Entscheidungshilfe- Umstieg Newton zu SC sinnvoll?

Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.

dermitsch

Aktives Mitglied
Hallo zuammen,

ich hoffe Ihr könnt mich bei meiner Entscheidung etwas unterstützen:

Bisher eingesetzt: 152/750 Meade Newton

unzufrieden weil: wenig Kontrast & Brennweite, Justierung, Größe, kein 1:10 -> nie wirklich scharfes Bild


Geplant: Celstron C5 (oder Omni127OTA) oder C6 von TS

Erwartungen: höherer Kontrast & mehr Brennweite, bessere Auflösung bei Sternhaufen, schärferes Bild, wegfallen der justierung, kompakter, längere Auskühlzeit


1. Werden beim Umstieg meine Erwartungen erfüllt?
2. Ist Shifting wirklich (wie im Werbetext beschrieben) eliminiert worden?
3. Haltet Ihr den umstieg für Sinnvoll? Wenn ja, ist der Unterschied zwischen C5 (oder Omni127OTA) & C6 seine +200€ wert?

Da ich eher beobachte als fotografiere wäre das Öffnungsverhältniss primär egal, ggf kommt eine Brennweiten Reduzierung dran.

Vorab Danke schonmal!

CS Alex





 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hi Alex,

ich hatte den TS Fotonewton 8" und bin dann auf ein C8 gegangen.
Die Punkte die du anführst treffen es so ganz gut! Vor allem das Handling ist super beim SC.

Die länger Auskühlzeit haste ja schon aufgeführt. Kollimiert muss ein SC natürlich auch sein.

Ich hatte den SC bis jez nur 2x im Einsatz aber ich wahr begeistert. Bei mäßigen Bedingungen ( Umgebungslicht ) konnte ich z.B. M51 oder M13 sehr gut sehen!

Shifting ist zumindest bei meinem Celestron C8 vorhanden. Allerdings habe ich, da es mein erster SC ist keine Vergleichserfahrung. Es ist da, aber in der Regel möchte man sich eventuell doch nen OAZ draufmachen und dann spielt das Spiegelshifting eigentlich keine Rolle mehr.

Gruß

Franz :-)
 
Hallo Alex,
meine Erfahrung ist eher umgekehrt. Hatte ein sehr gutes C8, wenig Shifting, bei entsprechenden Seeing waren Vergrößerungen von 200-400x sinnvoll einsetzbar. Bin wegen Weitfeldinteresse auf einen Newton 8" F5 umgestiegen. Der Kontrast und die Schärfe ist besser (bei gleich guter Optik muss der Kontrasts des Newtons besser sein, da üblicherweise die Obstruktion deutlich kleiner ist. Die Randschärfe ist beim SC nicht wirklich besser als beim Newton, da die Bildfeldkrümmung beim SC stärker ausfällt.
Letztendlich bin ich auch mit 2" Okularen beim C8 auf maximal 1,4° Bildfeld gekommen, da ändert auch der Reducer nix, der ist eher zum photographieren. Ein 8"f5 Newton läßt sich gut und gerne auf 2,4° bringen, der Unterschied ist gewaltig.
Komm doch erst noch mal auf das eine oder andere Teleskoptreffen und überleg noch einmal.

Sternfreundliche Grüße,

Gottfried
 
Hallo Alex,

wenn Du auf ein C5 umsteigst hast Du weniger Öffnung als bisher. Du wirst enttäuscht sein wenn Du Geld ausgibst und danach weniger siehst!

Ein SC kann (je nach Exemplar) eine super Optik sein aber unter 8" würde ich nicht mehr anfangen. Ich hatte zuerst ein C5 (verkauft), dann ein C8 (noch in meinem Besitz) und seit ca. 4 Wochen ein C11. Der Unterschied zwischen C5 und C8 ist enorm, ein C5 ist mir für die visuelle DeepSky-Beobachtung absolut zu klein! Kugelsternhaufen sind im C5 eher Matsch, im C8 teilweise bis ins Zentrum aufgelöst.

Das Problem Spiegelshifting ist nicht komplett gelöst. Mein C11 zeigt leichtes Shifting, welches für visuelle Beobachtung kein Problem darstellt, bei der Astrofotografie vermutlich aber schon (wobei ich keine Astrofotografie betreibe). Das C8 zeigt keinerlei Shifting.

