Ringnebel bei Mitternachtsdämmerung

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Attalar

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Hallo,

leidgeplagt durch die norddeutschen Lichtverhältnisse im Juni, habe ich dennoch einen Deep-Sky-Versuch gewagt:

Link zur Grafik: http://www.bilder-hochladen.net/files/big/bkxv-4s.jpg

Das Bild ist das Resultat eines Versuchs, das C9.25 mit F=2350mm mittels eines Suchers (TS 80mm) durch den Lacerta M-GEN Standaloneguiders nachzuführen.

Das SC war nicht korrekt kollimiert und wahrscheinlich bin ich auch ein wenig Opfer des Spiegelshiftings geworden. Dennoch macht der Versuch Mut, es weiter zu probieren.

Außerdem war das Seeing nicht wirklich gut und wir hatten auch eine sehr hohe Luftfeuchte. Mehr Ausreden habe ich nicht ;)

Hier die Bilddaten:

Celestron C9.25 auf CGEM
F=2.350mm (f/10)
Canon EOS 450Da mit IDAS-LP2
24 x 300sec bei ISO800 (externer Dunkelbildabzug)
Guiding mit Lacerta M-GEN am TS 80mm-Sucher bei F=492mm

Dunkelbildabzug mit Fitswork, Stacking mit Regim und Tonwerte mit Photoshop.

Ich weiß, ich habe wieder nicht gedithert. Ich wollte an einem Abend nicht zu viel Fronten aufmachen, also bitte nicht schimpfen ;)



Gruß,

Michael
 
Hallo Michael,

das "nicht-dithern" ist das kleinste Problem.

Als Fokussierhilfe kann ich eine passende Bahtinov-Maske nur sehr empfehlen - falls nicht bereits vorhanden.
Zudem scheint irgendwo eine leichte Verkippung vorzuliegen.
Möglicherweise liegt es tatsächlich an einer nicht otimalen Justage, dass die Sterne nicht homogen abgebildet sind.

Im Nebel selbst ist der Übergang vom roten zum grünen Teil unnatürlich abrupt. Hast Du da irgendwie per EBV nachgebessert?

Also, wenn ich Ratschläge geben darf:
- versuche das C9.25 so gut es geht zu justieren
- Brennweiten über 2m sind per Leitrohr und Montis unter 5-stelligem Wert fast nicht zu machen
(wird auf einen OAG rauslaufen)
- Auf eine exakte Fokussierung achten. Das ist bei f/10 noch kein großes Problem - könnte mit einem zusätzlichen OAZ noch leichter werden
- den Grünstich vom Hintergrund entfernen
- darauf achten, dass der Ring natürlich rüberkommt
- überlegen, ob ein C 9.25 das richtige Aufnahmeinstrument für die Zukunft ist

Sorry, falls das jetzt etwas hart rüberkommt, aber "schönes Bild - weiter so" bringt Dich nicht weiter.

Grüße
Rolf




 
Hallo Rolf,

keine Sorge. Ich bin offen (und dankbar) für Kritik.
Das mit dem SC ist natürlich so eine Sache. Das C9.25 ist ein Kompromis, da ich damit leidlich gut Mond, Planeten und auch ein wenig Deep-Sky fotografieren kann. Optimal ist es sicherlich nicht, schon gar nicht bei f/10. Mit dem f/8-Flattener wird es schon etwas besser.

Den Grünstich habe ich nicht bemerkt, ich habe den Rotkanal etwss heruntergenommen, weil es mir zu rotstichig war.

Nein, ich habe eigentlich nach dem Stacken nur noch die Tonwerte angepasst und den Hintergrund geebnet (inveres Flat und Gradient X-Terminator). Das wars.

Der Fokus ist glaube ich weniger das Problem gewesen (ein OAZ war übrigens im Einsatz). Ich habe wie gesagt eine nicht so gute Kollimation gehabt, die ich aber in Kauf genommen habe, weil ich unbedingt testen wollte, wie es sich so guidet mit dem Sucher bei F=2.350mm. Wie gesagt, es war eher ein Versuch.

