Reccios
Mitglied
Hallo zusammen,
ich heiße Sascha, lese hier schon seit einiger Zeit mit und bin nun auf der Suche nach einer Einsteigerberatung. Davon gibt es hier viele, sicherlich, und ich habe einige davon gelesen. Auch habe ich mich bei den üblichen, hier immer wieder genannten Quellen informiert. Trotzdem bräuchte ich noch ein paar Hilfen und Tipps, gerade auch aus der Praxis. Wer also keine Lust hat, bitte einfach wegklicken
Lange Vorrede...(wen das nicht interessiert, einfach überspringen
):
Soweit ich mich zurückerinnern kann faszinieren mich die Sterne und der Weltraum, sei es meine früheste Erinnerung an die Plejaden, die im Kaufhausteleskop für ein Kind bereits beeindruckend schön erstrahlten und eine unglaubliche Tiefe boten, oder die vielen Stunden der Nachtwache unter einem beeindruckenden Südhimmel, der von keiner einzigen nennenswerten Lichtquelle im Umkreis von hunderten Kilometern beeinflusst wurde. Nun habe ich zum einen die Zeit, zum anderen auch zumindest etwas Geld, um diese Sehnsucht mit einer vernünftigen Ausrüstung zu begegnen.
Meine bisher größte Leidenschaft ist die Photographie mit dem Schwerpunkt Landschaft. Neben CSCs und DSLRs photographiere ich auch mit analogen Großformatkameras, bei denen eine Aufnahme nicht selten mehrere Stunden an Vorbereitungszeit braucht. Dies erwähne ich deswegen, weil mir durchaus bewusst ist, dass ich als absoluter Neuling auf dem Gebiet der praktischen Astronomie einen langen und teilweise sicherlich beschwerlichen Weg vor mir habe - speziell weil es mir auch um Astrophotographie geht. Ich erwarte also keine schnellen Ergebnisse, will andererseits aber auch keine unnötigen Umwege gehen - deswegen diese Beratung.
Abgesehen vom großen Interesse und einem eisernen Willen habe ich, wie erwähnt, kaum Vorkenntnisse. Gleichwohl habe ich mir bereits etliche Photographien der Hobbyastronomen angeschaut, auch mit dem Blick auf die jeweilige Ausrüstung. Als ich mir im Laden dann mal entsprechende Kombinationen betrachtet habe, etwa ein 10 Zoll F4 Newton auf einer EQ6 wurde mir schnell klar, dass dies für mich der falsche Weg ist. Abgesehen von der zweifelhaften Stabilität (ich habe zwar einige Aufnahmen dieser Kombination gefunden, allerdings auch viele gegenteilige Stimmen gehört) schreckt mich die schiere Masse der Ausrüstung ab. Ich habe keinen Garten, zwar einen riesigen Balkon in Südlage, aber wohl ein oftmals schlechtes Seeing durch das davor liegende Dorf. Ich muss also vorerst Mobil sein, und befürchte, eine derartige Ausrüstung wäre trotz des Willens oft ein Hemmschuh. Zumindest eine Größenordnung kleiner sollte es also beginnen.
...eigentlicher Sinn
Ziel ist also Mittelfristig die Astrophotographie. Das heißt aber nicht, dass es sofort damit losgehen muss, es sollte hingegen vielmehr der Weg geebnet werden. Mein theoretisches Budget liegt irgendwo zwischen 1.500 und 2.000 Euro, mein Ziel sind DeepSky Objekte, die Ausrüstung muss Mobil sein. Es muss nich von 0 auf 100 losgehen, ich möchte aber so sinnvoll kaufen, dass meine jetzt zu beschaffende Ausrüstung auch langfristig noch sinnvoll genutzt wird, beispielsweise als Reiseausrüstung oder für Großfeldaufnahmen (heißt doch so, oder?):
Variante 1: Der Reisedobson
Der Vorteil eines solchen Teleskops wäre, dass ich eine relativ große Öffnung bei gleichzeitig hoher Mobilität erhalte. Ich denke, es dürfte Spaß bereiten damit rauszufahren, das Ding mitzunehmen wenn die Verwandten besucht werden oder wenn es in den Urlaub geht (bspw. Schweizer Alpen, geplant im Herbst). Mir ist bewusst, dass ich mir damit eine photographie Nutzung im DS-Bereich verbaue, weswegen ich trotz des zuvor genannten Budgets dafür nicht mehr als ~500 Euro ausgeben würde (plus Okulare). Dafür gibt es dann sechs Zoll neu oder acht Zoll gebraucht, beides Flugreisetauglich. Im Urlaub habe ich eh nicht vor Deep Sky zu photographieren, von daher auch langfristig sinnvoll.
