Luxus Problem: Zeiss Halb APO 6" oder Meade APO 7"

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abcroller

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Hallo Astro Gemeinde,

ich hätte gern ein paar Meinungen von Euch:

Was würdet Ihr vorziehen, wenn man den Kaufpreis ausser Acht lässt:

einen Zeiss Schaer Refraktor 150 mm mit 2250 mm Brennweite (AS Objektiv) also Halb APO oder

Meade 7 Zoll ED APO mit f/9

Ist das eine Zoll vorzuziehen oder die Zeiss Qualität ?

Wer Lust hat, kann auch mal anrufen:

0172 8651596

Besten Dank
 
Hallöchen

Ist das Gerät stationär oder soll es transportabel sein?
Beobachtest du in Stadtnähe oder bei dunklem Himmelshintergrund?
Schaust du visuell, oder willst du fotografieren?
Sind dir Planeten lieber oder DeepSky wichtig?

Das ist ja fast wie in der IKEA-Radiowerbung :D

Gruß
Andy
 
Hi!

Ich hab ehrlich gesagt gerade keine Lust, ins Handy-Netz zu telefonieren, daher nutz ich mal das Forum:

Die Entscheidung würde ich eher von der Brennweite als vom Hersteller abhängig machen. Ich kenne einen ca. 25 Jahre alten 150/2250-Zeiss (Jena) als Coudé. Der Farbfehler ist vorhanden, ist mir aber zum ersten mal bei der Spektroskopie aufgefallen - im Blauen läuft das Spektrum doch etwas auseinander. Ansonsten merkt man es fotografisch bei sehr hellen oder überbelichteten Sternen, visuell oder bei nicht überbelichteten Sternen stört er praktisch nicht. Dazu sei noch gesagt: Der Refraktor ist ohne Zenitprisma im Einsatz - einige alte Linsenteleskope sind wohl auf den Einsatz mit Zenitprisma (nicht Spiegel!) gerechnet und liefern durch den Lichtweg im Prisma ein besseres Bild. Das hab ich allerdings noch nicht ausprobiert. Aber vielleicht wird's ja mal wieder klar...

Mit 2,25m Brennweite ist er ideal für Sonnensystem und Doppelsterne, also alles, was hohe Vergrößerung will. Vollmond und Sonne füllen eine Kleinbildkamera vollständig aus, bei DSLRs mit ihrem kleineren Chip wird was abgeschnitten - der Halbmond geht gerade noch aufs Bild. Aber DSLRs mit Vollformat-Chip sind ja auch schon absehbar...

Durch die lange Brennweite ist Weitfeld-beobachten halt kaum möglich, auch wenn das Okular mehr Feld zeigt als die Kamera. Und bei dem Öffnungsverhältnis ist eigentlich jedes Okular gut:-) Die kleinste Vergrößerung, die mit heute gängigen Okularen möglich ist, liegt halt bei rund 60x (40mm-Okular)- 70mm-Okulare baut kaum wer.

Als Schaer-Refraktor sollte er auch kompakter sein als der Meade.

Den Meade kenne ich nicht persönlich, mit 1,6m Brennweite liefert er aber mehr Feld als der Zeiss. Für die Fotografie sollte er mit "nur" f/9 auch besser sein. Google mal nach Tests vom Meade, da gab es einige Berichte drüber.

Ich würde den Zeiss nehmen (da er seltener ist und Schaer-Refraktoren auch eher Exoten sind) als Spezialist für Sonnensystem, Doppelsterne, Planetarische Nebel und sonstige Ziele, die hohe Vergrößerungen wollen, und noch einen mindestens-8-Zoll-Spiegel für Deep-Sky daneben stellen. Als Sucher und "Leitröhrchen" am besten noch einen ED80 mit Leuchtpunktsucher/Telrad als Richfielder auf den Zeiss schnallen.

Aber Zeiss ist mittlerweile eh was für Sammler, auch wenn die Geräte einwandfrei alltagstauglich sind.

Gruß,
Alex
 
Herzlichen Dank für die ausführlichen Antworten.

Ich möchte vorzugsweise Planeten mit einem der beiden Geräte beobachten und die Wahl zwischen beiden Geräten hiervon abhängig machen. Für Deepsky nehme ich einen Dobson.

Fotografieren will ich auf Sicht der nächsten Jahre nicht.

Nur visuell beobachten.

