen (mit 6x Verkehrsschild schön ruhig und klar zu sehen aber nicht lesbar; mit 20x sehr wackelig aber ohne Probleme zu lesen... Hätte da ein Spatz draufgesessen, wäre mit dem 20er die Unterscheidung in Feld-, Wald- und Wiesensperling wohl deutlich einfacher gewesen.) Das 6x24 kann ich selbstverständlich deutlich länger (ruhig) halten als das 20x60...

Wie steht es eigentlich mit dem ökonomischen Wirkungsgrad von Ferngläsern (Erkennbarkeit/Kosten)? Das ist ja dann wie bei der Vergrößerung: je teurer das Glas, desto schlechter der Wirkungsgrad...

Gruß,
Christoph

... und Entschuldigung, Anna-Maria, daß ich hier nichts zur eigentlichen Fragestellung mehr beitrage.

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leicam62003 Offline
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#1324034 - 13/02/2018 06:25 Re: Welches Fernglas ? [Re: Alena]


Christoph,
möchtest du nun wirklich auf deine Ausführung basierend ein Feedback? Ich glaube nicht.
Leider hast du wie auch teils andere Teilnehmer dieses Fadens m.a. Satzinhalte ausgelassen,........ ich weiß wozu das dient.

Ab einem gewissen Punkt, und dazu muss nun nicht zwingend dein Beitrag zählen, dies dürfen andere entscheiden,
liegt es nicht am Können, sondern am Wollen.

Antwort auf:
Hmm... und so abschweifende Diskussionen bloß wegen des Begriffs "Wirkungsgrad"?


falsch, wegen des Umgangs mit diesem Wort!

_________________________
Gruß Dominique
www.dasfernglas.de

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wurzelwaerk Offline
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#1324053 - 13/02/2018 09:24 Re: Welches Fernglas ? [Re: Hoshikuzu]


Hallo Christoph,

das ist aber alles ziemlich an den Haaren herbeigezogen, wenn ich das mal so deutlich sagen darf und hat mit dem Begriff "Wirkungsgrad" nicht viel zu tun.
Du setzt einfach zwei für Dich wichtige Faktoren in Beziehung und ermittelst Dir daraus einen Faktor oder Quotenten.

Dein Beispiel mit dem Trabi hinkt besonders, denn auch mit 26PS kann man locker mehr als 100km/h fahren, wenn man andere Randbediungungen ändert.
_________________________
Gruß Ralf
Dark Clear Still Smokeless and well Collimated Skies

"Eine gute Frage ist die halbe Antwort" - Rumi

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Hoshikuzu Offline
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#1324117 - 13/02/2018 16:38 Re: Welches Fernglas ? [Re: Alena]


Hallo Ralf,

eigentlich habe ich nur die Kurve für Freihandbeobachtung von Kratzer und Weyrauch ausgewertet, die die Fernglasleistung Lambda fürs Tagsehen ins Verhältnis zur Vergrößerung Gamma' setzen. Natürlich hängt die Fernglasleistung auch noch von anderen Parametern ab. Den Quotienten dann "Wirkungsgrad" zu nennen... da kann man drüber streiten. Muß man aber nicht. Ich kann die Aussage "Der Wirkungsgrad eines V15x sinkt aus der Hand gegenüber eines 10x deutlich ab." so unterschreiben. Gleichzeitig kann ich aber mit der höheren Vergrößerung trotz des schlechteren "Wirkungsgrades" mehr Details erkennen.

Mit dem Trabi-Porsche-Vergleich hast Du recht: beide Fahrzeuge unterscheiden sich außer bei der Motorleistung in vielen anderen Randbedingungen. Korrekterweise hätte ich ein bis auf die Motorisierung gleiches Fahrzeug nehmen müssen. Der Grund für den Vergleich war, daß das Handzittern bei Freihandbeobachtung nach der Kurve von Kratzer und Weyrauch einen ähnlichen Einfluß auf die Fernglasleistung hat, wie der Luftwiderstand auf die Geschwindigkeit eines Autos.

