Was sehe ich im Okular

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SunCobalt

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Hallo liebe Astrogemeinde,

aus lauter Schlechtwetterfrust habe ich mich heute mit Astrosoftware beschäftig und bin dabei bei Eye & Telescope hängen geblieben. Dort gibt es ja eine schematische Darstellung wie ein Objekt im Okular aussehen wird. Die Software hat mir einen großen Schreck eingejagt weil ich lt der Vorschau weder M31 noch M42 mit einem 8" / f10 und einem WO SWAN 33mm (72°), das ich hätte, oder einem TS WA 50mm (55°), das ich mir noch besorgen müsste, vollständig überblicken kann.
Irgendwie glaube ich das nicht. Daher hätte ich folgende Fragen und würde mich freuen, wenn mir jemand helfen könnte:
1.) Ist das ein bekannter Bug? Falls ja, könnt ihr die anderen beiden Fragen vergessen
2.) Wo groß ist der tatsächliche Himmelsauschnitt, den ich mit dem jeweiligen Okular sehen kann? Also wie kann man den berechnen?
3.) Gibt es eine einfache & kostenlose Quelle, die mir die Ausdehnung von Messier Objekten angibt?

Vielen Dank vorab für eure Antworten

lG & CS
Thomas
 
Hi Thomas

Mit Cartes du Ciel geht das recht einfach: Man kann einblenden, welchen Bereich man mit welchem Okular überblicken kann; die Deep Sky Objekte sind dort ebenfalls in ihren Grenzen gezeigt.
M31 kann bei deiner Brennweite tatsächlich nichtmehr komplett gesehen werden. Visuell merkt man das aber oft nicht, da je nach Bedingungen der Randbereich zu dunkel ist.

CS
Jürgen
 
Moin Thomas!

Die Geschichte ist kein Bug in E&T. Ein Teleskop mit 2 Metern Brennweite ist nunmal nur begrenzt ein Richfielder.

> Wo groß ist der tatsächliche Himmelsauschnitt, den ich mit dem jeweiligen Okular sehen kann? Also wie kann man den berechnen?

tatsächliches Gesichtsfeld = scheinbares GF des Okulars durch Vergrößerung
z.B. (WA-50 mm) --> 55° / 40x = 1,375°

Der Orionnebel hat bspw. eine Ausdehnung von ca. 1° am Himmel, die A.-Galaxie ist sogar bis zu 3,5° (7x Vollmonddurchmesser!) groß.

> Gibt es eine einfache & kostenlose Quelle, die mir die Ausdehnung von Messier Objekten angibt?

Wikipedia? Google? ;)
 
Hallo Thomas,

das ist schon richtig!
M31 siehst Du als einzige Galaxie der Nordhalbkugel schon mit bloßem Auge. Sie hat einen Durchmesser von rund 4 Grad und ist damit bereits in einem 25x Fernglas formatfüllend zu sehen. Durch das Teleskop, das meist bei 30-40 facher Vergrößerung anfängt, sieht man also nur den Bulge, also das helle Mittelteil der Galaxie und etwas außen herum, aber nicht bis zum Galaxienrand.
Am schönsten habe ich sie im Fujimon 25x150 Großfernglas gesehen. Aber keine Angst, sie macht auch im Teleskop einiges her!

M42 siehst Du im 8" f6 mit 1200mm Brennweite und dem 32 mm WW in 2" formatfüllend. Da dürfte die Darstellung im Programm nicht stimmen. Aber auch hier konnt es darauf an, WAS das Programm, das ich nicht besitze unter M42 versteht. - Vielleicht mehr als die Nebelstrukturen, wohl noch mit dem running man darüber und dem Sternhaufen darunter.

Nochmals keine Angst: Deep Sky Beobachtungen macht man häufig im Übersichtsbereich bei großflächigen Objekten wie Nebel (ngc7000 u.a.). Galaxienpaare wie M81/M82 oder M95/96 u.a. bei "Normalvergrößerung", also so um die 50-70-fach, entsprechend je nach Teleskop (Newton) mit dem 23-27mm Okular. Viel verwendung findet ei Okular mit 14mm und nur für Planeten/enge Doppelsterne/Details in Nebeln muß man hoch vergrößern.

Die Vergrößerung eines Teleskops berechnet sich durch Brennweite des Teleskops geteilt durch die Brennweite des Okulars.

CS
Winfried
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
super. Vielen Dank für die Antworten. Hilft mir sehr weiter. Ich hätte nicht gedacht, dass M31 sooo groß ist. Ich scheine bis jetzt mit kleineren Instrumenten (3", 4" und 6") wohl nur den Kern gesehen zu haben und sollte mich öfter mal unter dunkleren Himmel bewegen (wenn es denn mal wieder besseres Wetter wird).

Danke nochmal
lG & CS
Thomas
 
Hallo Thomas, noch ein Tip:

Ganz wichtig ist auch das sog. indirekte Sehen.
Wenn Du Dir, egal ob mit oder ohne Teleskop, nachts ein Objekt anschaust und siehst direkt hin, dan siehst Du mit dem"Blinden Fleck" im Auge, nämlich genau auf die Stelle, wo die Sehverven sitzen, die zum Gehirn gehen. Eine kleine Fehlstelle im Augapfel. Schaust Du im Teleskop nicht genau auf die Galaxie sondern leicht daneben, dann siehst Du sie deutlicher!

