Welches Okular für C8 mit Reducer ?

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Ollica

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Hallo,
ich hätte gerne einen Tipp für die Auswahl eines Okulars, das ich mit C8 + Reducer 0,63 von Meade + 1,25" Zenitspiegel benutzen kann.
Den Reducer habe ich mir gerade zugelegt nachdem ich ihn mit geliehenen Okularen getestet habe.
Das Okular mit dem grössten Feld war das 35mm Eudiascopic von Baader (~1,3°), allerdings war das Einblickverhalten sehr unruhig, fast unangenehm, ich hatte Mühe den richtigen Augenabstand zu halten.
Wer könnte mir ein Okular empfehlen, das ein vergleichbares Gesichtsfeld in dieser Kombination bietet, aber ein deutlich ruhigeres Einblickverhalten ?
Danke für alle Vorschläge
Oliver
 
CS,
wenn ich mir die Preise die von dir vorgeschlagenen 2" Okulare anschaue, wäre dies naturlich auch eine Möglichkeit. Ich habe allerdings auch einen guten 2" Zenitspiegel in Kombination mit dem Reducer und einem Meade 40mm SWA ausprobiert. Das Feld war enorm (sicher über 2°), allerdings mit sehr unschönen Verziehungen im äusseren Drittel.
Mit dem 35 mm in 1,25" hatte ich beinahe Punktförmige Sterne bis an den Bildfeldrand. Deshalb meine Focussierung auf 1,25". Wenn jemand gute Erfahrung mit einer Zweizoll-Kombination gemacht hat, würde ich gerne davon hören.
Oliver
 
Hi Oliver,
grade das 40iger SWA am f/10 allerdings RC fand ich recht nett. Aber ohne Reducer!
Die alten SWA von Meade ( 3000er oder 4000er Serie , bin nimmer sicher ) finde ich da interessant.
Der Reducer bringt ja ne Wölbung ins Bildfeld, die dann das SWA überfordert.
Evtl führt er weitere Nachteile noch ein - es ist ja letztlich auch Glas, das nie 100% perfekt sein kann.
Das SWA ist für f/6 nicht wirklich toll. Da wäre dann PanOptik 41 ein Hammer.

In der Summe, ist die Kombi 2" und ein Oku um 50mm aus meiner Sicht erfolgversprechender.
CS
 
Hallo Oliver,

auch ich würde Dir eher zu einem 2" Okular mit großer Feldblende raten. Damit erzielst Du nicht nur ein größeres Feld, sondern vermeidest auch allerlei durch den Reducer verursachte Probleme.

Übrigens ist Deine Feldschätzung von ~1,3° für das C8 mit Reducer wohl etwas optimistisch. Ich hab eben mal meinen Reducer nachgemessen: der hat eine Apertur von 40 mm. Ist zwar der von Celestron, würde mich aber wundern, wenn der von Meade größer ist. Damit bekommst Du dann ein maximales Feld von 40/2032 = 1,128° am C8 mit f/10. Erst mit einem 2" Okular mit maximaler Feldblende von 46 mm ist das Feld dann 46/2032 = 1,297°.

Ich selbst benutze bisweilen für großes Feld das 2" Televue Plössl mit 55 mm Brennweite und einer Feldblende von 46 mm. Häufiger noch ein 2" Erfle von Celestron mit 32 mm Brennweite, das es aber leider nicht mehr gibt. Mit beiden hat man ein phantastisches Einblickverhalten.

Mit bestem Gruß, Peter
 
Erstmal vielen Dank für eure Erfahrungsberichte.
Den Reducer hab ich ja nun schon, werde damit sicherlich in der Fotographie glücklich, auf jeden Fall hat er mich auch visuell überzeugt.
Aber eine der nächsten Anschaffungen wird dann ein 2" Zenitspiegel, so kann ich dann über beide Arten der "Grossfeldbeschaffung" berichten.

