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#587807 - 27/02/2009 10:03
DSLR und Montierung für Deep Sky
Hallo zusammen, Ich fotografiere schon länger, aktuell mit einer Nikon D300. Nun würde ich gern Deep Sky Objekte fotografieren und suche die Infos zusammen. In einem anderen Beitrag wird zu Canon Kameras geraten, weil sie rauscharmer sind, aber es wird kein Wort über die IR-Tauglichkeit verloren. Ist das nicht so, das man den IR-Filter entfernen muss? Ich tendiere für die Astrofotografie zu einer gebrauchten Kamera, oder sollte ich erst mit meiner vorhandenen Nikon, natürlich mit IR-Filter anfangen? Welche Montierung gibt es und sind für den Zweck empfehlenswert? Grüße, Attila
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#587817 - 27/02/2009 10:26
Re: DSLR und Montierung für Deep Sky
[Re: attilaF]
Hi Attila! Ich sehe keinen Grund, warum du nicht erstmal deine vorhandene D300 verwenden solltest.  Die Frage nach der Montierung ist so pauschal nicht zu beantworten. Es kommt da sehr auf dein Budget, deine Ansprüche und die zu tragenden Geräte an. Wenn du dazu noch ein paar Angaben machst, wirst du sicher nützliche Antworten bekommen. Marco
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#587820 - 27/02/2009 10:41
Re: DSLR und Montierung für Deep Sky
[Re: artemis]
Hi Marco! Danke für die schnelle Antwort! Meine ungenauen Angaben verraten bereits, dass ich ganz am Anfang stehe  . Ich denke auch, dass ich mit der D300 anfangen werde und dann nach und nach, wenn ich etwas Erfahrung gesammelt habe und sehe, welche Schwächen mit einer anderen Kamera ausgeräumt werden können, dann sehe ich weiter. Fokus ist eindeutig Deep Sky, keine Planeten. Ich habe eine stabile, parallaktische Montierung mit Nachführung im Auge, vielleicht mit GoTo oder zumindest nachrüstbar. Das ganze soll deutlich weniger als 1000,- EUR kosten, werde aber eher gebraucht kaufen. Zu den Objektiven: Ich habe von Weitwinkel bis 85mm und werde mit einer 200 oder 300mm Festbrennweite MF ergänzen. Attila
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#587827 - 27/02/2009 11:13
Re: DSLR und Montierung für Deep Sky
[Re: attilaF]
Hi! Nicht umgebaute Kameras zeigen bei Gasnebeln Schwächen; für Sterne und Galaxien ist der Filtertausch weniger wichtig. Ich benutze für meine Astrofotos meist die Nikon D50 - auch das geht ganz gut, wobei Canon wirklich weniger rauscht und ein ein Filterumbau mehr Nebel zeigt. Aber ich will die Kamera auch tagsüber benutzen und nicht ausschließlich für Astro. Es sprich also nichts gegen eine unmodifizierte Nikon, gerade für den Einstieg und wenn sie eh schon da ist. Nachdem Du den Einstieg mit normalen Objektiven planst (sehr gute Idee): Hast Du bereits ein stabiles Fotostativ mit wirklich stabilem Videoneiger? Dann wäre vielleich der AstroTrac (gibt's u.a. bei Baader und TS) interessant für dich: Das ist eine Nachführeinheit, die bis 200mm Brennweite ziemlich problemlos funktioniert und hoch transportabel ist - im Verein haben wir AstroTrac + Kugelkopf für die Kamera (der kommt auf den AstroTrac, damit Du die Objekte einstellen kannst) in einem Notebook-Koffer. Dazu kommen noch ein möglichst stabiles Stativ, möglichst mit Videoneiger statt Kugelkopf (sonst die Ausrichtung auf Polaris sehr hakelig) und die Kameratasche. Mit Goto ist aber nichts. Je länger die Brennweite, desto höher sind die Ansprüche an die Einnord-Genauigkeit. Falls Du später mit größeren Brennweiten (Teleskop) arbeiten willst, brauchst Du allerdings eine neue Montierung - aber wir setzen den AstroTrac zurzeit lieber ein als was großes, da der Aufwand auch viel geringer ist. Die Alternative dazu wäre dann gleich eine größere "echte" Montierung , die für später auch ein Teleskop mit Leitrohr tragen würde und möglichst Autoguiding unterstützt. Ich peile da für mich eine GPD2 an, aber das wird letztlich auch deutlich teurer... Hier und im Montierungsforum gibt's häufiger Diskussionen über kleine Montierungen als Kameranachführung - das kann durchaus funktionieren, aber die Montierungen sind sperriger - falls Du auch im Urlaub fotografieren willst, kann das ein echtes Hindernis sein. Ich verweis hier einfach mal auf die Suche Im Prinzip tut jede nachgeführte parallaktische Montierung mit Polsucher, nur kann die Nachführgenauigkeit problematisch sein (Serienstreuung). Die billigste Lösung war mal eine Purus, aber die gibt's nur noch gebraucht zu Sammlerpreisen. Gruß, Alex
