Mit Opernglas beobachten?

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ThN

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Hallo!
Ich bin ein großer Freund der Fernglasbeobachtung. Als "ideal" schien mir bisher ein 10x50er. Jetzt schau ich gerade durch den Karkoschka - der hat eine Rubrik für Opernglas. Da frag' ich mich, ob nicht für bestimmte Anwendungsbereiche ein Opernglas (so 3x20) eine prima Ergänzung wäre. Ich denke da hauptsächlich an die Milchstraße, große Sternenmuster, Sternbilder. Immerhin könnten da so 20° Bildfeld drin sein und die Grenzgröße wird immerhin um 2 Magnituden gesteigert.

Was meint ihr? Hat da jemand Erfahrungen? Gibt's da gute Geräte, so bis 200€ ?

Thomas
 
hallo Thomas,

durch ein Opernglas hab ichs noch nicht probiert, aber ich hab als mir fad war am Flughafen in Osaka so ein 7x20 Monoding erstanden. Auch mit dem 10x25 wars so: die Dinger sind zu klein um etwas am Himmel zu zeigen, enttäuschend.

Sehr geniesse ich dagegen das Bresser SWA 7x35 mit 13° Gesichtsfeld. Das ist zwar nur für Schwindelfreie, weil die Optik schon etwas extrem ist, aber man hat das Gefühl durch ein Fenster zu schauen, nicht durch ein Fernglas. Da erkennt man die grossen Zusammenhänge am Himmel! Leider wird das Ding nicht mehr hergestellt, bald gibts nur mehr Einheitsware wie im Ex-Ostblock :-(

lg Tommy, ebenfalls Fernglasfreund
 
13° Gesichtsfeld wäre schon toll! Bin erstaunt, dass das bei der Vergrößerung geht. Deshalb dachte ich ja an ein Opernglas mit niedriger Vergrößerung und großem Bildfeld.

Thomas

P.S. Vielleicht bin ich ja mit meinen 20° etwas zu optimistisch. Aber >=13° real und 60° scheinbar sollte es schon haben.

 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo Thomas,

ich finde den Gedanken nicht abwegig. So etwas gibt es bereits:

http://www.cloudynights.com/item.php?item_id=1806

http://www.united-optics.com/products/Binoculars/Opera_Glasses/Opera_Glasses1/Opera_Glasses1.htm

http://www.goto-kyoei.co.jp/netshop/borg/widebino28.html

Die technischen Daten für das Wide Bino sind bei Kyoei wie
folgt angegeben:

40mm Durchmesser wirksam
2,3-facher Vergrößerung
28 Grad Blickfeld real
maximale Größe 123mmx43mmx50mm
Gewicht 280g

Der Preis von 14.800 JPY entspricht etwa 95,- Euro.

Ich habe das Wide Bino, konnte es aber noch nicht nachts
ausprobieren.

Bei 2,3-facher Vergrösserung entsprechen die 28° real etwa
einem scheinbaren Gesichtfeld von 65° und das könnte auch
so in etwa hinkommen. Das kann ich aber nochmal mit einem
Deltrentis abgleichen.

Von Vergrösserung ist bei 2,3-fach allerdings nicht allzu
viel zu merken. Ich sehe das eher als eine Art Brillenersatz.


Viele Grüssse
Jürgen

 
Brillenersatz ist nicht schlecht (bin selbst Brillenträger). So wird man quasi zum "Adlerauge" ;)

Allerdings sind 40/2,3 = 17.4mm AP natürlich zuviel. Das bedeutet, dass man in der Nacht bestenfalls auf 7*2,3 = 16mm Öffnung abblendet. Aber immer noch mehr als 7mm (mit bloßem Auge). Müsste man mal bei Nacht ausprobieren.

Berichte doch mal!

