#97331 - 14/12/2003 10:33 Justieren und Testen mit MicroStar


Justieren und Testen mit MicroStar

Wie kommt man an einen künstlichen Stern, womit justiere ich mein Teleskop? Diese Anfragen tauchen in den Foren
immer wieder auf, und werden mit unterschiedlichen z.B. verblüffend einfachen Lösungsvorschlägen beantwortet. Und
wenn dann einige Sternfreunde das Problem ernsthafter untersuchen, und auch noch überzeugende und preiswerte
Lösungen anzubieten haben, dann hat diese Diskussion einen Sinn und die Verbreitung über die Foren ebenfalls. Ein solches
positives Beispiel hat der Autor unlängst wieder erlebt.

Über astronomie.de startete ein Sternfreund eine diesbezügliche Anfrage, auf die der Verfasser mit einem in der
Amateuer-Branche übligen Verfahren zur Herstellung von Pinholes antwortete. Daraus entstand ein Kontakt mit dem
Sternfreund Raimund Hilz, Mering bei Augsburg, Raimund_Hilz@t-online.de, bei dem die verschiedenen Herstellungs-
möglichkeiten ebenso "durchgekaut" wurden, wie die Spezial-Wünsche des Autors nach einem "Doppelstern" zur
Prüfung der Auflösung einer Optik. Nur zwei Tage später lag also der MicroStar, der von den Sternfreunden aus Mering
entwickelte künstliche Stern vor mir, und ich begann damit zu "spielen". Konzipiert ist das Teil als Justierhilfe, indem man
sich einen langen Raum, z.B. Kirche, sucht, und das Gerät an einem Ende und das Teleskop ans andere Ende stellt.
Ohne Kollimations-Planspiegel oder Wasseroberfläche geht das nicht anders. Bei einer Wasseroberfläche, das hat
Tycho Brahe schon gewußt und wurde von vielen namhaften Astronomen immer wieder zu Testzwecken benutzt, man
müßte dann das Teleskop senkrecht stellen. In meinem Fall verfüge ich über genügend Planspiegel mit Certifikat von
Zeiss, daß ich ohne Probleme die jeweilige Optik gegen einen Planspiegel stellen kann.

Foto/Grafik gelöscht, da an anderer Stelle nachträglich themenfremde Änderungen stattfanden, und es hier auch nicht auszuschließen ist.

Man erkennt links das kleine blaue Kästchen in der Größe einer Zigarettenschachtel mit Halter für ein Fotostativ und in
der Rückwand eine Öse zum Aufhängen(verdeckt). Für meine Zwecke oben auf ein Teilerwürfel, der den Lichtstrahl
um 90-Grad in Richtung Optik wirft. Im Falle einer Parabel wäre das der NEwton-Spiegel.

Foto/Grafik gelöscht, da an anderer Stelle nachträglich themenfremde Änderungen stattfanden, und es hier auch nicht auszuschließen ist.

Nimmt man das Teil noch genauer in Augenschein, erkennt man ohne Mühe links neben der grünen Leuchtdiode die Öffnung
für den 0.07 mm Durchmesser künstlichen Stern - groß genug, um auch in größerer Entfernung noch gesehen zu werden.

Foto/Grafik gelöscht, da an anderer Stelle nachträglich themenfremde Änderungen stattfanden, und es hier auch nicht auszuschließen ist.

Eingeschaltet verfügt man also über einen genau definierten und exakt runden künstlichen Stern, wie man gut erkennen
kann.

Foto/Grafik gelöscht, da an anderer Stelle nachträglich themenfremde Änderungen stattfanden, und es hier auch nicht auszuschließen ist.

Zum Testen gegen einen Planspiegel oder eine Wasseroberfläche muß aber das divergende Lichtbündel um 90-Grad
umgelenkt werden, was ein Teilerwürfel mit einem Lichtverlust um den Faktor 4 gut ausführt. Damit läßt sich aber
zugleich dokumetieren, wie hell dieser künstliche Stern eigentlich ist. Der übliche Test wäre also der Sterntest bei
genügend Abstand von der Optik in einem langen Raum oder im Freien. (nächstes Bild) Die Sekundärinterferenzen
entstehen über Staubteilchen auf dem Teilerwürfel.)

Foto/Grafik gelöscht, da an anderer Stelle nachträglich themenfremde Änderungen stattfanden, und es hier auch nicht auszuschließen ist.

Zum Testen nahm der Autor sein TMB-APO 100/800, das er hinreichend genau kennt und zu dem er genügend
Parallel-Beispiele hat. Der Ronchi-Test mit einem Gitter 13 lp/mm von Teleskop Service zeigt intrafokal einen zonen-
freien APO. Die gelblichen Farbfelder können von der Beleuchtung des künstlichen Sternes stammen, das habe ich
nicht eigens nachgeprüft. Trotz großen Pinhole-Durchmessers von 70 µm (ich verwende 12 µm) ist es also möglich,
auch andere Tests damit durchzuführen.

Foto/Grafik gelöscht, da an anderer Stelle nachträglich themenfremde Änderungen stattfanden, und es hier auch nicht auszuschließen ist.

Auch der nachfolgende Foucault-Test entstand auf gleiche Art mit dem MicroStar-Gerät.

Foto/Grafik gelöscht, da an anderer Stelle nachträglich themenfremde Änderungen stattfanden, und es hier auch nicht auszuschließen ist.

Obwohl dieses kleine nützliche Handwerkszeug, das mit viel Liebe und Überlegung zu einen Spottpreis entstanden ist,
zunächst für die Justage von Teleskopen entwickelt worden ist, eignet es sich ebenfalls für die Herstellung von
Newton-Spiegeln oder anderen Prüfeinrichtungen bei Verwendung einer Teilerfläche wie Würfel, Pellikel-Häutchen
oder Teilerplatte. Überzeugend ist der genau runde und im Durchmesser definierte Lochdurchmesser, der auf Anfrage
bei Raimund Hilz auch kleiner sein kann. Auch meinen Wunsch nach einem exakt definierten Doppelstern scheine ich
durch diesen Kontakt näher zu kommen. Einige andere Anregungen hinsichtlich der Helligkeits-Steuerung wird das
Team um Sternfreund Raimund Hilz im kommenden Jahr umsetzen.

Wolfgang Rohr




Bearbeitet von Alexander_Cremer (29/05/2006 00:10)