Tubus schwärzen

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Jimbo

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Hallo zusammen,

ich hab über die Suchfunktion nicht das gefunden wonach ich suche, drum frag ich mal in die Runde.

Alle Jahre wieder keimt in mir der Gedanke aus meinem Refraktor das letzte Quäntchen Kontrast rauszuholen, und den Tubus zusätzlich zu den eingebauten Blenden noch mit schwarzem Material auszukleiden. Da ich aber unschlüssig bin was Sinn macht, ist bislang aus meinem Vorhaben nichts geworden.

Aber womit auskleiden? Filz, Samt, mattschwarz lackiertes Schmirgelpapier?

Was bietet sich als am besten geeignet an, und woher kann man es beziehen (ggf. eine Internetadresse)?

Oder würdet ihr sagen, dass es keinen Zugewinn an Kontrast mehr bringt?

Grüße
Boris


 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
" Oder würdet ihr sagen, dass es keinen Zugewinn an Kontrast mehr bringt? "

Guck mal mit einer Lupe oder dgl. hinten in das Okular Deiner Gurke. :)

Da wirst Du staunen, wo es überall blinkt und glänzt.

Und Du siehst auch, ob Deine Blenden richtig sitzen! Denn das ist leider nicht bei allen Geräten der Fall.

Es geht nicht einfach darum, den Tubus/Tubuswand innen zu schwärzen ( bei richtig gesetzten Blenden braucht man das eigentlich überhaupt nicht, denn dann sieht man ja keinerlei Tubuswand mehr vom Okularstutzen aus gesehen ), sondern es kommt auch darauf an, alle anderen Reflektionen ( im Zenitspiegel, in den Steckadaptern, im Okular etc. ebenfalls zu beseitigen.
Wenn man das beachtet, dann kann man sogar ohne Blenden auskommen, auch wenn Blenden letztlich die beste Lösung sind.
Dann sieht es im Okular etwa so ( oder noch besser ) aus:

Link zur Grafik: http://www.tbrumm.de/images/astro/TMB130/28%20AP2.jpg
 
Moin Matthias!

> Such mal nach "Velour" ...

...oder nach der korrekten dt. Schreibweise: "Velours"... ;)
 
hallo Boris,

selbstklebendes Velours bekommst zB in grösseren Baumärkten (Innenausstattung). Vor dem Einkleben gut mit diesen klebrigen Rollern für die Katzenhaare auf der Kleidung abrollen, da geht einiges an Mikrofusseln runter.

Hallo Brummwolf, in deinem Tubus ist irgendwo ein sehr helles Loch, das musst du noch zumachen!

lg Tommy
 
Hallo Boris,

ich halte vom auskleiden mit Velours nicht so viel, das Zeug neigt ziemlich zum Fusseln.
Gerade bei der Astrofotografie hat man dann häufig häufig was davon auf dem Chip.
Ich hab daher bei meinen Geräten den Tubus mit einer extrem matten Farbe (von AstronomieBerger) gestrichen. Da glänzt und spiegelt nix mehr.


Grüße

Michael
 
Zitat von Michael_Schmitz:
Hallo Boris,

ich halte vom auskleiden mit Velours nicht so viel...
Ich hab daher bei meinen Geräten den Tubus mit einer extrem matten Farbe gestrichen.

Hallo Michael,

mein Tubus ist schon schwarz getrichen, Blenden hat er auch. Meine Überlegung ist einfach, ob es eben nicht noch besser geht.
Da ich nur visuell beobachte, werd ich die Sache mit dem Velour und der Fusselrolle mal antesten.

Grüße
Boris
 
Hallo,

es gibt nicht einen Lack oder Lack-Sägespäne Gemische, die im Streiflicht auch nur annähernd an Velours herankommen.

Die meisten schauen sich die Lacke in direkter 90° Draufsicht an und vergessen, daß das Licht im Tubus extrem flach einfällt.
Hier greift das matte Velours mit seinem Dschungel aus Häärchen, an dem das Streiflicht keine Chance hat weiter zu kommen.

Es ist nur eine Frage der richtigen Vorbereitung der Veloursfolie, dann fusselt da nichts mehr.
Es fallen selbst nach Jahren keine Häärchen aus, nur Produktionsbedingt hängen auf der Veloursfolie lose Häärchen, die es gilt penibel zu entfernen.

Das gilt zumindest für die DC-Fix Folie.

