ED 80/600 gegen 120/600 tauschen (Reiseteleskop)?

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faktor0a

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Hallo miteinander!

Als Reiseteleskop habe ich ein Vixen ED 80/600. Aufgrund der geringen Öffnung tendiere ich diesen gegen einen Skywatcher Black Diamond 120/600 zu tauschen (248€).

Der ED80/600 kommt bei mir nur recht selten zum Einsatz. Wenn es die Zeit und vor allem das Wetter zulässt nutze ich Hauptsächlich mein LX90ACF. Weitfeld Beobachtungen finde ich sehr schön, das LX90ACF 8" hat zwar ein kleineres Feld, sammelt viel mehr Licht, so dass Zuhause das LX90 ACF 8" den Vorzug hat. Der ED80 kommt daher zum einsatz wenn es ganz schnell gehen soll, bzw. wenn es in den urlaub geht.

Ich hatte ihn dieses Jahr im Urlaub dabei und es war unglaublich sich damit die Milchstrasse anzusehen. Auch offene Sternhaufen waren klasse. Am Planeten kann er im Urlaub nicht sehr viel bieten finde ich mit max 170. Auch Kugelsternhaufen machten mir nicht soviel spaß.


Von dem Tausch verspreche ich mir folgendes:
Mehr Sterne zu sehen im gegensatz zum ED80. Offene Sternhaufen und die Milchstrasse machen mir spaß. Im Urlaub brauche ich nicht unbedingt Planeten beobachten, das macht am LX90 Zuhause mehr spass.


Eine Reise Montierung, die GSO ATZ Montierung (für Geräte bis ca.6kg eigengewicht) habe ich bereits.
120/600 = 3,9kg
ED80/600=3,4kg


Meine Frage an Euch, lohnt sich so ein Umstiegt?
ED80 Verkaufen, 120/600 zulegen?
Oder ist es besser den ED80 zu behalten?


Bin auf Eure Meinungen gespannt.
MFG Dan
 
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Hi,

der Umstieg lohnt meines erachtens nicht, behalte den ED 80mm lieber.
Grund: Du sammelst zwar mehr Licht 2.25, was ~1mag entspricht, aber das ganze wird durch den Farbfehler wieder weg gemacht. Sprich Vmax liegt etwa bei 100x und Kontrasteinbusen bei höherer Vergrößerung.

Gruß, Lots
 
Moin Dan!

Hm, als "Urlaubsgerät" würde ich einen 120er Richfielder nicht bezeichnen, das ist eher ein ausgewachsenes Zweitteleskop. Im Vergleich zum 80er ist es ein ganz schöner Apparat, Du wirst Dich wundern. Bin selbst seinerzeit vom 80/480er GSO auf den Synta 120/600 umgestiegen...
Lichtsammeltechnisch ist der Wechsel ein Riesenunterschied. Ich sag's mal so: Wenn Du den 120er besitzt, willst Du keinen 80er mehr haben. Auf der anderen Seite: Wenn's doch mal an die Planeten geht, dann wäre der ED sicher vorzuziehen, eben weil er doch universeller einsetzbar ist.
Ich würde mir an Deiner Stelle den 120er kommen lassen und sehen, wie das Teil zu händeln ist - den 80er ED kannste später immer noch verscherbeln.
 
Hallo Dan,
hmmm, ein zweischeidiges Schwert...
Auf der einen Seite bringt der 120/600 schon wesentlich mehr "zu Tage" am Himmel durch ca. 1mag Unterschied und 2,2-facher Lichtsammelleistung. Ich habe selber mal 80 und 120mm nebeneinander verglichen.
Da kann man dann auch schon gewinnbringend einen UHC- oder OIII-Filter einsetzen zum "Nebel-Surfen" in der Milchstrasse an einem 30er WW-Oku.

Andererseits ist der 120/600 aber lange nicht so universell.
Durch den Farblängsfehler bist Du definitiv auf niedrige Vergrößerungen beschränkt (ich würde sagen so bis max. 100-fach).
Und der 120er ist ein ganz schöner Brummer von den Abmessungen her - reisetauglich sähe für mich anders aus.
Tja, und dann bleibt da noch das Thema "Gurkenlotterie" - das Objektiv kann i.O. sein, muss es aber nicht.
Der OAZ sollte nach meiner Meinung getauscht werden, oder mindestens getuned gegen das Shifting.