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#587828 - 27/02/2009 11:14
Re: DSLR und Montierung für Deep Sky
[Re: attilaF]
Mhm, ich stehe auch noch ziemlich am Anfang mit der Astrofotografiererei. Eine stabile Montierung ohne "Probleme" wäre vielleicht die CAM von Celestron. Die trägt Kamera mit Teleobjektiv gut und sicher und dank Goto kann man sich mehr aufs Fotografieren konzentrieren als mit der Sternensuche. Es heißt immer, das einem das Goto quasi die Eigenverantwortung am Himmel wegnähme und man nichts lernen würde. Aber ich finde Goto für den Beginn prima, weil es damit lange nicht so frustrierend ist, ein Objekt anzufahren, das man evtl. gar nicht sieht - so wie die Andromedagalaxie in der Stadt, z.B. Beherrscht Deine D300 die Spiegelvorauslösung (SVA)? Das ist eine wichtige Eigenschaft, die die Kamera besitzen sollte. Und einen Fernauslöser brauchst Du auch. Und einen Adapter, um die Kamera an der Teleskopmontierung zu befestigen.
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#587839 - 27/02/2009 11:37
Re: DSLR und Montierung für Deep Sky
[Re: kapege]
Hi nochmal! Na also, du gibst ein paar mehr Infos und schon hast du ein paar gute Vorschläge bekommen.  Deepsky-Fotografie mit einer DSLR und Brennweiten bis 200mm anzufangen ist eine durchaus schaffbare Aufgabe und in dem Bereich lässt sich auch mit deinem Budget etwas anfangen. Alex hat schon die Astro Trac erwähnt. Ich hab sie selbst nicht im Einsatz, aber sie macht einen durchaus brauchbaren und auch sehr transportablen (nicht zu unterschätzen) Eindruck. Wie ich gerade gesehen habe, gibt es inzwischen auch eine Weiterentwicklung: Astro Trac 320X Gebraucht zu kaufen ist generell eine sehr gute Idee. Ich kaufe auch fast ausschließlich gebrauchte Geräte und bin bisher nie enttäuscht worden. Der Preisunterschied ist dabei enorm. Wenn du aber ein Teleskop auf einer Montierung betreiben und mit aufgesattelter Kamera fotografieren willst, kommst du mit der Astro Trac nicht mehr hin. Du hättest aber den Vorteil, dass du mit dem Teleskop guiden kannst. Eine Kompromissmontierung mit Goto wäre die momentan sehr günstige Celestron Cam . Marco
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#587846 - 27/02/2009 12:00
Re: DSLR und Montierung für Deep Sky
[Re: artemis]
Das sind sehr wertvolle Tipps  ! Der Astro Trac wäre einfach eine Ergänzung zu meinem bestehenden Equipment und super reisetauglich. Das ist ein riesen Vorteil. Ich habe bereits ein stabiles Velbon Stativ, allerdings mit einem Kugelkopf. Ein Neiger kostet aber nicht die Welt. Was mich wundert ... warum kostet der Astro Trac 320x genauso viel wie eine komplette stabile Montierung incl. Goto wie der Celestron Cam? Ich würde erst ohne Teleskop anfangen, daher wäre nicht zuletzt wegen der transportierbarkeit der Astro Trac die bessere Wahl, aber der praktisch nicht vorhandene Preisunterschied ist trotzdem unverständlich Gruß, Attila
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#587862 - 27/02/2009 12:52
Re: DSLR und Montierung für Deep Sky
[Re: attilaF]
Hi! Der AstroTrac ist eine englische Entwicklung und wird nicht in China produziert, sondern ist Made in the UK... der Preis hängt wohl einerseits mit den Stückzahlen zusammen (CAM & Co sind letztlich Massenware, der AstroTrac ist eher ein Nischenprodukt), und andererseits mit der Qualität. Die CAM kenne ich nicht, aber zum Vergleich die alte Meade LXD55 und die H-EQ5 sowie das ein oder andere ETX. Die Montierungen funktionieren alle (und sind deutlich tragfähiger), aber Probleme wie abfallende Gehäuseteile, -abdeckteile oder Aufkleber, laute Motoren, träges Schmierfett und ähnliches gibt's beim AstroTrac nicht. Mir ist zwar mal eine Sicherung durchgebrannt, aber das wurde flott repariert. Der Unterschied ist so ähnlich wie zwischen deiner Nikon und einer einfachen Digi-Knipse: Die funktioniert auch und man kann damit glücklich werden, liegt aber doch in einer völlig anderen Liga. Eine CAM, LXD, E-Kuh oder sonstige Montierung in der Preisklasse unter 1000 Euro bietet dir ein Stativ, Nachführung in zwei Achsen, mehr Tragfähigkeit, GoTo und vielleicht sogar Autoguiding-Anschluss - irgendwo muss gespart werden. Beim AstroTrac hab ich nur drei Sachen zu bemängeln: - Es liegt kein Batteriepack bei
