Bilder mit 114/500er Kugelspiegel

  • Ersteller des Themas Ersteller des Themas Ehemaliges Mitglied 31195
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Ehemaliges Mitglied 31195

Hallo,

hier im Forum (http://forum.astronomie.de/phpapps/.../1346224/Erkenne_nur_hellen_Punkt#Post1346224) ging es vor ein paar Tagen darum, was mit einem Bresser 114/500-Kugelspiegelnewton geht. Zufällig hatte ich letztes Wocheende wieder ein paar Fotografierversuche damit gemacht und möchte das hier für die Einsteiger (besonders Tjocka) zeigen.
Am 14.7. hatte ich Mittags die fleckenfreie Sonne aufgenommen. Naja, "Sie sehen, sie sehen nichts!". Am Abend dann noch Jupiter und Saturn ohne Barlow und doppelten Boden. Nur der reine Bresser Pluto/s mit einer ASI178MC.
Später dann sogar noch ein Deep-Sky-Versuch am Adlernebel - ca. 80 Minuten lang 15 Sekunden Subframes aufgenommen und dann ca. einen Stunde davon gestackt. Das ganze ohne Guiding, nur mit der original "EqSky"-Montierung und dem RA-Nachführmotor. Also ich würde den 114/500er nicht hoffnungslos nennen, auch wenn er einen Kugelspiegel hat. Das ist jetzt nicht Topauflösung und -schärfe, aber dafür gibt es den für kleines Geld - zum Einsteigen und Lernen allemal ok.

Viele Grüße

*entfernt*

 

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Hallo Heiko,

das ist eine gute Idee. Man sieht schon recht deutlich, dass der Kugelspiegel seine Grenzen hat. Vermutlich ist er zudem noch durch den Fangspiegel auf 80mm genutzte Öffnung beschränkt - jedenfalls ist das bei manchen Exemplaren so. Man sieht aber, dass man die Wolkenbänder und gröbere Strukturen sehen kann.
Ich setze mal als Vergleich ein Bild von mir dazu, das bezüglich Bearbeitung, Kamera, usw. nicht der Weisheit letzter Schluß ist. Der 127/952 Triplett-Apo hat ein halbes Zoll mehr Öffnung (jedenfalls von 114mm ausgehend) und einen Restfarbfehler, der etwas schwächer ausfällt, als der eines FH 80/1200. Das bewirkt die etwas ins violette gehende Farbabstimmung und der violette Saum ist erahnbar.
Als Kamera kam eine ALCCD/QHY 5L-IIc mit angezogener Handbremse zum Einsatz. (Damit meine ich, dass mir die USB-Einstellungen von Firecapture für QHY-Kameras noch nicht gewahr wahren, wodurch das Ding nicht die Hälfte der möglichen Framerate erzielte.) Eine Televue 2x Barlow war auch noch im Strahlengang. Entstanden ist die Aufnahme am 27.6.2018.
Link zur Grafik: http://www.svenwienstein.de/Jup_230212_g4_ap5_s_FFT.jpg

Bei voller Leistung sollte ein 114mm Parabolspiegel nicht weit davon weg oder gar gleich auf sein. Der Kontrastverlust durch Obstruktion ist ja fotografisch viel weniger relevant.

Also Fazit: Man sieht schon, warum man vom Kauf dieser Kugelspiegel-Varianten abraten sollte, aber ein vorhandenes Gerät sollte man erstmal kennenlernen, bevor man sich gleich in den nächsten Fehlversuch stürzt. Man stelle sich vor, es würde danach sowas wie ein 150/1500 Cat-Newton angeschafft...

Clear Skies
Sven
 
Hallo Heiko,
Natürlich, man kann Bilder auch mit einem Rasierspiegel machen. Aber Tjocka sprach von visuell in dem anderen Beitrag. Normalerweise sollte man bis zum doppelten des Durchmessers vergrössern können. Das wäre beim 114 mm = 228 fach. Aber T. hat bei 20 mm + 3-Fach Barlow = 7 mm, daraus folgt 500/7 = 70-fach schon keine Details mehr auf Jupiter gesehen. Das ist normal für einen Kugelspiegel. ... und dann auch noch das extrem grenzwertige /4 öffnungsverhältnis; bei f/8 oder f/10 könntee man ja noch diskutieren. ...
Also ich finde, man sollte Händler bei einer solchen unverschämten Abzocke (man könnte auch einen strafrechtlichen Begriff verwenden) nicht auch noch unterstützen.
Sven hat sich da sehr diplomatisch rausgehalten !
Rudi

 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo Rudi,

echt? Rasierspiegel geht auch? Zeig mal!

