Ein verwirrter Anfänger 12" f5 Dobson

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muellerarmack

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Hallo liebe Gemeinde

Zunächst vielen Dank! Dieses Forum hat mir schon sehr bei der Auswahl des richtigen Teleskops geholfen und mich davor bewahrt unnötiges Lehrgeld zu zahlen. Nun bin ich stolzer Besitzer eines Skywatcher 12“ Flextube. Ist genau dieses Ding hier:

http://www.astroshop.de/skywatcher-dobson-teleskop-n-304-1500-skyliner-flextube-bd-dob-at/p,14973

Im Gegensatz zur Geräteauswahl bin ich bei meiner Zusammenstellung von Okularen nach diversen Freds wirklich nicht schlauer geworden, nein, sondern nun absolut verwirrt. Es gibt eine Menge Freds hier nach dem Moto: „Habe ein 12er, welche Okularzusammenstellung ist die richtige“, aber ich werde da einfach nicht schlau draus. Ich habe auch noch ein paar andere Fragen, die ich trotz google & Co nicht herausfinde.

Meine Situation: Teleskop wie schon gesagt 12“ Dobson, wohne im Nordwesten auf dem Land, ergo wenig Lichtverschmutzung, habe den Luxus von zwei großen Balkonen, brauche also nur den Dobson aus dem Heizungszimmer rüberrollen, Was will ich sehen: Mhh...eigenlich alles. Ne im Ernst keine genaue Vorstellung. Mond & Planeten für den Anfang. Später vielleicht mehr. Budgetsit: Ich sage, erst mal egal. Ich bin nicht reich, will aber auch nicht gem. Geiz-ist-Geil doppelt zahlen für billigen Mist. Beim Dobson lagen folg. Prössl-Oku bei: 6, 9, 10, 15, 25, 32. Und eine Barlow-Line 2x

Hier nun die Fragen:

A) Transport

Wie gesagt, ich brauche das Ding eigentlich nur bis zur Balkontür rollen und muss es dann nur über die Türschwelle heben. Ist zwar schwer, aber man ist ja noch jung. Nur wo fasse ich da an. Es gibt an der Rockerbox eigentlich nur die Fixierungsgriffe, die eigentlich zum Feststellen des Tubus da sind. Gem. eines Anruf bei Astroshop könne ich die seitlichen Griffe dafür schon nehmen, aber ich habe da meine Bedenken. Da hängt doch einiges an Gewicht, auch wenn der Lastmoment nur kurz ist. Ich befürchte, dass früher oder später die Wellen verbiegen oder die Gewinde kaputt gehen oder das Lager abnutzt. Was meint ihr

B) Feuchtigkeit

Wenn man das gute Stück ein bisschen länger draußen stehen lässt, um bspw. zwischenzeitlich aufzuwärmen, setzt sich schnell ein Taufilm auf dem Dobson ab. Ist das schlimm? Ich würde sonst aus dem Baumarkt für’n 10 € Malerfolie kaufen (vergleichbar dem Material von Gefrierbeutel) und dann zwischenzeitlich über den Dobson werfen

C) Temperatur
Bei wieviel Grad kann man den Dobson noch nach draußen stellen? Tiefe Minusgrade? Was ist, wenn man eine so kalten Dobson wieder in den Heizungsraum rollt. Dann müsste doch die warme Luft im Dobson kondensieren

D) Okulare
Hier herrscht bei mir nach all den Freds nur noch Verwirrung.

D1) Geringste Brennweite:

Warum sind die kleinsten Brennweiten so bei 3,5 – 5 mm? Gem dem Handbuch gilt die Faustformel: Maximale sinnvolle Vergrößerung = 2 * Tubusdurchmesser. Bei mir also ca. 300mm, ergo max. sinnvolle Vergrößerung 600. Bei einer Brennweite von 1500, würde ich bei 2,5mm Brennweite liegen, wenn ideale Beobachtungsbedingungen vorliegen. Sind wir mal so euphorisch und nehmen ideale Bedinungen an. Wieso wird nie eine Brennweiter von 2,5 mm empfohlen. Ich habe doch erstmal Interesse an die Planeten möglichst nah ran zu kommen. Verstehe daher halt nicht, warum die min. empfohle Brennweite so bei 5mm liegt

D2) Okulare vs. Barlow

Auch hier gibt es schon sehr sehr viele Abhandlungen drüber, teilweise seitenweise Material, aber ein eindeutiges Fazit habe ich immer noch nicht gezogen. Wäre es nun besser auf mehr Okulare zu setzen, oder weniger Okulare kaufen und dann mit einer Barlow-Linse beschalten.

D3) Markenempfehlung

Habe jetzt schon so oft gehört, dass Televeu der beste Hersteller schlechthin sein soll. Bei den Frage-Freds über die optim. Okularzusammenstellung für 12er Dobson tauchen die Dinger dann aber doch nie auf. Liegst am Preis. Bspw. eine 2,5mm, >80 Grad Nagler Okular ist zugegeben nicht billig, aber da gibts deutlich teurere Okus

D4) Begründungen

Fehlen mir irgendwie immer. In vielen Fred findet man div. Empfehlungen von Zusammenstellungen, aber nie ein Begründung. Bspw. ich nehme ein 2,5mm, um die maximale Vergrößerung rauszukitzeln, aber was mit 10mm. Warum gerade den. Warum nicht 11mm. Momentan stelle ich mir eigentlich nur drei sinnvolle Okulare vor. Eins mit minim. Brennweite wg. max Vergrößerung. Eins mit sehr hoher Brennweite, dafür aber großem Sichtfeld, um eben weniger Details aber dafür mehr ins Bild zu kriegen und dann vielleicht noch eine gesunde Mitte. Die meisten hier genannten Empfehlungen umfassen locker 5 Okus.??
 