Wenn Du tatsächlich umsteigst würde ich auf jeden Fall ein Gerät mit GoTo-Montierung wählen; das SC eignet sich aufgrund seiner kompakten Bauweisre gut für motorisierte Gabelmontierungen.

CS Klaus
 
hallo Alex,

wenig Kontrast & Brennweite - ein SCT hat mehr Brennweite, aber visuell wegen des grösseren Fangspiegels ein Weichzeichner bei hoher Vergrösserung, und wegen der thermischen Probleme. Die höhere Brennweite führt auch zum Verlust der Möglichkeit der Übersichtsbeobachtung.

Justierung - das braucht ein SCT auch, und zwar präzise

Größe - das ist der einzige echte Vorteil eines SCT

kein 1:10 -> nie wirklich scharfes Bild - das hat ein SCT auch nicht, wenn man nicht einen eigenen OAZ dranmacht. Wobei der Trieb bei Meade feiner ist, bei Celestron basteln sich die Leute oft ein Gummirad auf den Knopf um das zu verbessern.

Neben Spiegelshifting kann es auch zu Totgang im Fokustrieb des SCT kommen, das ist lästig.

Andererseits kann beim Newton der Kontrast durch einige Tuningmassnahmen wirksam gesteigert werden, und einen 1:10 gibts sogar zum Nachrüsten. Die Justierung muss man in den Griff kriegen, aber das System ist dann auch optimal leistungsfähig. Bei meinen 2 Celestrons musste ich die Optik erst mal optimieren (Astigmatismus), dass sie halbwegs Performance bieten.

Da die Luftunruhe selten Vergrösserungen über 200x erlaubt, wird man ein grösseres SCT aber auch nicht so oft an der Grenze seiner Leistungsfähigkeit betreiben, und es kann schon viel Freude machen. Ein Planetenrohr ist es visuell aber nicht wirklich.

Ich habe sehr genau verglichen mein C6, einen 150/900 Newton und einen 120/900 ED - am Planeten zeigen die beiden letzteren etwa gleich viel, das C6 kann nicht ganz mithalten.

Hoffe, ein paar Pro und Kontras zur Entscheidungsfindung beigetragen zu haben.

lg Tommy


 
Hallo und danke!

Ihr macht mir es wirklich nicht leicht ;)

Das C8 wäre natürlich auch für mich der Traum ,jedoch nach einer Neuanschaffung einer CAM (Monti) finanziell nicht drin, ob die CAM das C8 wirklich trägt sei mal dahingestellt, ich denke das ist das oberste maximum was ich der Monti zutrauen darf.

Ein 200/1000er Newton ist Gewichtsmäßig auch die Obergrenze, das wäre zumindest bei der Newton-Bauweise noch eine Anschaffungs-überlegung wert gewesen. Jedoch sind die Teile echt zu groß für mich unmobilen Menschen, hab kein Auto, muss alles immer km weit auf´s Feld schleppen.

Das C5 hat weniger weniger Öffnung, ich dachte der Kontrast würde dies jedoch "überstimmen", dem ist wohl doch nicht so, gut das man hier Top Beraten wird! Die Abschattung hatte ich kmpl vergessen...

Wie ich es interpretiere wäre mein einzigster Vorteil die kompaktere Bauweise und sonst nichts (bei C5 & C6), das lohnt bei 500€ nicht wirklich. (500€ sind für mich Hobbyglotzer viel Geld)

Ich habe die Firma Fernrohrland in der nähe, die Verleihen Geräte, ich denke das ich mir demnächst mal einen C6 oder C8 ausleihe und mich selbst überzeuge.


Vielleicht hat auch jmd. aus dem Raum Stuttgart/Esslingen einen entsprechenden SC und würde mich mal "durchblicken" lassen?


Wie sehen den die Tuninmaßnahmen am Newton aus um den Kontrast zu erhöhen?

Vielen lieben Dank und Gruß
Alex
 
Hallo Tommy,

Zitat von tommy_nawratil:
...Ich habe sehr genau verglichen mein C6, einen 150/900 Newton und einen 120/900 ED - am Planeten zeigen die beiden letzteren etwa gleich viel...

hm, rein rechnerisch müsste doch der Newton aufgrund der größeren Öffnung, entsprechendes Seeing, Transparenz und perfekte Optiken vorausgesetzt, mehr Details am Planeten zeigen als der 120er ED. Die Eigenschaft "ED" oder gar "APO" kann ja auch nicht gegen die optischen Gesetzte arbeiten und Auflösung herzaubern, die 120mm nicht bieten können. Das wurde hier ja schon oft genug und auch für Nicht-Physiker nachvollziehbar diskutiert.