- Der Polsucher wird zumindest bei der alten Version von unten mit Magneten befestigt - sehr angenehm zu bedienen, nur sollte man daran denken, ihn abzunehmen, wenn man das Stativ bewegt, damit er nicht herunterfällt
- Der Polsucher, den ich kenne, hat nur idiotischerweise Polmarkierungen für 1990, 2000 und 2010 - das wurde mit dem Update hoffentlich auch verbessert, am besten beim Händler nachfragen. Ansonsten musst Du ab 2015-2020 schätzen - aber das kann dir auch bei echten Montierungen passieren. ("Idiotischerweise", da es den AstroTrac erst seit zwei oder drei Jahren gibt)
Davon abgesehen funktioniert er einfach. Durchsuch das Forum mal nach +Tuning + Montierung oder "Periodischer Schneckenfehler" (der ist beim AstroTrac wegen der langen Arme auch klein), sogar teure Montierungen wie Vixen oder Losmandy haben noch Bastelpotential, wenn auch weniger als die Klone aus China. Ein Videoneiger empfiehlt sich als Adapter, da Du ihn mit dem Griff deutlich besser ausrichten kannst, es geht aber auch, wenn Du den AstroTrac als Griff missbrauchst. Ist ein bissel Geschmackssache. Im Verein planen wir jetzt für diesen Zweck einen Manfrotto Getriebeneiger, der auch sauteuer ist. Ich hab einen 70-Euro-Neiger von TS, bei dem mir die Wechselplatte zu viel Spiel für die Astrofotografie hat. Gruß, Alex
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#587900 - 27/02/2009 14:40
Re: DSLR und Montierung für Deep Sky
[Re: Kerste]
Hi Alex!
Danke für deinen ausführlichen Beitrag. Ich denke auch, dass der AstroTrac für meine Zwecke am besten geeignet ist. Ich habe im Prinzip schon sonst alles.
Grüße, Attila
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#587914 - 27/02/2009 15:10
Re: DSLR und Montierung für Deep Sky
[Re: Kerste]
Hallo Attila. Ich verwende ebenfalls eine (unmodifizierte) Nikon D300 in Kombination mit einer AstroTrac- Montierung . Damit habe ich bisher - als Astrofotografie-Anfänger - bereits einige nette Aufnahmen machen können. Foto-Beispiel: Das Schwert des OrionDieses Bild aus dem Dezember 2008 war sogar mein erstes richtiges Astro-Foto, d.h. mit Nachführung (AstroTrac). Die Brennweite war übrigens 200mm (bzw. 300mm Kleinbild). Zwar habe ich auch einiges an Lehrgeld bezahlt, aber prinzipiell fand ich die Kombination von D300 und AstroTrac sehr einfach. Mein Lernprozess wird eher durch die geringe Anzahl an astrotauglichen Nächten limitiert als durch die Komplexität des Equipments.  Umgekehrt bedeutet das aber auch, dass du dich in der dir zur Verfügung stehenden Freizeit mehr mit anderen Dingen wie EBV, d.h. dem Kombinieren und Nachbearbeiten der Einzelaufnahmen, beschäftigen kannst. Gerade letzteres hilft immens, um die Qualität des finalen Ergebnisses teils deutlich zu verbessern - zwischen meinen ersten Versuchen und den heutigen Ergebnissen liegen Welten, und ich habe noch lange nicht ausgelernt. Der Polsucher der AstroTrac wird übrigens immer noch mit den Markierung bis max. Jahr 2010 ausgeliefert (ich habe die aktuelle Version TT320X) - schade! In der Praxis finde ich das dennoch nicht so gravierend, denn zwischen etwaigen Markierungen von 2010 und 2020 müsste man ja ebenfalls schätzen. Da wäre eine alternative Lösung mglw. noch besser, abwarten. Ich schreibe derzeit an (m)einem Erfahrungsbericht über die AstroTrac, aber an dieser Stelle vielleicht kurz einige Kommentare aus meiner persönlicher Praxis: - Leicht und platzsparend: Der Transport ist kinderleicht, mein Kollege kämpft mit seiner Celestron-ADM-Montierung deutlich mehr...
