Geisterfahrende Planeten

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Moin, Peter,
Zitat von P_E_T_E_R:
Das dürfte noch allerlei Aufregung erzeugen ...
Yepp, genauso wie diese Meldung vor ein paar Tagen zu einem ähnlichen Thema:
Die Neuentdeckung liegt mit einer geschätzten Masse von weniger als 15 Jupitermassen genau in dem Massenbereich, in dem schon zahlreiche Gasriesen um andere Sonnen aufgespürt worden sind. Sollte man es aber deswegen als Planeten bezeichnen? Einige Beobachtungen sprechen eindeutig gegen eine solche Klassifizierung, wie etwa das Alter des Objektes: Dies entspricht mit rund einer Millionen Jahre dem ungefähren Alter des Braunen Zwergs. Das Objekt muss damit deutlich schneller entstanden sein, als es Theorien über die Entstehung von Planeten vorhersagen.
aus: Rätselhafter Begleiter eines Braunen Zwergs

Die nächste Hürde zur Definition eines Planeten ist in Sicht :augenrubbel:
 
Ich möchte hier mal eine anscheinend naive Frage in die Runde werfen:

>>> Wie bestimmt man überhaupt aus spektroskopischen Daten den Drehsinn von Sternen und den umlaufenden Planeten? <<<

Mir ist schon klar, dass die Spektrallinien eines Sterns durch die Eigenrotation dopplerverbreitert werden. Aber das sagt überhaupt nichts über den Drehsinn aus.

Und was den Drehsinn der umlaufenden heißen Jupiter betrifft, so tappe ich da auch völlig im Dunkeln. Angeblich sind die allesamt mit der Transitmethode gefunden worden. Aber wie bitte sehr erfahre ich da etwas über den Drehsinn des Planeten?

Fragen über Fragen ...

Mit freundlichen Grüßen,
Peter

 
>>> Wie bestimmt man überhaupt aus spektroskopischen Daten den Drehsinn von Sternen und den umlaufenden Planeten? <<<

Inzwischen habe ich eine Erklärung dafür im Blauen Forum gefunden: Rossiter-McLaughlin Effekt

Link zur Grafik: http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/c/cb/Rossiter-McLaughlin_effect.svg/500px-Rossiter-McLaughlin_effect.svg.png












Illustration showing the effect. The viewer is situated at the bottom. Light from the anticlockwise-rotating star
is blue-shifted on the approaching side, and red-shifted on the receding side. As the planet passes in front of
the star it sequentially blocks blue- and red-shifted light, causing the star's apparent radial velocity to change
when it in fact does not.


Y. Ohta, A. Taruya, Y.Suto: The Rossiter-McLaughlin effect ...

D.R. Anderson et al.: WASP-17b: An Ultra-Low Density Planet in a Probable Retrograde Orbit

Es ist schon erstaunlich, was man aus dem Spektrum eines Sterns alles rausmelken kann ...

Mit freundlichen Grüßen,
Peter


 
Für diejenigen, die sich für weitere Details interessieren:


Link zur Grafik: http://www.superwasp.org/waspsouth/8cams.jpg

SuperWASP = Super Wide Angle Search for Planets


SuperWASP-South

SuperWASP Technik

Canon 200 mm f/1.8


Gallery of exoplanets with retrograde orbits

WASP Planets


HARPS = High Accuracy Radial velocity Planet Searcher

HARPS Technik


Und last not least der Preprint:

A.H.M.J. Triaud et al.: Spin-orbit angle measurements for six southern transiting planets

Mit freundlichen Grüßen,
Peter


 
Hallo Frank,

ich finde es erstaunlich, dass eine 11 cm Linse für einen Transitkandidaten ausreicht, zumal ja unsereins als Amateur schon häufig mehr Kaliber ins Feld führt.

Aber der Schlüssel zum Erfolg solcher Suchmaschinen wie SuperWASP ist offensichtlich nicht die Größe der einzelnen Optik, sondern die vollautomatisierte dauernde Abdeckung eines riesigen Areals am Himmel.

Für die spektroskopische Untersuchung der Kandidaten braucht man dann natürlich wieder riesige Optiken, aber ohne die Suchmaschinen hätten die nie eine Chance sowas zu finden.

Ein wirklich eindrucksvolles und sehr erfolgreiches Zusammenspiel, von dem sicher noch mehr zu erwarten ist.

Mit freundlichen Grüßen,
Peter

 
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