Also mehr Öffnung oder lieber Zeiss ?
 
Übrigens zu den Fragen von astrotigger:

ich beobachte in Dorfnähe, etwas Aufhellung ist also vorhanden.
Ich bin im Voralpenland südlich München.

Das Gerät wird in jedem Fall stationär betrieben.
 
Ja dann würde ich in jedem Fall den 6" AS empfehlen.
Ich weiß zwar nicht in wie weit die Schaer Refraktor Bauweise die Abbildungsqualität beeinflußt,
aber grundsätlich bietet der Zeiss ein für diese Zwecke besseres Öffnungsverhältnis.
Das AS Objektive sehr schöne BIlder zeigen ist auch hinlänglich bekannt und ich kann es ebenfalls aus eigener Erfahrung bestätigen.
Und nicht zu vrgessen: Der Zeiss wird nicht billiger mit den Jahren, was beim MEADE durchaus passieren kann ;)
 
Hi!

Dann würde ich auch den Zeiss nehmen.

Beim Coudé sind übrigens auch zwei Umlenkspiegel drin, nur die Ausrichtung ist anders als beim Schaer (Coudés haben das Okular immer am selben Fleck, ideal für Schulteleskope oder sehr schweres Zubehör).

Gruß,
Alex
 
Re: Luxus Problem: Zeiss Halb APO 6" oder Meade AP

Hallo Abcroller,

ich würde auch für den Zeiss plädieren.
Gerade die großen Meade ED's mit 6" und 7" stehen in dem Ruf, dass die Otpiken oft dezentrtiert sind und die Fassungen selbst für Experten nur schwer in den Griff zu bekommen sind.

Solche Probleme sind bei einem Zeissobjektiv nicht zu erwareten. :)

Viele Grüße, Jürgen
 
Re: Luxus Problem: Zeiss Halb APO 6" oder Meade AP

Herzlichen Dank nochmals für Ihre aussagekräftigen und hilfreichen Meinungen.

Dann werde ich mein Bestes geben und versuchen, das Zeiss Gerät zu erwerben.
 
Re: Luxus Problem: Zeiss Halb APO 6" oder Meade AP

Dann viel Erfolg und viel Spaß!

Beste Grüße,
Alex
 
Hallo

Pauschal kann man dazu eigentlich gar nichts sagen.

Zeiss Qualität?
So viel ich weiß, hat Zeiss keine Schaer Refraktoren gebaut, diese sind meist im Selbstbau entstanden, so dass nur die optischen Komponenten oder nur das Objektiv von Zeiss sein kann.
Somit relativiert sich auch wieder der Qualitätsbegriff, da die Planspiegel weiß Gott wo herkommen können und in unbekanntem Zustand sind?!
Auch kommt hier wieder die Mechanische Komponente hinzu, da mit zwei Spiegeln, drei Komponenten zueinander dauerhaft justiert sein wollen.

Warum also nicht von der Annahme ausgehen der MEADE ED sei in Ordnung? Dann wäre dieser natürlich besser als der Zeiss Schaer Refraktor.

Gruß Uwe
 
Hallöchen

Für meine Empfehlung war mir es praktisch egal, ob da Zeiss draufsteht oder nicht. In dieser Preisklasse erwarte ich in jedemfall ein optisches System hoher Qualität - egal von wem.
Für mich ausschlaggebend war das günstigere Öffnungsverhältnis für die Planetenbeobachtungen.

Gruß
Andy
 
Re: Luxus Problem: Zeiss Halb APO 6" oder Meade APO 7"

Hallo,

wenn ich in der glücklichen Lage wäre, "den Kaufpreis ausser Acht" lassen zu können, dann würde ich ganz sicher keinen von beiden kaufen. Heute kann man wesentlich bessere APOs in 6" oder 7" kaufen (z.B. TEC, TMB, Takahashi). Warum sollte man dann über einen Meade ED oder ein AS Objektiv nachdenken?

Gruß
Torsten
 
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Re: Luxus Problem: Zeiss Halb APO 6" oder Meade AP

Hallo Andy und "abcroller",

beide Optiken sind mir nur dem Namen nach bekannt, kann also keinen Qualitätsvergleich beitragen. Nur möchte ich die zutreffenden Bemerkungen von Andy dahingehend ergänzen, dass die längere Brennweite des Zeiss bei der Planetenbeobachtung den Einsatz von viel bequemeren - weil längerbrennweitigen - Okularen ermöglicht. Außerdem ist die Bildfeldwölbung deutlich geringer als bei der lichtstärkeren Optik.

