Winkelabstand aus Dec/RA berechnen?

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resuah

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Hallo,

Mal abgenommen ich habe die Kooedinaten zweier eng beieinander liegender Sterne als Dec/RA-Angabe. Wie komme ich von den Koordinaten der beiden Sterne auf deren Winkelabstand?

Würd' mich über eine kurze Erklärung freuen.

Gruß
Martin
 
Hallo Martin

Ich würde dies so angehen:

1. Differenz der beiden Deklinationswerte berechnen -> (Diff_Dec)

2. Differenz der beiden Rektaszensionswerte berechnen, in Grad umwandeln (24h entsprechen 360°) -> (Diff_RA)

3. Satz von Pythagoras anwenden: Der gesuchte Winkelabstand ergibt sich aus Wurzel((Diff_RA)^2 + (Diff_Dec)^2)

Korrigiert mich, falls ich da etwas vergessen habe...

Viele Grüsse

Yannick
 
Hi Yannick,

Danke für die Vorgehensweise. Hört sich simpel und gut an. So werd' ich jetzt mal im Excel umsetzten.

Merci
Martin
 
Hi,

Also ich hätte jetzt den Sinussatz angewendet!!!
Wäre das falsch???
Warum "Satz des Pythagoras"???
Dachte immer, dass der Winkel mit dem Sinussatz berechnet wird!!!

LG Patricia

 
Hallo Martin und Patricia

Sorry, meine Lösung ist natürlich falsch. Man braucht sphärische Trigonometrie, peinlich...

Also, hier nun der hoffentlich korrekte Ansatz:

RA_1: Rektaszension 1. Stern (in Grad!)
Dec_1: Deklination 1. Stern
RA_2 und Dec_2 analog
delta_RA: Differenz der beiden Rektaszensionswerte (in Grad)

Der Winkelabstand (gamma) von zwei Punkten (RA_1, Dec_1; RA_2, Dec2) auf einer Sphäre erhält man durch

cos(gamma) = sin(Dec_1) * sin(Dec_2) + cos(Dec_1) * cos(Dec_2) * cos(delta_RA)

Hoffentlich klappt's jetzt. Habe gleich so mal den Winkelabstand von Dubhe zu gamma Cas gerechnet, stimmt gut mit dem Wert eines Astroprogramms überein.

Viele Grüsse

Yannick

 
Hallo Martin, Yannick und Patricia,

der Pythagoras beschränkt sich auf die ebene Geometrie und kann daher hier bestenfalls als Näherung für kleine Winkelabstände dienen.

Die korrekte Lösung ist ein Fall für die sphärische Trigonometrie. Genauer gesagt sucht ihr nach der Länge der Orthodrome. Damit lassen sich dann auch die Winkelabstände beliebiger (auch weiter entfernt liegender) Punkte auf der Kugel berechnen.

Viele Grüße
Stephan
 
Hi Stephan,

Also nochmal...das auch ich es versteh:
Koordinaten: 1.Stern(Rekt.)
2.Stern(Dekl.)

Anwendung des Kosinussatzes, zum Winkel berechnen wende ich den Sinussatz an(außer der Abstand zweier Sterne wäre sehr gering...)
Ist das so korrekt???

LG
PAtricia
 
Hallo zusammen

@ Stephan: Ich stimme vollkommen mit mir überein. Auf der von dir geposteten Wikipedia-Seite findet man auch die von mir gepostete Formel. Hatte bei meiner ursprünglichen Antwort wohl einen geistigen Aussetzer...

@ Patricia: Die Position von einem Stern wird ja durch einen Rektaszensionswert (RA) und einen Deklinationswert (Dekl) beschrieben.
Also z.B. für Sirius

RA 06:45:08.88 h -> entspricht 101,287°
Dec -16°42'58.0" = -16,7161°

Die Position eines weiteren Sterns muss dann wiederum durch RA und Dekl angegeben werden. -> Astronomische Koordinatensysteme

Wenn du beispielsweise den Winkelabstand von Sirius zu Capella berechnen willst, musst du wie folgt vorgehen:

Koordinaten von Capella heraussuchen:

RA 05:16:41.36 h = 79,1723°
Dec +45°59'52.9" = 45,998°

nun kannst du die Werte in der geposteten Formel einsetzen:

Winkelabstand = arccos(sin(-16,7161°)*sin(45,998°)+cos(-16,7161°)*cos(45,998°)*cos(79,1723°-101,287°)

= 65.83°

Viele Grüsse

Yannick
 
Hallo Patricia,

"Anwendung des Kosinussatzes" ist sprachlich hier etwas unpräzise, da es von den Sinus- und Kosinussätzen mehrere gibt :)
Hier wird eindeutig die spharische Trigonometrie gebraucht, welche sich von der üblicherweise in der Schule gelehrten ebenen Trigonometrie deutlich unterscheidet. Auf der Kugel kann zum Beispiel ein Dreieck durchaus auch aus drei rechten Winkeln bestehen.

Wobei ich in meinem obigen Beitrag auch etwas geschlampt hatte, da die von Yannick ursprünglich vorgeschlagene Lösung mit dem Pythagoras, auch nur am Äquator so funktioniert. Näher an einem der Pole betrachtet, relativiert sich die Rektaszensionsdifferenz beträchtlich. Zwei Sterne, die jeweils nur eine Minute vom Pol entfernt liegen (Deklination), sind ja auch bei einem Rektaszensionsunterschied von bis zu 180° selbst maximal zwei Minuten von einander entfernt. Diese Auswirkung der "Polstelle" ist ja durchaus auch praktisch mit einer äquatorialen Montierung feststellbar, wenn man in Polnähe auch für kleine Sprünge am Himmel ziemlich viel in er Rektaszension kurbeln muss. Analoges gilt auch beim Dobson in Zenitnähe, wo man dann für kleine Himmelbewegungen manchmal grosse Azimut-Änderungen braucht.

@Yannick: Ups, ich hatte gar nicht gemerkt (und damit gerechnet), dass du, wärend ich noch am obigen Beitrag schrieb, auch noch eine korrigierte Lösung gepostet hattest.


Viele Grüße
Stephan
 
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