Ich würde ja sagen: Du musst selber vergleichen, entweder auf einem Treffen oder zur Probe vom Händler bestellen.
Und dann mal bei gleicher Vergrößerung das gleiche Objekt betrachten...
 
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Moin Lots!

> aber das ganze wird durch den Farbfehler wieder weg gemacht

Kann ich nicht bestätigen, daß sich der Farblängsfehler auf die Lichtsammelleistung auwirkt. Im sinnvollen Einsatzgebiet eines solchen RFT bei geringen Vergrößerungen stört der FF wenig bis gar nicht. Kein Grund, um auf das Mehr an Licht zu verzichten - meine Meinung.
 
Hallo Dan,

tja, es kommt ganz darauf an, was man mit dem Gerät vorhat und welche Ansprüche man im Detail stellt.

Zum Beispiel liefert der 120/600 zwar mehr Licht und theoretisch dasselbe Feld wie der 80/600 aber in der Praxis fehlen die Okulare, die dies umsetzen. Natürlich kann man am Refraktor die AP überziehen und ein 40mm Okular (41mm Pano) einsetzen, um das volle Feld herauszuholen, aber natürlich verschenkt man dann schon Öffnung (8mm AP wenn man von 7mm Iris ausgeht, so dass nur 7/8 der Öffnung genutzt werden).
Bei 120mm Öffnung hingegen hat man mit einer Minimalvergrößerung (mit 7mm AP) von 17x schon einen guten Abstand zum Feldstecher. Beim 80/600 bräuchte man 11x und dazu ein Okular jenseits der 50mm Brennweite (55mm/56mm Plössl). Das ist nicht nur auf 50° scheinbares Feld eingeschränkt (keine Weitwinkel-Ästhetik!), sondern es liegt auch wirklich nah am 10x50 Feldstecher, der beidäugig einfach mehr bringt.

Als Reiseteleskop ist der 120/600 nicht nur schon ein ordentlicher Brocken, sondern er muss auch entsprechend montiert sein. Ein 120/600 dürfte als Reiseteleskop schwieriger realisierbar sein, als ein konsequent umgesetzter 6" f/6 Reisedobson (mit zerlegbarem / einschiebbarem Tubus).

Auch wenn der Farbfehler bei Richfield nicht stört, einem Reiseteleskop verlangt man ggf. doch mehr ab und da sind die Geschmäcker verschieden. Der Farbfehler kann da schon gehörig nerven, da das an entsprechend hellen Sternen schon bei relativ geringer Vergrößerung sichtbar wird.

Als Richfielder würde ich mir eher wünschen, das Gerät als Supersucher auf das SC packen zu können, um beides im schnellen Wechsel nutzen zu können. Da wäre der 120/600 zu schwer bzw. auch zu schwer in die Balance zu bringen.

Clear Skies
Sven
 
Hallo,
ich bin es nocheinmal.

Im letzten Urlaub war es so:
Ich habe ein paar ausgewählte Messier Objekte Beobachtet. Habe aber gerade nicht zur Hand welche das waren.

Aber, Planeten machten mir mit meinem ED nicht soviel spaß, da bin ich halt verwöhnt vom LX90 Zuhause (Nachführung und mehr details). Die Max vergrößerung von 171x (Mittels 3,5 Baader Hyperion) konnte ich nicht gewinnbringend einsetzten. Kugelsternhaufen lassen sich mit der kleinen Optik einfach nicht auflösen und bleiben kleine Nebelscheibchen.

Offene Sternhaufen wie h und chi Persei (NGC 869 und 884), Kleiderbügelhaufen, usw. waren dagegen richtig genial! Auch Andromeda M31 war genial!
Diese Beobachtungen habe ich fast ausschließlich mit meinem 38mm TS 2" Okular gemacht.

Dazu habe ich dann auch noch in der Milchstraße gesurft.
Es war einfach genial. Daher kam mir dann die Frage, was will ich unterwegs?

Da kam ich dann auf die Weitfeldbeobachtungen.