Mit meinem FH 6" f/20 Faltrefraktor und einem 56-mm Superplössl (Meade) habe ich ein wahres - und weitestgehend ebenes - Gesichtsfeld mit einem Durchmesser von 48 mm (2"-Anschluss). Da passt der Mond mit 25-30 mm locker hinein.

Die f/15-Optik bietet mit dem gleichen Okular natürlich noch einen deutlich größeren Blickwinkel und mit einer Austrittspupille von 3,7 mm etwa die visuelle Lichtstärke eines 10x40 Feldstechers.

Während für die hochauflösende Beobachtung von Monddetails und Planeten bei f/15 noch ein 10-mm Okular ausreicht, braucht man bei f/9 schon eine Barlowlinse - oder es wird sehr unbequem.

Die Sache mit den Planspiegeln wird vielfach überbewertet. Die müssen nicht besser als 1/10 Wellenlänge geschliffen sein. Die Fehljustierung eines Planspiegels führt lediglich zu einer gewissen seitlichen Verschiebung des Bildes in der Fokalebene aber nicht zu Abbildungsfehlern, wie sie bekanntlich infolge der Fehljustage von bildgebenden Komponenten in Spiegelteleskopen auftreten.

Der Farbfehler beim AS f/15 sollte jedenfalls geringer sein als bei meinem FH f/20, und da ist er schon kaum wahrnehmbar - selbst fotografisch.

Aufgrund meiner Erfahrung mit dem durch Faltung verkürzten, aber optisch langen FH würde ich wohl auch eher zum AS neigen und wünsche dem Anwender mit dem Instrument - wenn er sich denn dafür entscheidet - viel Freude.

Gruß, Jan
 
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Re: Luxus Problem: Zeiss Halb APO 6" oder Meade AP

Hallo Jan,

Die Fehljustierung eines Planspiegels führt lediglich zu einer gewissen seitlichen Verschiebung des Bilds in der Fokalebene aber nicht zu Abbildungsfehlern, wie sie bekanntlich infolge der Fehljustage von bildgebenden Komponenten in Spiegelteleskopen auftreten.

da kann ich nicht zustimmen. Eine seitliche Verschiebung in der
Fokalebene heißt ja nichts anderes, als daß die optische Achse
des Teleskopes nicht mit der längsachse des Okulares zusammenfällt.

Der Stern in der Mitte des Okulares ist dann ein off-axis Stern.
Und auch ein langer FH bildet off-axis nicht so gut ab wie
auf der Achse. Natürlich wird auch hier das Problem bei
lichtstärkeren Teleskopen deutlich größer.

Ich würde aber auch den AS nehmen.

MfG,Karsten
 
Re: Luxus Problem: Zeiss Halb APO 6" oder Meade AP

Hallo Karsten,

da hast Du natürlich im Prinzip Recht. Man sollte hier aber etwas genauer auf die Auswirkung von Fehljustierungen in der Praxis schauen.

Bei katadioptrischen Systemen - beispielsweise in einem Cassegrain-Spiegelteleskop - werden Abbildungsfehler eines Primärspiegels mit extrem hoher Lichtstärke - typischerweise f/3 - durch den konvexen Sekundärspiegel weitgehend kompensiert. Der verbleibende Restfehler ergibt sich somit aus der Differenz von relativ großen Abbildungsfehlern der an der Kompensation beteiligten Spiegel.

Beim Faltrefraktor hat man es dagegen immer nur mit den Abbildungsfehlern einer vergleichsweise sehr langbrennweitigen Primäroptik zu tun - bei dem hier diskutierten AS also f/15.

Da die Abbildungsfehler bei gegebener Brennweite i.a. mit mindestens dem Quadrat der Öffnung ansteigen (wobei der FH ja im wesentlichen komafrei ist), sollte sich die Fehljustage beim Cassegrain mit f/3 Primärspiegel mindestens 25 mal stärker auf die Abbildungsqualität auswirken als eine entsprechende Fehljustierung des Planspiegels im f/15 Faltrefraktor.

