Anfänger-Erfahrung mit NexStar SLT 130

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Stefan1960

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Seit März diesen Jahres habe ich als Anfänger ein NexStar SLT 130 Newton mit f5, also ca. 650mm Brennweite. Ein Gerät, was nach gängiger Meinung hinreichend Öffnung hat, um als Anfänger die wichtigsten Objekte ohne großes Theater und mit akzeptabler Qualität beobachten zu können. Ein Gerät auch, von dem man erwarten sollte, dass die integrierte Goto-Steuerung dem Anfänger die Orientierung im Nachthimmel vielleicht nicht abnimmt, aber immerhin doch erleichtert.

Vorab: Das Gerät kann diese Erwartungen innerhalb gewisser Grenzen erfüllen. Aber bis ich zu diesem Schluss kam, war es keineswegs nur ein Fingerschnipp. Die Hoffnung, dass Auspacken und Aufbauen ausreicht, hat sich nicht erfüllt. Man muss was tun.

Damit andere Anfänger nicht den gleichen Leidensweg durchleben müssen, und womöglich vor der Zeit frustriert aufgeben, habe ich nachfolgend die wichtigsten Erkenntnisse und Schlussfolgerungen zusammengefasst:

1. Vergrößerung und Okulare: Mitgeliefert werden 9mm (72x) und 25mm (26x). Als Anfänger wollte ich alles sehen, was irgendwie interessant sein könnte. Keine Festlegung auf Planeten oder Deep Sky. Der Mond geht prima, aber schon beim Saturn kam die Ernüchterung: Mit 9mm (72x) kommt der Saturn als Punkt mit einem Strich daher. Das sieht noch gar nicht nach einem Planeten mit Ring aus. Also wurde ein 5mm Planetary (130x) angeschafft. Damit ist der Saturn immer noch ziemlich klein, aber man kann wenigstens den Ring als solchen erkennen, und auch dessen Schatten auf dem Planeten. Das ist ja schon mal was. An die Cassini-Teilung ist aber nicht im Traum zu denken. Also: bitte keine zu hohen Erwartungen! Außerdem: Noch kürzere Brennweiten für noch höhere Vergrößerungen werden problematisch, siehe unten.

2. Goto: Die ganze Goto-Einrichtung wollte anfänglich überhaupt nicht funktionieren. Die Eichungsprozedur ist okay, aber wenn man dem Ding dann sagte: Geh mal zum Mond oder zum Saturn, dann produzierte es ein oder zwei Handbreit Ablage. Nicht akzeptabel. So einfache Dinge wie Orion- oder Andromeda-Nebel waren nicht im entferntesten aufzufinden, und selbst die zuvor gewählten Eich-Sterne konnte er nicht wieder finden. Meine ersten Beobachtungserfolge musste ich durch hartnäckiges manuelles Suchen erzielen. Eine Nachführung zum Ausgleich der Erdrotation fand zwar statt (man konnte die Motoren arbeiten hören) Das Objekt der Begierde blieb aber nicht übermäßig lange in der Bildmitte.

Irgendwann stand ich entnervt vor der Frage, das Ding zurückzuschicken, oder aber selbst Hand anzulegen. Ich hab mich dann für den zweiten Weg entschieden und den Schraubenzieher zur Hand genommen. Glücklicherweise lässt sich das Teil ohne Spezialwerkzeug zerlegen.

Erster Befund: Der Schrittmotor der Höhenachse hat ein Fächerrad mit Optosensor zum Zählen der Schritte. Zwei Zähne des Fächerrades waren „ab Werk“ verbogen. Das Ding hat sich in der Folge beim Stellen einfach nur verzählt. Garantiefall? Keine Lust, alles einzupacken und zurückzuschicken. Also vorsichtig die Zähnchen geradegebogen. Ausprobiert und siehe da: Jetzt geht’s, wenn auch noch nicht perfekt.

Immer noch schlichen sich Fehler in der Positionierung ein. Hab lange gebraucht, die Ursache zu finden. Des Rätsels Lösung: Die Höhenachse hat eine Rutschkupplung. Diese war viel zu weich eingestellt. Leichte Stöße mit der Augenbraue gegen die Gummimuschel des Okulars haben schon ausgereicht, dass das Ding verrutscht. Zum Nachstellen muss man die mittige Mutter unterhalb der Spannschraube für die Tubusklemmung nachziehen. Da darf man ruhig kräftig nachziehen. Es wird dadurch keine Lagerung verspannt. Und auch bei kräftigem Nachziehen bleibt die Rutschfunktion noch erhalten.

Mit diesem „Tuning“ bin ich jetzt so weit, dass die gewünschten Objekte mit der Goto-Funktion gefunden werden. Allerdings nur mit 9mm (72x) findet man sie irgendwo im Gesichtsfeld. Für 5mm (130x) reicht die Positioniergenauigkeit nicht aus. Man muss mit geringerer Vergrößerung positionieren, dann manuell zentrieren, und schließlich auf höhere Vergrößerung wechseln.

Offene Frage: Wie viel Positioniergenauigkeit darf man erwarten?

3. Steifigkeit/Wackeln: Schon beim Tageslicht-Testspechteln fiel auf, das das Bild ziemlich wackelig ist. Mit 9mm (72x) ist das noch so akzeptabel. Mit 5mm (130x) ist das Beobachten nur sehr sehr vorsichtig möglich. Als Ursache habe ich drei Komponenten identifizieren können:

- Lagerspiel an der Höhenachse,
- Lagerspiel an der Azimutachse
- Wackelei des Stativs

Die mitgelieferte Anleitung hilft da nicht wirklich weiter. Nach einigem Suchen habe ich aber Abhilfe gefunden:

- Das Lagerspiel der Höhenachse lässt sich über eine Stoppmutter einstellen. Dazu muss der Plastikdeckel des Tubusträgers abgeschraubt werden (zwei Kreuzschlitzschrauben) => Mutter vorsichtig nachziehen.
- Auch das Lagerspiel der Azimutachse lässt sich über eine Stoppmutter einstellen. Dazu muss das Batteriefach abgeschraubt werden (vier Kreuzschlitzschrauben) => Mutter vorsichtig nachziehen.
- Beim Stativ kommt die Hauptwackelei aus den Gelenken zwischen Mittelteil und Stativbeinen. Hier muss man auf die Option „Zusammenklappen“ verzichten und die Gelenkschrauben wirklich fest anziehen. Viel hilft viel!

Mit diesen Maßnamen ist das Bild deutlich ruhiger. Übrig bleibt eine latente Weichheit des Stativs vor allem in den Beinen (Teleskopklemmung). Dazu muss ich mir noch was einfallen lassen. Hab auch schon Ideen. Dazu aber erst mehr, wenn ich wirklich eine Lösung habe.