Bezüglich Austritspupille habe ich mal ein Paar Rechnungen gemacht, mit meinen Okularen:

80/600
38mm = 15,7x
AP =5,09


80/600
21mm = 28x
AP =2,85




120/600
38mm = 15,7
AP = 7,6


120/600
21mm = 28x
AP = 4,28


120/600
26 = 23x
AP = 5,21


120/600
12,5 = 48x
AP = 2,5




MFG Dan
 
Hallo,
letztens habe ich auch günstig einen "schnellen" Billigchinesen (den TS 127/820) erworben. Ich bin von diesem Gerät ziemlich begeistert - allerdings erst nach einiger Bastelei. Die Billigchinesen, die ich bisher gesehen habe, hatten den Nachteil, dass die volle Apertur nur auf der Bildmitte nutzbar war - das Bildfeld wird durch Blenden und Okularauszug vignettiert. Bei meinem Gerät habe ich die Innenblenden etfernt (braucht man bei DS nicht wirklich) und den Originalauszug durch einen selbstgebauten 3-Zoll Auszug ersetzt. Damit habe ich jetzt ein vignettierungsfreies Feld mit etwa 35mm Durchmesser.
Mit einem 40mm-Okular und etwa 3 Grad Gesichtsfeld ist das Gerät hervorragend für Feldbeobachtungen geeignet. Allerdings ist es bei stärkeren Vergrößerungen nicht brauchbar, da da das sekundäre Spektrum sehr stört. Deshalb nutze ich das Gerät nur mit 40mm bzw. 30mm Okular - zur Not auch mal bei Sternhaufen ein 20mm Okular. Kurzbrennweitigere Okulare nehme ich gar nicht erst mit, wenn ich mit diesem Rohr zum Beobachten rausfahre. Es ist ebend ein Spezialgerät zur Beobachtung größerer Felder bei relativ kleiner Vergrößerung.

CS. Frank
 
Moin Frank!

...wobei die persönliche Schmerzgrenze, was den FL-Fehler angeht, bei jedem unterschiedlich ausgeprägt ist. Ich gehe mit meinem 120/600er durchaus auch hoch bis auf knapp 90fach, wenn's sein muß.

Achso: Die Vignettierung bei den f/5-Syntha-Geräten kann man leicht vermindern, indem man das Auszugsinnenrohr objektivseitig bis zum Beginn der Zahnstange absägt.
 
Hi Zusammen,

auch für Deepsky sind richtig gerechnete Blenden nützlich und auch beim Refraktor. Unnötiges Streulicht hellt den Himmelshintergrund auf und dadurch verliert man eben Leistung besonders bei schwachen Objekten. Wenn man die Blenden entfernen muss, sollte man in dem Schritt eine Velours-Auskleidung nachlegen, das ist dann auch sehr effektiv.

Clear Skies
Sven
 
Hallo Micha,
über den Farbfehler der einfachen Achromate ist hier ja eigentlich schon genug geschrieben worden. Da hier aber auch Anfänger mitlesen, möchte ich dann doch noch etwas dazu sagen. Hier habe ich versucht den Farbfehler als relativen Durchmesser des Zerstreuungskreises bei blauem und rotem Licht gegenüber dem Beugungsscheibchen bei grünem Licht darzustellen. Ein 120/600 ist nun mal ein Spezialfernrohr für die Beobachtung von Sternfeldern bei kleinen Vergrößerungen. Früher wurden diese Fernrohre als Kometensucher bezeichnet. Zeiss Jena hatte z.B. ein solches Gerät mit einem Objektiv 110/750 im Angebot (der OTA kostete übrigens 1967 genau 1290 Ostmark, das waren damals etwa zwei Durchschnittsmonatsverdienste - sage also niemand etwas gegen Billigchinesen ;) ). Das Gerät wurde damals mit einem Hygensokular f=40mm und zwei orthoskopischen Okularen, eines mit f=25mm und f=16mm geliefert. Mit diesen Okularen war das Gerät auch richtig ausgestattet. Diese Geräte kann man zwar sicher auch mit stärkerer Vergrößerung benutzen, dafür sind diese aber ursprünglich nicht gedacht.
Wie Du richtig schreibst, kann man den Okularauszug kürzen. Das bringt aber nicht viel, außerdem vignettieren dann noch die Blenden. Ein Vorteil der schnellen Refraktoren gegenüber Spiegeln ist ja, dass sich ein relativ großes vignettierungsfreies Feld nutzen läßt. Dieser Vorteil geht durch einen zu kleinen Auszug und falsch dimensionierte Blenden verloren. Meine Lösung für meinen 127/820 sieht deshalb so aus.
@Sven:
Streulicht entsteht, wenn das Licht stärkerer Lichtquellen über die Tubusinnenwand in das Okular reflektiert wird. Bei DS (Beobachtung von Sternfeldern bei wirklich dunklem Himmel) habe ich solche Lichtquellen nicht. Natürlich sind Blenden besser, damit erweitert man das Einsatzgebiet des Fernrohrs (z.B. bei Tagbeobachtungen oder Beobachtungen in der Dämmerung). Da der Aufwand zum Anbringen richtig dimensionierter Blenden aber bei meinem Gerät unverhältnismäßig hoch ist (entweder viele Blenden oder ein dickeren Tubus), und ich das Gerät nur bei dunklem Himmel einsetzen werde, habe ich darauf verzichtet (mit Velour werde ich den Tubus vielleicht noch auskleiden).