War nun der Newton besonders gut oder der ED im Rahmen der Qualitätsstreuung etwas unter dem Optimum, oder macht die Obstruktion des Newtons so viel aus? Meines Wissens nach wirkt sich die Obstruktion des Newtons, wenn auch bei unter 20% der Öffnung rein rechnerisch, nur auf den Kontrast, nicht jedoch auf die Auflösung aus, von einem geringen Weichzeichner-Effekt abgesehen.

Umgekehrt gefragt: Hast du dich bei oben zitierter Aussage auf den Kontrast oder auf die Auflösung beim Planeten bezogen?

CS und VG Christian
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo Alex,

grundsätzlich erwarte ich von einem Teleskopwechsel auf ein anderes System gleicher oder ähnlicher Öffnung zunächst mal keine Verbesserung.
Dazu sind Deine Angaben zur Situation zu dünn.
Deine Probleme können durchaus durch mangelnde optische, mechanische und thermische Beherrschung des Teleskops verursacht sein und lassen sich sehr häufig durch einige einfache Maßnahmen abstellen, zumindest deutlich entschärfen.
Dies ist übrigens bei jedem Teleskopsystem erste Voraussetzung für das Ausschöpfen des vollen Potenzials. Der Newton ist dazu ein sehr einfaches Teleskopsystem, was auch die Leistungsoptimierung leicht macht.
Hier mal ein erster, grundsätzlicher Ansatz zum wichtigsten Thema:
http://www.astroinfos.net/einsteige...te-voraussetzung-fuer-einen-guten-newton.html

Gruß
*entfernt*
 
Zitat von tommy_nawratil:
wenig Kontrast & Brennweite - ein SCT hat mehr Brennweite, aber visuell wegen des grösseren Fangspiegels ein Weichzeichner bei hoher Vergrösserung, ...

Zum Thema Kontrastverlust eine Anmerkung: soooooo rießig ist der Unterschied zwischen einem SC und einem Newton von der Stange nicht - weder zahlenmäßig (sagen wir mal SC 33%, Newton 25%) noch visuell (mein C8 zeigt keinen deutlich schlechteren Kontrast als mein 8" Hofheim - im direkten Vergleich getestet am Mond und an M13).

Das Wort Weichspüler ist daher unangebracht.


CS Klaus
 
Hallo Klaus,
der Vergleich vom C8 auf 8" Hofheim ist allerdings sehr speziell. Die Hofheim-Maschine ist ein sehr spezielles Gerät mit einem recht großen Fangspiegel und einem sehr extremen Öffnungsverhältnis. Mir steht inzwischen auch ein geprüfter, hochstrehliger 8"f4 GSO (Hofheim nimmt die gleichen Spiegel). Der kann schon visuell nicht mit meinem eher mäßigen 8"f5 mithalten. Hier spielt allerdings die Bildfeldkrümmung durch sehr kurze Brennweite, der extrem stumpfe Strahlenkegel und der vergleichsweise große Fangspiegel die Hauptrolle. Visuell würde ich immer (wenn es nicht eine Reise-Spezial-Maschine sein muss) f5 oder länger nehmen, und dann sieht es schon wieder anders aus, als Du es geschildert hast.

Herzliche Grüße,

Gottfried
 
Moin Klaus!

> Zum Thema Kontrastverlust eine Anmerkung: soooooo rießig ist der Unterschied zwischen einem SC und einem Newton von der Stange nicht

Ach, jetzt kommt diese Mär von der angeblich unwichtigen FS-Obstruktion... :augenrubbel: Sorry, aber ich glaube, Du mußt nur mal genau hingucken! Ich hatte auch mal ein Meade 8"-SCT in Besitz - nie wieder, sag ich Dir! :neinnein:

Sorry, das ist nur meine Einzelmeinung, aber mir kommt kein Mak oder SCT mehr ins Haus.
 
Hallo Alex

den besten Tipp hast Du Dir schon selber gegeben - Ausprobieren!

Statt einem C5 würde ich einen Skywatcher 127er MAK gebraucht kaufen, da geht nicht viel Geld verloren und Du hast auch kein Shifting Problem - zumindest die 127er die ich kenne haben nur sehr geringes Shifting.