Es ist ja hinlänglich bekannt, dass kompensierte Spiegelsysteme nur dann ihre volle Leistung bringen, wenn sie ordentlich kollimiert sind, und dass der Grad der Kollimierung u.a. auch durch thermische Einflüsse beeinträchtigt wird.

Derlei Probleme hat man mit dem Faltrefraktor nicht. Der ist optisch - und dementsprechend auch thermisch - vergleichsweise doch recht robust.

Gruß, Jan
 
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Re: Luxus Problem: Zeiss Halb APO 6" oder Meade AP

Hi!

Mal die Gegenfrage: Warum sollte jemand, der sich ein Zeiss-Objektiv leistet, billige Badezimmer-Spiegel kaufen?
Außerdem müssen die Spiegel nur einmal justiert werden und halten dann - gerade bei einem stationären Gerät - "für die Ewigkeit". Zumindest gab's bei dem Zeiss, den ich kenne, in den letzten 20 Jahren keinen Grund, da was zu justieren, obwohl die Tubusteile häufig mit Schwung geschwenkt werden. Gut: Das steckt in einer Dreiviertel Tonne Stahl (incl. Montierung), aber auf die Spiegelhalterung entfällt dabei das wenigste Gewicht.

Das entspannte Öffnungsverhältnis, die lange Brennweite und der gute Wiederverkaufswert (Zeiss is nice, but twice the price gilt auch für Second hand) bei kompakter Bauweise sprechen für den Zeiss als Planetengerät. Wenn auch Deep-Sky/Weitwinkel geplant wäre und dafür kein Dobson zur Verfügung stünde, wäre der Meade eine Überlegung wert, klar. Aber bei Planeten lohnt sich lange Brennweite, von daher ganz klar Zeiss. So Scherze wie eine Barlowlinse kennt man dann nur vom Hörensagen.

Auch wenn ich über die großen Meade-Apos schon vereinzelt schlechtes gelesen habe, habe ich selber bei Meade nur mit der Mechanik schlechte Erfahrungen gemacht, nie mit der Optik. Aber auch wenn beide Optiken vom selben Hersteller wären und gleich viel kosten würden, würde ich das längerbrennweitige Gerät nehmen, trotz der etwas geringeren Öffnung und dem mit etwas Mühe erahnbaren Farbfehler.

Gruß,
Alex
 
Re: Luxus Problem: Zeiss Halb APO 6" oder Meade AP

Hallo Alex

Nun über die optische Qualität können wir alle nur spekulieren, sofern keine konkreten Aussagen darüber getroffen werden.
Beim Selbstbau habe ich leider schon so einiges erleben müssen!
Von Mechanischen Mängeln bis zum Markenspiegel, die dann doch selber poliert und von bescheidener Qualität wahren.

Wenn der AS wegen seiner langen Brennweite als Planeteninstrument favorisiert wird, da gibt es noch den Kutter als besseres Planeteninstrument.
Mit f/20-f/25 absolut Okularfreundlich und vergleichbar mit einem gleichgroßen Apochromaten, da der Kutter keinen Farbfehler hat wie der AS.

Gruß Uwe
 
Re: Luxus Problem: Zeiss Halb APO 6" oder Meade AP

Hallo Uwe,

hast Du mal selbst einen unmittelbaren Vergleich Kutter/AS vorgenommen, oder beruht Deine Aussage eher auf Annahmen?

Der Kutter ist ja im übrigen auch ein "kompensiertes" System mit einem justierbedürftigen Korrekturelement aus Glas.

Das Kuttersystem wird wohl nicht nur im Hinblick auf die Planetenbeobachtung so langbrennweitig gebaut, sondern auch zur Begrenzung von systembedingten Abbildungsfehlern.

Ich weiß nicht, wieviel Farbe das Korrekturelement des Kutters ins Bild bringt. Mir scheint aufgrund der langjährigen praktischen Erfahrung mit meinen beiden FH f/20 nur klar, dass die Restfarbe eines AS f/15 eher ein Thema für Theoretiker sein dürfte ...

Gruß, Jan
 
Re: Luxus Problem: Zeiss Halb APO 6" oder Meade AP

Hallo,

den MEADE-APO kenne ich nicht aus eigener Erfahrung, sondern nur die Ergebnisse in Form von, ohne Übertreibung, in dieser Öffnungsklasse unübertroffenen Astrofotos.

