Einstieg in die Planetenbeobachtung

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schpidi

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Hallo zusammen,

erstmal danke ich Euch für das tolle Forum und die Infos die ich hier schon finden konnte!

Trotzdem habe ich noch viele Fragen und ich hoffe Ihr könnt mir helfen. Ich fang einfach mal an...

Ich war schon immer interessiert an wissenschaftlichen Themen, insbesondere der Astronomie und Physik.
In der Vergangenheit habe ich aber nie selber beobachtet. Dies möchte ich jetzt ändern.

Als ersten Schritt habe ich mir ein Celestron Firstscope 76/300 für 60 Euro gekauft. Schnell habe ich festgestellt, wie blauäugig diese Entscheidung war.
Preis-Leistung stimmt zwar hier wahrscheinlich,
aber ich hätte einfach mehr erwartet.
Ohne jegliche Vorinfo/Recherche/Preisvergleich hab ich mich auf das "Produkt des int. Jahrs der Astronomie" verlassen.
Post in Norbert´s Threat
Trotzdem will ich auch zum 76/300 nochmal ein bisschen investierern, damit ichs besser nutzen kann.
<link folgt>

Nungut, einen Vorteil hat das Ding nach 2-3 Beobachtungen von Mond und Jupiter allerdings gehabt: Ich weiss nun eins: Ich will mehr! :)

Was will ich:
- Fokus auf Planetenbeobachtung
- Deep Sky, falls ohne große Abstriche bei Planeten möglich
- vorerst nur visuell, später vielleicht Fotografie (noch sehr weit weg)

Rahmenbedingungen:
- Beobachtung von der Stadt aus
- Beobachtung von Balkon, Fenster oder Hügeln im Umland
- Zweitwohnsitz auf dem Land (ich schätze die Lichtverschmutzung hier sehr gering)

Hier gleich meine erste Frage...
1) Ich lese oft, dass jemand auch in der Stadt wohnt und beobachtet, wobei hier oft eine Kennzahl für die Lichtverschmutzung bzw. scheinbare Helligkeit des Himmels in Mag angegeben wird. Gibt es hier für besimmte Städte online eine Übersicht oder wie misst man sowas?

Am wichtigsten ist mir jetzt, planerischer vorzugehen und meinen Weg vom blutigen Anfänger zum Hobby-Astronom in sinnvolle Steps einzuteilen.

Dazu muss ich erstmal die existierende Range kennen. Den Start der Range glaub ich kenn ich bereits (siehe oben) :), nun suche ich also das Ende der Range. Deshalb meine zweite Frage:
2) Welches Amateur-Teleskop + Ausrüstung haltet Ihr für das Beste zur Planetenbeobachtung und würdet Ihr Euch bei nahezu unbegrenztem Budget anschaffen?
Ich weiß ich bin mit Erfahrung und Budget meilenweit weg, aber ich möchte mein Ziel kennen :)

3) In welche und wie viele Steps würdet Ihre Eure Anschaffungen einteilen? Sprich, welche Sprünge bei der Öffnung und Budget usw. machen Sinn bzw. bringen wirklich was?
Ich mein sowas in der Art: "Starte mit nem 6" bei 500 Euro, dann ein 8" für 1500 Euro, über 12" für 5000 Euro zum 20" für 20000 Euro oder so ähnlich :)

4) Welche Vergrößerung brauche ich ca. um Planeten wie Jupiter, Mars, Venus und Saturn schön beobachten zu können? (schön = nicht nur als Kugel sehen, sondern auch erste Details)

5) Welches Anfangs-Budget macht Sinn um sich dem Thema zu nähern, erste Erfahrungen mit der Handhabung von Teleskopen zu machen und dabei aber auch einigermaßen was von den Planeten zu sehen?

Ich habe hier so an 300-500 Euro gedacht, welches ich die nächsten 1-2 Jahre benutzen würde.
6) Denkt ihr das ist sinnvoll, oder werde ich nur schnell wieder enttäuscht sein?

7) Welche Ausrüstung würdet Ihr Euch für die 300-500 Euro kaufen (Teleskop, Okulare, Filter, Sucher)?

8) Wäre es ein großer optischer Unterschied wenn ich gleich auf ein Budget von 1000 Euro geh?

9) Welche Ausrüstung würdet Ihr Euch für die 1000 Euro kaufen (Teleskop, Okulare, Filter, Sucher)?

Darüber möchte ich auf keinen Fall, weil ich wills ja erstmal richtig bedienen können. Und ggf. lässt ja meine Anfangs-Begeisterung auch wieder nach, was ich aber nicht hoffe.

Ich habe gestern nacht einen Link mit Infos gefunden "was sieht man mit welcher Öffnung", leider nicht gebookmarked und finde Ihn jetzt nicht mehr. Waren zwei so Anfänger-Guides Astronomie.
10) Weiß jemand welche Guides ich mein und kann die bitte nochmal jemand posten?

Wie oben schon erwähnt, möchte ich schon früh "nachhaltig" kaufen, sprich die gekauften Sachen so lange wie möglich nutzen. Das betrifft insbesondere die Okulare. Damit ich dies tun kann, möchte ich auch hier die Range besser einschätzen können. Mir ist bewusst, dass ich wohl Markennamen und Bauweisen durch Unkenntnis zusammenschmeiss aber bis jetzt habe ich folgende Namen gelesen: Huygens, Ramsden, Kellner, Ortho/Abbe, Plössl, Erfle, Speers-Waler, Panoptic, Planetary, Nagler, RKE, Mono, Hyperion/Stratur, Ethos, Zoom, Pentax, Goldkanten
11) Fehlen noch wesentliche gängige Marken/Bauweisen in der Liste?
12) Wie würdet Ihr die Marken aus der Liste GROB nach Preis/Leistung sortieren?
13) Wie würdet Ihr die Marken aus der Liste GROB nach Leistung sortieren?
14) Kann man ganz grobe %-Werte für die Leistung angeben, gemessen an der besten MArke?

Was ich bis jetzt so alles gelesen habe, sollte ich mich am besten nach einem Kellner- bzw. Plössl-Setup für den Einstieg umsehen. Oder ist mir das bald nicht nachhaltig genug? Was meint ihr?
15) Würde Kellner bzw. Plössl in ein Gesamt-Budget von 300-500 Euro passen oder wäre das weit daneben gegriffen?
16) Oder wäre auch ein Speers-Waler möglich bei einem günstigeren Teleskop?

Zur Technik des Teleskops...
17) Kann man für die Planetenbeobachtung eindeutig für Spiegel- oder Linsen-Teleskop entscheiden, oder
18) zumindest kurz Pro- und Kontra aufzeigen?

Zur Bauweise des Teleskops...
Dobson scheint mir zumindest für den Anfang unkompliziert, stabiler und günstiger zu sein.
Nachführung mach ich "treppchenweise" manuell.
19) Stimmt ihr mir grob zu oder welche Vorteile würde mir eine parallaktischer/äquatorialer(?) Aufbau neben einer einfacheren Nachführung bringen?

Beim Durchlesen meiner Fragen fällt mir auf:
20) wenn ich mich für Dobson entscheide gibt eh nur Spiegel, richtig?

Zu den Filtern...
21) welchen Filter würdet Ihr mir für die Stadt empfehlen?
22) Hab ich damit auch die Chance "nahe" Deep-Sky-Objekte besser zu sehen oder brauch ich da nen anderen Filter?
23) Welchen Filter würdet Ihr mir für den Mond empfehlen?
24) Welchen Filter für die Sonne?
25) Ein Sonnenfilter muss immer vor den Hauptspiegel nicht beim Okular, richtig?

Zu Suchern, Leuchtpunktsensor usw... Da ich auch hier absolut keinen Peil habe :)...
26) was würdet Ihr mir zu meinem Budget passendes hier empfehlen?

Noch eine letzte Frage... ich lese öfters "an einem schnellen Teleskop" und bin mir nicht sicher was dies bedeutet.
27) Geht das in die Richtung "schnelle automatische Nachführung" oder bin ich da komplett falsch?

So, ich glaub ich habs erstmal...

Entschuldigt bitte meine dummen Fragen und zerreisst mich nicht in der Luft :)
Ich habe viel im Forum gesucht und gelesen, aber mit Einzel-Posts einen Gesamt-Überblick zu bekommen ist schwierig.

Danke für Eure Hilfe und noch viel Spaß bei Euren Beobachtungen!

Viele Grüße,
Andi
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
hallo Andi,

uff, deine Liste ist mir einfach zu lang um sie zu beantworten, ich werde daher jetzt kein Lehrbuch für dich schreiben. Schau dich im Forum um, da findest du jede Menge Antworten auf diese Fragen, oder investier in ein kleines Büchlein wie den "Fernrohr-Führerschein".