Aber Spaß beiseite. Mir ist nicht bewußt, daß ich hier irgendwelche Händler bei einer Abzocke unterstütze. Nichts läge mir ferner und das ist eine üble Unterstellung. Ich sehe das eher sportlich. Ich probier einfach gerne manchmal, wie weit man auch ein einfaches Setup treiben kann. Ich will damit nicht sagen, daß alle das so machen müßen. Aber ich denke auch, daß man ein Kugelspiegelteleskop nicht sofort wegschmeisen muß und man auch daran lernen kann - der Wiederverkaufswert ist sowieso minimal.

Und nochmal zu Abzocke. Ich habe weder beruflich mit einem Händler zu tun, noch bin ich mit einem verwandt, verschwägert oder stehe in irgendeinem engen persönlichen Verhältnis. Aber ich kann mir vorstellen, daß bei einem ca. 200.-Euro Teleskop mit Montierung, Okularen, Verpackung, Versand, Lagerhaltung, Verkaufsadministration etc. die Gewinnspanne (oder "Abzockspanne") überschaubar sein dürfte. Wie sieht das "Abzockpotential" denn bei 2000.-, 3000.-, 4000.- Euro oder mehr aus? Das geben viele ja gerne fürs Hobby aus (ich auch). Auch wenn man von Teleskopen noch nichts versteht, sollte man halbwegs abschätzen können, daß es zum Preis eines Rockkonzert plus Essen mit der Freundin noch keine top optische Qualität zu erwarten gibt. Da kostet eine Alufelge ja oft mehr.

Viele Grüße

*entfernt*
 
Hallo Heiko,

sehr schöne Idee, mal anlassbezogen den Leuten, die so einen 114er Kugelspiegel oder ein ähnliches Teleskop nun mal ohne/vor Beratung oder an Beratung vorbei gekauft haben, auf dem Dachboden oder bei Opa gefunden haben, oder sich einfach gefragt haben, ob es doch sinnvoll für die eigene Lernkurve ist, in der Bucht mal 20 Euro für 123meins zu riskieren, zu zeigen, was tatsächlich geht und wo die Grenzen sind.
Eigentlich zeigst Du ja den meisten Leuten wohl eher, wie man die Grenzen erreicht, denn die Ergebnisse sind meistens noch deutlich magerer.

Natürlich ist das bei Weitem nicht als Kaufempfehlung zu verstehen, aber immerhin wird hier m.E. ziemlich klar, dass es sich immer lohnt, sich zunächst mal ein wenig mit so einem Teil, wenn es denn schon vorhanden ist, zu beschäftigen und es nicht gleich wieder in den Kreislauf zu bringen.

Man kann daran viel über Teleskope und auch seine eigenen Zielsetzungen lernen, was hilft, künftig Fehlkäufe zu vermeiden.

Gruß
*entfernt*
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo Rudi,

im konkreten vorliegenden Fall wurde das Gerät gebraucht gekauft. Ob daran ein Händler beteiligt ist, darüber gibt es bisher keine Aussage.
Von daher würde ich sagen, dass der Auftritt weit aus dem Fenster gelehnt ist. Ob gewisse Begriffe zutreffen, kannst Du eigentlich mit legalen Mitteln Deiner Wahl selbst ausprobieren, bevor Du Forderungen an mich stellst.
Dass es einen deutlichen Unterschied zu korrekt funktionierenden Teleskopen mit ähnlicher Öffnung gibt, habe ich für Interessierte bildlich dargestellt. Das reicht für jeden, der sich vor dem Kauf informiert.

CS
Sven
 
Hallo !

Der kleine Bresser ist ja quasi der Lord Voldemort unter den Teleskopen. Dafür finde ich insbesondere den Adlernebel gar nicht so übel ;-)
Die Grenzen des Systems erreicht man bei diesem Teleskop wohl ziemlich fix und eine Fotomaschine ist er ganz sicher nicht. Derartige 'Qualität' an Einsteiger zu verhökern finde ich persönlich auch ziemlich grenzwertig zumal mal man für das gleiche Geld ja auch den Skywatcher Heritage bekommt der nicht nur mehr Öffnung und einen Parabolspiegel hat sondern auch besser Montiert ist.