Variante 2: "Deutsche" Reiseausrüstung
Gemeint ist ein "kleines", reisetaugliches Teleskop, also beispielsweise ein 80mm Refraktor oder ein 127mm Mak auf einer noch leichten Montierung, die ansatzweise photographisch genutzt werden kann (visuell mit Teleskop, photographisch nur mit Kamera und Teleobjektiv), gleichzeitig aber langfristig auch im Urlaub noch gute Dienste leisten wird. Bedenken habe ich bei der Variante in zwei Richtungen. Zum einen könnte die Leistung für Deep Sky noch nicht vernünftig reichen, so dass bereits sehr schnell die Luft bei mir raus ist. Zum anderen könnte die Ausrüstung für den Urlaub dann doch zu groß und schwer werden. Und gerade die wegen ihrer Größe interessanten Maks sind ja aufgrund Brennweite und Öffnung eher weniger für DS geeignet.
Variante 3: Lichtstarke Großfeldausrüstung
Vor einigen Tagen habe ich beispielsweise einen interessanten und Bericht über das Mak-Newton von Explore Scientific gelesen, 6 Zoll F4,9 mit einer sehr hohen Abbildungsleistung visuell und photographisch. Auch von den Intes Micro Mak-Newtons hört man entsprechendes. Ich frage mich deshalb, ob es sinnvoll wäre, solch ein Gerät auf einer Montierung wie etwa der HEQ5, die im Laden deutlich weniger wuchtig wirkte wie die EQ6, anzuschaffen. Wirklich reisetauglich ist das zwar nicht, in meinen Augen aber Mobil genug für den "Alltag", darüber hinaus bereits so gut, dass ich auch längerfristig Spaß daran haben könnte, selbst wenn dann wirklich irgendwann ein 10- oder 12-Zöller in meinem jetzt noch nicht vorhandenen Garten steht. Als günstigere Variante käme natürlich auch ein einfacher F5-China-Sechszöller in Frage, gerade auch weil ich nicht weiß, wie groß der Qualitative unterschied zu den zuvor genannten Modellen ist.
---
Nun habe ich viel geschrieben, ich glaube oder besser hoffe, mein grundsätzliches Problem ist klar. Ich möchte nicht den typischen Fehler machen, mir selbst mit einer überdimensionierten Lösung den Spaß zu rauben, genauso wie ich selbst niemandem Empfehlen würde, mir einer Großformatkamera in die Photographie zu starten. Auf der anderen Seite will ich aber auch nicht Geld unnötig ausgeben, zumal ich es nicht so mit dem Kaufen und Verkaufen habe, sondern mir lieber bereits vor der Erstanschaffung Gedanken über eine langfristige Nutzung mache. Ich werde auch nicht direkt im Anschluss an den Thread irgendwo etwas bestellen.
Mir geht es eher darum, eure Gedanken zu meinem Ansatz zu hören, mich zu korrigieren wo ich mich irre oder eure Eindrücke, vielleicht auch eure empfohlene Vorgehensweise zu schildern. Wenn ich dann einen besseren Überblick habe werde ich mir erst die eventuell genannten Geräte anschauen, hoffentlich auch in der Praxis.
