Kleine Apos

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sindbad

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Hallo, wenn man die Beiträge in den Foren liest, wird deutlich, dass viele Astronomen sehr zufrieden mit ihren Dobsons mit Öffnungen ab 8" beobachten und auch sonst sind große Öffnungen sehr beliebt.

Vor diesem Hintergrund finde ich den Trend zum kleinen Apo merkwürdig. Was sind im Umfeld des übrigen Angebotes schon 66mm oder 80mm Öffnung? Ok, für Mond und Sonne sind solche Öffnungen in Ordnung. Aber Planeten?

Für den Spaziergang über den nächtlichen Himmel nehme ich gerne den 10x50 oder 15x60 Feldstecher. Demnächst steht ein Fernglas mit größerem Einblick und 90Grad Einblick an. Bei solchen Geräten kommt es nicht auf hohe Vergrößerungen an.

Dazu wird das parallel aufgebaute Teleskop mit entsprechender Öffnung eingesetzt. Vermutlich werden viele andere Beobachter genauso verfahren.

Worin liegt dann der Reiz der kleinen Apos? Die kompakte Bauweise kann es nicht sein, wenn gleichzeitig gute und noch kleinere 5" Maks und SCTs relativ günstig auf dem Markt verfügbar sind.

Wie seht ihr das?

Tom
 
Hallo Tom,

Kurz und bündig: Die Brillianz der Abbildung.

Hohe Farbreinheit ohne Abschattung ist wirklich ein Erlebniss. Vor allem bei Tagesbeobachtungen (also keine astronomische).

Gruß, Harrie
 
Hallo Tom,

ein paar kleine Frage zu Deinen Angaben:

1. Welches Fernglas mit 90° Winkeleinblick hast Du Dir ausgewählt?
2. Welches tatsächliche Gesichtsfeld wird das haben?
3. Welches Gewicht hat das Glas und wie groß ist es?
4. Was wird das kosten?

Und nun vergleiche das mal mit einem 80mm Apo f7, der über 4° Gesichtsfeld hat, eine brilliante, farbreine Abbildung bis 160x Vergrößerung liefert und außerdem auch noch hervorragend für DeepSky Astrophotografie geeignet ist.

Welches ist wohl das universellere Instrument ?

Viele Grüße, Jürgen
 
Moin,

ich nutze seit Anfang des Jahres einen 66er Scopos, gebraucht hier aus dem Forum erworben, war praktisch wie neu.

Bin immer wieder erstaunt über die Leistung des "Kleinen", der für den Schnellguck, Tagesbeobachtungen und Reise im Einsatz ist. Mit ihm sah ich z.B. zum ersten mal in 40 Jahren Hobbyastronomie den Neptun - dank der Montage auf einer NexStar SE2 ;) Ideal auch die geringe Seeing-Anfälligkeit, da haben mein 6" Intes und erst recht das 12.5er Dobs die größeren Probleme.
 
Hi,

find ich gar nicht merkwürdig, die überragende Transportabilität + kurze Brennweite für Richfield + super Abbildung und ein bischen Prestigedenken ist manchmal sicher auch noch dabei ;)

Also ich hätte wohl auch einen als Zweitgerät wenn ich mal eben das Kleingeld hätte.

CS Benny
 
Hi,

mir geht es so:

Wenn ich mit dem Auto unterwegs bin auf Dienstreise oder wie meistens mit wenig Zeit, dann hat ein Fotostativ mit Kugelkopf und ein kleines Fernrohr (bei mir nur ein Fraunhofer) immer Platz. Koffer für Montierung, Spiegel, Kladderadatsch und Kleinzeug hingegen eher nicht, das ist was für eine "Expedition am Wochenende".

Egal was mich interessiert und wo ich nicht hinlaufen kann oder will: Röhrchen auf's Stativ und 30s Später steht das Objekt vor meiner Nase. Das geht eben nur damit.

Und, was auch erwähnt wurde, der wie ich finde extrem angenehme Einblick mit Amiciprisma am Tage/Zenitspiegel in der Nacht schlägt in meinen Augen sogar den Reiz des binokularen Sehens im Feldstecher.
Man hat eine viel freiere Wahl beim Okular und kann sich das ganze den eigenen Sehgewohnheiten entsprechend anpassen.

