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#57426 - 11/07/2003 16:24
Steckbrief einer Optik
Steck-Brief einer Optik ist über den Phasen Kontrast Test durchaus möglich. Ausgehend von der Frage von Sabine oder Frank ================== Frage zu Phasenkontrast. ================== http://forum.astronomie.de/phpapps/ubbth...page=0&view=collapsed&sb=5&o=&vc=1 habe ich ihr u.a. http://www.astrosurf.com/tests/test460/test460.htm#haut als informative Adresse genannt, auf die mich vor 4 Jahren der Michael Leckel in einem anderen Zusammenhang aufmerksam machte. Test- besessen, wie ich nun einmal bin, probierte ich unter Anleitung dieser französischen Webseiten diesen Test, bis ich über die letzten 4 Jahre mit diesem Rauhheits-Test "warm" geworden bin. Die genaue Erklärung der physikalischen Vorgänge kann man wirklich bei Zernike nachlesen, der ja dafür den Nobelpreis bekommen hat. Auch bin ich mir nicht sicher, ober der von den französischen Sternfreunden vorgegebene Name pyhsikalisch richtig ist - das ist aber auch gar nicht mein Problem. Was ich anbieten kann mit diesem Test ist die Möglichkeit, regelrechte Steckbriefe von Optiken herstellen zu können. Wenn also bestimme Spiegel immer gleiche bis ähnliche Merkmale aufweisen, dann muß es der gleiche Hersteller sein, auch wenn die Spiegel (manchmal namentlich unbekannt) bei mir diesen Test durchlaufen. Wie beim Sterntest auch, könnte sich also die Diskussion, auch durch Nachreichen weiterer Aufnahmen, a) zur Diskussion und Bewertung der Merkmale entwickeln, b) die Physiker unter uns den Vorgang erklären auch hinsichtlich eines quantifizierbaren PhasenKontrast-Testes Wie Martin Trittelvitz im Sterntest-Thread sehr deutlich anmerkte, wurde noch jeder von mir freundlich und zuvorkommend behandelt, so er in friedlicher und sachlicher Absicht mit mir korrespondieren wollte. Dies werde ich natürlich auch weiterhin so halten. Alle übrigen Merkmale, die man mir anzuhängen versucht, sind "flames", auf die ich nicht zu reagieren brauche. Wolfgang Rohr Bei der untersten, also dritten Reihe, ist das 1. Bild der Foucault-Test des TMB-Apochromaten, das 2. Bild die dazugehörige Phasenkontrast-Aufnahme, das 3. Bild ein nicht ganz so perfekter Synta FH Foto/Grafik gelöscht, da an anderer Stelle nachträglich themenfremde Änderungen stattfanden, und es hier auch nicht auszuschließen ist. . eine kurze Erläuterung der um den Faktor 2 verkleinerten Bilder: Die 1. Reihe sind PhaseKontrast-Aufnahmen von SC-Systemen die Speichen rühren von den Verstärkungs-Rippen des Hauptspiegels, die auf irgendeinem Weg bei der Herstellung übertragen wurden. Beim 2. Bild erkennt man die Fließ-Strukturen, weil die Schmittplatte aus Floatglas her- gestellt worden ist. Ist nicht bei allen SC's so, aber bei manchen Serien. Das 3. Bild dieser Reihe zeigt eine sehr unregelmäßigen Fläche. Bei SC- Systemen sieht man natürlich immer alle Flächen zusammen, also genau- genommen die Störung der Wellenfront. Die 2. Reihe in der Mitte zeigt drei Spiegel eines bestimmten Herstellers aus Europa. Bei zwei Spiegeln weiß ich es sicher, beim 3. Spiegel halte ich es für äußerst wahr- scheinlich, daß es der gleiche Hersteller ist: Die Flächen-Auffälligkeit stimmt und die Unterkorrektur auch. Bei anderen Herstellern gibt es andere Merkmale, durch die man in änlicher Weise die Spiegel zurodnen kann. Die 3. Reihe an einem APO soll die Farbreinheit des Systems zeigen im Vergleich zum Frauenhofer und dessen Farblängsfehlers. Der Unterschied zwischen dem ersten Foucault-Bild und dem 2. PhaseKontrast-Bild zeigt, wie sehr sich die Empfindlich- keit durch diesen speziellen Rauhheits- oder Streulicht-Test noch steigern läßt. Der Test kann fließend angewandt werden: - als reiner Rauhheits-Test ohne die Foucault-typische Topografie - als kombinierter Foucault/Rauhheits-Test, bei dem die Topografie noch deutlicher hervortritt, als bei Foucault.
