Mars Science Laboratory

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clapebe

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Hallo Leute,

für 2009 ist der Start des
"mobile Mars Science Laboratory (MSL) rover"
geplant

http://www.nasa.gov/home/hqnews/2004/dec/HQ_04398_MSL_Selections.html

Link zur Grafik: http://www.universetoday.com/am/uploads/2004-1215msl-lg.jpg

Er ist ein mobiles Labor mit 8 verschiedenen Amalysegeräten, die im Text vorgestellt werden. Hauptziel ist die Erkundung von Lebewesen oder deren fossilien. Er soll zwei Jahre aktiv bleiben und

"MSL will operate under its own power."

Was für power?

Nach dem bild zu urteilen keine Sonnenenergie, und für einen Kernreaktor scheint er zu klein
Isotopenbatterien mit Plutonium?

Gruß Clapebe
 
Erster Absatz der Pressemitteilung:
NASA has selected eight proposals to provide instrumentation and associated science investigations for the mobile Mars Science Laboratory (MSL) rover, scheduled for launch in 2009. Proposals selected today were submitted to NASA in response to an Announcement of Opportunity (AO) released in April.
Es handelt sich also um einige Proposals für die Instrumentierung und deren wissenschaftliche Anwendung(Projektvorschläge). Die sind auf einen Aufruf der NASA eingegangen. Da ist nix in Vorbereitung und von Energiequelle kann noch nicht die Rede sein. Das wird bei einer evtl. Annahme der entsprechenden Proposals zwecks offiziellem Projektantrag erst entschieden.

Übrigens ist das kein "Bild", ja nicht einmal eine Grafik sondern ein kleiner Sketch, der zeigt, wie es vielleicht mal aussehen könnte.
für einen Kernreaktor scheint er zu klein
...und ein Maßstab fehlt auch.
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo Melchior,

dumme Frage, was sind RTGs?
Dein Zusatz, die bösen Umweltschützer könnten es verhindern, deutet auf Isotopenbatterien hin.

gruß clapebe

ps
wollen die Umweltschützer eigentlich die Menschen vor einem möglichen Absturz beim Start schützen oder die Marsbakterien oder die künftigen Marsfahrer?
 
Jupp Radioisotopenbatterien. Und befürchtet wird das das Ding beim Start explodiert oder abstürzt und sich dann das Zeug in der Atmosphäre verteilt. Die befürchteten Auswirkungen sind meist weniger schlimm als befürchtet. Es sind ja schon ganze Atomrekatoren vom Himmel gefallen ohne, dass die Welt untergegangen ist <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" /> Für die Marsforschung bringen Atombatterien jedenfalls einen großen Vorteil sehr hohe Energiedichte und damit mehr experimente <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" />
 
Und befürchtet wird das das Ding beim Start explodiert oder abstürzt und sich dann das Zeug in der Atmosphäre verteilt. Die befürchteten Auswirkungen sind meist weniger schlimm als befürchtet. Es sind ja schon ganze Atomrekatoren vom Himmel gefallen ohne, dass die Welt untergegangen ist
Hallo Melchior!

Was meinst Du denn mit "Auswirkungen sind meist weniger schlimm als befürchtet"? Was heisst "meist"? Kann es damit heissen, dass es manchmal auch durchaus schlimmer kommen kann?

In Chile/Bolivien liegen noch heute Plutonium-Pellets einer fehlgeleiteten Marssonde herum. Im Pazifik liegt Plutounium der Apollo 13-Mondlandefähre. Als vor rund 20 Jahre ein Kosmos-Satellit in Kanada nahe des Großen Bärensees gestürzt ist, wurden ganze Landstriche verseucht und Kanada hat noch heute Probleme damit. Bei einer Mortalität von 1 Mikrogramm auf 1.000.000 Personen etwas heikel, nicht wahr. Wenn sowas bisher keine noch größere Katastrophe verursacht hat, so heißt das nicht, dass das in Zukunft auch so ist.