Trotzdem schön zu sehen, was man auch aus solch einem Ding etwas herausholen kann.

Viele Grüße
Michael
 
Hallo Michael,

"Lord Voldemort unter den Teleskopen" - das ist ja köstlich und hört sich gefährlich an.
Daß ich überhaupt etwas im Adlernebel sehen konnte, hat mich auch gefreut. Die optische Qualität des Kugelspiegels ist eine Sache, aber daß die einfache Montierung mit einfachem RA-Motörchen es erlaubt hat, überhaupt das was der Bresser optisch liefern kann fotografisch sichtbar zu machen ist ja auch erstaunlich. Die Belichtungszeit war zwar nur 15 Sekunden, aber man hätte ja auch total verzogene hüpfende Sterne erwarten können. Da war kein Guiding, keine PEC-Korrektur, keine Geschwindigkeitsstabilisierung im Spiel und die mechanische Qualität der Montierungsteile ist mehr die von weichem Aluminium - ich rate natürlich trotzdem Einsteigern zu einer stabilen Montierung.
Statt dem Skywatcher Heritage würde ich den normalen 114/450p-Tubus nehmen. Der hat auch einen Parabolspiegel kann und man kann den Hauptspiegel voll justieren (kann man beim Heritage leider nicht). Da ich den selber habe könnte ich das sogar irgendwann mal zum Vergleich ausprobieren.

Gruß

*entfernt*
 
Hallo Heiko,

Vorsicht mit den Begrifflichkeiten, das ist verwirrend und schwierig. :confused:

Skywatcher Heritage 130p(=parabol), so wie Michael sie ins Spiel bringt ist voll justierbar, wenn auch nur mit rudimentärem OAZ.

http://skywatcher.com/product/heritage-p130/

Gerade dieser rudimentäre, kurze OAZ-Stummel ist ein großer Vortel des kleinen Dobsons gegenüber der Konkurrenz, wenn man den im Griff hat.
Damit ist ein kleiner FS eingebaut der sogar für ausreichend Ausleuchtung der vollen Öffnung sorgt, was bei den teils extrem hohen OAZ der Konkurrenz schlicht und ergreifend aussichtslos ist. Der entsprechende, derzeitige 130er von Bresser kommt z.B. über die Nutzung von 100 mm Öffnung nicht hinaus.

Du denkst eventuell an dieses Marketingwunder "Heritage Virtuoso" mit GoTo, dessen optischer Teil im Test bei Sven und mir nicht als auch nur annähernd brauchbares Teleskop durchkam

http://www.svenwienstein.de/HTML/skywatcher_heritage_114p_virtuoso.html

Überhaupt muss man, gerade bei den kleinen Teleskopen sehr aufpassen, da ändert sich ständig etwas, selten zum Guten, meist zu mehr Plastik, weniger Stabilität und weniger Funktion.

Das führt dann nicht selten zu augenscheinlichen
Schieflagen zwischen Theorie und Praxis
weil die Ausführung des Teleskops nicht mal mehr irgendwie öffnungsbezogene Leistung abrufbar macht.

Gruß
*entfernt*


 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo Günther,

ja, hast recht, ich hatte den anderen Heritage im Sinn. Da ziehe ich ja einen justierbaren Kugelspiegel einem nichtjustierbaren Parabolspiegel vor.
Interessante Bilder übrigens auf Deiner "Schieflagen"-Seite. Wer ist denn der Verrückte, der mit kleinen Kugelspiegeln Deep-Sky-Aufnahmen macht? :-)

Viele Grüße

*entfernt*
 
Ja Heiko,

den Knaben kenne ich nur virtuell, scheint ein sehr schräger Vogel zu sein, daher passend zu den Schieflagen. :biggrin:

Das ist so ein Typ, der möglicher Weise auch auf die 130er Heritage anspringen könnte, weil man da ja mit den Schiebestangen und ein paar selbst hingedengelten Adaptionen so ziemlich jede fotografische Option bis hin zum Colaflaschenboden ziehen kann. :pfeif:

Na, eventuell lerne ich den im September mal näher kennen. :cool:

Ich stelle mir, aus der rein visuellen Erfahrung mit solchen Teilen heraus, aber schon vor, dass mit einem leckeren Parabolspiegelchen, egal ob nun 114/450 oder 130/650 schon ordentlich was geht, also deutlich mehr als Du mit dem Kugelspiegel zeigst.
Von daher bleibt das für mich immer spannend.