Bearbeitet von Alexander_Cremer (29/05/2006 14:53)
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#57428 - 11/07/2003 22:47
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[Re: portaball]
Foto/Grafik gelöscht, da an anderer Stelle nachträglich themenfremde Änderungen stattfanden, und es hier auch nicht auszuschließen ist. Foto/Grafik gelöscht, da an anderer Stelle nachträglich themenfremde Änderungen stattfanden, und es hier auch nicht auszuschließen ist. Foto/Grafik gelöscht, da an anderer Stelle nachträglich themenfremde Änderungen stattfanden, und es hier auch nicht auszuschließen ist. Bitte weiterlesen bei: http://www.astrosurf.com/tests/contrast/contrast.htm#hautWRohr
Bearbeitet von Alexander_Cremer (29/05/2006 14:53)
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#57429 - 11/07/2003 23:23
Kohärenzbedingungen und Phasenkontrast
[Re: Rohr]
Hallo... Also, nachdem nun die Lichtquelle bekannt ist, hab ich mal mein altes Physikbuch aufgeschlagen und die Sache mit der Kohärenzwellenlänge und Interferenz allgemein nachgelesen (Dorn Bader, Physik Oberstufe 12/13 Gesamtband, S. 250ff). Da sieht es so aus, das die Kohärenzwellenlänge nicht so groß zu sein braucht wie der komplette Versuchsaufbau, dann bräuchte man nämlich wirklich einen Laser und mit Halogen-Lampen wäre nichts zu machen...aber: Die Kohärenzwellenlänge muß noch doppelt so groß sein wie die zu messende Schichtdicke. Als Beispiel wird Interferenz an einem Glimmerblatt angeführt, dabei wird das Licht einer Quecksilberdampflampe an Vor- und Rückseite eines Glimmerblattes (Dicke <0,05mm) reflektiert, und da die Kohärenzwellenlänge einer (kalten) Quecksiberdampflampe bedeutend größer als 1mm ist, kommt es zu einer Interferenz, die an Vor-und Rückseite gespiegelten Wellenzüge übrlagern sich mit sich selbst und erzeugen je nach Gangunterschied (=Abstand von der Symetrieachse) eine konstruktive oder destruktive Interferenz...sobald die Lampe warm wird, sinkt übrigens die Kohärenzwellenlänge ab und irgendwann wird sie kleiner als die doppelte Dicke des Glimmerblattes und dann ist Schluß mit Interferenz. Mit einer dickeren Glascheibe kann dann auch Interferenz erzeugen, aber nur, da die Kohärenzwellenlänge eines Lasers länger ist als die doppelte Dicke der Glasscheibe. Auf den Phasenkontrasttest angewandt, bedeutet das folgendes, zumindest sehe ich es so: -Das P/V der Mikrorauhigkeit darf nur halb so groß wie die Kohärenzwellenlänge der verwendeten Lampe, sprich, ist die Kohärenzwellenlänge kürzer als die doppelte zu messende Schichtdicke, dann geht es nicht mehr...da aber selbst das Sonnenlicht noch eine Kohärenzwellenlänge von 1µm hat, dürfte dieser Effekt nicht zum Tragen kommen. -Da der Phasenkontrasttest nun aber (doch) auf Phaseneffekten beruht, ist auch abzuschätzen, wie sich z.B. bei einer Reflektion auftretende Phasensprünge bemerkbar machen...diese können m.E. nämlich durchaus eine Mikrorauhigkeit vorgaukeln, da durch einen Phasensprung ebenfalls eine Welle mit sich selbst ausgelöscht werden kann, ganz ohne das eine Mikrorauhigkeit im Spiel sein muß. (Gleicher mechanischer Weg, aber trotzdem Phasenunterschied) -In diesem Zusammenhang gewinnt auch die Dicke des Abblendstreifens Bedeutung, denn ein Teil des Lichts muß diesen ja durchdringen, hat aber innerhalb des Material eine andere Wellenlänge und kann damit, je nach Dicke und Wellenlänge, beim Durchdringen des Streifens eine Phasenänderung erfahren...auch wäre zu prüfen, inwiefern sich Dickeunterschiede in diesem Streifen auf das Bild auswirken...im Extremfall sieht man vielleicht nur die Mikrorauhigkeit des Dämpfstreifens, halt extrem stark vergrößert
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Solong...