- Einfacher Aufbau und Einnordnung: In Kombination mit dem beleuchteten Polsucher geht das Aufstellen der Montierung nach etwas Eingewöhnung sehr schnell von der Hand (wenige Minuten).
- Ich verwende den von Alex angesprochen (leider teuren) Manfrotto 410 Getriebeneiger und einen selbstgebauten Batteriepack mit 10x 1.2V AA-Akkus (Kostenpunkt: 15 EUR). Die Kamera ist auf einem Kugelstativkopf montiert, der bei meinen Brennweiten (bis 200mm bzw. im Kleinbild 300mm) noch zufriedenstellend funktioniert. Bei längeren Brennweiten jedoch würde der Kugelkopf das korrekte Einstellen des Bildausschnitts wohl etwas erschweren -- da eignet sich ein Manfrotto-Getriebeneiger deutlich besser.
- Nachteil Polsucher: Mein Polsucher hat sich schon zweimal dejustiert. Mittlerweile geht mir die Justage zwar schneller von der Hand, aber ich hoffe immer noch, dass ich ihn etwas stabiler "feststellen" kann.
- Bei besonders kalten Nächten wollten sich die beiden Gabeln der AstroTrac nicht mehr automatisch zurückspulen lassen. Dies war aber auf die Batterien zurückzuführen, nicht auf die Montierung. Ich werde mir wohl daher einen "warmen Handschuh" für den Batteriepack basteln.
Falls du konkretere Fragen hast, kannst du dich gerne melden.  Gruß, Michael PS: Meine D300 werde ich übrigens definitiv nicht modifizieren. Auch werde ich mir keine zweite, modifizierte DSLR anschaffen. Sollte ich wirklich einmal eine dedizierte Kamera für Astrofotografie anschaffen, um die Bildqualität zu steigern usw., dann lieber mit entsprechendem Aufpreis eine richtige CCD-Kamera (eine modifizierte DSLR sähe ich in meinem Fall als Zwischenlösung an, die mir dafür zu teuer wäre).
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#587938 - 27/02/2009 17:06
Re: DSLR und Montierung für Deep Sky
[Re: Michael_Noll]
Hallo Michael,
klasse Bild, Hut ab! Das macht natürlich Mut, dass jemand mit vergleichbarer Ausrüstung solche Ergebnisse erzielt. Mir fehlt noch eine lange Brennweite, weil ich sonst hauptsächlich Reportage und Portraits mache, aber das kommt noch ... Wenn ich soweit bin kommen sicher noch die gezielten Fragen.
Danke! Attila
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#588368 - 01/03/2009 12:17
Re: DSLR und Montierung für Deep Sky
[Re: Michael_Noll]
- Ich verwende den von Alex angesprochen (leider teuren) Manfrotto 410 Getriebeneiger und einen selbstgebauten Batteriepack mit 10x 1.2V AA-Akkus (Kostenpunkt: 15 EUR). Die Kamera ist auf einem Kugelstativkopf montiert, der bei meinen Brennweiten (bis 200mm bzw. im Kleinbild 300mm) noch zufriedenstellend funktioniert. Bei längeren Brennweiten jedoch würde der Kugelkopf das korrekte Einstellen des Bildausschnitts wohl etwas erschweren -- da eignet sich ein Manfrotto-Getriebeneiger deutlich besser.