Gruß
*entfernt*
 
Zuletzt bearbeitet:
Hi Zusammen,

hm... Kleinscherben-Wahn. Kann sein, dass ihr mich genug gefuchst habt, dann schnalle ich nachher in der Dämmerung das 5" Klorohr auf und/oder sogar den alten 114/1000 Cat-Newton. Hängt davon ab, wie der Abend verläuft.

Clear Skies
Sven
 
Hallo,

na ja, das mit kleinen Spiegeln was geht ist ja nicht neu. Und teuer muss das ja auch nicht sein. Warum man aber einen Heritage 130p für 180€ nehmen soll wo es doch einen erwiesenermaßen guten 130PDS für gerade mal 230€ gibt erschließt sich selbst einem Sparfuchs wie mir nicht. Es sein denn natürlich der Heritage steht ohnehin gerade rum. Ok beim 130PDS braucht man noch eine Montierung aber das sollte ja bei dem Gewicht nicht wirklich ein Problem sein.

Oder verstehe ich den (eher sportlichen) Ansatz aus fast nix etwas heraus zu holen nicht ? ?)

Viele Grüße
Michael
 
Hallo Michael,

das ist in der Tat eher sportlich zu sehen. Richtig sportlich wäre z.B. mal, gleiche grundsätzliche Qualität vorausgesetzt, mit hoher Vergrößerung auf den Unterschied mit 31mm (33?) und 47 mm Fangspiegel zu schauen, sowohl fotografisch als auch visuell.

Gruß
*entfernt*
 
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Hallo Günter,

den Hang zur Sportlichkeit kann ich nur unterstützen. Mit teurem Equipment kanns ja jeder :biggrin:

Und ja, Du hast sicher recht, der große Fangspiegel kostet. Kontrast und Licht. Aber das ist bei der Fotografie ja nicht sooo schlimm. Visuell würde ich den 130PDS auch nicht empfehlen. Aber einen Komakorrektor einsetzen zu könne hat ja (abseits aller Sportlichkeit) auch seine Vorteile.

Viele Grüße
Michael
 
Hallo Michael,

man kann auch den 130er PDS, so wie er kommt, visuell empfehlen, wenn man die Eignung für große Felder als mögliche Anforderung nach vorne stellt.

Die 130er Heritge mit beschränkung auf 1 1/4 Zoll Zubehör, kommt maximal auf 2,4 Grad Feld, der PDS mit 2" Zubehör packt da 4 Grad, das ist für Milchstraßenspaziergänge und viele großflächige Objekte sowie Objektgruppen einfach nur genial.

Dafür wird das am PDS in Hoch- und Höchstvergrößerung durch den 47er Fangspiegel (gut 36% Obstruktion linear) ganz sicher etwas weicher als mit dem 33er FS (knapp 26% Obstruktion) den ich jetzt mal der Heritage unterstelle.

Klar ist auch, dass man da gleiche grundsätzliche Qualität unterstellen muss und mit einer schlampigen Justage mehr kaputt machen kann als einem der Obstruktionsunterschied bringt.

Da Du den PDS hast und somit auch alle Maße kennst, bzw abnehmen kannst, wäre es mal sehr interessant, mit den Daten (so genau wie möglich) das Programm "MyNewton" zu füttern.

Die Daten von dem Teil welches ich mal hier hatte hab ich leider verschlampt (bzw. bei einem Computercrash verloren), aber wenn ich so reinfüttere, was das Netz an Daten hergibt komme ich trotz des großen FS visuell auf sehr dürftige Ausleuchtungswerte um 5 mm. 8-10 mm dürften es visuell für einen Allrounder schon sein.

Visuell richtig gemacht, unter Verzicht auf die Verlängerungshülse und mit etwas längerem Tubus kriegt man das Ding mit 2 Zoll Weitfeldoption locker mit 40er FS hin,
mit einem kurzbauenden OAZ auch mit 37er FS.