Vor einigen Jahren haben sich einige über die Angst belustigt, dass die Galileo-Sonde bei einem Swing-By an der Erde in die Atmosphäre stürzen könnte und diese verseucht. Zugegeben, eine äusserst geringe Wahrscheinlichkeit. Doch just im selben Zeitraum stürzte eine Sonde über dem Mars ab, weil Menschen metrische mit amerikanischen Einheiten verwechselt hatten.

Ich meine, wenn wir die Büchse der Pandora partout öffnen müssen, ist es hilfreich und gut, sich über die Risiken genau im klaren zu sein oder sie aufrichtig, emotionslos und nach bestem Wissen zu diskutieren. Alles andere ist nachlässig, fatal und beängstigend.

Ich erinnere mich, dass schon vor 20 Jahren die Wahrscheinlichkeit für den GAU eines AKW mit 0.0001 pro Jahr angegeben wurde. Sehr schön, ein AKW geht nur alle 10.000 Jahre hoch. Bei rund 500 geplanten AKW's weltweit hiesse das: Alle 20 Jahre geht eins hoch!

Gruss Thomas
 
Hi Thomas
Risikoberechnungen sind komplizierter als du das darstellst. Wenn ich mit einer Berechnung wie deiner Anfange das Risiko eines Mikrosatelliten zu berechnen und alle Risikofaktoren multipliziere (Nicht Eintrittswahrscheinlichkeit) sagt das über das eigentliche Risiko gar nichts aus. Denn nach so einer Rechnung müßten bei Mikrosatelliten die A nicht von Fachkräften gebaut werden und B nicht in Reinsträumen und C nicht mit Weltraumzertifizierten Produkten die Ausfallwahrscheinlichkeit bei über 70% innerhalb ihrer primären Mission von 1 Jahr liegen. Das Widerspricht jedoch der Erfahrung, dass trotz solch widriger Umstände die Erfolgsrate bei ~90% selbst bei von Amateuren zusammengelöteten Kisten liegt.
Im Gegensatz dazu kann man sich aber auch zur Anderen Seite grob verschätzen die Ariane5 wahr bekanntlich ursprünglich als Träger des bemannten Hermes Gleiters geplant und damit für eine Sicherheit von 99,998% ausgelegt. Waren von den ersten 14 Starts die ersten 4 Fehlstarts also lag man hier auch daneben. Was ich damit sagen will Risikoberechnung ist weit auskomplizierter. Da gibt es leicht mittlere große und katastrophale Fehler, die mit geringer hoher oder sehr hoher wahrscheinlichkeit eintreten und dann da beginnt nämlich das Eigentliche Projekt. Man schaut im Vornherein wo die Risiken sind und minimiert diese durch Redundanzen oder Fail safe mechanismen. Z.B. sind die Radioisiotopenbaterien so massiv, dass sie einen Wiedereintritt relativ Problemlos überstehen damit liegen dann zwar die Plutonium Pelets irgendwo rum aber man hat die Chance sie zu bergen. Ein Plutonium Pellet ist unglaublich giftig da stimme ich dir zu aber solange es nicht als Feinststaub sonder als Pellet vorliegt kann man damit sehr gut umgehen. Es werden bei einem Absturz keine Milliarden Menschen sterben. Das Problem das sich hierbei offenbart ist die unterschiedliche Risikowahrnehmung: eine unglaublich große Katastrope die nur sehr selten eintritt wird psychologisch anders bewertet als eine kleine Katastrophe die ständig passiert.
Solange es nur jedes Jahr einen oder 2 Starts mit Nuklearfracht an Bord gibt sind die Gefahren selbst wenn immer alle diese Starts scheitern würden geringer als dass was wir Menschen hier tagtäglich auf dem Planeten machen. Müll in die Flüsse, Gifte in die Atmosphäre usw. ich finde es wirklich schade, dass solche Probleme und deren Risiken sich nicht auch jedesmal einer Rechtfertigungsorgie hingeben müssen wie einige wenige Hochrisikothemen. Aus meinem Blickpunkt ist mir das Risiko einer Nuklearen Mission jedes Jahr bedeutend lieber als die ganz gewähnliche Umweltverschmutzung jeden Tag <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />
 