Thomas
 
Hallo Thomas,

ich nutze sehr gerne zwei Porro-Gläser die so etwa in der Mitte zwischen Deinem 10x50 und einem Opernglas liegen.
Es handelt sich um alte "Quelle-Revue" Gläser aus japanischer Fertigung die es in der Bucht häufig wirklich fürn "nen Appel und en Ei" zu "schießen" gibt und das in erstaunlich gutem Erhaltungszustand.
8 x 40 - 9° 158 m/1000
7 x 35 - 9,5° 175 m/1000
Sie sind (achs)scharf, ausreichend randscharf, justierbar(!), vergütungstechnisch längst nicht auf dem neuesten Stand (Blauvergütung) also nicht mit modernen Top-Gläsern vergleichbar, aber allemal sehr viel besser als die heutigen "Diskounter". Heute würde ich sie in die 100-150 € Klasse/neu einsortieren, nur gibt es da nichts mit so schönen großen Feldern.
5 mm AP sind ideal für alle Fälle und Milchstraßenspaziergänge ein Genuss.

Gruß und CS
*entfernt*

PS: Zumindest das 7x35 geht auch schon als "immer dabei Glas" für nichtastronomische Zwecke durch.
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo Günther!
Habe schon ein ein Nikon Action EX 8x40 (knapp 9°) - deshalb suche ich noch ein "extremeres" Gerät mit wirklich großem Blickfeld. Es soll tatsächlich so etwas wie ein Paar "verbesserter Augen" sein. Dass man sich quasi wie eine Eule fühlt. ;)

Thomas
 
Ich versuche immer, die Objekte der Saison aus der Interstellarum mit einem Taschenfernglas 8x24 zu sehen. Dort findest du also Anregungen. Ein Opernglas trennt davon nicht viel.

Jedes Fernglas bringt gegenüber dem freien Auge einen bedeutenden Gewinn, auch ein Opergucker. Wirklich sinnvoll und sozusagen unersetzbar ist ein Kleinfernglas bei Kometen um 7-8m. Die Helligkeitsschätzungen müssen mit der kleinsten Öffnung vorgenommen werden, die den Kometen überhaupt zeigt, wenn sie möglichst genau werden sollen.
 
Hallo Uwe -
ja, so mache ich es auch. Allerdings wird ein 8x24 (oder 8x40) kein Bildfeld liefern, wie ich es mir wünsche. Ich suche ein Gerät zur *ernsthaften* Beobachtung großer Sternfelder im Zusammenhang. In den Links von Jürgen oben wird das auch diskutiert.

Thomas
 
Hallo Thomas,

was willst Du da genau sehen? Wenn ich hier von 2x und 3 x Vergrößerungen lese, dann denke ich mir: Ein wirklich dunkler Standort bringt da mehr als so eine etwas seltsame "Spezialbrille", oder? Man glaubt ja gar nicht, was man mit bloßem Auge an einem dunklen Ort > 2.000 m über NN sehen kann, bevor man es nicht selbst gesehen hat ;)

Gruß
Adson
 
Vor dieser Wahl steht man gar nicht. Ein dunkler Ort und ein Fernglas schließen sich nicht aus und je kleiner das Glas ist, desto einfacher kann man es an diesen Ort mitnehmen. Allerdings sind richtig dunkle Orte nicht mehr leicht zu erreichen (Gebirge oder hohe See) und zumindest bei mir wäre es so, dass ich mir für so einen Anlass dann auch vorher ein genau passendes Fernglas beschaffen würde, z.B. ein 7x50.
 
Hallo Adson - so ein Beobachtungsplatz >2000m wär natürlich toll. Aber ich muss mit dem leben, was ich habe: ein dunkler Landhimmel auf 500m. Auch nicht schlecht. Die Milchstraße sehe ich schon sehr strukturiert (im Sommer so ab 0 Uhr oder besser noch 1 Uhr). Aber ich möchte noch mehr. Also suche ich mir eine Sehhilfe ;) Wenn mir eine solche Sehhilfe +2m Grenzgröße bei 20°+ Blickfeld gäbe wäre ich schon sehr zufrieden.