Wie gesagt, wenn Du den PDS hast und ihn mal durch MyNewton jagen würdest, wäre das m.E. sehr interessant.
Das Ding hat von den kleinen, günstigen Fernost-Newtons das größte Potenzial in alle Richtungen.

Heritage P ist ein sehr gunstiger und dafür guter visueller Einstieg zu dem einem Bastler natürlich auch noch sehr viel, auch in Richtung Fotografie, einfallen kann.

Ich denke, das ist sogar eine sehr brauchbare Ablösung für die 114/450er bzw 114/500er mit den bekannten Ungewissheiten zu den Spiegeln und auch Ablösung für den altbewährten, aber auch inzwischen etwas altbackenen 114/900er, der ja auch schon immer notorisch untermontiert angeboten wurde und wird.

Gruß
*entfernt*

 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo Michael, Günther und Sven,

gestern Abend bin ich noch mal rauß und habe etwas Astrosport in der nach vorne offenen Newtonklasse im Leichtgewicht betrieben.

Es war gestern abend zwar klar aber tagsüber ziemlich heiß gewesen. D.h. selbst um 10.00 Uhr Abends hat auf meiner Terasse die Luft noch gewabert und geflimmert. Für so Bedingungen ist ein kleiner Kugelspiegel, denke ich, gut, denn der sollte das schlechte lokale Seeing locker mit seiner Unschärfe überdecken :-)
Also habe ich mich vor dem Schlafengehen (am nächsten Tag war Arbeit) noch mal an den Planeten mit dem Pluto versucht - diesmal mit 2fach-Barlow. So ein kleiner 114er ist das richtige Gerät für "Quick and dirty".

Anbei die Resultate:
Es war noch nicht richtig dunkel und Jupiter war mit ca. 18° Höhe schon wieder am Untergehen. Der rote Fleck war nicht zu sehen aber Io stand links und Ganymed rechts. Europa war zu dem Zeitpunkt hinter Jupiter.
Dann schnell rüber zu Mond und Saturn. Die standen ja relativ nah beisammen. Vom Mond hatte ich dann ein kleines Mosaik gemacht und beim Saturn habe ich bei 15° Höhe nicht soviel erwartet, aber als kleines Schmankerl habe ich noch eine Serie längerer Belichtungen (1,5 Sekunden) gemacht, um auch mal Saturnmonde zu sehen. Bei den Monden war es schwierig den hellen überbelichteten Saturn wieder zu eliminieren. Ich habe einfach den Stack kopiert, die Monde in der Kopie entfernt, dann die Kopie vom Original abgezogen und übrig blieb ein Bild nur mit den Monden. Das wurde dann wieder überlagert mit meinem ursprünglichen Saturnbild. Jetzt habe ich ein Saturnbild mit Saturnmonden - ganz rechts sieht man Titan und links vom Saturn von oben nach unten Dione, Tethys und Rea. Das andere sind Sterne die im Feld waren.
Am Schluß dann doch noch mal Mars. Der war erst knapp 11° hoch. Aber man sieht trotzdem etwas Struktur und sogar etwas von der Eiskappe.

Manchmal kann man richtig Spaß mit einem kleinen Teleskop haben. Man darf sich nur nicht unter Druck setzen und zuviel erwarten.

Viel Grüße

*entfernt*


 

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Und der Vollständigkeit halber ein Teil vom Mondmosaik:

 

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Hallo Günther, Hallo Heiko !

Du hast sicher recht, wenn man ein schön weites Feld möchte ist der 130PDS mit seinem 2" Auszug sicher vorzuziehen. Die etwas weichere Abbildung ist am Planeten sicher kein Vorteil aber man kann halt nicht alles haben.

Ich habe nicht den 130PDS sondern seinen größeren Bruder den 150PDS. Ich kann die Maße gern mal abnehmen und durch MyNewton jagen. Wäre sicher interessant was da heraus kommt. Da ich den 150PDS hauptsächlich mit meiner DSLR (APS-C) nutze kann ich sagen, dass die Ausleuchtung wahrlich nicht die allerbeste ist. Nach einigem justieren mit Concenter und Cheshire habe ich es geschafft das Maximum in die Mitte des Feldes zu bekommen. Man sieht aber an den Bildern einen klaren Abfall der Helligkeit zum Rand hin. Das bekommt man per Flat noch ganz gut in den Griff aber 100% APS-C sieht ganz anders aus. Nichts desto trotz finde ich den kleinen für seinen Preis sehr gut auch wenn man natürlich Abstriche machen muss z.B. am OAZ. Vor dem Wochenende komme ich aber leider nicht dazu den PDS zu vermessen.