Den Zeiss kenne ich in Form einer Coude-Bauweise "persönlich". Die Schärfe und der Kontrast sind exzellent, man erkennt z.B. auf Saturn deutlich mehr Details als mit einem perfekt kollimierten 8'' SCT. Der Farbfehler dürfte hier nur rein rechnerisch eine Rolle spielen. Selbst ein Triplet-Vollapo hat ja - rein mathematisch/physikalisch betrachtet - einen Restfarbfehler, da ja "nur" drei Farben die gleiche Schnittweite haben.

Den Zeiss kann ich nur empfehlen, zum MEADE erlaube ich mir mangels eigener Erfahrung am Gerät kein Urteil.

Aber ich denke, MEADE's kann man auch reinen Gewissens empfehlen, zumindest in der mittleren und oberen Preisklasse. Ich habe seit 10 Jahren ein MEADE LX50, da war ausser nachjustieren nicht die kleinste Reparatur fällig, obwohl ich es sehr oft in Gebrauch habe. Erstmal nachmachen...

VG Christian
 
Hi,
Würde den Zeiss vorziehen ;)
1.wiederverkaufswert
2. viel wichtiger :lange Brennweite :)

von wem stammt der Schaerrefraktor?
Planspiegelqualität?

die Farbfehlermanie ist ein theoretischer Tick bestimmter Leute :/
Leute:durchgucken ,nicht durchrechnen :/
der "schlechte Ruf"der Fraunhofer ist den Chinawerfern zu danken ;( bzw den Käufern,die physikalische regeln mißachten auf grund von bequemlichkeit und Angst vor mehrausgaben(größere Monti etc.)und sich dann eher doch ein echten Apochromaten kaufen und durch kleinbrennweitige Okulare ihre Augen qäulen :biggrin:
wobei gute ATM-Fähigkeiten das Budget deutlich schonen ;)
den wissenschaftlichen wert der entdeckungen mittels der großen Refraktoren ist nachteilig wohl eher den standorten zuzurechenen als der erforderlichen brennweite -so hätts ja wohl kaum Sponsoren dieser instrumente gegeben
 
Re: Luxus Problem: Zeiss Halb APO 6" oder Meade AP

Hallo Jan

Ich werde bald die Gelegenheit bekommen meinen 8" Kutter mit einem 8" APO vergleichen zu können.
Jedoch weiß ich jetzt schon wie das ausgehen wird, da ich den Kutter schon mit anderen leider etwas kleineren Apochromaten vergleichen konnte.

Der Farbfehler des Kutter ist eher Theoretischer Natur, da die Spots von rot, grün, blau alle kleiner sind als das Beugungsscheibchen und zudem keine unterschiedlichen Brennweiten haben.

Das aber doch so viele den Unterschied zwischen Achromat, Halbapochromat und APO nicht sehen können verwundert mich ehrlich gesagt.
Ich hatte ca. 5 Jahre einen AS 110/1650 und der Sprung zum APQ 100/1000 war für mich sofort sichtbar und deutlich.

Gruß Uwe
 
Re: Luxus Problem: Zeiss Halb APO 6" oder Meade AP

Hallo Uwe,

wenn Du jetzt schon weißt, wie es ausgeht: Wie schätzt Du den Vergleich ein zwischen Apo und Kutter gleicher Öffnung? Da bin ich mal gespannt...
 
Re: Luxus Problem: Zeiss Halb APO 6" oder Meade AP

Hallo Uwe,

Der Farbfehler des Kutter ist eher Theoretischer Natur, da die Spots von rot, grün, blau alle kleiner sind als das Beugungsscheibchen und zudem keine unterschiedlichen Brennweiten haben.
Das klingt bei Deiner praktischen Kutter-Erfahrung in der Tat überzeugend. Bin äußerst gespannt auf den von Dir angekündigten Vergleich, wenn Du und daran teilhaben lässt.


Das aber doch so viele den Unterschied zwischen Achromat, Halbapochromat und APO nicht sehen können verwundert mich ehrlich gesagt.
Ich glaube gewiss, dass jeder den Unterschied an bestimmten Objekten sehen kann. Wenn ich z.B. mit meinem FH f/20 bei starker Vergrößerung in die Venus schaue oder Wega, erkenne ich selbstverständlich Blausäume. Meine astronomischen Beobachtungen sind aber in den meisten Fällen auf andere Objekte gerichtet. Bei den anderen Planeten und am Mond sehe ich jedenfalls keine Farbsäume.