Der zweite Vorteil dieser Folie ist, daß damit eine nicht unerhebliche Isolierung des Tubus als Nebeneffekt einher geht, welche sich in sichtbar weniger Tubusseeing zeigt.
Gerade bei Teleskopen ohne Lüfter ist das nicht zu unterschätzen.

Siehe auch hier: http://www.astrotreff.de/topic.asp?TOPIC_ID=66876
http://www.pteng.de/astro/gso880/tubus/frame_r.htm
 
Hallo Ekkehard,

es handelt sich bei der Farbe nicht um einen Lack, sondern um eine Silikonharzfarbe. Diese ist ganz wesentlich matter, als z.B. ein Schultafellack (natürlich in der Streiflichtbetrachtung).
Ich hab damit z.B. die Hülse vom Komakorrektor oder diverse Adapterringe mattiert. Dadurch konnte ich die sonst schonmal auftretenden Geisterbilder ausschalten.
Ein weiterer Vorteil der Farbe ist, dass man sich bei engen Tuben, wie z.B. beim Okularauszugrohr, oder gar bei der Okularhülse... nicht die Finger bricht, wenn man die Folie glatt aufkleben will.
Sicher, Velours ist vielleicht nochmal minimal matter, doch würde ich die Farbe aufgrund der einfachen Handhabung auf jeden Fall vorziehen.

Gruß

Michael
 
Hallo Ekkehard,

es gibt nicht einen Lack oder Lack-Sägespäne Gemische, die im Streiflicht auch nur annähernd an Velours herankommen.

Doch den gibts. Es ist ein sehr spezieller Infrarot absorbierender Lack der ausgezeichnete funktioniert im sichtbaren Licht. Er wird benutzt u.A. im Infrarot Teleskope.

Es ist Nextel Black Velvet 811-21
Nr. 9218 Stumpf matt
Er wird produziert von Mankiewicz in Hamburg.

Allerdings ist er nicht billig.

Gruß,
Harrie
 
Moin Michael,

nenn doch bitte mal den Namen und Hersteller dieser Farbe.

Ich weiß nicht ob es theoretisch überhaupt möglich ist mit einer "normalen" Beschichtung an eine Beflockung oder Velours heran zu kommen.
Durch die Häärchen entsteht ja eine Lichtfalle, die auch den letzten Rest reflektierten Lichts schluckt.

Ich hatte ein Minifläschchen Fotolack von Leica da, das wird sicher nicht das schlechteste sein und selbst der hatte keine Schnitte gegen Velours.
Genau so wenig wie mattschwarzes, rauhes Fotopapier.

Du hat natürlich vollkommen Recht, daß bei engen oder kleinen Sachen Lacke erheblich einfacher sind.
Meinen Rumak habe ich auch nur gestrichen, da er eh Innenblenden hat und das Blendrohr besser nicht mit Velours ausgekleidet wird um keine Vignettierung zu bekommen.

Auf den Vorteil der Tubusisolation bei Velours würde ich nicht verzichten.
 
Hallo Harrie,

danach werde ich mich mal umsehen - besten Dank für den Tip.

Auch hier wieder die Frage, ob es überhaupt möglich ist, gegen die Häärchen-Lichtfalle des Velours mit Lack zu bestehen?
 
Hallo Ekkehard,

Wenn Du ihm bekommen kannst, ist das anbringen sehr wichtig (Sprühdruck, Spritzöffnung und Abstand zur zu lackierende Fläche). Wir haben ihm bei uns in der Firma auch benutzt.
Der Lichtdämpfungswert den wir damals (vor etwa 10 Jahren) war bei 87 Grad Einfallswinkel (also nur 3 Grad mit der Oberfläche) nur 2^10e-5.

Im Internet sind zahlreiche Artikel zu finden wo die Anwendung des Lacks beschrieben wird. Nur sind nicht alle frei zugänglich.

Gruß,
Harrie

 
Hallo Michael
Ich hab damit z.B. die Hülse vom Komakorrektor oder diverse Adapterringe mattiert. Dadurch konnte ich die sonst schonmal auftretenden Geisterbilder ausschalten.

Was Du da dann gesehen hast sind keine Geiserbilder. Ein diffus reflektierende Fläche wird nie ein Bild erzeugen. Was Du gesehen hast ist sehr warscheinlich eine starke innere Reflexion.

