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#916446 - 04/05/2012 22:53
Saturn vom 4. Mai 2012
Hi, kurz vor 3 Uhr heute morgen konnte ich in einer größeren Wolkenlücke Saturn mit der 31er DMK und meinem 8" Newton ablichten. 1/15 s Belichtungszeit bei Gain 1000, 15fps. Pro Farbkanal 2 Minuten draufgehalten, 35% Verwendungsrate. Hoffe, er gefällt...
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Grüsse & CS
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Hallo Fee,
Sehr schön erwischt, der zeigt ja eine ganze Reihe farblich fein abgestufter Ringe! - Mit f/21 war da natürlich wenig Beleuchtung auf dem Chip. Im Hinblick auf das Rauschen hätte ich wohl eher mit f/12 bei halber Belichtungszeit und doppelt so vielen Bildern aufgenommen, vielleicht geht das aber mit Deinem Setup gerade nicht?
Gruß, Jan
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Hi Jan, bei Venus und Saturn bekomme ich mit der 31er DMK fast immer einen doppelten Rand bei 30 fps. Daher nehm ich nur mit 15 fps auf. Die 31 er ist etwas unempfindlicher als die 21er und die ist nochmal unempfindlicher wie die neue mit dem 618er Chip... Ich kann mir aber net alle Nase lang ne neue Kamera kaufen... Ich hatte vorher auf Mars gehalten und nicht auf eine andere Brennweite umgebaut. Saturn ist keine Nachvergrößerung, das ist Originalgröße (18,95 Bogensekunden), so wie er aus der Kamera kam. f/21 dürfte da nicht ganz hinkommen. Das müßte eigentlich mehr effektive Brennweite sein. Die Pixels der 31er sind 4,65 x 4,65 my groß. Mein Mars dagegen ist auf 200% hochskaliert, sonst erkennt man ja net mehr viel auf dem 9,7 Bogensekunden kleinen Winzling. 
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Die 31 er ist etwas unempfindlicher als die 21er und die ist nochmal unempfindlicher wie die neue mit dem 618er Chip... Hallo Fee, soll "unempfindlicher" heißen, dass die Kameras in der von Dir angegebenen Reihenfolge unempfindlicher gegen "Zwiebelring"-Artefakte sind? Das würde bedeuten, dass die neue DMK21 mit dem 618-er Chip in dieser Hinsicht empfindlicher ist als die ältere DMK21 mit dem 098-er Chip. Von zeitlich schon etwas zurückliegenden Untersuchungen ist mir in Erinnerung, dass die ältere DMK21 nur dann zu solchen Artefakten neigt, wenn sie schneller ausgelesen wird als es den Spezifikationen des Chip-Herstellers SONY entspricht. 30 fps war für uns ok, nicht aber 60 fps, die der Kamera-Hersteller TIS zulässt. Der 618-er Chip ist aber auch nach SONY-Spezifikation schneller, und viele Autoren arbeiten mit der neuen DMK21 offenbar ohne Probleme, auch bei 60 fps. Deswegen bin ich über Deine Aussage etwas verwundert. An dieser Stelle möchte ich gerne nochmal anmerken, dass diese Kameras in erster Linie für die Überwachung von dynamischen Prozessen in Industrieanlagen entwickelt werden. Die von uns als "Videoastrografen" beanstandeten Artefakte werden ja überhaupt erst mit unseren speziellen Bearbeitungsmethoden - insbesondere durch das Stacken - sichtbar. Mit der Chameleon-Kamera von Point Grey habe ich überhaupt keine Probleme der beschriebenen Art. Dort steckt der 445-er Chip drin. Vermutlich spielt bei der Entstehung der angesprochenen Artefakte ja auch die Architektur der Kamera-Elektronik eine nicht unwesentliche Rolle. Schließlich werden auch die von uns eingesetzten Bildbearbeitungswerkzeuge einen gewissen Einfluss haben. Möglicherweise verwendest Du gerade in dieser Hinsicht etwas "empfindlichere" Bearbeitungstools? Saturn ist keine Nachvergrößerung, das ist Originalgröße (18,95 Bogensekunden), so wie er aus der Kamera kam. Davon war ich ausgegangen und habe einen schlichten "Dreisatz" angewendet: f = (Poldistanz in Pixelweiten)*(Pixelweite)/(Poldistanz in Bogensekunden) = 77*4,65µm / 17,0" = 4344 mm. Mit 8" = 203 mm Öffnung lande ich bei f/21,4. Deinen Mars finde ich in Anbetracht seines inzwischen so weit geschrumpften Durchmessers und für 8" sehr gelungen! Gruß, Jan
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Hi Jan, soll "unempfindlicher" heißen, dass die Kameras in der von Dir angegebenen Reihenfolge unempfindlicher gegen "Zwiebelring"-Artefakte sind? Das würde bedeuten, dass die neue DMK21 mit dem 618-er Chip in dieser Hinsicht empfindlicher ist als die ältere DMK21 mit dem 098-er Chip. mit "unempfindlicher" meine ich, daß ich länger belichten muß, damit ein Stern oder Planet überhaupt sichtbar wird. Zwiebelringe gibt es bei mir vorzugsweise bei sehr gutem Seeing und unterbelichteten Bildern und warmen Temperaturen. Egal, welche Kamera ich verwende. Also bei Hochnebel. Da muß ich entweder Zwischenringe aus meinem Aufbau rausnehmen (was ich nachts ungern mach) oder aber mit der Belichtungszeit so weit hochgehen, daß ich keine 15 fps mehr hinbekomme, weil die einzelbelichtungszeit länger als 1/15 Sekunde ist (1/11, 1/7,5, 1/5 s). Und dann bekomme ich in der notwendigen Zeit nicht mehr genügend Bilder pro Farbkanal hin.  