CS. Frank

P.S. habe gerade gesehen, dass über das Blendenproblem hier im Forum etwas steht: http://forum.astronomie.de/phpapps/ubbthreads/ubbthreads.php/topics/669941/3
 
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Hallo Frank,

es ist ein Irrglaube zu denken, Streulicht träte nur bei hellen Objekten im oder nahe am Feld auf bzw. wenn deren Licht Wandbereiche oder ähnliches im Tubus trifft. Es ist nur so, dass man es bei solchen Objekten nicht ignorieren kann, man sieht es dann halt ganz grausam und oft genug ist es schlicht unmöglich, es vollständig zu unterdrücken.

Aber! Natürlich erzeugt auch der Himmelshintergrund sein Streulicht. Wie viel das ist sollte man nicht unterschätzen, der Punkt ist halt, dass es unsichtbar zu sein scheint weil es das Bildfeld gleichmäßig aufhellt. Das macht es aber nicht irrelevant.
Ich habe überlegt, noch eine Bemerkung zu dunklem Himmel zu schreiben, aber auch dafür gilt keine Ausnahme, weil der Himmel nunmal auch Sterne enthält, die ihrerseits zum Streulicht im Gerät beitragen.
Natürlich ist es beim Refraktor schon von vornherein besser mit dem Streulicht als beim Newton, bei dem ja die Tubusgegend gegenüber dem Okularauszug kritisch ist, weil am Fangspiegel vorbei Streulicht von dort in flachem Winkel in den OAZ gelangen kann und bei kleinem Fangspiegel kann sogar Licht direkt ins Okular fallen, bei einem offenen Tubus der keinen vollständigen Hut hat kann sogar direkt "Himmel hineinscheinen".
Die Erfahrungen vieler Sternfreunde sind aber, dass an Refraktoren mit schlechtem Blendensystem der Umbau auf Veloursfolie oder ein optimiertes Blendensystem lohnt.

Clear Skies
Sven
 
Welche sogenannten "Kometen Teleskope" könnt ihr denn empfehlen?

MFG Dan
 
Moin Frank!

> Wie Du richtig schreibst, kann man den Okularauszug kürzen. Das bringt aber nicht viel, außerdem vignettieren dann noch die Blenden.

Tja, mein (Synta) 120/600er hat nach Kürzen des OAZ-Rohrs keine Vignettierung mehr - ich hab's eben nochmal gecheckt. Bei meinem anderen Refraktor habe ich aber auch die Innenblenden rausgeschmissen und das Innere mit Velours austapeziert. Man merkt den Unterschied.
 