4. Okularauszug(OAZ): Dem OAZ fehlt es an Feinfühligkeit. Die größeren Okularbrennweiten lassen sich noch recht gut in den Fokus bringen. Beim 5mm Planetary wird die Sache zum Geduldsspiel. Hab de OAZ mal zerlegt, um Abhilfemöglichkeiten zu identifizieren. Befund: Das verwendete Fett sieht irgendwie nicht nach Fett aus, sondern hat mehr Ähnlichkeit mit Pattex. Eine klebrige zähe Masse. Hab alles gesäubert und mit ordentlichem Fett neu geschmiert. Jetzt geht’s besser, weil leichtgängiger.

Der OAZ ist damit im Rahmen eines Anfänger-Teils akzeptabel. Aber glücklich bin ich noch nicht damit. Derzeit erwäge ich die Anschaffung eines besseren Zubehörteils.

5. Licht vs. Vergrößerung: Hier im Forum sind Lobeshymnen auf Deep Sky Beobachtungen mit 4“-Gerät zu lesen. Hat in mir den Eindruck erweckt, dass mit 5“ schon was gehen kann. Naja, tatsächlich kann man schöne Dinge sehen. Aber man muss die Kirche im Dorf lassen. So richtig berauschend ist das Ergebnis nicht. Den vergleichsweise hellen Orionnebel kann man zwar gut erkennen, ist aber bei 9mm (72x) doch ziemlich dunkel. Vom ebenfalls vergleichsweise hellen und im übrigen auch großen Andromedanebel kann man eigentlich nur den inneren Kern als diffuse Lichtwolke sehen. Der Ringnebel in der Leier ist schon schwierig. Bei 9mm (72x) ist er sehr sehr klein und im übrigen schon ziemlich dunkel. Bei 5mm (130x) ist er noch nicht wirklich groß, aber so dunkel, dass er kaum zu erkennen ist.

Soll heißen: Deep Sky geht zwar in Ansätzen. Und zum „dran schnuppern“ ist es wohl okay. Der richtige Aha-Effekt bleibt aber aus. Möglicherweise muss ich mal den heimischen Garten verlassen und in einer wirklich dunklen Ecke Deutschlands spechteln. Vielleicht hilft das ja. Über derartige Erfahrungen kann ich aber noch nicht berichten.

Bei Saturn und Jupiter ist die Helligkeit kein Problem. Man sollte aber mit mindestens 5mm (130x) oder noch stärkerer Vergrößerung beobachten. Und hier kommt obige Wackelei ins Spiel. Wenn man der Wackelei nicht Herr wird, ist das Planeten-Beobachten keine Freude.

6. Stromversorgung: Selbst wann man nicht viel am Himmel herumfährt, sondern das Ding einfach nur angeschaltet lässt, wird ganz ordentlich Strom gezogen. Die serienmäßigen Batteriefächer sind eine Mogelpackung. Das Gerät läuft zwar damit. Aber nach zwei bis drei Stunden ist der Batteriesatz leer. Teure Angelegenheit. Was Wiederaufladbares muss her. Ich habe mir 10 NiMh-Akkuzellen zu einem Paket zusammengelötet, mit selbstklebendem Klettband auf der Oberseite des Tubusträgers fixiert und über die glücklicherweise serienmäßig vorhandene Steckerkupplung des Gerätes angeschlossen. Wenigstens eine Baustelle, die leicht zu bedienen war :-).



Nach Abarbeiten obiger sechs Punkte habe ich jetzt ein Gerät, was aufgebaut im Schlafzimmer neben meinem Bett steht. Es ist handlich genug, dass ich es als Ganzes mal eben durch die Schiebetür nach draußen tragen kann. Einfache, nicht zu anspruchsvolle Beobachtungen sind damit komfortabel möglich.

Ich hoffe, mit obigem Erfahrungsbericht anderen Einsteigern das Leben etwas leichter zu machen.
Und außerdem hoffe ich auf Anregungen und Ideen, was noch zur besseren Ausnutzung des Geräte-Potentials getan werden kann.
 
Hallo

Das finde ich schon etwas merkwürdig,das das Bild schon ab
72x dunkel wird.
Planeten sollten auch mit 200x bei einigermaßen guten Seeing
gehen.
hast du das Teleskop schon mal justiert?
Wenn nicht,zentriere beim nächsten mal einen zenitnahen hellen Stern,und dejustiere diesen,dann kannst du sehen ob der FS zum HS verschoben ist.

Gruß
Manfred
 
Zitat von Manner:
Das finde ich schon etwas merkwürdig,das das Bild schon ab 72x dunkel wird.
Hallo Manfred. Meine Formulierung war wohl mißverständlich. Bei 26x und 72x ist das Bild etwa gleich hell. Beim Wechsel von 26x auf 72x kann ich noch kein Dunkelwerden feststellen. Ein merkliche Abdunkelung stellt sich erst bei 130x ein.

Allerdings finde ich das Bild insgesamt enttäuschend dunkel. Man muß selbst bei schwacher Vergrößerung sehr genau hinschauen. Die Randbereiche des Andromedanebels sind nicht zu sehen. Beim ersten Versuch am Orionnebel hab ich erst dreimal dran vorbeigeschaut, bis die Erleuchtung kam: Ach, da isser ja! Ausgehend von der Grundhelligkeit bei 26x oder 72x bleibt da nicht viel Spielraum für höhere Vergrößerungen.

Zitat von Manner:
Planeten sollten auch mit 200x bei einigermaßen guten Seeing gehen.
Ja, das deckt sich mit meinen oben geäußerten Vermutungen. Aber mangels Okular kann ich derzeit nicht weiter als 130x. Bevor ich allerdings 200x oder so ähnlich in Angriff nehme, muß ich erst die Wackelei in den Griff kriegen.

Zitat von Manner:
Ja, mehr als einmal, und mitlerweile hab ich da einige Übung drin :-). Bei 130x ist kein Koma zu erkennen. Die Beugungsscheiben am Stern sehen okay aus, zumindest bei dieser Vergrößerung. Genauer kann ich wohl erst dann werden, wenn ich noch mal Geld für ein kurzbrennweitiges Okular in die Hand nehme.
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo Stefan,

ich hatte Mal das Nexstar 114 GT und kann Deine Erkenntnisse bestätigen. Allerdings lief mein GoTo echt genau, offensichtlich war nichts verbogen.
Das Problem ist, recht anspruchsvolle Aufgaben werden von billigster Technik erledigt (oder eben auch nicht) und das Ganze wird schnell und kostengünstig zusammengeschustert.
Die Endkontrolle liegt beim Kunden und dafür ist das Alles einfach zu teuer.
Dieser Fehlkauf hat mir weh getan, zumal das 114er mit 1000 mm. BW im "short-tubus" auch noch ein Kathadiopter mit brennweitenverlängerungslinse im Strahlengang ist.
Das Ding war/ist kaum zu justieren, da hast Du mit einem "ehrlichen" F/5 Gerät noch einen großen Vorteil und den solltest Du nutzen.
F/5 braucht eine sehr genaue Justierung um gut abzubilden.

