Motorfocus im Selbstbau.... kleiner Baubericht

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moschmann

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Das so ein Motorfocus schön und hilfreich ist wird jeder bestätigen der einen verbaut hat. Also war bei mir klar das so ein Teil her muss. J Das hier soll eine kleine Baubeschreibung von mir sein die zum nachmachen anregen soll. Also los!

Da ich keine Lust zwischen den Fingern auf ein perfektes Kaufteil hatte und mir die günstigen Angebote in den Shops noch zu viel Bastelarbeit enthalten haben, habe ich mich auf die Suche nach einer anderen Lösung begeben. Nach zahlreichen Seiten und dem studieren hochtechnischer Lösungen bin ich auf der Homepage von Sven Wienstein fündig geworden. Hier fand ich den richtigen Anstoß für einen solchen Selbstbau Motorfocus.
Schnell hatte ich eine Bestellliste zusammengestellt und angefragt.
Hier die Liste der Teile mit den Bestellnummern vom blauen Conrad die ich verwendet habe.

Getriebemotor RB35 -703081
Zahnrad M1 30Z -231789
Handgehäuse -522615
Schalter I O II -700258
Schalter < O > -701300
Schalter I O -703081
Batteriehalter 2AA -651043
LED 5mm 20mA -185016
LED Fassung -185957
 
Motor-Halterung
Für die Halterung des Getriebemotors habe ich ausschließlich 3mm Messingblech verwendet. Das ist steif genug für solch eine Halterung und lässt sich leichter bearbeiten wie Stahl. Zudem rostet es nicht und die Einzelteile können per Weich oder Hartlot einfach zusammengefügt werden. Ich habe den OAZ vermessen und fix eine Skizze der nötigen Teile gemacht. Danach ging es gleich an die Fräse. Mit dem Rundtisch sind Durchmesser beliebiger Größen kein Problem. Ebenso kann man sehr schön Teilkreise bohren oder Langlöcher mit Radius fräsen.
Die Motorplatte habe ich mit Langlöchern versehen um eine Stufenlose Verstellung des Spaltmaßes im Getriebe zu ermöglichen und um auch für die Verwendung anderer Zahnräder flexibel zu bleiben. Die einzelnen Fertigungsschritte sind auf den Bilder zu sehen. Wer diese Möglichkeiten nicht hat muss sich eben mit Zirkel, Lineal, Bohrmaschine und Feile weiter helfen.
Das verlöten der Teile ist schnell erledigt ebenso die Lackierung mit Ofenlack.
 

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Getriebe
Das Zahnrad am Getriebemotor muss nicht weiter bearbeitet werden. Das Zahnrad welches direkt am OAZ sitzt und von der Kupplung getragen wird muss allerdings von beiden Seiten etwas abgedreht werden um eine schöne glatte Oberfläche für die Rutschkupplung zu erreichen. Der angesetzte Bund in dem normalerweise die Madenschrauben sitzen wurde so gleich mit entfernt. Dieser wird hier nicht benötig. Um das Zahnrad mit der Welle des OAZ zu verbinden musste ich eine Kupplung mit Adapter anfertigen denn ich möchte ja auch noch von Hand fokussieren können. Das ganze ist ein einfaches Drehteil aus MS58 auf dem das abgedrehte Zahnrad frei drehen kann. Hier muss man genau arbeiten sonst eiert es zum Schluss. Eine Andruckscheibe aus MS58 (Messing) wird von einer Kunststoffmutter auf Zahnrad und Kupplung gepresst und sorgt so für eine guten Verbindung beider Teile wenn man es wünscht. Je nachdem wie stark man die gerändelte Mutter anzieht rutscht die Kupplung früher oder später durch. Das ist wichtig wenn der OAZ mal in den Anschlag fahren sollte und man versehentlich weiter auf den Schalter drückt. Der Motor hätte die Kraft hier einigen Schaden anzurichten. Die Zahnräder habe ich zum Schluss noch mit einer Schicht Ofenlack überzogen da der blanke Stahl sonst zu schnell rosten würde. Montiert und ausgerichtet war das ganze auch schnell.
 