Nur für Extremvergrößerungen an Venus und hellen Fixsternen würde ich mir bestimmt keinen APO zulegen, aber das mag ja jeder handhaben wie er möchte.

Gerne würde ich versuchsweise mal einen langbrennweitigen Halbapochromaten in meinen Faltrefraktor einsetzen, um festzustellen, ob und ggf. welchen Gewinn an Kontrast er gegenüber dem FH am Ende bringt.

Ich hatte ca. 5 Jahre einen AS 110/1650 und der Sprung zum APQ 100/1000 war für mich sofort sichtbar und deutlich.
Das klingt ebenfalls überzeugend, wobei mich natürlich die Frage interessieren würde, woran Du den Qualitätssprung festmachst: Waren da vor allem die deutlich höhere Lichtstärke und das größere Feld des APQ ausschlaggebend? Wie war denn der Vergleich des Bildkontrasts an ein und demselben Objekt bei gleichen Sichtbedingungen und gleicher Vergrößerung?

Gruß, Jan
 
Re: Luxus Problem: Zeiss Halb APO 6" oder Meade AP

Hallo Friedel

Ich vermute, dass gibt ein ziemliches Kopf an Kopf Rennen wenn es das Seeing zulässt.

Man darf eben nur nicht den Fehler begehen, unterschiedliche Qualitäten miteinander zu vergleichen.

Gruß Uwe
 
Re: Luxus Problem: Zeiss Halb APO 6" oder Meade AP

Hallo Jan

Es ist ja nicht einfach nur der Farbsaum um das jeweilige Objekt.
Da Farbinformation quasi verloren geht, kommt es zu einer veränderten Farbwiedergabe oder Einfärbung des Objekts.
Meist ist es blau, so wird das Bild leicht gelblich.
Ist es eher rot, so wird das Bild grünlich und wäre es die Farbe grün, so wäre das Bild violett, ähnlich wie beim Skyglowfilter von Baader.
Im richtigen Farbverhältnis sollte man weiß als weiß wahrnehmen können.

Im AS war das Bild eben eher gelblich, während es an einem 6" f/20 von LK eher grünlich wahr.

So waren die Wolkenbänder des Jupiter eher bräunlich anstatt rötlich und der GRF rot-braun anstatt Schweinchenrosa.
Am Mond mit seinen z.T. weißen Kraterrändern, Reiner Gamma, oder das Gebiet um Schröder Vallis hatten andere Farben wie im APQ und eben z.T. noch Farbsäume, welche man im APQ vergeblich sucht.

Der Unterschied ist schwer zu beschreiben, man muss es eben gesehen haben. An Details würde ich es nicht fest machen wollen, es ist die Klarheit und Brillanz und die Helligkeit des Bildes mit seinen harten Kontrasten und weiß ist eben weiß.
Wobei eben jeder die Welt mit anderen Augen sieht. Der Unterschied mag für den einen zu gering sein, ich habe ihn jedenfalls gesehen.

Gruß Uwe
 
Re: Luxus Problem: Zeiss Halb APO 6" oder Meade AP

Hallo Jan,

Bei katadioptrischen Systemen - beispielsweise in einem Cassegrain-Spiegelteleskop - werden Abbildungsfehler eines Primärspiegels mit extrem hoher Lichtstärke - typischerweise f/3 - durch den konvexen Sekundärspiegel weitgehend kompensiert.

ein Cassegrain ist kein katadioptisches Teleskop.
Der Cassegrain hat ja nur zwei Spiegel, keine Linse oder ein
lichtbrechendes Element wie etwa ein Maksutoy- , Klevtsov-,
Field-, Schmidt- Cassegrain.

Der Jauptspiegel eines echten klassischen Cassegrain ist
ein Paraboloid, der könnte schon allein auf der Achse eine
fehlerfreie Abbildung zeigen.

Der Sekundärspiegel des klassischen Cassegrain ist konvex-hyperboloid
und wirkt brennweitenverlängernd.

Da die Abbildungsfehler bei gegebener Brennweite i.a. mit mindestens dem Quadrat der Öffnung ansteigen (wobei der FH ja im wesentlichen komafrei ist), sollte sich die Fehljustage beim Cassegrain mit f/3 Primärspiegel mindestens 25 mal stärker auf die Abbildungsqualität auswirken als eine entsprechende Fehljustierung des Planspiegels im f/15 Faltrefraktor.