Trotzdem ist die Dämpfung von Erwartungen nötig und wichtig.
Ein Beginner wird mit jedem Zoll Öffnung mehr besser bedient sein, nicht umsonst ist 8" F/6 ein beliebtes und als Dobson auch sehr preiswertes Einsteigergerät.
Hier reicht das Auflösungsvermögen aus, zumindest die hellsten Objekte aller visuell erreichbaren Objektklassen so zu zeigen, dass man anhand von sichtbaren Strukturen die Natur des Objektes erkennt. Das gelingt auch unter nicht optimalen äußeren Bedingungen unter denen auch schon 5" oder 6" Öffnung in perfekter Qualität und Beherrschung(!) ausreichend sein können wenn beobachtungserfahrung vorhanden ist.

Der Spass an kleinen Öffnungen kann sich durchaus später wieder einstellen. Nach vielen Erfahrungen mit meinem 8" F/6 und auch wesentlich größeren Geräten sehe ich inzwischen auch die kleinen Nebelfleckchen in meinem 4" Richfielder wieder mit sehr viel Freude und das große erreichbare Feld bietet Möglichkeiten die man bei aller Auflösung mit Großgeräten eben nicht hat.

Gruß und CS
*entfernt*
 
Hallo Günther, Deinen Beitrag empfinde ich als Wohltat, denn wenn Deine Erfahrungen ähnlich wie die meinen sind, dann liegt's offenbar nicht daran, dass ich einfach nur zu blöd für die richtige Nutzung bin :-)

Zu der Erkenntnis, dass 200mm oder vielleicht auch 250mm HS-Durchmesser besser sind, war ich auch schon gekommen. Und es ist schön, meine Überlegungen durch Dich bestätigt zu sehen. Aber derzeit treibt mich der sportliche Ehrgeiz um, das Maximum aus dem Potential des vorhandenen Gerätes herauszuholen. Dazu sind konstruktive Beiträge und Vorschläge gerne willkommen :-)

Eine Neuanschaffung/Vergrößerung steht wohl erst an, wenn ich mit dem vorhandenen Gerät "das Ende der Fahnenstange" erreicht habe.
 
Hallo Stefan,

an Stelle 1-10 steht eine perfekte Justierung bei solchen recht schnellen Newtons.

Du kannst Potenzial holen:

Das Rohr ist innen mehr oder weniger matt grauschwarz lackiert. Schwarze DeceFix-Veloursfolie im Tubus hebt den Kontrast merklich.
Auf dem Balkon ist immer Streulicht und der Tubus ist zu kurz. Streulicht kann bis in die FS und OAZ-Ebene einfallen. Eine Taukappe 1,5-2xD-Tubus schafft Abhilfe.

Gute Okulare, die auch F/5 abkönnen.

Ein 32er Plössl bringt mehr Übersicht und AP, zusammen mit einem O III und/oder UHC-Filter eröfnet sich Dir die Klasse der Gasnebel in neuer Sicht. Auch PNs kommen mit Filter besser.
Problem bei den Filtern ist die Beschränkung auf 1 1/4". Wenn später ein größeres Gerät mit 2" OAZ kommt kaufst Du dopplt. Daher würde ich einen guten UHC bevorzugen, denn der O III sollte später unbedingt 2" haben.

Gruß und CS
*entfernt*
 
Zuletzt bearbeitet:
Günther, ungefähr so habe ich mir eine Vorschlagsliste vorgestellt. Vielen Dank dafür. Bin eh gerade dran, mir eine Einkaufsliste zusammen zu stellen. Neben der schon darauf stehenden schwarzen DeceFix-Veloursfolie und auch einem 17mm UWA-Okular kommt jetzt wohl noch ein 1 1/4" UHC-Filter dazu.

Was bitte sind PNs?
 
Hi Stefan,

"Planetarische Nebel" sind gemeint. Also Nebel wie der Ringnebel oder der Hantelnebel.
Die gehen auch schon ohne Filter sehr respektabel mi so einem Röhrchen aber da gibt es auch schwächere und/oder kleinere Kandidaten die eine Beobachtung lohnen.

So eine Tau-/Streulichtkappe lässt sich gut aus einer leichten alten Isomatte schneiden. In der von Dir benötigten Größe könnten sich auch noch Moosgummi oder andersartige "Schaumstoffplatten mit der benötigten Steifigkeit im Bastelzubehör finden.

Gruß und CS
*entfernt*
 
Du verkörperst für mich eine wahre Ideen-Fundgrube :-) Das mit der Schaumstoffmatte werde ich mal ausprobieren.

Achso, noch eine Frage: Was ist AP?
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hi Stefan,

AP die erste - "Augenpupille" Deine Iris kann sich, wenn es sehr dunkel ist, bis ca. 7 mm öffnen.

AP die zweite - Austrittspupille Fernrohr okularseitig.
Sinnvollste Anwendungen ergeben sich zw ca. 0,7 mm und eben jenen 7 mm Maximalöffnung der Augenpupille.

An Deinem 130/650er Newton ergeben 35 mm Okularbrennweite 7 mm AP und das ist unter sehr dunklem Himmel, unter schlechterem Himmel auch mit Filter anwendbar.
Milchmädchen sagt zutreffend, dass die AP in mm für die Übersichtsbeobachtung mit kleiner Vergrößerung nicht wesentlich größer sein sollte, als die mit freiem Auge sichtbare Sterngrenzgröße in Magnituden.
5 Mag Himmel gleich 5 mm AP für Aufsuche und Weitfeldbeobachtung wäre ideal, da so ein guter Kontrast zw. erreichbaren Objekten und dem Himmelsgrund gegeben ist.

Man teilt Öffnung durch Vergrößerung und hat den AP-Wert.

Gruß und CS
*entfernt*

PS: Wenn Du unter 5 Mag Himmel und auf einem eventuell streulichtverseuchten Balkon 7 mm AP mit Filter nutzen willst, dann brauchst Du ein Beobachtungstuch über dem Kopf, damit Deine Augen sich dunkeladaptieren können.
 
Zuletzt bearbeitet:
Hi
so kanns gehen und zeigt schön wo die Tücken sein können,
grade als unerfahrener Beginner.
Aber, in Teilen wirst Du feststellen, dass Dein Ergebnis
bisher auch geprägt ist von fehlendem Wissen und Erfahrungen.
So ist zunächst Justage ein unabdngbares Thema beim f/5 Newton. Andromada mit 72 fach ist zu viel. Der Ring dagegen
fürfte nicht dunkel sein, der geht mit kleineren Teleskopen und hoher Vergrößerung gut und zeigt auch erste Details. Aber das ist dann Erfahrung.
Auch gehen viel mehr Objekte mit 130mm. Da ist Cirus schon gut auch helle GX machen was her, wenn der Himmel stimmt.
Kugelsternhaufen sind teils schon gut angelöst und offene Sternhaufen machen mit so einem Gerät schon Spaß weil sie schön zu sehen sind.

