200-800% Aufpreis zuzüglich zur Marge

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edlin

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Hallo :)

Ich reise derzeit viel und bin momentan in Australien angekommen. Zwischenzeitlich vermisse ich meinen Refraktor und so durchforstete ich zunächst die Händler in den USA und Kanada.

Dabei ist mir aufgefallen, dass wir in Deutschland das 2-8fache zahlen für die gleichen Produkte zahlen. Gleichzeitig bestehen Exportverbote (Protektionismus) für scheinbar alle Produkte in den USA. In Kanada wird der Export durch außerordentlich hohe Versandkosten eingedämmt.

Wir alle wissen, dass die US-Amis einen unglaublichen Schuldenberg angehäuft haben. Unter anderem auch deshalb, da bei weitem mehr importiert als exportiert wird. Obama war mutig genug das zumindest einmal zu erwähnen. Die USA sollten es Deutschland nachmachen - dem Exportweltmeister.

Lobby-interessen und Gewinnmaximierung hin oder her - kriegen unsere deutschen Astrohändler erheblich schlechtere Preise von den Herstellern oder sind unsere deutschen Astrohändler die meiste Zeit auf einer Aprés-Ski Party in Dubai?

200%-800% sind schon happig und wohl kaum durch höhere Steuern. Selbst deutsche Produkte sind erheblich günstiger.


Ich habe bislang meine Kaufentscheidung mehr am Geschäft als nur am Preis orientiert. Okay, diesmal war es auch die Lieferzeit. ;) Und das obwohl ich als Student auf jeden Euro achten muss. Doch wenn einjeder auf dem Mittelstand rumtritt, muss sich nachher niemand wundern, wenn dieser Platt ist.


Was meint ihr zu dem extremen Preisunterschieden?
 
hallo Philipp,

ich finde du übertreibst mit 2-8fach, ein 10"Flexdobs kostet in US 595.- Liste und bei uns dasselbe in Euros, das sind also nicht 2-fach. Nachdem die Amis jetzt keine Kohle haben um zu kaufen, hagelt es aber auch fette Rabatte in US.

Es gibt aber Protektionismus und Gebietsschutz, das wird zum Teil von den Herstellern leider so gehandhabt, entgegen der Warenfreiheit in EU. Die Einkaufspreise für Händler in EU liegen so oft beträchtlich über dem Strassenpreis in US, war hier im Forum schon öfter zu lesen, ich glaube nicht dass da wie du schreibst "200-800% zusätzlich zur Marge" drin ist. Oder kennt jemand nen Astrodealer mit Privathubschrauber? :-)

lg Tommy
 
Hallo Philipp,

bitte nenne doch mal das Beispiel, wo Deiner Meinung nach in Deutschland ein Produkt achtmal so teuer wie in den USA ist. Und aus welcher Quelle kennst Du die Marge der Händler?

Gruß,
Tom
 
Hallo

gut, ich halte die Behauptung von 200-800% Preisaufschlag für unseriös und schlichtweg falsch, richtig ist aber das wir hier in Europa durch welche Vorgänge auch immer um bis zu 50-60% mehr bezahlen als die Amis.
Diesen Preisaufschlag kann hier wirklich niemand abtun, das die Amerikaner kein Geld haben oder zumindest weniger als wir Europäer - auch hier ist die Finanzlage der Haushalte knapp! Und außerdem auch wenn es so wäre das ich mehr Geld hätte sehe ich es nicht ein deswegen teurer kaufen zu müssen.
Gestern habe ich mal gesehen was z.b. die Losmandy Titan in Amiland kostet - da wirst bleich um die Nase! Nicht mal 6000$ incl. Gemini Goto, da bekommst bei uns grade mal eine G11 incl. Gemini - Quelle ist OptCorp!
Lg Martin

 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo Zusammen.

