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#43903 - 09/05/2003 09:29
Tropfenphänomen beim Merkurdurchgang
Ich weiß nicht, ob mein Beitrag vielleicht besser in einem anderen Forum diskutiert werden sollte, jedenfalls geht es um die Beobachtung des Merkur -Transits und die ketzerische Feststellung, daß ich das Tropfenphänomen nicht beobachten konnte. Immerhin beobachtete ich mit mehreren Gleichgesinnten bei hervorragenden Seeing! im 12,5" Newton bei voller Öffnung den Austritt von Merkur aus der Sonnenscheibe. Der Moment des 3.Kontaktes war eindeutig und ohne "Brücke" feststellbar. Auch auf meinen Videoaufnahmen sowie denen verschiedener anderer Beobachter (z.B. in Gudensberg) kann ich kein Tropfenphänomen erkennen. Welche Deutungen läßt das zu? 1. Ich habe (mit meinem gegenwärtig einäugigen Blick) falsch hingeschaut. 2. Das Tropfenphänomen bei Merkur ist abhängig von lokalem Seeing. 3. Es gab keine solche Erscheinung. Wer kann die Beobachtung bestätigen/dementieren oder hat eine gute Erklärung? Ralf Gerstheimer
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Hallo Ralf
Bei meinen Beobachtungen sind sowohl beim Eintritt als auch beim Austritt keine Tropfenphänomene aufgetreten. Auch habe ich auf keinem Foto ein Tropfenphänomen gesehen.
Wenn die Lufttunruhe nachlies stand im Raum ein runder schwarzer Punkt. Ich vermute dieses Phänomen tritt nur bei kleinen Öffnungen mit großer Vergrößerung auf.
Ich habe im Mak mit 150mm Öffnung und ca 70 facher Vergrößerung beobachtet.
Norbert
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[color:"#ffaf00"]Orange[/color][color:"#00afff"]Blau[/color] Norbert
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Hallo, ein Tropfenphaenomen konnte ich mit einem 8-Zoll-SC bei ca. 60-facher Vergroesserung ebenfalls nicht erkennen. Ich hatte zwar Schwierigkeiten, den dritten Kontakt genau festzustellen. Ein paar Sekunden lang konnte ich nicht sagen, ob jenseits des Merkurrandes noch etwas Sonne strahlt. Wie auch? Wir reden hier von ein oder zwei Bogensekunden Sonnenrand, geschwaecht durch die Randabdunklung und die Vergroesserung, verwischt durch die Luftunruhe. Das sind aber nur die ueblichen Schwierigkeiten bei jeder visuellen Beobachtung. Eine schwarze Bruecke, die ja das Tropfenphaenomen ausmacht, konnte ich nicht erkennen.
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Hallo Ralf, auch ich kann deine Beobachtung bestätigen, es war keine Tropfenform erkennbar. Beim Merkurtransit fungierte ich sozusagen als Außenposten der Schulsternwarte ca. 250 km von Gudensberg entfernt auf einem Feldweg in Vento, ein kleines Dorf von 100 - 200 Einwohnern nahe bei Bremen. Die Videokamera war an einem 70/560 mm Refraktor mit 2 fach Barlow der auf 40 mm abgeblendet war installiert. Auf der Gegengewichtsachse war eine Russentonne für die visuelle Beobachtung installiert. Weder auf der Videoaufnahme noch visuell war das Phänomen der Tropfenbildung während des 2. und 3. Kontaktes nachweisbar. Also auch mit kleiner Brennweite und Öffnung nichts dergleichen bemerkbar, nach meiner Meinung muss es ein seeingbedingtes Phänomen sein.
Viele Grüße Gerhard Rausch
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ich meine beim 2. Kontakt ein nicht sehr stark ausgeprägtes Tropfenphänomen erkannt zu haben, nicht jedoch beim 3. Kontakt, wo das Seeing besser war. Beobachtet habe ich mit einem 10" Dobson (freie Öffnung des Sonnenfilters allerdings nur etwa 9") bei 120x.
