Kleiner Erfahrungsbericht ServoCat GoTo Steuerung

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Hallo Werner,

die Option mit dem "Powered Ground Board" hatte ich in Erwägung gezogen, aber aus mehreren Gründen verworfen:
1.) Ist die Variante "Mitdrehender Akku" kurz MDA genannt wesentlich einfacher zu bauen. Nur ein simples S förmig gebogenes Aluteil ist notwendig. Dieses bildet nur durch federnde Klemmkraft eine Einheit mit dem Akku. Zum Aufladen wird der Akku sammt dem Blech einfach aus der Box ausgehängt. Ganz simpel ohne Werkzeug.
2.) Ist MDA billiger
3.) Wesentlich weniger fehleranfällig da wesentlich unkomplizierter
4.) Bei Powerded Ground Board würde ein durch die Beobachtungsleiter gefährdetes Kabel vom Teleskop zum Akku führen.

CS Mike
 
Hallo Johannes,

Ihr habt sicher generation II oder III, wo man das am Handpad sieht, so daß der Servocat selbst nicht sichtbar sein muß.

Ja, auch bei mir ist es so, dass dies am Handpad angezeigt wird.
Ich habe aber den Computer so im Rocker positioniert, dass ich von hinten auch bei senkrecht stehenden Fernrohr durch einen kleinen Spalt zwischen Fernrohr und Rocker, die Lämpchen am Servovat selbst ablesen könnte.

CS Mike
 
Hallo Mike,

kann deine Gründe natürlich nachvollziehen. Mit einer Beobachtungsleiter kann man leicht an das Kabel geraten. Ich benötige keine Leiter an meinem deutlich kleineren Instrument. Zenitnahe Objekte, bei denen ich einen kleinen Hocker brauche, werden ohnehin nicht mit dem ServoCat angesteuert.

Aktuell bin ich sehr zufrieden mit der externen Stromversorgung, welche sich nicht mitdreht. Funktioniert bisher alles tadellos. Ich hoffe natürlich, dass dies auch so bleibt. Das Kabel ist übrigens mit einer sehr soliden Kupplung mit dem Adapter verbunden. Man müsste schon mit roher Gewalt daran ziehen, so dass hier etwas beschädigt würde. In diesem Fall würde noch eher der stromseitige Anschluß aus dem Zigarettenanzünderanschluß des Akkus rutschen. Man muss zugegebenermaßen halt etwas mehr aufpassen. Ein paar kleinere, unbedeutende "Stolperer" hatte ich bereits. Dem Kabel hat es nichts ausgemacht. Alles lief problemlos weiter.

Auch die Nachführung läuft nach dem Feintuning genial. Das konnte ich gestern abend ausprobieren. Keinerlei Versatz visuell feststellbar. Alle Objekte standen viele Minuten wie angenagelt an der Stelle. Die Pointinggenauigkeit war ja schon beim ersten Test besser als von mir je erhofft und hat mich auch gestern wieder glücklich gemacht.

Mehrere Schwachpunkte der Konstruktion habe ich mittlerweile beseitigt. So habe ich beispielsweise die offenliegenden Platinen an den Encodern und den Motoren mit Neoprenmanschetten geschützt. Ich hatte noch vom Tauchen ein Paar alte, ausgediente Neoprenhandschuhe übrig. ;)

Viele Grüße
Werner



 
Hallo Mike,

ergänzend möchte ich natürlich noch erwähnen, dass du noch andere wichtige Punkte aufgeführt hast, warum du zu anderen Lösungen mit der Stromversorgung gelangt bist. Das hatte ich oben nicht klar genug herausgestellt. Ich hätte dies mit deinem Teleskop auch so gemacht.

Wie man schön sieht, kommt jeder je nach Teleskop und den eigenen persönlichen Vorlieben und Gegebenheiten zu anderen Ergebnissen, welche alle funktionieren können. ;)

Viele Grüße
Werner
 
Hallo zusammen,

Werner, wie Du berichtest, stehen die Sterne nun "wie angenagelt" in Deinem Okular. Das ist sehr erfreulich. Welche Vergrößerung hast Du verwendet?

Unsere Diskussion zum Feintuning des ServoCats hat mich daran erinnert, daß ich nach dem Einbau meines Systems in den 25" Dobson gar keine Feineinstellung vorgenommen, sondern immer nur einen ungefähren, rechnerisch ermittelten Wert verwendet hatte. Gestern habe ich das Feintuning mithilfe der "Autocalibration" nachgeholt. Da das Teleskop dabei in beide Richtungen schwenkt, mußte ich es draußen aufbauen. Mein Wohnzimmer ist leider nicht hoch genug.