mfg Frank.
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#57430 - 12/07/2003 00:02
Re: Steckbrief einer Optik
[Re: Rohr]
Hi! Frage zu Reihe 2: Woran erkennst Du das? An der Wolkenstruktur? Wie wäre es mit einer Vergleichsreihe eines anderen Herstellers? Zu Reihe 3: Bild 2 macht mir Probleme, denn so rau kann die Struktur doch nicht sein. Der Phasenkontrasttest muss also die Struktur künstlich aufblasen. Verdeckt aber dieses Aufblasen nicht wieder etwas anderes. Oder anders gefragt. Kann man dann nicht genauso "nicht aufgeblasenes" über die Strukturen legen? Das da so grobe "Klötze" sind will mir nicht in den Kopf. Auf der französischen Seite wird auch nur ein Ausschnitt der Oberfläche gezeigt. Man weiß also nicht ob das stark vergrößert wurde oder ein identischer Ausschnitt ist. Bild 1 sieht gleichmäßig aus, d.h wenn ich die Linse drehen täte wäre immer das gleiche Bild da. Nebenher habe ich mal diesen alten Link überflogen. http://www.astrotreff.de/topic.asp?TOPIC_ID=1167Was mich da stutzig macht ist im Bezug auf oben der Foucaulttest von Statis Spiegel. Man sieht deutlich, dass da ne Delle drin ist (ähnlich dem Spiegel, bei dem ich im anderen Thread nach dem Tal gefragt habe). Wenn ich jetzt das Büchlein von Marty richtig verstanden habe, dann muss doch ein guter Spiegel eine Parabel zeigen also eine Donut und zwar gleichmäßig oder gilt das nur für Kleine oder muss das doch nicht so genau...? Das alles frägt sich --Sabine
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#57431 - 12/07/2003 03:42
Re: Kohärenzbedingungen und Phasenkontrast
[Re: spatz1]
interessanter Beitrag lieber Frank!
die Dicke des Abblend-Mediums wäre die Dicke der Foto-
Emulsion, die natürlich zum Testaufbau zeigt, und dann
käme die Träger-Schicht des Filmes. Wie dick diese Foto-
emulsion tatsächlich ist, weiß ich nicht.
Beim Streifen spielt aber die Breite ebenfalls eine Rolle
und besonders die Dichte, die bei den Franzosen mit
2.16 als Optimum angegeben wird. In meinem Fall ist es ein
teildurchlässiger scharzer Strich, ca. 0.1 mm breit und an
den Rändern einen Grauübergang, wie ich unter dem Mikroskop
feststellen konnte, die Franzosen benutzen eine scharfe
Kante.