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Viele Grüße  ,
Meinolf
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Hi Ralf, das Tropfenphänomen ist ein rein visuelles und kann deswegen auf Fotos nicht erscheinen. Siehe hierzu auch folgenden Link Bei den inneren Berührungen Merkurs mit dem Sonnenrand tritt das sogenannte Tropfenphänomen auf: Merkur scheint sich tropfenartig verzögert von Sonnenrand zu lösen bzw. berührt ihn scheinbar verfrüht beim Durchgangsende. Obwohl Beugung eine Rolle spielt, ist wohl hauptsächlich eine optische Täuschung dafür verantwortlich. Im Falle eines Venusdurchgangs (nicht bei Merkur ) kommt zusätzlich die Planetenatmosphäre ins Spiel. Weitere Links Die historische Bedeutung der Venusdurchgänge Astro News Ich habe diese Phänomen übrigends kurz vor dem 3. Kontakt wahrnehmen können. Gruß Lots
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#43909 - 09/05/2003 16:43
Re: Tropfenphänomen beim Merkurdurchgang
[Re: Lots]
Hallo Lots, ein schöner Link zum Transit! Mir ist allerdings nicht klar, warum das TrPh, wenn es wirklich existierte, nicht fotographiert werden könnte. Schließlich gibt es nur Vermutungen dafür, aber keine definitiven Erkenntnisse. So lese ich jedenfalls die meisten Hinweise. Und Venus betreffend weiß das eh keiner, weil noch nicht ausreichend beobachtet werden konnte. Immerhin: Eine Auswertung der Beobachtungen hier im Forum könnte Hinweise auf die Begleitumstände bei Sichtungen/Nichtsichtungen geben. Dann wissen wir es endlich  Gruß Ralf
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Hallo Gerhard, sehe das genauso.
Gruß Ralf
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Hallo Ralf, wir waren drei Leute mit drei verschiedene Geräte (ein 20" Dobson, ein C90 -66-Fachervergrösserung- und ein Binokular mit 50-Fachervergrösserung. Das seeing war relativ gross auf dem Schauinsland. Ich habe schon mit dem C90 die Brücke und das Tröpfcheneffekt beobachten können, und zwischen uns drei Beobachter haben wir starke Abweichungen feststellen können: um so stärker die Vergrösserung war, desto später das Phänomen zu erkennen war (und auch länger dauerte es bis der "Sonnenloch" wieder zu war). Meine Meinung nach, häng es sehr stark vom Seeing und Vergrösserung ab (aber die genaue Gesetzmässigkeit kenne ich nicht...). Gruss, Ana
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#43912 - 10/05/2003 18:23
Re: Tropfenphänomen beim Merkurdurchgang
[Re: carina]
Hallo Ana, wäre gerne auf dem Schauinsland dabeigewesen (Seufz). Leider habe ich es in den 15 Jahren Freiburg versäumt, mich astronomisch zu betätigen. Auch Eure Beobachtung spricht wohl für den Seeing-Tropfen. War denn der 20" abgeblendet? Wg. der Auflösung.
Gruß nach Südbaden Ralf
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Ich würde sagen, dass es auf meinem Transitfoto (Eintrittssequenz 5. Foto / Austrittssequenz 2. Foto) schon recht deutlich zu sehen ist - oder?
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#43914 - 14/05/2003 17:01
Re: Tropfenphänomen beim Merkurdurchgang
[Re: PitWi]
Hallo PitWi, wenn ich mir so deine Bilder betrachte, muß ich feststellen, das du sehr schlechtes seeing hattest und die Brücke daher rührt. Schau dir mal unsere Bilder vom Austritt an, da ist nichts zu sehen. www.schulsternwarte-gudensberg.deGruß Gerhard
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#43915 - 14/05/2003 18:26
Re: Tropfenphänomen beim Merkurdurchgang
[Re: PitWi]
Hallo Pitwi, ja, das stimmt, auf dem Bild ist das zu erahnen. Und weil Du so pfleglich beim Umgang mit dem Schärfen gewesen bist, zeigt Deine Aufnahme m.E. ganz wunderbar den Zusammenhang zwischen Seeing und Tropfenphänomen. Der "fließende" Sonnenrand als Seeingindikator ist wirklich gelungen (meine ich nicht ironisch!)
Gruß Ralf
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Hallo, in den meisten postings hier wird die Meinung vertreten dass das Tropfenphänomen vom seeing abhängt und dass es kein TP gibt wenn das seeing sehr gut ist. Das ist vermutlich falsch! Der Satellit TRACE hat 1999 den Merkurtransit beobachtet und ebenfalls das Tropfenphänomen festgestellt. Und der hatte mit Sicherheit keine Probleme mit seeing. Auf diesem POSTER gibts die entsprechenden Hintergründe dazu. Der Grund scheint wohl eine Wechselwirkung des begrenzten Auflösungsvermögens des Empfängers mit dem starken Kontrast zwischen Sonne und Planet zu sein. Wenn ich mir anschaue wie stark das Tropfenphänomen im Verhältnis zum Durchmesser des Planetenscheibchens ausgeprägt ist, komme ich zu der Auffassung dass es auf den meisten Amatuerbildern gar nicht zu sehen sein kann. Visuelle Beobachtungen des TP sind in der Vergangenheit, so weit ich weiß, meist(oder nur?) bei Venustransits gemacht worden. Durch den wesentlich größeren Durchmesser der Venusscheibe vor der Sonne ist hier vermutlich auch das TP wesentlich stärker ausgeprägt. Was meint ihr dazu?