Es tut mir leid dass du auf das "Firstscope" reingefallen bist. Dieses Ding ist gegen jede optische Vernunft gebaut.

Es freut mich noch mehr dass du dich nicht abschrecken lässt, sondern dabeibleiben willst! Meine Empfehlung für 300-500€, wenn Platz und Ort es erlauben, ist ein 8" Dobson. Den kannst du später auch auf eine Monti schnallen (HEQ5 Pro - ca 900€), und mit f/6 ist er üblicherweise auch freundlich zu günstigeren Okularen (Randschärfe).

Damit kannst du richtig was sehen, und das weitere wächst mit der Erfahrung. Okularmässig nimm ein 32mm Erfle, ein 8-24mm Hyperion Zoom und ein 7mm Planetary mit Zoomhülse.

Speers-Waler werden sehr gelobt, ich finde den Einblick allerdings unangenehm wegen der sehr kleinen Augenabstände, und ein bis zu 25cm langes Ding im Okularauszug zu haben, wo man mit der Augenlinse draufklebt wie beim Speers Zoom ist auch nicht meine Empfehlung für den Preis.

lg und viel Freude! Tommy
 
Hi!

Zum FirstScope habe ich ja in deinem anderen Thread schon was geschrieben (mir gefällts besser als Tommy, aber ich geh in der Preisklasse wohl auch mit einer anderen Erwartungshaltung ran), nun zu diesem Roman: Ja uff erst mal.

Geh mal bei http://www.sternwarte-wuerzburg.de/ vorbei und red mit den Leuten, das ist einfacher...

Zu Frage 7 (300 Euro): Nen 8"-Dobson mit Minimal-Ausstattung, der Rest wird dann im Lauf der Zeit nachgekauft
Zu Frage 8 (1000 Euro): Nen 8"-Dobson mit guten Okularen und Filtern, sowie etwas Spritgeld, um zu einem dunklen Standort zu fahren.

Zu 10:
http://www.deepsky-brothers.de/Einsteiger.htm
http://www.eifeltwister.de/anfaengertipps.htm
http://svenwienstein.de/HTML/einsteiger-ecke.html
http://www.taunus-astronomie.de/art_top12fragen.html
http://www.binoviewer.at/beobachtungspraxis/
uvm

Wenn ich auf den Rest auch noch antworte, ist das Wochenende rum, und ich hätte ein Konkurrenzbuch zu Klötzler: Das Astroteleskop für Einsteiger oder zu Stoyan: Fernrohrwahl für Einsteiger verfasst. Da hilft dir ein Besuch auf der Würzburger Sternwarte mehr.

Gruß,
Alex
 
Hallo Andi,

zu 1) Schau mal hier


zu 2) Hubble ;)

4) Welche Vergrößerung brauche ich ca. um Planeten wie Jupiter, Mars, Venus und Saturn schön beobachten zu können? (schön = nicht nur als Kugel sehen, sondern auch erste Details)
Mit meinem 76/700 erkenne ich am Jupiter mit viel Geduld und etwas Mühe gerade so noch der GRF. Das liegt dann bei ca. 80 bis 120 facher Vergrößerung. Bei größerer Öffnung ist mehr natürlich sinnvoller. Ab ca. 200-Fach aufwärts limitiert dann je nach Wetterlage und Umgebung die Luftunruhe oftmals die Vergrößerung.
Wenn bei Venus die Sichelgestalt als erstes Detail durchgeht, dann geht das unter günstigen Bedingungen schon mit einem 7-Fach Fernglas. Mehr Details wird ganz schwierig.


6) Denkt ihr das ist sinnvoll, oder werde ich nur schnell wieder enttäuscht sein?
Das hängt sehr von dir und deinen Erwartungen ab. Mit einem Blick durch anderer Leute Teleskope kannst du selbst das sicher viel besser beurteilen als wir.


8) Wäre es ein großer optischer Unterschied wenn ich gleich auf ein Budget von 1000 Euro geh?
Wenn du für einen 8" f/6 mit €300,- plus Okulare und Filter für nochmal €200,- rechnest, dann ist der Unterschied zu einem 10" f/5 mit Okularen für insgesamt €1000,- nicht so signifikant, als wenn du in dem Budget (€500 vs. €1000) auch noch eine stabile Montierung unterbringen willst. Je nach Setup sind die beim geringeren Budget einzugehenden Kompromisse noch tragbar oder sie werden faul.


11) Fehlen noch wesentliche gängige Marken/Bauweisen in der Liste?
z.B. das Vixen LVW 22mm wird hier im Forum als nachhaltiges Okular für Teleskope wie dein 76/300 gepriesen. Ich kenne es aber nicht aus eigener Anschauung.


Was ich bis jetzt so alles gelesen habe, sollte ich mich am besten nach einem Kellner- bzw. Plössl-Setup für den Einstieg umsehen. Oder ist mir das bald nicht nachhaltig genug? Was meint ihr?
Okulare sind wie Schuhe. Zu verschiedener Verwendung benutzt man recht unterschiedliche Modelle. Ein Merkmal wie z.B. der Augenabstand wird individuell auch sehr unterschiedlich bewertet.


15) Würde Kellner bzw. Plössl in ein Gesamt-Budget von 300-500 Euro passen oder wäre das weit daneben gegriffen?
Bei All-Inclusiv ist kaum mehr drinn als solche Standard Designs, und weniger (Huygens, Ramsden) macht wirklich keinen Sinn. Dann lieber beim Rohr kleinere Brötchen backen.


17) Kann man für die Planetenbeobachtung eindeutig für Spiegel- oder Linsen-Teleskop entscheiden, oder
18) zumindest kurz Pro- und Kontra aufzeigen?

Mit der Frage kannst du mühelos deinen Thread zum Kriegsschauplatz ausbauen ;)


Dobson scheint mir zumindest für den Anfang unkompliziert, stabiler und günstiger zu sein.
Nachführung mach ich "treppchenweise" manuell.
19) Stimmt ihr mir grob zu oder welche Vorteile [...]

Für deine Entscheidung erscheint es mir sinnvoller zu fragen, ob du mit den Nacteilen des Dobson leben kannst. Auf einem kleinen Balkon ist es für einen großen Dobson unter Umständen zu eng, für niedrigere Ogbjekte (Planeten stehen leider manchmal recht flach wie Jupiter zur Zeit) kann das Balkongeländer einem Dobson und der daran gewohnten sitzenden Beobachtung im Weg sein.


20) wenn ich mich für Dobson entscheide gibt eh nur Spiegel, richtig?
Es gibt auch Refrakroren die nach Dobson Art montiert sind, aber das wird eher für Richfielder als für Planeten gemacht.
Schau mal bei winnie nach "Refraktor D= 120 mm, F= 600 mm, f/5"


Zu Suchern, Leuchtpunktsensor usw... Da ich auch hier absolut keinen Peil habe smile...
26) was würdet Ihr mir zu meinem Budget passendes hier empfehlen?

Aus der Stadt würde ich da zum 8x50 Sucher greifen, weil er auch unter ungünstigen Bedingungen (aufgehellter Himmel) noch genügend Referenzsterne zur Orientierung bietet.


Noch eine letzte Frage... ich lese öfters "an einem schnellen Teleskop" und bin mir nicht sicher was dies bedeutet.
27) Geht das in die Richtung "schnelle automatische Nachführung" oder bin ich da komplett falsch?

Schnell ist hier im fotografischen Sinne gemeint und bedeutet ein größeres Öffnungsverhältnis (z.B. f/6 f/5 oder gar f/4). Langsam (braucht bei Fotos längere Belichtung) geht dann Richtung f/10, f/13, etc.

Viele Grüße
Stephan
 
Hi Tommy, Alex und Stephan,

danke für Eure Beiträge!

Ihr habt mir schon sehr geholfen und jetzt weiss ich schon besser wonach ich suchen werde!

Ich hab heute fast nix anderes gemacht als Guides und Forenbeiträge etc. gelesen und jetzt brummt mir der Schädel.

Ich werde mich morgen mal auf die konkrete Suche nach einem 8" Dobson machen und mir eine Okular-Palette zusammenstellen.
Dann werde ich mal Preise vergleichen und sehen ob ich mit meinem Budget hinkomme.

@Stefan, bzgl. 2)
Wenn wir "Amateur-Teleskop" mal überlesen, dann möcht ich aber gleich das JWST? :-)

Herzlichen Dank nochmal an Euch drei!

Gut Nacht & CS!