Sonst einfach nach einem guten und gebrauchten C8 suchen. Die tauchen hier immer wieder mal auf und bringen eine gute Leistung.

Ob es Dir den erhofften Kick gibt und Du danach "besser" siehst, kannst Du ja vorher antesten.

Oder Du fragst einen erfahrenen Sternfreund in Deiner Nähe, ob er sich nicht mal Deinen Newton anschauen kann - vielleicht ist da ja noch was rauszuholen.

lg

Mathias
 
hallöchen,

ich habe mich auf die Sichtbarkeit von Details am Planeten bezogen, also Auflösung+Kontrast ;-)

Zwischen einer Obstruktion von 25% und 33% liegen visuell Welten, was Scharfzeichnung bei mässigen Licht- und Kontrastverhältnissen betrifft. Der erste Beugungsring kriegt dann schon so viel Licht ab, dass er das Bild verschmiert.

Dazu gibt es die Untersuchung von William Zmek in einem Sky&Telescope von Anno Schnee (kann es raussuchen). Er gibt die bekannte Formel

d(Kontrast) = d (HS) - d(FS)

Das gilt für 20% Kontrastunterschied und wenig Licht, eine typische Situation am Planeten. Ein 150mm HS mit 30mm FS zeigt demnach so viel wie ein guter 120mm Apo, und das kann ich aus der Praxis bestätigen. Am Mond, wo viel Licht ist, zeigt der Spiegel einen Tick mehr.

Wenn ein Newton nicht ein besseres Bild zeigt als ein vergleichbares SCT, dann ist er IMHO irgendwie krank.

lg Tommy
 
Hallo Freunde,

um dem üblichen Abdriften mal entgegenzuwirken:

Es geht um Unzufriedenheit mit 6" Öffnung, Gegenstand ist ein 6" F/5 Newton.
Was kann man da tun?

Auch wenn u. a. gefragt wird, ob ein 5" MAK/SC zum Ziel führen könnte, frage man sich bitte, ob das eine ernsthafte Option ist BEVOR man sich auf konkrete Empfehlungen zu einem solchen Gerät einlässt.

Gruß
*entfernt*
 
Hallo zusammen,

da hab ich ja was angeregt :)!


Ich habe den Newton mit Laser justiert, der Sterntest fällt "gut" aus soweit ich das selbst als Anfänger mit Erfahrung beurteilen kann. Ich denke das die Optik "gut" ist, habe gebraucht gekauft, der Verkäufer war sehr sehr kompetent in Sachen justierung und beurteilung der Optik. "49 von 50 sind schhlecht, ich hab den guten erwischt". Referenz Bilder waren auch sehr beeindruckend.

Ok, das mit der Öffnung ist klar, weniger ist schlechter, das wäre für mich auch ertragbar gewesen ohne zuwissen wie sich das auf den Kontrast auswirkt, wurde somit belehrt.

Mein Bereich ist folgender:

Primär: Planeten, Sternhaufen
Sekundär: Nebel und DS Fotografie

Standort: Balkon oder naher Acker, 15km von Stuttgart entfernt, Blickrichtung Süd-West somit auf die Lichtglocke, störende Straßenlaterne 10m entfernt (ich dunkle jedoch den Balkon mit einem Sichtschutz ab)

Mir fehlt einfach der Kontrast und die Brennweite, ums ganz konkret auszudrücken -> alles zu klein, zu wenig aufgelöst und viel zu viel "Suppe" (Sternhaufen lassen sich kaum klar vom Hintergrund abheben, grau-in-grau)

Die mobilität sei auch nicht vergessen, alleine die Montierung, Gewichte, Stativ, Akku, Okulare sowie den jetzt schon großen OTA zu schleppen ist nicht angenehm mit meinen 60kg Köpergewicht (ich muss mein halbes Körpergewicht schleppen...) Daher war die Überleung zumindest auf ein SC umzusteigen da ich es in einem Anhänger stecken kann und ziehen anstatt tragen kann.

Und jetzt bitte Butter bei de Fische:

1. 150/750 Newton behalten und "auftunen" (wie?)
2. größeren Newton anschaffen (z.b. 200/1000)
3. Celstron C6 anschaffen

Das C8 fällt weg, das kann ich mir nicht leisten, siehe oben.

1-2 oder 3?... wer hilft mir dabei? :)

Danke für Eure Hilfe, Ihr erspart mir schlaflose Nächte....

@Günther aka. *entfernt*GMS: Danke für den link!