Nachdem mir das aufgefallen ist, habe ich beim nächsten sehr ruhigen Seeing mal bewußt unterbelichtet (Signal im Livehistogramm weniger als 127), aber den Planet per Handbox mehrmals quehr übers ganze Gesichtsfeld wandern lassen während der Aufnahme und in der folgenden Aufnahme die Handbox nicht angefaßt. Das erste Bild hatte keine Zwiebelringe, das 2. Bild hatte massive Zwiebelringe. Ich hab da jetzt aber keinen theoretischen Ansatz, der das Phänomen erklären würde... Von zeitlich schon etwas zurückliegenden Untersuchungen ist mir in Erinnerung, dass die ältere DMK21 nur dann zu solchen Artefakten neigt, wenn sie schneller ausgelesen wird als es den Spezifikationen des Chip-Herstellers SONY entspricht. 30 fps war für uns ok, nicht aber 60 fps, die der Kamera-Hersteller TIS zulässt. Das Datenblatt sagt, ich darf die 21er mit 30 fps auslesen, die 31er aber nur mit 20 fps. 20 fps gibt das Aufnahmeprogramm aber leider nicht her. Entweder 30 oder 15 fps. Also nehme ich bei kleinen Objekten ( Mars , 2/3 Venus , Saturn) und der 31er DMK 15 fps. Bei Jupiter nehme ich mal 15 und mal 30 fps auf. Je nachdem, wie gut die Durchsicht ist. Der ist so groß, daß er ne merkliche Randabdunklung hat, in der der hauchfeine Rand (das Artefakt aus dem zu schnellen Auslesen? Bildbearbeitung?) nicht weiter auffällt. Zwiebelringe dagegen fallen bei Jupiter massiv auf. Die sind viele Pixel breit... An dieser Stelle möchte ich gerne nochmal anmerken, dass diese Kameras in erster Linie für die Überwachung von dynamischen Prozessen in Industrieanlagen entwickelt werden. Die von uns als "Videoastrografen" beanstandeten Artefakte werden ja überhaupt erst mit unseren speziellen Bearbeitungsmethoden - insbesondere durch das Stacken - sichtbar. ja, das ist richtig. Möglicherweise verwendest Du gerade in dieser Hinsicht etwas "empfindlichere" Bearbeitungstools? das ist durchaus denkbar. Ich mittle subpixelgenau mit Giotto 2.21... Auch das Schärfen mach ich mit Giotto. Ich verwende den "Mexican Hut"... Davon war ich ausgegangen und habe einen schlichten "Dreisatz" angewendet: f = (Poldistanz in Pixelweiten)*(Pixelweite)/(Poldistanz in Bogensekunden) = 77*4,65µm / 17,0" = 4344 mm. Mit 8" = 203 mm Öffnung lande ich bei f/21,4. wofür stehen die 77 in Deiner Rechnung? Mittlerweile ist mir eingefallen, daß ich vor einiger Zeit wegen UV-Aufnahmen mit dem Schülerfilter an der Venus die Brennweite reduziert hatte (1 Zwischenring rausgenommen), weil der UV-Filter ein zappendusteres Bild liefert... Als ich dann auf Mars und jetzt auch Saturn gehalten hab, hatte ich den Zwischenring nicht wieder reingetan... 4,5 Meter Brennweite ist Obergrenze für UV-Aufnahmen mit meinem Setup. F=21 könnt also doch hinhauen ... Deinen Mars finde ich in Anbetracht seines inzwischen so weit geschrumpften Durchmessers und für 8" sehr gelungen! merci, ich bin auch angetan von meinen diesjährigen Marsbildern. Sowol von der Anzahl der Beobachtungsnächte, als auch von der Qualität. Ich hab erstmals die Orographischen Wolken absolut zweifelsfrei drauf, auch Olympus Mons und diverse kleinräumige, kontrastschwache Albedostrukturen der Nordhemisphäre, die ich bislang noch nicht ablichten konnte.  ... Schau mer mal, wie es bei der nächsten Sichtbarkeitsperiode ausschaut. Da steht er tiefer, ist aber größer... Und ich hab dann vermutlich auch ne andere Kamera. Vielleicht die neue 21er? S´ wird mal wieder Zeit für ne Verbesserung.  ...
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Hallo Fee,
dein Saturn gefällt mir sehr gut, aber mir fällt auf, dass du mit Giotto arbeitest. Versuche doch mal spasseshalber mit Autostakkert!2, ich denke da wird noch besser das Ergebnis.
Gruß Manfred
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Hallo Fee, Dank für Deine ausführliche Antwort! - Hier zum Tagesabschluss noch ein paar Bemerkungen dazu: mit "unempfindlicher" meine ich, daß ich länger belichten muß, damit ein Stern oder Planet überhaupt sichtbar wird. OK - das passt! Interessant, was Du über das Auftreten von Zwiebelring-Artefakten berichtest, und vor allem (!) Dein Experiment mit dem geschubsten Planeten, das regt zum Denken an! 20 fps gibt das Aufnahmeprogramm aber leider nicht her. Entweder 30 oder 15 fps. Hast Du schon mal FireCapture versucht, da passt sich die Framerate automatisch an. wofür stehen die 77 in Deiner Rechnung? Das ist die auf dem Bildschirm - nach einer Linksdrehung des Planeten um 15° - mit dem Cursor ausgemessene Pixeldifferenz in Y zwischen Nord- und Südpol. Gruß, Jan
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