Ich stelle Risikoberechnungen ja gar nicht dar, Melchior. Ich weise lediglich auf eklatante Beispiele hin, bei denen man uns Sicherheit vorgegaukelt hat. Ansonsten stimme ich Dir bei deinen Ausführungen zur Risikoabschätzung völlig zu. Die unterschiedliche Risikowahrnehmung ist mir auch klar, mit statistischen Erwägungen bin ich vertraut. Ich ziehe aber andere Konsequenzen. Mir ist das Restrisiko einfach zu groß und ich vertraue den Ausführungen diverser Ingenieure nur solange, wie der worst-case kein internationales Desaster hervorruft.
Solange es nur jedes Jahr einen oder 2 Starts mit Nuklearfracht an Bord gibt sind die Gefahren selbst wenn immer alle diese Starts scheitern würden geringer als dass was wir Menschen hier tagtäglich auf dem Planeten machen. Müll in die Flüsse, Gifte in die Atmosphäre usw.
Mir scheint, dass Du mit dieser Aussage das Startrisiko relativieren willst. Das ist m.E. jedoch unzulässig, da damit das Risiko gar nicht vermindert wird. Ausserdem, ab wann wäre es Dir denn zuviel? Nach zwei Starts oder drei...oder 10 oder 20? Wollen wir nur ein "bisschen" Plutonium? Solche Aussagen finde ich sehr heikel!
ich finde es wirklich schade, dass solche Probleme und deren Risiken sich nicht auch jedesmal einer Rechtfertigungsorgie hingeben müssen wie einige wenige Hochrisikothemen.
Da stimme ich Dir voll zu.
Aus meinem Blickpunkt ist mir das Risiko einer Nuklearen Mission jedes Jahr bedeutend lieber als die ganz gewähnliche Umweltverschmutzung jeden Tag
Deine Abwägung teile ich nicht, ich sehe das völlig anders. Ich würde für solche Ideen kein Geld zur Verfügung stellen. Ich hoffe eindringlich, dass sich Deine Einschätzung nicht durchsetzt!

Thomas
 
Hallo Clapebe,

interessante Einzelheiten zu "Radioisotopenelementen (RTG) an Bord von Cassini" findest Du hier.

Gruss
Hardy
 
Hallo Hardy,

auch ich danke Dir für Deinen excellenten link!
Und vielen Ökos ist jetzt sicher die Furcht vor den
"tödlichen Plutoniumwolken" genommen.

Gruß Clapebe

ps
ich bin übrigens mit solch einem link sehr zufrieden.
Das ist hier im forum nicht selbstverständlich, wie Du vielleicht auch schon gemerkt hast.
 
Hallo Melchior,

>>man kann ja nicht alles wissen

aber immerhin weißt Du hier im Forum über Raumfahrttechnik wohl mehr als jeder andere.
Deshalb meine Frage:
Es ist ja immer nur die Rede von einem MSL. Und ich habe mal gelesen, daß das ganze Projekt einschließlich Energiequelle, Startakete. . . . all inclusive eben, 1.5 mrd Dollar kostet.

Welchen Mehraufwand würde es bedeuten, wenn man, wie bei Spirit und Oppy, zwei Zwillingsrover vom Typ MSL auf die Reise schickt?
Oder ist das vielleicht sogar geplant?

Gruß Clapebe
 
aber immerhin weißt Du hier im Forum über Raumfahrttechnik wohl mehr als jeder andere.
Danke für die Blumen aber das würd ich nicht beschreien mein Wissen ist zwar sehr breit aber ich denke es gibt viele hier im Forum die auf ihren Spezialgebieten deutlich mehr wissen

Es ist ja immer nur die Rede von einem MSL. Und ich habe mal gelesen, daß das ganze Projekt einschließlich Energiequelle, Startakete. . . . all inclusive eben, 1.5 mrd Dollar kostet.