@all: Kommt jmd. aus der nähe von Stuggi? Kann jmd eine zuverlässige Person/Firma benennen die nähe Stuttgart optische Test professionell durchführt? Die Fa. Teleskop-Land hat mir dies Betreffs abgesagt, haben aktuell zuviel zu tun...

Grüße
und danke vorab!

Alex

(Ich gebe mir Mühe mit meiner Rechtschreibung, aufgrund div. Gründe klappt dies nicht zu 100%, bitte dies zu entschuldigen.)

 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
hallo Alex,

plädiere für Möglichkeit 1: Lerne dein Instrument in Hochform bringen. Kleide es mit Velour aus (auch das OAZ-Rohr) und bastel hinten einen saugenden Lüfter dran (PC-Lüfter mit Batterie genügt). Er soll die warme Luft aus dem Tubus saugen und den Spiegel gleichzeitig sanft temperieren.

Lerne den Newton justieren, er ist ein Werkzeug das du handhaben können sollst. Das Auto hast du ja auch fahren gelernt. Es ist nicht schwer, man muss es nur lernen. Du bekommst ne Menge Erfahrung, die dir auch bei eventuellen neuen Teleskopen hilft.

Zur Justage immer wieder gut:
http://www.pteng.de/astro/justage/justage.htm

Die Newtons werden leider alle mit zu engem Tubus gebaut, sodass Probleme mit dem Tubusseeing auftreten. Ein 150/750 ist aber leicht beherrschbar.

Sterntest: Ganz grob gucke mal den unscharfen Stern an, wenn du 1,0mm vom Fokus einwärts und auswärts gehst. Sieht der einigermassen gleich aus? Ist das Loch das der FS macht etwa gleich gross? Es ist ein sehr sensitiver Test, geh nicht zu nahe an den Fokus heran zum beurteilen. Du solltest drei oder vier Ringe in dem hellen Torus sehen, nicht weniger.

Ich denke das ist nicht nur die billigste Methode, sondern einfach die beste: Mach das Beste aus dem was du hast, und geh von da aus dann weiter. Immer neue Rohre anschaffen ohne mit den Problemen umgehen zu können bringt nur mehr Frust und geht ins Geld.

lg Tommy, ...und schlaf gut!
 
Hallo Alex,

hier kommt die Butter, fragt sich nur immer noch für welchen Fisch. ;)

Nehmen wir Mal als gegeben hin, dass da ein guter Hauptspiegel und auch ein guter Fangspiegel ordentlich justiert und ganz entspannt in einem justierstabilen Tubus wohnen.

Hilfreich ist immer eine Veloursvollauskleidung für den Tubus sowei eine Tau-/Streulichtkappe (1,5xD-Tubus über FS-Vorderkante.
Weiterhin hilft auch einem kleinen 6" Spiegel eine funktionierende, aktive Belüfung, saugen von hinten hat sich bewährt. Dies besonders dann, wenn der Spiegel, wie üblich, in einem zu engen Tubus untergebracht ist, 15 mm umlaufend Platz ist derzeitiger Standard, reichen aber nicht aus um turbulente Luft aus dem Strahlengang heraus zu halten.
Ich persönlich würde einen solchen dünne Blechtubus übrigens zusätzlich zur leicht dämmenden Veloursfolie auch noch isolieren.
Diese Maßnahmen werden von vielen Newtonnutzeren und noch mehr Newtonverweigerern als unnötig angesehen, ich selbst kenne das mit und ohne alle Ausbaustufen an 6" bis 10" Newtons sehr genau und weiß, dass es der Leistung auf die Sprünge hilft.
Deutlicher Kontrastgewinn in jeder Lage und Bildruhe bei hohen Vergrößerungen sind erreichbar.

Kontrast leitet über zur AP und zu den Okularen.
Ein aufgehelltes, matschiges Bild hat mit den Fehlen der o.a. Tuningmaßnahmen zu tun, aber eben auch mit der richtigen AP. Für die Übersichtsvergrößerung bedeutet das, dass das Okular nur etwa die AP liefern sollte, welche der Himmelsqualität (FST) in Magnituden entspricht.
Z.B. wäre unter 5 Mag Himmel ein Okular mit 5 mm AP angebracht. Bei 6 oder 7 mm AP saufen Deine Objekte schnell im aufgehellten Hintergrund ab oder sie werden stark geschwächt. Von einem feinen Sternhaufen bleiben dann nur noch wenige Sterne übrig.
Die Steigerung der Vergrößerung geht mit einer entsprechenden AP-Verkleinerung einher, der Himmelsgrund wird dabei dunkler, die Auflösung wird höher.
Das geht so weit, bis wieder Details verschwinden, Sternchen, die zu schwach sind, verschmieren und wieder ein matschiges Bild kommt. Wann das passiert ist zum Einen abhängig vom Objekt und zum Anderen abhängig vom Auflösungsvermögen des Teleskops und das wiederum hängt in erster Linie an der Öffnung. Auch das Seeing spielt hier hinein.