Bei der Autocalibration ermittelt das System selbst die faktischen Übersetzungsverhältnisse in jeder Achse und speichert sie gleich ein. (Wie sich gezeigt hat, lagen meine provisorischen Werte um ca. 5% daneben.) Außerdem zeigt das System den Backlash in jeder Achse an. Wenn man diesen Wert kennt, kann man ihn einspeichern, so daß er automatisch kompensiert wird.

Weil ich schon einmal dabei war, habe ich mir im Baumarkt eine lange, biegsame Fußleiste gekauft und daraus einen Ring gebaut, den ich am oberen Ende um die Truss Stangen legen kann, um zu verhindern, daß das Streulichtschutztuch ("light shroud") in den Lichtweg hinein gerät.

Und da sich nun der Mond auf dem Rückzug befindet, sollte der Himmel bald wieder klar werden.


Ein frohes neues Jahr wünscht
Johannes

 
Hallo Johannes,

wenn du nun ein Feintuning am 25" vorgenommen hast, wirst du auch nochmal eine spürbar bessere Trackinggenauigkeit bekommen. 5% Offset ist schon recht viel. Es ist immer interessant zu sehen, wie jeder immer etwas findet, sein Fernrohr noch etwas zu verbessern, so wie auch du es mit Vergnügen machst. ;)

Ich habe gestern mit 365x u.a. planetarische Nebel mit schwachen Sternchen drumherum beobachtet. Selbst in dieser Vergrößerung habe ich nach einigen Minuten keinerlei Abweichung von der Sollposition feststellen können. Gut, das Seeing war nicht der Hit, der Mond war draußen, aber es hat dennoch viel Spaß gemacht. Sieht so aus, als ob meine Werte auch ohne die Autocal-Prozedzur mit der anderen Methode ganz ordentlich sind. Ich habe auch mal in der Lieferliste nachgeschaut. Da ist glaube ich auch ein separates Kabel für Autocal notwendig oder nicht? Das war nicht in meinem Set enthalten (war hier durchgestrichen...), hmmmm. Wie sieht das Kabel aus?

"...If it is desired to improve the tracking accuracy it is recommended you do a SuperProgram:AutoCAL. This procedure is discussed in the SuperProgram manual on your CD (\Manuals\Other Instructions). If the AutoCAL cable is not available the following system can be tried:..."

Außerdem führte ich gestern noch einen weiteren Pointing-Test durch. In einem Umkreis von ca. 50° habe ich mehrere planetarische Nebel gleich mit 365x im 5mm Okular mit GoTo angefahren. Wollte einfach wissen, ob das auch noch tut. Mit dieser Vergrößerung habe ich etwas weniger als 10 Bogenminuten Gesichtsfelddurchmesser. In allen meiner Versuche war der jeweilige planetarische Nebel im Gesichtsfeld zu sehen, wenn auch meist nicht in der Bildfeldmitte. Bei mehreren wie der blaue Schneeball hatte ich Glück. Der war bis auf eine winzige Abweichung im Zentrum des Gesichtsfeldes.

Ich bin jetzt wirklich sehr gespannt auf einen ersten Versuch mit einer geeigneten Kamera. Noch habe ich die Hoffnung nicht ganz verloren, dass vielleicht doch mehr als die 15s, welche du an deinem 18" hattest, für eine Belichtung ohne Autoguiding machbar ist. Dazu werde ich mir unsere alte ST6 von der Sternwarte ausleihen und versuchen, die in den Fokus zu bekommen.

Viele Grüße und einen guten Rutsch heute abend
Werner
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo Werner,

Deine Zielgenauigkeit ist sehr gut, und wenn die Objekte selbst bei 365x fest im Okular stehen, sollte auch ohne Autoguiding photographisch einiges möglich sein. Man muß allerdings bedenken, daß auch sehr kleine Positionsveränderungen auf langbelichteten Aufnahmen zu kartoffelförmigen Sternen führen können. Ich bin jedenfalls gespannt auf Deine Resultate mit der ST 6. Im Moment weiß ich gar nicht, welche Pixelgröße die hat. Ich habe damals die ST 9 gewählt, weil ihre großen Pixel gut zur Brennweite gepasst haben.

Für das "autocal" braucht man tatsächlich ein spezielles Kabel, das an einem Ende in den Encoder eingesteckt wird und am anderen Ende in den ServoCat. Man kann dieses Kabel für ein paar Dollars bei "stellarcat" kaufen. Wahrscheinlich hat der Vorbesitzer Deines ServoCats es nicht erworben, sonst hätte er es sicher an Dich weiter gegeben. Offenbar ist Deine Kalibration aber ohnehin schon sehr präzise.