Visuell schlägt bei den PDS natürlich dir fotografische Auslegung zu. Ohne Verlängerung geht es nicht. Am Planeten ist eine kleine Obstruktion visuell sicher besser. Aber wie gesagt man kann nicht alles haben. Bei Einsteigern die (so war es zumindest bei mir) erstmal auf die 'einfachen' Objekte wie Planeten und Mond gehen und nicht unbedingt das Geld für gute 2" Okulare mit >70° haben ist der Heritage sicher besser. Zumal der Anschaffungswiderstand klein ist und die Dobson Bauweise alle mal stabiler als die oft angebotenen Wackeldackel.

@Heiko: Ich muss sagen das ich erstaunt bin wie gut der Kugelspiegel dann doch abbildet. Ich hatte mit einem 8" Newton dank besch... Seeing am Montag deutlich weniger Glück. Viel besser als deiner war mein Saturn auch nicht :smiley64:

Viele Grüße
Michael
 
Hallo Heiko,

das Ruhrgebiet bekam gestern die auf dem Weg ins Münsteland befindlichen Gewitterzellen auf dem Hinweg und deren Auflösungsreste auf dem Rückweg ab. Als sich Auflösung abzeichnete, bin ich runter, aber da war erst einmal lange Zeit nichts zu machen. Als Jupiter dann endlich sichtbar wurde, musste ich die Montierung erstmal 5m versetzen - und mit Ende der ersten Scharf-Einstellung war er dann im Busch.
Das wäre aber eh völlig wurscht gewesen, denn der 114/1000 Cat-Newton war dejustiert, wie sich bei Aufnahmen von Saturn zeigte. Etliche Jahre unbenutzt... Eine brauchbare Mittenmarkierung gibt es auch nicht. Am Ende habe ich nach einer Art Laser-Vorjustage anhand des Koma-Ausbruchs von Vega justiert und dann ohne weitere Aufnahmen zusammengepackt, weil neuer Schmier sogar den Mond zukleisterte...
Mal gucken, ob ich heute Abend noch Enthusiasmus habe.

Achso, ja, da geht also deutlich mehr mit der Kugelspiegel-Röhre!

Clear Skies
Sven
 
Moin in die Runde,

ich habe meinen Venus30 ("Knubbel") inzwischen weitgehend wieder zusammen, mein Sprachschatz an Unflätigkeiten beim reinfummeln der Muttern wurde angemessen erweitert.

Habe mir jetzt ein einfaches Concenter-Okular besorgt und versuche mal, vom Hauptspiegel an sowas wie Justage da rein zu bringen. Wenn ich die Hauptspiegelzelle komplett zerlegt hätte wäre jetzt auch eine Mittenmarkierung auf dem Spiegel, das habe ich aber aus irgendeinem Grund gelassen.

Nun denn, im schlimmsten Fall muss das hintere Ende nochmal auseinander. Dann bin ich gespannt, was das Teil macht. In der letzten Zeit ging berufsbedingt nicht viel, aber das was zu dem Thema immer wieder an Bildern kommt läßt mich doch nicht los, wenn ich die Dose schon habe.

Frage: Wie kriegt man die Planplatte, die den Fangspiegel hält, sauber? Da ist irgend ein klebriges Zeug drauf, dass auch das "Optical Wonder" von Baader nicht klein kriegt. Abgesehen ist die ca. 7mm dick ...

CS
Jörg
 
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Hallo Michael....Alle,

ganz sicher ist es auch für den 150/750er PDS von Interesse, da mal genaue Daten zu ermitteln.
Was Du schilderst weist schon in die Richtung, dass es eben dort sehr ähnlich ausschaut, der Kompromiss passt auf keiner Seite richtig, weder visuell, noch fotografisch. Dennoch ist die Leistung ansehnlich und es geht hier ja m.E. darum, zu zeigen, was geht, wo die Grenzen liegen und warum.