Ein Geisterbild ist eine Abbildung die nicht sauber allen optischen Flächen durchläuft aber von mindestens zwei Flächen reflektiert wird (einmal gegen die normalen Richtung zurück und dann wieder zurück in der urspränglichen Richtung) und erzeugt ein Bild nahe an de Bildebene. Siehe mal auf www.astrooptik.com/.../Newton3Inch/Ghost.JPG

Gruß,
Harrie
 
Hallo Harrie,

jetzt weiß ich welchen Lack Du meinst.
Ich kenne ihn von Hifi-Lautsprechern, deren Front auch zur Verhinderung von Schall-Reflektion damit beschichtet wurde.

Die Oberfläche dieser Beschichtung ist ähnlich wie Wildleder.

Aber dieser Lack ist ja schon eine Beflockung und kein Lack im herkömmlichen Sinn!
Die Beschichtungs-Methodik ist für Lackier-Amateure wohl auch schwierig zu bewerkstelligen.
In so fern unterscheidet er sich im Prinzip nicht sehr von Velours.

Auch hier wird letztendlich durch sowas wie Häärchen oder wie auch immer man das nennen soll eine Lichtfalle für reflektiertes Restlicht geschaffen.

Das bestätigt letztendlich doch auch, daß es ohne "Lichtfalle" nicht richtig geht.

Ich bin deshalb auch weiter der Meinung, daß ein matter Lack nicht an Oberflächen wie Velours, Wildleder, Beflockung oder ähnlich fein zerklüftetes heran kommen kann.

Auf dem Astrotreff wurden hierzu schon recht umfangreiche Versuche mit speziellen Mattlacken gemacht, die eindeutig - fotografisch nachgewiesen - gegenüber Velours versagten.

 
Zitat von Pteng:
Auf den Vorteil der Tubusisolation bei Velours würde ich nicht verzichten.

Hallo Ekkehard,

ist jetzt zwar off topic, aber dein Argument mit der isolierenden Wirkung finde ich interessant und würde ich gerne näher erläutert haben.

Häufig liest man doch, insbesondere bei großen Teleskopen, dass man PC-Lüfter einbaut, um die Temperatur im Tubus um möglichst schnell anzugleichen. Dein Argument zielt in die entgegengesetzte Richtung. Oder?

Grüße
Boris


 
Hallo,

irgendwie muß ich doch noch meinen Senf dazu geben...

@Pteng, was mich jetzt wundert ist, wieso es auf einmal wichtig ist, ob ein zur Schwärzung eines Tubus verwendeter Lack ein Lack in DEINEM "herkömmlichen Sinn" ist.

Ohne (Farb)-Pigmente, welche ja auch eine Art "Beflockung" darstellen, dürfte es prinzipiell schwierig sein überhaupt einen deckenden Lack / Farbe herzustellen, oder?

Und gerade Verfechter des "herkömmlichen" Schultafellacks könnten bemerkt haben, daß Dieser eben auch (Anwendungsspezifisch) eine rauhe Oberfläche hat, um eben für Schultafeln geeignet zu sein (nicht blendend und mit Kreide(n) beschriftbar).
Nur gibt es hier, wie bei so vielen Dingen eben unterschiedliche Qualitäten, was ich ja versucht hatte auf dem Astrotreff fotografisch zu verdeutlichen (wobei leider ausgerechnet die von Dir empfohlenen Lacke die Schlußlichter waren - zumindest was das Reflektieren unter flachen Winkeln anbelangt...)

...auch ich mußte so Leergeld zahlen, hab aber inzwischen meine Testtafel beidseitig eng ausgenutzt und (u.A. da nicht so Verstaubungsanfällig wie Velours) konkurrenzfähige und bezahlbare Alternativen gefunden, die hauptsächlich in Bezug auf Abriebfestigkeit schwächeln und deswegen nicht von mir empfohlen werden, obwohl ich verschiedene Varianten bisher erfolgreich bei Okularausschwärzungen getestet habe, wo Velours nicht so leicht verwendet werden kann.

Ich bin aber zuversichtlich, daß sich nicht jeder von Selberfarbenherstell-experimenten abhalten lässt und z.B. der auf AstronomieBerger zu findende, freundlich anmutende, junge Herr, bereits was nettes zusammengemischt hat, das ich sicherlich bei Gelegenheit mit meinen Gemischen vergleichen werde - just for fun!

