TS APO 80/480mm: First light

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UwePilz

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Zum schnell-mal-beobachten benutze ich seit einigen Jahren ein 8-cm-Spektiv. Eigentlich hatte ich es mir als Ersatz für ein 20x80-Fernglas gekauft, wegen der größeren Bequemlichkeit beim Einblick. Wirklich benutzt habe ich es vor allem zum Beobachten von Sonnenflecken. Gegenüber meinem dafür auch ganz gut geeigneten 15-cm-Mak war es viel schneller einsatzbereit und ließ sich samt Stativ an einer Hand tragen.
Ich hatte mich dazu entschieden, dieses Gerät durch etwas optisch Leistungsfähigeres zu ersetzen. ich wollte keine Bequemlichkeit bei der Benutzung einbüßen – meine leichte azimutale Montierung sollte genügen. Ich hatte einen der relativ preisgünstigen ED-Apos mit 8 cm Öffnung im Sinn. Ich war mir aber nicht sicher, welches konkrete Gerät ich nehmen sollte.

Nach Beratung durch den Händler habe ich mich für das Apo-Triplet von TS entschieden. Das ist freilich viel teurer, als ich zunächst ausgeben wollte (knapp 700€). Letztlich war es für mich eine gute Wahl, da es an der optischen Güte nichts auszusetzen gibt.

Ausstattung:

Das Gerät wird in einem Koffer geliefert. Eine einschiebbare Taukappe und ein ziemlich schwerer 2-Zoll-Okularauszug mit Untersetzung gehören zum Lieferumfang. Die leichte azimutale Montierung trägt das Gerät gut, wenngleich es deutlich schwerer ist als das Spektiv. Die Taukappe wird durch eine gedrehte Schraubkappe aus Aluminium verschlossen, eine sehr gute Lösung.

Beobachtungen

Ich habe mir zunächst einen Sonnenfilter aus Baader-Folie gebastelt und am Tage ein wenig unser Zentralgestirn geschaut. Die angenehmste Vergrößerung war 90x, darüber war die Luftunruhe zu groß. Chromatische Aberrationen waren nicht feststellbar, der Kontrast des Bildes war wirklich gut. Der Okularauszug ist für visuelles Arbeiten mehr als großzügig ausgelegt. Auch ein 3,5-mm-Okular ließ sich feinfühlig scharfstellen, die Schärfe „rastet ein“.

Für den Abend habe ich meinen 6-Zoll-Intes-Mak und den Apo nebeneinander auf die Terrasse gestellt und Vergleichsbeobachtungen an Mond und Saturn vorgenommen. Dabei habe ich jeweils identische Vergrößerungen eingestellt. Die Luftruhe war für meinen Standort verbnünftig, also etwas mehr als durchschnittlich. Allerdings gibt es wenige Abende im jahr, wo die Luftruhe deutlich besser ist. An solchen Aussagen könnten andere Ergebnisse erzielt werden als gestern. Wenn es einmal so weit ist, berichte ich auch davon.


Mond: Im Mak ist der Mond leicht gelblich und erscheint im Apo etwas bläulich. Wenn es um allerfeinste Einzelheiten geht, dann hat der Mak die Nase ein klein wenig vorn. Aber nur nach drei Mal von einem Okular zum anderen rutschen und vergleichen – wirklich nur eine Winzigkeit. Der Apo hingegen zeichnet kontrastreicher. Dies äußert sich in einem kleinen Vorteil bei der Beobachtung von kontrastarmen, großen Albedeostrukturen weit entfernt vom Terminator. Dieser Effekt ist es wohl auch, der ein insgesamt ästhetischeres Bild am Apo erscheinen lässt. Dass das Bild im Mak heller ist, brauche ich nicht zu erwähnen. Ich verwendete Vergrößerungen von 72x und 144(Mak)/137(Apo).

Saturn – 144/137x: Erstaunlicherweise zeigte der Apo ein auf den ersten Blick besseres Bild: Schärfer und mehr Kontraste im Wolkenband. Meiner Frau ist es auch sofort aufgefallen. Die schwachen Monde ließen sich schwieriger bis gar nicht ausmachen, das ist klar.

Sterntest an Regulus: Dieser Apo ist das erste Instrument, an dem ich Bilder erhielt, wie sie im Suiter gesehen habe. Der Mak und mein großer Newton bekommen Bildveränderungen durch die Obstruktion, und die Refraktoren, die ich beim Wickle hatte, waren eben nicht so gut. Die Bilder sind lehrbuchmäßig, vielleicht intrafokal kein bisschen ausgefranst. Keine Spur von Farbe, alles glatt weiß - sowohl im Fokus als auch fokussiert. Keine Koma, kein Astigmatismus im gesamten Bildfeld bei 96x und 137x. Die hohe Vergrößerung wurde übrigens mit einem LVW 3,5 mm erreicht, welches sehr gut zu dem Instrument passt-

Fazit

Ein schöner Kauf, gut geeignet für die angestrebte Anwendung. Aufs Geld darf man dabei nicht in erster Linie sehen. Auf bequemes Beobachten ohne große Vorbereitung schon. Einfach an einer Hand nach draußen tragen und los geht’s. Die optische Leistungsfähigkeit des viel größeren Mak wird im Wesentlichen erreicht, zumindest an Abenden mittlerer Luftruhe.
Das Gerät wurde von einem hier nicht geschätzten Optiktester geprüft. Man kommt auf die Seite wenn man bei Tante Google "APO Triplet 80/480 - eineiige Zwillinge?" eintippt (mit Anführungsstricheln).