Ich habe vor einigen Wochen eine neue Ausrüstung zusammengestellt. Dabei habe ich lediglich das 10" Dobson Teleskop in Deutschland bestellt. Sämtliches Zubehör habe ich mir aus den USA zukommen lassen. In meinem Fall habe ich so circa 440 Euro gespart gegenüber einem Angebot eines deutschen Händlers, in dem bereits 10% Preisnachlass eingerechnet waren.
200-800 Prozent halte ich auch nach meiner Erfahrung für übertrieben. Bei meiner Auswahl war der größte Unterschied bei etwas über 100%. Dabei handelte es sich um das Antares MER30 Okular, welches in Deutschland für circa 160 Euro, in den USA jedoch für $90 angeboten wird (circa 75€ nach Steuern/Zoll). Speers Waler 13,4mm für circa 80€ gegenüber circa 170€ in Deutschland.
Bei den anderen Produkten lag der zu zahlende Preise (wohlgemerkt nach Steuern) bei circa 50 bis 70 Prozent der deutschen Listenpreise (samt 10% Nachlass).
Bemerkenswert finde ich, dass man sogar auf Herstellerseiten (z.B. direkt bei Lumicon), auch Produkte direkt kaufen kann. So kosten 2" Nebelfilter circa $200, in Deutschland wurden daraus 200€ gemacht.

Was mich eher überrascht hat, waren die direkten Angebote aus den USA, die Waren versandkostenfrei zu schicken und der allgemein gute Service. Ich habe 3 Packete versandkostenfrei erhalten, die Ware war vorzüglich verpackt (hier mal zwei Bilder) und der Service per Mail/Telefon war auch sehr gut - also keine Angst, der günstigere Preis würde schlechteren Service bedeuten.

Ich bin der Meinung, dass diese großen Preisunterschiede nur beiläufig aus dem für uns günstigen Dollar-Euro Wechselkurs stammen. Die amerikanischen Händler haben scheinbar viel günstigere Vertriebsstrukturen. Steuern und Aufwand in den USA, aber auch die schiere Größe der Anbieter in den USA, bietet ihnen sicherlich die Möglichkeit, die Produkte so massiv günstiger anbieten zu können.
Mich würde es mal interessieren, ob deutsche Händler nicht nur wegen geringerer Bestellmenge mehr Geld für die Waren beim Hersteller zahlen müssen, sondern auch, da die höheren Preise in Deutschland bekannt sind und die Hersteller selbst mehr vom Kuchen abhaben möchten.
Sogar Artikel von deutschen Firmen, wie Baader OIII-Filter oder anderes, werden in den USA günstig angeboten.
Bei dem Händler, bei dem ich gekauft habe, gab es jedoch eine Exportbeschränlung folgender Marken: Zeiss, Pentax, Takahashi, Celestron.
Nun gut, meine Dinge kamen von Lumicon, Thousand Oaks und Antares.
 
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PS: Mich hat es viel mehr verwundert, dass Hinweise auf günstigere Bezugsquellen aus den USA im Forum eher zweifelhaft beäugt werden. Im Astrotreff habe ich sogar deshalb echte Ablehnung gespührt. Immer wieder kamen Fragen auf, ob denn die Berechnungsgrundlagen zu Steuer/Zoll korrekt wären undsoweiter. Insgesamt war meiner Meinung nach eher eine skeptische Haltung mit vielen Vorbehalten zu spühren.

Aus der Entscheidungslehre kann ich mir das nur so erklären, dass diejenigen, die bereits ihre Waren in Deutschland zu höheren Preisen gekauft haben und mit der Ware zufrieden sind, Dissonanzen über ihre Entscheidung abbauen wollen. Ich möchte mich nicht zu weit aus dem Fenster lehnen, aber in einigen Mails die ich von Forenteilnehmern geschickt bekam, waren die in der Entscheidungslehre klassischen Phänomene wie selektive Wahrnehmung, home bias (also das Gefühl des höheren Vertrauens bei Einheimischen Händlern) lehrbuchgültig zu erkennen. Ich kenne diese Phänomene aus dem Wertpapierhandel, wo ein Marktteilnehmer auch nach der Erkenntnis darüber, dass sein abgeschlossenes Geschäft nicht optimal war versucht, die Dissonanzen über die Entscheidung abzubauen, indem die oben genannten "Tricks im eigenen Kopf" zum Zuge kommen. Es wird versucht, irgendwelche Vorteile in der eigenen (rational schlechteren) Enscheidung zu finden, die die ungünstigeren Konditionen rechtfertigen könnten unter denen man selbst gekauft hat.
Meist war das dann das Argument der Kosten, die entstehen könnten, wenn defekte Ware eingeschickt werden muss (die Ersparnis lässt viel Raum für Portokosten). Auch haben sich meine damaligen "Diskussionspartner" immer wieder eingeredet, die Ware wäre sicherlich von schlechterer Qualität. Also alles Dinge um selbst die Dissonanz darüber abzubauen, dass man eventuell mehr gezahlt hat als nötig. Beispiel: Wenn jemand 170€ für ein Speers Waler zahlt, welches aus den USA für 80 Euro zu bekommen ist und er erfährt im Nachhinein davon - dann werde sehr viele Leute versuchen, sich diesen Nachteil durch irgendwelche Argumente schön zu reden - so war zumindest meine Erfahrung mit manchen Forenteilnehmern.