Hallo Michael, Kleine Frage: Trägt der Manfrotto 410 den AstroTrac mit Kamera ausreichend? Manfrotto gibt für den ja eine maximale Zuladung von nur 5 Kilo an, was mit AstroTrac, D200/D300 und einem größeren Tele nicht mehr viele Reserven offen lässt. Daher hatten wir eher an was noch massiveres wie den Manfrotto 405 (bis 7,5 kg) gedacht. Gruß, Alex
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#588386 - 01/03/2009 12:46
Re: DSLR und Montierung für Deep Sky
[Re: Kerste]
Guten Morgen werte Nikon-Fotografen, gibt ja doch noch ein paar der richtigen Seite hier  Ich hatte mich bekanntermassen auch vor einer Weile mit dem Thema befaßt, die Astro-Trac dann aber doch wieder verworfen. Der Grund war relativ einfach: Ich kenne mich und war mir sicher, das mir die vorhandenen 500mm Brennweite nicht lang reichen würden. Von daher ists gleich eine CAM geworden. Der MA410 trägt problemlos eine ganze Menge, allerdings sehe ich bei den hier genannten Stativen eher die Probleme. Velbon habe ich selber, die sind erst ab der 800er Serie wirklich stabil, von den Benros habe ich noch keines gesehen, das auf Dauer taugt. Wenn das Budget knapp ist wäre ein Berlebach-Uni zu empfehlen ansonsten halt ein Gitzo aus der 3er oder 5er Serie, wenn das Gewicht nicht so eine große Rolle spielt auch noch ein Alu-Gitzo der 14er oder 15er Reihe. Wenn sowas nicht eh vorhanden ist wäre man mit einer CAM, oder ähnlichem, deutlich besser beraten, denn deren Stativ ist zwar sauschwer, dafür aber auch stabil.
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#588395 - 01/03/2009 13:23
Re: DSLR und Montierung für Deep Sky
[Re: stelen]
Der Manfrotto 410 trägt mein aktuelles Setup problemlos. Mein schwerstes Objektiv ist das 70-200 VR. Ich verwende - mit Augenzwinkern an Stefan - mit Zufriedenheit ein Benro-Stativ (Carbon), das mir bisher treue und stabile Dienste geleistet hat. Ich kann es nicht mit anderen Stativen vergleichen, würde es mir aber wieder kaufen. Und Stefan hat bzgl. Brennweite natürlich recht. Zwar gibt es auch einige AstroTrac-Benutzer, die mit vierstelligen Brennweiten fotografieren. Ich habe schon von Brennweiten bis zu 1200mm gehört bzw. entsprechende Fotos gesehen, dort ist aber laut Angaben der Fotografen bereits ein recht hoher Ausschuss an Bildern mit Nachführfehlern dabei. In der Regel wird man aber wohl unter 500mm bleiben. Eine laut AstroTrac-Mailinglinste beliebte Teleskop-Optik ist z.B. der Williams Megrez 72. Auch der Pentax 75 SDHF ist schon damit verwendet worden. Das ist aber alles "Hörensagen", d.h. ich habe es selber noch nicht getestet (wer mir einen Pentax 75 schenken mag...). Ich werde mir mglw. in Zukunft auch eine "richtige" Montierung anschaffen, um auch langbrennweitige Aufnahmen zu machen. Allerdings sehe ich die Thematik etwas anders als Stefan: Auf dessen "Entweder-oder-Frage" (AstroTrac oder richtige Montierung ) würde ich mit "Sowohl-als-auch" antworten.  Schönes Wochenende, Michael
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#588397 - 01/03/2009 13:49
Re: DSLR und Montierung für Deep Sky
[Re: Michael_Noll]
Danke für die Info. Wir benutzen den AstroTrac auch nur mit Teleobjektiven, für längere Brennweiten haben wir im Verein echte Teleskope und schwere Montierungen (H-EQ5) - und nur selten auch genug "Aktivierungsenergie", um das ganze Gerödel auf den Acker zu schleppen und aufzubauen... Gestern waren wir kurz Lulin fotografieren. Für mal kurz eine Stunde lang knipsen waren wir sogar zu faul, ein zweites Stativ für den Feldstecher mitzunehmen. Kamerakoffer, AstroTrac-Koffer, Großfernglas und Stativ haben gelangt. Aber ich bewundere die Leute, die Kistenweise Equipment bewegen, Respekt. Die Haupterkenntnis des Abends war, dass das Fokussierproblem dringend gelöst werden muss - die nächsten Schritte sind wohl eine Bahtinov-Maske und eine FixFocus-Fokussierhilfe von AstroTech ( http://www.astrotech.de/6.html), letztere zumindest für die Festbrennweitenobjektive. Die Hälfte der Zeit ging für's Scharfstellen drauf, und danach war alles klitschnass - echte Unterwasser-Astrofotografie. Gruß, Alex
