Hallo Matthias,
Mike Wölle zeigt da ein sehr schönes Teleskop, daraus kannst Du für Deinen Bau schon viele Erkenntnisse gewinnen.
Du siehst z.B. einen relativ breiten Hut, der doch noch eine wesentlich größere Streulichtblende trägt und das hat seine Gründe, die man an aufgehellten Standorten geradezu dramatisch sieht.
Die Fangspiegel-/Okularauszugsebene muss vor Fremdlicht geschützt werden.
Um solche Bauten abzuspecken kann man z.B. eine Irisblende direkt vor dem OAZ einsetzen und sie so einstellen, dass tatsächlich nur der FS sichtbar ist. Das verringert Fremdlichteinfall bei Teleskopen, die hinter dem FS (aus Richtung des OAZ gesehen) offen sind, beträchtlich, schließt ihn aber nicht völlig aus, gerade bei den üblichen flachen OAZ nicht, bei denen vom Teleskop aus gesehen, kein Blendrohr kommt, sondern fast schon die Okular-/Korrektorlinsen teleskopseitig herausschauen. Irisblenden haben da den Vorteil, dass man den Durchlass einstellen und anpassen kann.
Weitehin siehst Du bei Mike, dass der Spiegel in einer Spiegelkiste ruht, also keineswegs völlig offen liegt. Das reduziert auch hier den möglichen Störlichteinfall ganz erheblich, schließt ihn aber bei Winkeln die steil genug sind, keineswegs aus.
Höhere Kisten haben wieder andere Nachteile. Wenn sie zu hoch und hinten zu geschlossen werden, haben sie Tubusqualität, Tubusseeing inklusive. Isolierung, Lüftung und/oder großzügige Dimensionierung wären die logische Konsequenz.
In der Summe ist das Teleskop also aus rein optischen Gesichtpunkten heraus dem Augenschein nach nicht perfekt, aber schon sehr durchdacht und gut gebaut.
Hier wird aber etwas ganz anderes proklamiert, Skelettdobsons, die reduziert auf die allernötigsten Bauteile tatsächlich mechanisch äußerst stabil und optisch gut gebaut werden können.
Das sieht in etwa so
https://sites.google.com/site/thedobsonfactory2/home
aus.
Da wollen die Jungs auf Biegen und Brechen hin und ich selbst finde diese Teleskope sehr beachtlich und extrem gelungen.
Da werden Größenordnungen von 20" und mehr hochtransportabel.
Ich bin allerdings überhaupt nicht der Meinung, dass man nun für die Allgemeinheit ein für alle Mal durchdrücken muss, dass damit Streu- und Störlichtschutz am Newton der Vergangenheit angehören muss.
Hätte ich das Geld, mir solch ein Teleskop zu gönnen, dann würde ich auch das Geld haben, mit einer ultraleichten Hartschaumröhre, die eventuell sogar noch ausziehbar und flexibel ist, also gar keinen großen Beitrag zum Transportvolumen und -gewicht darstellen muss, Störlichteinflüsse auszuschalten.
Eine Röhre um den Spiegel, angelehnt an gängigeTau-/Streulichtkappendimensionen, also mit einer Länge 1,5xD-Öffnung und eine Blende nach dem Vorbild von Mike gegenüber des OAZ und gut ist das. Die Spiegelzelle ist nun wirklich offen genug, um Lufteinfach "durchfallen" zu lassen. "Zwangslüftung" eines solchen Kurztubus dürfte also (auch nach Schreckling) entbehrlich sein.
So oder ähnlich würde dann auch mein Selbstbauprojekt größer als 12" aussehen. Dazwischen ist sehr viel möglich.
Gruß
*entfernt*