Gruß,
Christoph

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Nevijet Offline
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#1324159 - 13/02/2018 20:40 Re: Welches Fernglas ? [Re: Hoshikuzu]


Hallo Christoph,

unterschreibst Du auch die Aussage: "Der Wirkungsgrad eines 10x sinkt aus der Hand gebenüber dem eines 6x deutlich ab"? Wenn nein, warum nicht? Wenn ja, wie ist es mit dem Wirkungsgrad dieses 6x gegenüber einem 3x bestellt? Oder gegenüber 1x, d.h. Beobachtung ohne Fernglas?

Gibt's da irgendwo ein Optimum, wie behaupet wurde, und wenn ja, wo liegt das? Oder können Ferngläser den Beobachtungswirkungsgrad nur immer weiter absenken? Wenn ja, warum verwenden wir sie dann überhaput???? Vielleicht etwa, weil es gar nicht auf diesen Kokolores von einem "optimalen Wirkungsgrad" ankommt? Sondern vor allem ganz einfch auf - Detailerkennung, die damit gesteigert wird, was objektiv gemessen werden kann??? (Natürlich zuzüglich subjektiver wahrnehmungspsychologischer Faktoren, die ein objektiver "Wirkungsgrad" aber möglichst ausklammern sollte, oder welchen Sinn soll der Begriff sonst haben?).

Gruß,
Mathias


Bearbeitet von Nevijet (13/02/2018 21:00)

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lestrade Offline
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#1324228 - 14/02/2018 12:29 Re: Welches Fernglas ? [Re: Alena]


Hallo Matthias,

melde mich auch nochmals zum halb themenfremden Thema "Wirkungsgrad".
Ganz verstehe ich die Diskussion nicht. Wenn man mal kurz analytisch zusammenfasst, ließe sich das übersichtlich darstellen.
Das hauptsächliche Missverständnis dürfte der Begriff "objektiv" in "objektiver 'Wirkungsgrad'" schaffen.

Ein "objektiver Wirkungsgrad" wäre m.E. Unsinn.
Der Begriff ergibt sich doch erst aus der Überblendung des objektiven Umstandes, dass Ferngläser mit zunehmender Vergrößerung linear immer mehr Details zeigen (deutlich abgeschwächter und nur bis zur maximalen Eintrittspupille eines Auges bei geg. Lichtverhältnissen gilt das auch für die Öffnung) mit z.B. freihändiger Bedienung.

Freihändige Bedienung als gegenläufiger Faktor muss INTERsubjektiv aufgefasst werden, d.h. es lässt sich ein Mittelwert ermitteln, bei dem Fernglasvergrößerungen und -gewichte(!) über eine gegebene praxisnahe Zeit gemessen einen "Kurvenknick" machen bzw. eine Zone deutlicher Abflachung jener Graphkurve erkennen lassen, die die Steigerung der Detailerkennbarkeit freihändig angibt.

Und dann gibt es subjektive Faktoren, die man aus der Betrachtung tatsächlich vorerst draußen halten kann oder soll, weil sie einerseits individuelle (Un)Fähigkeiten ausdrücken, die über oder unter einem gemittelten Wert liegen oder aber auch persönliche Vorlieben, Akzeptanzen oder Abneigungen ausdrücken, die eine Vergrößerungsstufe noch zu verwenden.

Der Begriff "Wirkungsgrad" ist also so wie ich ihn nur verstehen kann auf die Überblendung des objektiven Faktors Detailsteigerung mit dem intersubjektiven Faktor Freihändigkeit und also Detailminderung bezogen.
Der Wirkungsgrad nimmt ab während die Detailerkennbarkeit dennoch asymptotisch - hin zur Nicht-Steigerung - zunimmt. Bis zu einem Grad, bei dem auch subjektive Akzeptanzen einer hohen Vergrößerungsstufe gegen null gehen.

