Vorstellung High End 10" F5 Sebstbaunewton Projekt

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Sonixx

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Hallo zusammen.

Nach ca zweijähriger Bauzeit ist mein Newton endlich fertig und wartet auf sein First Light, leider spielt das Wetter so überhaupt nicht mit :(


Daten:

Hauptspiegel: 10" F5 Bob Royce Conical Mirror

Fangspiegel: 3,1" Protostar Pyrex

Tubus: Carbon Aramidwaben Komposit von Klaus Helmi, mattiert mit Berger Astrofarbe.

Der Rest ist komplett Eigenbau
Es wurden zwei fast identische Geräte mit maßgeblicher Hilfe eines Astrokollegen gebaut.

Okularauzug: Crayford mit 60mm freie Öffnung 52mm Bauhöhe, Auszugsrohr aus gehärteter rostfreier Kolbenstange, Andruckwelle aus gehärtetem Edelstahl, Extra große Laufrollen. Kapazität mindestens 15kg (!)

Der Okularauszug ist an Ringen im Tubus montiert, die gleichzeitig als Blenden fungieren. So ist der Tubus vom Kameragewicht fast nicht betroffen.

Fangspiegelspinne: 3 armig mit angeschliffenen Seiten um Beugungserscheinungen zu minimieren.

Fangspiegelhalterung: Gehäuse aus Aluminium, Spiegelaufhängung aus Titan (ähnliche Wärmeausdehnung wie Pyrex)

Hauptspiegelhalterung: Zentrale Aufhängung des Hauptspiegels, dadurch sitzt der Spiegel bombenfest und kann nicht verspannt werden. Zusätzlich wird das Auskühlverhalten verbessert. Die Justage wird ausschliesslich durch starke Federn Aufrecht erhalten, keine Konterschrauben notwendig.

Rohschellen: Excentrisch gedreht für optimale Stabilität.

Komakorrektor: Selbstschliff nach Ross

Off Axis Guider: Ausgelegt für Spiegelreflexkameras, keine Vignettierung bei Vollformatkameras.

Alle Teile wurden selbst eloxiert. Ein unglaublicher aufwand.


Ich hoffe es gefällt :)


 

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Hallo SLinhart,

herzlichen Glückwunsch! Sieht super aus. Ich bewundere jeden, der 10 mal besser als ich drehen und fräsen kann, so wie Du.

Gruß Uwe
 
Hallo,


einen sehr schönen Newton mit einigen interessanten Detaillösungen habt Ihr da realisiert ! :respekt2:


Viele Grüße Felix
 
Hallo SLinhart,

da gibt es von mir glatt eine 1 mit Bienchen ins Muttiheft :super: Sehr bewundernswert, was man als Amateur so alles "gebastelt" bekommt, wobei das hier schon sehr professionell wirkt/ist.

Gruß, Robert
 
Hallo Stephan,

das ist ja wohl der handwerklich perfekteste Newton den ich je gesehen habe und die optischen Zutaten darin sollten dazu passen. :super:
Halte uns bitte auf dem Laufenden (Firstlight, Bilder pp).

Gruß
*entfernt*
 
Hallo Stephan,

das kommt dem was ich mir vor meinem geistigen Auge für mich selbst ausmale seeehr nahe.
Aber warum hast du als HS Halterung nicht eine Aramidfaser Platte benutzt ?
Dann hättest du noch Lüfter einbauen können.
Dann verstehe ich auch nicht wie man Beugungserscheinungen an der Fangspinne minimiert indem man die Streben seitlich anschleift ?
Der OAZ ist natürlich ein Sahnestück.
Von wem hast du eigentlich den Komakorrektor rechnen lassen ?
Und wie gross ist der freie Durchlass und der Backfokus des Korrektors ?

Aber bevor ich dich hier tot frage, erst mal viel Spass beim first light.

Sehr sehr gelungenes Projekt.
 
Vielen dank für das tolle Feedback! :)

Zitat von yukons:
das kommt dem was ich mir vor meinem geistigen Auge für mich selbst ausmale seeehr nahe.
Aber warum hast du als HS Halterung nicht eine Aramidfaser Platte benutzt ?
Dann hättest du noch Lüfter einbauen können.
Dann verstehe ich auch nicht wie man Beugungserscheinungen an der Fangspinne minimiert indem man die Streben seitlich anschleift ?
Der OAZ ist natürlich ein Sahnestück.
Von wem hast du eigentlich den Komakorrektor rechnen lassen ?
Und wie gross ist der freie Durchlass und der Backfokus des Korrektors ?

Durch den übergroßen Tubus und der freien Aufhängung des Hauptspiegel ist ein Lüfter meiner Meinung nach überflüssig. Mein voriger selbstbau Newton (8" F6) war ähnlich aufgebaut und ein versuchsweise eingebauter Lüfter brachte nach ca. 30 min Anpassungszeit keine Erkennbare Verbesserung mehr.