Ebenso wichtig ist eine gute Nachtadaption. Gehe vor dem Beobachten in der Dunkelheit eine halbe Stunde spazieren. Während dieser Zeit bildet sich im Auge eine Chemie, die allerdings sehr flüchtig ist. Sie hilft Dir, in der Nacht besser zu sehen. Aber bereits die Rücklichter eines Autos können diese Adaption zerstören. Probier`s mal. Das ist jetzt kein Witz!..
CS
Winfried
 
Zitat von Berberich:
Ebenso wichtig ist eine gute Nachtadaption. Gehe vor dem Beobachten in der Dunkelheit eine halbe Stunde spazieren.

Man kann diese Zeit auch "produktiv" nutzen. Besonders im Sommer schön: Bequem im Beobachtungsstuhl den Sternenhimmel mit bloßem Auge und Fernglas beobachten. Da kann man schon mal die Sternbilder und wichtigsten Sterne zur Navigation der geplanten Objekte absuchen und sich so schon mal gut vorbereiten. Man merkt dann auch schon im Laufe der ersten Minuten, wie sich die Nachtsicht verbessert. Das ist sehr spannend.

Thomas
 
Winfried schrieb "Wenn Du Dir, egal ob mit oder ohne Teleskop, nachts ein Objekt anschaust und siehst direkt hin, dan siehst Du mit dem"Blinden Fleck" im Auge, nämlich genau auf die Stelle, wo die Sehverven sitzen, die zum Gehirn gehen. Eine kleine Fehlstelle im Augapfel. Schaust Du im Teleskop nicht genau auf die Galaxie sondern leicht daneben, dann siehst Du sie deutlicher!"

Das stimmt so nicht. Der blinde Fleck ist richtig blind und auch nicht auf der optischen Achse. Dass man indirekt dunklere Sachen "besser" sieht, liegt daran, das achsnah hinten auf der Innenseite des Auges haupsächlich Zapfen sitzen, die fürs Tagsehen zuständig sind und nicht so lichtempfindlich sind. Weiter aussen um die Achhse herum sitzen mehr Stäbchen, die lichtempfidlicher sind. Deswegen sieht man, wenn man am Objekt vorbei kuckt, dunklere Sachen besser. Das gilt natürlich nur, wenn ich das richtig verstanden habe.

Gruß

Bernd
 
Ohne jetzt nachzuschauen, Bernd,

aber irgendwo muß der Sehnerv ja sitzen. Richtig ist, daß er nicht genau in der optischen Achse sitzt, sonst würde er uns nahezu immer stören.

Man ist an dieser Stelle natürlich nicht ganz blind, da die Stäbchen das "Gesamtsehen" kompensieren.

Der visuelle Eindruck beim Direktsehen in der Nacht dürfte jedoch um 20% niedriger sein als beim indirekten Sehen in Kombination mit der Entwicklung der speziellen Chemie, deren Namen mit momentan nicht einfällt.

CS
Winfried
 
Hi Winnie. Hi Winfried.

Ich habe meiner Meinung nach nichts verwechselt. Ich schrieb, dass der Blinde Fleck blind ist und nicht auf der optischen Achse hinten auf der Retina liegt. Das steht so bei Wiki, und Winnie schreibt das ja selber auch so.
Dazu nochmals Winnies Link
:http://de.wikipedia.org/wiki/Blinder_Fleck_(Auge)

Und ich schrieb, dass in der Mitte der Retina hinten ("achsnah") mehr Zapfen (als Stäbchen) fürs Tagsehen =Farbsehen sind. Und dass deswegen diese Stelle nicht so lichtempfindlich ist, wie die achsferneren Flächen der Retina, wo der Stäbchenanteil höher ist. Das steht so bei Wiki:
:http://de.wikipedia.org/wiki/Indirektes_Sehen#Physische_Stufe

Da steht:

Es gibt zwei Typen von Photorezeptoren: Stäbchen und Zapfen. Die Stäbchen vermitteln das Hell-Dunkel-Sehen, die Zapfen das Farbensehen. Zapfen sprechen auf Rot-, Grün- oder Blau-Empfindung vermittelnde Wellenlängen an............ ............................ Die Zapfen dienen vor allem dem Tagsehen, denn sie sprechen nicht auf geringe Lichtintensität an; deswegen kann man nachts keine Farben wahrnehmen.
 
Hallo Winfried, Hallo zusammen.

Bernd hat schon recht. Der Gelbe Fleck ist der Bereich auf der Retina, an dem die höchste Sehschärfe erzielt wird. Betrachtet man ein Objekt direkt, "fällt" das Licht auf diesen Bereich. Für uns Astronomen ungünstig, da sich hier nur die lichtunempfindlichen Zapfen befinden.

Schaut man neben das Objekt (indirektes Sehen) "fällt" das Licht wieder auf Stäbchen, welche lichtempfindlich sind. Am Blinden Fleck befinden sich keine Lichtsinneszellen, da hier der Nervus Opticus ansetzt.

Liebe Grüße, Christoph Lohuis.

Sternwarte Neuenhaus
 
Hallo Thomas,

Zitat von SunCobalt:
2.) Wo groß ist der tatsächliche Himmelsauschnitt, den ich mit dem jeweiligen Okular sehen kann? Also wie kann man den berechnen?
Das sagt dir das E&T (unter Wahrnehmung/Gesichtsfeld)
Zitat von SunCobalt:
3.) Gibt es eine einfache & kostenlose Quelle, die mir die Ausdehnung von Messier Objekten angibt?
Zwar nicht kostenlos, aber wenn du das E&T eh schon hast, dann findest du diese Info bei den Katalogdaten
 
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