Hallo Dan,

nun, das hängt vom Geschmack ab. Wenn man relativ unempfindlich ist, den Farbfehler an hellen Sternen deutlich zu sehen, auch wenn die Vergrößerung niedrig ist, dann reicht ein schneller Achromat. Wünscht man den aber in guter Verarbeitung, wird man Probleme haben, den von der Stange zu bekommen. Langt einem so eine Zahnpastatube, dann ist seitens der Verfügbarkeit alles in Butter.
Ist man etwas Anspruchsvoller kann man heute nach einem günstigen ED-Refraktor schauen. Das bringt aber Einschränkungen mit. Da man ein schnelles Öffnungsverhältnis will, muss man nach den wenigen Geräten mit ca. f/6 schauen und das beschränkt nicht nur die Öffnung sondern die Geräte sind auch nicht ganz so günstig wie andere EDs die einem heute nachgeworfen werden. Der Vorteil ist, dass diese Geräte inzwischen meist Crayford und solidem Tubus und insgesamt besserer Verarbeitung geliefert werden... Schwer, das allgemein zu definieren. Achromate mit Crayford wird's schon auch geben.

Ein besonderes Extrem des Kometenteleskops ist der 114/500 mit Parabolspiegel, dem fehlt aber ab Werk der 2" Auszug und wegen f/4 wünscht man sich zu dem 100-Euro-Tubus dann einen Satz Okulare für das Zehnfache. Bleibt als Mittelding ein 150/750 Newton, der mit f/5 etwas entspannter ist, aber eben auch mit 2" Auszug zu haben wäre - dürfte einer Fotoversion entsprechen. Der schafft mit dem real erhältlichen 31mm Nagler 3,2° Himmelsausschnitt.

Clear Skies
Sven
 
Zitat von faktor0a:
Welche sogenannten "Kometen Teleskope" könnt ihr denn empfehlen?

Da habe ich auch lange drüber nachgedacht, und bin beim 120/600-Refraktor gelandet.

Ein 6-Zoll-Newton war noch in der Erwägung, aber der lässt sich nicht sinnvoll als Dobson montieren (zu klein). Parallaktisch montier ist er mir zu unpraktisch (man muss den Tubus drehen).

Ein 102/500 wäre aber auch eine Überlegung wert. Ich habe auch am 150/750 nachgedacht, aber das ist ein ganz schöner Klopper. Da müßte man sich montierungsmäßig was einfallen lassen.
 
Hallo Micha,
ich kenne zwar Dein Fernrohr nicht und kann deshalb Deine Aussage nicht beurteilen.
Zweizollauszüge sind aber im Allgemeinen für ein f/5-Gerät zu klein. Wenn sich die Vorderkante des Auszugs 200mm von der Bildebene entfernt befindet (dieser Abstand wird schnell erreicht, ein 2" Zenitspiegel dürfte ungefähr 100mm bringen, dann darf der eigentliche Auszug nur noch 100mm lang sein) beträgt das vignettierungsfreie Feld nur etwa 15mm. Hier habe ich mal etwas zur Vignettierung geschrieben.

@Sven:
Mit einem 5-Zöller ist die visuelle Grenzgröße ja etwa 13mag, ein dunkler Himmel dürfte 20mag pro Quadratsekunde oder weniger haben. Ich bin davon ausgegangen, dass das ein ziemlich hoher Signal-Rauschabstand ist - überprüft habe ich das aber nicht. Wenn man die Aufhellung für einen Bildpunkt analytisch beschreiben müsste, dann müsste man über alle "Himmelspunkte", von denen Licht durch die Optik über den Tubus auf den Bildpunkt fällt, integrieren. Bei solchen Summationen kann man sich natürlich leicht verschätzen.
Ich habe noch zwei OTA's 70/700 liegen, die ich zu einem Bino verbasteln wollte. Wenn ich Zeit habe, werde ich bei beiden die Auszüge um den gleichen Betrag kürzen. Einen werde ich dann korrekt ausblenden und aus dem Anderen die Blenden entfernen. Ich denke, dass man dann nach Deiner Theorie einen Unterschied sehen müsste, wenn man beide Rohre nebeneinander benutzt. Vielleicht kann man da auch etwas objektiv messen (evtl. mit einer Digitalkamera, ich muß darüber nochmal nachdenken).