Einziger Malus - bestaunt man - wie ich letztens in Koblenz, die Festung Ehrenbreitstein vom Deuschen Eck hört man aus ~ 1,20m Höhe aus der Familie nebenan erst "Ohhhh - Mama, der Onkel hat ein Fernrohr" ... und dann ein paar Sekunden des Staunens später - "Aber das ist ja gar kein Chinese!!!" wobei ich bislang nicht weiss ob diese Erkenntnis eher daher kam dass mein Fernrohr nicht ständig "klick ... piiieeep!" machte oder meine eher bajuvarische Statur irgendwie unasiatisch wirkt :gutefrage: :schwitz: :erschreck: :pfeif: :niemals:

Ein schönes Wochenende wünscht

Jörg
 
Zuletzt bearbeitet:
Hi Tom,

ich sehe in den Teilen astronomisch zwei Einsatzgebiete:
1. Fotografie, dann muss aber eine saubere Feldebnung und am besten auch eine Brennweitenreduzierung drin sein - also eben ein genau passender Reducer/Flattener. So ein "passt auch ungefähr dazu" wäre nicht gerade meine Vorstellung.

2. Reise- und Schnellteleskop. Wenn es mal auf Platz ankommt und auf Transportabilität, dann ist der kleine Apo eine feine Sache. Dann muss Öffnung halt mal zurückstehen. Natürlich spielt sicher auch "Bildästhetik" eine Rolle, dann wirds aber auch nicht billig, denn ein zusammengedengeltes Teil mit unsauberer sphärischer Korrektur erfüllt diesen Anspruch wohl nicht.

Wenn man hingegen einfach nur Widefield haben will, dann sollte wohl auch ein kleiner Achromat reichen. Bei 10x bis 20x bemerkt man den Farbfehler ohnehin nicht. Wozu dann Geld in ED-Glas oder besseres stecken, wenn man dessen Fähigkeiten nicht nutzt?
Kopfschütteln machen bei mir immer wieder die Versuche, mit 80mm Öffnung auf 240-fach zu vergrößern. Die Wunderdinge, die dann mit dem Bild passieren sollen - Achromaten plötzlich farbfrein (natüüürlich, das Okular hat zufällig einen entgegengesetzten Farbfehler...) und so weiter. Alles sehphysiologie. Letztendlich kann man die Physik nicht austricksen und wer normale Sehfähigkeiten hat, wird einfach im Bereich zwischen 120x und 150x die maximale Detailerkennbarkeit erreichen. Alles darüber macht nur ohnehin vorhandene Details aufgeblasener, und durch den geringeren Gesamtkontrast des dunkleren Bildes werden Details mit schwachem Kontrast unsichtbar.

Clear Skies
Sven
 
Hallo Sven,

Wenn man hingegen einfach nur Widefield haben will, dann sollte wohl auch ein kleiner Achromat reichen. Bei 10x bis 20x bemerkt man den Farbfehler ohnehin nicht.

Es stimmt wohl, dass man für kleine Vergrößerungen keinen Apo benötigt.

Wozu dann Geld in ED-Glas oder besseres stecken, wenn man dessen Fähigkeiten nicht nutzt?

Aber genau da kann ich Dir nicht zustimmen. Das ist doch gerade das tolle, dass ich damit nicht vorher überlegen muß welche Objekte ich beobachten will. Gerade wenn ich auf Reisen bin soll der kleine Apo für alle Gelegenheiten einsatzfähig sein. Damit machen dann eben Mond, Planeten, Doppelsterne etc auch Spaß. Und als Spektiv bietet er auch noch ein herrlich farbreines Bild für die Naturbeobachtung.
Also, wenn man mal eben nur kurz, oder auf reisen, oder als Richfieldgerät ein handliches, aber leistungsstarktes Teleskop sucht, macht sich so ein leiner Apo sicher "bezahlt". Ich kann auch diese ewige Preis-Leistungs-Diskussion nicht mehr hören. Was heißt denn bei einem Hobby schon Preis-Leistungs-Verhältnis?
Heisst das, dass ein schlechter Newton, oder ein schlechter Achromat weil er spotbillig ist, damit der Preis-Leistungssieger wird und empfohlen werden sollte? ?)