Irgendwo geisterte die Zahl rum dass eine Identische New Frontiers Mission nur 40% der Originalen kosten würde. Das liegt daran, dass man die Entwicklungskosten nur einmal braucht. Ich empfehle dir übrigens folgende Seite:
Advanced Missions Cost Model von der NASA
wenn du die werte
6000 Pfund Drymass (300kg Trockenmasse)
Planetary Lander Spacecraft Type
2009 IOC Year (Startjahr)
4 Blocknumber (Der vierte seiner Art - Rover)
Average Difficulty (Missionskomplexität)
eingibtst kommst du auf 1,8mrd US$ für 1 Rover und 2,8mrdUS$ für 2 Rover
also 55% mehrkosten für den 2. Rover. Diese Zahlen sind natürlich nur qualitativ und von mir mit kenntnis der Sachlage hingeschummelt wenn du ein wenig mit den Werten herumspielst wirst du sehr schnell merken, dass man mit einem solchen Parametrischen Kosenmodell sehr leicht um den Faktor 10 daneben liegen kann besonders bei neuen Missionen. Wichtig ist jedoch die Aussage, dass eine Kopie eines Raumfahrtzeugs sehr viel billiger ist als ein einzelnes Exemplar. So ist davon auszugehen, dass die zwei MER nicht jeder 400mio gekostet haben sondern der erste 600 und der zweite dann nur noch 200 oder in dieser Größenordnung...
 
Hallo Melchior

danke für das Kosten-abschätz-Programm.

Wenn die NASA-Leute aus Erfahrung lernen (oder besser, der Kongress, der für die NASA das Geld bewilligen muß), dann schicken sie zwei MSLs.

Wären die Europäer nicht so geizig gewesen, hätte ein zweiter Beagle 2 vielleicht funktioniert und schon Kontakt zu den Marsbakterien aufgenommen . . . <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />

Gruß Clapebe
 
Wenn der Kongress oder wer auch immer das Geld geben würde lernfähig wäre würde er nicht 2 sonder 10 auf einen Schlag bauen... die Raumfahrt wird so komisches klingen mag erst dann so richtig billig wenn man sie in großer Stückzahl fabriziert. Viel günstiger als das eine Mars Science Laboratory zu bauen wäre es nochmal eine Serie von 5 MER's aufzulegen und nur die Nutzlast dem Stand der Technik anzupassen. Versuch mal 10 Raumfahrzeuge statt einem einzugeben dann wirst du dich erst wudern <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/laugh.gif" alt="" />
 
ganz Deiner Meinung! diese blöden Politiker. . .
 
Vielleicht doch zwei MSLs?

Hallo,

hier gibt es einen aktuellen Artikel zum MSL und anderen Mars-Erkundern.

Um das Risiko eines Scheiterns zu minimieren könnten zwei MSLs gebaut und zum Mars geschickt werden. So wie es bei den Vikings und aktuell bei den MERs bzw. einigen anderen planetaren Missionen der Fall war.

Das würde das Startdatum allerdings von 2009 auf 2011 verschieben.
A scenario now under active discussion is slipping the mobile Mars Science Laboratory from 2009 to 2011 – a move that could see the building of two rovers to double-up the science that can be gleaned from the red planet, as well as reduce program risk.
Übrigens läuft bei den beiden MERs Ende März die zweite Verlängerung aus. Somit gehen die beiden sehr erfolgreichen Rover bis Ende September in die dritte Verlängerung.
The money request that’s forthcoming – with the price tag still to be determined – would give Spirit and Opportunity a new lease on life from April 1 to the end of September, McCuistion said.
Bis dann

Gruß - Nico
 
Re: Vielleicht doch zwei MSLs?

Hi Nico,

>>>Somit gehen die beiden sehr erfolgreichen Rover bis Ende September in die dritte Verlängerung.

leider wird das nicht so weiter gehen, bis dann die beiden MSLs als Ablösung kommen <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/frown.gif" alt="" /> .

Aber es gibt doch für dazwischen auch noch Marserkundungspläne, irgendwo habe ich auch in S&T eine Übersicht, finde ich nur nicht so schnell. Wenn Du es nicht weißt, dann suche ich weiter <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" /> .