Für Dich heißt es m.E. nun: Einlesen, Tunen, üben üben ünen und vllt noch etwas Zubehör kaufen.
CS
 
Zitat von Antares:
Aber, in Teilen wirst Du feststellen, dass Dein Ergebnis bisher auch geprägt ist von fehlendem Wissen und Erfahrungen.
Da hast Du natürlich vollkommen Recht. Und das ist auch der Grund dafür, das ich diesen Post geschrieben habe. Denn ich denke, dass viele in vergleichbaren Situationen stecken und mit ähnlichen Anfänger-Problemen kämpfen. Ein Teil davon wird frustriert aufgeben. Der andere Teil beisst sich durch. Für diesen anderen Teil ist der vorliegende Thread vielleicht eine Hilfestellung, damit es nicht gar so langwierig und schweißtreibend wird.
Zitat von Antares:
Für Dich heißt es m.E. nun: Einlesen, Tunen, üben üben ünen und vllt noch etwas Zubehör kaufen.
CS
Ja, das vergangene Wochenende war genau durch diese Dinge geprägt. Hab viel gelesen und im übrigen eine wunderbare, wenn auch nicht ganz hindernissfreie Spechtelnacht erlebt. Und eine Hardware-Bestellung ist auch schon in der Pipeline....
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hi Stefan,

Zu Deiner Frage wegen der GoTo-Genauigkeit: Fest aufgebaute, perfekt eingenordete Teleskope, an denen ein echter PC hängt, sind überraschend genau - bei mobilen GoTo-Teleskopen unter 1000 Euro hab ich schon Positionierungenauigkeiten von rund 90° erlebt. Das letzte GoTo-Teleskop, das wir im Verein aus der Verpackung geholt hatten, war nicht mal in der Lage zu einer vollen 360°-Drehung...
Allerdings mache ich daher meist auch einen großen Bogen um GoTo-Geräte, die vier Stück, die ich von Meade und Celestron bislang in den Händen hatte, sind nicht unbedingt repräsentativ (hoffe ich!).
Ziemlich gut - solange die Batterien neu sind und alle Stecker richtig rum drinstecken - ist die GT-Montierung von Celestron mit einem ED80/600. Am Samstag hatten wir vom Verein aus eine öffentliche Beobachtungsnacht und auch dieses Gerät im Einsatz. Nachdem neue Batterien drin waren, hat es überraschend gut funktioniert. Überraschend gut heißt: Nachdem ich den optischen Sucher durch einen Leuchtpunktsucher ersetzt hatte, war es kein Problem, die Referenzsterne im Okular zu zentrieren (bei ca. 16x). Anschließend waren die Objekte per GoTo angefahrenen Objekte im Gesichtsfeld (ca. 4-6°) - macht eine Positioniergenauigkeit von ca. +/- 2°, was für Quick'n'Dirty Auto-Alignment gar nicht schlecht ist. Nach zwei Stunden Beobachtung sind bei höherer Vergrößerung (ca. 100x) langsam ein paar Doppelsterne rausgewandert, da wäre wohl ein neues Alignment fällig gewesen. Das muss aber nicht an der Montierung liegen, eventuell ist auch wer dagegen gestoßen.

Mein größter Kritikpunkt an der Kombination ist das niedrige Stativ: Ich kenne kein Alu-Stativ (in Zahlen: 0), das auch nur einigermaßen stabil ist.

Beruhigend finde ich allerdings, dass ich das selbe Teleskop auch privat habe, allerdings auf einer Vixen-Porta-Montierung (deren Alustativ längst entsorgt ist). Original sind nur nur noch Taukappe, Objektiv, Tubus (ohne Okularauszug) sowie die Montierung, letztlich hat mich mein Setup samt Okularen das dreifache von dem GoTo-Gerät gekostet - macht aber auch deutlich mehr Spaß. (Uff - kein Geld in den Sand gesetzt). Damit will ich sagen, dass Du mit guten Okularen und zuallererst einem soliden Stativ (Ich schwöre auf Holz (Berlebach oder Baader Hartholz), mit Stahl habe ich noch keine Erfahrung) einiges aus deinem Gerät rausholen kannst. Besorg dir ein Übersichtsokular für noch weniger Vergrößerung, dann hast Du die Objekte auch leichter im Gesichtsfeld.

Beobachtungsziele: Besorg dir am besten Phil Harringtons Touring the Universe through Binoculars - den Computer-Atlas zum Buch gibt's auch auf seiner Homepage zum Download: http://www.philharrington.net/tuba.htm Da sind ewig viele Ziele fürs Fernglas drin - die meisten dürften auch in deinem Teleskop gut kommen, da sie meist ausgedehnt sind und nicht auf hohe Vergrößerung angewiesen sind. Bei 650mm Brennweite bist Du mit 130x schon ganz gut dabei, ohne ins Okular reinkriechen zu müssen.

Viel Spaß,
Alex
 
Hi Alex, danke für Deinen Beitrag, in dem sich gleich mehrere interessante Hinweise finden.

Zitat von Kerste:
... macht eine Positioniergenauigkeit von ca. +/- 2°, was für Quick'n'Dirty Auto-Alignment gar nicht schlecht ist. ...
Das ist doch mal ne brauchbare quantitative Aussage. Mein Gerät liegt wohl auch etwa in diesem Bereich.

Bleibt die akademische Frage, warum das nicht besser geht. Ich meine: Auch bei einem Billig-Teil machen die Schrittmotoren nichts anderes als per Anweisung vom GoTo-Computer soundsoviel Schritte auf/ab und links/rechts zu gehen. Wenn man unterstellt, daß der eingebaute GoTo-Computer mit wenigstens ein paar Nachkommastellen rechnen kann, und daß die Schrittmotoren sich nicht verzählen, dann sollten da doch eigentlich viel viel höhere Genauigkeiten rauskommen. Tun sie aber nicht. Warum eigentlich?

Zitat von Kerste:
... Mein größter Kritikpunkt an der Kombination ist das niedrige Stativ: Ich kenne kein Alu-Stativ (in Zahlen: 0), das auch nur einigermaßen stabil ist. ... Damit will ich sagen, dass Du mit guten Okularen und zuallererst einem soliden Stativ (Ich schwöre auf Holz (Berlebach oder Baader Hartholz), mit Stahl habe ich noch keine Erfahrung) einiges aus deinem Gerät rausholen kannst.
Nur der Vollständigkeit halber: Das hier in Rede stehende NexStar SLT hat ein Edelstahlstativ und nicht Alu. Ganz abgesehen davon kann man deutlich sehen, daß die bemängelte Weichheit nicht aus den Stahlrohren, sondern aus den Gelenken am Kopf und in der Teleskopklemmung kommt.