Hallo relativ namenloser Teilnehmer,

Zu B) und C) Teilantworten.
Mit einer beschlagenen Optik ist nicht zu beobachten. Ein Beschlagen des Rahmens sollte dieser überstehen, aber... schau Dir das Ding halt an, ob es da Nachhilfe braucht. Man kann auch Küchenmöbel kaufen, bei denen beim kleinsten Hauch von Essensdampf die Umleimer abgehen und die Spanplatten quellen.
Der Temperaturunterschied beim Ortswechsel ist eher unkritisch. Der Spiegel wird ohnehin nicht so schlagartig durchkühlen. Probleme damit gibt es nur bei speziellen Materialien. Linsen aus Fluorit-Kristall (nicht Fluor haltiges ED-Glas) sind da anfällig, aber normalerweise auch diesbezüglich "praxistauglich". Das Gerät muss natürlich auskühlen und das dauert. Ein sinnvoll montierter Lüfter (von der Stange mit fast boshafter Konstanz nicht zu haben) verwirbelt die erwärmte Luft so dass sie das Bild nicht stört.
Der Beschlag beim Hereintragen sollte durch Abdecken der Optik vermieden werden - nach kurzer Zeit ist das Gerät soweit warm geworden, dass es nicht mehr beschlägt. Dann muss man es ggf. auslüften lassen, wenn vom Beobachtungsabend her Feuchte im Tubus sitzt. Ähnliches Gilt für Okulare und Filter - je nach Lagerung und Gebrauch.
Übrigens: schließt man kalte Luft im Dobson ein, wird sie beim erwärmen relativ trockener. Nur wenn schon kondensierte Feuchte drin steckt, dann hilft das auch nichts!
Beschlagen schadet eigentlich auch nicht. Nur beschlagen lassen für eine Woche, das erzeugt Gammel und Gammel ist was biologisches, womit man sich einen Fungus einfangen kann, der die Optik befällt. Der Tod so manchen alten Feldstechers im Dustern in der Lederhülse... Dagegen hilft wohl Tageslicht ganz gut. UV Licht ist nicht nur schlecht für die Haut...

D)
Okulare - riesen Thema. Lies Dich in die Basics ein, dann kannst Du D1 und D4 abschließen.
Hier meine Einsteiger-Ecke aufsuchen: www.svenwienstein.de

D2: http://www.svenwienstein.de/HTML/barlow-test.html
D4: Falsche Vorstellungen. Dir fehlen die Basics um das zu verstehen. Lies Dich durch diverse Homepages, meine Einsteigerecke habe ich schon genannt. Ganz grob: Je nach Objekt und Bedingungen sind unterschiedliche Bildhelligkeiten genauso sinnvoll wie unterschiedliche Vergrößerungen reizvoll sind.

Im Prinzip: Es ist gut, dass Du Begründungen willst. Du musst das aber als Ansporn nehmen, Informationen zu suchen.

Clear Skies
Sven
 
Hi,

Zitat von muellerarmack:
C) Temperatur
Bei wieviel Grad kann man den Dobson noch nach draußen stellen? Tiefe Minusgrade?
Kälte sollte keinem Teleskop etwas ausmachen. Danach ins heiße Wasser sollte man es aber nicht legen. :-)

Was ist, wenn man eine so kalten Dobson wieder in den Heizungsraum rollt. Dann müsste doch die warme Luft im Dobson kondensieren
Nö, die warme Luft kondensiert dort sicher nicht. Dazu bräuchte es -180°C und tiefer. :-)

Damit sich keine Feuchtigkeit der warmen Zimmerluft am kalten Equipment niederschlägt, lüfte ich das Zimmer ausgiebig, bevor ich das Equipment reinbringe und auspacke. Dann kann die feuchte Luft raus und trockene kalte Außenluft rein. Wichtig: nach dem Lüften Zimmertür zumachen. Die frische Luft erwärmt sich langsam wieder, wobei die rel. Luftfeuchte weiter absinkt.

Du hast einen Heizungsraums mit Balkon?

Gruß
Markus
 
B)

Meine Wohnraumsituation ist die, dass ich im OG einen Gasbrennerraum / Heizungsraum habe, dort ist es immer recht mollig warm und trocken. Von dort aus rolle ich das Ding durch den Ankleideraum in den OG-Flur und lasse dort das Gerät für 30 Min zum Zwischentemperieren stehen. Danach geht's in die Eiseskälte

D2)

Die Testberichte über die Barlow-Linsen habe ich gelesen. Sicherlich sehr informativ, aber ein Fazit lese ich da immer noch nicht raus hinsichtlich Okular mit niedriger Brennweite vs. eins mit hörerer plus Barlow

D4)

@Begründung: Dann versuche ich mal mit meinem kleinen Know-How den Schritt nach vorne. Annahme: Nahezu ideale Beobachtungsbedinungen, kaum Streulicht (wohn quasi in der Pampa).


Gem.:

http://www.ajoma.de/html/okulare.html

ist die minimal sinnvolle Austrittspupille um die 0,5mm. Dividiert durch Tele-öffnung von 305mm und dann den Kehrwert ergibt eine max. sinnvolle Vergrößerung von 610. Passt also mit der Faustformel aus dem Handbuch. Um dann auf die Brennweite zu kommen dividiere ich durch Brennweite des Tele. also 1500mm und nehme davon den Kehrwert, ergibt ca. 2,5mm.

Was spricht denn also gg. diese Brennweite?

Bei Astroshop wird z.B. ein 2,5mm Televue (Nagler) mit Eigengesichtsfeld ca. 80 Grad für ca. 250 € angeboten (soll jetzt hier keine Werbung sein

Auf die viel zitierten 5mm komme ich eigentlich nur, wenn ich auf eine min. AP von 1mm abstelle.

Max sinnv. Vergröß.: Interessanterweise wird auf dem Link eine Faustformel von 1,5 x Spiegeldurchmesser erwähnt. In meinem Handbuch steht 2 x Spiegeldurchmesser. Tja...alles ziemlich verwirrend

 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hi,

> Nahezu ideale Beobachtungsbedinungen, kaum Streulicht (wohn quasi in der Pampa).