 
Hallo Uwe,

sehr guter Bericht, der sich zu 95% mit meinen Erfahrungen deckt. Ich habe ihn seit der letzten AME.

" Die Taukappe wird durch eine gedrehte Schraubkappe aus Aluminium verschlossen, eine sehr gute Lösung. "

Mich nervt das Geschraube, mir wäre eine gut sitzende Steckkappe wie beim Oku lieber.

Ein Phänomen gibt es, für das ich schon einen eigen Beitrag schreiben wollte: bei Mondbeobachtungen wird der Mondrand gelb wenn er an den Rand des Okulargesichtsfeldes kommt ( ca. die letzten 5% GF ). Das ist Okularunabhängig, sowohl mit Zenitspiegel als auch mit Amiciprisma, fällt nur bei kleinen Vergrößerungen kaum auf, aber mit den 3,5 + 5mm Hyperions springt es ins Auge. Woran liegt das ?

Gruß Uwe
 
Lieber Uwe,

bevor es hier in Leipzig ganz zuzog, konnte ich noch eine knappe halbe Stunde den Mond beobachten. Der Mondrandeffekt tritt bei mir nicht auf, geprüft mit einem 4-mm-Planetary und einem 3,5-mm-LVW. Der Rand belibt weiß, bis ganz zum Rand des Gesichtsfeldes.
 
Hallo Uwe,

Zitat von UwePilz:
Der Mondrandeffekt tritt bei mir nicht auf, geprüft mit einem 4-mm-Planetary . Der Rand belibt weiß, bis ganz zum Rand des Gesichtsfeldes.

Mir ist eingefallen, daß ich noch ein 9mm Planetary besitze, welches ich schon lange nicht mehr benutze.
Gestern hab ich´s abwechselnd mit dem Hyperionzoom bei 8mm am Mond verglichen.
Der Efekt ist beim Planetary auch vorhanden, allerdings schwächer, etwa halb so stark wie beim Hyperion.

Geuß Uwe
 
Hi,
schöner Bericht, der 80mm Apo macht schon spass, besonders an Mond und Saturn , ich habe den Astroprofessional der sehr gut ist.
Gruss Patrick
 
Hi,
das wusste ich auch noch nicht, das da dieselbe Optik drinn ist,
ich bin immer wieder erstaunt was der kleine Apo leistet, als Schnellspechtelteleskop ist der 3'' Apo ideal, für die Erdbeobachtung sowieso.
Vor einigen Tagen habe ich Schiffe damit Beobachtet, der Kontrast ist sehr gut.
Gruss Patrick
 
Hallo Uwe,

laut dem Bericht von Wolfgang R0hr ist im AP dieselbe Optik drinnen.
Welche Optik ist denn, im Astro-Proffessional verbaut ?
Konnte nichts dazu finden ?!
Bin auch noch auf der Suche nach einem leichten Reiserefraktor.
Was hältst Du z.B., von dem AP Carbon Triplett oder dem einfachen AP ED80 ?


Grüsse
Thomas
 
Lieber Thomas,

ich kann den Link hier nicht senden. Wie ich oben schrieb, tipp in Google "APO Triplet 80/480 - eineiige Zwillinge?" ein.

Es ist ein Triplett mit dem besten Glas, FPL 53.

Zu den ED-Instrumenten: Ich hatte auch erst ein halb so teures Insrument im Auge. Ein Mitarbeiter von Wolfi hat mich beraten und mir dieses hier empfohlen. Wennschon Apo,. dann richtg. Bei den EDs steht ja schon auf der Webseite: ED APO mit stark reduziertem Farbfehler... Es ist alo noch Farbfehler da. "Nicht strören" ist subjektiv, die Wahrnehmung beeinträchtigt das gewiss. Wenn man nur 8 cm nmmt, dann perfekt - so meine jetzige Meinung. Aber das sieht jeder anders.
 
Hallo Uwe,

ganz herzlichen Dank, für Deine Rückmeldung !
Du hast mir sehr weiter geholfen !

Grüsse
Thomas
 
Hallo Uwe,

wie ist denn so der Okularauszug?
Kann der auch ein 1Kg ES 20mm 100Grad samt Zenithspiegel sicher halten?

CS Thorsten
 
Der Okularauszug ist sehr schwer und funktioniert gut. Mein schwersten Okular wiegt ca. 700g. Damit ist der Auszug noch lange nicht am Ende. Er trägt wahrscehinlich auch eine viel schwerere Kamera. Ober er die stabil im Fokus hält, das weiss ich nicht. Aber von der Tagkraft kein Problem.
 
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