Gruß! WRohr
Bearbeitet von Rohr (12/07/2003 07:13)
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Sabine,
Du mußt beim Vermessen immer mit Luftschlieren rechnen. Im Winter baue ich um meine Testanordnung immer ein Styropor- Haus drum rum. Das "wabert" manchmal sehr heftig, und ist nur so einigermaßen zu beruhigen.
Gruß! Wolfgang
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#57433 - 12/07/2003 12:30
Re: Luftschlieren
[Re: Rohr]
Hallo Wolfgang! > Du mußt beim Vermessen immer mit Luftschlieren rechnen. Und die reißen dann solche Löcher rein, potzblitz. Dann glaube ich einfach mal, dass diese Spiegel gut sind. Das Auge kompensiert da ja einiges. Die Fotos von schlechten gefallen mir aber besser. Endlich sieht man sofort wies nicht gehört. Interessant auch die Ringe der Sterntest parallel zu den Ringen im Foucaulttest. War sehr lehrreich. Was die Oberfläche an sich angeht bin ich da aber weiterhin skeptisch. Ich denke das ist lediglich eine Verstärkung mehr nicht. Ähnlich wie man beim Gammadrehen bei der Bildverarbeitung mehr aus den Schatten rausholt. Da wäre wahrscheinlich eine große Lupe zuverlässiger. Noch ein Frage: Wie wird ein "industrieller" Spiegel hergestellt? Steht da ein Roboter, der die Spiigel schleift oder fahren da mehrere Schleifttools von der Decke herab und fräsen zuerst die Grundform, dann die Feinform und dann die Politur.....  Wie muss man sich das vorstellen? --Sabine
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#57434 - 12/07/2003 12:43
Re: Kohärenzbedingungen und Phasenkontrast
[Re: Rohr]
Zitat:
Beim Streifen spielt aber die Breite ebenfalls eine Rolle und besonders die Dichte, die bei den Franzosen mit 2.16 als Optimum angegeben wird
Zitat:
The principle here is to use phase plates of different optical densities to reveal optical defects of different sizes. Any given phase plate will reveal optical defects of a certain size and no smaller. So if you have a phase plate with a 2% transmission factor that can reveal roughness only 1/1000 wave high, and this phase plate shows no roughness at all on the optical surface, than any roughness present must be smaller than 1/1000 wave. Using a graduated series of phase plates, you can deduce the peak amplitude of any given optical defect by reducing the optical density of your phase plates, and thus weakening them, until that particular defect becomes invisible. This will give you a "go - no go" method for determing the sizes of various optical defects on your mirror.
Aus: H. Highstone Phase Contrast, a powerful test for optical roughness ATMJ 17-18
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#57435 - 12/07/2003 12:46
Re: Kohärenzbedingungen und Phasenkontrast
[Re: Rohr]
Hallo...
Ja, da der Test ja scheints wirklich auf Phaseneffekten beruht (wir waren uns da ja nicht sicher), spielt das Abblendmedium m.E. eine Rolle, und zwar nicht nur in Sachen Dämpfung, sondern auch in Sachen Phase, d.h. es müßten sich bei verschiedenen Abblend-Strichen (es gibt da ja noch die Sache mit dem aufgedampften Alu) auch verschiedene Bilder ergeben...die Hell-Dunkel-Stellen würden vermutlich gleich bleiben, es könnte lediglich sein, das man mit einem Abblend-Strich quasi ein Negativ sieht, also was auf dem einen Bild "hochsteht" würde auf dem anderen "zurückfallen"...vorausesetzt, der Abblendstrich ist im verwendeten Bereich (flächenmäßig gesehen) optisch hochwertig, d.h. er muß selbst genauer als 1/4 Lambda in der Dicke sein...hat er selbst nämlich unregelmäßige Dichteschwankungen, dann würde man diese ebenfalls als "Mikrorauhigkeit" sehen, d.h. sie würde sich mit der Mikrorauhigkeit des Spiegels überlagern.