Peter, das Feld von 1,3° bekam ich durch die Faustformel
Fokal fürs C8 mit Reducer = 1226 / 35 (Okular von Baader)
= 35
46 (scheinbares Gesichtsfeld Okular) /35 = 1,31
Diese Rechnung fand ich durch meine Beobachtung des Mondes einigermassen bestätigt.
Ich weiss das es nur eine Annäherung ist.
Mit deiner Rechnung habe ich Schwierigkeiten, könntest du sie mir bitte näher erklären ?
Oliver
 
Peter, das Feld von 1,3° bekam ich durch die Faustformel

Fokal fürs C8 mit Reducer = 1226 / 35 (Okular von Baader) = 35

46 (scheinbares Gesichtsfeld Okular) /35 = 1,31

Hallo Oliver,

(1) zunächst mal ein paar Erklärungen zu den Feldberechnungen:

Wenn r der effektive Radius der Feldblende ist, dann gilt für den Winkelradius alpha des sichtbaren Feldes:

(Gl-1) tan alpha = r / f

und daraus folgt alpha. Da es sich hierbei in der Regel um sehr kleine Winkel handelt, gilt übrigens tan alpha ~ alpha, wobei man aber den Winkel nicht in Grad, sondern in Radian (2pi x Bruchteil des Vollkreises) ausdrückt.

Daraus folgt dann einfach, dass der Feldradius alpha (in Radian) einfach gegeben ist durch das Verhältnis des Aperturradius r zur effektiven Brennweite:

(Gl-2) alpha = r / f

Alternativ kannst Du natürlich das reale Feld auch aus dem vergrößerten scheinbaren Feld alpha' des Okulars berechnen:

(Gl-3) alpha = alpha' / M

wobei die Vergrößerung bekannterweise M = f / f_ok ist.
Allerdings ist diese zweite Methode oft sehr unzuverlässig, weil das angegebene scheinbare Feld eines Okulars häufig nur nominell ist und insbesondere bei Weitwinkelokularen erhebliche Verzeichnungen auftreten.

Die Diskrepanz zwischen Deinen und meinen Werten kommt teilweise auch daher, dass Du eine etwas zu kurze Brennweite von 1226 mm für das C8 mit Reducer annimmst: der richtige Wert ist:

f_red = 6.3 x 8" = 6.3 x 203.2 mm = 1280 mm

Mit M = 1280 / 35 = 37 und 2 alpha' = 45° bekommt man dann

2 alpha = 2 alpha' / M = 45° / 37 = 1.22°

Lass uns mal prüfen, ob so ein Feld auch wirklich im C8 realisierbar ist. Ich hatte ja bereits darauf hingewiesen, dass der Reducer von Celestron eine Apertur von 40 mm hat. Der von Meade ist sicher ähnlich. Inzwischen habe ich mir das C8 nochmal genauer angesehen und festgestellt, dass der Innendurchmesser der Baffle Tube im Hauptspiegel sogar nur 38 mm beträgt. Bevor das konvergente Strahlenbündel den Reducer erreicht, muss es ja erst mal durch diese Öffnung von 38 mm passen. Und da der Reducer erst hinter dieser Öffnung wirksam wird, handelt es sich hier noch um einen f/10 Konus, also mit der entsprechenden vollen Brennweite von 10 x 8" = 2032 mm. Das maximale Feld, welches da noch durchpasst, ist dann entsprechend Gl-1:

tan alpha = r / f = 19 mm / 2032 mm = 0.00935

-> 2 alpha = 1.071°

Hierbei haben wir angenommen, dass die Apertur von 38 mm nur in unmittelbarer Nähe zur Brennebene wirksam wird. In Wirklichkeit reicht aber die Baffle Tube ein gutes Stück in das C8 hinein, so dass es zu einer zusätzlichen Abschattung (Vignetting) des konvergenten Lichtbündels kommt. Das habe ich hier aber vernachlässigt. Das maximal mögliche Feld ist jedenfalls etwas kleiner als die aus dem scheinbaren Okularfeld und der Vergrößerung berechneten 1.22°.

Ich hoffe, dass Du mit diesen zusätzlichen Erklärungen meine Ergebnisse nachvollziehen kannst.