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Steuerung
Im Vergleich zum Aufbau der Steuerung von Sven habe ich einige Änderungen vorgenommen.
Ich habe mich zum Beispiel dazu entschieden in das Gehäuse eine rote LED zu verbauen um am Teleskop und Stativ immer eine Lampe bereit zu haben. Auch der Schalter für die zwei Geschwindigkeiten ist bei mir ein anderer. Hier verwende ich einen 2poligen Wechselschalter. Für den Aufbau der Steuerung mit 2 Mignon Batterien wird im Moment allerdings nur ein Wechsler von dem Schalter benötigt. Hintergrund für diesen Schalter war ganz einfach die freie Wahl der Betriebsspannung für die zweite Stufe bei der Fokussierung. Für die Feineinstellung ist eine Mignon Batterie mit 1,5V perfekt. Sollten sich allerdings zwei dieser Zellen mit einer Spannung von insgesamt 3V bei der zweiten Schaltstufe als zu lahm rausstellen, kann ich die zweite Batterie entfernen und eine beliebige Spannungsquelle anschließen ohne diese dabei mit der ersten Batterie in Reihe schalten zu müssen. Ich denke hier an einen 2s Lipoakku mit 7,4V Nennspannung oder ähnliches. Ob das nötig ist wird sich in der Praxis zeigen. Die Vorbereitungen für den Ausbau sind so auf jeden Fall schon getroffen.
Das Gehäuse ist schnell angezeichnet und ausgeschnitten. Die Bauteile sind ebenfalls fix eingesetzt so das ich hier nicht weiter darauf eingehen will.
Als Anschlusskabel für den Motor verwende ich ein Lautsprecherkabel 2x0,75mmm² aus dem Baumarkt. Dieses ist günstig und sehr robust. In der Handsteuerung fest angelötet und am Motor mit einer MPX-Steckverbindung aus dem RC-Modellbau verbunden erscheint mir das als flexibel genug für den Transport. Verlängerungen beliebiger Länge kann man somit jederzeit dazwischen stecken.
 

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Der erste Test
Erste Versuche im warmen Wohnzimmer versprachen genug Präzision für mein Teleskop. Um den gesamten Weg des OAZ abzufahren sind in der Stufe 1 etwa 1Minute 30 Sekunden und in der zweiten Stufe 2 etwa 30 Sekunden notwendig. Für mich ist das im Moment genau genug.
Der erste Test unter freiem Himmel zeigt auch das es notwenig ist eine zweite Stufe in die Steuerung zu integrieren. Bei –16 °C waren Motor und Batterien so ausgekühlt das sich in der ersten Stufe nichts mehr bewegte. Auf Stufe 2 lief die Einheit dann mit der Geschwindigkeit der erste Stufe an und hielt auch den ganzen Abend ohne Probleme durch.
Im Moment bin ich mit dem Aufbau ganz zufrieden. Spätere Änderungen am Aufbau sind aber nicht ausgeschlossen.

Wer Fragen zum Nachbau hat soll hier gerne fragen. Wer seinen Senf dazu geben will kann das natürlich auch tun.


Gruß

Micha
 
Hi Micha,
schöne Arbeit, grad mit der Fräse.
Wie hast Du denn aber den Motor befestigt, nur mit den Kabelbindern? Das kann ich irgendwie nicht erkennen.

Fürs visuelle sicher ein Gewinn, bei der Fotografie würde mir ein reproduzierbarer Fokuspunkt fehlen.
 
Hallo Ralf,

der Motor ist nicht mit Kabelbindern befestigt. Der Motor ist an der kleinen Platte verstellbar mit 3 Schrauben befestigt. Das sieht man ganz gut im Abschnitt "Getriebe"...erstes Bild....die kleinen Inbusschrauben hinter dem Zahnrad.


Danke.

Fürs visuelle sicher ein Gewinn, bei der Fotografie würde mir ein reproduzierbarer Fokuspunkt fehlen.
Das stimmt. Hier könnte ich mir noch mit einer Skala behelfen. Aber ich fang ja auch erst an. Die Highendlösung kommt dann später.
Du weist Doch..... je nach "Wichtigkeit" des Hobbys investiert man mehr oder weniger Kohle :D
*Duck* wo ist meine Frau? :pfeif:

Gruß
Micha
 
Hallo Micha,

ich habe gute Erfahrungen mit den Energizer Lithium Batterien gemacht. Die kommen mit Kälte problemlos klar und halten auch länger. Alkalines waren immer schon recht schnell am schwächeln und ich habe dann mit Stufe 2 noch bis zu einem Jahr herumgenudelt, wenn Stufe 1 schon nicht mehr lief. Die Li-Batterien sind nun schon im 3. Jahr und ich kann beide Stufen nutzen wie am ersten Tag.

Schöne Bauvorstellung übrigens. Der Ofenlack ist eine gute Idee - ich hatte die "einmalige spezielle Spezialmöglichkeit" mir die Zahnräder verchromen zu lassen (nachdem sich beim ersten Einsatz sofort kräftig Rost zeigte). Man kann übrigens, als Hinweis, in dem Modul mit gleichem Achsabstand sowohl das hier gezeigte 1:1 als auch eine Unter- bzw. Übersetzung bekommen, wobei ich die Zahnzahlen gerade nicht parat habe. So lässt sich an der Geschwindigkeit ja auch noch etwas machen.

Deine Rutschkupplung ist definitiv eine perfekte Lösung. Bei mir zieht sich das einfache Rändelrad je nach Drehrichtung ja noch fester - mit 7V hätte ich (besonders durch Gäste am Gerät) schon das Getriebe zerfetzt.

Clear Skies
Sven
 
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