Genug erstmal von mir,
liebe Grüße Sascha
ich heiße Sascha, lese hier schon seit einiger Zeit mit und bin nun auf der Suche nach einer Einsteigerberatung. Davon gibt es hier viele, sicherlich, und ich habe einige davon gelesen. Auch habe ich mich bei den üblichen, hier immer wieder genannten Quellen informiert. Trotzdem bräuchte ich noch ein paar Hilfen und Tipps, gerade auch aus der Praxis. Wer also keine Lust hat, bitte einfach wegklicken
Lange Vorrede...(wen das nicht interessiert, einfach überspringen
Soweit ich mich zurückerinnern kann faszinieren mich die Sterne und der Weltraum, sei es meine früheste Erinnerung an die Plejaden, die im Kaufhausteleskop für ein Kind bereits beeindruckend schön erstrahlten und eine unglaubliche Tiefe boten, oder die vielen Stunden der Nachtwache unter einem beeindruckenden Südhimmel, der von keiner einzigen nennenswerten Lichtquelle im Umkreis von hunderten Kilometern beeinflusst wurde. Nun habe ich zum einen die Zeit, zum anderen auch zumindest etwas Geld, um diese Sehnsucht mit einer vernünftigen Ausrüstung zu begegnen.
Meine bisher größte Leidenschaft ist die Photographie mit dem Schwerpunkt Landschaft. Neben CSCs und DSLRs photographiere ich auch mit analogen Großformatkameras, bei denen eine Aufnahme nicht selten mehrere Stunden an Vorbereitungszeit braucht. Dies erwähne ich deswegen, weil mir durchaus bewusst ist, dass ich als absoluter Neuling auf dem Gebiet der praktischen Astronomie einen langen und teilweise sicherlich beschwerlichen Weg vor mir habe - speziell weil es mir auch um Astrophotographie geht. Ich erwarte also keine schnellen Ergebnisse, will andererseits aber auch keine unnötigen Umwege gehen - deswegen diese Beratung.
Abgesehen vom großen Interesse und einem eisernen Willen habe ich, wie erwähnt, kaum Vorkenntnisse. Gleichwohl habe ich mir bereits etliche Photographien der Hobbyastronomen angeschaut, auch mit dem Blick auf die jeweilige Ausrüstung. Als ich mir im Laden dann mal entsprechende Kombinationen betrachtet habe, etwa ein 10 Zoll F4 Newton auf einer EQ6 wurde mir schnell klar, dass dies für mich der falsche Weg ist. Abgesehen von der zweifelhaften Stabilität (ich habe zwar einige Aufnahmen dieser Kombination gefunden, allerdings auch viele gegenteilige Stimmen gehört) schreckt mich die schiere Masse der Ausrüstung ab. Ich habe keinen Garten, zwar einen riesigen Balkon in Südlage, aber wohl ein oftmals schlechtes Seeing durch das davor liegende Dorf. Ich muss also vorerst Mobil sein, und befürchte, eine derartige Ausrüstung wäre trotz des Willens oft ein Hemmschuh. Zumindest eine Größenordnung kleiner sollte es also beginnen.
...eigentlicher Sinn
Ziel ist also Mittelfristig die Astrophotographie. Das heißt aber nicht, dass es sofort damit losgehen muss, es sollte hingegen vielmehr der Weg geebnet werden. Mein theoretisches Budget liegt irgendwo zwischen 1.500 und 2.000 Euro, mein Ziel sind DeepSky Objekte, die Ausrüstung muss Mobil sein. Es muss nich von 0 auf 100 losgehen, ich möchte aber so sinnvoll kaufen, dass meine jetzt zu beschaffende Ausrüstung auch langfristig noch sinnvoll genutzt wird, beispielsweise als Reiseausrüstung oder für Großfeldaufnahmen (heißt doch so, oder?):
Variante 1: Der Reisedobson
Der Vorteil eines solchen Teleskops wäre, dass ich eine relativ große Öffnung bei gleichzeitig hoher Mobilität erhalte. Ich denke, es dürfte Spaß bereiten damit rauszufahren, das Ding mitzunehmen wenn die Verwandten besucht werden oder wenn es in den Urlaub geht (bspw. Schweizer Alpen, geplant im Herbst). Mir ist bewusst, dass ich mir damit eine photographie Nutzung im DS-Bereich verbaue, weswegen ich trotz des zuvor genannten Budgets dafür nicht mehr als ~500 Euro ausgeben würde (plus Okulare). Dafür gibt es dann sechs Zoll neu oder acht Zoll gebraucht, beides Flugreisetauglich. Im Urlaub habe ich eh nicht vor Deep Sky zu photographieren, von daher auch langfristig sinnvoll.