Viele Grüße,
Herbert


Bearbeitet von lestrade (14/02/2018 12:39)

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Hoshikuzu Offline
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#1324236 - 14/02/2018 12:52 Re: Welches Fernglas ? [Re: Alena]


Hallo Mathias,

klar, ohne Fernglas hat das Handzittern (und die Imperfektion der Optik) keinen Einfluß, sodaß ich die Leistungsfähigkeit/das Auflösungsvermögen meines Auges zu 100% ausnutzen kann. Wer also mit maximalem "Wirkungsgrad" beobachten möchte, benutzt kein Fernglas.

Wer aber die Leistungsfähigkeit seines Auges steigern möchte, der wählt sich ein Fernglas aus, das die seinen Beobachtungszielen entsprechende Leistungsfähigkeit bietet. Daß die Leistungsfähigkeit bei Freihandbeobachtung nur unterproportional mit der Vergrößerung anwächst, muß man halt inkaufnehmen. Ein 15x60 hat nach der von Dir eingefügten Grafik/Tabelle am Tage nur 15% mehr Leistung als ein 10x50 und nicht 50%. Da kann man sagen: "Das lohnt sich für mich nicht." Man kann aber auch sagen: "Das Plus an Leistung brauche ich." Nachts hat man mit einem 15x70 natürlich auch 2,7 mal soviel Öffnung wie mit einem 10x42.

Für mich wären bei der Entscheidung zwischen 10x42 und 15x70 andere Faktoren sehr viel wichtiger als der "Wirkungsgrad" in der hier angesetzten Definition. Und da gab es doch viele gute Ratschläge und Argumente im Thread. Die Prioritäten können individuell unterschiedlich liegen. Am Ende gilt ja eh: "Ihr müßt es alle für Euch selbst herausfinden." (Brian von Nazareth)

Gruß,
Christoph

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Gamma_7 Offline
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#1325331 - 21/02/2018 02:08 Re: Welches Fernglas ? [Re: Alena]


So ist es Christoph, klar, man kann und sollte auch allgemeine Tipps Anfängern geben, aber jeder hat andere Ansprüche bei der Beobachtung. Der immer "richtige" Rat gibt es nicht. Selbst verschiedene Ferngläser in verschiedenen Größen ausprobieren, die Praxis eben, das ist für jeden individuell das Entscheidende.

Ich habe insgesamt ca. 25 verschiedene Ferngläser in den Größen 8x32 bis 20x80 ausprobiert, ausschließlich freihändig. Für mich persönlich macht ein Fernglas nur Sinn wenn man es auch freihändig nutzen kann, unabhängig von einem Stativ, einfach frei draufhalten und frei "surfen" in den Sternenhimmel, das ist für mich der Sinn eines Fernglases.

Eins konnte ich dabei feststellen, je größer die Vergrößerung (natürlich bei mindestens 4mm AP) desto mehr habe ich gesehen. Ich kann selbst ein 20x80 Glas freihändig so einsetzen, dass es für mich persönlich noch Sinn macht. Ich bin jetzt auch keiner, der ein Objekt permanent 20 Minuten lang anvisiert um irgendein winzig kleines Detail auszumachen. So hat jeder seinen Anspruch.
Unter eine 10fache Vergrößerung kommt für mich absolut nicht in Frage. Letztendlich ist es das Nikon Monarch 12x56 DCF der ersten Monarch-Generation geworden. Ein für mich für hauptsächlich astronomische Zwecke perfektes zu handhabenes Fernglas. Ich wohne im Oberallgäu und habe das Glück nur zwei Minuten zu Fuss vom Haus zu gehen um in der Pampa zu sein ohne Lichtstörung und schönen dunklen Gebirgs-Himmel, wo man auf einer Bank sitzen kann vor einer sehr großen Wiese und ins Weltall schweifen kann. Ohne Taschenlampe geht da nichts um dahin zu kommen.