Andi



 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Ich möchte einen Hinweis hinzufügen: Natürlich ist der Dob eine gute Wahl für den Einstige. Auch für Planeten.
Aber gerade die Beobachtung feiner Details erfordert geduldiges Hinsehen. Dabei stört das Geschubse. Eine Nachführung bringt einen erheblichen Gewinn an Planeten. Dies bezahlt man dann damit, dass man eine kleinere Optik hat. Ein 13-cm-Mak auf einer EQ3 ist visuell ganz gut. Abstriche bei Deep Sky sind dann notwendig, da das überblickbare Feld klein ist. Vorteil ist die Gutmütigkeit gegeüber Okularen, Plössls arbeiten gut.
Ich habe ienen 12-Zoll-Dob und stelle für Mond und Planeten dennoch oft meinen 6-Zoll-Mak raus.

Du frugst, was man für Planeten nehmen sollte, wenn das Budget keine Rolle spielt. Das wäre dann ein Apo. So groß, wie du es vom Gewicht (insbesondre der Montierung) bewältigts, also 10-12 cm Öffnung.
 
Hi Andi,

ja, kauf Dir einen 8 Zoll f/6 Dob mit Bino-Ansatz. Damit hast Du eine sehr entspannte Möglichkeit, feine Details auf den Planeten über einen längeren Zeitraum zu beobachten. Das Bild wird ruhiger und die binokulare Beobachtung verhilft Dir zu einem fast 3 D Anblick. Ich habe einen 8 Zoll Galaxy Pyrex mit BW-Optik Bino und zwei Hyperion-Zooms, was insgesamt toll funktioniert. Du brauchst dann noch einen Glasweg-Ausgleich, der aber günstig zuhaben ist. Mittlerweile gibt es auch gute günstige Binoansätze, wie bspw. den von TS.

Grüße

Martin
 
Hallo Uwe und Martin,

auch Euch herzlichen Dank für Eure Antworten!

Uwe, ich habe heute vorwiegend Preisvergleich für Dobsons gemacht, aber mir eben auch eine Mak-EQ3 Kombi zusammengesucht. Hört sich auf alle Fälle nach ner guten Alternative an, bei ggf. stärkerer max. Vergrößerung (385* statt 300*) aber bei insgesamt weniger Kapital für Okulare.
Mal sehen :)
PS: Du hast auf Deiner HP ja viele geile Zeichnungen! Hab noch nicht alle durchgeklickt, aber was ich gesehen hab gefällt mir echt gut!

Martin, der Bino-Ansatz klingt interessant. Ich befürchte aber das Doppelt-Kaufen der Okulare, insbesondere z.B. Hyperion-Zoom übersteigt momentan mein Budget.
Außerdem habe ich gelesen, dass beim Einsatz eines Bino auch die Lichtmenge reduziert wird, was aber bei Planeten noch kein Problem sein dürfte, oder?

So, heute habe ich meine Zeit hauptsächlich mit der Suche und dem Preisvergleich von 8" Dobson Teleskopen auf verschiedensten Händler-Portalen verbraten.
Dabei habe ich TS, Astro-Shop, Astrocom, Maede, Intercon Spacetec, Opti Pro (=Astro-Shop?), OpticShop24, Teleskop.de, ZuDenSternen.de abgeklappert.

Soweit ich das beurteilen kann, wird hier viel gleiche Ware mit verschiedenem Label, Anstrich und Zubehör verkauft.
Ich kenne solche Import-Spielchen aus Branchen für die ich arbeite. Nungut, wenn die Qualität vergleichbar ist, sollte ja die Suche einfacher werden... mal sehen...

Zuerstmal zu den Portalen... hier sind mir besonders 3 ins Auge gefallen...
- TS scheint mir bodenständig mit ehrlicher Beschreibung der Artikel zu sein, wobei man auch hier aufpassen muss was "Zubehör" oder "Zubehörtipps" sind
- Intercon Spacetec bietet gleiche Modelle mit mehr Zubehör an, wobei man genau prüfen muss was man wirklich braucht
- OpticShop24: Was mir hier aufgefallen ist, dass die Preise für baugleiche Teleskope (z.B. GSO/d 680, 200c) z.B. immer rund 50 Euro teurer sind bei teils weniger Equip (6*30 Sucher statt 8*50). Außerdem wird hier mit unfairen Werbemitteln gearbeitet (Beispiel: ganz groß und fett steht Pyrex drauf, klein geschrieben dann: das Material ist vergleichbar mit...). Solche Maschen nerven mich und das Portal scheidet für mich aus

Momentan kommen für mich 3 Dobson-Kombis und eine Mak-EQ3-Kombi in Frage. Mal sehen, was Ihr dazu sagt:

A) TS Skywatcher SKD8 für rund 300 Euro
- 10mm Super-Plössl
- 25mm Super-Plössl
- 9*50 Sucher
- Spiegel-Träger aus BK7
Einschätzung: Solides Teleskop ohne großen Schnickschnack.
Dazu kaufen:
- 32mm Erfle TSWA für 70 Euro
- 7mm HR Planetary für 60 Euro
- 4mm HR Planetary für 60 Euro
Gesamt: 490 Euro

B) TS Skywatcher SKD8-Pyrex für 355 Euro
- Super-Plössl 10mm
- Super-Plössl 25mm
- 9*50 Sucher
- Spiegel-Träger aus Pyrex
Einschätzung: Siehe A aber wieviel Mehrwert bringt Pyrex?
Dazu kaufen:
- 32mm Erfle TSWA für 70 Euro
- 7mm HR Planetary für 60 Euro
- 4mm HR Planetary für 60 Euro
Gesamt: 545 Euro

C) Intercon Spacetec Galaxy D8-K-CRF für rund 300 Euro
- Super-Plössl 10mm
- Super-Plössl 25mm
- 8*50 Sucher oder Leuchtpunktsucher?
- Spiegel-Träger aus BK7
- Mondfilter
- Justierokular
- Spiegel-Lüfter (hat das SKD8 auch?)
- Zentralmarkierung Spiegel (hat das SKD8 auch?)
Einschätzung: Bisschen mehr Equip als A bei gleichem Preis
Dazu kaufen:
- 32mm Erfle TSWA für 70 Euro
- 7mm HR Planetary für 60 Euro
- 4mm HR Planetary für 60 Euro
Gesamt: 490 Euro

D) TS Skywatcher Mac 127/1540 Spotting Scope für rund 450 Euro (inkl. EQ3)
- Super-Plössl 10mm
- Super-Plössl 25mm
- EQ3
Einschätzung: Positiv: Nachführung, ggf. später Foto, max. Vergrößerung höher als Dobson; Negativ: nicht so viel Budget für Okulare übrig
Dazu kaufen:
- 6mm HR Planetary für 60 Euro
Gesamt: 510 Euro

Schon wieder so viel geschrieben... args...

Momentan sind meine Favoriten C, danach B. Was meint Ihr dazu?

Was mir momentan noch unklar ist, ist folgendes:

- wie viel bringt Pyrex wirklich?
Nach Rechnung dehnt sich bei 20° Differenz BK7 um 28,4 Mikrometer und Pyrex um nur 13 Mikrometer aus.
Hört sich nach sehr wenig an, aber wie kritisch ist dies bei optischen Geräten? Ich konnte leider hier die "Wahrheit" schwer rauslesen, da viel durch Werbung verzerrt wird.

Danke für Eure Hilfe und Geduld!

Viele Grüße,
Andi
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo Andi,

schau dich auch mal auf dem Gebrauchtmarkt um (auch hier im Forum). Ich habe meinen Dobson auch 2nd Hand gekauft, da kann man den einen oder anderen Euro noch sparen (und z.B. in Okulare investieren ;-)

Habe es bisher nicht bereut!


Grüße, Alexander :-)
 
Hi Andi,

ich hab den Überblick verloren ob das schon gepostet wurde:

Gute Einsteigerseiten sind www.svenwienstein.de und www.deepsky-brothers.de

Dort werden vermutlich alle Deine Fragen beantwortet. Zur Fotografie siehe insbesondere mal Svens Artikel dazu. Dann wird auch klar, dass die eq3 begrenzt in der fotografischen Anwendung ist.

So wies jetzt aussieht, schwankst Du zwischen 8"F6 Dobs und nem 5" Mak.

Vielleicht einige Hinweise zur Planetenbeobachtung und zur Okularauswahl.

Planeten beobachten heisst: hohe Vergrößerung bei relativ viel Licht bei guten Bedingungen.

- Öffnung ist daher wichtig, aber nicht so wichtig wie bei DS. 5" Öffnung für Planeten finde ich persönlich aber etwas wenig.

- Was Vergrößerungen angeht gibts jetzt zwei Aspekte. Je mehr Vergrößerung, desto leichter/schöner die Beobachtung. Allerdings ist die sinnvoll nutzbare Vergrößerung meist durch athmosphärische Bedingunge begrenzt. 200-fache Vergrößerung z.B. ist schon gar nicht so oft nutzbar, 150-fach recht oft. Vergrößerung ist Teleskopbrennweite/Okularbrennweite. Damit kannst Du selbst abschätzen welche Brennweiten für Dich sinnvoll sind. Für Planeten ist eine feine Abstufung im hohen Vergrößerungsbereich sinnvoll um sich an die maximal mögliche Vergrößerung hernazuarbeiten. 4mm am 8" F6 ist also schon ziemlich optimistisch und meist nicht nutzbar. Eine Abstufung 9,7,6,5 wäre z.B. sehr nett für dieses Gerät.