Ich meckere ja immer rum, was alles zu verbessern wäre, auch ohne große Kosten, trotzden und/oder gerade darum ist es ja wichtig, zu wissen, was man kriegen kann oder gerade hat.

Es ist super, was Heiko schon aus dem kleinen Kugelblitz rausholt, von daher sollten auch solche Teleskope, soweit vorhanden, durchaus genutzt werden, extra nochmal eine Produktion in dieser Form auflegen oder eine Neuanschaffung als Einstieg befürworten ginge aber wohl auch etwas zu weit.
Für Bastelwastel und Co wirft der Gebrauchtmarkt auch noch genügend, teils sehr günstige Kleinscherben in allen möglichen Varianten aus.

Da gibt es, gebraucht oder auch neu, m.E. z.B. gerade mit der 130er Heritage P oder auch den PDS-Newtons sehr gute, bessere Optionen im unteren Preissegment.

Bei den PDS (150er und auch 130er) ist es sehr wahrscheinlich möglich, die fotografische Ausleuchtung ohne große Umbauten mit einem größeren FS deutlich zu verbessern. Der OAZ-Aufbau ist ja mit Kamera längst nicht so lang wie visuell.
Da wären halt genaue Daten schon sehr interessant.

Die visuelle Optimierung geht halt nur über kürzeren OAZ-Aufbau, Tubusverlängerung und kleineren FS.

Gruß
*entfernt*
 
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Hallo allerseits,

die billigen Kugelspiegel haben ihre Limits - das ist klar. Irgendwo ist mal Schluß. Aber der schlechte Ruf kommt meiner Meinung auch daher, daß, eben weil sie billig sind, sich die Meisten nicht die Mühe machen zu probieren was möglich ist - oder es nicht können, weil sie noch unerfahren sind. Kollimierung ist dann Zeitverschwendung, das Teleskop wird unbalanciert auf die eh schon wacklige Montierung geschraubt, die man mehr schlecht als recht ohne Einnordung (was ist das?) irgendwo schnell aufstellt und wenn ein Stern irgendwie heller wird, ist das schon genug fokusiert. Falls einer dann doch noch die "verrückte" Idee hat damit zu fotografieren, dann müßen Kalibrierbilder an dem billigen Ding doch nicht sein und die Nachbearbeitung - 5 Minuten fürs Histogramm müßen dann reichen. Kein Wunder daß das nichts wird. Mit einer richtig teuren Ausrüstung würde man so auch nicht vorgehen.
Wenn das Seeing z.B. nicht besonders ist, dann ist oft nicht die Unschärfe des Kugespiegels die Limitierung. Das hat Michael ja festgestellt und die leidvolle Erfahrung mußte ich auch mit meinem 8" EdgeHD machen.
-> Jörg und Sven, ich hoffe ihr bekommt eure "Klorohrknubbel" noch entstaubt und justiert bevor die Planeten wieder unterm Horizont verschwinden.

Viele kugelige Grüße

*entfernt*

PS: Einem Einsteiger würde ich auch raten was Besseres zu kaufen, wenn er kann. Da gibt es heutzutage ja Auswahl.
 
Moin!
Zitat von Optikus:
Frage: Wie kriegt man die Planplatte, die den Fangspiegel hält, sauber? Da ist irgend ein klebriges Zeug drauf, dass auch das "Optical Wonder" von Baader nicht klein kriegt.
Keine Ahnung, was Aceton mit eventuellen Vergütungen macht, aber viele klebrige Sachen werden aufgelöst. Xylol und Nitroverdünnung wären noch einen Versuch wert und der nächste Maler hat vielleicht noch Pinselreiniger auf Basis von Dichlormethan/Methylenchlorid. Das Zeug ist allerdings nicht wirklich gesundheitsfördernd ...

Grüße

fquadrat
 
Hallo Jörg,

dieses zähe, dicke Klebezeug hatte ich ganz vergessen.

In der Gefrierturuhe einfrieren und dann mit einem scharfen Stechbeitel schön zärtlich und mit genauem Ansatz auf der im Schraubstock eingespannten Platte "runterschlagen/-stechen.

So hat das bei mir sehr gut funktioniert. Minimale Reste gehen dann mit den erwähnten, normalen Reinigern runter.

