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#931066 - 29/06/2012 13:12
Erfahrung mit Neo- Achromat
Hallo!
Ich plane mittelfristig noch einen größeren Refraktor (als meinen Vixen ED 80/ 600) zu erwerben, wobei mir ein (halb-) Apo über 100 mm Öffnung zu teuer erscheint, ich andererseits aber auch eine transportable Aussstattung benötige (Gewichtsproblem bei langbrennweitigen "klassischen" FH- Refraktoren). Hat jemand Erfahrung mit einem "Neo- Achromaten" a la Bresser Messier R 127 S (127/ 635) oder R- 152 S (152/ 760) gemacht? Was ist von der Farbkorrektur dieser Geräte bei Planeten-/ Mondbeobachtung zu halten? Für ein paar kurze Infos wäre ich sehr dankbar!
Gruß! Carsten
Bearbeitet von Uranotopia_CM (29/06/2012 13:13)
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Hallo Carsten,
die Erfahrung sagt, dass Achromat nicht immer gleich Achromat ist aber eben Achromat bleibt. Ich habe vor einigen Jahren einen der Vixen Neo Achromaten kennengelernt, den 140mm wenn ich mich recht erinnere, und der hatte visuell einen Farbfehler "wie er sein sollte". Vixen gab ja auch an, dass man vornehmlich an der Bildfeldwölbung geschraubt hatte.
Jedenfalls, auch wenn der Farbfehler reduziert wäre, greift ein Effekt, den Roland Christen in einem englischsprachigen Artikel mal sehr gut dargestellt hat. Wenn eine Farbe nicht beugungsbegrenzt abgebildet wird durch Farblängsfehler, dann wird mit Verringern des Farblängsfehlers zunächst der "Streukreis" der Farbe kleiner und damit heller - der Farbfehler wird also augenfälliger und stört umso mehr im Bereich feiner Details. So lange bis eben der Farblängsfehler im oder nahezu vollständig im Beugungsscheibchen verschwindet - und dann nennt man das Apo oder zumindest Halbapo und nicht Achromat.
Clear Skies Sven
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Hallo Carsten, ich habe einen 152mm f8 Achro, also immer noch sehr kurz, aber länger als die von dir genannten und kann mit dem Farbfehler leben, an Jupiter z. B. wird es aber schon heftig. Durch den ganz kurzen (f5) durfte ich mal durchschauen, den würde ich aber als Spezialisten für große Gesichtsfelder einordnen. Jupiter durfte ich damit auch sehen, aber das war m. E. nicht mehr so schön, also noch wesentlich schlimmer als mit dem f8. Vielleicht wäre der hier http://forum.astronomie.de/phpapps/ubbth...00mm#Post923019nachgefragte Refraktor ein Kompromiss für dich? Grüße und CS Martin
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So lange bis eben der Farblängsfehler im oder nahezu vollständig im Beugungsscheibchen verschwindet - und dann nennt man das Apo oder zumindest Halbapo und nicht Achromat.
Clear Skies Sven Das hat damit nichts zu tun. Langbrenweitige Achromaten sind optisch "sauber". Deshalb vereinigen sie aber keine drei Farben, wie es ein Apo tun sollte. Ich weiß, dass es unterschiedliche Definitionen des Apos gibt, darauf will ich nicht hinaus. Aber ein Achromat z.B. vom FH-Typ kann durchaus ohne Farbfehler sein.
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Bleibt dran, am Okular. -- Uwe Pilz.
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#931241 - 30/06/2012 08:28
Re: Erfahrung mit Neo- Achromat
[Re: UwePilz]
Hallo Uwe, Aber ein Achromat z.B. vom FH-Typ kann durchaus ohne Farbfehler sein. nein, kann er nicht. Er hat einen Farblängsfehler der 1/2000 stel seiner Brennweite beträgt. Macht man einen kleinen FH ausreichend langbrennweitig dann kann der Zertreuungskreis der defokussierten Nebenfarben aber im dann entsprechend großen Beugungsscheibchen unterkommen. Man sieht dann keinen Farbfehler mehr. Hallo Carsten, ich habe vor längerer Zeit den Farbfehler anhand der Sphärochromatismus-Graphen die auf der Vixen Nordamerika Seite zu finden waren ausgerechnet. Demnach wäre der Farblängsfehler des Teleskopes nicht verringert. Die sphärische Aberration bei den Nebenfarben war allerdings sehr stark reduziert. Dies und das geebnete Bildfeld machen den Unterschied zu einem normalen Achromaten mit gleichen Eckdaten aus. MfG,Karsten
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Shut Up'n Play Yer Guitar once more
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#931244 - 30/06/2012 08:54
Re: Erfahrung mit Neo- Achromat
[Re: UwePilz]
Hallo Uwe,
natürlich hat das damit zu tun. Was soll denn dieser Beitrag? Zunächst mal zum langbrennweitigen Achromaten. Ich habe hier einen guten, alten 80 mmf/15, den ich sehr schätze. Farbrein ist der nichtmal nach allen Kriterien, aber den großen violetten Saum sehe ich halt doch. Dadurch dass der Saum so groß ist, stört er recht wenig.