Es kommt da auf die Art der Dejustage an. Der klassische Cassegrain
zeigt ja abseits der Achse ziemlich genau die gleiche Koma wie der Newton mit gleicher Öffnung und Brennweite.

Wenn also nun die komplette Optik des Cassegrain etwas schräg
in den Tubus eingebaut worden ist, sagen wir um 0,5° dann
zeigt das Okular in der Bildmitte die entsprechende Koma.

Anders sieht es aus wenn die beiden Spiegel zueinander dejustiert sind.
Außderdem kann der Abstand der Spiegel zueinander etwas zu groß
oder zu klein sein, in dem Fall wird dann sphärische Aberration
vorhanden sein.

Aber ich denke ich ahne was du sagen willst:
Wenn das Objektiv des Faltrefraktors sauber zentriert ist
und nur einer der beiden Planspiegel dejustiert ist,
dann liegt in der Bildmite nur ein off-axis-Fehler vor.
Dieser sollte sich fast ausschließlich als Astigmatismus
bemerkbar machen. Bei einem solch langbrennweitigem Teleskop
als sehr dezenter Astigmatismus.

Es ist ja hinlänglich bekannt, dass kompensierte Spiegelsysteme nur dann ihre volle Leistung bringen, wenn sie ordentlich kollimiert sind, ...

Ja, wenn mehrere Spiegel an der Bildentstehung beteiligt sind
müssen die exakt zueinander positioniert sein. Das gilt aber auch
für die Linsen eines Objektives.

Derlei Probleme hat man mit dem Faltrefraktor nicht. Der ist optisch - und dementsprechend auch thermisch - vergleichsweise doch recht robust.

Einmal jsutiert hält ein Refraktor mit guter Fassung die Justage
solange man nicht irgendwo hart aneckt.

MfG,Karsten
 
Re: Luxus Problem: Zeiss Halb APO 6" oder Meade AP

Zitat von Quanten:
Hallo

Pauschal kann man dazu eigentlich gar nichts sagen.

Zeiss Qualität?
So viel ich weiß, hat Zeiss keine Schaer Refraktoren gebaut, diese sind meist im Selbstbau entstanden, so dass nur die optischen Komponenten oder nur das Objektiv von Zeiss sein kann.
Somit relativiert sich auch wieder der Qualitätsbegriff, da die Planspiegel weiß Gott wo herkommen können und in unbekanntem Zustand sind?!
Auch kommt hier wieder die Mechanische Komponente hinzu, da mit zwei Spiegeln, drei Komponenten zueinander dauerhaft justiert sein wollen.

Warum also nicht von der Annahme ausgehen der MEADE ED sei in Ordnung? Dann wäre dieser natürlich besser als der Zeiss Schaer Refraktor.

Gruß Uwe

Hallo Uwe,

da bist Du aber auf dem Holzweg!

Von Zeiss Jena sind sogenannte Coude-Refraktoren gebaut worden, speziell für Schulen und Volkssternwarten. :biggrin:

Guckst Du mal:
http://www.mao-moers.de/Sternwarte/Gerate/gerate.html
http://www.sternwarte-radebeul.de/rundgang/rundgang_coude.html
http://de.wikipedia.org/wiki/Robert-Mayer-Volks-_und_Schulsternwarte_Heilbronn
und es gibt noch viele mehr.......einfach Googeln

Mir gefällt aber die lange klassische Variante besser.

An den ursprünglichen Fragesteller:

Keine Frage, bei fester Aufstellung auf jeden Fall den Zeiss nehmen!
So ein Teleskop hat 1983 75 Kilomark gekostet!
siehe die Geschichte aus Heilbronn.

Grüssle vom Gerd
www.bksterngucker.de

 
Re: Luxus Problem: Zeiss Halb APO 6" oder Meade AP

Sag ich doch:-) Bei den 75 kDM ist die Montierung allerings auch noch mit drin, und eine Dreiviertetonne Stahl. Und ien paar ziemlich primitive Zeiss-Okulare...

Wie gesagt: Der Farbfehler ist zu sehen, wenn man ihn sucht - wirklich bemerkt hatte ich ihn aber erstmals, als ich ein Spektroskopie-Okular drangehängt hatte.

Schöne Grüße aus Heilbronn,
Alex
 
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