Auf einem Balkon hat man keine nahezu idealen Beobachtungsbedingungen, weil durch das Gebäude das Seeing zunimmt.

Selbst wenn Du auf freiem Feld beobachten würdest, würde dir das 2,5er Okular nicht viel bringen. Es macht mal Spaß, sich den Mond so hoch vergrößert anzuschauen, einen erkennbaren Detailgewinn oder nur halbwegs brauchbare Beobachtungen, lassen sich damit nur extrem selten anstellen.
Max. sinnvolle Vergrößerung ist nur in der "Theorie" von der Öffnung abhängig. In der Praxis zählen die Beobachtungsbedingungen.

 
Hi,

Tau sollte doch kein so großes Problem darstellen. Der sammelt sich doch zuerst am Metallgehäuse. Wenn de Fangspiegel anlaufen sollte hilft oft "Handauflegen" Und wenn der Haupstspiegel anläuft ist es eh vorbei mit spechteln.
Beim Abbau einfach in den "Ankleideraum" lassen und erst am Folgetag an den Ursprungsort zurück. So sollte sich sich kein "Tau" durch Niederschlag durch Warmluft bilden.

Zu den Okularen: Das wird eine längere Sache...

Kurz ein paar Faustregeln, die sich bewährt haben:

1. Okulare wenn möglich endgültig kaufen, also keine Zwischenlösungen, die man dann doch wieder verkauft, sondern lieber sparen.

2. Wichtig sind: die Gesichtsfeldgröße (sollte über 70° liegen), die Abbildung an Rand (mehr Linser haben oft eine bessere Randabbildung), es sollten alle Glas/Luft Flächen Fully multi vergütet sein und der Augenabstand (Bist du Brillenträger?)

3. Am Anfang keine Barlow und keine Filter, die kann man sich nach und nach dazukaufen, wenn nötig

4. Am Anfang reichen 3-4 Okulare völlig aus. Für dich könnte es z.B. ein 32mm Aufsuchokular, ein 12mm Okular für die mittlere (Galaxienokular) und ein 6mm für die hohe Vergrößerung sein. Die max. AP von 6mm bis 7mm gestimmt die Brennweite des Aufsuchokulars, während das Seeing oft die minimale AP (max. Vergrößerung) bestimmt. Bei f/5 und dem oft durchschnittlichem Seeing in D macht es keinen/kaum Sinn unter f=5mm für das Okular zu gehen.

Gruß
Lots
 
also zunächst vielen Dank für eure Antworten. Jetzt wird mir das Thema mit den Okularen etwas klarer. Ich hatte mich zwar vorher schon über Seeing und Transparenz informiert, aber ich konnte nirgendswo einen skalaren Zusammenhang lesen, der die Relation zw. Seeing in DE und noch sinnvoll. max. Vergrößerung erklärt. Denhabe ich zwar jetzt immer noch nicht, aber es reicht mir aus, wenn ihr sagt, dass man erfahrungsgem. nicht unter 5mm gehen sollte.

Die Punkte 1 und 2 waren mir klar. Dennoch Danke auch an Lots. 3 ist ein guter Hinweis.

Wie ich schon sagte, war beim Teleskop ein ordentlich Satz Super Plössl bei (Ich habe das alles gebraucht gekauft). Da ich auf jeden Fall 1. von Lots beachten möchte, würde ich nun nach und nach die Superplössl durch bessere (Nagler) austauschen.

Ich würde zunächst mit den niedrigsten Brennweiten anfangen, d.h. z.B. ein Televue Typ 6. Ich bestelle mir gleichzeitig 2.5mm, 3.5mm, 4 und 5 mm und probiere alle durch und behalte dann eins davon, welches mir am besten gefällt (vermutlich der 5mm). Der Rest geht wieder zurück zum Händler. Ich müsste dann ca. 250 € für mein erstes hochwertiges Okular einplanen. Das ist sicherlich eine Menge Geld, aber lieber kaufe ich erst mal nichts und spare länger auf etwas Hochwertiges als das ich mir auf Teufel komm raus etwas zulege, was irgendwann doch wieder ersetzt wird.

Bzgl. A habe ich mir jetzt selbst eine Lösung überlegt. Ich werde am WE eine Wippe konstruieren, um die Türschwelle zum Balkon zu überwinden. Ich fahre mit dem Ding also auf die Bretter rauf und bewege es langsam zum Türschwellerpunkt bis die Wippe sich dann nach vorne neigt. 2m der Wippen werden im Innenbereich sein und 1m auf dem Balkon, da die Türschwelle im Innenbereich höher ist als draußen. Die Steigung wäre dann 5 Grad, damit müsste ich den Dobson bequem rüberkriegen können.

 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hi,
Dein erster Absatz passt aber überhaupt nicht mit dem vierten über das einkaufen zusammen.
Weiterhin könnte man die Televue Okulare auch gut hier im Forum gebraucht kaufen - die werden ja nicht schlecht.

Du hast derzeit eine sehr enge Abstufung an Plössln - so eng muss es nicht wieder werden. Und im Gegensatz zu Dir würde ich auch am anderen Brennweitenende anfangen, denn die sind wesentlich häufiger im Einsatz.

Ich kenne einige, die kommen mit 3 guten Okularen aus. Bei mir sind es 5 - 31,20,13,8 und 6mm von Televue. Und wenn es denn wirklich 1x im Jahr vorkommt, das man mal am Planeten noch höher vergrößern kann, dann hänge ich eine 2x-TAL-Barlow vor das 8- oder 6mm Okular.
Mehr gibt der deutsche Himmel einfach nicht her - auf Deinem Balkon schon garnicht.
 