Aus diesem Grund würde ich einem aufgedampften bzw. aufgesplatterten (wie man Spiegel verspiegelt) Dämpfungsstrich den Vorzug geben...rein von der o.a. Theorie her...weil eine Filmschicht mit ihren Körnern und Unregelmäßigkeiten würde mir schlechter erscheinen.
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Solong...
mfg Frank.
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#57436 - 12/07/2003 13:39
Re: Kohärenzbedingungen und Phasenkontrast
[Re: spatz1]
Hallo Frank, Highstone verwendet in seinem Testaufbau Glasplatten die er über einer Kerze rußgeschwärzt hat. Das scheint eine - in allen Dimensionen - ausreichend homogene Oberfläche zu erzeugen. Freundliche Grüße: Uwe
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#57437 - 12/07/2003 15:06
Mein Zugang vor 4 Jahren,
[Re: spatz1]
lieber Frank,
zu diesem PhasenKontrast-Test, wie er bei den Franzosen heißt, war ein ganz spezifischer:
- aha, da gibt es einen Test, den ich noch nicht kenne - wie funktioniert er in der Theorie und noch mehr, wie funktioniert er in der Praxis ? - wie bekomme ich ein Phasen-Plättchen?
Das mit dem Phasen-plättchen war zunächst das größte Hinter- nis, also probierte ich die Sache mit einem Negativ-Film. Auf meiner Website beschrieben. Meine Verblüffung war groß, daß ich Ergebnisse hatte, aber nicht wußte, wo die Parameter sind. Im Austausch mit Alois und Mario entwickelte sich das weiter: Mit Alois in Richtung Praxis, mit Mario in Richtung Theorie.
Während die Franzosen ein aufgedampftes, teildurchlässiges Phasen-Plättchen aus Glas benutzen, experimentierte ich mit dem Technical Pan 2415, mit dem ich von der AstroFotografie einige Erfahrungen gemacht hatte. Hinsichtlich der Praxis hat Alois Versuche hinsichtlich der Breite und der Dichte des Dämpfungs-Streifens angestellt, auch mit einem Technical Pan Film.
Weiterführende Untersuchungen habe ich bisher aus Zeitgründen nicht gemacht, zumal mir die praktische Anwendung, wie man in dem Steckbrief-Thread sehen kann, hoch-willkommen war. Ich hatte plötzlich eine ungleich empfindlichere Möglichkeit, optische Flächen zu identifizieren. Spätestens wenn man die Diskussion in Richtung Quantifizierung weiterverfolgt, werden die von Dir genannten Parameter wichtig, weil es dann auf jeden Fall darum geht, was genau ist das, was man sieht, und wie "hoch" sind derartige Strukturen, also die Frage nach der Rauhtiefe und die Frage, wie sich das optisch auswirkt.
Wir wissen soviel, daß eine rauhe Fläche den Kontrast mindert, durch Aufhellung des Hintergrundes, und daß Zonen- Fehler den Kontrast mindern durch unscharfe Kanten, weil die Schnittweiten aus den jeweiligen Zonen nicht exakt gleich sind.
Unabhängig von dieser sicher noch interessanten Diskussion, war mir zunächst der Nutzen für den realen Test und die Vergleichbarkeit von optischen Flächen wichtiger.
Deshalb will ich mich mit der Frage von Sabine noch genauer befassen, so sie mir etwas Zeit läßt.
Wolfgang Rohr
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Hallo Sabine,
die von mir erstellten PhaseKontrast-Bilder unterscheiden sich allgemein schon sehr heftig: Nimm die erste Reihe: 3 PK-Bilder von verschiedenen SC-Systemen. In ihnen steckt z.B. ein Farblängsfehler, den man ganz bestimmt auf dem 3. Bild/1. Reihe erkennt. Bei diesen Bildern hat man es insgesamt mit 4 Flächen zu tun, weshalb man nur die Summe aller vier Flächen sieht, und nicht eine Einzelfläche - ganz wichtig auch hinsichtlich der "weichen" Bildstruktur dieser Bilder.