Wie gesagt, selber verschiedene Ferngläser ausprobieren. Das ist das Entscheidene. Wenn man einfach nur z.B. ein 10x42 Glas sich jetzt zulegt als erstes Fernglas und sonst keine anderen Größen probiert, wird man nie den Unterschied feststellen können, man hat keinen Vergleich und keine Erfahrung. Wenn man dann vielleicht mal ein 12x50 Porro-Glas von einem Bekannten zufällig ausprobiert, kommt dann vielleicht das große Erwachen und man denkt sich "so eins möchte ich auch haben".....oder auch nicht.

Probieren

Gruß, Matthias


Bearbeitet von Gamma_7 (21/02/2018 02:15)

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lestrade Offline
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#1325445 - 21/02/2018 21:08 Re: Welches Fernglas ? [Re: Gamma_7]


Original geschrieben von: Gamma_7
Wenn man dann vielleicht mal ein 12x50 Porro-Glas von einem Bekannten zufällig ausprobiert, kommt dann vielleicht das große Erwachen und man denkt sich "so eins möchte ich auch haben".....oder auch nicht.


Hallo Matthias,

im konkreten Fall wäre vielleicht eher ein 12x50 Dachkant eine Option gewesen (Gewicht, Volumen)? Etwas wie das Kowa 12x50 SV DCF?

(Ansonsten volle Zustimmung!)

Gruß,
Herbert
P.S.: An ein 12x70 Porro für Dich hast Du noch nie gedacht?
Da gibts das sehr günstige Celestron Cometron. Wenig schwerer als Dein 12x56. Bei Deinem Himmel?! Bzw. noch lichtstärker aber relativ engwinkeliger TS 11x70 LE?


Bearbeitet von lestrade (21/02/2018 21:29)

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Gamma_7 Offline
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#1325464 - 22/02/2018 03:01 Re: Welches Fernglas ? [Re: Alena]


Hallo Herbert,

Ein 12x70 wäre einen Versuch wert.
Nun ist mein Nikon Monarch 12x56 ein doch sehr hochwertiges Fernglas in der aktuellen Preisklasse um 600,-. Die Haptik ist für ein Dachkant sehr gut, kommt aber an guten Porros, welche ich eigentlich viel mehr mag, nicht heran. Das Monarch ist top verarbeitet, fühlt sich hochwertig an, ist hochwertig voll mehrschicht vergütet, hat ein sehr angenehmes Einblickverhalten und ein angenehmes Gefühl der Augenmuscheln, die in drei Stufen rausdrehbar sind, am Auge, ein großes Sehfeld (für mich sehr wichtig, sonst macht es kein Spaß), kreisrunde AP ohne Vignettierung, so gut wie keine Reflexe bei unmittelbarer Nähe von hellen Lichtquellen (man kann ohne Störungen direkt neben dem Vollmond beobachten), hat eine sehr gute Randschärfe (Sterne sind auch am GF-Rand fast punktförmig und nur unwesentlich unscharf)....rundum, ein hochwertiges Fernglas.
Hier machen erst die Top-Gläser von "Leisky" mehr her, die kosten aber das Dreifache und mehr.
Einzig kleiner Nachteil....es hat einen doch merklichen Farbfehler wenn man Richtung GF-Rand guckt. Wenn man aber normal beobachtet ist in der Mitte des GF nichts zu sehen, mich stört dieser Farbfehler nicht. Ein Zeiss Conquest 10x56 der ersten Generation (250,- teurer) hatte einen stärkeren Farbfehler.
Was ich damit sagen will ist, dass das 12x70 Cosmetron von Celestron ein kleineres GF hat, wohl keine volle MV, die Augenmuscheln mir typisch chinamäßig vorkommen (habe immer noch ein TS 15x70 LE....gute Optik, aber das Einblickverhalten und das Gefühl der Augenmuscheln an den Augen sind hier nicht mehr so angenehm).
Da spielt das Monarch dann wohl doch in eine andere Qualitätsliga.
Klar, ausprobieren geht über studieren, und das PLV scheint laut Erfahrungsberichten sehr gut zu sein, aber extra eins besorgen um es auszuprobieren, mach ich jetzt nicht.