Nein, dass muss kein Widerspruch sein. Soweit ich Euch jetzt verstanden habe, ist zwar die Berechnung hinsichtlich der max. möglichen Vergrößerung korrekt, aber das Seeing wird mir wohl einen Strich durch die Rechnung machen. Nun gibt es aber offensichtlich keinen skalaren Zusammenhang (Kann man das Seeing überhaupt objektiv messen?), ergo kann es nur auf Erfahrung beruhen, die ich (noch) nicht habe. Offensichtlich wird es bei mir ebenfalls auf 5mm zulaufen. Es gibt aber auch in anderen Freds Kollegen, die ganz glücklich mit 4mm sind, ergo ich muss selbst durchtesten, was bei mir in der Pampa sinnvoll ist, wohl wissend, dass es mit aller Wahrscheinlichkeit (leider) nicht die 2,5mm sein werden. Entweder ich kriege über den örtlichen Händler mehrere Stücke mit - quasi zur Anprobe ;-) oder vielleicht finde ich noch einen Hobbyastronom in Ostfriesland, der mir seine Okulare am lebenden Beispiel demonstrieren kann.

Auf jeden Fall habt ihr mir schon mal sehr geholfen.

Ach übrigens zu diesem Thema eine interessante Sache: Bei der ersten Inbetriebnahme war ich ganz aufgeregt und wollte unbedingt die max. Vergrößerung durchtesten, also bei mir das 6mm Super Pössl mit der 2x-Barlow beschaltet, theoretisch also 3mm und habe mit diesem Aufbau den Jupiter vor die Linse geholt. Es war eine ziemliche Quälerei. 1. War er sehr schwer reinzukriegen und 2. Konnte ich den höchsten 1-3 sec im Bild halten ohne nachstellen zu müssen, ABER und darauf war ich als blutiger Anfänger schon stolz konnte ich den Jupiter gut erkennen inkl. Strukturen. Allerdings war das Bild nie ganz scharf zu kriegen. Vermutlich hängst damit zusammen

@wurzelwaerk: Warum ist das bei den meisten eigentlich so, dass die max. Vergrößerung eher weniger interessiert. Vielleicht liegt das an meiner Anfängereuphorie. Ich kann mir z.Z. nichts Spannenderes vorstellen als möglichst nah ran zu kommen

Andere Frage: Wie verhält es sich mit den Televue. Kann man diese Marke zu den besten zählen oder empfehlen sich da noch bessere Kandidaten.

Zum Balkon sollte ich noch erwähnen, dass er nicht überdacht ist, also quasi eine Terasse im OG.

 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hi,

jede Nacht ist anders, jede Beobachtung hat andere Bedingungen und Objekte. Wie du schon selbst schreibst, hast du noch kaum Beobachtungspraxis und versuchst daher, die Sache theoretisch zu ergründen. Ging mir auch so.

Ich durfte dann lernen, z.B. Jupiter, Saturn oder Mond je nach Seeing und Bedingungen zu genießen, ohne auf vollem Anschlag zu sein. Manchmal geht bei mir über 4mm (bei mir 225x), manchmal war schon bei weniger als 7mm (bei mir 128x) Schluß und höhere Vergrößerungen führen dann nur zu höheren Vermatschungen, jedoch ohne höhere Auflösung. Oft ist weniger mehr (mehr Schärfe, mehr Kontrast...), auch wenn es anfangs schwerfällt.

Besonders schwer ist daher, das richtige Okular für die Hochvergrößerung zu finden, eben weil die Bedingungen so wechselhaft sind. Ich habe eine Weile mit einfachen Plössln und Barlow zugebracht, um erstmal ein Gefühl zu bekommen, was geht. Um im Hochvergrößerungsbereich flexibel zu sein, habe ich jetzt ein 7mm UWAN im *entfernt*-Zoomset im Einsatz. Hiermit kannst du zwischen 7mm und unter 4mm frei wählen und das bei 82° GF.

Allerdings geht dieses Okular bei deinem f5-Teil mit 1,50m Brennweite schon zu weit runter. Du kannst aber z.B. auch ein Nagler T6 9mm in so einem Zoomset nutzen.

Geh doch mal mit der Suchfunktion auf "Zoomset"

CS

Logi



 
Zitat von muellerarmack:
Andere Frage: Wie verhält es sich mit den Televue. Kann man diese Marke zu den besten zählen oder empfehlen sich da noch bessere Kandidaten.

Pentax soll auch zur Spitze gehören. Ich habe zwar keine, aber die die welche haben, berichten nur Gutes darüber.

Für den Hochvergrößerungsbereich immer wieder gern genommen: Speers Waler 5-8mm Zoom. Die gibt es allerdings nur noch gebraucht.
 
Hallo,
Zitat von muellerarmack:
@wurzelwaerk: Warum ist das bei den meisten eigentlich so, dass die max. Vergrößerung eher weniger interessiert. Vielleicht liegt das an meiner Anfängereuphorie. Ich kann mir z.Z. nichts Spannenderes vorstellen als möglichst nah ran zu kommen
Das wollte ich so nicht gesagt haben.
Natürlich gibt es Objekte, an denen sich höher Vergrößern lohnt (z.B. Mond, Planeten und auch PNs, eben helle Objekte) und manche Objekte treten mit höherer Vergrößerung auch besser hervor, weil der Himmelhintergrund dabei dunkler wird (Galaxien).

Aber Hochvergrößerung sieht eben heute so aus und morgen so, abhängig von den atmosphärischen Bedingungen und natürlich auch abhängig vom Objekt.
Man kann zwar immer höher vergrößern, das Bild kann dann aber immer matschiger werden, man kriegt es nicht mehr fokussiert und es werden keine weiteren Detail sichtbar - das nennt man dann leere Vergrößerung.
Hinzu kommt, das mit zunehmender Vergrößerung das Bild im Okular dunkler wird, was die Erkennbarkeit auch nicht immer verbessert.

Erfahrungsgemäß ist im DeepSky-Bereich i.d.R. bei 1,5x Öffnung (bzw. 1mm AP) Schluss, Mond und Planeten vetragen etwas mehr.
 
So, nach einigen Tagen hier ein paar Zwischenergebnisse

A) Meine Rampe ist fast fertig. Materialkosten so ca. 10 Euro für Bretter und ein paar Stunden fürs Messen und Zusammenzimmern.