So, nun zum verschwinden im Beugungsscheibchen: Es ist nicht Abbes definition aber es sollte doch wohl klar sein, dass "in einen Fokus zusammenfallen" genau beschreibt, wie die jeweiligen Farben in einem Beugungsscheibchen vereint sind. Hinzu kommt noch die Anforderung an die sphärische Korrektur, die eben auch erst genau dann perfekt ist, wenn keine Farbe durch den Gaußfehler aus dem Beugungsscheibchen "herausragt".
Ich denke Du bewegst Dich in einem Toleranzbereich. Denn Du wirst wohl keine Optik finden, bei denen die Farben auf den tausendstel Millimeter genau in denselben Focus kommen. Dann wird man zu recht sagen "es muss nicht so genau sein" - man findet eine Toleranz darin, dass kein Fehler sichtbar wird. Und wenn man für einen sehr, sehr langbrennweitigen Achromaten das erzielen kann, dann bitte, kann man den auch in die Definition quetschen. Nur wird das keiner bauen können, wie gesagt, beim 80/1200 ist der violette Saum mit dem 3-fachen Durchmesser des Beugungsscheibchens gesegnet. Da muss man noch ganz schön das Öffnungsverhältnis verkleinern, damit man Dein "optisch sauber" erfüllen kann.
Aber nochmal zu meiner Frage an Dich: Was willst Du mit "damit hat das nichts zu tun?" Was hat womit zu tun? Was ich geschildert habe ist zutreffend - geh ran ans Okular!
Clear Skies Sven
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> Was soll denn dieser Beitrag?
Du schriebst, dass wenn der Farbfehler im Zerstreuungskreis verschwindet, man von einem Apo spräche. Das stimmt nicht. Dies ist mit einem FH erreichbar und wurde auch erreicht.
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Bleibt dran, am Okular. -- Uwe Pilz.
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#931362 - 30/06/2012 19:24
Re: Erfahrung mit Neo- Achromat
[Re: UwePilz]
Hallo Uwe,
dreh das doch mal um: Weise mal nach, dass ein FH der dies erfüllt nicht der Apo-Definition entspricht, bzw. dass wenn der FH dann die Apo-Definition verletzt ein "anerkannter Apo" dies nicht täte.
Clear Skies Sven
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Hallo Sven, Martin, Uwe und Karsten!
Ich wollte keine grundsätzliche Definition über die Apo- Kriterien lostreten, wichtiger sind mir eigentlich persönliche Erfahrungen mit den "Neo- Achromaten" - obwohl ich auch weiß, dass manche Beobachter weniger durch Farbfehler gestört werden als andere. (Hierzu denke ich u.a. auch an die Diskussion hier im Forum über Strehl- Werte, als plötzlich das Thema auf den Yerkes- Refraktor kam und man bei dieser Öffnung denken würde, reichlich Farbfehler zu sehen und wenig Details am Planeten. Die damaligen Astronomen haben aber dennoch Erstaunliches mit diesem Gerät gesehen, trotz aller optischen und technischen Tücken (wie ein anderer Sternfreund geschrieben hat). Im Astro- Forum gab es vereinzelte Wortmeldungen zu den Neo- Achromaten (es werden ja wenige verkauft), wobei der vom Beobachter (subjektiv) wahrgenommene Farbfehler des Vixen 140 mit 1/3 bis 1/2 eines FH- Refraktors gleicher Öffnung eingeschätzt worden ist. Vielleicht kann sich hierzu oder den genannten Bresser- Neo- Achromaten noch jemand äußern, persönlich Erfahrungen/ Tests fände ich sehr wissenswert.
So long, besten Dank und clear skies! Carsten
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Einer fehlt hier doch noch. Na wo bleibt er???
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> Weise mal nach, dass ein FH der dies erfüllt nicht der Apo-Definition entspricht, bzw. dass wenn der FH dann die Apo-Definition verletzt ein "anerkannter Apo" dies nicht täte.
Lieber Sven,
ich muss dich doch nicht belehren, was Apochromasie bedeutet: Nach Abbe, dr den Begriff eingeführt hat, ein System, welches drei Farben vereinigt und den Gaußfehler für zwei weit entfernte Farben korrigiert. Das war damals für Mikroskopobjektive gemacht. Wenn man einen Achromat so langbrennweitig macht, dess der farbfehler nicht mehr nachweisbar ist, dann haben wir immer noch keine drei Farben vereinigt,sondern nach wie vor nur zwei.