Der OAG ist beim C9 wohl ein muss. Das sehe ich jetzt auch ein. Gelesen habe ich das ja schgon öfter, aber manchmal muss man es einfach erst einmal probieren...

Vielen Dank und Gruß,

Michael
 
Hallo Michael,

ich habe gerade viele andere Bilder auf Deiner HP angeschaut. Die sehen sehr gut aus! (besonders die knackescharfen Mondaufnahmen)
Da habe ich auch gesehen, dass Dein C 9.25 bereits einen OAZ hat. Für Mond und Planeten ist das SC natürlich sehr gut geeignet.

Ich verstehe das, man muss eine Menge ausprobieren - geht mir genauso :-)

Ich denke, ein OAG könnte Dich gerade mit 2350 mm Brennweite dahingehend weiterbringen. Es gibt natürlich viele Objekte, die nach viel Brennweite schreien. M 57 ist da ein Paradebeispiel. Falls Du mal konkreter mit dem Gedanken an einen OAG spielen solltest, würde ich darauf achten, dass das Prisma nicht zu winzig ausfällt und der Guiderfinger einige Freiheitsgrade zum Einstellen hat.
Die Leitsternsuche kann sonst schnell zur Nervensache werden.

Wenn das Guiding mit OAG aber mal läuft, ist es eine tolle Sache und die Bildverwendungsrate steigt enorm, besonders bei großen Brennweiten.
Meiner Erfahrung nach stößt ein OAG oft auf Ablehnung wegen der vermeintlich nervigen Bedienung. Mit dem richitgen Modell und einer empfindlichen Guidingkamera verliert das aber schnell seinen Schrecken und macht nur noch Freude.


Viele Grüße und viel Spaß beim Ausprobieren
Rolf






 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo Rolf,

schönen Dank für das Lob. Das freut einen immer zu hören, zumal ich noch nicht ganz so lange die Foto-Astronomie betreibe. Mit Mond und Planeten habe ich angefangen und das ist auch nach wie vor eine große Leidenschaft und auch Herausforderung. Darum das C9.25.

Deep-Sky ist da natürlich eine ganz andere Geschichte. Ende des Jahres werde ich meine Ausrüstung um einen Mak-Newton erweitern, der wird dann hauptsächlich (neben dem kleinen Refraktor) für diese Objekte herhalten.

Ich hatte schon den Celestron Radial-Guider. Allerdings machte der Probleme, wenn man einen Flattener dazwischen hat. Daher denke ich momentan daran, mir die von TS umgebaute Version mit 27mm Weg zu besorgen.

Danke auch noch einmal für Deine Anregungen und Hilfen. Leute wie Du sind es, die es einem Anfänger wie mir überhaupt erst ermöglichen, Fortschritte zu machen. Und allein das ist mein Ziel.

Gruß,

Michael

 
Hallo Michael!

Einige Anmerkungen anhand Deine MGENCSV Daten.

Deine RA-Achse hat eine 18 Sekundiger "Kurz-Periode", wobei eine plötzliche (nur 2-3 Sek lang dauernde) Voreilung oder Verspätung bemerkbar ist. Die MGEN versucht es zu korrigieren, aber wegen der 1000ms Korrektionszeit tut er es nur verspätet und wegen der hohe Agressivität wird ab und zu sogar Überkorrigiert.
Diese 18 sekundige Kurzperiode (bei EQ6 ist es auch typisch, mit einer Periodizität von 10,2 Sekunden) kommt von den internen Zahnräder des RA-Motors.

Unsere Empfehlung beim MGEN Parametrisierung:
Tolerancewerte senken (ganz ruhig bis zum Bereich 0,1-0,3 Pixel)
Korrektionsintervalle senken (500ms, oder wenn möglich darunter)
Aggressivität senken (unter 50% bzw. 0,5)
Gain möglichts nicht heben (derzeit 7, wenn ich nicht irre)

Alles, was ich in der MGEN-Thread über Shifting und differentielle Durchbiegung geschrieben bleibt natürlich aktuell, diese ist nur eine Zusatzinfo, anhand die MGEN Grafiken.

CS: lajos
 
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