Viele Grüße
Johannes
 
Hallo Johannes,

vielen Dank. Ja, ich bin auch schon sehr gespannt, wie es ausgehen wird. Die ST6 habe ich versuchsweise hier. Na ja, ob ich dieses spezielle Kabel wirklich benötige weiß ich nicht. Es wäre interessant gewesen, wie die von mir ermittelten Werte und die der Autocal-Prozedur voneinander abweichen würden.

Wenn ich das richtig gelesen habe liegt die Pixelgröße der ST6 noch ein wenig über der ST9. Die optimale Größe bei meiner Brennweite und unseren Seeingbedingungen beträgt allerdings ca. 8-9µm.

Nun denn, ich werde sehen. Es muss jetzt erst einmal klar werden.

Viele Grüße
Werner
 
Hallo Johannes,

gestern habe ich ein wenig testen können. Mann, das war ganz schön schwierig mit der alten ST6. Bis man da erst einmal den Fokus erwischt hatte. Da verging eine lange Zeit...

Ich bin erstaunt. Die längsten Sequenzen waren bis zu 30s und 40s ohne Autoguiding belichtet. Ich würde es als gelungen betrachten, da punktförmig. Erstaunlicherweise waren bei ca. 20% der Belichtungen und 20s bereits kleine Abweichungen zu sehen. Die anderen Aufnahmen sind alle gut. Da ich leider nur einen Balkon mit schwingungsanfälligen Holzdielen habe, könnte die Abweichung auch daher rühren, wenn man sich etwas von Stelle bewegt. Vielleicht ist auch der "backslash" Schuld. Bildfelddrehung schließe ich aus, zumal ich in etwa auf OST-West Richtung Testaufnahmen gemacht habe.

Viele Grüße
Werner

 
Hallo Werner,

das ist mehr als respektabel! Und das obwohl ein Balkon ein denkbar ungünstiger Standort ist. Kannst Du mal einige Aufnahmen zeigen? Ich habe selbst mit Autoguiding stets 10% oder mehr der Einzelbelichtungen verwerfen müssen, weil Guidingfehler drin waren.

Wenn Du mir per email Deine Adresse durchgibst, kann ich Dir mal das "Autocal" Kabel schicken, so daß Du Deinen backlash testen kannst.

Johannes
 
Hallo Johannes,

vielen lieben Dank für dein Angebot. :super: Das ist supernett! Ich habe dir soeben eine Mail geschrieben und 2 Aufnahmen mit angehängt.

Viele Grüße
Werner
 
Hallo zusammen,

ich möchte ganz kurz auf mein neuestes "Spielzeug" eingehen und den etwas älteren Beitrag nochmals herausholen:

Mein Wunsch war es immer, ein Teleskop zu haben, welches ich auf Bedarf auch vom Computer per Mausklick und Planetariumssoftware steuern kann.

Nach einigem Probieren und Konfigurieren + Kommunikation mit dem Treiberprogrammierer in USA habe ich es in den Griff bekommen. (Was man bei dem Sch...wetter so alles tut :D - hat aber auch Spaß gemacht, v.a. wenn man dann ein Erfolgserlebnis bekommt). ServoCat läßt sich mit einem eigenen Treiber und ASCOM 6.0 Plattform auch beispielsweise über Guide 9.0 ansteuern. Ein kleiner Traum wurde wahr. Per Mausklick funktioniert Goto tadellos und ein virtueller "handcontroller" über POTH macht feinste oder auch gröbere Korrekturen in der Feinbewegung ebenfalls möglich.

Ich werde das demnächst auch alles am Himmel nochmals einsetzen, sofern sich die Sterne dieses Jahr nochmals zeigen mögen. ;)

Viele Grüße
Werner
 
Hallo Dieter,

habe dir soeben per Mail geantwortet.

Viele Grüße
Werner
 
Hallo zusammen,

für alle ServoCAT Besitzer, welche ihr System über Planetarium Software betreiben möchten:

Peter Eschman, New Mexico hat eine neue Treiber Version 4.4.7 geschrieben. Sie fixt folgendes Problem von Version 4.4.4, mit welcher ich zu kämpfen hatte:


4) The driver supports Windows language settings that use a comma as decimal symbol and a period as digit grouping symbol. v4.4.7 fixes some language specific problems that caused errors in v4.4.4 when the driver setup screen was displayed.


Weitere Infos hier:

Peter Eschman's Webpage



Viele Grüße
Werner
 
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