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#298517 - 20/02/2006 06:43
Re: Meteor bei Dresden 1980
[Re: astrox]
1872 wurde in Nenntmannsdorf ein Eisenmeteorit von 12.5kg gefunden, ohne das ein Fall beobachtet wurde. Der zweite sächsische Eisenmeteorit stammt sogar aus dem Jahr 1724 (Fundjahr ohne Fallbeobachtung), gefunden in Steinbach, und wiegt stattliche 98kg. Aber 15kg im Jahr 1980 mit Fallbeobachtung? Die einzigen Meteoritenfälle in Deutschland der letzten 50 Jahre, bei denen der Fall beobachtet wurde waren Code:
3. März 1953 Peckelsheim 0.2kg 11. August 1956 Breitscheid 1.5kg 26. Juli 1958 Ramsdorf 4.7kg 26. April 1962 Kiel 0.7kg 14. November 1985 Salzwedel 0.04kg 1. März 1988 Trebbin 1.2kg 6. April 2002 Neuschwanstein 6.2kg
Es gibt ein paar Feuerkugelbeobachtungen aus Sachsen aus dem Jahr 1980 - aber nichts wirklich aussergewöhnliches... Wo hast Du denn diese Information her? Gruß André
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Hallo André,
also zu den Angaben über Gewicht und Fall kann ich im Augenblick nur vom Hörensagen berichten. Das genaue Gewicht kann ich erst dann angeben wenn ich den Meteor im Laufe der nächsten Wochen erhalte. Wie schon beschrieben, ist der Meteor, ich sage mal vorsichtig um 1980 im Vorgarten eingeschlagen. Es liegt auch eine metallurgische Untersuchung vor die ich dann ebenfalls vorliegen habe. Ist der Verbleib des Meteors von 1976 bekannt?
Gruß Jochen
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Hallo André,
mich interessiert das genau so, die metallurgische Untersuchung wurde von einem Institut in der nähe von Stuttgart gemacht (wieder hören sagen). Es handelt sich nicht um einen Pseudometeor, der ist wohl echt weil schon immer im Besitz der Familie, das kann ich aber erst mit 100% Sicherheit sagen wenn das Ding bei mir auf dem Tisch liegt. Weiterhin wurde bereits ein kleines Stück abgetrennt, zu der Untersuchung, was allerdings nicht leicht war, das Teil muss sehr sehr hart sein, auch laut der Besitzer und der Maschinenfabrik in der das vorgenommen wurde. Alles in allem klingt das echt, na ja mal sehen.
Gruß Jochen
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#298521 - 20/02/2006 21:55
Re: Meteor bei Dresden 1980
[Re: astrox]
Ja, 1980 gab es über Dresden eine Feuerkugel mit etwa Vollmondhelligkeit. Ich hatte damals für den (DDR-)Arbeitskreis Meteore (Karsten Kirsch?) mit Papier, Bleistift und Kompaß die Umgebung von Dresden abgeklappert um Leute aufzusuchen, die sich auf ein Zeitungsinserat hin gemeldet hatten. Soweit ich mich erinnere, verlief die Sache letztendlich im Sande. Genauer gesagt: es wurde kein Meteorit gefunden. Die Info mit dem Stuttgarter Institut, in dem eine Analyse stattgefunden haben soll, irritiert etwas.. 
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#298523 - 21/02/2006 10:32
Re: Meteor bei Dresden 1980
[Re: astrox]
Hallo Astrox,
habe mal in der alten DDR-Literatur recherchiert. In der Zeitschrift "Astronomie und Raumfahrt" Heft 4/1980 wird in einem Bericht auf S. 116ff bemerkt, dass es am 2. Dezember 1979 über Dresden ein Feuerball in Vollmondhelligkeit gegeben hat. Darin ist auch eine Skizze eines möglichen Niederganges dargestellt, die von Dr. Ceplecha berechnet wurde. Den Artikel könnte ich Dir mailen.