Jaaaa, Berlebach, da hab ich auch schon neugierig hingeschaut. Mein Problem dabei ist, dass ich sozusagen an einer Art Berufsdeformation leide. Als Leichtbauingenieur kann ich nicht über konstruktive Mängel hinwegschauen, die sich auch bei Berlebach eingeschlichen haben. Für ein wirklich steifes und dabei auch leichtes Stativ dürfen die Streben eines Beines nicht parallel verlaufen, sondern müssten V-förmig gegabelt sein. Am besten so, das sich die beiden benachbarten Streben zweier Beine oben an einem gemeinsamen Punkt treffen. In der Art, wie man das von Gitterrohr-Dobsons kennt. Einzig das Berlebach Planet kommt diesem Konstruktionsprinzip nahe, ist aber way-out-of-budget :-). Ein Berlebach Report würde im vorliegenden Falle wohl reichen, ist aber keine wirklich saubere Konstruktion (s.o.). Ich weiß nicht, ob ich Geld in die Hand nehmen soll, wenn's nur die halbe Lösung ist.

Zitat von Kerste:
... Besorg dir ein Übersichtsokular für noch weniger Vergrößerung, dann hast Du die Objekte auch leichter im Gesichtsfeld.
Ist das Dein Ernst: Noch längere Brennweite/geringere Vergrößerung als die vorhandenen 25mm/26x ???

Zitat von Kerste:
... Beobachtungsziele: Besorg dir am besten Phil Harringtons Touring the Universe through Binoculars - den Computer-Atlas zum Buch gibt's auch auf seiner Homepage zum Download: http://www.philharrington.net/tuba.htm
Danke für den Tip. Ich werd mir das mal anschauen. Für die kurzfristige Nutzung habe ich am Freitag u.a. erstmal den "Karkoschka" bestellt.
 
Zitat von Kerste:
Nachdem neue Batterien drin waren, hat es überraschend gut funktioniert.

Hallo, verrate mir bitte mal, wo du bei einer Celestron GT die Batterien einlegst??? ?)

Was das GoTo betrifft: ich habe ein Celestron C8 auf der CAM und ich muss sagen, auch wenn mein Teleskop nicht perfekt eingerichtet ist, so bin ich mit der Positionierungsgenauigkeit ziemlich zufrieden. An der Nachführung muss ich noch ein wenig drehen, aber aktuell habe ich nicht vor zu fotografieren, so dass ich auch damit durchaus leben kann.

Schönen Tag noch und CS
Thomas
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Ok, ich war schon ganz entsetzt darüber, dass sich an meiner Montierung irgendwo, so klammheimlich, ein Batteriefach versteckt hat... :cool:

Gruß
Thomas
 
Zitat von Stefan1960:
Hi Alex, danke für Deinen Beitrag, in dem sich gleich mehrere interessante Hinweise finden.

Zitat von Kerste:
... macht eine Positioniergenauigkeit von ca. +/- 2°, was für Quick'n'Dirty Auto-Alignment gar nicht schlecht ist. ...
Das ist doch mal ne brauchbare quantitative Aussage. Mein Gerät liegt wohl auch etwa in diesem Bereich.

Bleibt die akademische Frage, warum das nicht besser geht. Ich meine: Auch bei einem Billig-Teil machen die Schrittmotoren nichts anderes als per Anweisung vom GoTo-Computer soundsoviel Schritte auf/ab und links/rechts zu gehen. Wenn man unterstellt, daß der eingebaute GoTo-Computer mit wenigstens ein paar Nachkommastellen rechnen kann, und daß die Schrittmotoren sich nicht verzählen, dann sollten da doch eigentlich viel viel höhere Genauigkeiten rauskommen. Tun sie aber nicht. Warum eigentlich?

Hi!

Ich geh einfach mal davon aus, dass sich hier die Fehler aufsummieren: Beim Autoalignment richte ich das Teleskop "frei Schnauze" waagrecht und nach Norden aus, die Sterne zentriere ich bei niedriger Vergrößerung und nicht bei 150x. Wenn die Nachführung dann noch nicht 100% genau ist und vielleicht sogar das Stativ langsam im Acker versinkt, addiert sich das auf. Mit Wasserwaage, 3-Stern-Alignment und zentrieren bei maximaler Vergrößerung dürfte die Genauigkeit sich steigern lassen, wobei die Qualitätsschwankungen in der Preisklasse wohl auch noch bemerkbar sind.
Mit Sternwartengeräten, die im Lauf von zwei Nächten eingescheinert wurden, erreiche ich maximale GoTo-Genauigkeit, aber den Aufwand will ich auf dem Acker nicht betreiben...
Zitat von Stefan1960:
Als Leichtbauingenieur kann ich nicht über konstruktive Mängel hinwegschauen, die sich auch bei Berlebach eingeschlichen haben. Für ein wirklich steifes und dabei auch leichtes Stativ dürfen die Streben eines Beines nicht parallel verlaufen, sondern müssten V-förmig gegabelt sein.

Ist schon mal gut, wenn das Stativ selber was taugt, die Gelenke lassen sich vielleicht mit Unterlegscheiben oder besseren Schrauben stabilisieren. Frag mal die Bastler hier im Forum.
Ich hab den ED80 auf einem Stativ der Berlebach-Report-Klasse - obwohl mein Schwerpunkt fast neben dem Stativ liegt und ich das Stativ doppelt so hoch ausfahre wie das Alu-Stativ der GT, ist das Bild deutlich stabiler - es wackelt etwas, aber bei der Lage vom Schwerpunkt wundert mich das auch nicht, und es schwingt schön schnell aus (ca. 1-2 Sekunden). Trotzdem wird demnächst ein Berlebach Uni herkommen - für den ED80 eigentlich überdimensioniert, aber ich hab da gerne Reserven, und achte nicht auf das Eigengewicht vom Stativ. Mit dem Baader Hartholz hab ich gute Erfahrungen, obwohl das auch gerade Beine hat - das ist halt der Preis dafür, dass man es leicht verkleinern kann.

Zitat von Stefan1960:
Zitat von Kerste:
... Besorg dir ein Übersichtsokular für noch weniger Vergrößerung, dann hast Du die Objekte auch leichter im Gesichtsfeld.
Ist das Dein Ernst: Noch längere Brennweite/geringere Vergrößerung als die vorhandenen 25mm/26x ???