- Eine Faustregel lautet: maximal Vergrößerung = 1.5 x Öffnung in mm. Beim 127er Mak ist 200-fach also schon reichlich an der Grenze der Optik, beim 8" F6 kein Problem.

- Thermische Beherschung ist auch ein nettes Stichwort. Auch bei guten Bedingungen wird das Rohr nur gute BIlder zeigen wenns ausgekühlt ist. Ein 5" Mak braucht dazu bereits - ein 8" F6 aber auch. Pyrex soll während der Auskühlphase helfen, dann ist das Material wurscht. Bei Dir wäre ein Belüftung des Teleskops evtl. ein wichtigerer Aspekt als das Spiegelmaterial

- Binobeobachtung ist ein fortgeschrittener Aspekt, bringt aber wieder Probleme mit sich wegen Justage des Binos, Fokusweg am Newton, Kosten für Okulare. Manche sagen auch, ein Bino bringt gar nichts.

Ich würde mich daher auf die grundlegenden Dinge konzentrieren: passable Nachführung - auch/gerade beim Dobson -Transportabilität falls nötig, geeignete Okularabstufung, evtl. Streulichtoptimierung. Die anderen Aspekte (Pyrex, Bino ...) sind in meinen Augen am Anfang recht zweitrangig.

CS

Klaus

 
Hallo Andi,

also ich kann aus eigener Erfahrung sagen, dass mir das binokulare Sehen eine Menge bringt im Vergleich zu monokularem Beobachten. Beim Bino ist die Planetenbeobachtung, die ich fast ausschließlich betreibe, bezüglich der Lichtaufteilung kein Problem. Die Planeten sind bei 8 Zoll immer schön hell und kontrastreich. Ein justiertes Bino musst Du nicht mehr justieren, habe ich auch noch nie machen müssen. Für den Ausgleich des fehlenden Fokuswegs gibt es einfache aber praktikable GWK´s (ca. 30 Euro). Ich bin auch monokular eingestiegen......wenn Du Gelegenheit hast, vergleiche es einfach mal, da wirst Du sehen, was ich meine........
Ich kann die Galaxy-Dobs von ICS empfehlen....derzeit haben die ein 8 Zoll Pyrex im Angebot auf dem Gelegenheits-Markt. Die Pyrex-HS sind im Schnitt glatter und genauer geschliffen, als die BK 7.
Wenn Du ein gutes MAK haben möchtest, schau Dir mal die Skywatcher Pro-Serie an, die habe gute Optiken für kleines Geld........

Grüße

Martin
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo Schpidi,

zuerst einmal ein Wort zu Beiträgen im Internet:
Es sind alles lediglich Meinungsäußerungen. Im besten Falle sind
diese nach bestem Wissen und Gewissen und mit persönlicher Erfahrung
abgefaßt, im schlechtesten Falle ist es ein Beitrag bei welchen
ein bestimmtes Interesse dahintersteht, oder ein Trollbeitrag.

Wie auch immer. Mein Rat:
Informiere dich aus den verschiedensten Quellen, versuche dir etwas
geeignete Literatur zu verschaffen und sieh zu daß du selbst
zu praktischer Erfahrung mit verschiedenen Teleskopen kommst.

So nun einige Anmerkungen zu den bisher schon geposteten Aussagen:
Bino-Ansatz. Damit hast Du eine sehr entspannte Möglichkeit, feine Details auf den Planeten über einen längeren Zeitraum zu beobachten. Das Bild wird ruhiger und die binokulare Beobachtung verhilft Dir zu einem fast 3 D Anblick
Binoansatz. Eine sehr subjektive Angelegenheit. Ich habe mit Binoansatz
bislang nicht ein einziges Mal einen Vorteil gegenüber der
monokularen Beobschtung sehen können.

Ein angeblicher 3D Effekt ist kokolores, den sehe ich nicht
und der kann theoretisch auch nicht da sein.

An Teleskopen wo man mit dem Kompromiß kämpft eine große Obstruktion
zu vermeiden und dabei trotzdem eine genügend gute Ausleuchtung
zu erzielen (also allen rotationssymmetrischen Spiegelteleskopen!)
macht der zusätzliche Glasweg des Binoansatzes Probleme.
Du müßtest also entweder den Fangspiegel in Richtung des Hauptspiegels
verschieben (und dabei entsprechend vergrößern!), oder aber
vor
dem Binoansatz eine Brennweitenverlängerung realisieren.

Der Glasweg des Bino fürht zwei Fehler ein:
1) Einen Farblängsfehler
2) Eine Verschlechterung der Korrektur der sphärischen Aberration
des Spiegels

Bei 8"f/6 sind beide Fehler nicht zu vernachlässigen.
Da muß dann ein Glaswegkorrektor eingesetzt werden.
Den hast du dann noch zusätzlich zu den einigen Zentimetern
Glasweg im Strahlenteiler und den weiteren Prismen.

Dazu kommt dann noch die Posiion des Binoansatzes am Teleskop.
Diese ist am Newton aus meiner Sicht sehr unerfreulich.

Wenn Bino, dann besser an einem dafür geeigneteren Teleskop.

Für das Bino spricht ein Punkt:
Das ältere Auge leidet an sogenannten "Floatern". Das sind unter
anderem Zelltrümmer, die dann stören wenn sie bei kleiner AP
(Austrittspupille) in den Strahlengang geraten.
Zweiter Punkt pro Bino ist daß der Sternfreund ohne oder mit
geringer Beobachtungserfahrung damit entspannter beobachten kann
(da er beide augen offen haben kann).

Zitat von UwePilz:
Aber gerade die Beobachtung feiner Details erfordert geduldiges Hinsehen. Dabei stört das Geschubse. Eine Nachführung bringt einen erheblichen Gewinn an Planeten. Dies bezahlt man dann damit, dass man eine kleinere Optik hat. Ein 13-cm-Mak auf einer EQ3 ist visuell ganz gut.

...

Du frugst, was man für Planeten nehmen sollte, wenn das Budget keine Rolle spielt. Das wäre dann ein Apo. So groß, wie du es vom Gewicht (insbesondre der Montierung) bewältigts, also 10-12 cm Öffnung.

Ein erfahrener Beobachter wird wohl kaum am Planeten "schubsen".
Entweder wird er seinen Dobson permanent nachführen (instashift,
permadrive-O-matic, wysiwyd {= what you see is what you desire})
oder er wird den Planetn durch das Bild laufen lassen (faul-O-matix)
und dafür geeignete Okularseitige Ausstattung wählen.

Ersteres erforderte eine angenehm leichte und ruckelfreie Verstellbarkeit
des Dobsons in beiden Achsen, letzteres eine Komakorrektur
und Weitwinkelokulare.

Planetenbeobachtung bei "Geld spielt keine Rolle" = Apo ?
Einverstanden. Aber bitte keinen mickerigen 120mm Apo.
Sondern eienen, dessen Auflösungsvermögen und Kontrastübertragungsvermögen
ausreichend hoch ist damit man auf den Planeten viel Detail sieht.
Also mindestens einen 6" Apo, besser einen 7" der dann ziemlich genau
so viel zeigen kann wie mein 8"f/6 ATM Dobson, das dann aber
wegen motorischer Nachführung bequemer.

Sowohl Auslösungsvermögen als auch Kontrastübertragungsvermögen
sind nun einmal an die Öffnung gekoppelt, siehe dazu auch das
folgende Diagramm und Beitrag von Vladimir Sacek:

http://www.cloudynights.com/ubbthreads/attachments/3267251-os.png

http://www.cloudynights.com/ubbthre...3267251/page/0/view/collapsed/sb/5/o/all/vc/1

Oder schaul mal nach Beiträgen von urt Schreckling beim Astrotreff.

Also letztes:
(D)ein Newton bringt nur dann die volle Leistung wenn er gut justiert ist.
Gute Justage ist das A+O. Wichtiger als ein paar Strehlpunkte
beim Hauptspiegel ist die saubere Justage des Newtons.
Wenn dein Newton dejustiert ist kannst du dir teure Okulare sparen.

War das jetzt deutlich genaug?

Kürzlich beobachtete ich mit zusammen einem befreundeten Sternfreund.
Sein 12" Newton war leider dejustiert. Nicht einmal so heftig,
aber ausreichend stark daß mein 8" Newton am fächigen, schwach-
kontrastigen Objekt (Planet genannt) etwas mehr zeigen konnte.