Gruß Clapebe
 
Nicht nötig

Hallo Clapebe,

das ist glaube ich nicht nötig. Ein Blick auf die JPL-Seite reicht. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />

Bis dann

Gruß - Nico
 
>> leider wird das nicht so weiter gehen, bis dann die beiden MSLs als Ablösung kommen.

Bin mir sicher, solange die beiden MERs irgendwelche Daten sammeln und zur Erde funken können, werden sie das auch tun.
Einfach abgeschaltet (so hört sich dein Satz an) werden die Dinger bestimmt nicht.

Und wenn sie nur rumstehen und paar Wetterdaten sammeln :)
 
Hallo,

langsam geht es auch beim nächsten Mars-Rover, dem Mars Science Laboratory der NASA, voran.

Nachdem die NASA bekannt gegeben hat, den Start des Rovers wie geplant im Herbst 2009 stattfinden zu lassen, schreiten auch die Arbeiten am Rover selbst immer weiter voran. Erste Testfahrten zu Vorführungszwecken für die Presse fanden ja bereits 2007 statt, aber jetzt geht es langsam aber sicher auch an die Montage. Siehe hier.

Link zur Grafik: http://mars.jpl.nasa.gov/msl/spotlight/images/20081112_MSL_anim_br.gif
Credit : NASA / JPL-Caltech


Vorgestern gab das JPL dann bekannt, dass, in Zusammenarbeit mit den Disney-Studios, bis zum 25. Januar 2009 ein öffentlicher Wettbewerb zur Benennung des MSL stattfinden wird. Allerdings sind nur US-amerikanische Schüler im Alter zwischen 5 und 18 Jahren teilnahmeberechtigt. Die gute Nachricht für alle anderen ist jedoch, dass wohl im April eine weltweite Abstimmung möglich ist und die NASA das Ergebnis berücksichtigen will ( aber nicht als bindend betrachtet !!! ), wenn anschließend der endgültige Name ausgewählt wird.
Warum übernimmt eigentlich die ESA nicht diese Art der Öffentlichkeitsarbeit, sei es in Form solcher Namensvergabe-Wettbewerbe ( es war übrigens eine 9-jährige, welche die Namen Spirit und Opportunity für die 2 momentan aktiven Mars-Rover vorschlug ) oder durch einfache „Send Your Name to….“-Aktionen – aber das ist ein anderes Thema….


Absolut keine Mitbestimmungsrechte haben wir dagegen bei der Auswahl des Landegebietes des Mars Science Laboratorys. Nach Rücksprachen und Beratungen mit internationalen Marsexperten und Ingenieuren, welche an den Landesystemen und den wissenschaftlichen Instrumenten des Rovers arbeiten, hat das JPL gestern die Namen der letzten vier verbliebenen Kandidaten bekannt gegeben. In alphabetischer Reihenfolge handelt es sich dabei um :

1. Den Eberswalde-Krater, wo ein altes Flussdelta in einen ehemaligen See mündet und Tonablagerungen vorhanden sind. Hier könnte man sich das Wissen der Geologen zunutze machen und erfolgversprechend nach Kohlenstoffablagerungen suchen. Siehe auch hier.

2. Den Gale-Krater in der Nähe des Äquators, wo in mehreren Schichten verschiedene Tone und Sulfate abgelagert sind. Im Inneren des Kraters befindet sich ein Berg, den der Rover hinauffahren könnte. So wäre es möglich, die Abfolgen und Übergänge der einzelnen Schichten zu studieren.

3. Den Holden-Krater mit Flutablagerungen, möglichen ehemaligen Seen und verschiedenen Arten von Ton. Hier könnte man am Rand eines der Fluttäler entlang fahren und dann in dieses Tal hineinsteuern und dabei die Sedimentschichten untersuchen.