Thomas
 
Das 2.3x40

Zitat von J_Brabender:
Hallo Thomas,

ich finde den Gedanken nicht abwegig. So etwas gibt es bereits:

http://www.cloudynights.com/item.php?item_id=1806

http://www.united-optics.com/products/Binoculars/Opera_Glasses/Opera_Glasses1/Opera_Glasses1.htm

http://www.goto-kyoei.co.jp/netshop/borg/widebino28.html

Die technischen Daten für das Wide Bino sind bei Kyoei wie
folgt angegeben:

40mm Durchmesser wirksam
2,3-facher Vergrößerung
28 Grad Blickfeld real
maximale Größe 123mmx43mmx50mm
Gewicht 280g

Der Preis von 14.800 JPY entspricht etwa 95,- Euro.

Ich habe das Wide Bino, konnte es aber noch nicht nachts
ausprobieren.

Bei 2,3-facher Vergrösserung entsprechen die 28° real etwa
einem scheinbaren Gesichtfeld von 65° und das könnte auch
so in etwa hinkommen. Das kann ich aber nochmal mit einem
Deltrentis abgleichen.

Von Vergrösserung ist bei 2,3-fach allerdings nicht allzu
viel zu merken. Ich sehe das eher als eine Art Brillenersatz.


Viele Grüssse
Jürgen

Hallo Juergen,

dieses 2.3x40 habe ich gerade von United Optics zum testen bekommen. Ein interessantes kleines Spielzeug! Hier in Xiamen ist der Himmel normalerweise viel zu hell fuer Astronomie, in guten Naechten kommt man bis etwa 4 mag. Mit dem Opernglas sind es mindestens 5 mag, d.h. man sieht nach oben und viel mehr Sterne als sonst. Ich kann mir vorstellen, dass es in einer wirklich dunklen Gegend sehr beeindruckend sein muss, ein komplettes Sternbild mit solch einem Opernglas zu ueberblicken.

Das Sehfeld von 28 Grad erscheint mir auf den ersten Blick etwas uebertrieben, ich wuerde eher auf 20-25 Grad schaetzen; werde in Kuerze mal genauer nachmessen!

Vielleicht liegt es auch an der extrem kurzen Austrittspupillenschnittweite (7mm), dass ich nur einen Teil des Sehfeldes ueberblicken kann.

Auf jeden Fall ist dieses kleine 2.3x Fernglas eine interessante Bereicherung fuer jeden Astronomen, der einfach etwas tiefer sehen will, ohne den Ueberblick zu verlieren ("wo war der Komet doch gleich? ..."). Auch nuetzlich auf jeder Konferenz, wenn der Vortragende mal wieder seine Formeln zu klein geschrieben hat :-)

Viele Gruesse,
Holger
 
Re: Das 2.3x40

hallo beinander,

2,3x40 sollten eigentlich 2,3x16 heissen - des nachts, und
2,3x7 - des tags. Was für eine Glasverschwendung! Der Grund ist vermutlich, dass man überhaupt etwas in der Hand hat, wenns denn wirklich 95.- Euro kostet, und nicht aus dem Kaugummiautomaten fällt.

Oder kann sich jemand einen anderen Grund vorstellen?

lg Tommy
 
Re: Das 2.3x40

Hallo Holger,

ich habe das 2,3x40 mittlerweile mit einigen anderen
Ferngläsern in Hinblick auf das scheinbare Gesichtsfeld
verglichen. D.h. mit einem Auge durch das 2,3x40 und
mit dem anderen Auge durch das zweite Fernglas gesehen und
dabei versucht, die Gesichtsfelder übereinander zu legen.

Das ist wegen des unscharfen Gesichtfeldrandes nicht ganz
eindeutig zu bestimmen u.a. auch weil nach meinem Eindruck
das Sehfeld grösser wird, je näher ich mit dem Auge an die
Okularlinse herankomme. Ich würde das Gesichtsfeld eher in
der Grössenordnung von 50° bis 55° sehen. Es würde mich
sehr interessieren, auf welches Ergebnis Du kommst.