Fand das wirklich sehr bemerkenswert. Vor allem sehr aktive Teilnehmer im Nachbarforum waren dahingehend sehr engstirnig und haben sich pauschal gegen Importe ausgeprochen. Wenn es um die Stärkung eines sympathischen Händlers im Inland geht Ok, aber es kamen unqualifizierte und pauschale Aussagen wie "da weiss man ja nie", "da gibt es meist Probleme", "beim Versand geht viel kaputt".
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo nochmal

auch ich kann bestätigen, das der Import von Amerika unproblematisch und die Handelspartner entgegenkommend und seriös sind.
Heuer im Frühjahr hat ein Freund eine Titan bei einem Händler bezogen, leichtest gebraucht aber mit den besseren Schnecken getunt und zahlte knapp über 4000.- Euronen dafür , incl Zoll und Steuern versteht sich.
Die Lieferung erfolgte am Tage des Geldeingangs und erfolgte billigst (150€) per UPS.

Also wenn es so bleibt und ich tatsächlich im Frühjahr mir eine Losmandy kralle, dann nur aus USA - die G11 wie gesagt ist knapp 1000.- billiger all inclusive als hier...

Lg Martin
 
Moin Philipp!

> Ich reise derzeit viel und bin momentan in Australien angekommen.
und
> Und das obwohl ich als Student auf jeden Euro achten muss.

Jaja, die "armen" Studenten... ;) SCNR

Das andere Thema ist nicht neu und wurde hier immer wieder betrachtet. Jammern hilft da nix... Autos sind hier auch teurer als woanders.
 
Hallo,
ein weiterer Aspekt der für den Import spricht, ist die Wahrscheinlichkeit, immer die neuesten Modelle zu bekommen und keine Ladenhüter.
Und Angst vor Defekten und Garantieverlust? = Nö, warum auch?
Vielleicht gehöre ich zu den 99% der Kunden die noch nie einen Garantiefall hatten?

Und als Sammelbesteller lohnt sich auch der Kauf von Kleinvieh. Man muss nur etwas Geduld aufbringen.

CS Heiner





 
hallo auch,

ein Aspekt der gegen den Import spricht: Händler tendieren dazu, Mangelexemplare in weit entfernte Gegenden zu verschiffen ;-)

Ansonsten wäre ja zu erwarten, dass irgendwann sich ein globales Preisniveau herausbildet, nachdem die Preisinfo ja auch global verfügbar ist, und auch der globale Versand kein Hindernis ist.

Man sollte halt genau wissen, was man will, zum Antesten ist es wohl etwas unpraktisch. Und Gurkenlotto würd ich auch nicht spielen wollen, wie eingangs erwähnt.

lg Tommy
 
Hallo zusammen,

ein Aspekt der nicht zu vernachlässigen ist sind die Vertriebsstrukturen. Da haben die Amis den Vorteil die ganzen USA beliefern zu können (plus ein paar Andere Länder). Das ist schon ein ziemlich großer Markt und da kriegt man schon ein paar Prozente.
Hier in Europa gibt es keinen echten "europäischen" Händler. Der Grund dafür sind die lange überkommenen (und widerrechtlichen!) Gebietsaufteilungen. Ich kenne keinen anderen Markt in dem Kartelle und Interessengruppen stärker dem europäischen Wettbewerb widerstehen als der Astromarkt...