4. Mawrth Vallis mit verschiedenen Ablagerungen und mindestens zwei Tonarten. Dabei scheint es sich um einen Flutkanal zu handeln, der in der Nähe des großen Mars-Hochlandes liegt. Hier bestünde die Möglichkeit, die verschiedenen Arten der Tone zu untersuchen und Rückschlüsse über die Bedingungen, die zu seiner Entstehung geführt haben, zu ziehen. Die Tonsignaturen sind hier stärker als an den anderen potentiellen Landestellen. Auch ist es das einzige Gebiet, wo man direkt im zu untersuchenden Gebiet landen könnte und nicht nur in der Nähe. Siehe auch hier.

Link zur Grafik: http://jpl.nasa.gov/images/msl/20081119/final4-browse.jpg
Credit : NASA / JPL-Caltech

Alle 4 Orte werden als sehr vielversprechend angesehen, um die verschiedenen Prozesse und die Vergangenheit des Mars und eine eventuelle Möglichkeit mikrobiellen Lebens zu untersuchen, aber leider hat man halt nur einen Rover zur Verfügung. Jetzt sollen mit den Mars-Orbitern weitere Beobachtungen dieser vier Gebiete durchgeführt werden, bevor im Frühjahr ein 4. Landeplatz-Workshop stattfinden wird. Eine endgültige Entscheidung soll dann im Sommer fallen.

Siehe dazu auch die entsprechende Mitteilung des JPL.

Und hier noch ein Link zum Programm des 3. MSL Landing Site Workshop vom 15. - 17. September 2008. Dort könnt Ihr die Präsentationen zu den einzelnen Kandidaten anschauen und herunterladen.

Schöne Grüße aus Hamburg - Mirko
 
Hallo Peter,

welche Distanzen wird der zukünftige Marsrover pro Tag, oder besser gesagt pro Sol ( = Marstag ) zurücklegen. Ich habe mich darauf eingeschossen, dass es sich dabei um eine Entfernung von nur 200 Metern handeln soll. Das ist zugegebenermaßen eine sehr geringe Distanz, selbst unter Berücksichtigung der Tatsache, dass das Ganze auf dem Mars stattfinden wird. Selbst Opportunity ist mit seiner mittlerweile "veralteten" Technologie dazu in der Lage. Siehe dazu die Twitter-Seiten der beiden momentan aktiven Rover und ganz besonders diese Meldung.

Ich habe jetzt fast 2 Stunden gesucht, aber ich finde meine Quelle mit der täglich möglicherweise zurückzulegenden Fahrstrecke einfach nicht wieder. Momentan habe ich ca. 700.000 KB Daten auf der Festplatte meines PC's - alleine über das MSL. Die Angabe, dass der Rover auf dem Mars maximal 200 Meter pro Tag zurücklegen wird, dürfte sich in einer der Präsentationen über die potentiellen Landeplätze verstecken.

Aber es scheint auch ohne diese Quelle hinzukommen, wenn man die 200 Meter als Durchschnittswert zugrunde legt. Bei Wikipedia heißt es, dass das MSL letztendlich im Durchschnitt eine Geschwindigkeit von 30 Metern pro Stunde erreichen wird. Und im Forum von www.unmannedspaceflight.com heißt es hier im 5. Beitrag von "Jim from NSF.com", dass die tägliche Arbeitszeit ca. 7 Stunden betragen soll.

Eigentlich war ich der Meinung, die Angabe in einem sehr interessanten Beitrag von Emily gehört zu haben. Aber obwohl ich mir das Ganze jetzt noch einmal angesehen habe, bin ich nicht darauf gestoßen. Aber vielleicht habe ich das auch nur verpasst und einer von Euch hat mehr Glück!!!