Leider hat sich der Himmel in den letzten Tagen regelmäßig
abend zugezogen, so daß ich das Glas noch nicht am Himmel
ausprobieren konnte. Was mir aber aufgefallen ist, als ich
damit nachts etwas in der Gegend herumgeschaut habe, ist
eine deutliche Aufhellung der Objekte im Gesichtsfeld. Die
Detailwahrnehmung ist dabei erheblich besser als mit dem
nackten Auge.

@ Tommy: ich nehme an, daß die 40mm Objektivdurch-
messer in erster Linie erforderlich sind, um ein
einigermaßen brauchbares Gesichtsfeld hinzubekommen.
Das wird auch durch eine Passage in Riekher "Fernrohre und
ihre Meister" gestützt (S. 24 unten).
Davon abgesehen, ist das Glas durchaus kein Spielzeug,
sondern macht einen ziemlich soliden Eindruck:
Metallausführung, Mehrschichtvergütung und die Einstellungen
für den Okularabstand und die Fokussierung gehen sehr gut,
d.h. nicht zu leichtgängig und ohne "kriechen".

Viele Grüsse
Jürgen
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Re: Das 2.3x40

Hallo Jürgen,

wird das reale Gesichtsfeld nicht eher durch die Feldblende des Okulars (und die Brennweite des Objektivs) bestimmt?

Öffnung ist IMHO hauptsächlich für die Lichtsammelfähigkeit (und Trennschärfe) zuständig, was aber nur ab einer Minimalvergrößerung (etwa = Öffnung / 7 bis Öffnung / 5) voll wirksam wird, abhängig von der individuellen Augenpupille.

Ach so, WICHTIGE FRAGE: Wo (wie) kann man dieses Gerät kaufen?

Thomas

 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Re: Das 2.3x40

Hallo Juergen,

ich habe gerade mal mit Zollstock das reale Sehfeld abgeschaetzt und bin auf etwa 21 Grad gekommen, das waeren knapp 50 Grad scheinbaren Sehfeldes nach der Winkelbedingung. 50 Grad kommt auch nach meinem Gefuehl hin. Die Vergroesserung dieses Fernglases haengt aber recht stark von der Fokussierung ab, auf kurze Distanzen ist sie hoeher als auf Unendlich - das liegt wohl an der Galilei-Konstruktion des Opernglases. Es gibt auch eine sichtbare kissenfoermige Verzeichnung.

Die "Austrittspupille" ist uebrigens nicht mehr als 8mm, das ist die freie Oeffnung der Augenlinse. Wieso man bei dieser Konstruktion 40mm Objektive braucht, ist mir auch nicht klar, aber ich besitze auch nicht den Riekher "Fernrohre und ihre Meister".

Stimmt, die Konstruktion erscheint solide und schwer, nicht billig. Die Verguetung ist recht gut, leider hat man die Linsenraender nicht geschwaerzt, so dass es ordentlich Streulicht im Randbereich gibt.

Viele Gruesse,
Holger

P.S. Meine Version hat den Aufdruck dieser Firma:
http://www.blueplanetoptics.com/

Gibt es dort fuer 99$.
 
Re: Das 2.3x40

Ja, es blendet ab! Wenn man auf die Austrittspupille sieht, dann erkennt man keinen Unterschied, aber mit dem Auge direkt an der Linse ist das Sehfeld ploetzlich kleiner. Diese Galilei Glaeser sind wundersame Teile :-)

Holger
 
Re: Das 2.3x40

Hallo Thomas,

ich stellte mir letztes Jahr genau dieselbe Frage (ganz in der Nähe, in Seeheim). Als Liebhaber alter/antiker Geräte habe ich darauf mehrere ältere Operngläser beschafft und sie ausführlich getestet.