Zur Justage am folgenden Tag benutzte ich zwei erstkklassige
Justierhilfen:

A) das Konzenter Okular:
http://www.spheretec.de/10047.php

B) den 2" Geobel Justierlaser:
http://www.katrin-goebel.de/laser/laser/index.html

Das Tool unter A ist dazu da den Fangspiegel genau unter dem
Okularauszug zu positionieren. Dieser Schritt wird meist etwas
vernachlässigt, mit der Folge daß die Justage nicht optimal ausfällt.

Der Justierlaser mit 2" Steckanschluß hat einen 2 Vorteile:
1) die Projektionsfläche ist größer (spielt nur dann eine Rolle
wenn der Newton stark dejustiert ist)
2) da er in die 2" Aufnahme gesteckt wird fällt die 2" auf
1,25" Reduzierung als zusätzliche Wackelmöglichkeit weg.

Daß der Laser als solcher selbst justiert ist kann man leider
auch nicht vorraussetzen, wie ich am Beispiel eines dejustierten
Billiglasers feststellen mußte. Damit war eine Justage dann
gar nicht möglich.

Zu deiner Liste der preiswerten Fernostdobsons:
Ich habe jetzt nicht die Agebote verglichen. Aber ein Wort zur Warnung:
Du solltest nicht erwarten, daß diese Teleskope das theoretische Maximum
welches für einen 8" Newton möglich wäre, erreichen.
Preisbezogen stellen sie aber einen hervorragenden Einstieg dar.

CS,Karsten
 
Hallo Karsten,

danke für die netten Worte!

Ich habe keines der von Dir genannten Probleme mit meinem Bino und GWK..........wenn Du mit einem Bino nichts anfangen kannst, ist das ein persönliches Problem. Einen Farblängsfehler gibt es bei meiner Kombi definitiv nicht, die Bilder sind bei allen Vergrößerungen reinweis und scharf, die Korrektur leidet in keiner Weise.......ich schrieb, dass es einen fast 3 D Anblick gibt, bitte genau zitieren! Bino is best!

Aber jedem seine Meinung...........

Grüße

Martin
 
Nabend,

also Bino ist so eine Sache für sich. Die einen schwören drauf, die anderen zucken mit den Schultern und können nichts damit anfangen. Deswegen sollte man m.M. nach sowas unbedingt vorher ausprobieren, denn durch Worte kann man sowas (persönliches empfinden) nicht vermitteln.

Wenn wirklich nur Planetenbeobachtung ansteht, kann man sich durch geschickte Okularwahl eine Menge Geld sparen, denn meist bezahlt man nur ein grösseres scheinbares Gesichtsfeld. Viele Planetenbeobachter favorisieren orthoskopische Okulare. Diese sind sehr einfach aufgebaut und führen deshalb wenig Glas in den Strahlengang. So kommt bei guten Okularen mehr Licht mit weniger zuaddierten Fehlern (weil weniger Linsen) zum Auge.
Diese stehen dann aber leider konträr zur Dobson-Philosophie (schreibt sich das so nach der ganz neuen Deutsch?). Dein Auge überstreicht im orthoskopischen Okular (kurz Ortho) von "links" nach "rechts" einen Winkel von ca. 40Grad. In Weitwinkelokularen evtl. 80Grad. Im nicht nachgeführten Dosbon hättest du als die doppelte Zeit zur Beobachtung gegenüber dem Ortho. Nur sind die WW auch am Bildfeldrand meist nicht so dolle.
Neu auf dem Markt sind die Skywatcher Dobsons mit automatischer Nachführung (Flex-Tube Auto). Leider gibt es noch nicht soviel Erfahrung damit, ist aber evtl. überdenkenswert. Die Qualität sollte guter Standart sein.


CS

Michael
 
Hallo Alexander, Klaus, Martin, Karsten und Michael :)

auch Euch nochmals herzlichen Dank für Eure Hilfe!

@Alexander, ja ich beobachte ab jetzt auch das Gebraucht-Forum. Ich bin eigentlich jemand von der Gattung "lieber neu, da weiß man was man hat". Aber ob dies bei Fernost-Ware zutrifft, kann ich noch nicht beurteilen :)

@Klaus,
danke für Deine ausführliche Beschreibung. Die Faustregel kannte ich noch nicht. Wäre auch zu einfach gewesen, wenn nur die Brennweite des Teleskops die max. Vergrößerung bestimmt :)
Die von Dir vorgeschlagene Okular-Abstufung klingt einleuchtend, und ich werde dann wohl erstmal auf ein 4er, vielleicht sogar 5er verzichten. Mal sehen.
Wegen kompakterer Bauweise und ggf. einfacherem Transport hätte ich dann doch eher an das 5" Mak gedacht, aber mittlerweile denk ich mir: ich bring auch den Dobson locker in den Kombi, wenn ich mal für ne Woche zu meinen Eltern aufs Land fahr.

Pyrex und Bino vergess ich erstmal wieder, ist befürcht ich eh nicht im Budget.
Außerdem kann ich die Unterschiede eh noch nicht bewerten, aber ich werd versuchen direkt an anderen Teleskopen vergleichen zu können.

Den Kompromiss "selber schubsen" werd ich erstmal eingehen. Schadet nicht, wenn ich ein Gespür dafür bekomm. Beizeiten werd ich mir aber mal so einen Flex-Tube Auto ansehen, aber momentan sprengt hier das Teleskop allein mit 700 Euro mein Budget.

@Karsten,
ja die lieben "Floater" bzw. "Muches volantes"... ich kenn sie auch schon... naja aber da bleibt nur "ignorieren" und "ausblenden" wie meine Augenärztin mal meinte...

So, nach Euren Kommentaren und weiterem Suchen, bin ich mittlerweile bei folgendem Plan:

C) Intercon Spacetec Galaxy D8-K-CRF für rund 300 Euro
- Super-Plössl 10mm
- Super-Plössl 25mm
- 8*50 Sucher oder Leuchtpunktsucher?
- Spiegel-Träger aus BK7
- Mondfilter
- Justierokular
- Spiegel-Lüfter (hat das SKD8 auch?)
- Zentralmarkierung Spiegel (hat das SKD8 auch?)
Einschätzung: Bisschen mehr Equip als A bei gleichem Preis
Dazu kaufen:
- 32mm Erfle TSWA für 70 Euro
- 9mm HR Planetary für 60 Euro
- 7mm HR Planetary für 60 Euro
- 6mm HR Planetary für 60 Euro
Gesamt: 550 Euro

Noch zwei Fragen zu den Okularen...

Kann ein TeleVue Plössl für 20 Euro mehr viel mehr als ein HR Planetary bei hohen Vergrößerungen?

Beim Preisvergleichen bin ich über ein Zoom-Okular gestolpert, bei dem der PReis sehr niedrig erscheint im Vergleich zu einem Hyperion Zoom 8-24 (180 Euro):
- TSZ7 7mm bis 21mm Zoom Deluxe
Hat jemand Erfahrung mit dem Ding? Warum ist das so billig?

Vielen Dank an EUch alle!

CS
Andi





 
Hallo Andi,
ein Televue Plössl ist ein sehr gutes Plössl, aber eben ein Plössl. Abgesehen davon, daß es sie nur bis zu 8mm runter gibt, haben sie einen Augenabstand von etwa 2/3 der Brennweite.
Siehe hier: http://www.televue.com/engine/page.asp?ID=144

Was bedeutet für Dich mehr können?
Wenn Du damit mehr Kontrast und Schärfe auf der Achse meinst - ja.
Wenn Du an weniger Streulicht und Geisterbilder denkst - ja.
Wenn Du an Gesichtsfeldgröße und Randabbildung denkst - nein.
Wenn Du an Augenabstand und verstellbare Augenmuschel denkst - nein.

Zu dem TS-Zoom: weil es irgendwo in Fernost so billig vom Band fällt? Na im Ernst - es hat einen Tunnelblick und nicht grad die besten Transmissionswerte. Für Planetenbeobachtung, wo es aber auf das letzte Quentchen Transmission, Schärfe, Farbtreue und Kontrast ankommt, gibt es besseres.

Es muss sicher nicht immer das teuerste sein, aber dabei fällt mir eine alte Werbung aus einem Teppichmarkt ein, die ich mal sah: "Wenn ein Scheuerlappen EUR 2,- kostet, was erwarten sie dann von einem Teppich für EUR 5,- pro qm?"
 
Hallo Andi,

ich kann dir einiges prophezeien.
In der Stadt wirst du Probleme mit den Luftturbulenzen bekommen. Aus dem Fenster mit hohen Vergrösserungen beobachten, kann man nicht ernst nehmen. Dann vom Balkon (oder Terasse, oder Asphalt): tagsüber im Sommer heizt sich der Boden auf, in der Nachtkühle entstehen dann die Turbulenzen. Entscheidend sind die ersten 2m und die ersten 20m über dem Boden. Dann kann die Luft bei 120-fach schon wabern, das Bild verschwimmt.
Man kann dem entkommen, wenn man auf die Wiese geht, im Garten oder öffentlichen Park. Schaut man über die geheizten Häuser und die Schornsteine mit den Abgasen, gibt es wieder Probleme.

