Motorfokussierung aber WIE?

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Moonwise

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Hallo zusammen,
ich habe folgendes vor, weiß aber noch nicht genau WIE.
Jeder kennt das Problem bei RGB-Aufnahmen: 10xR, 10xG, 10x … Mist, Wolken! Abbruch für die Nacht. Man bekommt die Reihe nicht fertig, Ärger, Frust, …

Daher schwebt mir vor, nachdem ich mir ein elektronisches Filterrad zugelegt habe, die RGB-Wechsel direkt hintereinander durchlaufen zu lassen. Je nach Teleskop muss man dann natürlich jeden Farbfilter erneut fokussieren.
Diese Prozedur möchte ich gern automatisieren. Bevor die neue Belichtungsreihe beginnt, kurz den optimalen Fokus ermitteln und LOS GEHT’S!

Dafür bräuchte ich zunächst einen Motorfokus. Angenommen, dieser läge vor, dann habe ich immer noch ein Softwareproblem: Ich habe eine ATIK-Kamera mit Artemis im Einsatz, bei der ich die Filterfolge steuern kann. Allerdings müsste ich für die erneute Fokusbestimmung die Aufnahme-Sequenz abbrechen, den Fokusmode aktivieren und nach dem erreichten Fokusoptimum wieder zur Aufnahmesequenz zurückkehren.

Daher meine Frage an Euch? Wir macht Ihr das? Welche Software wird benötigt, welche Hardware?

Danke für Hinweise,
CS, Moonwise
 
Hallo,

dan ich mich derzeit intensiv damit beschäftige, ob ich bei DSLR bleibe oder zur CCD-Technik wechsle, wirft sich bei mir diese Frage ebenfalls auf.

Nach meinen ersten Recherchen wäre es z.B. möglich, mit MaximDL 5 pro und Fokusmax (PlugIn) den Fukos automatisch zu suchen. Die Frage ist nur ob man dies auch so in Maxim programmieren kann.
Also dass es nach jedem Filterwechsel den Fukos neu bestimmt.
 
Hi Alex!
Man hat natürlich die Möglichkeit (wenn man sich noch eine CCD-Kamera zulegen möchte) eine mit zweitem Guiding-Chip zu besorgen. Für mich kommt das alerdings nicht in Frage.

Weiterhin wäre es ja auch möglich, eine Art "passive Automatisierung" zu erzeugen, in dem man die Fokus-Delta-Werte zwischen allen Filtern kennt, und diese dann quasi "blind" nach Filterwechsel anfährt. Aber so wirklich toll ist das alles nicht!

Bin gespannt, was hier noch so für Erfahrungen im Forum vorliegen.

Viele Grüße,
Moonwise
 
eine Art "passive Automatisierung" zu erzeugen, in dem man die Fokus-Delta-Werte zwischen allen Filtern kennt

Interessanter Ansatz, würde aber zum Beispiel bei meinem Equipment so nicht funktionieren.

Ich habe den TS 3"-Crayfordauszug mit TS Motorfokus und da dreht der Motor den Auszugsantrieb weiter wenn dieser schon ganz ein- bzw. ausgefahren ist (Crayford halt... ;) ).

Sinnvollste Lösung wäre für mich eben die oben schon genannte:
Eine Automatisierung in ner Software, die alles macht, also Aufnahmen, Filterrad und Motorfokus steuern.

Vielleicht weiß jemand, ob dies mit MaximDL möglich ist.
 
Hallo Moonwise und Alex,

bei der Suche nach der richtigen Software gibt es einiges zu beachten. So suchen sich manche Fokus-Tools einen hellen Stern und wenn das bei jedem Filterwechsel passiert, also nach jedem Bild, dann geht viel Zeit verloren.

Je nach Qualität der Optik und des motorisierten Auszuges kann man vielleicht wirklich mit einfachen Filter-Offsets arbeiten um das zu beschleunigen. Dazu müssen der Auszug bzw. dessen Antrieb exakt reproduzierbar eine Position wiederfinden können.