Eindeutig am besten war das "Aldon" von Rodenstock, ein Exemplar von wohl ca. 1970-1980, etwa 2,5x25 (habe es nicht zur Hand). Das Feld ist gute 13 Grad, angenehm einzusehen und scharf, und einigermasssen scharf abgegrenzt.
Gibt es ständig in Ebay für ca. 10 bis 20 Euro.

Es gibt auch ein nettes 4x40 von Hertel&Reuss. Dies sieht klasse aus (als Objekt an sich), hat aber nur ca. 11 Grad Feld. Andere von Hertel&Reuss (so ca. 3x30) waren enttäuschend - das Bild im Aldon ist viel besser.

Es ist einfach Klassse den ganzen Kasten vom grossen Wagen mal ein einem Bildfeld mit gut was drumherum zu sehen. Auch der Adler-Brillen-Effekt ist prima.
Freilich stelle ich fest, dass ich, nachdem diese Wahrnehmungen einmal/mehrmals gemacht wurden, doch lieber den 7x42 (gibt es von Rollei mit 9,3 Grad Feld) zur Freihand-Beobachtung nehme.
Deshalb rate ich davon ab, zuviel Geld zu investieren. Die 10 EUR für ein Aldon sind genau richtig.

Ich denke, solche Gläser sind VOR ALLEM geeignet, um Laien einen ersten Zugang zum Himmel zu geben. Ich hole hier gerne die nähere und weitere Bekannschaft herbei zum Blick durch mein Schiefspiegler und stelle dabei fest, dass es kaum geeignete Geräte gibt, die völlig unerfahrene Beobachter für einen orientierenden Blick zum Himmel ohne Übung nutzen können.
Bin am überlegen, ob ich ein Satz Aldons für diesen Zweck mir zulege. Der grosse Vorteil ist, dass keine Fokussierung nötig ist, von Dioptrienausgleich zu schweigen. Einfach nur Augenabstand zurechtquetschen, fertig! Im 4x40 sind z.B. die Pleiaden wirklich schon ganz nett - dann kann zum Wow-Erlebnis im größeren Gerät übergeleitet werden. Am Vollmond kann eine erste Orientierung im 2,5x25 gegeben werden, ohne die Pupillen hinauzuballern, usw..

Gruss eines Fernglas-Liebhabers

Christopher

 
Re: Das 2.3x40

Hallo Holger,

bei der Austrittspupille habe ich ebenfalls 8mm gemessen
und die liegt ja auch etwas zurück. Ich hatte den Eindruck,
das es annähernd 56° erreicht hat als ich es mit einem
Glas mit entsprechendem Gesichtfeld verglichen habe. Die
nicht geschwärzten Linsenkanten und aus meiner Sicht auch
der metallisch glänzende Ring im Inneren macht es aber auch
nicht gerade einfach, eine genaue Schätzung vorzunehmen.
Der Bericht in CloudyNights beschreibt das ja ganz gut mit
"fuzzy or diffuse field stop".

Ich habe mich bei Riekher auf folgenden Absatz bezogen:

"Offensichtlich wurde Galilei durch Beobachtung
an seinen ersten schwach vergrößernden Fern-
rohren zu der Annahme geführt, daß der Objek-
tivdurchmesser als Bildfeldbegrenzung wirkt.
Für schwach vergrößernde Fernrohre und rela-
tiv große Objektivdurchmesser ist diese Beob-
achtung richtig. ...."

Den Trick mit mit dem 20mm Loch im Blatt Papier habe ich
jetzt nicht versucht aber den entsprechenden Effekt kann
ich schon sehen, wenn ich nicht höllisch darauf aufpasse,
wo ich meine Finger lasse.