Viele Grüße, Jürgen
 
Hallo Tom

Ich habe früher ein 8" SC mit schwerer Monti und Stativ, go to, Autobatterie und sonst viel Zubehör besessen. War wirklich ein schönes Gerät.

Seit kurzem besitze ich so einen kleinen 90mm / 621mm ED APO ohne Krimskrams, nur einige Okulare, einen Nebelfilter und eine stabile Azim. Monti mit Fotostativ.

Ich habe noch nie in meinem Leben so viel durch ein Fernrohr geschaut wie durch den kleinen, handlichen ED APO...............

Herzliche Grüsse!
albireo12
 
Hallo Jürgen,

in einem bin ich bei Sven und nicht bei Dir, was das Seherlebnis angeht:

Ich nutze meine HongKongPfui-Billigröhre am Tag mit einigen recht guten, aber preiswerten Okularen, gleich wie des Nachts, aber immer mit vergleichsweise kleinen Vergrößerungen.

- mich stört, auch als ansonsten pingeliger Fotograf, keine Farbe, (wobei ich zugebe, als "Bunkerspecht" interessieren mich eher Gebäudefragmente älterer und meist leicht verfallener Natur als weit entfernte Isolatoren oder andere Blausaumtestobjekte);
- ich bin kein Planetenbeobachter, die Dinger sind ganz nett, aber sie faszinieren mich eben irgendwie nicht. Also groß das Feld und alles Licht was ich kriegen kann bitte in angemessener Konzentration im Okular;

Und ich bekenne mich schuldig, ja, ich benutzte manchmal, wenn auch kein Teleskop ins Auto passt )oder passen "darf"( auch eine umgebaute "Wundertüte" (Beroflex 500f8) zum beobachten und kann mit den Fehlern leben. Für mich ist in dieser Anwendung wichtig klein - schnell - brauchbares Bild. Und gegen mein altes Dachkantglas komm ich immer beim Quotienten aus Bildqualität und Bequemlichkeit noch gut raus.

Jörg
 
Hallo Tom,

ich finde das weder merkwürdig noch gegenläufig.
Persönlich halte ich nichts von den ganz kleinen Röhrchen, da nehme ich lieber einen guten Feldstecher.
3-4 Zoll Öffnung hingegen, kompakt und mit großem Feld stellen für mich die ideale Ergänzung zum großen Newton/Dobson dar.
Der aktuelle Komet sprengt z.B. gerade das erreichbare Feld meines 8" Dobsons und es gibt auch einige herrliche Standartobjekte für großes Feld, nicht nur faszinierende Milchstraßenspaziergänge.
So ein Teleskop dann noch reisetauglich und mit weniger Farbe für höhere Vergrößerung, was will man mehr?

CS
*entfernt*
 
Hi,

Jörg, Dein Beitrag war nicht schlecht!
Ich denke mal so: Wer einen Newton oder ein SC bereits sein Eigen nennt, oft unterwegs ist (beruflich) und daraus resultierend sein Equipment nicht ständig von Hotel zu Hotel während der Woche rumschleppen will, für den eignet sich ein solches Gerät optimal. Als Fotograf habe ich immer mein(e) Stativ(e) dabei, und somit auch immer meine Russentonne, man weiß ja nie...
Zwischenzeitlich habe ich das Miyauchi 20/30 x 77 mm, damit entfällt die Russentonne, denn das Großfernglas reicht mir für den Blick zwischendurch.

- Gerade heute Abend: Tolle sicht, nach 3 Wochen der erste klare Himmel! Also raus, erst mal mit dem FG. - Was war? Nach 1/2 Stunde war kein einziger Stern mehr zu sehen. Zum Glück habe ich den 8-Zöller erst garnicht rausgeholt, obwohl er nebenan in der Warte steht.