Emily Lakdawalla von der Planetary Society hat im Sommer dieses Jahres regelmäßige Video-Chats veranstaltet. Dabei ging es immer um verschiedene, zum damaligen Zeitpunkt aktuelle Themen bezüglich der Erforschung unseres Sonnensystems mit Hilfe interplanetarer Raummissionen. Z.B. waren da die Sonden Phoenix, Rosetta, Cassini oder halt auch das MSL vertreten. Diese Chats über jeweils ca. eine Stunde waren echt sehr interessant und lehrreich, mit anderen Worten : Nur zu empfehlen!!! Und erfreulicherweise sind sie archiviert. Siehe hier unter dem 17. September 2008 der Beitrag über das Mars Science Laboratory! Die Tonqualität ist sehr gut, das Bild dagegen relativ bescheiden. Emily arbeitet in dem Chat sehr intensiv mit einer Powerpoint-Präsentation. Es ist zweifelsfrei hilfreich, sich diese Präsentation im Vorfeld herunterzuladen und anzusehen. Ebenfalls interessant ist das Chat-Log zu lesen. Parallel zum Vortrag von Emily konnten User ihre persönlichen Kommentare, Fragen und Antworten abgeben. Viele der dort Beteiligten sind ansonsten übrigens regelmäßig beim Forum von USF - UnmannedSpaceflight - anzutreffen. Ich wünsche Euch viel Spaß beim Betrachten. Allerdings ist gutes Sitzfleisch erforderlich - das Ganze dauert knapp eine Stunde. Und - gute Englisch-Kenntnisse werden eigentlich ebenfalls benötigt, obwohl die Grafiken oftmals schon für sich sprechen. Und wer Interesse gefunden hat...der nächste Chat soll am 3. Dezember stattfinden. Einfach öfters mal hier vorbei schauen.

Schöne Grüße aus Hamburg - Mirko
 
Hallo,

im Laufe der letzten Wochen wurden am JPL weitere Tests durchgeführt, für die der Rover versuchsweise in die Raumkapsel eingefügt wurde, welche den Transport zum Mars übernehmen wird. Näheres über die Raumkapsel findet Ihr hier.

Link zur Grafik: http://mars.jpl.nasa.gov/msl/spotlight/images/20081119a/20081119_anim_br.gif
Image credit : NASA / JPL-Caltech

Und Einzelheiten zu diesen letzten Tests hier.

Heute Abend wird um 18:00 MEZ auf dem Public- und dem Media Channel von NASA-TV eine Sendung über das MSL ausgestrahlt. Titel : "Mars Science Laboratory Update", also ein Briefing über den aktuellen Missionsstatus.

Hier ist die Programmübersicht und hier der Link zum NASA-TV.

Schöne Grüße aus Hamburg - Mirko
 
Hallo,

tja, dumm gelaufen... In den letzten Monaten gab es einige technische Probleme, die den Zeitplan der Montage des Mars Science Laboratory dann doch beeinträchtigt haben. Diese Probleme wurden mittlerweile zwar behoben, aber das Team stand dabei zu sehr unter Zeitdruck. Um zu verhindern, dass durch diesen Druck Fehler auftreten, die die gesamte Mission gefährden, hat sich die NASA dazu entschlossen, den Start des MSL auf den nächst möglichen Termin zu verschieben. Dies bedeutet, der nächste Rover wird erst Ende 2011 zum Mars starten.

Seht dazu auch hier bei Space.com oder direkt bei der NASA.

Dies ist nicht nur insofern ärgerlich, dass damit das Startfenster 2009 ungenutzt verstreichen wird, sondern auch insbesonders dadurch, dass durch diese Verzögerung Mehrkosten in Höhe von voraussichtlich bis zu 400 Millionen US-Dollar entstehen werden. Und das, wo das MSL auch so schon sein ursprüngliches Budget weit überschritten hat. Man kann es als gesichert ansehen, dass diese Gelder bei anderen unbemannten Raummissionen eingespart werden. Welche es dann letztendlich treffen wird und in welchem Umfang, das wird sich wohl erst nach dem Amtsantritt des neuen US-Präsidenten im Januar 2009 und einer eventuellen Neuausrichtung des offiziellen Kurses der NASA zeigen.

Mist.......

Trotzdem schöne Grüße aus Hamburg - Mirko
 
Habe ich auch gerade gelesen.
Wattn Schmutz.

Aber besser sie verschieben es, als das die Kiste bei der Landung 2010 nur ein schönes Loch in den Marsboden rammt.

MSL verschoben, ExoMars verschoben, ...

2009 und 2010 werden zwei Mars-langweilige Jahre.
 
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