Aber absolut, und das wenn möglich in 2" (falls das beim NexStar möglich ist, keine Ahnung, wie Fangspiegel, Okularauszug und dein Geldbeutel dimensioniert sind - bei f/5 wird's rasch teuer). Zugegeben: Ich bin Freund großer Felder, aber Du hast ja auch ein Gerät, das eher große Felder als hohe Vergrößerung liefern kann. Nutz es.
Zum einen hast Du es dann beim Aufsuchen leichter, zum anderen gibt es einige ausgedehnte Objekte, die nur dann wirken, wenn Du noch etwas Umgebung drumrum siehst. M31 wurde ja schon genannt, aber auch so mancher Sternhaufen. Der Rosettennebel ist mit 20 Bogenminuten auch fast so groß wie der Vollmond, der Nordamerikanebel ist sogar deutlich größer (2° = vier Vollmonddurchmesser!) - die meisten Beobachtungen scheitern daran, dass der Beobachter sich nicht im Klaren darüber ist, wie groß die Dinger eigentlich sind. Außerdem ist es ein toller Anblick, zum Beispiel den Hantelnebel (M27) als kleinen Nebel zwischen den Sternen der Milchstraße hängen zu sehen. Im ED80 bei 16x und rund 4,3° Gesichtsfeld ist das beeindruckend.
Zum Thema Minimalvergrößerung und Austrittspupille hat Günther ja schon was geschrieben.

Zitat von Stefan1960:
Zitat von Kerste:
... Beobachtungsziele: Besorg dir am besten Phil Harringtons Touring the Universe through Binoculars - den Computer-Atlas zum Buch gibt's auch auf seiner Homepage zum Download: http://www.philharrington.net/tuba.htm
Danke für den Tip. Ich werd mir das mal anschauen. Für die kurzfristige Nutzung habe ich am Freitag u.a. erstmal den "Karkoschka" bestellt.

Der Karkoschka ist das Standard-Werk, wobei ich wohl der einzige bin, der damit nichts anfangen kann... Aber es sind alle wichtigen Infos drin. Fang am besten mit hellen, relativ ausgedehnten Objekten an. Toll sind auch Alamak (Gamma And, hübscher Doppelstern, der Albireo Konkurrenz macht), M15 als Kugelsternhaufen könnte nicht zu schlecht aussehen, Hantelnebel und M13 sind auf jeden Fall einen Blick wert, der Ringnebel M57 braucht dagegen einiges an Vergrößerung (so ab 100x wird's was). Dazu noch einige offene Sternhaufen aus dem Messier-Katalog (Schwan, Perseus, Fuhrmann); h und chi könnten schon zu ausgedehnt sein. Das wären schon mal ein paar Paradeobjekte für den Einstieg.

Viel Spaß,
Alex
 
Hallo Stefan,

den 130er F/5 mit einem 2" OAZ auszurüsten bedeutet Aufwand, auch ein größerer FS müsste da wohl her.
Von daher dürfte zunächst Mal ein gutes 32er Plössl in 1 1/4" sinnvoll sein.
Schau auch Mal da http://forum.astronomie.de/phpapps/ubbthreads/ubbthreads.php/ubb/showflat/Number/537007#Post537007
rein. Der kleine 114/450er ist zwar noch etwas anspruchsvoller in allen Belangen, aber z.B. das 22er LVW steht ihm auch sehr gut, gerade unter dem 32er Plössl.
Das ist dann auch für jedes Folgegerät in Ordung und hat das Zeug zum Langzeitbegleiter.

Gruß und CS
*entfernt*
 
Wow, ich bin platt! :-) :-) :-) Hier geht's ja richtig rund. Danke für Euern Einsatz.

Zitat von Kerste:
Ich geh einfach mal davon aus, dass sich hier die Fehler aufsummieren: Beim Autoalignment richte ich das Teleskop "frei Schnauze" waagrecht und nach Norden aus, die Sterne zentriere ich bei niedriger Vergrößerung und nicht bei 150x. Wenn die Nachführung dann noch nicht 100% genau ist und vielleicht sogar das Stativ langsam im Acker versinkt, addiert sich das auf. Mit Wasserwaage, 3-Stern-Alignment und zentrieren bei maximaler Vergrößerung dürfte die Genauigkeit sich steigern lassen, wobei die Qualitätsschwankungen in der Preisklasse wohl auch noch bemerkbar sind.
Ich benutze die eingebaute Libelle und zentriere die Sterne bei 130x. Trotzdem kommt keine bessere Genauigkeit heraus.
Naja, die Sache mit dem Einsinken im Acker könnte noch ein Erklärungsansatz sein...

Zitat von Kerste:
... Aber absolut, und das wenn möglich in 2" (falls das beim NexStar möglich ist, keine Ahnung, wie Fangspiegel, Okularauszug und dein Geldbeutel dimensioniert sind - bei f/5 wird's rasch teuer). Zugegeben: Ich bin Freund großer Felder, aber Du hast ja auch ein Gerät, das eher große Felder als hohe Vergrößerung liefern kann. Nutz es.
Ja, nach Deinem und auch Günthers enthusiastischen Drängen werde ich mich wohl mal einem Übersichtsokular zuwenden. Übrigens: Mein 130SLT hat einen 2"-OAZ serienmäßig (mit 1 1/4" Reduzierung)

Zitat von Kerste:
... Zum Thema Minimalvergrößerung und Austrittspupille hat Günther ja schon was geschrieben.
Hab am Wochenende ein wenig gelesen, u.a. habe ich auch versucht, mich mit dem Begriff AP vertraut zu machen. Habe soweit begriffen, daß eine AP von >7mm nicht gut ist, da sonst Licht verschenkt wird.
Allerdings habe ich die Sache offenbar noch nicht vollständig durchdrungen. Denn mich drängt es zu sagen: Na und? Wen schert bei solch geringen Vergrößerungen ein wenig Lichtverlust. Haupsache ich habe ein großes Gesichtsfeld. Was ist wirklich problematisch daran, eine übergroße Austrittspupille zu wählen?

Zitat von Kerste:
... M31 wurde ja schon genannt, aber auch so mancher Sternhaufen. Der Rosettennebel ist mit 20 Bogenminuten auch fast so groß wie der Vollmond, der Nordamerikanebel ist sogar deutlich größer (2° = vier Vollmonddurchmesser!) - die meisten Beobachtungen scheitern daran, dass der Beobachter sich nicht im Klaren darüber ist, wie groß die Dinger eigentlich sind. Außerdem ist es ein toller Anblick, zum Beispiel den Hantelnebel (M27) als kleinen Nebel zwischen den Sternen der Milchstraße hängen zu sehen. Im ED80 bei 16x und rund 4,3° Gesichtsfeld ist das beeindruckend. ... Fang am besten mit hellen, relativ ausgedehnten Objekten an. Toll sind auch Alamak (Gamma And, hübscher Doppelstern, der Albireo Konkurrenz macht), M15 als Kugelsternhaufen könnte nicht zu schlecht aussehen, Hantelnebel und M13 sind auf jeden Fall einen Blick wert, der Ringnebel M57 braucht dagegen einiges an Vergrößerung (so ab 100x wird's was). Dazu noch einige offene Sternhaufen aus dem Messier-Katalog (Schwan, Perseus, Fuhrmann); h und chi könnten schon zu ausgedehnt sein. Das wären schon mal ein paar Paradeobjekte für den Einstieg.
:-) :-) :-) Das ist ja ein richtiges Kochrezept :-) :-) :-) Solche Hinweise sind für mich einfach Klasse. Danke!