Und genau da sehe ich den Einsatzzweck eines kurzen Refraktors, gleich ob ED oder FH: das "Zwischendurch-Spechteln", einfach mit Genuß, ohne Streß. Und dabei ist mir ehrlich auch egal, ob er farbrein ist oder nicht. Das ist dann nur der Spaßfaktor und daß ich an diesem Abend überhaupt was gesehen habe. Denn die "Dicken" hätte ich an diesem Abend eh nicht rausgestellt.

CS
Winfried
 
Hallo Winfried

Deshalb habe ich mir auch ein 20x80 Triplett Bino gekauft.
Leider konnte ich diesen noch nicht am Sternenhimmel ausprobieren,aber bei Erdbeobachtungen machte er schon eine gute Figur.
Immer diese Wolken,das geht nicht anders.
Ich krieg noch ne krise.
Ich weis nicht wie oft ich im diesem Jahr mein RCX einsetzen konnte,das könnte man an den 5 Fingern abzählen.
Ein kleiner Apo oder Bino ist zum Schnellspechteln jedenfalls eine feine sache.

Grüße
Manfred
 
Hi Winfried,

genau so ist es. Ich arbeite ja bekanntlich (oder auch unbekanntlich) als Ingenieur bei einer Privatbahn. Das bedingt, oft und viel unterwegs zu sein. Da ich tags gerne fotografiere und sowieso immer eine große Fototasche mit mir rumschleppe (und ein stabiles Stativ aus CT18's Zeiten) ist mir das zusätzliche Rumgeschleppe der Montierung und des restlichen Equipments zu viel.

Und mit der Glasröhre halte ich mein Interesse wach, denn wenn alles immer nur rumsteht und nie genutzt wird kommt irgendwann der Tag, an dem der Frust siegt und man aufgibt. So reicht, wie gesagt, die Idee, anhalten, aussteigen, anschauen...

Und da Teleskope Geräte zum Durchschauen und nicht zum Herzeigen und Anschauen sind, war der Schluß sinnig. Beobachten mit dem, was man dabei hat.

Im übrigen *nebenher schon rumschraubt* mit der Tonne hast Du mich auf eine Idee gebracht ... Das Rubidings liegt ja auch hier rum ...

Jörg
 
Hallo Jörg,

Zitat von Dir: "...So reicht, wie gesagt, die Idee, anhalten, aussteigen, anschauen..." Zitat Ende.

...Jetzt weiß ich auch, warum die Bahn so oft Verspätung hat, speziell nachts bei klarem Himmel! *g*

Spaß beiseite, ganz einfach, ja, so ist es! Mir reicht da die Russentonne, mit 1000mm eine ganz schöne Brennweite, um auch mal abends mit einem Kunden draussen spechteln zu können, sozusagen "aus dem Handgelenk".

Aber, für die Mitleser: ich sehe das als Zweit oder Dritt-Teleskop an, daß ich dann verwende, wenn anderes (unterwegs) nicht greifbar ist oder ich einfach nur mal just for fun eine halbe Stunde in den Himmel schauen möchte.

CS
Winfried
 
Für mich ausschlaggebend war der universelle Charakter meines 66mm SD.
Ich benutze ihn mit 2X Barlow als Nachführteleskop,
mit 2" Zenitspiegel und WW Okularen von 5-32mm zum schnellspechteln bei Mond Sonne und im Urlaub auch anderen Objekten.
Mit EOS400D und passendem 0.8X Reducer /Flattener zum fotografieren.
Und manchmal auch für den schnellen Blick auf den Taunus ob Schnee oben drauf liegt ;)

Somit vereint die kleine Röhre viele Vorteile.
Die Nachteile liegen jedoch auch auf der Hand und dürfen nicht vernachlässigt werden.
Mit einem Achromaten währe ich jedoch nicht so zufreiden,
da für die Fotografie und hohe Vergrößerungen am Mond und anderen hellen Objekten ungeeignet.
Wer mit falschen Erwartungen so ein Teleskop kauft wird wahrscheinlich enttäuscht.
Wer realistisch bleibt wird so manche positive Überraschung erleben.

 
Hi!