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#588402 - 01/03/2009 14:08
Re: DSLR und Montierung für Deep Sky
[Re: Michael_Noll]
Ich verwende - mit Augenzwinkern an Stefan - mit Zufriedenheit ein Benro-Stativ (Carbon), das mir bisher treue und stabile Dienste geleistet hat. Ich kann es nicht mit anderen Stativen vergleichen, würde es mir aber wieder kaufen. Ich werde mir mglw. in Zukunft auch eine "richtige" Montierung anschaffen, um auch langbrennweitige Aufnahmen zu machen. Allerdings sehe ich die Thematik etwas anders als Stefan: Auf dessen "Entweder-oder-Frage" (AstroTrac oder richtige Montierung ) würde ich mit "Sowohl-als-auch" antworten.  Ich habe hier diverse Stative rumliegen und kenne von verschiedenen Foto-Treffen auch die Benros ganz gut. Bis zu einem 70-200VR tragen die recht problemlos, mit einer Astro-Trac drunter sähe ich das eher kritisch. Ich würde dann eher veruschen von einem der Leute, die die E-Kuh fix einsetzen ein Stativ zu kaufen, die werden hier ja auch immer wieder mal angeboten. Die CAM halte ich noch für ausreichend transportabel, inzwischen hat sich bei mir noch eine E-Kuh 6 dazugesellt, die würde ich nicht rumschlirren wollen.
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#588634 - 02/03/2009 07:44
Re: DSLR und Montierung für Deep Sky
[Re: stelen]
Ich habe ein Velbon 635 Stativ und kann mir nicht vorstellen, dass es ein 70-200 VR incl. Astro Trac nicht stabil genug tragen sollte. Der Astro Trac wiegt 1 Kg. Der Vorteil des Kombi liegt für mich eindeutig in der Transportierbarkeit. So kann ich alles auch in den Urlaub mitnehmen, denn zu meiner bisherigen Ausrüstung kommt nur der AstroTrac und vielleicht Kleinkram wie Fokussierhilfe etc. hinzu.
Dass es bei Astrofotos ein Fokusproblem gibt, ist mir auch neu ... uuups, stellt man nicht einfach auf unendlich ???
Grüße, Attila
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#588655 - 02/03/2009 08:46
Re: DSLR und Montierung für Deep Sky
[Re: attilaF]
Ein 635 könnte mit komplett eingeschobenen Beinen mit Müh und Not reichen.
Nein, man kann ein Objektiv leider nicht einfach auf unendlich stellen, sondern muß auch Mio Lichtjahre entfernte Galaxien ordentlich scharfstellen.
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#588691 - 02/03/2009 10:34
Re: DSLR und Montierung für Deep Sky
[Re: attilaF]
Ich habe ein Velbon 635 Stativ und kann mir nicht vorstellen, dass es ein 70-200 VR incl. Astro Trac nicht stabil genug tragen sollte. Der Astro Trac wiegt 1 Kg. Da ich dein Stativ nicht kenne: Vergiss bei deiner Kalkulation nicht, dass du auch einen zweiten Stativkopf dazurechnen musst (der Manfrotto 410 ist bereits vergleichsweise schwer) sowie ggf. weiteren Kleinkram wie Stativschelle bei Teleobjektiven. Dass es bei Astrofotos ein Fokusproblem gibt, ist mir auch neu ... uuups, stellt man nicht einfach auf unendlich ??? Leider nein -- auch wenn's bei mir einmal per Zufall geklappt hat... Konstruktionsbedingt funktioniert das in den meisten Fällen jedoch nicht -- wie ich gelesen habe, lassen bspw. die Hersteller heutzutage etwas Spiel bei den Skalen, um etwaige Fertigungsschwankungen ausgleichen zu können. Bei Zoom-Objektiven (wie dem 70-200mm) kommt noch hinzu, dass sich der Fokus je nach eingestellter Brennweite leicht verschiebt. Raus- oder Reinzoomen verlangt also Nachfokussierung. Die bequemste (und schnellste) Fokussierhilfe, mit der ich bisher arbeiten konnte, war eine sog. Bahtinov-Maske ( Beispiel). Die habe ich mir mit einem der im Web verfügbaren Generatoren erstellt, auf Papier als Schnittvorlage ausgedruckt und dann aus dicker Pappe ausgeschnitten. Damit kann ich in max. 5 Minuten den Fokus finden. Eine Alternative zum zeitaufwändigen Ausschneiden wurde ebenfalls schon besprochen. Gruß, Michael