Aber es darf gerne Velours zur Tubusauskleidung weiterempfohlen werden, da es hier wohl sinniger ist, als die Lacke, die lange empfohlen (verwendet) wurden...


CS
Ulrich

P.S.:
Du darfst gerne den Link zu den bebilderten Astrotreff Versuchen bringen - schaden tut es dem Fragesteller sicher nicht.
 
Hallo Ekkehard,

Der Lack hat zwar eine rauhe Oberfläche, aber richtig von Beflockung würde ich nicht ausgehen.

Im Internet wird der Lack oft genannt. Vielleicht suchst Du mal raus ob es wirklich ist was Du meinst.

Gruß,
Harrie
 
Hi,

ich habe Boxen mit NEXTEL -Beschichtung. Die Oberfläche fühlt sich fast an wie Wildleder, und es sieht auch ählich aus. Aber als beflockt würde ich es nicht bezeichen. In nassem Zustand ist die Konsistenz ähnlich einer leicht angetrockneten, eingedickten Farbe.
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo Jimbo,

Kann sein, Nextel ist ein Sammelbegriff, z.B. wie Bier ;)

Ich hab mal gegooled und fand bei http://symp15.nist.gov/pdf/p241.pdf Meßwerte. Die Reflektionen die da gemessen wurden sind haber mehr als wir damals gemessen haben.

Gruß,
Harrie
 
Hallo Ekkehard,

es handel sich um Amphisilan von der Firma Caparol. Diese Farbe bekommst Du im gut sortierten Farbenfachhandel (nicht im Baumarkt) in der Regel im 5 Liter Eimer, oder eben bei Andreas Berger ab 250 ml.
Auch ich habe ungefähr 30 verschiedene Farben und Lacke getestet, aber nur solche, die sich "Laiengerecht" verarbeiten lassen - mit der o.g. konnte keine zweite mithalten.

Gruß

Michael

 
Hallo Harrie,

entschuldige bitte meine falsche Ausdrucksweise.
Ich meinte natürlich die durch die meist hochglänzenden schwarzen Eloxierungen hervorgerufenen Reflexionen.

Gruß

Michael
 
Hallo Michael,

Kein problem.
Übrigens sind glatte eloxierte Flächen reine Spiegelflachen.
Deshalb wird ein Reifel ('Gewinde' ohne Gewindefunktion) angebracht. Aber zuviel kleingängiges gibt auch wieder viele Reflexionen.

Gruß,
Harrie
 
Hallo Boris,

also das Velours isoliert den Tubus so gut, daß es sichtbar mit dem Tubusseeing herunter geht.
Auf dem Astrotreff ist dazu auch etwas zu finden.
Wir brauchten dort zwar einige Zeit die Theorie mit der Praxis zu vereinen, aber es ist auch rechnerisch nachweisbar.
Leider ist der Astrotreff gerade down, so daß ich hier keinen Link zum Thread posten kann.

Wenn Du bei einem Newton einen Lüfter einbaust, tritt die Isolationswirkung des Velours von deren Effektivität natürlich in den Hintergrund.

Hier ist der Nebeneffekt dann auch nebensächlich.

Aber nicht jeder will/kann einen Lüfter einbauen.


 
Hallo Harrie,

es ist wohl nicht die Beschichtung die ich meine.
Bei Audio Physic wurde an der Frontblende eine Beschichtung angebracht, die so ähnlich wie aufgerauhtes Wildleder aussieht, also so etwas wie Haarbüschel oder besser Flocken mit einer Höhe von ca. 0,5mm an der Oberfläche aufweist.

Aber die Nextel-Beschichtung ist für mich eh nicht handelbar, da ich nicht über die Ausrüstung verfüge.
 
Hallo Michael,

danke für den Tip.
Ich werde die Farbe mal austesten....wer ist Andreas Berger?
 
Moin Ekkehard,

zunächst mal danke für deine Erklärung.

Zitat von Pteng:
Aber die Nextel-Beschichtung ist für mich eh nicht handelbar, da ich nicht über die Ausrüstung verfüge.

Man kann diese Farbe auch streichen, sie muss nicht zwingend gespritzt werden. Ich habe eine kleine Macke meiner Box schon selbst mit dem Pinsel ausgebessert.
Es ist aber anzunehmen das, auf einer großen Fläche, das Ergebnis gleichmäßiger ausfallen wird, als mit der Rolle aufgetragen.

Grüße
Boris
 
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