Also raus ins Freie. Sei froh, wenn du bei 150-fach ein gutes Bild bekommst. Das wäre bei dir ein 8mm Okular. Da gibt es für den Anfang schon viel zu sehen. Gib kein unnötiges Geld aus. Ab 200-fach kommen einige Tücken des Objekts ins Spiel, die man unter dem Stichwort "Tuning" beseitigen kann. Das braucht dich aber für den Anfang nicht zu interessieren.

Also wäre zunächst ein einziges Okular (8mm oder 9mm) ausreichend. Nach ein oder zwei Jahren wird es dir nicht genügen. Aber dann kannst du es mit einem gewissen Wertverlust verkaufen. Es bleibt dann innerhalb der "Gemeinschaft". Auch das ist "nachhaltig".

Aber wenn du einmal im Freien bist, dann wirst du mit dem 32mm 2" schöne Beobachtungen machen. Du wirst dich vielleicht schneller für DeepSky interessieren, als du denkst. Dann ist eine Orientierung wichtig. Schau nach, was du unter dem Marken-Namen "Rigel" (auch "Telrad") findest. Das wäre dann die wichtigere Investition.

Das ist meine Meinung.
Mit Grüssen, Joachim

 
Hallo Ralf, hallo Joachim,

danke für Eure Kommentare!

Ralf,
vor deinem Post bedeutete für mich "kann mehr" einfach "generell besser". Aber dank deinem Post, werde ich in Zukunft ein bisschen genauer fragen. Ich denk es dauert noch ein Weilchen bis ich weiß auf was es wo genau ankommt :)

Joachim,
das mit den Turbulenzen hab ich bis jetz auch noch nicht so bedacht. Ich dachte immer nur die Lichtverschmutzung sei das Hauptproblem in der Stadt und bei Planeten nicht so tragisch. Bin zwar schon am Stadtrand, aber ggf. muss ich mir halt irgendwo weiter draußen ein Plätzchen suchen.

Über Deinen Rat bzgl. der Okulare werde ich gründlich nachdenken. Vielleicht lass ich wirklich noch ne große Vergrößerung weg und hol mir noch nen Rigel dazu.

Erstmal weiterlesen und grübeln...

Vielen Dank nochmal Leute!

CS
Andi
 
Hallo Michael,

einige Punkte würde ich auch zu deinem Posting gerne anmerken.

Viele Planetenbeobachter favorisieren orthoskopische Okulare. Diese sind sehr einfach aufgebaut und führen deshalb wenig Glas in den Strahlengang. So kommt bei guten Okularen mehr Licht mit weniger zuaddierten Fehlern (weil weniger Linsen) zum Auge.

Die Philosophie (so werde ich das schreiben bis ich ins Gras beiße)
die dahinter steht ist:
Mehr Glas-Luft-Flächen bedeuten mehr sich summierende Oberflächenfehler.
Jede Oberfläche hat kleine Imperfektionen und diese führen zu
kleinen Wellenfrontdeformationen, die sich aufsummieren und
bei vielen Oberflächen dann den Kontrast im Okular signifikant
vermindern können.
Insofern sind Okulare welche wenig Glas-luft-Flächen haben
wie etwa Monozentrische (3 Linsen, 2 Außenflächen, 30° Feld),
Kellner (3 Linsen, 4 Glas-Luft-Flächen, 40 bis 45° Feld),
Ortho nach Abbe (4 Linsen, 4 Glas-Luft-Flächen, 40 bis 42° Feld),
Plössl (4 Linsen, 4 Glas-Luft-Flächen, 50° Feld) den viellinsigen
Okularen theoretisch überlegen.

Soweit die Theorie an der natürlich ein wahrer Kern ist.

Die Theorie sagt aber auch, daß ein Okular welches zusammen
mit dem Teleskop Abbildungsfehler auf der Achse zeigt ebenfalls
eine Kontrastminderung verursacht. Und genau da liegt das Problem
für die weniglinsigen Okulare. Sie können immer nur einige der
Abbildungsfehler korrigieren, auch wenn das Feld nur klein ist.
Sie funktionieren sehr gut an lichtschwachen Teleskopen mit
Öffnungsverhältnissen von f/10 oder gar f/15 oder f/20.

Aber an f/5 leiden viele Weniglinser an sphärischer Aberration.
Sie bekommen das nach dem Brennpunkt des Teleskopes schnell
auseinanderstrebende Strahlenbündel nicht mehr vollständig
unter Kontrolle.
Wenn aber ein Okular zusammen mit dem Teleskop auf der optischen Achse
in größerem Maße sphärische Aberration aufweist, dann ist dessen
Kontrastübertagungsvermögen ebenfalls vermindert.

An der Stelle kann es sivoll sein eine oder zwei weitere Linsen
einzusetzen um dieses Problem zu beseitigen.

Dabei werden die zusätzlichen Linsen vor dem Teleskopbrennpunkt
angeordnet. Sie verlängern dabei die Teleskopbrennweite, "entspannen"
das achsiale Strahlenbündel. So kann das eigentliche Okular
besser arbeiten.
Die zusätzlichen Linsen führen auch zu besserer off-axis Abbildung.
Off-axis leiden die weniglinsigen Okulare an lichtstarken Optiken
an heftigem Astigmatismus. Okulare mit eingebauter "Smyth-Group",
einer barlow-ähnlichen Negativgruppe, können selbst an sehr
lichtstarken Optikenn wie f/5 oder gar f/4 noch ohne off-axis
Astigmatismus abbilden.
Das gleiche kann man erreichen, indem man eine Barlowlinse
zwischen dem lichtstarken Teleskop und dem weniglinsigen Okular
platziert.

Völig Ideal wäre es wenn man das Okular zusammen mit dem Telekop
entwerfen würde. Dann könnte man die Kombination bestmöglich auskorrigieren.

Aus der Praxis kann ich folgndes berichten. Siehe dort:

http://www.svenwienstein.de/HTML/barlow-test.html

Bei diesem Vergleich habe ich einen 8"f/6 Newton sowie einen
4"f/8 Apo verwendet, Sven hat darüber hinaus noch einen f/4 Newton
eingesetzt. Kurt gefaßt war der Unterschied zwischen hochwertigen
Okularen und mittelmäßigen Okularen viel größer als der Unterschied
zwischen 2 Glas-Luft-Flächen und 6 Glas-Luft-Flächen, der im
Vergleich eines TMB Mono gegen ein Pentax XO minimalst war.

Aus nuerer Teit kann ich berichten, daß ein Vergleich zwischen
einem 6mm Vixen Ortho mit einem 18mm University Optics Ortho
+ 2,8x Klee Barlow sowohl am Mond als auch am Stern mit einem
deutlichen Vorteil der Ortho-Barlow Kombi ausgegangen ist.
Teleskop war mein 200/1200mm Newton.

Am Stern:
Das Ortho zeigte an der zenitnahen Wega im Sterntest eine Andeutung
von sphärischer Aberration.
Ließ ich Wega zum Bildfeldrand wandern, dann verformte sich der Stern schon weit vor der Feldblende.
Die Art der Verformung deutet auf Astigmatismus zusammen mit
Bildfeldwölbung hin, erkannbar an der der parallel zum Bildrand
strichförmigen Sternabbildung, darüber hinaus war auch die Koma
des Newtons noch beteiligt, was den Asti-Strich zu einer "Schwalbe"
werden ließ.

Beim 18mm Ortho + Klee Barlow konnte ich den Stern zum Bildrand
wandern lassen, ohne daß sich eine nenenswerte Verformung des
Sterns gezeigt hat. Im Gegenteil, der Stern bliebt rund bis er
die Feldblende erreicht hatte. Auch kam es zu keiner Zerlegung
des Sternes in die Farben, die in vielen Okularen dann radial
nebeneinander zu liegen kommen.

Am Mond konte ich mit beiden Okularen am Krater Kopernikus
viele treppenförmige Abstufungen in der Kraterwand erkennen,
die mutmaßlich durch Hangabrutschungen entstanden sind.
Am Übergang der Kraterwand zum Kraterboden befinden sich im
südlichen Teil des Kraters hügelige Strukturen. Dies waren bei
mittlerem Seeing im 6mm schwach erkennbar, im 18mm + 2,8x Barlow
dagegen deutlich kontrastreicher zu beobachten.
Dazu muß man noch wissen, daß die Klee Barlow 3 Linsen in 3 Gruppen,
also 6 Glas-Luft-Flächen hat. Ich habe da mit 10 Glas-Luft-Flächen
gegenüber 4 Glas-Luft-Flächen im 6mm Ortho beobachtet und trotzdem
das kontrastreichere Bild gehabt.