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#588695 - 02/03/2009 11:11
Re: DSLR und Montierung für Deep Sky
[Re: Michael_Noll]
Moin, ich verstehe nicht, was ihr immer mit diesem AstroTrac habt und warum ihr das Teil auch noch Anfängern empfehlen müsst. Die Anforderung ist eindeutig: Fokus ist eindeutig Deep Sky Ich habe von Weitwinkel bis 85mm und werde mit einer 200 oder 300mm Festbrennweite MF ergänzen. Ich denke auch, dass ich mit der D300 anfangen werde Also - DeepSky mit unmodifizierter DSLR und max. 300mm Brennweite. Da der Winter vorbei ist, sind die 3 einzigen Objekte, die man mit dieser Kombination gut fotografieren könnte (M31, M42, M45) im Westen entschwunden. Was will man jetzt und vor dem nächsten Winter noch knipsen? Galaxien mit 300mm Brennweite? Gasnebel mit unmodifizierter Kamera? Der Weg ist vermutlich ziemlich klar: Entweder, Attila verliert schnell den Spass an der Sache, oder er wird sich eine modifizierte Canon (für Gasnebel) und einiges mehr an Brennweite zulegen. Mit der Brennweite kommt dann auch das Guiding etc. Dann wird er sich schön ärgern, als erstes mal 700,- EUR für den AstroTrac in den Sand gesetzt zu haben. Es wurde ja schon erwähnt, warum das Teil so teuer ist. Weil es ein Nischenprodukt ist. Die Nische heißt: Ich will in Urlaub fliegen und nebenbei ein wenig Himmel knipsen. Bei Gepäck spare ich dabei jedes Gramm. Versteht mich nicht falsch - wenn das die Anforderung ist, finde ich den AstroTrac völlig OK, obwohl ich auch dann mit einer gebrauchten GP wesentlich mehr anfangen kann und für den Preisunterschied das Übergepäck der nächsten 10 Jahre bezahlen kann. Da aber von Flugreisen nicht die Rede war, frage ich mich, wie man auf den AstroTrac verfallen kann, der für jede andere Anwendung eine Sackgasse darstellt. Musste mal gesagt werden... Gruß Klaus
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#588767 - 02/03/2009 14:20
Re: DSLR und Montierung für Deep Sky
[Re: attilaF]
Hallo Klaus! Ich gebe dir prinzipiell recht, aber Attila meinte ja: Der Astro Trac wäre einfach eine Ergänzung zu meinem bestehenden Equipment und super reisetauglich. Das ist ein riesen Vorteil. [...] Ich würde erst ohne Teleskop anfangen, daher wäre nicht zuletzt wegen der transportierbarkeit der Astro Trac die bessere Wahl [...]. Auf die etwaigen Nachteile und Einschränkungen der AstroTrac bzw. die Vorteile eines anderen Setups wurde doch bereits in diesem Thread hingewiesen. In der weiteren Diskussion hat Attila konkrete Fragen zur AstroTrac gestellt, die wir ihm (hoffentlich) beantwortet haben. Ich stimme dir allerdings zu, dass bei Brennweiten unter 300mm natürlich nicht alles sinnvoll fotografiert werden kann, was man am Himmel findet (wenn denn die Wolken endlich mal verschwinden...). Wie du bereits selber zitiert hast, hatte auch ich Attila aber eben so verstanden, dass er eher die Anschaffung weiterer Fotoobjektive plant als die eines Teleskops mit entsprechender längerer Brennweite. Attila kann sich ja kurz selber melden, wenn er noch offene Fragen hat, bevor wir uns hier im Orakelspielen üben...  Gruß, Michael PS: Unter Deep Sky verstehe ich alles ausserhalb unseres Sonnensystems. Daher ist auch eine Übersichtsaufnahme der Milchstraße per definitionem eine Deep-Sky-Aufnahme, oder? 