CS,
Martin
 
Hallo zusammen,

wozu die Aufregung ? Es sind doch alle Möglichlkeiten da:
Wer hier zum hohen Preis kaufen will, und die jetzige Händlerstruktur in Ordnung findet, kann das tun, und wer das letzte aus dem Euro rauswürgen will, sucht halt den direkten Weg. Und wenn man dann noch jemanden kennt, der jemanden kennt, dann bekommt man notfalls auch die "geschützten" Produkte rüber.

Die Kalkulation der Händler richtet sich ja nicht danach, was er für ein einzelnes Gerät tun muß, sondern schlicht nach seinen (rund um die Uhr laufenden) Gesamtkosten für seine Firma und seinem zu erwartenden Umsatz. Wenn die Hersteller ihm dann keine guten Konditionen geben, kann es durchaus sein, dass die Marge groß ist, und dem Händler trotzdem kaum Luft bleibt. Selbst wenn er 100% draufschlägt, ist er deswegen allein kein Halsabschneider
Ob das natürlich funktioniert, oder nicht, liegt letztlich bei den Kunden.

Bei den meisten Astrofirmen habe ich jedenfalls nicht den Eindruck, dass die Händler hier alle mit goldenen Nasen rumlaufen (es mag natürlich auch ein paar geben)

Aber wenn alle, insbesondere auch die, die eben nicht den Euro zweinal umdrehen müssen, immer nur die billigste Quelle wählen, dann bleibt früher oder später schon die Qualität und auch vor allem die Vielfalt auf der Strecke.
Die Aldisierung und Geizhals.de Mentalität werden sich hier noch früh genug durchsetzen.
So wie es jetzt ist, paßt es doch eigentlich.




















 
Hallo zusammen :)

Und ich dachte schon hier wäre nichts mehr los.


Hier wurden bereits einige Beispiele angeführt. Ich habe auf die Schnelle den 800%-Kracher gesucht aber gefunden - es war ein Fernglas, das ich grade wegen des Preisunterschied direkt wieder verworfen habe. Doch gibt es unzählige Beispiele mit gravierenden Preisunterschieden wie ihr hier selbst schon angeführt habt.

Ich will niemanden seine Marge absprechen - weder dem Pizzabäcker nebenan, noch unseren geschätzten Astrohändlern. Was mich jedoch interessierte war, ob den Deutschen Astrohändlern schlechtere Konditionen seitens der Händler angeboten werden und das scheint ja der Fall zu sein.


200-800% Preissteigerung ist zweifellos provokant formuliert doch Tatsache. Bestenfalls wird nur das Währungszeichen US$ mit € getauscht. Schlimmstenfalls kommt zusätzlich noch ein deftiger Preisaufschlag hinzu.

Hier ein paar Beispiele, die ich auf die Schnelle berechnet habe. Wer etwas recherchiert wird noch deutlich größere Preisunterschiede feststellen können. Einfach quer Beet durch alle Preisklassen: ;)

Nikon Monarch ATB Dachkant 8,5x56
US: €233, D: €431 = 186%

Celestron CPC 1100 XLT
US: €1727 , D €3995 = 231%

Bushnell Trophy 10x50 Dachkant:
US: €97, D: €259 = 267%

Alpen Apex 8,5x50 Dachkant
US: €156, D: €419 = 269%

Celestron SkyScout:
US: €132, D: €375 = 284%

Meade Series 5000 SWA 40mm
US: €119, D €375 = 315%

usw.

Die Preissteigerung betrifft offenbar alle astronomischen Produkte - ganz gleich welcher Preisklasse.

Was mich neben den miesen Preisen aber wirklich stört ist, dass viele Produkte in Deutschland erst verspätet oder erst gar nicht eingeführt werden und sich auch nicht im Ausland bestellen lassen. Getreu dem Motto: Deutsche dürfen das nicht haben.


Bitte nicht falsch verstehen - wir müssen alle leben und eine gesunde Marge ist überlebenswichtig für unsere treuen Astrohändler. Nicht zuletzt verkaufen sie mehr als nur Glas und Metall, es ist auch der Service der Zählt - oder gar Maßanfertigungen.

Nur ist es für den Konsumenten frustrierend zu sehen, wie in einem anderen 1. Welt Industriestaat das Produkt im Preisvergleich verscherbelt wird und man selbst mit im Mittel dem 2-3fachen zur Kasse gebeten wird.