Gruß
*entfernt*
 
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Hallo Heiko,

hm, also wie beschrieben, die Justage erfolgte nach den Saturn-Aufnahmen, Jupiter war direkt nach dem Fokussieren im Busch, und heute sind Wolken.
Keine Ahnung, ob es in den nächsten Tagen nochmal klappt. Was die Saturn-Aufnahmen mit dem dejustierten Cat-Newton angeht, habe ich an dieser Stelle mal zu bearbeiten aufgehört...
Link zur Grafik: http://www.svenwienstein.de/Saturn_2018_07_25_114-1000Cat.png
Bilddaten: 114/1000 Cat-Newton (Kugelspiegel mit Jones-Bird-Korrektor), dejustiert, keine Zusatzoptik, ALCCD 5L-IIc mit 16 fps, weil die benötigte Belichtungszeit nicht mehr her gab. Das ganze dann mit 3x Drizzle durch AutoStakker gejagt, mit Registax und Affinity Photo (FFT Rauschreduzierung für die Drizzle-Artefakte) irgendwie glattgeledert...

Der Cat-Newton mit dem Korrektor unten drin lässt sich kaum fokussieren, denn man fokussiert etwa f/4 und jede Bewegung wird durch den Verlängerungsfaktor des Jones-Bird nochmal verdoppelt. Das hat man zwar am normalen Newton mit 3x Barlow auch mindestens so, aber da ist kein Vollplastik-Okularauszug dran... Leider ist absehbar, dass ich den sauber parabolisierten 114/500 vom Bekannten nicht vor Ende der Jupiter-Saison probieren kann.

Clear Skies
Sven

PS: Die Aufnahme ist vom 25.7. wie bereits im Posting zuvor erwähnt.
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo Sven,

da sieht man doch schon ansatzweise die Cassiniteilung links.
Ein Jones-Bird-Korrektor ist doch ein Korrektor für den Kugelspiegel - nicht nur eine einfache Barlowlinse? Damit müßte der 114/1000 Cat-Newton doch im Prinzip besser sein als ein einfacher Kugelnewton mit Barlow. Bin mal gespannt.
Gibt es Jones-Bird-Korrektoren eigentlich auch separat zum Nachrüsten?

Viele Grüße

*entfernt*
 
Hallo Heiko,

wohl nicht. Anscheinend kann man die aber einfach berechnen. Es gab sogar mal einen Beitrag. Finde ihn leider nicht.

CS
Jörg
 
Hallo Heiko,

ich habe noch nie so ein Ding zum Nachrüsten gesehen, obwohl anzunehmen ist, dass im 114/1000 Cat-Newton die gleiche Spiegelform verbaut ist, wie im 114/500 Kugel-Nicht-Newton.

Mein Cat-Newton dürfte etwa 1995 datieren und hat vielleicht noch etwas mehr Sorgfalt erfahren. Nach der Justage sah Saturn im 18mm Okular sauber aus, keine Lichtausbrüche. Das ist aber erstmal nur 55x. Die kleine Optik kann mehr, aber ich hatte auf die Schnelle nur mal eben was gegriffen und war hauptsächlich mit der Kamera und dem Laptop-Opa runter gerannt.
Jedenfalls, worauf ich hinaus will: Wir haben doch in den letzten Jahren einige Berichte von Cat-Newtons erhalten, bei denen einiges im Argen lag. Schief verkittete Korrektoren zum Beispiel. Das Bresser Pollux hatte ich hier. Ich hatte mir davon etwas erhofft, weil es nicht so kurz gebaut ist, wie Big Boss und Megastar. Das war aber wohl genauso ein Fehlschuss, wie der Celestron Deepsky Newton C-150HD, bei dem der Korrektor fest vor dem Fangspiegel und nicht beweglich im OAZ saß.
Womöglich lassen sich die benötigten Toleranzen in der Preisklasse nicht einhalten.

Clear Skies
Sven
 
Hallo Sven und Jörg,

das hatte mich nur einmal interessiert. Ich würde kein Geld ausgeben um dem Pluto einen Korrektor zu verpassen - auf die Gefahr, daß es dann doch nicht sauber funktioniert, wie ihr oben schreibt. Das lohnt wohl nicht. Ich habe ja einen korrigierten Kugelspiegel - das 8" EdgeHD :-)

Gruß

*entfernt*
 
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