Deutlichstes Merkmal der #1 sind die Speichen und die ringförmigen Zonen Deutlichstes Merkmal der #2 sind die geraden Streifen aus der FLoatglas-Fertigung und ebenfalls Ringzonen Deutlichstes Merkmal der #3 ist die Unregelmäßigkeit der Fläche, die den Kontrast sehr stark drückte und viel Streulicht verursachte.
Nun zu den Bildern der mittleren Reihe:
Bei allen drei unterschiedlichen Spiegeln vom gleichen Hersteller ist eine "waben-artige" Struktur erkennbar, die kein anderer Hersteller so zustande bringt, nur dieser Hersteller. Ich habe ja mittlerweile jede Menge unterschiedlicher PhasenKontrast-Aufnahmen gesammelt und bin wegen dieses Threads über dieses gemeinsame Merkmal "gestolpert". Die zweite Übereinstimmung ist die Topografie dieser 3 PK-Bilder. Je nach Orientierung Deiner Augen siehst Du den absinkenden Rand und die tiefer liegende Mitte, vom Profil analog meinem farbigen Logo, oder eben invers. Am ausgeprägtesten ist dieser Sachverhalt beim 3 Bild/ 2. Streifen zu erkennen.
Um den Kommentar zur 3. Reihe abzuliefern:
Der Unterschied zwischen Foucault Bild #1 und dem PhaseKontrast Bild #2 ist sehr deutlich. Anfänglich glaubte ich auch, über den Film künstliche Strukturen auf eine Fläche zu zaubern, bis ich über den Foucault-Gegentest bereits dort ganz klar bestimmte deutliche Strukkturen nachweisen konnte, die man auch schon im Ronchi-Gitter-Test, in nur anderer Form erkennen kann. Den Nachweis könnte ich sofort führen. Sehr schön kann man über die 3. Reihe auch den Unterschied von einem Voll-APO zu einem der üblichen FH's zeigen: Bild #1 ist nahezu farbrein, bei Bild #3 liegt blau/violett noch intrafokal, während grün bereits extrafokal ist, und so die Farbteilung bei der Aufnahme zuustande kommt. Bei einem Refraktor spielt die Glätte der Fläche deswegen eine untergeordnete Rolle, weil sie wegen der Brechung um den Faktor 4 schlechter sein darf, bevor sie stört. Trotzdem erkennt man bei Bild #3 deutliche Zonen, die aber in jedem Fall die Summe aller vier FH-Flächen sind. Vielleicht habe ich ein bißchen zur Erhellung beigetragen. In USA gibt es den von Uwe Suessenberger genannten Highstone, der in ähnlicher Weise mit dem PhaseKontrast-Test arbeitet und ruß-geschwärzten Glasträgern. Hab mich noch zuwenig mit seiner Technik befaßt.
Gruß! Wolfgang Rohr
Foto/Grafik gelöscht, da an anderer Stelle nachträglich themenfremde Änderungen stattfanden, und es hier auch nicht auszuschließen ist.
Bearbeitet von Alexander_Cremer (29/05/2006 14:51)
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#57439 - 13/07/2003 00:09
Re: Bilder des 2. Streifens
[Re: Rohr]
Zitat:
In USA gibt es den von Uwe Suessenberger genannten Highstone, der in ähnlicher Weise mit dem PhaseKontrast-Test arbeitet und ruß-geschwärzten Glasträgern. Hab mich noch zuwenig mit seiner Technik befaßt.
Hi, wer sich weiter in die Materie vertiefen möchte, kann den Artikel von mir bekommen u.suessenberger@t-online.de oder das ganze Heft hier anfordern: http://home.att.net/~mikel/atmjournal/ oder warten bis die beiden Bände "Best of ATMJ" von Willman-Bell auf dem deutschen Markt erhältlich sein werden (ca. 2-3 Wochen). Freundliche Grüße: Uwe
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