Gruß
schimmi66
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#298524 - 21/02/2006 13:44
Re: Meteor bei Dresden 1980
[Re: astrox]
Hallo Astrox, es ist schon etwas zweifelhaft, dass es sich bei dem Teil um einen 1980 in Dresden gefundenen Meteoriten handelt: 1. es wird eine Feuerkugel beobachtet, große Tageszeitungen wie auch die Astropresse berichten und rufen zum Melden der Beobachtungen auf. Ergebnis: kein Fund. 2. der Arbeitskreis Meteore recherchiert vor Ort im Raum Dresden - Ergebnis: kein Fund. 3. der Meteoriteneinschlag in einer Großstadt  , selbst wenn es vielleicht am Rande Dresdens und zu unchristlicher Uhrzeit war, wäre mit Sicherheit schnell lokalisiert worden, tagelang Gesprächsthema Nr. 1 in der Dresdner Bevölkerung gewesen und somit auich der regionalen Astrogemeinde nicht verborgen geblieben. Wenn er damals offiziell nicht gefunden wurde, müßte der Grundstücksbesitzer klammheimlich den Meteoriten sofort nach dem Einschlag versteckt und umgehend den mehrere Meter großen Krater in seinem Vorgarten wieder zugescharrt haben?  Komische Geschichte. Zumal beim Einschlag bestimmt Fensterscheiben in der Umgebung geklirrt hätten und viele Anwohner iim Schlaf hochgeschreckt wären, merkwürdige Arbeiten im Vorgarten ihres Nachbarn wohl auch bemerkt hätten...  Übrigens: die deutsche Astroszene hat auch während der staatlichen Teilung gegenseitige Kontakte gepflegt, ein "Meteoriteneinschlag in Dresden" wäre auch der SuW eine (nicht zu übersehene) Meldung wert gewesen. Aber weder in der west- noch in der ostdeutschen Astropresse ist je ein solcher Artikel erschienen, Recherchen sollten daher auch andere Fundorte als Möglichkeit einkalkulieren. Beispielsweise gab es Mitte/Ende der 70er Jahre auch eine Feuerkugel über Erfurt und dem mittleren Thüringen, wo sich nach Zeitungsaufrufen über 40 Beobachter gemeldet hatten. Auch hier wurde am Boden nichts gefunden und man mutmasste damals, dass jenes Teil in mehreren Km Höhe in der Nähe Erfurts zerplatzt sei... Gruß und cs Ralf HTT-Beobachterclub
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Hallo Ralf, wie schon oben geschrieben, ich weiß im Augenblick nur das was ich bereits veröffentlicht habe, mehr nicht. Im übrigen kann ich mir gut Vorstellen dass es einem Nichtastronom der sich mit der Materie nie auseinandersetzt, völlig egal ist was da vom Himmel fällt!!
Da könnte ich wetten, wenn so ein Teil in einen Schrebergarten fällt, würde sich der jenige nur über das Loch im Frühbeet ärgern und sich wundern welche Spitzbuben da am Werk gewesen wären. Nicht wie wir, die wir sofort alles genaustes vermessen und veröffentlichen würden, egal was da in der Zeitung steht, so sehe ich das. Sonst wäre ja beim Neuschwanstein alles losgelaufen, wie viele haben da gesucht? 200,300,1000 Leute?? nein sicher nicht.Das hat auch nichts mit der damaligen staatlichen Situation zu tun, wie gesagt, das ist meine Meinung.
Aber warten wir lieber das Ganze ab, wenn das Teil bei mir auf dem Tisch liegt weiß ich mehr. Im Übrigen hatte der Klotz lange Zeit bei den Kegelbrüdern im Stammlokal in der Vitrine gelegen (ca.15 Jahre), bis einer mal gemerkt hat was das sein könnte. Für mich gelingt das auch seltsam, ist aber so.
Gruß Jochen
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#298527 - 21/02/2006 20:14
Re: Meteor bei Dresden 1980
[Re: astrox]
Hallo,
Der 2. Dezember 1979 ist gut möglich - und wenn ich genauer nachdenke, auch stimmig. Die Recherchen begannen erst ein paar Wochen nach dem Boliden, und es war *nicht* Sommer. Auf jeden Fall ist 1978 (auch Anfang 79) definitiv zu früh, und 1981 zu spät.
Leider habe ich die Gesprächsnotizen nicht mehr. So viel ich weiß, lag der wahrscheinlichste Endpunkt der Bahn irgendwo südlich von Dresden. Die Beschreibungen der Augenzeugen waren jedoch derart widersprüchlich, daß an eine Bahnrechnung nicht zu denken war.
Wegen Stuttgart hatte ich mich unklar ausgedrückt: Dieser Ort ist schwer vorstellbar, falls die Analyse *vor* 1989 durchgeführt wurde. Es war recht knifflig damals, von Dresden aus einen Meteoriten an ein Institut "im Westen" zu schicken... Für den Finder wesentlich einfacher (weil mit viel weniger Scherereien verbunden) wäre gewesen, die Analyse in einem Institut der damaligen DDR machen zu lassen.
Apropos Krater mit 2-3 Meter Durchmesser im Vorgarten: Ich glaube, da bekommt das Haus ein paar tiefe Risse...
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#298530 - 22/02/2006 21:27
Re: Meteor bei Dresden 1980
[Re: astrox]
Hallo Jochen, über ein Foto des 15-kg-Meteoriten, entweder hier im Forum oder direkt an meine e-Mail-Adresse (s. Rubrik "Contact" auf http://jupos.org), würde ich mich sehr freuen. Danke & Viele Grüße, Hans-Jörg.
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#298532 - 22/02/2006 21:49
Re: Meteor bei Dresden 1980
[Re: astrox]
Nur so zur Information - ich habe hier zu Hause das (papierne) Archiv der Feuerkugelbeobachtungen in der DDR, die damals von Karsten Kirsch und Gerd Renner gesammelt wurden. Wenn es also da Fragen gibt... Leider fehlt nun dummerweise der Hefter mit den Meldungen von dem Ereignis am 2.12.1979 - das wurde aus dem allgemeinen Hefter rausgenommen.  Taucht aber vielleicht wieder auf - evtl. hat den jemand noch zu Hause - ich werde da mal nachforschen. Auf alle Fälle sind die damals gesammelten Daten nicht verloren... Gruß André
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Hallo André,
da kann ich nur hoffen dass es sich um genau diese Feuerkugel handelt. Denn wenn alles stimmig ist kannst du das Kapitel beruhigt schließen.
Gruß Jochen
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