Zitat von *entfernt*GMS:
... den 130er F/5 mit einem 2" OAZ auszurüsten bedeutet Aufwand, auch ein größerer FS müsste da wohl her.
Wie oben geschrieben ist ein 2" OAZ bereits serienmäßig angebaut. Wie finde ich heraus, ob der FS-Durchmesser für 2" ausreicht?

Zitat von *entfernt*GMS:
Der kleine 114/450er ist zwar noch etwas anspruchsvoller in allen Belangen, aber z.B. das 22er LVW steht ihm auch sehr gut, gerade unter dem 32er Plössl.
Das ist dann auch für jedes Folgegerät in Ordung und hat das Zeug zum Langzeitbegleiter.
Na, sowas ist Zukunftsmusik. Jetzt will ich erst einmal mit dem vorhandenen Gerät und ein wenig noch anzuschaffendem Zubehör meine Anfängerschuhe auslatschen.
 
Hi!

Ich kenne das NexStar 130 SLT nicht aus eigener Erfahrung, aber laut Katalog hat es 43,2mm Fangspiegelobstruktion - damit ist der Spiegel kleiner als 2", und ich befürchte, dass ein 2"-Okular da nicht vollständig ausgeleuchtet wird. Leider bin ich mit Reflektor-Optiken grad nicht so fit... Jedenfalls sollte ein gutes 1,25"-Weitwinkel-Okular sinnvoller sein und letztlich auch billiger.

Was an f/5 gut funktioniert, weiß ich allerdings nicht - ich benutze eigentlich nur Refraktoren und Schmidt-Cassegrains, daher sind die okularfreundlichen f/7,5 von meinem kleinen ED80 für meine Verhältnisse schon sehr schnell. Aber flotte Newtons sind hier im Forum ja verbreitet, und die Frage ist nichts ungewöhnliches, da findet sich bestimmt was.

Zur Austrittspupille: Bei Sternen ist das noch relativ egal, wenn Licht verloren geht, aber flächige Objekte (Nebel, Galaxien) verlieren dann wohl an Kontrast gegenüber dem Himmelshintergrund... die Details müsste ich nachschlagen, aber mal ganz grob vereinfacht: Es kein Unterschied, ob Du deine Iris beleuchtest oder ob Du Dein Teleskop abblendest. Du verlierst so oder so an Auflösungsvermögen und Grenzgröße, die dir eigentlich zur Verfügung stehen. Dein 130/650mm-Teleskop mit 8mm AP (40mm-Okular) dürfte soviel zeigen wie ein 115/650-Gerät mit dem selben Okular, der selben Vergrößerung (16x) und 7 mm AP. (Das müsste einigermaßen stimmen. Andernfalls wird wohl Sven einen Entsetzensschrei ausstoßen - lies dir mal seine HP durch, http://svenwienstein.de/HTML/thema_ap.html ist genau zu dem Thema). Du verschenkst also Öffnung, die Du vorher teuer bezahlt hast. Mit knapp 7mm AP triffst Du deine maximale Pupillenöffnung wahrscheinlich am besten, wobei die 7mm der Durchschnittliche Maximalwert sind und je nach Person, Alter und Standort schwanken können. Je dunkler der Standort und je jünger Du bist, desto größer kann die Pupillenöffnung werden.

Gruß,
Alex
 
Zitat von Kerste:
... Du verschenkst also Öffnung, die Du vorher teuer bezahlt hast.
Alex, den Sven-Link habe ich gerade gelesen und auch soweit verstanden. Aber die zentrale Frage ist eigentlich immer noch nicht beantwortet. Ich habe verstanden, daß bei zu großer AP ein Teil des Lichtes von der Augen-Iris abgeschnitten wird, daß also Licht verloren geht.

Das ändert aber nichts an meiner einfachen (zu einfach?) Schlußfolgerung: Macht doch nichts!

Lichtstärke brauche ich bei starken Vergrößerungen, da dort das Bild zu dunkel werden könnte. Aber bei geringen Vergrößerungen habe ich dieses Problem i.d.R. nicht.

Mal angenommen, ich wähle ein Okular mit AP 7mm, also maximaler AP. Dann ist die Welt in Ordnung. Ich habe das Maximum aus meinem Teleskop herausgeholt. Das sichtbare Bild ist im Rahmen dessen, was mein Teleskop kann, optimal.

Jetzt will ich aber ein noch größeres Gesichtsfeld und wähle ein längerbrennweitiges Okular mit beispielhaft AP 9mm. Meine Augen-Iris lässt aber nur 7mm durch. Na und? Dann ist das Bild eben genauso hell wie bei meinem vorherigen Okular mit AP 7mm. Ich gewinne keine zusätzliche Helligkeit. Aber ich verliere auch nichts. Ich habe mein Ziel erreicht: Mit besserer Übersicht sehe ich ein größeres Gesichtsfeld. Das ist zwar nicht heller gegenüber 7mm, aber auch nicht dunkler. Und genau das ist es doch, was ich will, oder?

Zitat von Kerste:
Zur Austrittspupille: Bei Sternen ist das noch relativ egal, wenn Licht verloren geht, aber flächige Objekte (Nebel, Galaxien) verlieren dann wohl an Kontrast gegenüber dem Himmelshintergrund...
Hmh, das klingt nicht plausibel. Wenn das Bild dunkler wird, einschließlich der flächigen (nicht punktförmigen) Objekte, oder nach obiger Überlegung einfach nur nicht heller wird, dann ändern sich diese Lichtverhältnisse doch gleichermaßen für den Hintergrund und für das Objekt. Demnach müsste der Kontrast (die Kontrastreserve) gleich bleiben.
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hi!

Mach am besten unter Teleskop-Optik 'nen neuen Thread auf, damit's die AP-Experten bemerken - für mich ist das Problem rein akademisch, und ich hab mich noch nicht zu sehr reingedacht, bzw. es ausprobiert.