CS. Frank
 
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Hallo Frank,

diese Rechnung lässt allerlei außer acht. Die Sterngrenzgröße lässt sich nicht auf die Helligkeit des Himmelshintergrundes übertragen. Am einfachsten erkennt man seinen Denkfehler daran, dass wenn 13 mag zu 20 mag ein ordentlicher Kontrast ist, wohl 14 mag zu 20 mag auch noch ordentlich sein müssten - die Sterne bleiben aber unsichtbar.
Du hast vergessen, dass das Airy-Scheibchen des Teleskops dem Stern eine Fläche verpasst, ihn buchstäblich verschmiert. Dadurch ist dann nahe der visuellen Grenzgröße der Kontrast zum Himmelshintergrund auch nahe 0. Je besser ein Teleskop auflöst, desto kleiner ist das Airy-Scheibchen und desto weniger verschmiert wird also der Stern, wodurch dann der Kontrast zum Himmelshintergrund angehoben wird.

Clear Skies
Sven
 
Hallo Sven,
der zentrale Teil des Airyscheibchens hat bei 5"-Zoll Öffnung einen Durchmesser von etwa einer Bogensekunde. Im zentralen Teil der Punktbildverwaschung ist auch das meiste Licht konzentriert. Der Kontrast zum Himmelshintergrund ist damit auch für Sterne der visuellen Grenzgröße nicht nahe Null, sondern sehr hoch (mit größerer Öffnung oder empfindlicherem Empfänger sind ja auch diese Sterne deutlicher sichtbar und es sind auch schwächere Sterne sichtbar).
Dass schwächere Sterne nicht mehr sichtbar sind, liegt nicht am fehlenden Kontrast dieser Sterne zum Himmelshintergrund. Damit ein Objekt vom Auge wahrgenommen wird, muß es zu einer Erregung der Netzhaut kommen. Dazu müssen auf die Rezeptororgane des Auges in einer bestimmten Zeit eine bestimmte Anzahl von Lichtquanten fallen. Dabei können sich mehrere Rezeptororgane zu Elementarfeldern zusammenschließen, so dass "schwächere" größere Objekte noch einen Lichteindruck erzeugen können, während ein kleineres Objekt mit gleicher Leuchtdichte nicht mehr wahrgenommen wird. Damit sind die Verhältnisse doch etwas komplizierter.

CS.Frank
 
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Hallo Frank,

wie gesagt, man kann das beliebig fortsetzen, jedoch so lange ein Himmelshintergrund sichtbar wahrnehmbar ist, ist die Reizschwelle der Sinneszellen bereits überschritten. Es kommt wohl bei den wenigsten mitteleuropäischen Beobachtern regelmäßig vor, dass der Gesichtsfeldrand bei 1mm AP unsichtbar wird. Dort liegt ein harter Kontrast vor.

Clear Skies
Sven
 
Hallo Sven,
die absolute Empfindlichkeitsschwelle des Auges hängt ebend ganz wesentlich von der Flächengröße des Lichtreizes ab. Eine Grauempfindung setzt bei Aufhellung des gesamten Gesichtsfeldes schon sehr früh ein. Deshalb erwarte ich auch keine Beeinträchtigung der visuellen Grenzgröße bei Sternbeobachtung durch eventuelles Streulicht am Tubusrand. Interessanter sind die Verhältnisse bei anderen flächenhaften Objekten. Nach meiner Erfahrung ist der Orionnebel ein schönes Beobachtunsobjekt, wenn man verschiedene Okulare hinsichtlich ihrer Transmission testen möchte. Deshalb erwarte ich auch, dass man die Auswirkung einer eventuellen Gesichtsfeldaufhellung bei diesem Nebel recht sicher beurteilen kann. Die Diskussion hier war in dieser Hinsicht schon sehr interessant und ich werde das mit Hilfe der schon erwähnten 70/700 nachprüfen.

CS. Frank
 
@ Frank:

habe noch gar nicht gehört, das die Standard Richfield Refraktoren mit F5" vignettieren. Ist das wirklich so verbreitet, auch bei z.B. den Standard Skywatcher Geräten in 4-5 Zoll, 102/500, 1200/600?

@ all:

denke ein 102/500 müsste den besten Kompromiss bieten, als leichtes, lichtstarkes, transportables flugtaugliches Reisegerät. Oder doch lieber den ED80?

