Hallo Sven, hallo Okufreaks,
Die üblichen KKs mit 2 Linsen können Koma nur auf Kosten einer Überkorrektur reduzieren.
das scheint bei den 2-linsigen Komakoorrektoren dann der Fall
zu sein wenn der Komakorrektor keine Brennweitenverlängerung
hervorrufen soll.
Falls aber eine Brennweitenverlängerung erlaubt wird ist es
mit 2 Linsen möglich die Koma zu korrigieren und gleichzeitig
auch keine sphärische Aberration bei der Hauptwellenlänge in
das System hinein zu bringen.
Das zeigt die von Harrie gerechnete 2-linsige komakorrigierende
Barlow mit der die sphärische Aberration zumindest so gering
bleibt, daß das System beugungsbegrenzt bleibt:
http://forum.astronomie.de/phpapps/ubbthreads/ubbthreads.php/ubb/showthreaded/Number/441618
Was die Abbildungsgüte vvon Okularen an f/4 oder f/5 betrifft
so lohnt es sich die Abbildungsfehler sowohl des Teleskopes
und des Okulares zu betrachten.
Teleskop:
Ein f/4 Newton kann auf der Achse fehlerfrei abbilden,
aber mit zunehmendem Abstand zur optischen Achse wird
die off-axis Koma immer stärker.
Zusätzlich gibt es die Bildfeldwölbung, die beim Newton
allerdings gering ausfällt, und es gibt den off-axis Astigmatismus.
Auch der ist relativ gering. Die Koma ist der weit überwiegende
off-axis Abbildungsfehler des Newtons.
Okular:
Das Okular steuert selbst ebenfalls einige Abbildungsfehler bei.
Sehr störend ist der Astigmatismus mit dem es auch die stumpfen
off-axis Strahlenbündel einer lichtstarken Optik reagiert.
In dem Fall ist es unergheblich ob nun Newton oder Refraktor.
Der Astigmatismus nimmt dabei zu lichtstärkeren Optiken
nicht linear zu, sonder er nimmt wesentlich stärker zu.
Das kann dazu führen, daß dieser Fehler an einem f/4 Newton
stärker zur schlechten off-axis Abbildung beiträgt als die
off-axis Koma des Spiegels(!)
Zusätzlich hat ein Okular selbst auch Bildfeldwölbung.
Dazu kommt dann noch der Farbquerfehler, die chromatische
Vergrößerungsdifferenz.
Nun gibt es Okulare welche so konstruiert sind, daß sie
Objektivseitig eine negative Linse oder Linsengruppe haben.
Diese befindet sich dann
vor dem Brennpunkt des Teleskopes.
Sie verlängert die Brennweite des Teleskopes und trägt ganz
wesentlich dazu bei daß das nachgeschaltete Okular bessere
Arbeitsbedingungen bekommt. Der off-axis Astigmatismus wird
dadurch erheblich verringert.
Als Beispiele solcher Okulare nenn ich mal Nagler und Pentax XL / XW.
Setze ich solch ein Nagler an einem lichtstarken Refraktor
(sagen wir ein normaler f/6 Apo mit 2 oder 3 Linsen vorne)
ein, so erhalten wir folgendes Resultat:
Der obige Refaktor weist off-axis Astigmatismus auf, Farbquerfehler
und Bildfeldwölbung. Das Okular weist off-axis chromatische
Fehler auf, die Bildfeldwölbung ist je nach Konstruktion gering
oder sogar ganz beseitigt, der off-axis Astigmatismus ebenfalls,
oder er ist zumindest gering.
In der Summe wird die Kombination dieses lichtstarken Apos
und des negativ-positiv-Okulares ein wenig Astigmatismus
zeigen, etwas Farbquerfehler und vor allem Bildfeldwölbung.
Letztere kann vom jungen Beobachter weitgehend akkomodiert
werden, so daß dieser Fehler vor allem ältere Beobachter
mit geringerer akkomodationsfähigkeit stören wird.
Die Kombination eines solchen Okulares mit einem Newton ergibt
folgendes Resultat:
Die Bildfeldwölbung ist gering. Farbfehler durch das Teleskop
git es weder auf der Achs e, noch abseits der Achse.
Dort hat aber das Okular den Farbquerfehler. Der off-axis
Astigmatismus ist gering. Die off-axis Koma des Teleskopes
ist aber erheblich. Mit dem für lichtstarke Teleskope
geeignetem Okular kann man diese off-axis Koma nun endlich
in fast reiner Form sehen :biggrin:
An der Stelle hilft dann der Komakorrektor, und zwar am besten
einer der
nicht on-axis sphärische Aberration einführt.
Aus meiner kleinen (und sicherlich lückenhaften) Darstellung
wird auch deutlich was man tun kann, wenn man einen sehr
lichtstarken Newton aus Kostengründen mit preiswerten Okularen
verwenden möchte.
Man kann eine komakorrigierende Barlow zusammn mit Okularen
vom Typ Plössl, Ortho, Kellner verwenden. Die komakorrigierende
Barlow beseitigt die off-axis Koma des Newtons und sie schafft
dadurch daß sie das die stumpfen Strahlenbündel des f/4 Newtons
zu spitzen Strahlenbündeln macht günstige Arbeitsbedingungen
für die Okulare, die deshalb keinen off-axis Astigmatismus
mehr zeigen.
Leider klappt das nicht für das 2" Übersichtsokular, dafür
würde man eine 2" Barlow mit komakorrigierender Wirkung brauchen.
Um dem astigmatismus den ein preiswertes WW-Oku an einem
lichtstarken f/4 Newton zeigt zu beseitigen müßte sie eine
2x Barlow sein, dadurch würde sich dann ber die Vergrößerung
verdoppeln und die Austrittspupille halbieren.
Bringt also nichts. Also wird man entweder ein sauteures
hochwertiges WW-Oku plus 2" Komakorrektor kaufen müssen,
oder aber mit off-axis Koma vom Spiegel + off-axis Astigmatismus
vom Okular leben müssen :krank:
MfG,Karsten