(2) Des weiteren habe ich heute mal einige Versuche mit dem Reducer und verschiedenen Okularen am C8 unternommen. Insbesondere wollte ich sehen, inwieweit ich die von Dir berichteten Probleme im Einblickverhalten bestätigen kann. Wetterbedingt wurden diese Untersuchungen nicht an astronomischen Objekten, sondern an einer entfernten Kirchturmspitze durchgeführt, sollten aber trotzdem aussagekräftig sein.

Folgende Okulare kamen am C8 (teilweise mit und ohne den f/6.3 Reducer) zum Einsatz:

55 mm Plössl (TV) 2", FB = 46 mm
48 mm Brandon (Vernonscope) 2", FB = 38 mm
32 mm Erfle (Celestron) 2", FB = 34 mm
22 mm T4 Nagler (TV) 2", FB = 31 mm

40 mm K. (Celestron) 1.25", FB = 24 mm
35 mm Eudiaskopisch (Baader) 1.25", FB = 29 mm
25 mm Erfle (Celestron) 1.25", FB = 28 mm
25 mm K. (Celestron) 1.25", FB = 20 mm
12 mm K. (Celestron) 1.25", FB = 8 mm

Nur die kleineren 1.25" Okulare wurden jeweils mit und ohne Reducer eingesetzt. Alle 2" wurden nur ohne Reducer verwendet.

Ergebnisse:

(1) Feldverhalten

Mit dem 55 mm Plössl (2") mit seiner großen Feldblende von 46 mm war das effektive Feld nur minimal größer als mit dem 35 mm Baader Eudiaskopischen (1.25") + Reducer !!! Die genauen Relationen der Feldgrößen waren geringfügig abhängig vom Abstand des Baader Okulars vom Reducer.

Die Erklärung für dieses zunächst überraschende Ergebnis liegt einfach an der begrenzenden Baffle Tube Apertur im C8, wodurch Feldblenden von mehr als 30 mm partiell abgeschattet werden und oberhalb von 38 mm überhaupt keinen Zugewinn mehr bringen. Insofern muss man leider konstatieren, dass vom Feld her der Einsatz von 2" Okularen im Vergeich zur Kombination Reducer + 35 mm Baader sich nicht lohnt!

(2) Einblickverhalten

Ich konnte das von Oliver berichtete Problem bestätigen: das 35 mm Baader zeigt hinter dem Reducer eine ziemlich irritierende Sekundärspiegelabschattung in der Feldmitte, die auch bei sorgfältiger Platzierung des Augenabstandes nie völlig verschwindet. Vergleichende Untersuchungen mit den anderen Okularen zeigten dann, dass dieses Problem weniger mit dem verwendeten Okulartyp sondern mit der Okularbrennweite korreliert. Für Brennweiten kürzer als 25 mm + Reducer verschwindet der Effekt, mit 40 mm + Reducer ist er noch stärker. Der Effekt tritt auch mit den besonders langbrennweitigen 2" Okularen (ohne Reducer) auf.

Es ist also ziemlich klar, dass das Problem von der Größe der Austrittspupille herrührt. Insofern ist zu erwarten, dass verschiedene Beobachter teilweise auch altersbedingt in unterschiedlicher Weise davon betroffen sind.

Allerdings sollte man bedenken, dass meine Untersuchungen bei Tageslicht, also mit erheblich reduzierten Pupillenöffnungen durchgeführt wurden. Insofern zeigen sie nur, dass solche Probleme ins Spiel kommen können, aber nicht notwendigerweise, wo genau sie unter astronomischen Bedingungen einsetzen.

Jedenfalls sollte man daraus die Lehre ziehen, dass das größtmögliche Feld und die größtmögliche Austrittspupille personenabhängig und nicht immer optimal sind.

Beste Grüße, Peter
 
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Danke Peter für die ausführliche Erklärung,
ich hab's jetzt verstanden.
Die kommenden Beobachtungsnächte werde ich dazu nutzen, die theoretischen Werte am Himmel zu überprüfen, ähnlich deines Versuchs mit verschiedenen Brennweiten.

Oliver
 
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