B) Die Sache mit der Baumarktfolie klappt wirklich sehr gut. Ich habe bei Hornbach Malerfolie Extrastark gekauft (alles andere ist qualitativ zu schlecht). Kleinste Packung sind ca. 6 m^2
und kostet ca. 5 €. Wenn ich mich aufwärmen will, stecke ich zunächst alle Schutzkappen drauf
und schmeiße dann darüber die Folie, dann bleibt es recht trocken darunter. Die extrastarke Folie ist mir dem Material von Gefrierbeuteln vergleichbar, also recht weiches Material.

D)

Hier habe ich jetzt mal ein wenig recherchiert. Hier ein paar Fakten:


> Pentax Okular SMC XF 6,5-19,5mm 1,25"
Vorteil: großer Zoombereich
Nachteil: Eigengesichtsfeld nur 41-60, sehr teuer

> Pentax Okular SMC XL 8-24mm
Vorteil: großer Zoombereich
Nachteil: Eigengesichtsfeld nur 38-60, sehr teuer

> TeleVue Nagler Zoom 3mm - 6mm
Vorteil: Deckt Höchstvergrößerung gut ab
Nachteil: geringer Zoombereich, Eigengesichtsfeld nur 50, sehr teuer

> Festbrennweiten von Pentax und TeleVue
Vorteil: Stückpreis Günstiger, großes Eigengesichtsfeld, Alle Brennweiten vertreten
Nachteil: Insgesamt teuer, wenn man 3-5 Okulare kauft

D.h. mit Pentax bräuchte ich nur 2 Okulare und könnte damit fast alles abdecken. Bei Televue habe ich nichts vergleichbares gefunden, dort sind die Zoombereiche viel enger, dafür gibt‘s dort
etwas im Höchstvergrößerungsbereich.

Allerdings fällt mir bei den Zoom-Dinger auf, dass das Eigengesichtsfeld im Vergleich zu den
Festbrennweiten viel geringer ist. Ab 60 Grad wird das gesamte Brennweitenspektrum bei den Festokularen immer noch gut abgedeckt und das Eigengesichtsfeld geht dann je nach Brennweite bis 80 und höher. Die Zoom-Okulare erreichen mit 60 Grad schon ihren Max-Wert.

Ich glaube ich fahre besser, wenn ich mir ein paar Festbrennweiten zulege.

Ich habe übrigens herausgefunden, was für ein Plössl-Satz ich habe. Die Dinger sind von Teleskop-Service. Nach den Verkaufspreisen zu urteilen, sind das nicht gerade die tollsten Okulare, aber
momentan reicht mir das. Ich werde dann diese nach und nach durch gute Pentax oder Televue ersetzen.
 
Hi,

Ich habe an meinem 16" Dobson eine theoretische Maximalvergrößerung von 600x. Praktisch konnte ich aber seeingbedingt noch nie über 400x hinausgehen.
Für den Hochvergrößerungbereich habe ich ein Speers-Waler 5-8mm, das ich mit einer Verlängerungshülse von *entfernt* auf 3,5-6,5mm modifizieren kann. Das Okular ist zwar nur noch gebraucht zu bekommen, aber es lohnt sich. Ein großes, in den Stufen gleich bleibendes Feld, angenehmer Einblick (meiner Meinung nach) und randscharfes Bild auch bei schnellen Optiken (Bei meinem f/4 gut 3/4 des Feldes).

Marcus
 
Hi,

Allerdings fällt mir bei den Zoom-Dinger auf, dass das Eigengesichtsfeld im Vergleich zu den
Festbrennweiten viel geringer ist. Ab 60 Grad wird das gesamte Brennweitenspektrum bei den Festokularen immer noch gut abgedeckt und das Eigengesichtsfeld geht dann je nach Brennweite bis 80 und höher. Die Zoom-Okulare erreichen mit 60 Grad schon ihren Max-Wert.

Ausnahme hier das SW 5-8mm Zoom Okular mit 80° GF über alle Brennweiten.

Wie verhält es sich mit den Televue. Kann man diese Marke zu den besten zählen oder empfehlen sich da noch bessere Kandidaten.

Nach meiner Meinung stellt Al Nagler die besten Okulare am Markt her. Habe selber das 12mm Nagler T4 und das 8mm Ethos.

Gruß
Lothar
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Nach meiner Meinung stellt Al Nagler die besten Okulare am Markt her. Habe selber das 12mm Nagler T4 und das 8mm Ethos.

Meiner Meinung nach stellt Don V Yeier die besten Okulare am Markt her. Habe selber das 6mm und das 16mm Brandon. Don stellt sie im Vergleich zu Al Nagler wirklich her. Nur in den 90er Jahren gab es eine Zeit, in der sein Sohn ihm bei der Produktion geholfen hat :-)

Link zur Grafik: http://www.cloudynights.com/ubbthreads/attachments/4796092-3700965-tmpphp9R0WUv.jpg


Mal Spaß und Wortverdreherei beiseite... Ich bin mir sicher, dass Pentax, Leica, TeleVue, Vernonscope und wie sie alle heißen, richtig tolle Produkte anbieten. Manche von den Produkten sind hier und da in ihren Spezifikationen verschieden und lassen sich schwer vergleichen, unter'm Strich verdienen sicherlich viele Marken hohe Anerkennung.

Wie verhält es sich mit den Televue. Kann man diese Marke zu den besten zählen oder empfehlen sich da noch bessere Kandidaten.

TeleVue gehört sicherlich mit zu den besten Marken.