Ein weiteres Beispiel welches aber nicht so leicht erkennbar ist
weil die Gesichtsfelder der Okulare so unterschiedlich groß sind:
Ein 5,2mm Pentax XL gegen ein 5mm Kasai Ortho (conical top,
mit der MgF² Standartvergütung).
Das XL gab mir die kontrastreicheren Ansichten von Jupiter.
Es hat wenn ich mich recht erinnere 7 Linsen in 5 Grupen,
also 10 Glas-Luft-Flächen.

Und auch bei Okularen mit der selben Linsenanordnung findet man
zum Teil deutliche Unterschiede im Kontrast der Abbildung.
Etwa Zeiss oder Pentax Orthos japanjsche Mittelklasse-Orthos.

Meine Ansicht nach sind flgende Punkte bei Okularen wichtiger
als die reine Anzahl der Linsen:
1) Tpqualität
2) für das Öffnungsverhältnis geeignet
3) für den Teleskoptyp geeignet

MfG,Karsten
 
Hallo Joachim,

deinen Ratschläge ins Grüne zu fahren kann ich nur beipflichten.
Alle guten Planetenbeobachtungen habe ich bislang auf der grünen
Wiese oder zumindest einer Wiese in einem 200 Seelen Dorf gehabt.
Nicht ein einziges Mal aus der Kleinstadt heraus. Dort ist meist
schon bei 200x Schluß, auf der Wiese im Flachland geht nicht selten
250 bis 300x gut mit dem 200/1200mm Newton.

Aufgeheißte Dachflächen, Straßen, Betonböden heizen die Luft
über sich noch lange und verursachen so Turbulenzen.

Eine grüne Wiese heißt sich niemals so stark auf, das verhindern
die darauf wachsenden grünen Pflanzen mit Hilfe der Verdunstungskälte.

Gruß, Karsten
 
Hallo Karsten,

zu den Okularen hast du wieder einmal den ultimativen Kommentar abgegeben.

>>Völig Ideal wäre es wenn man das Okular zusammen mit dem Telekop
>>entwerfen würde. Dann könnte man die Kombination bestmöglich auskorrigieren.

Irre ich mich da, oder sind die Serien TeleVue Panoptic und andere nicht auf die Newtons f/5 zugeschnitten? Ich dachte, dass diese Serie (auch die Vixen LVW) deshalb so beliebt und erfolgreich ist.

Ich bin in diesen Fragen nur ein Grob-Empiriker. Und ich bin ein Fan der f/8 Newtons (und anderer Scopes ab f/10). Schliesslich geht alles andere wegen der Okulare ans Geld.

Da Andi noch nicht genau weiss, wohin die Reise geht, sehe ich mich bestätigt: Für den Anfang nicht unnötig Geld ausgeben! Eine feine Abstufung von 60-Euro Okularen ist nur ein Kinderspiel und kostet doch Geld. Lieber erst mal Erfahrungen sammeln im Bereich 150-fach und sich mit wechselnden Sichtbedingungen auseinander setzen.

Mit Grüssen,
Joachim
 
Hallo Joachim,

vielen Dank für deine freundlichen Worte.

>>Völig Ideal wäre es wenn man das Okular zusammen mit dem Telekop
>>entwerfen würde. Dann könnte man die Kombination bestmöglich auskorrigieren.

Irre ich mich da, oder sind die Serien TeleVue Panoptic und andere nicht auf die Newtons f/5 zugeschnitten? Ich dachte, dass diese Serie (auch die Vixen LVW) deshalb so beliebt und erfolgreich ist.

soweit ich weis sind beide Okularserien nicht auf Newtons zugeschnitten.
Sie sind beide für lichtstarke Teleskope geeignet, denn diese Okulare
reagieren nicht mit Astigmatismus auf die stumpfen off-axis Lichtbündel
von lichtstarken Teleskopen. Die Panoptiks habe ich in den Brennweiten
von 35mm, 27mm, 22mm und 15mm ausführlicher ausprobieren können
und ich würde sagen, daß sie bis zu f/5 recht gut abbilden.
Die LVW habe ich in 22m, 17mm, 13mm, 8mm, 5mm und 3,5mm
ausprobieren können und ich würde sagen daß diese sogar noch
an f/4 Teleskopen gut abbilden.
Das ist besonders für da 22mm eine enorm gute Leistung.
An f/4 gibt es ansonsten nur die Nagler und jetzt wohl auch
noch die Ethos.

All diese Okulare sind nicht speziell für lichtstarke Newtons entworfen.
Wären sie es, dann würden sie an lichtstarken nicht-Newtons,
also etwa an Apochromaten, schlechter abbilden.

Der Newton hat die off-axis Koma als Abbildungsfehler.
In der Mitte des Bildfeldes ist ein sehr guter Parabolspiegel perfekt.
Aber Abseits der Mitte hat er den Abbildungsfehler Koma.
Online habe ich dazu diese Seitze gefunden:

http://www.telescope-optics.net/coma.htm

Siehe besonders diese Graphik:

http://www.telescope-optics.net/images/11d.PNG

Unten (blau) siehst du die Komafigur wie sie nach einer Strahlen-
durchstßrechnung mit einem Optikprogramm aussieht.
Oben (weiß) siehst du wie die Komafigur aussieht wenn man sie
am Teleskop bei erstklasiger Luftruhe und sehr hoher Vergrößerung
sehen würde. Die Beugung des Lichtes führt zu dieser Veränderung.

Ein lichtstarker Apochromat hat keine off-axis Koma (zumindest sollte
er keine haben).

Es gibt für Newtons die Komakorrektoren. Sie werden in den
Okularauszug eingesetzt. Im Idealfall und bei richtigem Abstand
zur Brennebene korrigieren sie die off-axis Koma des Parabolspiegels.
Dahinter kommt dann das Okular welches nun keine Koma mehr vorfindet
und "nur" noch mit dem schwierigen nach dem Brennpunkt schnell
wieder auseinanderstrebenden Strahlenbündel des lichtstarken Spiegels
kämpfen muß ohne dabei mit Astigmatismus zu reagieren.

Würde man nun hergehen und den Komakorrektor beim komafreien
Apochromaten einsetzen, dann würde der Komakorrektor dort
inverse Koma hervorrufen.
Also in etwa die gleiche Form, aber der Komaschweif würde nicht
zum Bildrand hinweisen, sondern zur Mitte des Bildfeldes.

Wenn man nun ein Okular verwenden würde welches eine eingebaute
Komakorrektur für einen Newton hat wie das von H.Klee entworfene
"Pretoria Okular", (siehe dazu:
Herbert Gross, Fritz Blechinger, Bertram Achtner
Handbook of Optical Systems, Survey of Optical Instruments,
Volume 4 , Seite 133 und folgende)
dann würde dieses Okular an Newtons die Koma korrigieren,
aber an lichtstarken nicht-Newtons sichtbar Koma mit
umgekehrtem
Vorzeichen einführen. Die Anwendung wäre deshalb auf Newtons
und lichtschwache nicht-Newtons (sagen wir f/10 und langsamer) beschränkt.

Und ich bin ein Fan der f/8 Newtons (und anderer Scopes ab f/10). Schliesslich geht alles andere wegen der Okulare ans Geld.

Ich mag die etwas lichtschwächeren Exemplare auch mehr als die
sehr lichtstarken. Problem ist nur die Körperhöhe.
Meinen 8"f/6 bekomme ich quer auf die Rückbank meines Kleinwagens.
Bei einem 12"f/6 brauche ich im Zenit schon eine Bierkiste als Tritt.
Und bei größerer Öffnung muß ich dann schnell auf die Leiter.

Es gibt auch an lichtstarken Newtons Lösungen:
1) Komakorrktor (verschiedene Hersteller)
2) komakorrigierende Barlows (ich kenne da nur die Klee Barlows)

Hinter einer solchen Barlow funktionieren auch einfache Okulare gut.
Es bleibt dann "nur" das Problem beim Übersichtsokular.

MfG,Karsten

P.S:
Ich habe im Treffpunktboard gesehen, daß Harrie Rutten einen Vortrag
über okularseitiges Zubehör in Stuttgart halten wird:

http://forum.astronomie.de/phpapps/ubbthreads/ubbthreads.php/posts/645476

Er ist ein Fachmnn und kann die Zusammenhänge zwischen Teleskop
und Okular viel besser erklären als ich als interessierter Laie
das hier kann.
 