Variante 2: "Deutsche" Reiseausrüstung
Gemeint ist ein "kleines", reisetaugliches Teleskop, also beispielsweise ein 80mm Refraktor oder ein 127mm Mak auf einer noch leichten Montierung, die ansatzweise photographisch genutzt werden kann (visuell mit Teleskop, photographisch nur mit Kamera und Teleobjektiv), gleichzeitig aber langfristig auch im Urlaub noch gute Dienste leisten wird. Bedenken habe ich bei der Variante in zwei Richtungen. Zum einen könnte die Leistung für Deep Sky noch nicht vernünftig reichen, so dass bereits sehr schnell die Luft bei mir raus ist. Zum anderen könnte die Ausrüstung für den Urlaub dann doch zu groß und schwer werden. Und gerade die wegen ihrer Größe interessanten Maks sind ja aufgrund Brennweite und Öffnung eher weniger für DS geeignet.
Variante 3: Lichtstarke Großfeldausrüstung
Vor einigen Tagen habe ich beispielsweise einen interessanten und Bericht über das Mak-Newton von Explore Scientific gelesen, 6 Zoll F4,9 mit einer sehr hohen Abbildungsleistung visuell und photographisch. Auch von den Intes Micro Mak-Newtons hört man entsprechendes. Ich frage mich deshalb, ob es sinnvoll wäre, solch ein Gerät auf einer Montierung wie etwa der HEQ5, die im Laden deutlich weniger wuchtig wirkte wie die EQ6, anzuschaffen. Wirklich reisetauglich ist das zwar nicht, in meinen Augen aber Mobil genug für den "Alltag", darüber hinaus bereits so gut, dass ich auch längerfristig Spaß daran haben könnte, selbst wenn dann wirklich irgendwann ein 10- oder 12-Zöller in meinem jetzt noch nicht vorhandenen Garten steht. Als günstigere Variante käme natürlich auch ein einfacher F5-China-Sechszöller in Frage, gerade auch weil ich nicht weiß, wie groß der Qualitative unterschied zu den zuvor genannten Modellen ist.
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Nun habe ich viel geschrieben, ich glaube oder besser hoffe, mein grundsätzliches Problem ist klar. Ich möchte nicht den typischen Fehler machen, mir selbst mit einer überdimensionierten Lösung den Spaß zu rauben, genauso wie ich selbst niemandem Empfehlen würde, mir einer Großformatkamera in die Photographie zu starten. Auf der anderen Seite will ich aber auch nicht Geld unnötig ausgeben, zumal ich es nicht so mit dem Kaufen und Verkaufen habe, sondern mir lieber bereits vor der Erstanschaffung Gedanken über eine langfristige Nutzung mache. Ich werde auch nicht direkt im Anschluss an den Thread irgendwo etwas bestellen.
Mir geht es eher darum, eure Gedanken zu meinem Ansatz zu hören, mich zu korrigieren wo ich mich irre oder eure Eindrücke, vielleicht auch eure empfohlene Vorgehensweise zu schildern. Wenn ich dann einen besseren Überblick habe werde ich mir erst die eventuell genannten Geräte anschauen, hoffentlich auch in der Praxis.
Genug erstmal von mir,
liebe Grüße Sascha