gesperrt
Registriert: 14/08/2002
Beiträge: 647
Ort: HASSFURT in Bayern
|
Hallo Stefan, Zitat:
Also ich wollte einmal fragen, was dies eigentlich genau ist und wie es entsteht. Hab mit der Suche leider nichts dazu gefunden. Also ich hatte einmal bei allen Sternen einen kleinen "Schweif". Leider war es nicht reproduzierbar und trat nur einmal auf. Ist dies Koma, wodurch tritt dies auf und wie kann man es verhindern?
Koma ist zunächst eine spezielle Angelegenheit der Newton-Spiegel-Abbildung. Ich betrachte augenblicklich ausschließlich die Situation am Newton-Spiegel. Dazu nehme ich einen 10-Zöller f/4 also einen perfekten Newton-Spiegel mit 250 mm Durchmesser und 1000 mm Brennweite. Wenn dieser Newton incl. ellypt. Fangspiegel exakt justiert ist, dann vereinigt das Rotations-Paraboloid (also der Newton-Spiegel) alle parallel zur opt. Achse ankommenden Lichtstrahlen in einem einzigen Punkt, der weit innerhalb der sog. Airy.Scheibchens liegt, das ist der Kreis außen herum. Zemax, ein Optical Design Programm rechnet diese Spotdiagramme derart, daß es ein mathematisches Sieb auf den Spiegel legt, und rechnerisch den Weg jedes einzelnen Lichtstrahles von der Mitte der Achse beginnend bis zum Rand entweder in kon- zentrischen Ringen oder in gitterförmiger Verteilung durchrechnet und dann zeichnet, wie im Bild rechts oben/unten zu sehen ist. Je nach Einfallswinkel, hier waren es nur 0.2 Grad oder ca. 3.5 mm von der idealen opt. Achse wird aus dem Punkt eine kometen-artige Verteilung der Lichtstrahlen mit zunehmender Dichte im Zentrum. Wobei es hauptsächlich die Lichtstrahlen aus den Randzonen sind, die für diesen Koma-Effekt verantwortlich sind, oder anders, je kleiner das Öffnungsverhältnis, umso geringer die Komaanfälligkeit bei Newton-Spiegel. Daraus mag man ersehen, wie wichtig die exakte Justage für Newton-Systeme ist, und wie schnell ein guter Newton-Spiegel durch Dejustage unbrauchbar wird.
Foto/Grafik gelöscht, da an anderer Stelle nachträglich themenfremde Änderungen stattfanden, und es hier auch nicht auszuschließen ist.
Bei der Kugel ist die Situtation etwas anders. Fokussiert man das Bild auf der "Brennlinie", (bei der Kugel gibt es dann keinen Brennpunkt) dann treffen sich die Strahlen hauptsächlich dort, sind aber auch um diesen Ort herum räumlich verteilt, weitaus größer als das Airy- Scheibchen, das man ganz klein in der Mitte sieht. Dadurch wird das Bild unscharf. Wesentlich weniger ändert sich dann bei der Kugel, wenn der Einfallswinkel der Lichtstrahlen um 0.2 Grad zur idealen opt. Achse gekippt ist. Deshalb ist ab f/8 Newton-Systemen dann die Parabolisierung schlechter, wenn man Wert auf die Abbildung im Feld legt, wie bei der Fotografie.
Die Komaerscheinung ist grundsätzlich Systemabhängig, die Spotdiagramme schauen je nach Fernrohr-Typ anders aus. Wenn man dann noch die Okulare miteinbezieht, entsteht noch einmal eine andere Situation.
Komagrüße
Wolfgang Rohr
Bearbeitet von Alexander_Cremer (29/05/2006 00:08)
|
|
hoch
|
|
|
|
|
18560 Mitglieder
63 Foren
124741 Themen
738941 Beiträge
Besucher Rekord: 1886 @ 17/10/2009 22:24
|
|
|