Die Fangspiegelstreben haben praktisch keine Fläche (wie senkrecht zum einfallendem Licht angebrachte Klingen) die das einfallende Licht reflektieren können, dies reduziert die Beugungserscheinungen ganz erheblich. Das haben wir durch Versuche herausgefunden.

Den Komakorrektor haben wir mit Oslo gerechnet, die Demoversion reicht für fünf Flächen :)
Der freie Durchlass ist 49mm und legt den Fokus ca 19 mm nach außen. Der Abstand von der letzten Linse bis zur Chipebene liegt bei 81mm.

Die Vignettierung ist bei Vollformat vernachlässigbar.

Viele Grüsse,

Stephan

 
Hallo Stephan,
Sehr interessante Erkenntnisse.
D.h. eine verdeckte Rückseite ist bei dem Konischen Spiegel praktisch nur noch zur Streulicht unterdrückung gut ...

Das mit den reflektierenden Flanken der FS Spinne hätte ich so nicht gedacht. Ich hatte eher angenommen die Beugungserscheinungen hängen ausschliesslich von der dicke der FS Streben ab.
Die reflexionen an den Seiten der Spinne hätten "nur" einen Einfluss auf den Kontrast...
Es währe sehr schön wenn du erste Rohbilder hier einstellen könntest damit wir uns ein Bild von den Effekten machen könnten.
Denn wir diskutieren diese Themen momentan auch bei uns im Verein;)

Hätte ebenfalls nicht gedacht das man sich einen Korrektor "einfach" so rechnen kann... Da hst du wahrscheinlich mehr Erfahrung oder auch guten Rat gehabt.
ich denke du wirst den Korrektor aus Preisgründen gemacht haben, stimmts ?
Also alles im allem bin ich schwer beeindruckt !

 
Hí Stephan


ohne große Worte :applaus:

Vor allem der OAZ + dazugehörenden (passenden) Korrektor finde ich genial!! Hat der eigentlich einen Verlängerungs oder verkürzungsfaktor?? Bin echt schon auf erste Fotos gespannt.

lg
tom
 
Hallo SLinhart,

das nenne ich ein ernsthaftes Projekt :super:
Alles vom Feinsten, besonders hat's mir der selbstgeschliffene Ross Korrektor angetan!
Ein echter Klassiker!
Kannst Du dazu näheres berichten?
Wie schätzt Du die Toleranzen bei der Herstellung ein?

Fotografisch kann man mit den 4 unvergüteten Flächen gut leben, oder hast Du eine Möglichkeit eine einfache Vergütung aufzubringen? MgF2 oder sowas?

Danke für's Einstellen und Viele Grüße
Kai
 
Hallo Stephan,

absolut klasse umgesetzt. Ich wünsch Dir viel Freude mit dem Gerät. Wenn ich die Drehbank sehe, hab ich Phantomschmerzen ;-)
Grüße,
Gerrit
 
Hallo Stephan,


Die Fangspiegelstreben haben praktisch keine Fläche (wie senkrecht zum einfallendem Licht angebrachte Klingen) die das einfallende Licht reflektieren können, dies reduziert die Beugungserscheinungen ganz erheblich. Das haben wir durch Versuche herausgefunden.

Das interessiert mich besonders - sehe ich das auf den Fotos richtig das die stumpfe Seite der Klinge zur Öffnung zeigt und so die Seiten im Schatten liegen?

Was für Spinnenbeine habt Ihr da zum Vergleich getestet? Insbesondere der Vegleich mit einer Drahtspinne wäre aufschlussreich!


Viele Grüße Felix

 
Hallo Jadran,

Bilder kommen sobald das Wetter mal wieder besser wird :(
Den Korrektor haben wir selber gemacht, weil es nichts vergleichbares am Markt gibt, er ist halt genau auf den Newton ausgelegt.

Hi Tom,

der Korrektor hat keinen nennenswerten Einfluss auf die Brennweite.

Kai,

alle Flächen sind vergütet, ein paar waren schon vergütet, sodas Linsenradien von gekauften Linsen (Edmund Optics) weterverwendet werden konnten. Die andere wurde bei Orion UK vergütet.

Felix,

genau, die Ränder liegen im Schatten.
Verglichen wurde mit dicken Streben mit geraden Kanten und sehr dünne Bleche auf Spannung gezogen. Beide Varianten zeigten deutlich stärkere Beugungserscheinungen.
Die Dicke der Streben sollte keinen grossen Einflusshaben, da Beugung nur an Kanten entsteht ;)

Dünne Drähte haben wir nicht getestet, wäre aber interessant.
Allerdings sehe ich hier die Stabilität schon beeinträchtigt, da der Fangspiegel mit Halterung schon etwas wiegt... :) Ausserdem wurde sehr viel Wert auf Dauerhafte Justage gelegt.