@ Thomas: ich habe mein Glas bei Starbase in Tokio gekauft
als ich im Mai beruflich dort war. Die Dinger scheinen sich
dort ganz gut zu verkaufen. Als ich letzte Woche wieder da
war, hatten sie bei Starbase einen Stapel von ca. 40 Stück
davon im Laden liegen. Ich kenne leider kein Geschäft in
Deutschland, das dieses Glas führt und auch auf der ATT
habe ich keines gesehen. Wenn ich es von Deutschland aus
besorgen wollte, würde ich versuchen, es bei Blue Planet
zu bestellen.
Die bieten dafür sogar Nebelfilter an aber ich glaube, daß
man sich die Kosten dafür getrost sparen kann. Ich habe es
mal mit Nebelfiltern an einem 7x35 versucht, aber die
Vergrößerung reicht aus meiner Sicht selbst bei 7-fach
nicht für einen sinnvollen Einsatz aus.

Viele Grüsse
Jürgen


 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Re: Das 2.3x40

hallo Fernglasfreunde!

Da bin ich völlig platt! Da sieht man wieder mal wie leicht niedere Kleingeister zum Schimpfen und Schmähen neigen, ohne auch nur den Funken einer Ahnung von den Wundern der Welt zu haben. Na, wenigstens ist mir das Experiment mit der Lochblende eingefallen. Ich übe mich in demütiger Selbsterkenntnis.

Vielen Dank für den Link, Frank, das ist ein wunderbarer Bericht.

Und vielleicht sollten wir öfter mal solche Lehrmeinungen hinterfragen, ob sie denn in jedem Fall richtig sind.

lg Tommy
 
Re: Das 2.3x40

Hallo Frank,

Danke, Dein Bericht ist sehr hilfreich! Es gibt ja kein Zwischenbild mit definierter Groesse wie bei den Prismenfernglaesern, daher bringen grosse Objektive hier auch mehr Winkel und daher mehr Sehfeld! Wieder was gelernt :-)

@Juergen: Du magst Recht haben, wenn man ganz tief in das Okular hineinkriecht, dann kann man vielleicht noch ein bischen mehr Sehfeld herauskitzeln. Letzte Nacht hatte ich jedenfalls beinahe den kompletten Grossen Wagen im Sehfeld, nur das extreme Ende der Deichsel passte nicht mehr hinein. Wenn jemand von Euch eine entsprechende Software hat, dann moege er mal pruefen, wieviel Sehfeld man braucht, um den Kasten plus komplette Deichsel zu sehen ...

Die Randunschaerfe haelt sich uebrigens erstaunlicherweise in Grenzen. Die Sterne sehen auch hier noch brauchbar aus (wenn auch nicht perfekt). Man muss aber etwas ueben, dass man dieses kleine Ding nicht verkantet, da bekommt man sofort verzerrte Sterne (Koma).

Wenn man dem Ding irgendwie eine Sehfeldblende verpassen koennte (das muss dann wohl im Okular passieren, weil es kein Zwischenbild gibt?) und das Streulicht unterdruecken wuerde, dann waere es schon richtig gut.

Viele Gruesse,
Holger
 
Re: Das 2.3x40

Hallo Holger,
der große Wagen (Kasten und Deichsel) hat einen Durchmesser von knapp 26°. Das ist der Abstand zw. den Sternen Alpha und Eta. Mal sehen, vllt. kauf' ich mir so ein Ding. Wär' allerdings Neuland für mich, direkt im Ausland zu bestellen.

Thomas
 
Re: Das 2.3x40

Hallo Holger,

ich habe es gestern auch geschafft kurz damit in den Himmel
zu schauen. Beim grossen Wagen mit dem gleichen Ergebnis,
d.h. mit Ausnahme des vorderen Stern an der Deichsel war
das Sternbild (fast) komplett zu sehen. Mehr war auch mit
Hineinkriechen nicht zu machen. Bei der Randunschärfe war
ich ebenfalls positiv überrascht. Die Sache mit Koma beim
Verkanten ist mir bisher noch nicht aufgefallen aber ich
habe auch nicht speziell darauf geachtet.