Auch bei mir kam der kleine ED80 als kompaktes Gerät, das mir mehr Vergrößerung liefern kann als das Fernglas. Ein Koffer und ein Stativ in den Kofferraum geschmissen, und schon kann's losgehen. Wenn ich das mit den 8-16-Zoll-großen "mobilen" Geräten vergleiche (8" parallaktisch = 2-3 Koffer + Stativ, 16"=Dobson, für den zwei Träger und zwei Kombis nötig sind), die ich so kenne, ist das ein Traum. Die Aufbauzeit ist nur unwesentlich länger als für ein Fernglas mit Stativ. Ich kann mich noch gut an die letzte Mondfinsternis erinnern - auf der Rückfahrt von nem Termin hab ich alle paar Autobahnparkplätze kurz angehalten, aufgebaut, durchgeschaut, dann die Kamera angeschlossen, kurz geknipst, alles eingepackt und bin weitergefahren.

Planeten sind eh langweilig - die neun Stück, die's mal gab, hab ich durch, und was die nächsten Jahre so im Horizontdunst abgeht - wen juckt's? Saturn wirkt auch schon bei rund 100x schon ganz hübsch, und wenn ich schwache Monde oder Wolkendetails beobachten will, greif ich halt auf größere, stationäre Geräte zurück.

Schwachpunkt sind Galaxien, aber richtig überzeugen tun die eh nur in wirklich großen Geräten - und da artet der Aufbau schon wieder in Arbeit aus, wenn man nichts fest aufgebautes hat.

Der ED80 ist just for fun und ideal, wenn man die Paradeobjekte schon mal gesehen hat - dann weiß man auch die Leistung der kleinen Öffnung zu schätzen. Und im Gegensatz zum Schidt-Cassegrain mit seiner wesentlich längeren Brennweite muss ich ihn nicht justieren, und er sieht nach Teleskop aus :/ Die Kombi Richfielder mit recht hoher machbarer Vergrößerung (160x) find ich Klasse. Richtig hoch kann man eh nur selten vergrößern.

Abgesehen davon hab ich mir vor einigen Jahren mal Jupiter in einem Kosmos E68-Refraktor angeschaut (ca. 40-50 Jahre alt, ca. 68/900) - da merkt man erst mal, wie weit der eigentlich weg ist.

Gruß,
Alex
 
Hallo Winfried,

richtig, als alleinige "Waffe" wäre das sicher nicht ausreichend. Aber wie gesagt - dadurch bleibt man am Ball. WObei sich bei mir die Frage nach dem "Haupt-Teleskop" inzwischen auch in

"Haupt-Durchguck"- und "Haupt-Bildermach"-Teleskop

teilen wird, wobei ich mir da derzeit absolut noch nicht sicher bin. Einerseits gut, andererseits bezahltbar, das ist eine nicht triviale Schere ... ?)

Die Antwort könnte ein etwas größerer APO als Fotooptik und ein Spiegel mit Primärfokusoption sein, so à la Faststar... aber wie gesagt, kommt Zeit - kommt Rad (alte chinesische Weisheit) :/

Jörg
 
Zuletzt bearbeitet:
Mond und Planeten erfordern Vergrößerung. Nur an ausgesuchten Abenden gibt der Himmel mehr als 200x her. Ein 9cm Apo liefert das in etwa und zeigt damit an den meisten Abenden die Details, welche überhaupt möglich sind. Vielleicht mit etwas wenig Reserven für Farbfilter.

Es ist übrigens nicht so, dass sich die Wirkung der zentralen Obstruktion durch etwas mehr Öffnung ausgleichen läßt. Das Bild des Apos bei gleicher Vergrößerung ist schärfer, aber irgendwann geht ihm die Puste aus. Mehr Öffnung, höher vergrößern fördert mehr Detail zu Tage, so dass man schließlich dasselbe Maß an Einzelheiten sieht: Aber an einem flaueren, dafür größeren Bild. Das ist visuell ein Unterschied, vor allem für Ästheten.
 