- Bernd

PS: Dank Lots hat sich endlich mal eine Gelegenheit ergeben, ein Bild von Don Yeier in einen Beitrag einzubetten, der Text ist nur notwendiges Übel :-)
 
Hi Mr. "Mueller" ;) ,

also wenn es schon unbedingt ein Nagler für den Vmax-Bereich sein soll, dann empfehle ich Dir mal ein Nagler T6 9mm oder 7mm mit einem Multi-Zoomset von *entfernt*. Würde dann einen Brennweitenbereich von ca. 9-5,5mm bzw. 7-4mm ergeben, mit dem Vorteil, dass über den gesamten Zoombereich ein sGF von 82° zur Verfügung steht. So ein Zoom(set) hat den Vorteil, dass man sich langsam an die situationsbedingte Vmax "randrehen" (oder "schieben") kann, ohne die "lästigen" Okularwechsel, wenn man mehrere Festbrennweiten dafür nutzt - und dann doch gerade nicht die "optimale" Brennweite hat.
Ausserdem lassen sich die Zoomsets wieder "rückbauen", so dass das Okular wieder im Originalzustand ist und das Zoomset sich für ein anderes, passendes Okular verwenden lässt.

Ich nutze die UWAN 16mm und 7mm (baugleich einiger anderer Labels und den Lacerta UWA, die *entfernt* als fertig verzoomte Okulare anbietet) jeweils mit einem Zoomset ... und bin begeistert ob der Möglichkeit ohne viel Handling die gerade anliegende optimale oder die fürs Objekt genehmste Vergrösserung ranzudrehen ;)

Na, vielleicht sagt da noch einer der Kollegen was zu den verzoomten Nagler T6 ... :)
 
Hi Ralf,

Na, vielleicht sagt da noch einer der Kollegen was zu den verzoomten Nagler T6 ...

Ich konnte mal kurz einen Blick durch ein verzoomtes 7mm Nagler T6 von einem Astrofreund durch meinen 12,5" f/4.7 Dobson werfen. Wir hatten NGC2392 im Okular und das Seeing war gut.
Ich war angenehm überrascht wie gut der PN rüber kam. Sicherlich eine alternative für 3 kurzbrennweitige Okulare.
Die Zoomeinstellung war für mich als Neuling, der sonst nur 1 Okular benutzt zwar etwas befremdet, aber das lernt man sicherlich schnell.

Gruß
Lots

 
also ich weiß nicht, was ihr habt. Heute ist endlich mal der Mond zu sehen. Seeing ist aber leider schlecht: Wolken usw., aber ich wollte es jetzt dennoch mal wissen und war begeistert. Habe mein billiges Plössl(6mm) mit einem ebenfalls billigen 2x Barlow beschaltet und die Sicht ist atemberaubend. Ich konnte mir einzelne Krater ganz genau ansehen. Trotz der Wolken und der effektiv 3mm Brennweite war das Bild nicht HDready ;-)) aber dennoch schon mal recht gut und das obwohl ich die Dunkeladaption und das Auskühlen des Tubus nicht abgewartet habe...konnte einfach nicht warten.

Vielleicht einfach zu viel Anfangseuphorie? ;-)

Das mit dem 16er Zöller habe ich nicht verstanden. Gem. meines Handbuches und der vorherigen Diskussion gilt theoretisch max. sinnvolle Vergrößerung = 2 x Tubusdurchmesser, d.h selbst mein 12 Zöller liegt schon bei 600

So, ich muss schnell wieder zum Balkon. Der Mond bleibt mir heute nur noch bis 23:00 Uhr erhalten.
 
Hallo,
schau Dir doch noch mal an bitte, wofür der Begriff Seeing steht. Das kann bei einer stabilen Wetterlage auch mit leichtem Nebel oder Wölkchen durchaus sehr gut sein.
Dunkeladaption braucht man für den Mond nicht, die wäre eh gleich wieder im Hintern.

Zum Thema Abkühlung: stand denn das Bild im Okular still oder waberte es hin und her?

Dein Post ist wieder ein gutes Beispiel dafür, daß man erstmal mit dem beobachten sollte, was man hat und dann später aufgrund eigener Erfahrungen ans Nachkaufen/Austauschen geht.
Okularempfehlungen sind sowas von subjektiv und ein jeder hat andere Ansprüche...

Zur Faustformel: am Newton sagte man mal 1.5xD, am Refraktor 2xD.
 
Wenn dir der Mond so Spaß macht und du eventuell einen Ipod touch oder ein Iphone besitzen solltest, dann schau dir unbedingt mal "Moon Globe" an.

Ich finde es besonders faszinierend mir die Landeplätze der Apollo Landefähren anzeigen zu lassen und diese Stellen dann gezielt im Okular zu suchen.

Ergänzend zu diesem Vorhaben kann ich folgendes Buch nur wärmstens empfehlen: Der Mond - Entstehung, Erforschung, Raumfahrt

Anders, aber auch toll ist: The Modern Moon


Sich die Beobachtung auf diese Weise "aufzuladen" ist in meinen Augen genauso wichtig wie das passend gewählte Okular. Wenn beides vorhanden ist, dann ist es noch schöner Link zur Grafik: http://www.cloudynights.com/ubbthreads/images/graemlins/jump.gif

- Bernd
 
Dunkeladaption: stimmt. Bei der Mondhelligkeit ist sie echt wieder weg.

Das Seeing war jetz aber wirklich nicht besonders gut. Ich war gerade noch mal wieder oben. Leider ist der Mond jetzt total bedeckt. Schade. Wollte gerne noch ein bisschen länger schauen.

@wabber: Ne, da hat nichts gewabbert. Den Dobson habe ich aus dem Heizungsraum geholt. Dort ist es immer recht warm. Vielleicht hatte der Dobson gerade 5 Min zum runterkühlen.

Das mit dem 1,5xD habe ich auch auf der oben genannten Website gelesen. In meinem Handbuch steht 2x. Meine Brennweite liegt bei 1500mm, ergo müsste ich rechnerisch 500fach gesehen habe bei 6mm Linse gekoppelt an 2x Barlow.
 
mhh..also meine Lösung mit der Malerfolie muss ich noch mal überdenken. Ich habe den Dobson jetzt mal richtig lange draußen stehen lassen und leider setzt sich irgendwann doch Tau auf dem Tubus ab. Die Plane hilft zwar, kann es aber bei > 4h nicht mehr effektiv unterbinden. Da besteht also noch ordentlich Optimierungsbedarf. Auf jeden Fall wird der Tubus jetzt nicht mehr von der Innenseite beschlagen. Auch der Spiegel bleibt trocken.

