Hallo Alex,
hier kommt die Butter, fragt sich nur immer noch für welchen Fisch.
Nehmen wir Mal als gegeben hin, dass da ein guter Hauptspiegel und auch ein guter Fangspiegel ordentlich justiert und ganz entspannt in einem justierstabilen Tubus wohnen.
Hilfreich ist immer eine Veloursvollauskleidung für den Tubus sowei eine Tau-/Streulichtkappe (1,5xD-Tubus über FS-Vorderkante.
Weiterhin hilft auch einem kleinen 6" Spiegel eine funktionierende, aktive Belüfung, saugen von hinten hat sich bewährt. Dies besonders dann, wenn der Spiegel, wie üblich, in einem zu engen Tubus untergebracht ist, 15 mm umlaufend Platz ist derzeitiger Standard, reichen aber nicht aus um turbulente Luft aus dem Strahlengang heraus zu halten.
Ich persönlich würde einen solchen dünne Blechtubus übrigens zusätzlich zur leicht dämmenden Veloursfolie auch noch isolieren.
Diese Maßnahmen werden von vielen Newtonnutzeren und noch mehr Newtonverweigerern als unnötig angesehen, ich selbst kenne das mit und ohne alle Ausbaustufen an 6" bis 10" Newtons sehr genau und weiß, dass es der Leistung auf die Sprünge hilft.
Deutlicher Kontrastgewinn in jeder Lage und Bildruhe bei hohen Vergrößerungen sind erreichbar.
Kontrast leitet über zur AP und zu den Okularen.
Ein aufgehelltes, matschiges Bild hat mit den Fehlen der o.a. Tuningmaßnahmen zu tun, aber eben auch mit der richtigen AP. Für die Übersichtsvergrößerung bedeutet das, dass das Okular nur etwa die AP liefern sollte, welche der Himmelsqualität (FST) in Magnituden entspricht.
Z.B. wäre unter 5 Mag Himmel ein Okular mit 5 mm AP angebracht. Bei 6 oder 7 mm AP saufen Deine Objekte schnell im aufgehellten Hintergrund ab oder sie werden stark geschwächt. Von einem feinen Sternhaufen bleiben dann nur noch wenige Sterne übrig.
Die Steigerung der Vergrößerung geht mit einer entsprechenden AP-Verkleinerung einher, der Himmelsgrund wird dabei dunkler, die Auflösung wird höher.
Das geht so weit, bis wieder Details verschwinden, Sternchen, die zu schwach sind, verschmieren und wieder ein matschiges Bild kommt. Wann das passiert ist zum Einen abhängig vom Objekt und zum Anderen abhängig vom Auflösungsvermögen des Teleskops und das wiederum hängt in erster Linie an der Öffnung. Auch das Seeing spielt hier hinein.
Brennweite hat damit zunächst mal wenig zu tun. Zwar erzwingt ein F/5 Hauptspiegel einen relativ großen Fangspiegel, das wirkt sich gerade bei der kleinen 6" Öffnung schon sichtbar aus aber überbewerten sollte man das nicht, zumal ja auch Fotoambitionen im Raum stehen.
Ich persönlich habe meinen 6" F/6 auf visuelle Auslegung und 20% Obstruktion optimiert, er hatte mal 27%.
Der 6" F/5 Newton mit der gerinen Brennweite von 750 mm erreicht eben seine beste und dem Leistunsvermögen des durchschnittlichen menschlichen Auges angepasste Auflösung mit einem 5 mm oder 4 mm Okular (1,0-0,8 mm AP), während das mit einem 6" F/10 Fernrohr bei 10 mm bzw 8 mm Okularbrennweite geschieht.
Dazu muss man noch bedenken, dass eigentlich alle Okulardesigns F/10 können, aber längst nicht alle Designs F/5. Ein Okular für F/10 muss ebenso gut gefertigt sein, wei ein Okular für F/5 aber F/5 erfordert komplexere Designs für achs- und randscharfe Abbildung, meist erreicht durch Barlowlinsen in der Rechnung oder als externe Barlows vor dem Okular. Auch über einen Komacorrektor kann man an F/5 schon nachdenken.
Mehr Glas, teis extreme Radien, mehr Aufwand für gleiche Qualität, aber es geht durchaus und sehr gut.
Du empfindest die Schlepperei mit dem 6" Newton plus Gerödel schon als grenzwertig, also würde ich an Deiner Stelle den 8" F/5 vergessen.
Nun kann man die genannten Punkte (und die die ich vergessen habe) bei dem 6" F/5 angehen und Verbesserungen erzielen.
Zumindest der finanzielle Aufwand dürfte geringer sein als bei einer Neuorientierung, die übrigens nicht bedeutet, dass man obige Punkte sorgenfrei abhaken kann. Auch SCs, Maks und Linsenteleskope haben ihre Macken und bieten reichlich Verbesserungspotenzial.
Gruß
*entfernt*