Hallo, danke für die vielen Meinungen. In der Zwischenzeit gab es tatsächlich mal eine Gelegenheit, die Teleskope rauszuschleppen und praktische Vergleiche anzustellen. Ich ließ den kleinen Skywatcher 127mm Mak gegen den Vixen ED80SF antreten. Der Vixen Refraktor ist im Laden knapp 2x so teuer und baulich größer, weil die Taukappe nicht einschiebbar ist und der Tubus nicht geteilt werden kann. Der Refraktor zeigt bei geringen Vergößerungen ein wesentlich größeres Bildfeld (, was ein Anlass sein sollte, mal mit einem Brennweitenreduzierer durch den C8 die gleichen Objekte zu betrachten). Dagegen gefielen mir die Mondansichten im ausgekühlten SKM 127 besser. Für mein 'persönliches Verwendungsprofil' ist die Kombi aus Feldstecher plus kompaktes Teleskop(e) ab 5" Öffnung am interessantesten.

Tom
 
Hallo Jürgen,

na komm, das geht doch aus dem Kontext hervor! Als Reisegerät und für Schnell-Schnell ist es doch OK, aber als Zweitgerät zur großen Öffnung würde man doch für hohe Vergrößerung die große Öffnung eben vorziehen. Dann bleibt ED oder schlimmeres ungenutzt, weil das 2" Weitwinkel im Klein-Apo festfriert. Dafür muss man keinen APO kaufen, wenn dann soll man so eine Optik auch ausnutzen. Ansonsten tut's wie gesagt auch ein kleiner Achromat.

Clear Skies
Sven
 
Hallo Uwe,

Es ist übrigens nicht so, dass sich die Wirkung der zentralen Obstruktion durch etwas mehr Öffnung ausgleichen läßt. Das Bild des Apos bei gleicher Vergrößerung ist schärfer, aber irgendwann geht ihm die Puste aus. Mehr Öffnung, höher vergrößern fördert mehr Detail zu Tage, so dass man schließlich dasselbe Maß an Einzelheiten sieht: Aber an einem flaueren, dafür größeren Bild. Das ist visuell ein Unterschied, vor allem für Ästheten.

deiner Aussage muß ich sowohl von der theoretischen als auch
praktischen Seite her widersprechen.

Die negative Wirkung der zentralen Obstruktion auf die mittleren
Ortsfrequenzen, siehe MTF-Kurve, läßt sich durch mehr Öffnung
leicht ausgleichen.

Und aus der Praxis kann ich das bestätigen. Mehrfach konnte
mein 8"f/6 Newton 6" ED-Apos übertreffen und einmal sogar
mit einem 7" Apo gleichziehen, jeweils bei Planetenbeobachtung.

Das Bild war nicht flauer, die Vergrößerung haben wir versucht
so gleich wie möglich zu halten.

Es gab einen Unterschied, aber nicht auf der Planetenscheibe
sondern neben der Planetenscheibe. Dort verursachten die
Fangspiegelstreben 4 "Spikes". Das kann man durch die Wahl
geeignet gebogener Streben verhindern.

Mond und Planeten erfordern Vergrößerung. Nur an ausgesuchten Abenden gibt der Himmel mehr als 200x her. Ein 9cm Apo liefert das in etwa und zeigt damit an den meisten Abenden die Details, welche überhaupt möglich sind.

Auch da kann ich nicht zustimmen. Ein 9cm Apo liefert sicher
nicht an den meisten Abenden, sondern nur an einigen Abenden
die Details die Überhaupt möglich sind.
Und 200x überreizt die Vergrößerungsfähigkeit eines 9cm Apos
auch deutlich, erkennbat am aufgeblasenen Beugungsscheidchen
eines fokal eingestellten Sternes.

MfG,Karsten
 
Hallo Jürgen,

wenn Schnell-Schnell über 20x hinausgehen soll, holst Du dann gleich den Großen raus?
Ich lass es fein ruhig bis 120x (wie Sven vorschlug) gehen, dann kann ich meinen im Kühlen lagernden Großen immer noch auspacken. Beim Fh geht das dann nicht.
Nicht umsonst sind 80/90er TMBs oder auch Tak FS60-C beliebt.
 