Das Tau-Problem werdet ihr warscheinlich alle haben. Wie geht ihr denn sonst so damit um
 
Hallo, also mein 10" Papptubus ist während einer Beobachtung auch schon so zugetaut gewesen das das Wasser runtertropfte, die Spiegel blieben aber Taufrei... nur als die Okulare anfingen sehr schnell zuzutauen hab ich das Beobachten eingestellt. Hab den Tubus danach einfach abgewischt und ins Zimmer gestellt, bis zum Morgen war er dann wieder ganz trocken...
Wenn du wirklich den Taubeschlag auf dem Tubus verhindern willst musst ihn beheizen.. aber solange nur der Tubus und die Montierung zutaut hast ja eigentlich kein Problem...

Auch von mir der Rat: erstmal möglichst viel Beobachtungserfahrung mit deinem vorhandenen Zeugs sammeln...
und merke: mit 12" wirst du in 99 Prozent der Fälle von den Bedingungen ausgebremst: Justage, Justage, Justage, Temperaturanpassung des Spiegels, Luftunruhe also das Wabbern im Bild (=Seeing) bedingt durch Temperaturunterschiede im/um den Spiegel herum oder in der Athmosphäre
(ich habe im Übrigen auch die Erfahrung gemacht: je schlechter das Wetter desto besser das Seeing)

mfg
Rainer
 
Hallo, da ich das gleiche Gerät besitze, will ich dir meine Erfahrungen mitteilen. Zum Thema Tau kann ich Dir sagen, daß es kein Problem ist wenn der Tubus oder die Rockerbox beschlägt. Es gibt nun mal Nächte in denen Dir das Wasser regelrecht vom Tubus runtertropft. Nur wenn dann der Fangspiegel zuläuft wirds störend, dafür gibt es aber den Föhn (bitte nicht zu dicht dabei an den Spiegel gehen!).
Eine gute Justage der Optik ist wichtig, glücklicherweise macht der Flextube seinem Namen nicht alle Ehre und ist sehr justierstabil.
Als Okulare nutze ich Pentax (14mm, 6mm XW, 8.5mmXF), alle gebraucht gekauft. Dazu kommt noch ein Nagler 3-6 mm, ein 26 er Superplössel zum Aufsuchen und neuerdings ein preiswertes 7mm Planetary (sehr empfehlenswert!)
Das ebenfalls noch vorhandene 36 mm Hyperion nutze ich an dem Gerät kaum, für diese Austrittspupille ist bei mir der Himmel einfach zu hell.
Die Brennweite von 3mm konnte nur gelegentlich gewinnbringend eingesetzt werden, meistens läßt die Luftunruhe so etwas nicht zu. Dann macht es sich gut mit dem Nagler Zoom die richtige Vergrößerung zu ermitteln. Wenn es aber geht ist es eine Offenbarung. Die Optik verträgt es ohne Probleme. In einer Nacht mit perfektem Seeing konnte ich unglaubliche Details am Jupiter sehen und die unterschiedlichen Durchmesser der Jupitermonde fielen sofort auf.
Etwas schwierig dürfte die Nachführung bei 500-fach sein aber es ist sicher machbar. Da ich die nachgeführte Goto- Variante nutze habe ich das Problem nicht, kenne aber die Schubserei von anderen Dobsons, ist halt Übungssache.
Auf jeden Fall solltest Du das Potenzial dieser tollen Optik auch im Deep-sky Bereich ergiebig nutzen, hier wirst Du auch oft bequem im unteren und mittleren Vergrößerungsbereich beobachten.
Daß Du etwas mehr Luftunruhe in Kauf nimmst und vom Balkon aus beobachtest kann ich voll verstehen, das Gerät irgendwo hinzuwuchten ist schon eine Tat.
Nur auf eine perfekte Dunkeladaption mußt Du bei Deep-sky Beobachtungen achten.

Auf jeden Fall wünsche ich Dir viel Spaß mit Deinem Flextube, wenn er sich optisch so verhält wie Meiner steht dem auch nichts im Wege.

C.S.Willi!


 
sorry, erst mal für meine späte Rückmeldung, hatte in letzter Zeit recht irdische Probleme mit einem Autohändler. Bei unserem Avensis ist die DPNR-Anlage verreckt. Bin jahrelang Dieselfahrer gewesen, aber die akt. Probleme mit dem Partikelfilter (egal welche Automarke) haben mich dazu bewogen kein Dieselfahrzeug mehr zu kaufen. Wenn schon Langstreckenfahrzeug, dann lieber wieder einen Benziner mit LPG (hatte damit schon sehr gute Erfahrungen gemacht), aber das ist jetzt off topic.

@Feuchtigkeit: Also mein Fangspiegel bleibt eigl. trocken, hatte bisher keine Probleme damit. Im schlimmsten Fall beschlagen bei mir Sucher und Okular, aber dennoch war mir der Tau nicht geheuer. Die Feuchtigkeit kriecht ja in die letzte Ecke und ich möchte def. keinen Rost daran haben. Neuere Ideen als die Malerfolie sind mir noch nicht gekommen. Ich werde demnächst mal mit einem sehr schwachen Heizlüfter experimentieren. So'n 100-200 W Teil vielleicht, zu viel darf das Ding ja nicht haben, sonst sorgt der Temperaturschock für Schäden.

@Vergrößerung: Ich habe kürzlich auch die Erfahrung gemacht, dass mit 3mm das Bild vom Mond doch recht unscharf wird. Es war eine Nacht mit abs. klarem Himmel, so dass ich dachte, dass heute ideale Ergebnisse zu sehen sind. Leider nicht, womit ich dann auch gelernt habe, dass Seeing und ein völlig klarer Himmel nicht das gleiche sind. Nach meinen bisherigen (und sicherlich noch recht dünnen) Erfahrungen kann man durchaus auch mit 3mm Brennweite wirklich tolle Bilder vom Mond kriegen. Dafür bedurfte es aber merkwürdigerweise einer gewissen Wolkendichte. Das beste Ergebnis konnte ich mit Halb und 3/4 Mond erzielen mit ein paar Wolkenschleiern davor.