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Schönen Gruß
Sebastian
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Hallo Sebastian, nun bin ich sicherlich kein Planetenspezialist, ganz zu schweigen von Merkur , aber das Poster überzeugt mich jetzt überhaupt nicht. Ich will mich mal auf die Abbildungen D und E des Posters beziehen. Mir fällt zunächst auf, daß einige Amateurbilder, die hier gepostet wurden, nicht schlechter sind als D. Warum sind die Satellitenbilder nicht viel schärfer? Außerdem ist es nicht verwunderlich, daß zwei unscharfe Grenzflächen, die ja einen Farb- bzw. Grau-Verlauf zeigen, am "Berührungspunkt" eine Brücke bilden wie in E. Wenn das! der Tropfeneffekt an Merkur sein sollte, bin ich jedenfalls ganz Deiner Meinung, daß der eigentlich für Amateure nicht sichtbar sein kann, da selbst geringes Seeing diesen Effekt überlagen wird. Gruß Ralf
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> Mir ist allerdings nicht klar, warum das TrPh, wenn es wirklich existierte, nicht fotographiert werden > könnte. Schließlich gibt es nur Vermutungen dafür, aber keine definitiven Erkenntnisse. So lese ich > jedenfalls die meisten Hinweise. Hier ein Link zu einer modernen Untersuchung (jedenfalls deren Abstract), die sich recht definitiv anhört (zumindest nach Ansicht des Autors); es ist auch von tatsächlich fotografierten Tropfen- phänomenen bei Merkurdurchgängen die Rede: http://www.aas.org/publications/baas/v32n4/aas197/785.htm Tschau, Thomas
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Hallo Ralf, ich konnte beim Merkurtransit am 7.5.2003 kurz vor dem 3. Kontakt sehr schön das Tropfenphänomen sehen. Im Abstand von etwa 1/4 des Merkurdurchmessers vor dem 3. Kontakt mit dem Sonnenrand bildete sich ein dünnes schwarzes Schnürchen. Beim Näherkommen des Merkurs zum Sonnenrand wurde diese Erscheinung immer dicker und auch etwas diffuser. Beobachtet habe ich mit einem AS 130/1950 Refraktor von Carl Zeiss Jena , einem 2 Zoll Herschelkeil von Intes, und wegen nicht all zu dollem Seeing beim 3. Kontakt mit einem Celestron 32mm Erfle Okular (1 1/4 Zoll). PS: Beim 2. Kontakt konnte ich 160 fache Vergrösserung einsetzen, habe dieses Phänomen aber dabei leider nicht gesehen!?! Mit freundlichem Gruss Gerd. www.bksterngucker.deIn freudiger Erwartung ,was Morgen früh zu sehen sein wird!
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Teleskope sind Sehhilfen. Sie bringen uns die Sterne näher.
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#43921 - 09/06/2004 07:41
Venustransit, Re: Tropfenphänomen beim Merkurdurchgang
[Re: GerdHuissel]
Hallo Alle,
als Ergänzung vom Venustransit gestern: Ich konnte das Phänomen weder beim Eintritt noch beim Austritt beobachten. Es scheint sich um ein Phänomen zu handeln, welches auch sinnesphysiologische Ursachen hat und bei dem weitere Bedingungen eine Rolle spielen:
Seeing, sollte unter den gegeben Umständen immer schlecht sein, Planetenscheibe von der Größenordnung des Auflösungsvermögens des Instruments in Kombination mit dem Seeing. Eventuell auch Güte des Instruments.
Ich habe mit einem 4" Apo bei ca. 80x beobachtet, unter Verwendung der alten (blauen) Schutzfolie von Baader.
Äußerungen von Mitgliedern in Volkssternwarten, die über Rundfunk gesendet wurden, deuten in eine ähnliche Richtung. Auch dort konnte das Phänomen nicht bemerkt werden.
CS hanno
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Antworte dem Toren nicht nach seiner Torheit daß Du ihm nicht gleich werdest (Salomo)
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