Zitat von UwePilz:
Mond und Planeten erfordern Vergrößerung. Nur an ausgesuchten Abenden gibt der Himmel mehr als 200x her. Ein 9cm Apo liefert das in etwa und zeigt damit an den meisten Abenden die Details, welche überhaupt möglich sind. Vielleicht mit etwas wenig Reserven für Farbfilter.

:super:

So sehe ich das auch!

Peter
 
Hallo Dietmar,

wenn Schnell-Schnell über 20x hinausgehen soll, holst Du dann gleich den Großen raus?
Ich lass es fein ruhig bis 120x (wie Sven vorschlug) gehen, dann kann ich meinen im Kühlen lagernden Großen immer noch auspacken. Beim Fh geht das dann nicht.


Nein, nein ich selbst bin ganz arm dran... :/
Ich habe nur ein einziges Fernrohr und das ist nicht richtig klein und nicht richtig groß und muß leider für alles ganz alleine herhalten - ein TMB 115/805.

Viele Grüße, Jürgen
 
Hallo Peter,

wenn Dein 8" Newton an den meisten Abenden nicht mehr zeigt als Dein 80 er TMB, würde ich mir um den Newton echte Gedanken machen, oder Du beobachtest am falschen Standort, oder nur zur falschen Nachtzeit! Ich fange bei Mond und Planeten fast immer erst bei 200 fach an zu beobachten und gehe dann sehr häufig bis 400 fach, da ist Dir beim 80 und 90 mm APO schon lange das Licht ausgegangen und die Auflösung wie ein 8" Newton bringen die kleinen APO´s aus eigener Erfahrung auch bei 200 fach lange nicht!

Gruß und cs Uwe
 
Der letzte Kommentar entspricht auch meiner Erfahrung. Mein Vixen ED80SF, der eine durchaus respektable Leistung bringt, kann einem kompakten Celestron C8 bei hohen Vergrößerungen nicht annähernd Paroli bieten. 300x sind im C8 bei gutem Seeing gut zu machen. Ein guter 8" Newton wird das auch schaffen. Mit dem 80'er Refraktor sind Vergrößerungen, bei denen es um Details geht, ab 120fach langweilig. Und das liegt beim Vixen ED80SF nicht an Farbsäumen oder einem Mangel an Schärfe, sondern schlicht und einfach am fehlenden Licht und den bekannten physikalischen Grenzen wie Austrittspupille etc.

Mir fällt in den Diskussionen zum Thema auf, dass viele (Klein-)Apo-Benutzer Wert auf 2" Okulare legen. Das 2" *entfernt* ist schwer und voluminös. Ein 80'er (sogenannter) Apo mit einem 2" Zenitspiegel und 2" Okular wird von den wenigsten Fotostativen ordentlich getragen. Also schleppt man mindestens ein eigenes Stativ mit einer Porta, Giro oder einer parallaktischen Montierung mit. Wer sowas zu einem dunklen Ort transportiert, nimmt dazu höchstwahrscheinlich das Auto. In dem Fall kann es nicht viel ausmachen, wenn ein Teleskop nebst den dazugehörigen Gegengewichten 10 kg mehr wiegen.

Tom
 
Ja,

da sehe ich z.B. die gestrige Nacht bei uns: Seit 4 Wochen endlich wieder klarer Himmel. Voller Tatendrang den 8" Newton rausgestellt (steht gekühlt in der Warte). Dann, nach einer halben Stunde, habe ich endlich gemerkt, daß der Himmel keine 5.5 hat, sondern maximal 5.0.
Das Ergebnis: 82 wieder in der Warte verstaut, Frust erkannt und, um nicht ganz umsonst gefroren zu haben, das Miyauchi rausgestellt und ein wenig in der Gegend herumgespechtelt. Bei 20x und 30x, denn mehr war nicht drin.

Ohne das Miyauchi hätte ich mich frustriert hinter den Ofen gesetzt- ins Warme.

CS
Winfried
 
So einen Miyauchi hätte ich auch gerne. Bin am Überlegen, ob ich einen 20x70 oder einen 20/30x88 Clone aus China kommen lasse und den Vixen ED80SF stattdessen weggebe.

Tom
 
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