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Hallo Carsten! Ich besitze seit Jahren einen R152 von Bresser, ein Top Widefield und Deep-Sky Gerät. Man kann damit natürlich auch Mond und Planeten beobachten aber mit den eingeschränkten Systemfehlern. Mit einem Baader Kontrast-Booster oder Solarcontinum schaut die Sache dann um Welten besser aus bei Mond und Sonne , scharfe kontrastreiche Abbildung jedoch in den jewweiligen Filterfarben. Ich besitze 3 Stk Aries Chromacorr damit erreicht er eine sehr gute Farbkorrektur im Semi-Apo Bereich und lässt auch hohe Vörgroßerungen an Planeten zu. Vielleicht hilft Dir das ein wenig eine Entscheidung zu treffen!
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#931555 - 01/07/2012 14:08
Re: Erfahrung mit Neo- Achromat
[Re: Josef]
Hallo Josef!
Vielen Dank für Deine Infos! Genau so einen Erfahrungsbericht eines Anwenders habe ich mir erhofft, weil ich mich mit der mittelfristig anstehenden Entscheidung wirklich schwer tue und für mich der Preis eines entsprechenden Apo oder ED- Refraktors dann ebenso wie der des Vixen Neo- Achromat 140/800 im Moment eben doch zu hoch ist. Wichtig ist mir auch der Tip für die Korrekturmöglichkeiten. Da ich teilweise auch fotografisch arbeite, läßt sich durch die Bildbearbeitung am Planeten womöglich auch noch etwas verbessern.
Besten Dank, clear skies! Carsten
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Hallo Carsten, ich weiß nicht was genau du dir erhofft hast...aber der Chromacorr von Aries ist auch nicht ganz billig... Ich habe durch 3 150/1200 sowie durch einen Bresser 152/760 geschaut.Bei beiden empfinde ich den Farbfehler als deutlich störend.(Vergrößerungen jenseits von 2 bzw 3-4mm AP)Bei dem kurzen stört der Farblaengsfehler entsprechend mehr und eben auch früher.
Für die Sonnenbeobachtung habe ich einen 90/1000 Achromaten.Im Weisslicht ist selbst da der Farbfehler grausig.Aber da nutze ich mittlerweile den Solarcontinuum.
Grüße Rainer
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Sicher ist,daß nichts Sicher ist...selbst das nicht.J.R.
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Hallo Carsten,
ich hatte mal vor ca. 13 Jahren einen Bresser 5" F8 Refraktor gekauft. Das Teil war definitv nicht schlecht und hatte als Achromat ein akzeptables Bild mit den typischen Einschränkungen (Violettsaum an hellen Objekten) ab mittleren Vergrößerungen gezeigt. Am Mond und Planeten war die Kontrastleistung ebenfalls mindestens zufriedenstellend bis gut.
Dieser Refraktor war auch auf einer optischen Bank in Österreich bei Alois und brachte auch dort ein zufriedenstellendes Ergebnis!
Leider habe ich die konkreten Werte nicht mehr, da er schon seit mehreren Jahren nicht mehr in meinem Besitz ist.
Viele Grüße Werner
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18" F4 Zambuto; 12" F4,5 MN; 4" TMB
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#931695 - 01/07/2012 20:42
Re: Erfahrung mit Neo- Achromat
[Re: UwePilz]
Hallo Uwe,
entschuldige, aber darauf will ich genau hinaus: wann sind zwei Farben vereinigt? Welche Fokusdifferenz darf noch bleiben? Oder welcher Gaußfehler? Wirklich die nackte 0? Oder reicht auch weniger - und wenn wir nachdenken, wie wenig denn reicht, dann stellen wir vielleicht die Forderung "so wenig, dass der Spot, das Beugungsscheibchen, nicht vergrößert wird"?
Und schon kann man darüber nachdenken, was den FH zum FH brandmarkt und einen Apo zum Apo erhebt.
Das hat praktisch keine Relevanz, ein Achromat der so weit in die Länge geschliffen wird, wäre entweder zu lang oder zu dünn um spannend zu sein.
Ich fange auch nur davon an, weil ich die Erfahrung gemacht habe, dass es eine Menge Geräte gibt, die den Weg zwischen Achromat und Apo bepflastern und durch ihren Restfarbfehler recht unterschiedlich das Bild stören.
Daher fand ich es unangebracht von Dir, an meiner Forderung zu rütteln, dass der Farbfehler (ganz gleich welcher Natur) im Beugungsscheibchen verschwinden muss.
Clear Skies Sven
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