 
Zitat von *entfernt*:
Die Aldisierung und Geizhals.de Mentalität werden sich hier noch früh genug durchsetzen. So wie es jetzt ist, paßt es doch eigentlich.

Ich mag in der Sache vielleicht etwas altmodisch sein, doch glaube ich nicht, dass es einen Discounterersatz für Astrohändler geben kann, nicht so lange Beratung und Servicequalität eine Rolle spielen.

Es mag sich verrückt anhören - ich bin derzeit in Australien und war frustriert von der schlechten Qualität und geringen Auswahl an Ferngläsern bei unverschämt hohen Preisen. Doch kenne ich ein kleines Geschäft nahe Toronto. Problem: Ein halber Globus Entfernung. Lösung: Preisdifferenz

Ich habe für das gleiche Fernglas (es musste da grade dieses sein!) einschließlich Versand 20 € mehr als in Deutschland bezahlt. Dafür habe ich es rechtzeitig hier für den Sternenhimmel von Port Douglas UND ein kleines Familienunternehmen unterstützt. Wäre ich eher auf die Idee gekommen, dass es sich lohnen könnte und hätte ich die Zeit aufgebracht mal Nachforschungen anzustellen, dann hätte ich es natürlich in Deutschland gekauft.

Der Preis ist wichtig doch nicht allentscheident.
 
Zitat von tommy_nawratil:
hallo auch,

ein Aspekt der gegen den Import spricht: Händler tendieren dazu, Mangelexemplare in weit entfernte Gegenden zu verschiffen ;-)

lg Tommy

Hallo Tommy,
so magst Du es sehen oder willst du damit Angst verbreiten???
Erzähl doch mal, welche Mängelexemplare du bereits importiert hast!
Das würde sich doch in den einschlägigen Foren wie ein Lauffeuer ausbreiten, meinst du nicht?

Ich habe bei meinen Importen (Summe ca 10 000 $) bislang nur beste Ware erhalten.

CS Heiner
 
Hi,
Zitat von edlin:
Hier ein paar Beispiele, die ich auf die Schnelle berechnet habe. Wer etwas recherchiert wird noch deutlich größere Preisunterschiede feststellen können. Einfach quer Beet durch alle Preisklassen: ;)
es wäre schön gewesen, wenn du auch mal die Quellen angegeben
hättest, von denen du die Preise hast.

Ich hab auch mal eben bei OptCorp geschaut und hoffe
die korrekten Artikel erwischt zu haben.

Zitat von edlin:
Celestron CPC 1100 XLT
US: €1727 , D €3995 = 231%
$2,599.00
bei $1,50 rund 2130€ inkl. Steuer und Einfuhrabgaben, ohne Versand

Zitat von edlin:
Meade Series 5000 SWA 40mm
US: €119, D €375 = 315%
$249
bei $1,50 rund 204€ inkl. Steuer und Einfuhrabgaben, ohne Versand

Man sollte bei dieser ganzen Schönrechnerei folgende Aspekte bedenken:
- Händler wie OptCorp gewähren satte Rabatte, siehe SWA 40mm (-150$)
- der Dollarkurs war noch vor gut 6 Monaten im Keller
- es steht jedem frei, den hiesigen Anbieter nach aktualisierten,
bzw. dem Dollar angepassten Preisen zu fragen

CS,
Peter
 
Zitat von Vaadwaur:
(..)
Man sollte bei dieser ganzen Schönrechnerei folgende Aspekte bedenken:
- Händler wie OptCorp gewähren satte Rabatte, siehe SWA 40mm (-150$)
- der Dollarkurs war noch vor gut 6 Monaten im Keller
- es steht jedem frei, den hiesigen Anbieter nach aktualisierten,
bzw. dem Dollar angepassten Preisen zu fragen

CS,
Peter


Hi Peter,

wenn Du es ganz genau berechnen willst, guck mal bei http://www.opticsplanet.net vorbei - die sind noch günstiger. Und was gibt es bei "Rabatten" zu denken? Das ist doch kein Nachteil.