Nun noch etwas wofür ich vermutlich von manchen gesteinigt werde: Ich rotiere auch die Filter nach jedem Bild, aus den gleichen Gründen wie du, Moonwise. Ich möchte nach einer Nacht bereits etwas verwertbares haben und nicht mit einem fehlenden Kanal dastehen. Nun kommt es... ich fokussiere derzeit beim Filterwechsel nicht neu und für mich funktioniert es. Zum Einsatz kommen eine ATIK320 mit 4,4µm Pixeln, Baader LRGB und ein TS APO 90/600. Die Auflösung beträgt somit 1,5 Bogensekunden ohne und 3 Bogensekunden mit 2x2 Binning. Das ist scheinbar eine Kombination bei der Fokusdifferenzen noch nicht sichtbar werden, auch dann nicht, wenn ich alle Kanäle ohne Binning aufnehme. Bisher habe ich jedenfalls keine Probleme mit Farbsäumen beim kombinieren der Farben.
 
Hallo Peter!
Warum steinigen? Bei 2x2 binning ist das durchaus anwendbar.
Im 1x1 Mode bei meiner Brennweite 560mm merkt man aber die Unterschiede bei 6,5µ Pixelgröße.
Entweder blauer oder roter Halo. Deswegen würde ich das gern in den Griff bekommen.

Viele Grüße,
Moonwise
 
Es bleibt noch anzumerken, dass der APO mit f/6,7 nicht gerade eine lichtstarke Fotomaschine ist. Bei schnelleren Teleskopen wird das Problem natürlich größer ausfallen.
 
Dann noch kurz zur Software: MaximDL wurde schon genannt, wird von vielen Profis und Semi-Profis eingesetzt, vermutlich auch aus guten Gründen. Es wäre mir als Einsteiger aber noch zu hoch gegriffen. Teleskop-Ausrüstung, also Hardware, hat für mich derzeit einen höheren Stellenwert als die Software.

Ich habe mich deswegen für Sequence Generator (www.mainsequencesoftware.com) entschieden. Das Tool steuert alle ASCOM-kompatiblen Geräte wie Montierung, Kamera, Filterad, Motofokus, kann Sequenzen sowohl nach Kanal abarbeiten als auch die Kanäle durchrotieren, ein Plate-Solver ist verfügbar um genaue Ausschnitte zu definieren.

Für das Thema hier sind Dinge interessant wie Filter-Offsets beim Fokus, das Fokussieren nach Zeit, Temperatur oder eben nach Filterwechsel. Vielleicht schaust du dir das mal an. Eine Testversion läuft 45 Tage, die Vollversion kostet 99 USD. Ich bin damit derzeit sehr zufrieden.
 
Hallo

Maxim kann zwar die Kamera herrvorragend steuern und Focus Max kann herrvorragend fokussieren, aber die beschriebene Automatisierung würde ich mit CCD Autopilot oder CCD Commander machen. ACP wäre da auch noch so eine Software die aber wirklich sehr teuer ist. Eine ganz günstige Variante ist es die Scripts in Maxim selbst zu schreiben (Maxim lässt sich vollständig scripten). Alternativ könnte man noch auf homofokale Filter setzen (wie z.B. Baader, wie oben beschrieben). Diese sollten nach dem Filterwechsel den selben Fokus haben. In der Praxis bleibt der Fokus jedoch meistens nicht genau gleich aus verschiedenen Gründen.

Ich empfehle Dir CCD Commander oder CCD Autopilot.

Gruss
Gianni
 
Ergänzend zu Giannis Ausführungen wäre noch MaxPilote zu erwähnen.

CS,
Peter
 
Hallo Gianni,

in der Regel liegt die nicht gegebene Homofokalität nicht an den Filtern, sondern am Objektiv des Teleskops, dessen Restfarbfehler auf diese Weise zum Vorschein kommt. In diesem Forum gibt es Berichte über Filter, die am Refraktor sehr problematisch waren, um später an einem reinen Spiegelteleskop bestens homofokal zu sein.

Gruß

Kurt
 
Hallo Kurt

Ja das ist einer der Gründe. Ein weiterer der nicht am Filter liegt ist z.B. wenn nicht alle Filter exakt gleich im Filterrad gefasst sind, kleine Abstände können hier einen Einfluss haben.

Gruss
Gianni
 
Hallo Kurt, Gianni und Vaadwaur!
Danke für Eure Antworten.

Die vier zuletzt genannten Programme kenne ich gar nicht, werde mich damit mal beschäftigen.
Es wäre natürlich toll, wenn wenigstens eines der Programme Freeware wäre ...

Mal sehen, jedenfalls vielen Dank an Euch und CS,
Moonwise
 
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