Hallo Karsten,

Grundlage meiner Empfehlung ist die Tatsache, dass ein Newton auf und knapp neben der Achse sehr gut abbilden kann. Die geringe Fläche des Planeten sollte dort gut aufgehoben sein. Natürlich nur soweit kein Ausreisser in der Kette vom Objekt bis zum Auge das Bild zunichte macht. Als Wiedereinsteiger sind verschiedene meiner Erfahrungen nicht mehr up to date. A-B-Vergleiche wie du (und viele andere) sie gemacht haben, bringen da Licht in den Linseneintopf ;-)
Tjo unter der Prämisse Gesichtsfeld sieht es mit den Okularen natürlich wieder anders aus. Das hast du gewohnt umfänglich beschrieben und wird hoffentlich von vielen gelesen.
Eine klitzekleine Anmerkung sei mir aber erlaubt. Auf der Televue Seite ist die Klee Barlow nicht mehr gelistet und Besitzer werden kaum ein solches Stück (deshalb) veräussern wollen. Ist also m.M. nach nicht erhältlich. Neulich habe ich aber wo aufgeschnappt, dass die Powermate nicht ganz, aber ähnliche Eigenschaften haben soll. Kannst du (oder jemand anderes) dazu etwas sagen?
Ja und wegen der "Schwierigkeit" Okular habe ich mich nun gegen ein f/4,8 Newton und für einen 6,4er trotz 1,6m Brennweite entschieden.

Nebenbei ist mir nach lesen dieses Threads durch den Sinn gegangen, ob es denn nicht möglich ist, Okular(fehl)abbildungen "einfach" zu fotografieren (nein ich schreibe jetzt nicht photographieren *g*) und so den Sachverhalt ganz einfach zu zeigen? Offensichtlich gibt es da aber wohl einen Hasenfuss, sonst wären doch bestimmt schon solche Bilder aufgetaucht.

Nochn Tip zum Threadstarter Andi.

Zum Auffinden eines geeigneten Beobachtunsgplatzes hat mir Google Earth gute Dienste geleistet. Aus der Perspektive sieht man Plätze, an die man evtl. so garnicht dachte und du bekommst nebenbei noch die Koordinaten des Platzes angezeigt; Stichwort Astrosoftware.

CS

Michael

Auch PS: Harry Rutten in Stuttgart zu hören wird bestimmt ein tolle Sache. Sicherlich werden dort einige Forumianer anzutreffen sein.
 
Hallo Michael,

Auf der Televue Seite ist die Klee Barlow nicht mehr gelistet

die Klee Barlow war da auch nicht gelistet. Es gibt sie bei
University Optics:

www.universityoptics.com/barlows.html#2.8_Klee_Barlow

Neulich habe ich aber wo aufgeschnappt, dass die Powermate nicht ganz, aber ähnliche Eigenschaften haben soll.

Das kann ich aus eigener anscauung nur verneinen.
Die Powermate ist keine Barlow sondern ein telezentrisches System.
Siehe dazu diese Televue Seite:

www.televue.com/engine/page.asp?ID=42

Die Powermate komponsiert keine off-axis Koma. Wie schon gehabt:
Würde sie das tun dann würde sie Koma an komafreien Teleskopen
wie etwa einem Televue NP 101 einführen. Das wäre nicht im Sinne
von Mr. Nagler.

Die Powermate hat einen gravierenden Vorteil gegenüber einer
"normalen Barlow":
Zitat von Televue:
Telecentric operation (field rays leave parallel to optical axis, unlike Barlow lenses which diverge rays).
Während bei einer Barlow die Strahlenbündel eines off-axis
stehenden Sternes auswärts abgebogen werden kommen sie nach
der Powemate so zum Okular wie bei einem entsprechend länger-
brennweitigen Teleskop. Dies hat den Vorteil:
Zitat von Televue:
The diverging rays leaving the Barlow result in moving the exit pupil further out, thereby extending the eye relief. In short to medium focal length eyepieces the change is not noticeable. However, in the case of long focal length eyepieces, the increase can be significant and not without performance consequences.

Der Augenabstand der Okulare bleibt erhalten. Man kann an einer
Powermate sogar ein 32mm Plössl verwenden, was bei einer 2,8x
Klee Barlow gar nicht funktioniert.
Die 2,8x Klee empfehle ich ab etwa 15mm Plössl, RKE oder Orthos,
mit etwas Kompromißbereitschaft in Punkto Augenabstand auch noch
mit einem 18mm Ortho.

Die 2,2x Klee Barlow ist da wesentlich entspannter (länger und
gleichzeitig schwächerer Barlowfaktor), aber man muß da leider
noch eine Fläche nachschwärzen wenn man sie am Mond einsetzen
will, weil sie sonst zu viel Streulicht zeigt.
Die 2,8x Klee ist dagegen geradezu vorbildlich gegen Streulicht
verblendet.

Ja und wegen der "Schwierigkeit" Okular habe ich mich nun gegen ein f/4,8 Newton und für einen 6,4er trotz 1,6m Brennweite entschieden.

Bei gegebener Öffnung ist das längste was du sinnvoll einsetzen
kannst immer vorzuziehen. Am Newton sind die off-axis Abbildungs-
fehler geringer, am Refraktor der Farbfehler und der off-axis
Astigmatismus.

Nebenbei ist mir nach lesen dieses Threads durch den Sinn gegangen, ob es denn nicht möglich ist, Okular(fehl)abbildungen "einfach" zu fotografieren (nein ich schreibe jetzt nicht photographieren *g*) und so den Sachverhalt ganz einfach zu zeigen?

Man könnte die gesehene Abbildung zeichnen.

CS,Karsten
 
Hi Leute,

der Tip mit dem Google Earth ist vielleicht nicht schlecht.
Gibt es ggf. auch Satelliten-Bilder die in der Nacht aufgenommen wurden? Wenn ja würde man schön sehen, wo es nicht so viel Licht gibt...

Danke nochmal an alle.

CS
Andi
 
Hallo Andi,

habe deine Frage erst jetzt gesehen......

wie man sieht, hast Du ja schon eine ganze Reihe sehr umfassender Antworten bekommen, die alle richtig sind, aber auch die Problematik des Ganzen aufzeigen:

Es gibt keine optimale und gleichzeitig nachhaltige Lösung für Anfänger, die auch noch billig ist!

Gründe:

- du bist nach eigener Aussage Anfänger, was die praktische Beobachtung anbetrifft. Es zeigt die astronomische Lebens-Erfahrung, dass sich die Interessengebiete mit zunehmender praktischer Erfahrung wandeln (können).
- deine aktuellen Schwerpunkte erfordern entweder starke Kompromisse (Planeten UND deep sky) oder sie sind nicht nachhaltig (es gibt immer Spezialgeräte, die für den Einzelfall besser sind als jedes Kompromissgerät...)
- deine finanziellen Mittel sind - zumindest wenn es um Nachhaltigkeit geht - begrenzt und zumindest in erster Näherung gilt auch in der Amateurastronomie:
1) Qualität kostet
2) Pareto Prinzip: für die letzten 20% Qualität muss man 80% des Aufwandes spendieren.... (sinngemäß)

Fazit:
bevor du wirklich weißt (und nicht nur vermutest..) was deinen (sich noch mit der Erfahrung sicher entwickelnden) Interessen Schwerpunkte wirklich sind, solltest du Schritt für Schritt vorgehen und vor allem praktische Erfahrung - möglichst unter Anleitung - sammeln

Also:

Planeten: ein Refraktor der 80mm Klasse mit mindestens 1:12 scheint mir ideal. Gute Bildqualität, kein Justieraufwand, man braucht keine teuren (wenn gute....) Weitwinkel-Okulare
...und - man kann ihn wenn man will später mal prima als Leitrohr nutzen

Deep sky aus der Stadt: ich zeige Anfängern nur M31, M42 und M45, Anfänger sehen nämlich sonst nix und aus der Stadt heraus ist das alles andere als lustig (außer man treibt wieder richtig Aufwand mit Filtern usw. Nix für Anfänger..)

Dringender Rat:

Besuch mal die Volkssternwarte Würzburg. Die haben alles, was hier schon vorgeschlagen wurde: Dobson, Refraktor (75mm) Schmidt-cassegrain usw. Das was DIR am meisten dort Spaß macht solltest du in die engere Wahl ziehen und dich dann spezifisch beraten lassen.

Nicht falsch verstehen, die Kollegen hier haben schon Unmengen an Erfahrungen vorgestellt, die alle nützlich und richtig sind, aber bevor man sich sinnvoll über die Zahl der Luft-Glas-Übergänge in verschiedenen Okulartypen unterhält, sollte man doch etwas mehr praktische Erfahrungen haben.....

Viel Spaß in der Astronomie!

Gruß
Heinrich
 
Hallo Heinrich,

auch Dir herzlichen Dank für Deinen Rat!

Ich werde demnächst wirklich mal zur Sternwarte WÜ gehen.

Danke & CS,
Andi
 
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