Gruß,
Alex
 
Recht hast Du, Alex. Das ufert aus, und wir sollten hier beim eigentlichen Thema bleiben. Trotzdem Danke, daß Du Dich so reingehängt hast. :-)
 
Hallo Stefan,

noch mal zu meinem letzten Post:
Ich meinte dabei nicht, dass Du nun auf einen 114er umsteigen sollst. Ich meinte, dass Du Dir diesen Thread im Hinblick auf die Verwendung von Okularen, wie z.B. das 22er LVW, anschaunen kannst.
Gute, F/5 taugliche Okulare sind ein sehr entscheidender Schritt in Richtung Ausnutzung des Potenzals eines solchen Teleskops.
Ich wusste auch nicht, dass es das Rohr inzwischen mit einem 2" OAZ gib. Das wäre in der Tat ein großer Vorteil bezüglich des erreichbaren Feldes in Minimalvergrößerung und eine erhebliche Aufwertung. Selbst wenn 2" nicht voll ausgeleuchtet würden, was nicht nur mit der Größe des FS zu tun hat, ist das größere Feld sehr gut nutzbar und ein geringfügiger Helligkeitsabfall zum Gesichtsfeldrand hin ist visuell nicht dramatisch wahrnehmbar.

Gruß und CS
*entfernt*
 
Hi Günther, das Okular-Thema wird ja mitlerweile an anderer Stelle diskutiert. Also nur kurz zu Deiner Bemerkung. Das 22er LVW habe ich auch schon im Auge. Alternativ denke ich noch über ein 17er Speers Waler nach. Dessen Vergrößerung ist zwar geringer. Wegen des größeren scheinbaren Gesichtsfeldes kommt aber etwa der gleiche Himmelsausschnitt zustande. Im Sinne einer guten Übersicht ist das doch auch okay, oder?

Aber zurück zum eigentlichen Thema, nämlich Anfängerschwierigkeiten mit dem Gerät:

Mir ist noch aufgefallen, daß das NexStar in Azimut-Richtung nur 360° kann. Soll heißen, daß man zwar durchaus beliebig viele Umdrehungen nach links oder rechts hinbekommen könnte. Aber die Goto-Steuerung kann das nicht. Wenn man ausgehend von der Nordrichtung ein Objekt bei z.B. +5° östlich anpeilt und anschießend per Goto nach -5° westlich will, dann läuft das Ding nicht 10° nach links, sondern 350° nach rechts. Das Ergebnis ist das gleiche, aber nervig weil langsam.

Ist das normal? Muß man damit leben? Gibt es einen Trick?
 
Hallo Stefan,

das kleine Problem zuerst, ja diese nervige Sache mit dem Nexstar GoTo ist normal, ein Trick ist mir nicht bekannt.
Ich habe das Ding zum Schluss ohne GoTo verwendet und inzwischen ist es völlig hinüber (der Kram hält nicht ewig).

Ich habe die Kombi 22er LVW und 17er Speers am 8" F/6 und am Richfielder 4" F/5 im Einsatz.
Am Richi ist das 17er meine Höchstvergrößerung, drüber wird er mir zu bunt und ich brauchs auch nicht, wegen des drunter sitzenden 8-Zöllers. :cool:

Das 17er Speers ist an F/5 grenzwertig von der Randschärfe her und an F/5 liegen 22 mm und 17 mm sehr nahe zusammen. ein 13,4 er Speers wäre da m.E. die bessere Wahl unter dem 22er und es ist dann auch randscharf.

Überhaupt ist das am 130/650er so eine zweischneidige Sache.

Das 22er ist nahe am für Übersicht und AP wichtigen Übersichtsokular mit 30-35 mm Brennweite. Schau Dir die resultierenden Vergrößerungen an.
Allerdings wirst Du feststellen, dass ein 2" Übersichtsokular mit sehr guter Leistung an F/5 auch einen außergewöhnlichen Preis fordert. Panoptik und Nagler sind da die Kandidaten mit nahezu untadeliger Leistung.
Wenn man das nicht zahlen will oder kann läuft es auf einen Kompromiss aus Preis und eingeschränkter Leistung hinaus.
Dann ist es sehr schön, z.B. ein 22er LVW nahe dran zu haben um bei noch ausreichender Übersicht sehr gute Abbildungsleistung zu genießen.
Ansonsten könnte man, z.B. ein 31er Nagler vorausgesetzt, diesen Bereich (ca. 20 mm) auch überspringen und gleich z.B. auf ein 17er LVW gehen, die nächste Stufe wäre dann sehr schön mit einem 10er Speers zu besetzen.
Dabei ist noch zu bedenken, dass von der AP her die Abstufung größer zu werten ist als es die resultierenen Vergrößerung aussagen. Hier kan eine engere Abstufung wünschenswert sein, wenn man sich auf die Beobachtung von Gasnebeln mit entsprechenden Linienfiltern einlässt. Dabei geht einem eher Mal das Licht aus, wenn die AP zu klein wird.

Man bemerkt, dass hier ein recht günstiges Fernrohr mit Okularen in Zusammenhang gebracht wird, die vom Preis her nicht so recht passen wollen.
Es geht wieder (und immer) um die Ausnutzung vorhandenen Potenzials, denn die Abbildung hängt am schwächsten Glied der Kette.

Gruß und CS
*entfernt*
 
Zuletzt bearbeitet:
Schöne und nachvollziehbare Abhandlung zur Okularauswahl. Danke.
Zitat von *entfernt*GMS:
Man bemerkt, dass hier ein recht günstiges Fernrohr mit Okularen in Zusammenhang gebracht wird, die vom Preis her nicht so recht passen wollen.
Das ist mir bewusst und liegt mir auch quer im Magen. Aber ich möchte bei Neuanschaffungen zukunftstauglich für mein erträumtes 250er f4,8 Orion-Newton bleiben. Ich werde in absehbarer Zeit das eine oder andere Okular erwerben. Aber im Hinblick auf mein "Zukunfts-Rohr" sammle ich Hinweise, um eine fundierte Entscheidung in Sachen Kompromiss Preis/Leistung zu fällen.

Hab mich noch nicht entschieden, ob ich jetzt okulartechnisch auf einfachem Niveau aufrüste und später alles zu Gunsten des "Zukunfts-Rohrs" bei Ebay verhöker, oder ob ich es gleich von Anfang an "richtig" mache. Muß noch etwas in mir gären. Und Einlassungen wie die Deine sind dabei eine gute Hilfestellung.
 
Hallo Stefan,

was da von mir genannt ist passt auf zukünftige Entwicklungen (die hattest Du ja auch schon angesprochen).
Es ist eigentlich sinnvoll, eher in Richtung F/4 zu denken denn wenn es wider Erwarten dann F/8 wird, bleibt das unschädlich.
Ich würde zunächst ein weinig um die vorhandenen Okulare "herumbauen", auch unter dem Aspekt, Mal einen Vergleich mit eigenen Augen zu sehen.

Gruß und CS
*entfernt*
 
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