Viele Grüße,

Stephan
 
Moin Stephan,


ich danke Dir für die Info !

Hier: http://forum.astronomie.de/phpapps/ubbthreads/ubbthreads.php/topics/885585/Re_Dreibeinige_Fangspiegelspin#Post885585 hatte ich eine Drahtspinne gezeigt die einen 85mm FS in einem 360mm Tubus hält, das ganze steckt in einem 12"f4 den ich für einen Bekannten gebaut habe. Die Spinne sieht zwar filigran aus hält aber seit mindestens einem Jahr ohne daß Bedarf bestünde neu zu justieren. Material ist 0,5mm Federstahldraht. Die Spikes sind im Vergleich zu einer normalen Blechspinne recht schwach, deshalb reizt es mich mal zu testen ob bei Deiner Spinnenversion noch ein kleiner Vorteil besteht.


Viele Grüße Felix
 
Endlich hat es geklappt und konnte erste Photonen sammeln, leider nur direkt in der Stad an einer Hauptstrasse bei Vollmond :)

Anbei ein Ausschnitt non Mirfak 1,8te Grössenklasse. Die Grösse des Bildes wurde nicht verändert, d.h. jeder Pixel am Bildschirm entspricht ein Pixel der Kamera (5.4mu).

Der andere Ausschnitt zeigt Stern HP16001 7,1 mag.

Das Bild wurde 4x10s belichtet und der Kontrast angepasst, damit man die Spikes besser sehen kann ;)

Denke die Spikes sind zu vernachlässigen :)
 

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Hallo Stephan,


das sieht in der Tat gut aus, weniger Spike ist kaum machbar! Die Drahtspinne ist ähnlich wenig wahrnehmbar aber vermutlich mechanisch empfindlicher. Nicht gegen Dejustage aber gegen Beschädigungen beim Hantieren, da dürfte Deine Konstruktion einen klaren Vorteil haben was Robustheit angeht. Ich bin echt angetan davon und werde das als Alternative zur Drahtspinne beim nächsten Newton mal bei einem visuellen Gerät verwurschten! Denkbar wären auch Streben aus dünnem Blech oder GFK/CFK mit einem kleinen "Steg" an der Seite zur Öffnung hin der die seitlichen Flächen abschattet - praktisch ein filigranes T-Profil. Könnte ich eigentlich mal an der gebogenen Spinne meines 8"f6 testen...


Viele Grüße Felix
 
Hallo Stephan,


mal eine ganz doofe Frage: Du hast den FS ja wie üblich mit freier Rückseite befestigt so daß der äußere Umfang ebenfalls vom Licht gestreift wird. Wie verhält es sich eigentlich an dieser Stelle, denkst Du es könnte sich lohnen da rückseitig eine ringsherum um 0,5 oder 1mm überstehende Blende zu verbauen damit der Rand des FS im Schatten liegt? Damit würde man den FS gegebenenfalls auch gegen Unterkühlung durch Wärmeabstrahlung schützen.


Viele Grüße Felix
 
Hallo Felix!

Gar keine dumme Frage. So eine Blende wird zwar nicht die Spikes verändern, aber der Kontrast Planeten könnte sich erhöhen.
Das werde ich umsetzen, wenn ich die Fangspiegelheizung einbaue :)

CS

Stephan
 
Hallo Felix,
das mit der Blende währe evtl. eine Möglichkeit wenn diese funktioniert.
Die gängige Art Reflexionen vom FS Rand zu verhindern ist es diesen zu schwärzen.
Ich vermute mal die Blende müsste etwas mehr überstehen als nur 1mm.
 
Hallo Allerseits,

Ich frage mich warum du bei drei Streben 6 Spikes produzierst??? Sollten das denn nicht auch drei auf dem Foto sein? Oder verstehe ich da was falsch?

VG

Sebastian
 
Hallo Jadran,


die Schwärzung vermindert streifendes Streulicht, es geht um den interessatne Effekt die Beugungserscheinungen durch eine scharfe Kante gegenüber einer schmalen Fläche zu verringern. Die Blende könnte da besser sein als die ohnehin vorhandene Schwärzung. Wobei es da um Kleinigkeiten geht, ob man das sehen kann ist eine andere Frage.


Halle Sebastian,

jedes Spinnenbein produziert einen durchgehenden Spike in 90° Richtung, also sieht man bei der dreibeinigen Spinne drei Spikes. Bei einer vierbeinigen liegen die Spikes zweier Arme übereinander, sind deswegen aber ein bischen heller. Wie hell hängt dann wieder von der Dicke und Ausführung der Arme ab.


Viele Grüße Felix
 
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