Deswegen soll mein erstes hochwertiges Okular doch ein 2,5mm sein. Die tollen Eindrücke mit dem 6mm und 2x-Barlow waren hier jetzt ausschlaggebend.

@Temperatur: Hinsichtlich meiner Ausgangsfrage habe ich nun auch die Erfahrungen gemacht, dass dem Dobson die Minusgrade weniger weh tun als seiner Nutzbarkeit. Mir ist bspw. bei ca. -1 bis -3 der Sucher leicht zugefroren und etwas später auch das Okular. Fangspiegel blieb eisfrei. Tubus hatte auch einen leichten Eisfilm. Nachdem alles in der Wohnung wieder abgetaut war, konnte ich keine Schäden erkennen, alles funktioniert einwandfrei.

Ich melde mich demnächst mal wieder, wenn ich Ergebnisse aus der Lösung Malerfolie + 100/200-Heizlüfter gemacht habe. Veränderungen am Dobson selbst möchte ich nicht dürchführen.
 
Hallo, daß es oft bei Hochnebel das beste Seeing gibt ist völlig normal, der Hochnebel ist doch ein Anzeichen für eine stabile Hochdrucklage ohne große Luftmassenströmungen.
Eine kristallklare Nacht mit perfektem Seeing ist natürlich die Krönung aber leider extrem selten. Die beschriebenen Jupiterbeobachtungen habe ich in einer solchen Nacht gemacht und weiß nicht wann es sowas wieder zu erleben gibt...

C.S. Willi!
 
Hallo,

hier schleicht sich wohl ein leichter und typischer Anfängerfehler ein.
Der Treadsteler pocht auf dieses 2,5 mm Oku.
Eine 600 fache Vergrösserung mag spannend klingen aber Quantität ist nicht gleich Qualität.
Warum ein sündhaft teures Okular kaufen das nur am Mond funktioniert?
Das Seeing ist selten so gut um die Leistung eines Teleskopes voll aus zu reizen. Mehr wird es eine materiele Schlacht und Nerven um dies zu stemmen.
Die Objekte sind zwar grösser aber erscheinen nicht kontrastreicher und schärfer als in einer geringeren Vergrösserung. Zudem gibt es nur sehr wenige Tage um solch eine Vergrösserung wirklich nutzen zu können.
Kurz um ich würde zu einem guten 5 mm Oku raten.
Mit einer guten Barlow kann man es immer noch ausreizen.
Zum vergleich:

Einst schaute ich durch ein 76/300 DOB mit einem 9mm Oku von Skywatcher. Das Ziel: die Plejaden. HAMMER, ich flog fast von den Socken.

Die Gerätschaften müssen passen und dann bekommt man für sich das passende Skope wie Optik., meine Meinung.

LG
 
Hi,

man fragt sich, wohin der Thread geraten ist. Ein Heizlüfter führt die Beobachtung ad absurdum, Tubus-Seeing wird schon bei 150x das Bild zusammenbrechen lassen. Eine Nässe-Phobie ist entweder zu ertragen oder das Hobby zu wechseln. Es fehlt sämtliches Grundverständnis, wie von mir vor ganz langer Zeit angemerkt.

Kopf-Wand-Schmerz! Aber keine Sorge: Schmerz schaltet den Spalt ab - schnell!

CS
Sven
 
Hi.

dass dem Dobson die Minusgrade weniger weh tun als seiner Nutzbarkeit. Mir ist bspw. bei ca. -1 bis -3 der Sucher leicht zugefroren und etwas später auch das Okular. Fangspiegel blieb eisfrei.

Was machst du dann erst bei -15 bis -20°C?
Die Okulare kann man in die Jackentasche packen, dann bleiben die frei von Tau/Eis. Einen optischen Sucher kann man bei nichtgebrauch mit den Staubschutzkappen abdecken, beim Telrad zieht man die Scheibe heraus.
Das Teleskop, mit Optik hält die Kälte und die Eisschicht auf dem Tubus aus, da passiert nichts. Das einize Problem können Spanplatten- Rockerboxen sein, die in den Ecken aufquellen - können -.

Deswegen soll mein erstes hochwertiges Okular doch ein 2,5mm sein

Darüber wurde ja schon genug geschrieben. Mit dem 2,5mm Okular hast du nur noch eine AP von 0,5mm...
Ich würde auf der anderen Seite anfangen: Erst ein gutes Übersichtsokular, das genügend Feld hat, dann nach und nach zu den mittleren und hohen Vergrößérungen vorarbeiten. Filter (OIII und/oder UHC) wären auch noch zu empfehlen.
Auch ein Telrad Peilsucher ist eine nützliche Sache.

Hinsichtlich meiner Ausgangsfrage habe ich nun auch die Erfahrungen gemacht, dass dem Dobson die Minusgrade weniger weh tun als seiner Nutzbarkeit.

Meiner Erfahrung nach, tun Minusgrade, auch im zweistelligen Bereich, durchaus schon mal mit einer zwei davor, keinem Teleskop weh, sondern immer erst mal den Beobachter - wenn er kalte Füße bekommt... :cool:
Im ernst, kalte Winternächte, weit weg von Häusern und Balkonen bieten oftmals die besten Bedingungen zum beobachten.

Tubus hatte auch einen leichten Eisfilm. Nachdem alles in der Wohnung wieder abgetaut war, konnte ich keine Schäden erkennen, alles funktioniert einwandfrei.

Auf meinem Blechtubus vom 8 Zöller konnte man schon ein Eishockey Match austragen... :biggrin: Bei Minustemperaturen wird schon nichts kaputt, das halten die Teleskope aus.

Malerfolie + 100/200-Heizlüfter gemacht habe.

Bei soviel Unsinn stellt es mir die Nackenhaare auf...

Viele Grüße
*entfernt*
 
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