 
Hi,
Zitat von edlin:
Celestron CPC 1100 XLT
US: €1727 , D €3995 = 231%
das genannte Teleskop kostet bei OpticsPlanet genau so viel wie bei OptCorp.
Ich frag mich wie du da auf 1727€ kommst? Oder vergessen
die 19%MWST und 4% Einfuhrsteuer draufzurechnen? :/
Rabatte sind natürlich kein Nachteil, aber bei den Amis
aufgrund des größeren Marktes eher machbar? Tja, und dein
Händler führt z.B. Marken wie Astrodon, SBIG, Takahashi,
Fingerlake nicht. Gerade die und weitere wären interessant für einen Import.

CS,
Peter
 
Hallo Peter,

Zölle und MwSt sind nicht anzurechnen, da es sich lediglich um einen Preisvergleich handelt - was wird bei Markt A im Vergleich zu Markt B verlangt. Du kannst diese Produkte von den US-Händlern nicht importieren wegen einem Exportverbot seitens der Hersteller.


 
Hier liegen wohl zwei verschiedene Gedankengänge zu Grunde.
Markt A: US-Markt
Markt B: deutscher Markt


Philipp hat lediglich die rein nominellen Kosten für den Verbraucher in beiden Märkten A und B verglichen. Da z.B. US-Amerikaner keine weiteren Gebühren wie Zoll oder Steuer zum angegebenen Kaufpreis zuzahlen müssen, werden diese nicht berücksichtigt. In dem US-Händlerpreis sind die Gebühren, die der US-Händler abführen muss ja berücksichtigt.
In seiner Überlegung gilt der US-Preis in Euro nicht für den Import, sondern für den Aufwand für Kunden im Markt A.

Ich hingegen habe in meiner Überlegung direkt die Kosten dargestellt, die vor Versand, aber nach Steuern und Zoll für Kunden im Markt B anfallen würden.

Beide Gedankengänge haben ihre Berechtigung, kommen aber zu unterschiedlichen Ergebnissen:

Beispiel Speers Waler 13,4mm Okular:

Philipps Berechnung:
Preis Markt A: $100 = 66 Euro
Preis Markt B: 170€
Unterschied: 104€

Meine Berechnung:
Preis Markt A: $100 + Steuern/Zoll = 82€
Preis Markt B: 170€
Unterschied: 88€

Ich denke, das erklärt das Missverständnis. Philip hat die Preise für Kunden in ihren Heimatmärkten verglichen. Dabei ist natürlich nicht die reale Kaufkraft und die Auswirkungen auf die Währungsstärke berücksichtigt. Der vergleich ist rein nominell, aber dennoch interessant.
 
Hallo

nur, es bleibt trotz der Berücksichtigung von Kaufkraft und Stabilität der Wärung im Heimatland, ein bachtliches Einsparungspotential das sich auf jeden Fall lohnt zu vergleichen.

Grundsätzlich kann und sollte jeder einkaufen wo er will, ich verurteile keinen der gerne den Preis mal um die Ecke vorzieht dem einens fernen Internetshops, nur kann ich bei vielen hier nicht verstehen das sie offensichtlich so ignorant sind und ihre teilweise überteuerten Einkäufe mit " wer weis was da so am Kunden ankommt" und " die verkaufen problematische Ware gerne weit weg - nach Europa z.B." verteidigen - wie es der User Dobson85 ja schon bemerkt und gepostet hatte!

Leute, habt ihr so viel Kohle eingesteckt, das es egal ist, wieviel der Händler verlangt für die Ware - ich jedenfalls nicht!
Ich lasse mich auch nicht von wegen "geiz ist geil Gesellschaft" vernadern, ich sehe es definitiv nicht ein das z.B. eine AP Montierung Mach1 beim Baader um ca. 70% mehr kostet wie in USA, Rabatt noch nicht mal berücksichtigt ( im Gegensatz org. Zitat vom EU-Importeur: " entweder bestellen sie zum Listenpreis oder sie lassen es sein!)


lg Martin

PS. ich dachte nur wir Österreicher sind phlegmatisch und lassen uns auf der Nase herumtanzen, seit diesem Thread jedoch sage ich zu den Deutschen: " willkommen im Klub!"
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo Bernd,

diese unterschiedliche Rechenweise wäre nur dann anzuwenden, wenn Okulare hier im Binnenmarkt "geerntet" werden könnten. Das ist aber nicht der Fall, man kann wohl getrost sagen, dass der europäische Okularmarkt ein reiner importmarkt ist. (Jo, auch meinen liebsten Gruß an Berlinerglas und Zeiss, das macht aber den Kohl nicht fett.)