Grüße, Marius
 
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Hallo Marius,

ich hatte Mal einen 102/500er und der vignettierte auch erheblich. Das auszugsrohr musste gekürzt werden, eine Blende flog raus und Velours kam rein.
Dabei hab ich dann auch gleich dem OAZ das Shiften abgewöhnt (Tesa unter! die Lagerstreifen) und ihn auf die Linse zentriert.

Für Richfield war ich dann durchaus zufrieden.
für etwas höhere Ansprüche und Vergrößerungen ist ein 80er ED eventuell besser.
Ich habe allerdings (mangels 80er ED) nie testen können, ob die 20 mm weniger Öffnung sich bei DS sehr negativ auswirken oder ob der ED da durch höhere Qualität etwas kompensieren kann.

Gruß und CS
*entfernt*
 
Hallo Marius,
das kann ich so bestätigen, für beide Modelle.
Ich hab das Problem gelöst, indem ich den OAZ gegen einen kürzeren Crayford getauscht habe, eine Blende verschoben habe und natürlich das obligatorische Velours zum Einsatz kam.

Als Reisescope habe ich einen 10" Reisedobs, ich will ja was sehen :biggrin:.
Der Aufwand, mit Stativ und Monti zu reisen, wär mir nix. Da finde ich eine knuffige Holzbox besser.
 
Hallo Marius,
ein Zweizollauszug ist für schnelle Refraktoren eigentlich zu klein. Die Billigchinesen, die ich bisher gesehen habe, waren so ausgeblendet, dass praktisch nur die Bildmitte vignettierungsfrei war. Ob das bei allen Chinesen so ist, kann ich natürlich nicht behaupten. Die Vignettierung kann man ganz einfach zeichnerisch ermitteln, hier nochmal einen Link zu einer entsprechenden Erläuterung.

CS. Frank
 
Hallo miteinander!

Ich möchte zusätzlich mal ein weiteres Teleskop mit ins Spiel bringen, auch wenn es kein Reiseteleskop mehr ist.

Bezüglich "Kometen-Teleskop":

Wie schaut es mit einem 150/750 FH im vergleich zu den beiden genannten Richfield Geräten aus?


150/750 Lichtsammelvermögen 459x

120/600 Lichtsammelvermögen 290x

ED80/600 Lichtsammelvermögen 130x

Austritts Pupillen Technisch bietet ein 150/750er ähnlich viel wie der 120/600er (siehe oben).


Der Umstieg von dem ED80/600 zu einem 120/600 sehen manche ja als nicht sooo gewinnbringend an. Wie sieht es dagegen aber mit einem 150/750er aus?



MFG Dan
 
Hallo Dan,

der 150/750 Achromat (FH ist Marketing) kann dann wenigstens nichts richtig - wegen zu langer Brennweite kein richtiges Widefield, dafür Farbfehler. Wegen f/5 anstrengend für die Okulare bei der Randabbildung und in Hochvergrößerung braucht man sehr kurzbrennweitige Okular. Farbfehler ist an hellen Sternen auch schön zu sehen, kostet in Hochvergrößerung richtig konstrat - ob man nun Blau am Kugelsternhaufen sieht oder ob es für die Farbwahrnehmung nicht reicht, das Licht ist da, landet neben dem Stern und verschmiert die Abbildung.
Gegen einen ED 80 kommt halt definitiv Deepsky-Leistung dazu, auch bei Sternhaufen kommt ein Gewinn dabei herum, aber man verliert eben auch viel gegenüber einem optisch "saubereren" Teleskop. Mein 110/655 ED wäre durchaus ein Teleskop, dass Du Dir mal anschauen könntest. Der hat f/6, das geht von den Okularen her, 4° Feld schafft er mit dem passenden Okular und durch ED hält sich der Restfarbfehler in Grenzen.

Clear Skies
Sven
 
Hi Dan,

in dem Thread ging es ja um eine Reiseteleskop und der 150/750mm Refraktor ist das definitiv nicht, da zu sperrig. Als Richtfilder wunderbar! Auch den 120/600mm sehe ich eher nicht als ein typisches Reisetelekop an.
Denke faktor0a sollte bei seinem ED80/600 als Reisetelekop bleiben.

Gruß
Lots
 
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