Mein Wunschfernglas wäre ein 12x56 Porro in dieser Qualität wie mein Monarch. Nur das gibt es nicht aktuell. Die gebrauchten 12X60 Gläser von Zeiss wären was. Aber die sind einfach zu teuer aufzutreiben. Ich hatte bei meinen Fernglasversuchen vor ca. 8/9 Jahren das Nikon 12x50 SE Porro gehabt. Ein Weltklasse Fernglas, einfach gigantisch, da hat alles gepasst. Das GF war etwas kleiner, aber nach meinen Ansprüchen noch groß genug (87/1000, gegenüber 96/1000 beim Monarch, beide ja 12fach). Eine Randschärfe vom SE, die ich bis heute nicht mehr erlebt habe, Punkte direkt am Rand, absolut reflexfrei (top Vergütung, man glaubte es wären gar keine Linsen vorhanden beim seitlichen draufgucken), nur die umstülpbaren Augenmuscheln entsprachen nicht dieser Klasse....sehr angenehm weich am Auge und super Einblickverhalten, aber rausdrehbar wäre hier meiner Meinung nach besser gewesen.
Warum ich das wieder verkauft habe, weiß ich bis heute nicht so richtig....ich habe jahrelang mit 15x70 beobachtet, das hat wohl eine Rolle gespielt....na ja, in diesem Sinne....

Gruß, Matthias

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leicam62003 Offline
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#1325477 - 22/02/2018 09:12 Re: Welches Fernglas ? [Re: Alena]


ja, teils alles richtige Aspekte, selbstredend sehr subjektiv, wie so vieles.

Letztendlich also darf der nach einem FG Suchende sich auch fragen, ob das was er will auch das ist was er braucht.

Einsatzzweck und Gebrauchstüchtigkeit.
Für mich sind V über 12 aus der (frei) Hand nicht Sinn ergebend (Sinn machen kann man nicht).

Für den einen ist die Umsegelung der Meere bei Sturm ein Hindernis,
für mache schon scheint schon der Gang vom Sessel zur Tür eines zu sein.

Die aus der Sicht dieser Probleme aufgestellten Beratungsrichtungen können unterschiedlicher nicht sein.
_________________________
Gruß Dominique
www.dasfernglas.de

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Gamma_7 Offline
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Registriert: 31/03/2010
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Ort: Oberallgäu
#1325591 - 23/02/2018 01:20 Re: Welches Fernglas ? [Re: Alena]


Jeder macht sein Ding, der Eine so, der Andere so.....und es ist bei einer Beratung für jemanden, der sich nicht so auskennt, nicht verkehrt, verschiedenste Standpunkte aus verschiedenen Erfahrungen der Personen zu lesen.....so liest die unerfahrene Person verschiedenste Standpunkte und auch verschiedene Meinungen. Falsch ist da keine, wenn nicht wirklich was technisch fachlich falsch ist. Ein 10x25 Glas wird wohl keiner hier für einen Nachthimmel, für den das FG ja ursprünglich gedacht war und angefragt worden ist, empfehlen. Für den Tag und Jackentasche wäre es wieder was......deshalb.....allgemein verbindliche Tipps selbstverständlich, aber selbst mal wenn möglich verschiedenste Ferngläser in verschiedenen Bauweisen, Größen und Vergrößerungen in der angestrebten Preisklasse ausprobieren für unerfahrene, damit die fragende Person selbst eine Erfahrung bekommt und dann wirklich sagen kann....hey, das ist es, ein 12x50 Porro-Glas, das kann ich viel angenehmer halten und ruhiger beobachten und ist besser in der Optik und sehe mehr als das eine gedachte 10x42 Dachkant-Glas für den gleichen Preis ....oder auch anders rum (als erdachtes Beispiel).....das ist für mich das Entscheidende.....

Gruß, Matthias


Bearbeitet von Gamma_7 (23/02/2018 01:45)

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