@ Frank: Deine Seite finde ich sehr gut. In Bezug auf die
Galilei-Ferngläser sind damit ja alle Fragen beantwortet.
Eine Frage hätte ich dann aber doch. Ich habe selbst ein
Galilei-Fernglas der Marke Colmont Verso mit ca. 5x52, das
schon ein extrem kleines Gesichtsfeld hat. Auf Fotobörsen
habe ich schon mehrfach Exemplare vom "Fernglas 08" in den
Händen gehabt, die aber in Bezug auf das Gesichtfeld nicht
besser zu sein scheinen. Das "Fernglas 09" müsste aufgrund
der niedrigeren Vergrösserung bei gleichzeitig grösserem
Objektivdurchmesser ein ganzes Stück besser sein, aber
davon habe ich bisher noch keines gesehen. Bezieht sich
der Wert von 7,6° real im ersten Beispiel auf dieses Glas?

@ Thomas: ich habe es bis vor ein ein paar Wochen ebenfalls
vermieden, direkt im Ausland zu bestellen. Aber da ich ein
Buch hier in Deutschland nicht bekommen konnte, habe ich es
dann doch getan und war positiv überrascht wie schnell
und problemlos das ging. Was ich allerdings gemacht habe,
ist daß ich die Kreditkarten-Nummer in zwei Teilen über
unterschiedliche E-Mailkonten verschickt habe.

Viele Grüsse
Jürgen
 
Re: Das 2.3x40

Hallo Jürgen,
die 7,6° beziehen sich auf das linke Glas in Abb.5. Solche Gläser mit großen Objektiven wurden unter der Bezeichnung "Lotsenglas" für die Seefahrt angeboten. Diese alten Gläser sind aber eher nicht mehr zum Sternegucken geeignet. Die militärischen Gläser sind außerdem sauteuer (da sind viele Militariasammler hinterher, das 09 - mit etwas kleinerem Gesichtsfeld - wird z.B. deutlich oberhalb 200 Euro gehandelt).
Das japanische 2,3x40 ist mit Sicherheit einige Klassen besser als die alten, für den Sammler interessanten, Gläser. Die Apertur des Objektives dürfte hier so hoch sein, dass die Korrektur den Designern einiges Kopfzerbrechen bereitet haben dürfte (ich nehme mal an, dass hier das Okular und das Objektiv zusammen korrigiert worden ist - sicher ist das Oku auch ein Kittglied). So etwas konnte man vor hundert Jahren noch nicht bauen (außerdem kannte man noch keine Vergütung). Wenn Du also ein Galileiglas zum Sernegucken haben willst, dann ist so ein neues Glas wesentlich besser geeignet.

CS. Frank
 
Re: Das 2.3x40

Hallo Frank,

danke für die Information. Keine Sorge, ich will so ein
Fernglas 09 nicht zum Sternegucken verwenden.
Es ist einfach so, daß ich mich für die Leistungsfähigkeit
alter Gläser interessiere, u.a. auch in Hinblick darauf,
was mit der damaligen Technik bzw. mit unterschiedlichen
Bauformen möglich war.

Viele Grüsse
Jürgen
 
Re: Das 2.3x40

Hallo Holger,
vielen Dank für diese (auch schön geschriebene) Zusammenfassung.

Frage 1: Wieso "gibt es keine Austrittspupille wie bei Prismen-Ferngläsern" (also vom Keplertyp)? Durch die Zerstreuungslinse wird doch das konvergierende Strahlenbündel des Objektivs parallel gerichtet. Den Durchmesser dieses Strahlenbündels würde ich als Austrittspupille bezeichnen.

Frage 2: Du sagst, dass durch die Fokussierung die Vergrößerung geändert wird. Ändert sich dann auch das Bildfeld, oder variiert die Vergrößerung über das Bildfeld?

Ich frage deshalb, weil ich als Brillenträger bei diesem Gerät ohne Brille betrachten muss, also fokussieren muss.

Frage 3: Wie gross ist der Fokussierweg. Reicht der auch für Kurzsichtige?

Thomas
 
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