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#588773 - 02/03/2009 14:27
Re: DSLR und Montierung für Deep Sky
[Re: watchgear]
Oh, und ein kleiner Nachtrag von mir: Da aber von Flugreisen nicht die Rede war, frage ich mich, wie man auf den AstroTrac verfallen kann, der für jede andere Anwendung eine Sackgasse darstellt. Ich habe mir die AstroTrac nicht gekauft, um damit Flugreisen zu unternehmen (wie du aber schon sagtest ist es aber sehr nett, dass dies damit sogar möglich ist) und bin mit meiner Entscheidung sehr zufrieden. Pauschal von Sackgasse zu sprechen ist etwas zu...pauschalisierend  Ob und wann für Aufnahmen mit längerer Brennweite ggf. ein Teleskop anstünde -- auch in Kombination mit einer parallaktischen Montierung -- ist eine andere Frage. Wie gesagt, ich sehe das eher "sowohl-als-auch" statt "entweder-oder". Gruß, Michael PS: Bei der Gelegenheit möchte ich noch sagen, dass mir die Aufnahmen auf deiner Webseite wirklich sehr gut gefallen, Klaus. Mein Kompliment!
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#588808 - 02/03/2009 16:18
Re: DSLR und Montierung für Deep Sky
[Re: Michael_Noll]
Hallo zusammen, ich formuliere meine Anforderungen vielleicht deshalb nicht klar genug, weil ich noch ganz am Anfang stehe ...  Da ich bereits Kamera, Stativ mit Kugelkopf besitze und 200er Brennweite in Planung ist, wollte ich für den Anfang so wenig wie möglich dazu kaufen. Die AstroTrac erscheint mir trotz "teueres Nischenprodukt" nach wie vor sinnvoll. Wenn ihr aber sagt, dass man damit nur drei Objekte und nur im Winter sinnvoll fotografieren kann, dann sieht die Sache schon wieder anders aus. Ich habe weiterhin so verstanden, dass man auch mit einer unmodifizierten Kamera sinnvoll fotografieren kann, wenn auch bei Nebeln Abstriche machen muss. Ich denke über 300mm Brennweite wird ein Teleskop günstiger als ein gutes Objektiv und dann kann man immer noch auf eine zweite Montierung und das Fotografieren durch das Teleskop als Alternative setzen. Die Frage noch einmal: Kann man mit der D300 und einer Brennweite bis 300mm auch ausserhalb der Wintermonate sinnvoll Deep Sky Objekte von einer motorisierten parallaktischen Montierung fotografieren? Wenn ja, welche Alternativen gibt es zum AstroTrac? Was ist ein GP? Grüße, Attila
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#588822 - 02/03/2009 16:59
Re: DSLR und Montierung für Deep Sky
[Re: attilaF]
Hi Attila Mit 'GP' ist wohl die Vixen GP gemeint - eine Serie parallaktischer Montierungen. Recht beliebt für nicht allzuschwerese Equipment wie kleine Newtons oder APOs zzgl Leitrohr - im Vergleich zu den Klonen zudem relativ leicht. Die gibts auch als mini-Variante nur für Kameras. Abgesehen von Nebeln bleiben eben Übersichtsaufnahmen mit deutlich kürzeren Brennweiten, mit etwa 35mm z.B. Sternbilder oder bis zum Fisheye runter z.B. für die Sommermilchstrasse. Einige wenige Offene Sternhaufen und Galxiengruppen gehen auch. Lad dir doch mal Cartes du Ciel runter - da kann man unter "Okulare" auch das Feld angeben, welches dein Sensor mit der jeweiligen Brennweite sieht. cs Jürgen
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#609966 - 18/05/2009 13:27
Re: DSLR und Montierung für Deep Sky
[Re: Michael_Noll]
Allerdings sehe ich die Thematik etwas anders als Stefan: Auf dessen "Entweder-oder-Frage" (AstroTrac oder richtige Montierung ) würde ich mit "Sowohl-als-auch" antworten.  Erstens kommt es anders, und zweitens als man denkt.  Da ich demnächst dienstlich nach Afrika muß, habe ich mir auf dem ATT eine 320x zugelegt. Die ersten Versuche mit einem 400er Objektiv waren auch schon ganz vielversprechend. Mein umgebautes Manfrotto 055 XPROB kann ich dafür aber vergessen, das ist nur stabil genug, wenn die Beine ganz drin sind, dann kann man aber weder gescheit durch den Polsucher, noch den Kamersucher schauen. Zudem wird das Ganze, da die Last durch die übereinandergeschraubten zwei Köpfe (MA410 dann TT320, dann Markins M10) weit aus dem Mittelpunkt kommt, sehr kippelig. Die nächsten Versuche mache ich dann mit dem dicken Alu-Gitzo, das ist mir für die Reise allerdings zu groß und schwer, also wird doch noch ein Gitzo 3541 oder ein 5541 her müssen.
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Mit übenden Anfänger-Grüßen Stefan
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