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#875303 - 04/12/2011 15:10
Re: Bino Teleskop mit einem gemeinsamen OAZ möglich?
[Re: oliver_p]
Hallo Oliver, nein, leider ein Denkfehler, das Auflösungsvermögen bleibt bei dem einer 80mm Öffnung... heißt das, daß das Very Large Array und das Very Large Telescope auf einmal nicht mehr funktionieren? Gruß Markus
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#908380 - 03/04/2012 15:21
Re: Bino Teleskop mit einem gemeinsamen OAZ möglich?
[Re: winnie]
Hallo Hans,
ich stimme dem grundsätzlich zu, was meine Vorgänger geschrieben haben.
Vor x Jahren habe ich mir mal ähnlich Gedanken gemacht, damals hätte ich gerne am liebsten zwei Russentonnen zusammen gebaut. Dann wurde mir aber klar:
- Es würde mechanisch sehr aufwändig sein, die beiden Rohre dauerhaft so extrem genau zueinander zu positionieren / fixieren; die Genauigkeit müsste noch viel grösser sein als für einen Bino, wo unser in Jahrmillionen bewährter "Kuckapparat" kleinere Ungenauigkeiten pro Auge einfach "wegrechnet".
- Was hat man mit so einer Kombi eigendlich gewonnen ? Wenn man es durchrechnet (und ich mich nicht verrechnet habe!), entspricht die Fläche von 2 x 80 mm einer einzelnen Lichtsammel-Fläche von ca. 113 mm Durchmesser. Der einzige Vorteil den so Etwas haben könnte, wäre die kürzere Brennweite...
- Warum eigendlich das Licht (wenn schon die rechnerische Auflösung gleich bleibt) so mühsam wieder auf nur ein Auge zusammen führen ? Ich vertrete die Meinung, dass es rechnerisch zwar Nichts viel bringt, wenn ich mit mit zwei statt nur mit einem Auge beobachte, aber visuell eben doch einen Riesen-Unterschied macht. Man mag es bei Tag oder Nacht einfach mal ausprobieren - einfach mal ein Auge abzudecken, während man konzentriert etwas weit entferntes betrachet... (Achtung: Ich möchte nicht irgendwelchen pseudo-räumlichen Eindrücken zureden, denn da kann sich auf die Entfernung wirklich Nichts tun!). Ich glaube, unser schon Oben erwähnter Seh-Apparat kommt mit seiner unvergleichlichen "Software" mit dem beidäugigen Sehen einfach deutlich besser klar und erlebe die täglich so. (Aus diesem Grunde habe ich auch vor, aus 2 kleinen INTES eine Art "Reise-Cassegrain-Bino" zu bauen, aber das sind noch Alles Fantasien...)
- Um Ein Bild aus zwei Teleskopen zusammen zu führen, bräuchtest Du quasi so Etwas wie einen "umgekehrten Bino-Ansatz". Und der wäre nicht nur technisch aufwändig (und teuer), sondern schluckt auch gehörig Licht. Womit sich der "Wirkungsgrad" Deiner Doppel-Optik auf vielleicht 100 mm verringern würde...
--> Ich persönlich denke, wenn Du schon mit zwei Optiken arbeiten willst, dann baue lieber ein Bino damit, profitiere vom fantastischen Seh-Erlebnis und der kurzen Brennweite (-> grosses Sichtfeld am Himmel). Wenn Du etwas höher auflösendes willst, wäre dann vielleicht eine deutlich grössere Spiegel-Optik (Newton/Dobson/Schmid-Cassegrain/Cassegrain etc.) effektiver.
CS, Önder
_________________________
...Bin leider nur sporadisch im Forum, sorry wenn´s mal mit der Antwort dauert...
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#908405 - 03/04/2012 17:57
Re: Bino Teleskop mit einem gemeinsamen OAZ möglich?
[Re: Planetenfan]
seit längerem beschäftigt mich die Frage ob man nicht 2 günstige ED`s so kombinieren kann, das man nur einen gemeinsamen OAZ hat. Meine überlegung ist, das man dann ja dann die doppelte Öffnung haben müßte. Wenn man z.B. 2 ED80 mit einem gemeinsamen OAZ hat, dann müßte man doch praktisch dadurch einen ED160 erhalten. Ein ED160 würde mehrere Tausend Euro kosten und wäre für viele unbezahlbar. Nun meine Frage: Meint Ihr, das so etwas machbar ist, oder habe ich da einen Denkfehler begangen? Bin mal gespannt was ihr zu meiner Idee sagt. Sorry Hans, aber das wäre keine gute Idee. Du erklärst zwar nicht, wie Du Dir das mit dem "gemeinsamen OAZ" vorstellst. Wie bereits vermutet, müsste da ein Binokularansatz rein, der in umgekehrter Strahlrichtung die Strahlachsen der beiden Tuben in eine gemeinsame Achse zusammenführt. Nun ist aber der achsiale Abstand, jedenfalls bei sämtlichen kommerziell verfügbaren Binokularansätzen, entsprechend dem menschlichen Augenabstand typischerweise auf maximal 76-78 mm begrenzt. Mein Großfeld-Binokular kommt sogar nur auf maximal 75 mm. Das wäre aber für die Zusammenführung der Strahlachsen einer Doppelrohroptik von 2 x 80 mm völlig unzureichend, denn der minimale achsiale Abstand beträgt mit Tubus und Tauschutzkappen typischerweise 100-120 mm für diese Öffnung. Mit kommerziell verfügbaren Binokularansätzen kämst Du also mit Deinem Konzept kaum über eine Öffnung von 2 x 50 mm hinaus. Ein Eigenbau könnte zwar diese Barriere überwinden, wäre aber ein erhebliches Unterfangen. Es ist auch nicht einmal garantiert, dass dieses Konzept funktioniert. Wenn Du die Bildinformation von zwei parallelen Optiken in einem Auge kombinierst, brauchst Du eine extrem präzise Kollimation der beiden Achsen. Die Anforderungen sind dann erheblich höher als bei der gewöhnlichen binokularen Situation, bei der die Rechenleistung des Gehirns einen geringfügigen Bildversatz zwischen den beiden Augen bis zu einem gewissen Grad ausgleichen kann. Dieser wichtige Effekt geht bei Deinem Konzept verloren. Last not least, dieser Punkt wurde bereits ausführlich elaboriert, gibst Du mit Deinem Konzept ohne Not und ohne jeden erkennbaren Gewinn sämtliche Vorteile des binokularen Sehens auf. Das wäre etwa so, als wenn sich ein Fußballprofi ein Bein abschneiden und an das andere Bein anoperieren ließe, weil er sich damit einen fulminanteren Schuss verspricht ... Nichts für ungut, mit freundlichen Grüßen, Peter
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