Also ist ein Preisvergleich ohne die Berücksichtigung von Einfuhrumsatzsteuer und Zoll nicht aussagekräftig. Allein über den Zoll kann man bei einer Reihe von Produkten diskutieren, da es ja für den Import von chinesischen Okularen m.W. den vergünstigten Zoll von 1% statt 14% gibt. (Wer jetzt mal nachschlägt, womit man heutzutage den Zoll rechtfertigt, müsste sowas wie Ausschlag vor Ärger bekommen...)

Insgesamt ist das Preisniveau hier nun einmal von Einfuhrumsatzsteuer und Zoll geprägt und insofern kann ein Preisvergleich nicht erfolgen, ohne dass entsprechend für US-Gebühren und -Steuern gegengerechnet wird.

Und letztendlich ist die ganze Diskussion ohnehin reichlich sinnlos. Man müsste viel mehr über Einkaufspreise sprechen, die europäische Händler von Herstellern in den USA oder Japan oder China oder Taiwan erhalten. Da man diese EKs natürlich nicht erfährt, wird man auch schlecht davon sprechen können, dass Herstellerseitig "abgeschöpft" wird. Und was die hiesige Händlerszene zum Thema "abschöpfen" angeht - irgendwie finde ich die mehr am Telefon als auf den Malediven vor. Die scheinen also für ihr Geld noch Arbeit nötig zu haben und somit kann da kein exzessives Kohlescheffeln stattfinden. Vielmehr wissen wir ja eigentlich, dass wir eine ganze Reihe nebenberuflicher Händler haben, die mit ihrem Umsatz zwar ein Zubrot zum Eigenheim, aber eigentlich auch keine richtige Rentenabsicherung auf die Beine kriegen.

Ich persönlich bin strikt dagegen, dass Hersteller "Gebietsmonopole" aufziehen, wie auch immer das "effektiv" gehandhabt wird, aber es gibt ja sowas. Demgegenüber zahle ich gerne die paar Cent mehr, die es in vielen Fällen gekostet hätte, eine Fehlkonstruktion vernünftig auszuführen oder auch sonst ein Gerät entscheidend zu verbessern.

Clear Skies
Sven
 
Hallo Sven,

ich bin nicht sicher dass deine Einschätzung stimmt und in Europa die Preise überwiegend von MwST und Einfuhrzoll bestimmt werden. Denn dann sollten Produkte aus Japan ähnlich teuer sein wie bei uns.

Vixen 103S
Opt Corp
$ 2.999,00 -> 2.009,33 €

TS
€ 2.721,00

Preise sind netto, also ohne MwSt. Der Unterschied liegt bei gut 35%. Ok, vielleicht sind die Transportkosten nach USA von Japan niedriger. Aber das kanns nicht wirklich sein.

Ich denke nach wie vor dass sich andere Preise ergäben wenn man wirklich einen europäischen Markt hätte. Und wenn der erste Kunde den ersten Händler für die Aussage er dürfe nicht in ein bestimmtes EU Land liefern verklagt wird auch der letzte einsehen dass die Zeiten von Protektionismus und Kartellbildung zuende sind...

CS,
Martin
 
lieber Martin,

ich denke auch wenn wir einen weltweiten freien Markt hätten, würden die Preise anders gestaltet werden können. Warum die US Preise günstiger sind ist schon oft diskutiert worden, und mit Recht. Angeblich haben sich selbst hiesige Händler schon mal über US eingedeckt statt sich brav beim Generalimporteur hinten anzustellen. Wolfis Preis für den Vixen ist übrigens Spitze, denn Vixen Europa selbst will laut Liste etwa 3300.- dafür...