Brennweite hat damit zunächst mal wenig zu tun. Zwar erzwingt ein F/5 Hauptspiegel einen relativ großen Fangspiegel, das wirkt sich gerade bei der kleinen 6" Öffnung schon sichtbar aus aber überbewerten sollte man das nicht, zumal ja auch Fotoambitionen im Raum stehen.
Ich persönlich habe meinen 6" F/6 auf visuelle Auslegung und 20% Obstruktion optimiert, er hatte mal 27%.

Der 6" F/5 Newton mit der gerinen Brennweite von 750 mm erreicht eben seine beste und dem Leistunsvermögen des durchschnittlichen menschlichen Auges angepasste Auflösung mit einem 5 mm oder 4 mm Okular (1,0-0,8 mm AP), während das mit einem 6" F/10 Fernrohr bei 10 mm bzw 8 mm Okularbrennweite geschieht.
Dazu muss man noch bedenken, dass eigentlich alle Okulardesigns F/10 können, aber längst nicht alle Designs F/5. Ein Okular für F/10 muss ebenso gut gefertigt sein, wei ein Okular für F/5 aber F/5 erfordert komplexere Designs für achs- und randscharfe Abbildung, meist erreicht durch Barlowlinsen in der Rechnung oder als externe Barlows vor dem Okular. Auch über einen Komacorrektor kann man an F/5 schon nachdenken.
Mehr Glas, teis extreme Radien, mehr Aufwand für gleiche Qualität, aber es geht durchaus und sehr gut.

Du empfindest die Schlepperei mit dem 6" Newton plus Gerödel schon als grenzwertig, also würde ich an Deiner Stelle den 8" F/5 vergessen.
Nun kann man die genannten Punkte (und die die ich vergessen habe) bei dem 6" F/5 angehen und Verbesserungen erzielen.
Zumindest der finanzielle Aufwand dürfte geringer sein als bei einer Neuorientierung, die übrigens nicht bedeutet, dass man obige Punkte sorgenfrei abhaken kann. Auch SCs, Maks und Linsenteleskope haben ihre Macken und bieten reichlich Verbesserungspotenzial.

Gruß
*entfernt*
 
Hallo Alex,

ich fürchte, mehr sehen wirst du mit einem lichtschwachen C6 wohl nicht. Und mit einem 200er, f/5 Newton auf einer dafür wahrscheinlich recht wackeligen Montierung kommt auch kein Spaß auf.

Deshalb mein Tipp: 8"-Gitterrohrdobson, Öffnungsverhältnis f/6. Evtl. als Bausatz kaufen oder sogar selber bauen.
WICHTIG: auf gute Spiegelqualität achten!


Warum Dobson?

- lässt sich zum Transport zusammenlegen,
- leicht (für einen 8-Zöller),
- angenehme Einblickhöhe (im Sitzen) bei 120cm Brennweite,
- keine Montierung notwendig,
- viel weniger optisch wirksame Flächen als bei SC, die die Leistung verschlechtern (können)


Warum f/6?

f/6 ist ein "entspanntes" Öffnungsverhältnis:
- damit kann man hoch vergrößern aber auch noch große Felder sehen,
- einfache und günstige Okulare sind gut nutzbar,
- viel kleinerer Fangspiegel als beim SC, dadurch sehr guter Kontrast möglich (normalerweise viel besser als beim SC),
- einfache Justage.


Nachteile:

- Fotografieren nicht möglich,
- Handling bei hohen Vergrößerungen gewöhnungsbedürftig,
- der Hauptspiegel liegt sehr tief, so dass du bei Beobachtung vom Balkon aus Probleme bekommen könntest. (Du könnest das ganze Teleskop auf einen kleinen stabilen Tisch stellen und dann im Stehen beobachten.)



CS
Bernhard
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.
Zurück
Oben