Ein Händler ist übrigens AFAIK nicht gezwungen, einen Kunden zu beliefern, daher kann er auch nicht geklagt werden. Es soll sogar versuchte Testkäufe von Strohmännern des Generalimporteurs geben, die dann schwarze Schafe aufdecken. Es gibt dann harte Pönnale und Belieferungsverbot. An den Händlern liegt es nicht, die wollen immer günstige Ware ankaufen, und die Konkurrenz dann unterbieten. Markt eben. Sachen gibts...

lg Tommy
 
Hallo Bernd,

Zitat von dobson85:
Da z.B. US-Amerikaner keine weiteren Gebühren wie Zoll oder Steuer zum
angegebenen Kaufpreis zuzahlen müssen, werden diese nicht berücksichtigt.

ach, müssen Sie nicht? Dann frag ich mich wie deren Wirtschaft
funktioniert? Die auf amerikanischen Seiten angegebenen Preise
sind alle netto. Abhängig vom Bundesstaat kommt definitiv noch
die Steuer drauf. Zoll fällt auf dem US Markt sicherlich nicht an.

CS,
Peter
 
Nabend Peter.

Ich habe es wirklich unglücklich formuliert. Dein Zitat endet sicherlich daher etwas verfrüht.

Da z.B. US-Amerikaner keine weiteren Gebühren wie Zoll oder Steuer zum angegebenen Kaufpreis zuzahlen müssen, werden diese nicht berücksichtigt. In dem US-Händlerpreis sind die Gebühren, die der US-Händler abführen muss ja berücksichtigt.

Mit dem "angegebenen Kaufpreis" meine ich den Preis, den US-Kunden zu zahlen haben. In diesem sind natürlich Steuern enthalten. Ich wollte lediglich Philipps Gedankengang unterstreichen, nämlich, dass für den US-Kunden die angegebenen Preise gelten. Nur wir zahlen zusätzlich die Steuern/Zoll obendrauf.
"In dem US-Händlerpreis sind die Gebühren, die der US-Händler abführen muss ja berücksichtigt." sollte dies zum Ausdruck bringen. Wirklich nicht sauber formuliert von mir. Ganz klar: auch die amerikanischen Käufer zahlen Steuern über den Kaufpreis.
 
Hallo

das ist nicht das Thema, ob und wann auch auf US Staatsbürger ein Zoll oder UST ( MWST ) , entschuldigt aber auch bin im Handel tätig - anfallen.

FAKT ist das incl. aller zuzüglichen Abgaben die ein Europäer zu zahlen hat ein eklatanter MEHRPREIS im Vergleich zu dem amerkanischen Markt anfällt!

Egal wie man zu den Einkaufspositionen und Konditionen der Europäischen Händlern steht - vakant bleibt die Frage warum zahlen wir mehr als die meisten anderen für ein und das selbe Ding?

Und kommt mir bitte nicht mit der Walze, du hast "das" vergessen und "das" , ich bin nicht blöd und kann wirtschaftlich rechnen - Tatsache ist wenn jemand so schlecht einkauft wie es der deutsche und österreische Markt vermittelt ist nicht berechtigt ein Unternehmen zu betreiben, oder er ist auf die Dummheit der Kunden angewiesen!

lg Martin
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo Tommy,

du hast natürlich Recht - man kann niemanden zwingen in ein bestimmtes Land zu liefern. Und es wird auch niemanden geben bei der EU oder sonstwo, der sich für so einen Nischenmarkt interessiert.

Umso wichtiger meiner Meinung nach dass man Möglichkeiten nutzt Artikel in den USA oder im europäischen Ausland zu kaufen. Dabei können gerade Netzwerke (wie Astronomie.de) helfen. Und es ist schon interessant wie schnell Händler die Preise senken können wenn Kunden Massenhaft im Ausland bestellen (siehe die Nagler Okulare Anfang des Jahres in UK!).

Eins ist ganz klar. Die Globalisierung schreitet voran und Protektionismus und Preisabsprachen werden immer schwieriger durchzusetzen. Was denkt ihr was passieren würde wenn die Mehrheit der Kunden - zumindest hochpreisige und meist auch qualitativ hochwertige Produkte - in den USA bestellen würden? ...

Und: Selbstverständlich liegt es in der Macht der Händler an der Situation was zu ändern. Wenn sie sich weigern das Diktat der Hersteller zu akzeptieren - was denkst du wielange die Hersteller noch Produkte verkaufen? Dieses System stammt aus der "guten alten Zeit" als ein durchschnittlicher 114er Newton noch 1000 Mark kostete. Schauen wir mal wie lange es noch hält.

CS,
Martin
 
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